Marx und die Moral-Mission

Karl Marx meinte einst: Die klassenlose Gesellschaft ergibt sich wie von selbst (sie wird so sein, weil sie so werden muss). Seine heutigen Jünger meinen: Sie ist das Ziel, kommt aber nicht von alleine (sie wird so sein, weil sie so sein soll) – das ist der Unterschied von Naturgesetz und moralischem Gesetz.

 

Die Idee vom Naturgesetz, das Marx herbeiwünschte, hat sich mangels dessen realer Existenz inzwischen verflüchtigt. Das moralische Gesetz, das uns seine heutigen Epigonen oktroyieren wollen, hingegen gibt es. Ein Moralgesetz ist aber auch nicht besser als irgendein anderes solches, wenn es nicht aus übergeordneten Normen hergeleitet werden kann. Natürlich sind sich nicht alle Anhänger von „Links“ dieser Herkunft bewusst, sie bedürfen es daher umso mehr, aus ihrem Krypto-Marxismus herausgeschält und auf diesen hingewiesen zu werden.  

 

Man könnte auch sagen, man muss ihnen den vielzitierten Spiegel vorhalten - selbst auf die Gefahr hin, dass es ihnen erginge wie dem Basilisken aus der berühmten Wiener Sage: Als dieses hässliche und bösartige Fabeltier sein Spiegelbild erblickte, zerriss es den Basilisken in seine Einzelteile.

 

Doch zurück zum Ernst der Lage. Der in Anspruch genommene, geschichtsphilosophische, naturrechtliche und moralische Hintergrund ist es, der die Linken zu einer Unbedingtheit von Staatsideologie enthusiasmiert, die anderen fanatischen, dogmatischen und totalitären Ideologien wie etwa dem National-Sozialismus(!) im Kern um nichts nachsteht.

 

Der Unterschied bei den verschiedenen Totalitarismen sind immer nur die Kleider: Der postmarxistische linke Fanatismus kommt süßlich lächelnd und ganz und gar nicht martialisch im Gewand des Edlen, Schönen und Guten daher und fordert die kulturelle Umwälzung im Sinne einer globalen Gleichheit und einer supra- wie transnationalen "Befreiung" aller Menschen. (Er wird daher von seinen Diagnostikern und Kritikern auch Kultur-Marxismus genannt.)

 

Man muss nun genauer fragen, was die Attraktivität dieser real nicht funktionstüchtigen, aber erwiesenermaßen umso gefährlicheren marxistischen Ideologie ausmacht. Das zweifellos große Mobilisierungs- und Manipulationsgeschick der Linken muss durchleuchtet werden, um konsistente Antworten auf die berühmte alte Lenin-Frage "Tschto delat?" (Was tun?) zu finden. Dafür sind zunächst die richtigen Fragen zu stellen:

  • Wer sind die Chef-Ideologen des Kultur-Marxismus und wo sind sie zu finden - außer in den Politbüros der deklariert links stehenden Parteien?
  • Wer sind die entscheidenden Wählergruppen, die im Ernstfall nach Links wechseln - und warum?
  • Wieso ist die jüngere Wählerschaft so schwer wegzubringen von den linken Ideen, Einbildungen, Prestige-Erlebnissen, Heilserwartungen und Befreiungs-Illusionen, die im „Mainstream“ ihre Verdichtung finden?
  • Sind Begriffe wie  „Urbanität“, „Zivilgesellschaft“, "Modernität“ etc. eine Erbpacht der Linken bzw. wieso sind sie von ihnen erfolgreich usurpiert worden?
  • Was davon ist im besten Sinn „moralisch“ gemeint, was ist eher nur ultimative Selbst-Bewährung und Selbst-Beweihräucherung, was bloße Anpassung und Wichtigtuerei?
  • Wie schaffen die Linken es, damit über ihre Grenzen hinaus ernst genommen zu werden, so dass sie ungehindert mit der größten moralischen Autorität an- und auftreten können und von "politischer Diskussion" qua ihrer Stellung als Moral-Missionare zwar reden, sie aber eigentlich gar nicht mehr meinen und nicht mehr wollen?

