Die Verfassung der Familie

In diesen Tagen wurde anlässlich der Budget-Sitzungen im österreichischen Nationalrat neben der gesamten Agenda des Staatshaushaltes natürlich auch das Budget und die Ziele des von der ÖVP geführten Familienministeriums verhandelt und in umfangreichen Texten niedergeschrieben.

 

Auf Seite 300 des Bundesfinanzgesetzes findet man Interessantes - nämlich die österreichische Fertilitätsrate. Diese wurde mit 1,49 Geburten pro Frau als Ziel vom Ministerium festgesetzt und man freute sich im Plenum über einen leichten Anstieg der Geburtenrate (im Jahre 2015 wurden 4000 Kinder mehr als im Jahr davor geboren.) Es ist natürlich schön, wenn einmal mehr Babies geboren werden, die kurzfristige Freude verstellt aber den Blick auf das Wesentliche.

 

Eine Geburtenrate von 1,49/Frau ist nämlich definitiv eine Aussterbe-Rate. Wenn pro Frau nicht mindestens 2,1 Kinder geboren werden, ist keine Population der Welt auf Dauer aufrecht zu erhalten. Man braucht dazu gar kein Biomathematiker zu sein, das kann sich jeder selber ausrechnen. Wenn eine Bevölkerungsgruppe oder eine Nation mit einer zu niedrigen Geburtenrate überleben will, muss sie also von außen unterstützt werden - sprich, es braucht Migration.

 

Davon steht allerdings in den Zielen des Familienministeriums leider nichts Konkretes. Sicher ist: Der Migrationsanteil muss längst nicht so riesig sein wie er derzeit ist, das führt nämlich zu völlig anderen und hinreichend bekannten Problemen. Eine sinnvolle Familien- und Bevölkerungspolitik, die zum Teil von Migration abhängt, sollte sich klar an Alters-, Familien- und Geschlechtsstruktur der Zuwanderer und natürlich auch an den Kompetenzen derselben orientieren und keine unkritische Einwanderung von fast nur jungen Männern zulassen so wie das jetzt unter dem Titel "Flucht" der Fall ist (der Anteil an männlichen Migranten beträgt übrigens derzeit knapp 70%).

 

Die aktuellen Ankömmlinge kann und darf man auch nicht als Immigranten sehen, denn bis zu 50% der Menschenmassen, die zu uns dringen, sind illegale Zuwanderer. Der Rest sind Asylwerber, die vermutlich nur eine Zeitlang hierbleiben werden und die keine langfristigen Niederlassungsrechte bekommen (sollen).

 

Weil wir die zum Überleben notwendige Fertilitätsrate nicht politisch steigern können, muss die Migrationspolitik notgedrungen eine Querschnittsmaterie werden, der man sich noch viel intensiver in der gesamten politischen Landschaft widmen muss als dies jetzt rein juristisch aufgrund der ernsten Lage der Fall ist. Zunächst gilt es, die durch die illegale Migration entstandenen potenziellen Bedrohungen der Staatsstrukturen abzuwehren und dafür sind freilich jetzt Innen-, Außen- und Verteidigungsminister und kaum die Familienministerin zuständig.

 

Damit zurück zur österreichischen Familie. Wenn wir die Geburtenrate genauer anschauen, wird sie noch ernüchternder als sie rein als Ziffer ohnehin schon ist: Die geringste Zahl an eigenem Nachwuchs weisen die gebildeten Frauen auf: Die Akademikerinnen bekommen die wenigsten Kinder und bis zu 40% von ihnen bleiben überhaupt kinderlos. Wir haben hier also einen Braindrain durch Nachwuchsmangel im High-Potential-Bereich. Dass sich die Akademikerinnen zu wenig vermehren, mag vielerlei Gründe haben, lässt aber eben den von Thilo Sarrazin in seinem berühmten Buch "Deutschland schafft sich ab" schon vermuteten Schluss zu, dass es auf diese Weise in den nächsten Jahrzehnten zu einer natürlichen Ausdünnung der Intelligenz kommen könnte, weil bekannt ist, dass gebildete Frauen tendenziell auch klügere Kinder großziehen.

 

Auf der anderen Seite ist die Nachwuchszahl bei den legalen Migrantinnen und bei den bildungsfernen Schichten am höchsten: Bei den ansässigen Migrantinnen beträgt die Rate 1,9/Frau (was übrigens auch noch nicht der Überlebensrate einer Population entspricht). Bei den bildungsfernen Frauen ist sie ähnlich hoch.

