Die Ärzte, die Kirche und das Soziale

Von der Ärzteschaft und der Kirche sowie deren Hilfsorganisationen erwartet man grundsätzlich eine besondere Hilfsbereitschaft. Dieser Wille zur Hilfe ist gerade jetzt in der Migrationskrise immer wieder ein großes Thema und bedingungslose Hilfe wird von vielen Seiten vorausgesetzt. Andererseits gibt es auch berechtigte Kritik an bestimmten Verhaltensweisen, die unter "Hilfe" firmieren. Das Thema muss jedenfalls differenziert betrachtet und soll hier genauer untersucht werden.

 

Jeder Arzt hat aus seinem Beruf heraus die Pflicht, sozial zu denken und zu handeln. Vernünftige und sinnvolle soziale Gedanken schließen immer die Zukunftsperspektiven mit ein und dürfen daher nie in einem Hier und Jetzt verharren, das einen oft zu irgendeiner spontanen Hilfs-Handlung zu zwingen scheint. Man wird als Arzt jedem Menschen in akuter Not helfen, egal woher er kommt. Nach der Nothilfe und sogar schon während derselben muss sich der verantwortliche Arzt aber überlegen, was mit dem Patienten weiter geschehen soll. Genau dafür gibt die professionelle Medizin ihre Handlungsanweisungen vor.

 

Im Regelfall wird die ärztliche Hilfe Einzelpersonen betreffen und sie wird der Reihe nach erfolgen. Sind mehrere akute und/oder schwer erkrankte Patienten gleichzeitig zu versorgen, tritt die sogenannte "Triage" in Kraft: Ärzte müssen und werden in solchen prekären Situationen je nach Dringlichkeit und vitaler Gefährdung entscheiden. Im Extremfall (wie etwa nach Großanschlägen oder bei unbeherrschbaren Epidemien) kann es sogar dazu kommen, dass man sich zuerst nur um jene kümmert, die eine Überlebenschance haben und - so brutal das auch klingt - die Chancenlosen sterben lässt. In den Situationen der größten Bedrängnis unter den Bedingungen der immer begrenzten Ressourcen gibt es nämlich keine andere Möglichkeit als die der Selektion, denn sonst sterben alle. 

 

Jeder Arzt, der in der Politik tätig ist, muss letztlich genauso denken und handeln. Die langfristige soziale Verantwortung zwingt ihn geradezu, diese seine Grundpflichten nicht nur für den Einzelnen umzusetzen, sondern im Sinne des Staatsvolkes für das große Ganze, ja letztlich sogar für die Nation zu denken. Wenn er das nicht tut, vernachlässigt er seine Pflichten. Die Weltanschauung spielt freilich eine Rolle im politischen Handeln, aber für Ärzte ist das nur eine zweitrangige. Ärzte müssen immer langfristig denken und die Folgen ihres Tuns genauer abschätzen als andere. Das bringt der ärztliche Ethos mit sich. Handlungen, die ohne Zukunftsperspektive nur auf das Hier und Jetzt bezogen sind, gehören nicht zum professionellen medizinischen Repertoire und könne sogar negative, durchaus auch gefährliche Folgen haben.

 

Jeder ernsthafte politisch aktive Arzt wird daher die gegenwärtige Migrationspolitik aus dem Blickwinkel der Zukunftsorientierung betrachten müssen und danach zur eindeutigen Diagnose kommen, dass diese Politik grundfalsch ist - weil sie eben die Zukunft des Staates gefährdet. Es fruchten auch die ständigen Hinweise, dass gerade die Ärzte helfen müssten und viel Empathie zu zeigen hätten, überhaupt nichts, denn sie tun das ja ohnehin von Berufs wegen.

