Ein Polizeibericht

Linksideologen sind seit Lenins Zeiten immer auch Polizei-Spezialisten. Lenin hatte seine Tscheka, die heutigen gemäßigten Linken haben ihre Gesinnungspolizei. Die linken Gesinnungspolizisten sind natürlich zivilisierter im Umgang und haben keine Uniform - außer im Denken. Und sie sind nicht blutrünstig wie die berüchtigte Tscheka, denn sie ernähren sich ausschließlich von der Milch der frommen Denkungsart.

 

Die Gesinnungs-Polizei ist aber von nichts und niemandem legitimiert - außer eben von ihrer eigenen Gesinnung. Die Inspektoren und Kommandanten vertreten ihrer Meinung nach die einzig gute, moralische und wahre Weltsicht und diese muss daher mit allen Mitteln verbreitet werden. Gegenläufige Meinungen sind nicht nur abzulehnen und anzuprangern, sondern deren Träger sind auch persönlich sofort niederzumachen. Nein, natürlich nicht mit Gewalt, sondern immer mit dem Ansinnen, die Reputation des Verdächtigen zu schädigen oder ihn als dumm, ungebildet oder "rechtsaußen" zu denunzieren. Der Rufmord, die Schmutzkübel und die Anpatze sind die Waffen der schnellen Eingreiftruppe von links.

 

Das wesenhafte Kennzeichen der Gesinnungspolizei ist, dass sie nicht nur Exekutive, sondern auch Legislative ist: Sie gibt sich ihre Regeln selber. Ihr selbstreferenzielles und selbstaffirmatives Gedankengut wird in sogenannten Blasen, die auf den Social Media (SM) und in etlichen traditionellen Medien zuhause sind, von den niederen Chargen gehorsam verstärkt. Die vielen selbsternannten Polizeipräsidenten sieht man ohnehin ständig auf den SM oder als politische Moderatoren im ORF, sie geben dort ihre tendenziösen Kommentare ab.

 

Die Dienststellen der Gesinnungs-Inspektoren sind die Redaktionsstuben, dort werden alle Anzeigen freudig entgegengenommen und niedergeschrieben. Von den Redaktionen und den rund um die Uhr wachsamen Inspektoren im Netz erfolgt auch die Überwachung aller, die nicht das Wohlwollen der Gesinnungspolizei finden.

 

Ein konkretes und bezeichnendes Beispiel: Hier im Blog wurden am 12.10. 2016 einige heikle Punkte des Wahlrechts angesprochen. Das wurde als Affront gegen linke Anschauungen empfunden und danach auf den SM von immer mehr linken Journalisten auf- und angegriffen. Schließlich landete das Thema heute in der Kleinen Zeitung und im "Österreich". Der rege Diskurs auf den SM inklusive Groß-Einsatz der Gesinnungspolizei ist eine kleine Nachbereitung wert:

 

Wie so oft beginnt so eine Gedankenpolizei-Aktion mit einem Tweet von einem bekannten Chefinspektor am Küniglberg. Der nämliche, regelmäßig wie ein Großmufti agierende Reporter spricht auf den SM eine Fatwa aus und los gehts. Ihm brav ergebene linke Redakteure wie etwa jene aus der "Wiener Zeitung" oder auch vom Subkultur-Blatt "Vice" verbreiten rasch die Kunde, dass da jemand ganz und gar gegen den linken Mainstream agiert. Flugs wird dieser Jemand dann nicht mit Argumenten gegen seinen Text konfrontiert, sondern sofort in seiner Reputation persönlich angegriffen und gleich einmal mit Schimpfworten bedacht. Im gegenständlichen Fall vermeinte ein Vice-Redakteur sogar, als Journalist das Recht zu besitzen, Andersmeinende als "Trottel" zu bezeichnen und verwies auf ein EGMR-Urteil aus Haiders Zeiten.

