Man gewöhnt sich an alles

"Ihr müsst, Ihr müsst mir helfen!" - So flehte Angela Merkel in ihrer langen Rede am CDU-Parteitag die Delegierten an und meinte damit vor allem, dass man sie weiter bei ihrer von der Mehrheit Europas die längste Zeit als schlecht empfundenen Migrationspolitik unterstützen solle. So geschah es und sie wurde  wiedergewählt. Offenbar auch von jenen in der CDU, die Merkels Haltung in der Migrationsfrage ablehnten. Das war natürlich zu erwarten, denn Parteisoldaten tun, was man von ihnen verlangt. 

 

"Wer kein Nazi ist, der wählt Van der Bellen" - so lautete, verdichtet formuliert, der wirksamste Wahl-Aufruf in Österreich, der letztlich den wie Merkel sehr migrationsfreundlichen Alexander Van der Bellen in das Amt des Bundespräsidenten hievte. Dieses Ergebnis war nicht so klar zu erwarten wie das oben zitierte, die Stimmung dürfte erst in den letzten Wochen vor der Wahl gedreht haben. 

 

Die beiden Wahlresultate sind natürlich nur bedingt zu vergleichen, denn Merkels Wiederwahl war eine parteiinterne  und die Präsidentenwahl war eine, in der ein  "Bundespräsident für alle Österreicher" gekürt wurde. Beide Wahlergebnisse sind aber Zeichen, dass sich eine gewisse Gewöhnung eingeschlichen hat: Man beginnt, sich mit der illegalen Migration abzufinden. Zumindest hat sich eine Ermüdung ob des Dauerthemas breitgemacht und da und dort ist sogar Resignation zu bemerken. "Was willst Du machen, es ist eh nicht zu ändern" - diesen Satz hört man gar nicht so selten.

 

Wir treten damit zweifellos in die gefährlichste Phase der nachhaltig und transformierend wirkenden Völkerwanderung ein - denn sie wird damit zur Normalität. Obwohl die beginnende Zerrüttung der Staatsstrukturen amtlich ist, obwohl täglich Gesetze gebrochen werden und der Rechtsstaat damit ausgehöhlt wird und obwohl das gesamte Migrationsmanagement nicht gut funktioniert, weil die Mehrzahl der illegal nach Deutschland wie nach Österreich eingedrungenen Fremden nicht rückführbar ist und vermutlich hierbleiben wird, scheinen sich die Bürger an die Situation gewöhnt zu haben.

 

Dieser Befund ist letztlich mehr als dramatisch. Wenn die Gewöhnung an ein Unrecht oder an eine für den Staat negative Situation eingetreten ist und der Widerstand dagegen schwindet, wird dieses Unrecht nur noch ein Makel und irgendwann wird der Makel dann zu einem nur noch dunklen und üblen Einsprengsel im Alltag - obwohl das Unrecht in seiner Wirkmächtigkeit und in seinen Langzeitfolgen völlig gleich bleibt.

 

Die rechtliche und faktische Situation ist ja nach wie vor eindeutig: Wir haben massenweise illegale Migranten im Land und die Eindringlinge kommen weiterhin in großer Zahl.  Der Andrang ist zwar geringer als im Annus horribilis 2015, aber es ist keine Rede davon, dass er aufhören wird und wir wissen, dass in Afrika und im Orient Millionen Leute den Willen haben, nach Europa zu kommen. 

 

Und wir wissen auch, dass ein Großteil dieser Migranten keine Flüchtlinge sind, sondern dass sie in die ohnehin schon stark belasteten europäischen Sozialsysteme einwandern wollen. Und wir wissen, dass die autochthone Bevölkerung dafür bezahlen muss. Effekte dieser durch die Migration entstandenen Finanzkrise sind vor allem im Gesundheitssystem schon bemerkbar, hier beginnen die Rationierungen nicht mehr nur im Hintergrund zu wirken, sondern sind für die Patienten bereits spürbar.