 

Politisch agierende Ärzte müssen aber vor allem auch aufzeigen, wohin die desaströse Politik der Massenmigration führt und sie müssen die entstehenden negativen Szenarien immer wieder beleuchten, auch wenn sie von den medial überrepräsentierten und linksideologisch verwirrten Schönrednern dafür als inhuman und menschenverachtend bezeichnet werden. Klar ist ja, dass genau jene, die mit diesen hässlichen Zuschreibungen um sich werfen und den Ärzten damit am Zeug flicken wollen, mit ihrer Attitüde etwas befördern, was jeder seriöse politisch tätige Arzt zu bekämpfen hat: Nämlich die Zerstörung der Nation voranzutreiben. Manche von diesen ihren Altruismus im Bauchladen vor sich her tragenden Leuten tun das aus ideologischen Gründen, andere wieder sind einfach naiv und der Sozialromatnik verfallen. 

 

Bei der Kirche und ihren Organisationen gibt es ähnliche Grundvoraussetzungen wie bei den Ärzten. Jeder Priester, jeder Bischof und jeder Angehörige der kircheneigenen und ihr nahestehenden Organisationen muss so handeln, dass sein Tun seiner persönlichen Schöpfungsverantwortung gerecht wird. Hilfe ist aus der Nächstenliebe heraus etwas zutiefst Christliches und sie gehört zu den höchsten Werten im Christentum: "Deus est Caritas" - Gott ist die Liebe, so heißt es.

 

Aber auch und gerade in der christlichen Unterstützung für andere muss der ernsthafte und sozial verantwortlich tätige Christ an die Zukunft und an das große Ganze denken. Es nützt zwar dem Bedürftigen in der Kälte, wenn man seinen Mantel mit ihm teilt so wie das der Heilige Martin tat und man soll dessen Beispiel folgen, aber man muss auch an die vielen anderen Bedürftigen denken und natürlich auch an solche, die nur so tun, als ob sie einen Mantel bräuchten.

 

Und man muss sich auch als Kirche gerade in der Migrationsfrage mit der Begrenztheit der Ressourcen auseinander setzen. "Es ist genug für alle da" ist zwar ein wohlklingender Satz - nur ist er halt leider nicht wahr. Die Neigung, sich auf alle Zeiten offene Grenzen zu wünschen, ist gerade in den christlichen NGOs trotzdem weit verbreitet. Wenn man diese Forderung aber zu Ende denkt, kommt ihr zerstörerischer Kern zum Vorschein: Kritiklose Öffnung und eine nur vermeintliche, weil faktisch unmögliche allumfassende Hilfsbereitschaft ist letztlich das Ende aller Hilfe. 

 

Christliche Hilfsbereitschaft kann nicht in blinder Nächstenliebe verharren und ständig um die Legende des Hl. Martin kreisen. Vernunftgesteuertes Christentum wird immer die Zukunftsperspektive im Auge haben und die Folgen jedes Handelns bedenken müssen. Wenn die Verantwortlichen in der Caritas und in der Kirche diese Verpflichtung ausblenden (und viele von ihnen tun das), dann erweisen sie der Christlichkeit einen Bärendienst. Sie müssen sich die Frage gefallen lassen, ob ihr Verhalten in der Migrationskrise wirklich bis auf seinen Urgrund argumentierbar ist oder ob da vielleicht auch andere, nicht wirklich christliche Motive hinzukommen.

 

Auch in der aktuell diskutierten Frage der Mindestsicherung ist die Begrenztheit der Mittel der bestimmende Faktor. Es ist nicht fair, dass Fremde, die nie ins System einbezahlt haben, vom Staat genauso alimentiert werden sollen wie die Menschen, die hier leben und etwas für den Staat geleistet haben und dann aus welchem Grund auch immer in Bedürftigkeit geraten sind. Und was nicht fair ist, kann auch nicht christlich sein. Am Ende gilt jedenfalls regelhaft: Wer immer alle und immer alle gleich behandeln will, der wird letztlich alle schlecht behandeln. Egal, ob als Arzt, als Politiker oder als Angehöriger der Kirche.