 

Freilich: Es ist leichter, jemandem online schnell einen Kübel Verbal-Müll vor die Tür zu kippen und dann zu sagen, schaut Euch an, welchen Dreck der macht, als bei dieser Tür anzuläuten und mit dem inkriminierten Jemand ein Gespräch zu beginnen. Wenn sich der Jemand dann gegen die Schmutzkübel und die persönliche Anpatze unverdrossen zur Wehr setzt, bekommt er sofort und regelhaft mit immer denselben Worten von der Gesinnungspolizei ein heftiges Kontra: Man möge doch nicht wehleidig sein, das sei jetzt ein empfindliches "Mimimi", wer austeilt, müsse auch einstecken können etc.

 

Und damit sind wir schon mitten drin in der Unredlichkeit der linken Journalisten-Szene: Es ist ein tiefgreifender kategorialer Unterschied, ob man ein Thema anspricht und kontroversiell diskutiert oder ob man politisch Andersmeinende ohne vorherigen Disput persönlich und verächtlich angreift und dabei sogar in klagbare Diktionen verfällt. Diese Art des Umgangs widerspricht jeder journalistischen Seriosität und schadet der gesamten Medien-Branche ungemein. Noch dazu, wo etliche in dieser Branche durch ihre fragwürdige Berichterstattung in der Migrationskrise ohnehin derzeit sehr ramponiert sind.

 

Die wütende Selbstgerechtigkeit der Linken lässt sie das aber  nicht erkennen (oder sie wollen es einfach nicht verstehen) und offenbar erblinden manche dabei sogar: Wenn ihnen etwas nicht in den ideologischen, hypermoralisch verbrämten Kram passt, sehen sie nur noch den Schaum vorm eigenen Mund, für den natürlich immer nur der Gegner verantwortlich ist. Der muss dafür doppelt so hart angegriffen werden.

 

Bestimmte Medien bzw. bestimmte Medienvertreter haben damit heute eine Rolle übernommen, die jenseits alles Souveränen und Ehrenhaften ist. Es kann grundsätzlich nicht die Aufgabe der "Vierten Macht" im Staate sein, politische Meinungen ohne entsprechende Debatte schlecht zu reden und politisch aktive Menschen persönlich anzugreifen, ohne mit ihnen über ihre Standpunkte zu diskutieren. Man kann dieses Verhalten auch nicht damit rechtfertigen, indem man sagt, man brauche heute mehr denn je die schnelle Schlagzeile oder einen Anreisser, weil der Druck so groß wäre.

 

Vielmehr müssten die Medienleute heute ihre Ansprüche an sich selbst dramatisch erhöhen und gerade angesichts der Schnelligkeit der SM und des Internets alles daran setzen, möglichst seriöse Meinungsbildung und Umgangsformen anzustreben.  

 

Und vor allem sollten sie sich um eine ausreichende Bildung bemühen, bevor sie so schäumend kritisch werden wie im aktuellen Fall: Meine im gegenständlichen Blog erwähnte Idee, das Wahlrecht für jene Bürger einzuschränken, die ohne jede Gegenleistung vom Staat alimentiert werden, hat schon der weltberühmte österreichische Nobelpreisträger Friedrich A. Hayek vertreten...

 

 

 

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Kommentare: 11
  • #1

    FD Günther Koller (Samstag, 15 Oktober 2016 14:38)

    Dazu passend, insbesondere für die hier angesprochenen Sittenwächter ist das Büchlein von Andreas Tögel: Schluss mit Demokratie und Pöbelherrschaft

  • #2

    helmut-1 (Samstag, 15 Oktober 2016 15:08)

    Sie haben in ein Wespennest gestochen. Logisch, dass man daraufhin mit Attacken rechnen muss.

    Die Frage bleibt nach dem fairen Umgang sowie der Art und Weise im fair-play-Stil, wie man miteinander umgeht und auch kontroverse Themen diskutiert. Da ist vieles an politischer Kultur verloren gegangen.

