Auf der Suche nach der verlorenen Identität

"Moderne liberale Gesellschaften in Europa und Nordamerika haben eine eher schwach ausgeprägte Identität; viele sind stolz auf ihren eigenen Pluralismus und ihren Multikulturalismus, was aber nichts anderes heißt, als dass ihre Identität darin besteht, keine Identität zu haben. Freilich lassen sich nationale Identitäten auch in den liberalen Demokratien von heute nicht einfach wegdiskutieren. Sie existieren nach wie vor, wenn auch in Nordamerika und Europa in unterschiedlicher Ausprägung. Das erklärt aber auch, warum die Integration von Muslimen in Ländern wie den Niederlanden, Frankreich und Deutschland so schwierig ist."

 

Diese klugen Sätze schrieb Francis Fukuyma, berühmter amerikanischer Politikwissenschaftler und Autor bereits im Jahre 2007. Er fügte noch hinzu:

 

"Postmoderne Eliten, besonders in Europa, glauben heute, dass ihre Identitäten nicht mehr länger von Religion und Nation bestimmt werden. Aber wenn unsere Gesellschaften nicht offensiv liberale Werte vertreten, können sie von Migranten in Frage gestellt werden, die genauer wissen, wer sie sind."

 

Fukuyama beschrieb damit das Grundproblem der Identitätssuche, das vom Einzelnen ausgeht und über seine Familie, seinen Freundeskreis, den Arbeitsplatz bis in den Begriff der Nation hinein ragt und heute so viele Menschen irritiert. Modernistische Vertreter eines einheitlichen Euopas im Sinne der offenen Grenzen, der Gleichheit und der Gleichberechtigung aller forcieren diese gegen die Identität laufenden Strömungen und profitieren von der Verunsicherung der Einzelnen angesichts des Migrationsdrucks jener, die genau wissen, wer sie sind und was sie wollen.

 

Der Trick des selbstsicheren Auftretens der Postmodernisten besteht darin, dass sie selber ja sehr wohl ihre identitätsstiftenden Blasen und Echokammern in den institutionalisierten Medien haben und vom politischen Mainstream dort unterstützt werden. Da können sie sich gegenseitig affirmieren und Stärke für sich gewinnen. Ihre Begriffe, an die sie sich klammern, heissen Toleranz und Weltoffenheit. Dass diese in der Realität nicht funktionieren, weil man der herbeiströmenden und in vieler Hinsicht hostilen Kulturen gegenüber nicht tolerant sein kann, merken sie in ihren Blasen gar nicht, predigen aber ihre Überzeugungen fleißig in den immer stärker werdenden Gegenwind.

 

Die anderen bleiben außen vor und haben diese Begriffe nicht institutionalisiert und können das auch gar nicht. Ja, sie wollen das auch überhaupt nicht. Sie spüren die Realität und den "Wind of change", gegen den sie sich wappnen. Trotz der Heilsbotschaften aus den Mainstream-Blasen gewinnen sie nun ständig an Land und haben speziell auf den Social Media schon die Überhand - derzeit noch in Form von Protest und Angriff gegen das sogenannte Establishment. Und den alten Leitmedien glauben sie sowieso nichts mehr.

 

Das merken natürlich wiederum die Blasenbewohner. Die Außenstehenden werden daher pejorisiert und als Globalisierungsverlierer oder intellektuell mangelbegabte Wesen bezeichnet. Sie werden als Reaktionäre und Nationalisten abgewertet und belächelt - und ganz sicher und überall als "rechts" angesehen. Wobei dieses "rechts", das nichts anderes als patriotisch und besorgt um die Heimat ist, nach wie vor falsch etikettiert wird und möglichst irgendwie einen braunen Touch haben soll. Damit gibt man den abseits des Mainstream stehenden eine Art Paria-Status, der aber ebenfalls Kraft verleiht und auch das Recht, gegen das sie förmlich verhöhnende Establishment zu mobilisieren. Trumps Kampagne war das beste Beispiel dafür. Er wurde daher auch von der Polit-Schickeria zum Dämon schlechthin hochstilisiert.

 

Donald Trump tat nichts anderes als den Zweiflern, den Frustrierten und Schlechtweggekommenen zu sagen: Ich mache euch wieder groß. "Making America great again" war seine Losung - und sie hat gewirkt.  Im österreichischen Wahlkampf werden ähnliche Begriffe bemüht, es zählen wieder die Heimat, die Leitkultur und ihr Werte. Multikulti ist noch nicht tot, aber schon in der Agonie. Glaubwürdig vertreten diese neuen alten Werte aber nur Norbert Hofer und die FPÖ, während der andere Kandidat trotz schnell umgeworfener Loden-Janker und Plakaten mit Hund im Gebirge verzweifelt versucht, seine Heimatbezogenheit darzustellen, obwohl er ein erklärter Anhänger des EU-Superstaates ist und sich immer als fremdenfreundlicher Internationalist gab. Man lese nur das von ihm entworfene grüne Grundsatzprogramm - dann ist alles klar, wofür er wirklich steht. (Für einen schnelle Orientierung kann man auch in einem meiner letzen Posts die Eckdaten ansehen.)