 

 

 

 

 

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Kommentare: 12
  • #1

    Josef Hueber (Mittwoch, 16 November 2016 09:05)

    Volle Zustimmung. Aber es wäre schon angebracht, Beispiele von falschem St.Martinsdenken, gerade auch von Papst Franziskus, zu zitieren und - auf seine Person Bezug nehmend- zu kritisieren. Ihr Bekenntnis zum Christentum sollte Sie, Herr Dr. Franz, nicht davon abhalten, seine irrigen Ansichten zum Thema Zuwanderung bloßzustellen. Denn diese Irrtümer , so meinen Christen gemeinhin, müssten qua Autorität des Amtes, demütig als Wahrheit verinnerlicht und umgesetzt werden.

  • #2

    helmut-1 (Mittwoch, 16 November 2016 11:10)

    Alles schlüssige Erkenntnisse.
    Meine Bedenken: Das ganze Thema kann zum Dauerbrenner werden, sodass es gar nicht mehr richtig registriert wird. Man beginnt, sich zu langweilen und anschließend vieles zu überlesen. Die andere Seite der Medaille: redet man nicht darüber, kann man das als Akzeptanz auslegen.

    Der Beitrag vor kurzem: "Nächstenliebe muss selektiv sein" handelt ja vom selben Thema. Deshalb verweise ich auf meinen Kommentar darunter.

    Weil es aber der Vorkommentator angesprochen hat, wiederhole ich den maßgeblichen Absatz:

    "Wenn man sich aber die finanziellen und räumlichen Möglichkeiten des Vatikans vor Augen hält, dann könnte da schon einiges an sozialer Eigeninitiative laufen. Beim ganzen Herumgoogeln habe ich da leider nichts gefunden, außer diesen Beispielen, die natürlich pressemäßig voll ausgeschlachtet werden, - ohne auf die Verhöhnung angesichts der Proportionalität einzugehen.

    Beispiel: (2 Familien)
    http://katholischpur.xobor.de/t1702f89-Papst-Franziskus-Vatikan-nimmt-Fluechtlinge-auf.html

    oder: (12 Personen)
    http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2016/04/525181/papst-holt-fluechtlinge-von-lesbos-in-den-vatikan/ "

    Was nichts anderes heißt, als "Wasser predigen und Wein saufen". Daher kommt das aus der (oftmals verlogenen) Orthodoxie stammende Sprichwort: "Du sollst das tun, was der Pfarrer sagt, nicht das, was der Pfarrer tut".

    Seltsam genug, wenn mir diese Redewendungen in den Sinn kommen, wenn vom Papst die Rede ist. Das liquide und auch das festgelegte Vermögen des Vatikanstaates (z.B. Immobilien) übersteigt jedes Vorstellungsvermögen von Otto Normalo. 12 Personen und 2 Familien (sollen diese 2 Familien nochmal 12 sein), dann kommen wir über die Zahl 25 gar nicht hinaus. Das noch als caritative Geste journalistisch herauszuheben, grenzt nicht nur, sondern übersteigt bereits jede Form der Frechheit.

    Registriert denn das niemand bei den Kirchenorganisationen? Oder funktioniert der Maulkorb so perfekt?

  • #3

    asisi1 (Mittwoch, 16 November 2016 15:25)

    was sie hier von, in der Ärzteschaft, sein muss und sein ist, schreiben ist ein himmelweiter unterschied.
    in der Ärzteschaft ist das soziale handeln in den letzten 30 jahren abhanden gekommen. es geht nur um den mamon und nichts anderes.

  • #4

    helmut-1 (Mittwoch, 16 November 2016 17:35)

    asisi1:

    Das stimmt und stimmt auch nicht. Man kann nicht alle in einen Topf werfen. Ich kenne Ärzte, die von früh bis abends malochen und aufgrund der spezifischen Situation (Abrechnungsystem der KK, Investitionen in der Praxis, etc.) auf keinen grünen Zweig kommen, - klar gibts auch welche, die sich einen Namen gemacht haben und nur mehr Privatpatienten behandeln.