    Noch einen Satz aus Ihrem letzten Absatz herausgegriffen:

    "Und vor allem sollten sie sich um eine ausreichende Bildung bemühen, bevor sie so schäumend kritisch werden wie im aktuellen Fall:"

    Was einer Tatsache entspricht: Wir haben in den Medien schon lange keine Journalisten mehr, sondern allenfalls noch Schreiberlinge. Die dabei vroausgesetzte Bildung ist soweit unten anzusiedeln, dass es bereits erschreckend ist. Allerdings müssen wir uns dann auch fragen, wo das herkommt und wie das entstanden ist. Genau da müssen wir uns alle die Schuld geben, - denn wir haben mit unserer sog. demokratischen Wahl auch den Grundstein dafür gelegt.

  • #3

    Alexander Surowiec (Samstag, 15 Oktober 2016 15:45)

    Ich musste gerade an Goethe denken: "Gegner glauben uns zu widerlegen, wenn sie ihre Meinung wiederholen und auf die unsrige nicht achten."
    In der Tat ist die aktuelle Situation der Medienlandschaft mehr als nur kritisch zu reflektieren. Vor allem stört mich der vorherrschende Lynchjournalismus, der aber nur sehr einseitig betrieben wird. Exzellent lässt sich meine These mit der heutigen Berichterstattung über dich belegen. Sobald man vom Mainstream abweicht schwingt schon eine Moralkeule. Spannend finde ich aber, in welcher "Rolle" die Journalisten tatsächlich stecken. Eine Vielzahl der vermeintlichen Publizisten sind Schisser und wagen es nicht, beispielsweise gegen inserierende Kunden kritische Inhalte zu publizieren. Gemäß dem Motto: "i wü oba i trau mi net." Aus meiner Sicht ähnelt der Status quo der österreichischen Publizistik dem der österreichischen Politik: Beide sind im Arsch. Umso mehr freue ich mich, dass ich dich als Kolumnisten für "Fass ohne Boden" gewonnen habe. Zwar bin ich nicht immer einer Meinung mit dir, jedoch hat genau das seinen Charme. Meinungspluralität ist nun einmal das höchste Gut einer Demokratie. Daher Glück auf!

  • #4

    Chris Jäger (Samstag, 15 Oktober 2016 19:15)

    Lassen Sie sich nicht entmutigen, Herr Dr. Franz! Die linken Linken haben längst die Medienlandschaft übernommen und schütten den Dreck inzwischen aus Kübeln. Am Ende werden sie damit keinen Erfolg haben, weil die Menschen zwischen Recht und Unrecht unterscheiden können. Die geistigen Tiefflieger werden mit ihrem Schaum vor dem Mund alleine bleiben.
    Wir lachen über Nordkorea - wir sind schlimmer als Nordkorea.

  • #5

    Ulrich Arbes @Realismusjihad (Samstag, 15 Oktober 2016 22:03)

    Danke, Herr Abgeordneter! Unser Parlament hat parteiunabhängige Querdenker dringendst notwendig.

    Was das Medienvolk angeht, ist es leider nahezu völlig im Sinne der Politischen Korrektheit zombifiziert. Nicht denken, beißen!, lautet die Maxime dieser armen Gehirntoten.

    Die Demokratiereform betreffend, ist das viel zu freigebige Verschenken der Österreichischen Staatsbürgerschaft ein weiterer reparaturbedürftiger Bauschaden. Eine Rückkehr zum uneingeschränkten ius sanguinis wäre anzudenken.

    Afrika den Afrikanern, Asien den Asiaten, Europa den Europäern!

  • #6

    John Galt (Samstag, 15 Oktober 2016 23:36)

    Sehr guter Artikel.
    Der Vorteil am Beschimpfen, ist, dass man sich gar keine Gedanken über gute Gegenargumente machen muss. Das spart viel Zeit und geistige Anstrengung.