 

Doch der Gewöhnungseffekt hat möglicherweise auch etwas Gutes an sich, denn jetzt könnte der große Moment der Sachpolitik kommen. Wenn die hochgegangenen Emotionen bei der größten politischen Krise unserer Zeit dem Verdruss und einer achselzuckenden Resignation weichen, könnten sich der Staat und seine Verantwortungsträger in nüchterner und formaljuristisch richtiger Art endlich ihrer Pflichten besinnen und die Problematik einer fundamentalen Lösung zuführen.  

 

Aber natürlich darf man nicht vergessen, dass gerade die linksideologisch ausgerichteten Parteien wie die Sozialdemokraten, Grüne und Teile der Christdemokraten (in der ÖVP wie in der CDU) die Migration für grundsätzlich gut befinden, weil sie sich zukünftige Wähler von ihr erhoffen.

 

Es wird also weiterhin klar vernehmbare Mahnungen brauchen und viel Geduld und Ausdauer bei den Kritikern der Europa in höchstem Maße gefährdenden Massenmigration. Die migrationskritischen politischen Parteien müssen ihre Sachargumente, die rechtsstaatlichen Begründungen und die kulturellen Argumente unverdrossen und mit Bestimmtheit in die politische Debatte einbringen. Politik ist das Bohren von harten Brettern, sagte Max Weber einst. Und die Migrationskrise ist das härteste Brett der letzten 70 Jahre.

 

 

 

 

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Kommentare: 7
  • #1

    Marcus Junge (Mittwoch, 07 Dezember 2016 11:22)

    "Man gewöhnt sich an alles"
    -
    Oder man wehrt sich aktiv dagegen und akzeptiert diesen Wahnsinn nicht. Die Umvolkung, Islamisierung, Gehirnwäsche, Lügenmedien, Sprachverbote, den neuen-alten Sozialismus, ... . Das ist anstrengend, man sollte die Zeit "davor" mit wachen Augen erlebt haben, im Geiste aufrufen können und das ständig, egal wo man ist. Erst dann erkennt man wie verkommen diese BRD wirklich ist. Aber es ist machbar, nur fast keiner macht es.

  • #2

    Diederich Heßling (Mittwoch, 07 Dezember 2016 11:22)

    "Und die Migrationskrise ist das härteste Brett der letzten 70 Jahre."
    Lieber Herr Dr. Franz,
    zum letzten Satz habe ich folgende Anmerkung:
    Es ist eher ein Brett aus Gummi, nicht hart aber zäh und schleimig wie Klebstoff.
    Und alles bohren ist umsonst. Es ist ZU SPÄT!

  • #3

    Marcus Junge (Mittwoch, 07 Dezember 2016 11:32)

    Diederich Heßling

    "Und alles bohren ist umsonst. Es ist ZU SPÄT!"

    Nur wenn man sich in dem System bewegt, welches die Umvolkung herbeigeführt hat und nach seinen Regeln denkt / handelt. Beseitigen könnte man die Islamisierung schon, oder wie war das mit der Reconquista, Türken 2x vor Wien, Lepanto oder der "humanen Aussieldung" der Deutschen aus Ostdeutschland und Osteuropa 1945-48? Wer jetzt #Aufschrei-Nazi im Kopf hat, Glückwunsch, in ihrer Welt ist tatsächlich alles verloren, bitte erschießen sie sich jetzt. Die "bösen Nazis" haben vor den Folgen der Umvolkung gewarnt, seit 50 Jahren, niemand wollte hören, jetzt gibt es halt keine liebe, nette, rosa-rote Blümchenweltlösung mehr, jetzt gibt es nur noch die oder wir. Den Rest kann man sich im einstmalig serbischen Kosovo ansehen, binnen 150 Jahren von den muslimischen Albanern umgevolkt, 1999 erobert.