    Einen hab ich mal in Deutschland erlebt, - einen Internisten. Da hab ich - weiß nicht mehr wo - einen Polen aufgelesen, der zusammengeklappt ist. Fühlte sich saumäßig schlecht. Der nächste Arzt war grad um die Ecke, dieser besagte Internist. Ich schnappte den Polen und brachte in in die Praxis. Sagte, dass ich nichts Genaues weiß, was Ursache der Beschwerden oder überhaupt Näheres betreff dieses Mannes ist.

    Die Sprechstundenhilfe frage mich nach meinem Namen und meiner Adresse. Dachte mir nichts dabei, - ich hab ja nichts zu verheimlichen.

    Nach ein paar Wochen bekam ich eine Rechnung von dem Internisten über die Behandlung an dem Polen, - ich hätte diese Dienstleistung ja gewünscht. Das ging dann sogar bis zu Gericht. Der Internist bediente sich einer bekannten Vorgehensweise, - er setzte eine Betrugsanzeige gegen mich voran, die es letztlich wesentlich leichter macht, bei positivem Ausgang für ihn die Zivilklage zu realisieren.

    Hatte aber die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Sogar der Staatsanwalt beantragte zum Leidwesen des anwesenden Anwalts des Internisten (er selbst hielt sich fern) den Freispruch, - die Kommentare des Staatsanwaltes und des Richters gaben ihr Übriges.

    Nur: Das kann ich nicht auf alle Weißkittel ummünzen. Sicher gibts auch welche von dieser Sorte, - aber das sind - so hoffe ich - die Ausnahmen.

    Im übrigen: Soll eine Warnung für jeden sein. In solchen Fällen muss man sich spezifisch verhalten, was die angaben bei der Übergabe eines unbekannten Patienten an den Arzt zwecks Hilfeleistung betrifft. Um ehrlich zu sein, ich weiß es nicht mehr genau, woraufs da ankommt.

    Das Sicherste ist: Den Patienten vor die Tür setzen, - oder ins Wartezimmer, und selbst schnell verschwinden.

    Gott ach Gott, wie weit haben wir es gebracht.....

  • #5

    asisi1 (Mittwoch, 16 November 2016 17:48)

    ich war 40 jahre selbstständiger masseur.ich kann dir versichern die Betrügereien und unsinnige Behandlungen haben überhand genommen.
    ein Beispiel aus der praxis sind bandscheiben-und rückenprobleme und Kopfschmerzen und Migräne.hier ist die ärztemeinung, dass 85% durch Verspannungen der Muskulatur hervorgerufen werden. aber massagen bekommt man nicht verordnet. dabei ist die massage die einzige behandlungsart die die verspannte Muskulatur lockern kann. alles andere ist scharlachtanerie.

  • #6

    helmut-1 (Donnerstag, 17 November 2016 06:42)

    Es beginnt ja schon vorher: Welcher Arzt nimmt sich die Zeit (kann sich überhaupt die Zeit nehmen), dem Patienten zu erklären, was er zu tun oder zu lassen hat, damit es erst gar nicht zu Verspannungen der Muskulatur kommen kann? Das beginnt ja bereits schon am Morgen.

    Jetzt kommen wir zur Behandlungs- und Verschreibungsmethode:

    Wenn der Arzt andauernd drauf schielt, was er noch hier und da verordnen oder verschreiben kann, welche Behandlungsmethode von zwei Möglichkeiten die einträglichere ist, usw. - wer ist daran schuld?

    Der Arzt, der in diesem System überleben will, oder das System (KV-Abrechnungsmodus), das ihm diese Gangart aufzwingt? Der Kassenarzt, der seinen Beruf noch so ernst nimmt, dass er alle Entscheidungen im Interesse des Patienten trifft, der steht doch andauernd im Clinch mit der KV-Abrechnungsstelle und riskiert seinen Ausschluß, wenn er die monatliche Kostendeckelung überzieht.