 

Das Problem der niedrigen Geburtenrate ist also vielgestaltig und ein Familienministerium muss sich dieses Themas viel intensiver annehmen als das bisher geschah. Die lapidare Festschreibung eines nicht sinnvollen Ziels (nämlich die Geburtenrate von 1,49/Frau) kann entweder nicht ernst gemeint, aus Zynismus erfolgt oder einfach nur einer pessimistischen Grundhaltung entsprungen sein. Das gilt es zu ändern. Das einfachste wäre es zunächst, das Ziel mit den realen Bedürfnissen in Einklang zu bringen und es mit 2 Kindern pro Frau zu beziffern. Dass mehr Nachwuchs mit der Festsetzung von politischen Zielen aber nicht so einfach zu erreichen ist, wurde oben schon gesagt.

 

Doch es gibt einen Weg. Die klassische Vater-Mutter-Kind-Familie stellt nach allen vorliegenden, umfangreichen wissenschaftlichen Daten und nach all den historischen Erfahrungen noch immer das beste Umfeld für den Nachwuchs dar und sie muss daher gefördert werden, auch und gerade weil das traditionelle Familienbild heute nicht mehr den zentralen und vorherrschenden Stellenwert hat wie in den früheren Zeiten.

 

Darüber findet sich in den Zielen des von der (ehemaligen) Familienpartei ÖVP geführten Familienministeriums ebenfalls kaum etwas und das ist höchst irritierend. Da wird etwa an alternative Familienformen gedacht und der Väterkarenz breiter Raum gewidmet, die Familienbildung und die rasche Rückkehr der jungen Mütter an den Arbeitsplatz wird thematisiert, aber die traditionelle Familie wird nur am Rande gestreift.

 

Alternative Familienformen mit Kindern (Patchwork, Alleinerzieher) haben natürlich ihren fixen Stellenwert und brauchen politische Unterstützung, die klassische Familie gilt aber immer noch als die "Keimzelle des Staates".  Sie wird auch nach den Ergebnissen von diversen soziologischen Studien von einem Großteil der Bevölkerung als erstrebenswert betrachtet. Man darf und muss also der Vater-Mutter-Kind(er)-Familie wieder breiteren Raum geben.

 

Es gibt viele Staaten auf dieser Welt, in deren Verfassung die Familie einen besonderen Schutz und Stellenwert genießt. Dazu gehört z.B. Deutschland, wo dieser Schutz der Familie im Grundgesetz festgehalten ist. Der österreichischen Bundesverfassung ist der Schutz der Familie fremd, es gibt nur in einzelnen Bundesländerverfassungen einen entsprechenden Passus dazu. In der Europäischen Menschenrechtskonvention hingegen ist ein recht allgemein formulierter Absatz über den besonderen Stellenwert der Familie zu finden.

 

Weil es der österreichischen Bundesverfassung an einem explizit festgeschriebenen Artikel zum Schutz der klassischen Familie mit Vater, Mutter und Kinde(ern) mangelt, hat der Autor dieser Zeilen in seiner Eigenschaft als Nationalratsabgeordneter gemeinsam mit der FPÖ am 24.11.2016 einen Entschliessungsantrag im Parlament eingebracht, in dem genau dieser Artikel als ein in der Verfassung formuliertes Staatsziel gefordert wird. Unterstützt wurde der Antrag ad hoc im Plenum auch von einzelnen VP-Kollegen und dem Neos-Abgeordneten Christoph Vavrik.

 

Wir dürfen nun gespannt sein, wie die gesamte ÖVP als Familienpartei und die Sozialdemokraten mit dieser Forderung, die ein längst überfälliges Manko ausgleichen soll, im Verfassungsausschuss und im Nationalrat umgehen werden.