 

Der über Jahre nur mehr flau wahrnehmbare Heimatbegriff war immer der Quell der Identität, auch wenn Österreich im Grunde seit 1918 damit seine Probleme hatte. Moderne und postmoderne Werte wie unkritischer Liberalismus (der eigentlich nur Beliebigkeit ist) und eine kulturmarxistische Toleranz, die traditionell in Europa nur von einer schmalen, aber recht lauten und medial gut vernetzten Schicht propagiert wurden, haben ihre überwertete Position verloren. Die Mehrheit will zurück zur Heimat und ihren sinn- und identitätsstiftenden Begriffen: Familie, Kultur, Brauchtum, Sprache, aber auch Religiosität und die christlich-aufgeklärte Grundhaltung sind die Entitäten, an denen man sich anhalten kann und in denen man sich wieder spürt.

 

Natürlich kam dieser Backlash nicht schon vor der Migrationswelle, die Reanimation der konservativen Werte und das Re-Birthing der alten Identitäten wurden durch die wirksame Vakzine der exzessiven Zuwanderung erst ermöglicht. Die Impfung mit dem Fremden aktivierte die immer schon vorhandenen Abwehrkräfte. Österreich und eigentlich alle anderen EU-Länder wollen die Wertelosigkeit der Postmoderne aufgeben zugunsten einer Rückkehr zur nationalen Identität und zur eigenen Leitkultur. Kein Land will im geplanten EU-Einheitsbrei verschwinden, jeder Staat will seine klar erkennbaren Eigenschaften und Rechte.

 

Erst daraus, aus dieser Rückkehr zu den nationalen Identitäten kann das wirklich starke Europa der Vaterländer entstehen, das gemeinsam wie eine große Familie den Anforderungen der Zukunft gerecht wird. Und nur diese EU der Nationen kann der Migrationskrise Herr werden. Da brauchen wir keine Quoten und scheunentorweit offene Grenzen, sondern da brauchen wir ein klares Bekenntnis zur Remigration und zum Ende dieser Masseneinwanderung unter dem fadenscheinigen Deckmantel des Asyls. Und zwar mit allen Mitteln.

 

Zuletzt ist es um die Einführung australischer Methoden des Migrations-Managements wieder still geworden, aber die erdrückende Mehrheit der Österreicher wird sofort jedem australischen Modell zustimmen. Das Establishment, das noch immer an postmoderne und hehre, aber leere Begriffe wie erfolgreiche Integration u.ä. glaubt, braucht wohl eine Abreibung wie jene in den USA durch Trump, um endgültig zu kapieren, dass der eingeschlagene Weg falsch war.  Am 4.12. 2016, wenn Norbert Hofer Präsident wird, könnte der erste Teil dieser Kopfwäsche erfolgen.

 

 

 

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Kommentare: 7
  • #1

    Heim Wolfgang (Donnerstag, 24 November 2016 11:26)

    Respekt - so muß man es sehen. Abwehrkräfte entstehen erst durch vorherige Infektion. Danke für den Artikel.
    Viele Grüße, Wolfgang Heim

  • #2

    S. B. (Donnerstag, 24 November 2016 11:59)

    Sehr geehrter Herr Franz, ein sehr schöner Artikel, der sehr schön den Gegensatz zwischen den "Intellektuellen-Idioten" (wie Thaleb das Establishment in der NZZ nennt) mit ihrer gescheiterten Beliebigkeits-Weltanschauung und den wirklichen Ankern einer Gesellschaft herausstellt. Danke (auch für die vielen anderen Artikel mit interessanten Denkanstößen)!

  • #3

    Bernd1964 (Donnerstag, 24 November 2016 15:41)

    Der obige Artikel ist wunderbar und trifft genau den Zeitgeist. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass wir es mit einem sehr hinterhältigen uralten Imperium zu tun haben, welches die Völker unter seiner Kontrolle u.a. mithilfe von wissenschaftlicher Tyrannei seit Jahrhunderten unterjocht und schließlich programmiert zerstört.

    Es ist z.B. kein reiner Zufall, dass das globalistische Konzernimperium über seine Konsumprodukte des täglichen Gebrauchs, seit Jahrzehnten Hunderttausende von langlebigen Hormon-Disruptoren wie z.B. das Bisphenol-A freisetzt, um das natürliche Verhältnis und sexuelle Empfinden von Mann und Frau zu zerstören. Die hierdurch induzierte Destruktion der Familie, der Geburtenzahlen und der sozialen Bindungsfähigkeit von unzähligen Menschen, wird nur von sehr wenigen unter uns überhaupt als die perfide elitäre chemische Kriegsführung erkannt, die es ist.