  • #7

    Dr. Michael Nebehay (Donnerstag, 17 November 2016 14:58)

    Lieber Herr Kollege!
    Ihre Aussagen des finde ich sehr stichhaltig und unterschreibe sie ganz.
    Die Frage für mich ist nur, wo man die Grenzen zieht. Ich bin sehr für Kontrollen, damit wirklich nur diejenigen Aufnahme finden, die echte Flüchtlinge sind. Aber wollen wir wirklich Zäune errichten, aus Angst vor einer angeblichen Islamisierung Europas? Wollen wir wirklich eine "Festung Europa"? Ist es christlich, Menschen, die sich hier schon bestens integriert haben, abzuschieben, nur weil es nach dem Dublin Abkommen möglich ist? Ist das nicht unmenschlich? Würden wir in so einer Lage nicht auch verzweifeln?
    Haben wir nicht noch sehr viele Möglichkeiten, Menschen, die aus Angst um ihr Leben fliehen, bei uns aufzunehmen und unseren Wohlstand mit ihnen zu teilen? Können wir es vor unserem Gewissen verantworten, Menschen nicht aufzunehmen, die in echte Not geraten sind? Warum so viel Angst? Warum nicht das Augenmerk eher auf die vielen positiven Aspekte, die das Teilen mit sich bringt, richten. Wenn ich das Evangelium ernst nehme, kann ich nicht, so wie im Gleichnis vom barmherzigen Samariter, den halbtoten Fremden im Graben liegen lassen und an seiner Not vorüber gehen.

  • #8

    helmut-1 (Freitag, 18 November 2016 00:00)

    Dr. Michael Nebehay :
    S.g. Herr Dr., denke, da Sie Herrn Dr. Franz als "Kollege" ansprechen, dass auch Sie aus der weißen Zunft kommen. Betrachten Sie es nicht als vermessen, wenn ich Ihnen auf Ihren Kommentar antworte, obwohl ich ein einfacher Mench vom Bau bin, - es hängt mit zweierlei zusammen:

    Zum einen antwortet Herr Dr. Franz hier auf keine Kommentare, was ich aus Zeitgründen auch nachvollziehen kann, zum anderen bin ich teilweise über Ihre Argumente erschrocken.

    Letzteres schon deshalb, weil ich bei einem Mediziner voraussetze, dass er in der Lage ist, die Zusammenhänge zu überblicken. Ist er im analytischen Sinn dazu nicht in der Lage, dann stelle ich mir die Frage nach seiner medizinischen Kompetenz (das meine ich allgemein, nicht auf Sie bezogen).

    Sie stellen viele Fragen, die sich teilweise widersprechen. Ich möchte gerne auf diese Fragen antworten, wenn Sie erlauben:

    "Aber wollen wir wirklich Zäune errichten, aus Angst vor einer angeblichen Islamisierung Europas?"
    Erlauben Sie mir die Bemerkung: Das ist schlichtweg Unsinn. Mit einem Zaun kann man nicht gegen die Islamisierung vorgehen, das ist eine Methode, die von innen heraus operiert. Das Wort "angeblich" ist schon irreführend. Ich kenne die genauen Zahlen in Österreich nicht. Aber ich weiß, dass ich 1971 in Deutschland mit meinem Studium begann, als man dort genau 8 (?!!) Moscheen verzeichnete. Als ich vor vielen Jahren Deutschland verließ, so um die Jahrtausendwende, waren es mehr als 200.

    Tatsache ist, dass die Salafisten und andere Kräfte, die für die Koranverteilung zuständig sind, die Jugendliche (noch unmündige) für den Krieg in Syrien mit Erfolg anwerben, nicht als Asylanten in Europa einflitrieren, sondern ganz legal kommen oder schon lange gekommen sind.

    " Wollen wir wirklich eine "Festung Europa"?"
    Ich denke, dass uns nichts anderes in der heutigen Zeit übrigbleibt, wollen wir die sozialen Errungenschaften, die unsere Väter und Großväter erarbeitet, für die sie gekämpft und manche auch ihr Leben verloren haben (wie z.B. mein Großvater im Widerstand) , noch für unserer Kinder und Enkel erhalten.