 

Antworten gibt es darauf natürlich viele. Die zentrale Erklärung ist wiederum mit einer Sage zu beschreiben - nämlich mit jener vom Rattenfänger von Hameln. Die Linke arbeitet mit sanfter Verführung spiritueller und psychologischer Art. Auf jeden Fall agiert sie mit Hilfe einer hochstehenden Sprachkultur und schafft es damit, das süße Gift des Sozialismus in die begierig geöffneten Münder der vielen säkularisierten und sinnentleerten Heils-Suchenden zu träufeln. Die Linke bietet unverdrossen und oft wider besseres Wissen ihrer eigenen Propheten einiges an:

 

  • Sie hat gesellschaftspolitische Erklärungskraft (nach wie vor immer an Marx orientiert, aber aufgrund der negativen Ostblock-Erfahrungen heute nur noch „kryptisch“, also verborgen, verhüllt und verdeckt)
  • Sie verweist auf welthistorische Perspektiven (einhergehend mit Überlegenheitsbotschaften und mittels fulminant klingender Versprechungen des Paradieses auf Erden im friedlichen Weltstaat des final siegreichen Einheitsmenschen)
  • Tugend-Appelle & hehre Parolen (wie Gerechtigkeit, Gleichheit..) sind immer mit dabei
  • Sie wagt kühn propagierte Sachlichkeit mit großer Überzeugungskraft - weil auch tagespolitisch da und dort passend. "Alternativlos", "Menschlichkeit", "Toleranz" und "wissenschaftlich" sind typische Codewörter dafür.
  • Sie verspricht verheißungsvolle Erleichterungen ökonomischer Natur und sonstige Annehmlichkeiten aller Art. Die Komfort-Zone für alle wird ständig in den Raum gestellt. Dass es immer nur bei Versprechungen bleibt, ist im Hier und Jetzt vorerst egal
  • Sie hat sich ein modernes (modernistisches) Image gegeben: Jugendliche hoffnungsfrohe und revolutionäre Psychologien wider die Alten /Eltern/Bürger/Klerus etc. und immer ein an den sogenannten ganzen Menschen gerichteter Appell sind weitere Botschaften
  • Sie bietet Erlebnisse der Selbstbestätigung und des Zusammenklangs in Großgruppen an. Lichtermeere, Menschenketten und gemeinsame Groß-Demonstrationen sind die Symbole dafür
  • Sie hat rhetorische Argumentationsvorteile durch Annexion der Moralhoheit im akademischen Diskurs erreicht
  • Sie bemüht stets ein getragenes Heils-Pathos
  • nicht zuletzt spricht sie im speziellen Fall Deutschlands und Österreichs  immer auch die Erinnerung an die unermessliche und untilgbare Erbschuld des Dritten Reiches und die daraus hervorgehende niemals endende Verpflichtung an, moralisch "richtig" zu handeln 

 

Und wer sind nun die späten Propheten, Vordenker und Missionare des postmarxistischen Zeitalters? Die  Ideologen und deren willige Vollstrecker sitzen quer durch die Lande in den Redaktionen der institutionalisierten Medien, sofern sie nicht ohnehin in den Partei-Zentralen ihre Pläne schmieden. Brave Zulieferer und fleißige Baustoff-Erzeuger für das linksmoralische Gedankengebäude findet man natürlich in allen Gebilden, die in irgendeiner Weise von den 68ern geprägt sind: Von den diversen einschlägigen universitären Fakultäten bis hin zu den sozialistischen Vorfeldorganisationen wie den Gewerkschaften.

 

Auffällig viele linke Missionare sitzen auch in den stets als unabhängig beschriebenen NGOs jedweder Provenienz. Aus diesem politmedialen und ausserparlamentarisch unterstützten Konglomerat quillt die kulturmarxistische Philosophie ohne Ende, selbsttäuschend und verführerisch, immer mit erhobenem Zeigefinger und nie ohne Verbalinjurie gegen die Klassenfeinde, die heute längst nicht mehr so genannt werden, sondern als "Rechte", "Reaktionäre" und schlimmer noch als "Faschisten", "Rassisten" usw. denunziert werden.