  • #7

    Josef Huber (Sonntag, 16 Oktober 2016 09:47)

    Die absolut identische Situation haben wir in Deutschland. Allein 3 Buchstaben genügen, um - frei nach Pawlow und Dr.Franz- im Maul des Polizeihundes hasserfüllten Geifer zu provozieren: AfD. Es gehört zum Guten Ton in der Öffentlichkeit , wie die selbstverständliche Erwiderung des Grußes, bei der Nennung dieser Partei, mit deutlicher Mißbilligung den Kopf zu schütteln. Fragt man nach einem Argument gegen diese Partei, dann ist sofort - und nur - vom "Erschießen der Flüchtlinge " die Rede, dieser bewusst pervertiert dargestellten Bezugnahme Frau Petrys auf die tatsächlich existierende Gesetzeslage in Deutschland.
    Q: was ist der Unterschied zwischen den (historischen) Faschisten und den modernen Anti-Faschisten?
    A: Die Faschisten nannten sich Faschisten und bekannten sich dazu.

  • #8

    Hans Kolpak (Sonntag, 16 Oktober 2016 10:46)

    So Vieles in Österreich ähnelt den Abläufen in Deutschland. Woran das wohl liegt?

    Am 4. August 2016 wollte man meinen Computer und mein Mobiltelefon einsammeln. Ich habe beides versteckt, den PC haben sie gefunden, weil sie gemerkt haben, dass mein Hund nicht mehr bissig ist. Auf dem Mobiltelefon ist sowieso nichts drauf. Da ich "bewacht" wurde, kann ich nur schätzen, dass zwischen 15 und 20 Polizisten auf dem Anwesen herumgelaufen sind.

    Bin ich ein Till Eulenspiegel, weil meine Festplatten gespiegelt wurden? Ich hielt unbewusst schon vielen Menschen einen Spiegel vor. Erst durch irrationale Reaktionen wurde ich überhaupt aufmerksam, was mein Tun bewirkte.

    Was ich aus diesem Humburg vom 4. bis 23. August 2016 gelernt habe? Die meisten Menschen sind durch meine Texte überfordert. Deshalb habe ich Artikel zu einem bekannten religiösen Reizthema offline gestellt.

    Nachdem ich immer noch juristischer Laie bin, macht mich das Treiben eines Einsatzleiters, einer Richterin und eines Staatsanwaltes betroffen. So viel xxx hatte ich dann doch nicht erwartet. Doch mein Argwohn wurde haushoch übertroffen.

    Ich verstehe weder die Beschlagnahmung noch die Freigabe. Es ist irrational.

    Das Reizwort "Holocaust"
    http://www.dzig.de/Das-Reizwort-Holocaust

    Es gibt bei der Europäischen Kommision eine Stoffsammlung für politisch korrekte Redenschreiber. Die Marionetten plappern es nur nach:
    ECRI-BERICHT ÜBER DEUTSCHLAND (fünfte Prüfungsrunde), Verabschiedet am 5. Dezember 2013, Veröffentlicht am 25. Februar 2014 | European Commission against Racism and Intolerance (ECRI)
    http://www.dzig.de/Rassismus

  • #9

    Jochen Arweiler (Sonntag, 16 Oktober 2016 18:52)

    Bestens, Herr Franz, bestens! Erquickend zu lesen. Stehe ganz hinter Ihnen.
    Das sagt ein früherer Management-Trainer.

  • #10

    W. Churchill (Sonntag, 16 Oktober 2016 22:26)

    Inwiefern ist " Management-Trainer" ( wow, sehr präziser Begriff!?!) ein Garant für die Aussage? Argumente wären lesenswert.

  • #11

    Mentor (Samstag, 05 November 2016)

    ManagementTrainer?
    Erinnert mich an die Aussagekraft einer persönlichen Vorstellung eines deutschen JogaTrainers.
    "Ich komme aus der Wirtschaft."