    Es geht überhaupt nicht darum, Hilfesuchende an den Grenzen abzuweisen, sondern dafür zu sorgen, dass diejenigen, denen man in Europa Hilfe und Asylrecht anbietet, auch nur aus diesem Klientel bestehen, die darauf einen Anspruch haben. Ich kann keinen Grund erkennen, warum man nicht die Methode der Kanadier übernimmt, wonach die Asylsuchenden vor Ort in den Lagern oder auch als Antraggsteller bei der jeweiligen Botschaft erst überprüft, und dann per Flugzeug in den entsprechenden Staat gebracht werden. Der Vorteil: Die Schlepper kassieren nicht mehr und die wahren Flüchtlinge riskieren nicht mehr ihr Leben.
    Sollten Sie sich damit ernsthaft auseinandersetzen und Ihre persönliche Meinung überprüfen wollen, dann hier einige links:
    http://www.fr-online.de/flucht-und-zuwanderung/fluechtlinge-umdenken-in-kanada,24931854,32637406.html
    Die Begründung für diese Methode:
    https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/01/12/us-forscherin-kanada-nimmt-keine-unbegleiteten-maenner-als-asylanten-auf/


    "Können wir es vor unserem Gewissen verantworten, Menschen nicht aufzunehmen, die in echte Not geraten sind?"

    Stellt sich die Frage, in welche Not. Ich kenne hier Roma, die generell nichts arbeiten und ihre Kinder zum Betteln schicken. Kommen die Kinder nicht mit der erwarteten Summe nach Hause, bekommen sie statt etwas zu essen nur Schläge. Wir aus dem dekadenten Westen bezeichnen diese Familien als "in Not geraten". Ich habe da eine andere Bezeichnung.

    (Fortsetzung)

  • #9

    helmut-1 (Freitag, 18 November 2016 00:01)

    (Fortsetzung):

    "Ist es christlich, Menschen, die sich hier schon bestens integriert haben, abzuschieben, nur weil es nach dem Dublin Abkommen möglich ist? Ist das nicht unmenschlich? Würden wir in so einer Lage nicht auch verzweifeln?"

    Menschen, die sich hier schon bestens integriert haben (nicht durch Schwarzarbeit oder Eigentumsdelikte), sollen, auch wenn es sich anfänglich um Wirtschaftsflüchtlinge gehandelt hätte, hinsichtlich der Abschiebung genau - nach Einzelfallprüfung - durchleuchtet werden. Auch diejenigen, die Jugendliche für Syrien anwerben, haben sich bestens in Europa integriert....

    Allerdings würde ich auch hier gewisse Regeln aufstellen, z.B. bei der medizinischen Versorgung. Notfallversorgung, wie in verschiedenen östlichen EU-Ländern, ja, jederzeit, - aber keine teure Zahnersatzbehandlung auf Kosten der jahrzehntelangen Steuerzahler.

    "Haben wir nicht noch sehr viele Möglichkeiten, Menschen, die aus Angst um ihr Leben fliehen, bei uns aufzunehmen und unseren Wohlstand mit ihnen zu teilen?"

    Ja, haben wir, und es wäre nicht in christlichem Sinne, das nicht in die Tat umzusetzen. Genauso wäre es unchtistlich, durch falsch angesetzte Mildtätigkeit die Ressourcen leer zu plündern, damit letztlich für die wahren Bedürftigen nichts mehr da ist.
    Nach wie vor ist die Genfer Flüchtlingskonvention gültig und sollte eine Richtschnur sein, - obwohl sie verschiedene Politiker - auch mit Erfolg - ausgehebelt haben. Jede Abweichung davon ist m.E.n. unverantwortlich.

    "Warum so viel Angst? Warum nicht das Augenmerk eher auf die vielen positiven Aspekte, die das Teilen mit sich bringt, richten."