 

 

Der Link zum Antrag:

https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXV/A/A_01935/imfname_574489.pdf

 

 

 

 

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Kommentare: 7
  • #1

    Martin H. (Freitag, 25 November 2016 08:49)

    Grundsätzlich stellt eine sinkende Bevölkerungszahl noch keine Gefahr dar, Österreich ist dicht besiedelt. Zuwanderung ist überhaupt nicht notwendig. Und schon gar nicht eine die Identität bedrohende Zuwanderung.
    Da die klassische Familie die Keinzelle des Staates darstellt, muß sie aus Sicht der Linken unbedingt weg. In diesem Zusammenhang kann man die derzeitige Politik auch sehen.
    Um die Nachwuchszahlen der bildungsfernen Schichten in den Griff zu bekommen, wäre es günstig, wenn jede Familienförderung als Senkung der Einkommenssteuer ausgelegt wird. Dann fällt auch der Anreiz des leistungslosen Einkommens durch Familienbeihilfe für die bildungsfernen Schichten weg.
    Einen weiteren Sargnagel einer bestandserhaltenden Geburtenrate stellt das derzeitige Familienrecht dar. Es degradiert den Mann und Vater zum Zahlesel ohne Rechte. Die gemeinsame Obsorge würde auch die Scheidungsrate senken.

  • #2

    S.B. (Freitag, 25 November 2016 09:35)

    "Es gibt viele Staaten auf dieser Welt, in deren Verfassung die Familie einen besonderen Schutz und Stellenwert genießt. Dazu gehört z.B. Deutschland, wo dieser Schutz der Familie im Grundgesetz festgehalten ist."

    Das Festschreiben des besonderen Schutzes der Familie im Grundgesetz nützt auch nichts, wenn die Politik diesem Grundsatz entgegenhandelt. Dies ist in D genauso der Fall, wie in AT.

    Der in der Gesellschaft inzwischen breit verankerte Grundsatz von der Selbstverwirklichung, der von der Politik insbesondere mit Blick auf die Frauen aktiv unterstützt wird, bezieht sich gerade nicht auf die Familie, sondern auf die berufliche Karriere. Beruf und Familie sind nun einmal schlecht miteinander vereinbar. Dies gilt jedenfalls, wenn man keine (sinnlose) Beschäftigung im Öffentlichen Dienst hat, wo auch längere Fehlzeiten kein Problem sind.

    Derartige Selbstverwirklichungstendenzen gibt es bei den zum Großteil schlecht oder gar nicht ausgebildeten weiblichen Migranten nahezu nicht. Sie stammen aus einem kulturellen Milieu, in dem ein ganz anderes Gesellschafts- und damit auch Familienbild herrscht. Eben eins, wo die Frau Kinder bekommt und nicht arbeiten geht. An dieses Migranten-Milieu kommt die Politik mit der Vermittlung ihrer "modernen" Werte nahezu nicht heran, so dass sich dort auch in der Geburtenrate nicht viel ändert.

    Letztlich ist eben alles eine Frage der Werte, welche sich eine Gesellschaft gibt und die damit auch von der Politik vertreten und gesteuert werden.

    Der moderne Selbstverwirklichungs-Mechanismus aus Sicht der Frauen, ist schon wirklich erstaunlich:

    1. Da ich mich im Beruf selbstverwirklichen und natürlich insoweit "gleichberechtigt" sein will, gehe ich arbeiten.

    2. Deshalb habe ich entweder gar keine Kinder...

    3. ... Oder ich habe Kinder, aber habe keine Zeit für MEINE Kinder und gebe sie deshalb zur Betreuung in FREMDE Hände (Kita etc.).

    4. Für die Betreuung meiner Kinder gebe ich einen Großteil des von mir erarbeiteten Geldes aus (nicht jede Frau ist eine Quotenfrau im Aufsichtsrat von Siemens & Co. mit entsprechendem Gehalt).

    Eigentlich ein völlige Irrsinn. Das Ganze könnte man auch als extrem stressiges Hamsterrad beschreiben, nennt sich aber ganz modern "gleichberechtigte Selbstverwirklichung der Frau". Das vor diesem Hintergrund weder Zeit für Kinder vorhanden ist, noch große Lust darauf besteht, ist klar.

  • #3

    Bernd1964 (Freitag, 25 November 2016 18:19)

    Um eine Familie zu gründen benötigt man soziale, mentale und kulturelle Ruhe und Sicherheit, doch die auf exponentielles wirtschaftliches Wachstum, Globalisierung und dem elitären Fiatgeld-Schwindel beruhende moderne Industriegesellschaft kann diese Sicherheiten nicht gewähren. Wir wachsen in einer zerrüttenden Kultur der ständigen Informationsflut durch TV und andere Medien auf, die Konsum-Werbung versucht uns ständig unzufrieden zu halten, damit wir den für weiteres wirtschaftliches Wachstum notwendigen Fiatgeldschwindel durch neue Kredite aufrecht erhalten.