    Hinzu kommt die zunehmende Vermüllung und Verstrahlung unserer Lebenswelt mit digitalisierten Mikrowellen und sonstigen Elektrosmog, die kontrollierte Lügenpresse, die geschickt getarnte globalistische Indoktrination unserer Kinder und Jugendlichen in den Schulen und durch die Medien uvm. Um diesen widerwärtigen Augiasstall irgendwann einmal wirklich auszumisten, sind wahrhaft übermenschliche Kräfte notwendig; wir benötigen deshalb im Grunde eine göttliche Intervention, um das satanische westliche Imperium zu beenden.

  • #4

    Mag. Nikolaus Hofer (Donnerstag, 24 November 2016 21:18)

    Sehr geehrter Herr Dr. Franz,
    Ich kenne Sie nicht persönlich, bekomme aber recht regelmäßig Links zu Ihren Blog Einträgen, die Sie anscheinend mit großer Hingabe verfassen und die Ihnen, rhetorisch und zuweilen auch inhaltlich gut gelingen.
    Ich maße mir nicht an, Ihre Arbeiten zu qualifizieren. Ich bin praktizierender Christ, habe meine gesamte Schullaufbahn in Jesuitenschulen verbracht und habe jahrelang "brav" als Ministrant meinen Dienst verrichtet.

    Ich möchte Ihnen für Ihren Missionseifer unter der Flagge christlicher Werte 2 ganz wesentliche Sinnsprüche mit auf den Weg geben:

    Si tacuisses philosophus mansisses.
    Tempora mutantur, nos et mutamur in illis.

    Ich bin sicher, Sie können damit etwas anfangen. Auch sehr interessant in diesem Zusammenhang ist jener youtube Link:
    https://www.youtube.com/watch?v=DiYE1oXWCpI


    Sie haben Vieles geschrieben, was einer gewissen Grundlage nicht entbehren kann - Ihre Trump Referenz in Verbindung mit der Hofer-Prophezeiung lässt mich allerdings schwer daran zweifeln, dass hinter den vielen verschnörkelten Phrasen ein wirklich wacher Geist steckt. Lehnen Sie sich nicht so weit aus dem Fenster, seien Sie ein wenig bescheiden und nehmen Sie die Bibel zur Hand, die Ihnen offenbar noch viel zu lehren hat!

    Liebe Grüße, Nikolaus Hofer

  • #5

    Bernd1964 (Freitag, 25 November 2016 11:07)

    Ich möchte zu meinem obigen Kommentar noch hinzufügen, dass die heutige Westliche Zivilisation aufgrund einer langen komplizierten historischen Entwicklung, absolut zutreffend als ein satanischer Kult zu bezeichnen ist. Sie ist aus dem Imperium Babylon hervorgegangen, ihre geheimen Eliten bezeichnet man als Illuminaten.

    Babylon war ein frühes Imperium in der Geschichte der Menschheit, in welchem sich eine besondere Verbindung von Herrschergeschlechtern mit okkulten interdimensionalen Wesen vollzog, die bis zum heutigen Tag anhält. Diese Babylon-Verbindung brachte verschiedene Imperien mit Weltgeltung hervor, darunter das Römische Imperium, das Venezianische Geldschöpfer-Imperium, das Britische Empire und auch das aktuelle anglo-amerikanisch-zionistische Imperium.

    Das System Babylon beruht auf Schwarzer Magie, seine Eliten sind deshalb Super-User der Realität. Um die Macht und Agenda dieser satanischen Eliten für einen globalisierten satanischen Weltstaat zu beenden, sind deshalb okkulte Mittel notwendig, die nur das Hexentum zur Verfügung stellen kann. Um den Satanismus rudimentär zu bekämpfen, muss man eine besondere spirituelle Ebene erreichen, die okkultes Wissen notwendig zur Voraussetzung hat.

    Das Christentum reformierte das satanisch-böse Imperium Babylon nur formal, tatsächlich wurde es vom System Babylon aber inhaltlich und in seinen Aussagen entführt und wird bis zum heutigen Tage für seine kriminellen imperialen Zwecke missbraucht. Die römische Kirche ist die örtlich veränderte (relozierte) Babylonische Staatskirche, sie ist deshalb seit jeher ein satanisch-paganer Opferkult unter dem Deckmantel des Christentums. Im Zeichen des Kreuzes wurden und werden deshalb u.a. satanische Kriege geführt, in denen Menschenopfer gebracht werden, Ausbeutung betrieben und das Menschengeschlecht geistig-moralisch zersetzt wird. Das System Babylon konsolidiert seine Macht meist nach Hegelianischer Methodik (Problem-Reaktion-Lösung).