    So kann nur jemand sprechen, der - nicht wie ich - versucht hat, solche Leute im Arbeitsprozess unterzubringen. Würde mich interessieren, wo hier die positiven Aspekte zu finden sind. Ich konnte keine entdecken.

    "Wenn ich das Evangelium ernst nehme, kann ich nicht, so wie im Gleichnis vom barmherzigen Samariter, den halbtoten Fremden im Graben liegen lassen und an seiner Not vorüber gehen."

    Das sind Slogans, die aus dem Zusammenhang entnommen sind und die man wohl kaum mit der Situation der illegalen Immigranten vergleichen kann. Ich könnte hier eine ganze Reihe von Bibelstellen zitieren, wie man sich in solchen Fällen richtig verhält, - aber auch diese wären aus dem Zusammenhang entnommen. Es gibt aber genügend Beispiele dafür in den vorangegangenen Artikeln resp. deren Kommentare.

    Abschließend:
    Ich lebe hier in Siebenbürgen. Nach verbreiteter Meinung in den westlichen EU-Ländern werden die Roma hier ausgegrenzt und benachteiligt. Ich berechtige Hr. Dr. Franz ausdrücklich, Ihnen meine E-mail-Adresse weiterzugeben, mit dem Zweck, dass wir Kontakt aufnehmen. Ich übermittle Ihnen eine Roma-Familie mit so 4 - 6 Kindern, suche in Ihrer unmittelbaren Wohngegend eine Wohnmöglichkeit, evtl. auch in Zusammenarbeit mit dem Gemeindeamt /Stadtverwaltung. Diese Leute werden - schon aufgrund des Kindergeldes - mit öffentlichen Mitteln auskommen. Ihre Aufgabe wäre es lediglich, dieser Familie ein Jahr lang zur Seite zu stehen, was die Probleme des Alltags betrifft, Behördengänge, usw.

    Ich biete Ihnen also allen Ernstes die Möglichkeit, Ihre christliche Einstellung unter Beweis zu stellen. Ich habe die Möglichkeit, Ihnen eine solche Familie zu organisieren.

  • #10

    Wilhelm Scheidl (Freitag, 18 November 2016 18:28)

    Genauso ist es. Die Knappheit der Güter und Ressourcen ist vielen Menschen nicht bewusst. Die Frage ist also: Wie kann diese Ressourcen-Knappheit überwunden werden? Und bis zum heutigen Zeitpunkt besteht nachgewiesener Weise kein gerechteres Modell als die freie Marktwirtschaft. Sie wird jedoch mehrheitlich nicht verstanden. Nicht nur von staatlicher Seite sondern auch von allen NGOs besteht kein Interesse an Aufklärung. Nur einige wenige Mutige, wie auch Dr. Franz, fühlen sich der Wahrheit verpflichtet. Herzliche Gratulation!

    Wilhelm Scheidl

  • #11

    Lutz Plessner (Freitag, 18 November 2016 22:51)

    .....man darf seine Meinung sagen.....
    hier fehlt allerdings "sofern sie politisch korrekt ist"

  • #12

    helmut-1 (Dienstag, 29 November 2016 19:39)

    War ja nicht anders zu erwarten, als dass ich auf mein Angebot an den Kommentator weiter oben, Dr. Michael Nebehay, das aus meinem darunterstehenden Kommentar resultiert, keine Antwort bekomme.

    Es wundert mich auch nicht mehr, - denn ich habe dieses - von meiner Seite aus völlig ernst gemeinte - Angebot im Laufe der Zeit an mehrere Leute gemacht, die sich in die Gruppe der Gutmenschen einreihen. Sozialkundler, Politiker, vor allem Grüne, auch andere hochgestellte Persönlichkeiten, - es kommt immer aufs selbe heraus, was man aus der Orthodoxie kennt:
    "Du sollst das tun, was der Pfarrer sagt, nicht das, was der Pfarrer tut..."
    Mein Kommentar: Irgendwie schäbig, dieses Spiel....