    Die europäischen Kulturen und Nationen waren über viele Jahrhunderte stabile soziale Gebilde, weil ihre inneren sozialen Bindungen stark waren und ein Sinn für den Generations-verbindenden Charakter von Kultur natürlich vorhanden war. Es gab damals keine mediale Reizüberflutung wie heute oder den Druck für Kredite für Konsumwaren im Hamsterrad des Geldes zu drehen. Es gab keine Rentenversicherung, Familien waren die einzig zuverlässige Form von sozialer Sicherung. Um 1914 wurden die europäischen Völker dann von Globalisten durch geschickt organisierte Kriege unterjocht, welche sie zu den Sklaven und Dienern finsterer elitärer Weltmachtpläne machten.

    Als Ergebnis haben wir heute korrupte Pseudo-Regierungen (NGOs), in denen Freimaurer und Logen-Brüder/Schwestern die wichtigsten Ämter besetzen und die Agenda vorgeben, wir haben ein privates Zentralbankensystem, welches 85 superreichen Familien gehört und ein Geldsystem, das die überwältigende Masse der Geldmarktteilnehmer wie programmiert ausbeutet. Darüber hinaus wurde die allgemeine Zeugungsfähigkeit und das Geschlechtsempfinden der allgemeinen Bevölkerung durch die Freisetzung von Hormondisruptoren und Elektrosmog-Bestrahlung im großen Stil von den Satanisten vorsätzlich geschädigt.

    Europa befindet sich daher heute in einer sehr umfangreichen und hochgefährlichen sozialen und mentalen Krise. Wir stehen buchstäblich am Abgrund, unsere Zukunft verheißt nichts Gutes. Doch anderseits kann die Zukunft der Menschheit nicht weiter den gewohnten linearen Wachstumsfunktionen der letzten 6 Jahrzehnte des vergangenen Jahrhunderts folgen, denn die meisten natürlichen Ressourcen für wirtschaftliches und Bevölkerungs-Wachstum sind bereits umfangreich geplündert worden und erlauben kein weiteres exponentielles Wachstum mehr. Wir verzeichnen zudem eine extreme Zunahme an starken Erdbeben und Vulkanismus weltweit seit vielen Jahrzehnten.

    Es zeichnet sich daher ab, dass bald schon eine immens große zivilisatorische Korrektur kommen wird, die große Teile der Menschheit wahrscheinlich innerhalb weniger Stunden, Wochen oder Monate vernichten wird. Dafür genügt die Erruption einer großen Caldera wie etwa Yellowstone, der Fall der Westflanke des Cumbre Vieja auf La Palma oder der Niedergang eines Asteroiden mittlerer Größe z.B. im Atlantischen Ozean.

    Bereits ein kleiner globaler vulkanischer Winter würde die zivilisatorische Entwicklung der letzten 100 Jahre innerhalb nur weniger Tage für immer beenden. Die elektrifizierte industrielle Zivilisation war niemals nachhaltig, ihre voraussichtliche Lebensspanne ist mathematisch begründbar absehbar kurz, wahrscheinlich liegt sie unter 100 Jahren. Was nach ihr folgen wird ist natürlich auch der Gegenstand freimaurerischer endzeitlicher Pläne, doch auch andere Organisationen und Privatpersonen planen schon lange für die Zukunft nach dem Fall der Zivilisation. Sie wird bald kommen, wahrscheinlich deutlich noch vor dem Jahr 2025.

  • #4

    helmut-1 (Sonntag, 27 November 2016 08:04)

    Nun ja, - sehr viel kann ich mit diesem Artikel nicht anfangen. Dafür geht er mir viel zu wenig in die Tiefe. Ich sehe auch keine verwertbaren Änderungsvorschläge.