    Ich bin auch als Christ erzogen worden, merkte aber früh, dass etwas mit der Kultur in der ich lebe nicht stimmt. Mir wurde klar, dass die orientalischen Offenbarungsreligionen nur maximal ein Weltzeitalter (nämlich das Kali Yuga) beschreiben können und mächtige Instrumente sozialer elitärer Kontrolle darstellen. Satanische Logik und Mondzyklen bestimmen die westliche Wirtschaft, die westliche soziale Kultur und vieles mehr.

    Nachdem ich die hinduistische Kosmologie und die Vedischen Schriften für mich entdeckt und verstanden hatte, wurde mir klar, dass die Westliche Zivilisation praktisch schon immer ein satanischer Kult war, der von kriminellen satanischen Eliten (Illuminaten) geführt wird.

    Menschen verfügen nicht über die Kenntnisse und spirituellen Möglichkeiten, um das perfide System Babylon zu beenden. Das kann nur ein göttliches Wesen. Ich vertraue als hinduistischer Christ nach wie vor auf die Wahrheit, Macht und Kraft der Heiligen Schrift, die hervorragende Seher besitzt. Ich weiß, dass sich die Menschheit heute in ihrer letzten entscheidenden Phase historischer Entwicklung befindet und erwarte deshalb, dass die Prophezeiungen der Johannes-Offenbarung noch in meiner Lebenszeit sich bewahrheiten werden.

    Ich bin Amateur-Astronom seit 1976 und verfolge den Verlauf des gestirnen Himmels u.a. auch am Computer. Für das kommende Jahr sehe ich eine in der Johannes-Apokalypse beschriebene Sternkonstallation im Sternbild Jungfrau eintreten, nämlich die der apokalyptischen Frau aus Kapitel 12, Verse 1 und 2. Ich erwarte deshalb schon sehr bald, dass jenes Weltgericht über die Menschheit kommen wird, welches in der Bibel für das satanische System Babylon beschrieben wird. Und ich bin damit einverstanden, denn die Westliche Zivilisation und das System Babylon sind ein einziger böser fortgesetzter elitärer Betrug.

  • #6

    KR (Samstag, 26 November 2016 15:43)

    Trump und die Illusion des „Elitenschrecks“ :
    http://www.konterrevolution.at/trump-und-die-illusion-des-elitenschrecks/

    Ein moribundes Polit-System gibt den Geist auf…:
    http://www.konterrevolution.at/ein-moribundes-polit-system-gibt-den-geist-auf/

  • #7

    Thomas Zieringer (Sonntag, 27 November 2016 17:41)

    Was Sie im Artikel beschreiben wäre der gute Weg, der gut mit einer Rückbesinnung zu den Werten, die unsere Kultur entstehen ließen und mit Vernunft zu beschreiben ist. Es ist zu hoffen, dass dieser Weg beschritten wird. Seit dem 22. 3. 2013 gibt es das Jerusalem Friedensmal in Deutschland. Es dient der Heilung einer zerbrochenen deutschen Identität und eben genau auch jener Rückbesinnung zu den Werten, die unsere Kultur überhaupt entstehen ließen. Das ist genau worin die deutsche Vergangenheitsbewältigung münden würde, nähme man sie wirklich ernst und entkleidete man sie aller politischen Zwecke. - Zum schmerzhaften "Impfschock" mit seinen Verwerfungen hätte es also erst gar nicht kommen müssen. Ich habe die Informationen zum Projekt oben als "Homepage" angegeben. Es wird leider in der so verflachten Kultur in Deutschland nicht mehr genügend verstanden, dass es ohne an die Wurzel zu gehen und darüber ein Verständnis zu entwickeln, was eine geistige Arbeit ist, nicht geht. Eine Kulturnation sein zu wollen mit ihren Errungenschaften und Werten und im Grunde aber Kultur zu verachten, das geht nicht. Das ist nun auch und gerade an die Adresse Ihrer Leser gerichtet. Denn ich habe erlebt, in welchen Kreisen dieses Friedensmal so etwas zwischen Verachtung und einem Lächeln als Reaktion ausgelöst hatte. Im Jahr 2013 war es auf der Titelseite der Jerusalem Post und der ha'aretz in Israel. In Deutschland gab es keine Resonanz außer ein bisschen Spott. Natürlich schwiegen die Mainstreammedien bei so einer Sache, die mit der Rückbesinnung auf "alte Werte" zu tun hat. Hochmut kommt aber vor dem Fall und als solchen betrachte ich die derzeitigen Verwerfungen in Deutschland bereits.