  • #4

    Walter (Mittwoch, 07 Dezember 2016 12:03)

    Ein Volk bekommt die Regierung die es verdient beziehungsweise toleriert. Wenn die Mehrheit zu faul zum Denken und Handeln ist wird eine kleine radikale und aktive Gruppe die Schafe entgegen deren Intresse lenken und manipulieren. Ich glaube das etwas drastisches passieren muss das die oesterreichischen Schafe aufwachen und sich mal ernsthafte Gedanken ueber
    ihre Zukunft und die Zukunft ihres Nachwuchs zu machen.

  • #5

    Martina Reitermayer (Mittwoch, 07 Dezember 2016 12:43)

    Wir sollten an einer politischen Plattform arbeiten um (wert)konservative Kräfte im Land zu bündeln und eine vernünftige, zukunftsorientierte Migrationspolitik zu erarbeiten; denn klar ist auch, dass es ohne (gezielte!) Migration auch schwer sein wird. Allerdings sollte man hier das Augenmerk auf eine andere Zielgruppe legen - nämlich eine, die auch sich auch kulturell anpassen kann und auch dem Land wirtschaftlich etwas bringt. Dafür braucht es aber auch mehr Wirtschaftsliberalität ("weniger Staat/weniger Steuern") um diese Personen überhaupt dazu zu bewegen nach Österreich zu kommen.

    Und trotz der (auch) notwendigen (gezielten) Zuwanderung, sollten wir es in erster Linie den Österreichern wieder ermöglichen mehr als 1 bis maximal 2 Kinder zu bekommen. Mit einem #Familiensteuersplitting könnten wir die Abgabenlast der "klassischen Mittelschichtsfamilie" drastisch senken. Ich gebe dabei aber auch zu bedenken, dass wir dafür einen (Koalitions)Partner brauchen der die Familie als Wirtschaftseinheit sieht.

    Es sind spannende Zeiten ...

    MR

  • #6

    Tausendschön (Mittwoch, 07 Dezember 2016 18:50)

    UN Generalsekretär: Migration nach Europa kann nicht aufgehalten werden, Politiker sollten den Willen der Wähler daher ignorieren!

    Der neue Generalsekretär der UN, der demnächst sein Amt antreten wird sagte am Mittwoch einem Raum voller Politiker in Europa, dass die "Migration nicht das Problem ist, sondern die Lösung", und dass die Politiker ihre Wähler ignorieren sollen.
    Bei seiner Rede am Vision Europa Treffen in Lissabon sagte Antonio Guterres, dass die europäischen Nationen kein Recht darauf haben, ihre Grenzen zu kontrollieren, und dass sie stattdessen massenweise die ärmsten Menschen der Welt aufnehmen müssen.
    Der Sozialist teilte vor den Politikern und Forschern mit:


    „"Die Vorstellung, wonach das Steuern der Migration eine Frage der nationalen Souveränität ist, ist sehr begrenzt. Die Wahrheit ist, dass die wahren Kontrolleure der internationalen Mobilität mittlerweile Schmuggler und kriminelle Organisationen sind. Es muss anerkannt werden, dass Migration unausweichlich und wird nicht aufhören."“

    http://de.europenews.dk/UN-Generalsekretaer-Migration-nach-Europa-kann-nicht-aufgehalten-werden-Politiker-sollten-den-Willen-der-Waehler-daher-ignorieren-133041.html

  • #7

    Diederich Heßling (Samstag, 10 Dezember 2016 11:29)

    @Tausendschön
    Solche Individuen muß man standrechtlich erschießen.
    @Marcus Junge
    Ich bin voll bei Ihnen, aber das zu spät bezieht sich auf die Österreicher und Deutschen, die genau die heutige Entwicklung gutheißen. Und da sie die absolute Mehrheit haben, ist jeder
    friedliche Weg zu spät, s.o. Es bleibt nur der obige.