    Fangen wir mal von hinten an:
    Den Schutz der Familie in die Verfassung aufzunehmen, das ist ein symbolischer Akt. Zwar notwendig, aber das hat hauptsächlich juristische Auswirkungen. Kein Mensch steigert seine „ehelichen Pflichten“, weil das in der Verfasssung drinsteht. Aber in unserer abnormen Zeit ist es schon gut, wenn mal in der Verfassung auch festgelegt ist, dass die Familie geschützt wird. Wobei dann zwangsläufig genau angegeben werden muss, was „Familie“ ist. Nämlich die Verbindung zwischen Mann und Frau. Ganz abgesehen von den gleichgeschlechtlichen Verbindungen, die - meines Wissens – ohnehin keine Kinder produzieren können, habe ich schon von einem Fall gehört (weiß nicht mehr, in welchem Land), wo einer seinen Hund heiraten wollte.

    Fest steht, man kann aus dem verfassungsmäßigem Schutz der Familie in verschiedenen Staaten keine Auswirkung zur Fertilitätsrate herstellen.

    „Das Problem der niedrigen Geburtenrate ist also vielgestaltig und ein Familienministerium muss sich dieses Themas viel intensiver annehmen als das bisher geschah.“

    Einverstanden. Und wie soll das gehen, wie soll das ausehen? Analysieren, Leute befragen, probieren, - bis man vielleicht wieder auf die „Bockprämie“ kommt, die wir in den 70er Jahren hatten (zur Erklärung, damals bekam man als staatl. Prämie für die Eheschließung ca. 7.000 öS, und pro Kind ca. 4.000 öS – wenn ich die Zahlen noch richtig in Erinnerung habe). Wird aber schwierig, - weil bekommen das dann auch gleichgeschlechtliche Paare, - die ja keinen Nachwuchs produzieren? Wenn nicht, dann ist der nächste Aufschrei für Diskriminierung vorprogrammiert.

    „Das einfachste wäre es zunächst, das Ziel mit den realen Bedürfnissen in Einklang zu bringen und es mit 2 Kindern pro Frau zu beziffern. Dass mehr Nachwuchs mit der Festsetzung von politischen Zielen aber nicht so einfach zu erreichen ist, wurde oben schon gesagt.“

    Das mit dem Beziffern hört sich gut an. Kann das aber was für Otto Normalo bringen? Soll er beim Standesamt eine Verpflichtungserklärung unterschreiben, die man genauso vorlegen muss, wie das Ehefähigkeitszeugnis, bei der Trauung? Braucht man in Zukunft ein zusätzliches Ehefähigkeitszeugnis biologischer Art?

    „Die klassische Vater-Mutter-Kind-Familie stellt nach allen vorliegenden, umfangreichen wissenschaftlichen Daten und nach all den historischen Erfahrungen noch immer das beste Umfeld für den Nachwuchs dar und sie muss daher gefördert werden, auch und gerade weil das traditionelle Familienbild heute nicht mehr den zentralen und vorherrschenden Stellenwert hat wie in den früheren Zeiten.“

    Im Prinzip ja, - zeigt aber nicht den Ausweg aus der aktuellen Problematik. Warum: Das traditionelle Familienbild gibt es auch in anderen Ländern. Nicht fortschrittlicher Art, sondern noch viel mehr nach rückwärts orientiert. Und interessanterweise ist dort das Kinderaufkommen 5 x höher als in Österreich.

    Um es mit dem davor zitierten Absatz in Verbindung zu bringen:

    Geht es den Familien dort besser, - hat sich der Staat an den realen Bedürfnissen der Bevölkerung orientiert und diese tatkräftig gefördert? Mitnichten. Beispiel Niger. Fertilitätsrate in Österreich 2015 1,47, im Niger 7,6.

    (Fortsetzung)

  • #5

    helmut-1 (Sonntag, 27 November 2016 08:05)

    (Fortsetzung):

    Diese Problematik mit den Immigranten in Verbindung zu bringen, dafür sehe ich keine Basis. Mag schon sein, dass die Immigranten mehr Kinder produzieren als die Einheimischen. Generell ist im gesamten afrikanischen Raum die Geburtenrate wesentlich höher. Es gibt aber auch das Argument, dass der Kinderwunsch in dieser Zeit der Überforderung der Einheimischen durch den unnatürlichen Zustrom der Immigranten zurückgeht. Wie man das am Beispiel Frankreich bewerten kann, ist mir schleierhaft. Die sind als einzigstes europäisches Land mit ihrer Fertilitätsziffer über 2. Möchte mal wissen, wie das ein Soziologe glaubhaft begründet.

    Auch die Iren sind den Österreichern da um einiges voraus, obwohl es in Irland vor Jahren eine Wirtschaftskrise gegeben hat, von der wir in Österreich keinen Schimmer haben.

    Fest steht, es gibt die unterschiedlichsten Sichtweisen, es gibt mannigfaltige Gründe, - die von Land zu Land ganz anders sein können. Deshalb komme ich wieder auf den Beginn meines Kommentars. Ich sehe überhaupt keinen Ansatz, wie man aus dieser Situation herauskommen soll. Der Artikel von Herrn Dr. Franz zeigt die Situation auf, - und übt Kritik. Meine Devise: Kritik ohne Hinweis auf Alternativen ist immer nur eine halbe Sache. Ich erkenne bei keinem Politiker oder Sozialkundler eine Alternative, und ich sehe erst recht keine.

    Wie bereits erwähnt, - das mit der Verfassung und der Familie: ein symbolischer und allenfalls juristischer Akt, - nicht mehr und nicht weniger. Für meine hier dargelegten Gedanken habe ich mich erst mal mit den entsprechenden Statistiken im Net befaßt und die Zahlen von 2015 miteinander verglichen:

    http://derstandard.at/2000032874144/2015-war-das-geburtenstaerkste-Jahr-dieses-Jahrtausends

    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/162133/umfrage/anzahl-der-geburten-in-europa/

    http://www.laenderdaten.de/bevoelkerung/geburtenrate.aspx

    http://www.sogesehen.info/?p=1764

    Interessant ist aber auch die demografische Entwicklung hinsichtlich des Wohnortwechsels zwischen Städten und Gemeinden. Auch das kann man nicht generalisieren, wie der Bericht zeigt:

    http://blog.tagesanzeiger.ch/datenblog/index.php/9150/wo-die-bevoelkerung-in-europa-waechst-und-schrumpft

    Letztlich aber befindet sich die Weltbevölkerung auf der Zielgeraden zum Wachstumsknick in der Gesamtbevölkerungszahl. Der Artikel aus der „Zeit“ ist da sehr interessant:

    http://www.zeit.de/2014/07/szenario-schrumpfende-weltbevoelkerung/komplettansicht






  • #6

    Christian (Sonntag, 27 November 2016 11:20)

    Die Politik hätte nur den Betrag an Euros in die Hand nehmen müssen, die sie für Integration ausgegeben hat und damit die Familien im Inland fördern, vor allem Mehrkindfamilien und ich traue mich zu wetten, wir hätten steigende Geburtenraten und die österreichischen Familien könnten es sich leisten, wieder mehr Kinder zu haben und die Frauen auf Wunsch zu hause zu bleiben. Ich glaube daß viele gerne zu hause bei ihren Kindern bleiben würden, es sich aber einfach nicht leisten können.

  • #7

    helmut-1 (Sonntag, 27 November 2016 12:55)

    Christian:
    Ich würde nicht wetten.
    Was ist mit denen, die Erfolg im Beruf haben und nicht ihre Karriere unterbrechen/abbrechen wollen, wg. eines Kindes?

    Das sind die, die mit 45 plötzlich Torschlusspanik bekommen und dann noch Kinder kriegen, - und im Kindergarten gefragt werden, wann man denn mal auch die Eltern des Kindes zu Gesicht bekommt und nicht immer nur die Großeltern......

    Was ist mit denen, die einfach aus egoistischen Motiven keine Kinder möchten, - die sich allenfalls einen Hund anschaffen, den sie dann ins Tierheim geben, wenn sie wieder auf die Malediven fliegen?

    Oft spielt das Geld mit, beim Kinderwunsch, - aber das ist nicht alles. Bei vielen ist auch was im Kopf kaputt, und überhaupt im Denken in unserer Gesellschaft.

    Früher waren die Leute viel ärmer als heute und hatten Kinder. Was war denn nach dem Krieg? Da sind die Leute aus der Stadt zu den Bauern aufs Land "fechten" gegangen (so nannte man das früher), haben nach der Kartoffelernte noch die restlichen Kartoffeln aus dem Boden geholt, die der Bauer nicht geerntet hat, usw. usw, - und hatten Kinder.

    Wie ich in meinem Vorkommentar schon festgestellt habe, - es ist ziemlich komplex, dieses Thema, - man muss bei der Ursachenforschung da alle möglichen Aspekte in Betracht ziehen.