 

Die deutschsprachigen Bürgerlichen und Konservativen haben sich in hohem Maße vom lange nachwirkenden süßen Toxin des Karl Marx mitvergiften lassen, weil sie nicht in der Lage waren,  ihren Grundsätzen treu zu bleiben - eben weil die Linke so sehr am moralischen Überlegenheitsanspruch festhielt und die Nazikeule als ständige Debattenbegleitung immer mitschwang. Dort schlug sie alle anderen Argumente immer tot. Man erstarrte in kaninchenartiger Panik, wenn die Keule nur zum Vorschein kam.

 

Niemand aus dem bürgerlichen Lager hatte den Mut, den linken Moralisten diese längst lächerlich gewordene Waffe aus der Hand zu schlagen. Man schlug lieber mit und schlug sich damit vor allem immer mehr nach links. Was sich heute noch bürgerlich nennt, sind daher nur Rudimente von Konservativen, die bei uns in der ÖVP und in Deutschland in der CDU eine letzte Ruhestätte gefunden haben.

 

Wenn man als Konservativer dem moralischen Überlegenheitsanspruch der linken Weltanschauung begegnen will, muss man agieren, den linken Botschaften ein klares Kontra geben und nicht verschämt die Internationale mitsingen. Man ist als Bürgerlicher geradezu verpflichtet, die wenig taugliche genetische Erbmasse der Linken in ihrem Kern anzugreifen. Die linke DNA ist oben im Text sequenziert  worden und wir konnten die vielen malignen Abschnitte der marxistischen Doppelhelix klar darstellen (um beim genetischen Bild zu bleiben). Und nun kommt wieder Lenin mit seiner Frage ins Spiel: Tschto delat? Was tun?

 

Zunächst muss sich der Konservative abschütteln und von jenem Staub befreien, den ihm die Linke ungerechtfertigt, dafür aber ständig andichtet. Eine konservative Weltanschauung hat nichts mit Verstaubtheit zu tun, sondern sie ist am "Bewahren des Bewährten" ausgerichtet, sie will kein Konservieren von Asche und Staub. "Tradition ist das Weitertragen der Glut und nicht die Anbetung der Asche", so formulierte es der geniale Komponist Gustav Mahler einst treffend.

 

Was aber macht die konservative Weltanschauung jener der Linken fundamental überlegen und was macht sie überhaupt aus? Es sind wohl zuallererst die originären und ursprünglichen Tugenden wie Ehre, Anstand, Entschlossenheit, Verantwortungsbewusstsein, Ehrlichkeit, Offenheit, Mut, Leistungsbereitschaft und im weiteren Sinne das Bekenntnis zu ebenso traditionellen wie bewährten Begriffen namens Familie, Eigentum, Vaterland, Heimat, Volk und Individuum. Und es ist natürlich das Naturrecht, welches diesen bürgerlichen Moral- und Wertvorstellungen ihre übergeordnete Legitimation verschafft. Von da ist es auch nicht mehr weit zu Gott.

 

Da müssen die Konservativen dran bleiben und ihre Rhetorik und Überzeugungskraft neu einüben, statt sich von den Verführern aus dem linken Lager ständig beirren zu lassen oder gar deren Inhalte zu übernehmen. Jedem Bürgerlichen muss klar sein: Aus den genannten Begriffsfeldern rekrutiert sich die Geschichte jeder erfolgreichen Nation. Die Linken haben diese Narrative verändert und geklittert, sie erzählen die Erfolge von Nationen und Kulturen immer nur als Geschichte von Unterdrückungen, die herrschaftlich gesteuert abgelaufen wären. Daher müssten aus kulturmarxistischer Sicht die Nationen aufgelöst, die Familie verstaatlicht und die Kulturen verschmolzen werden, nur so könne die Herrschaft von Menschen über Menschen beendet werden. Diese Irrlehre verbreiten nur Linke, das dafür aber pausenlos.

 

Dem kann man als rechtsorientierter Konservativer freundlich lächelnd entgegentreten und auf die millionenfach tödlichen Auswüchse der linken Regimes dieser Welt verweisen. Das wirksamste ökonomische Gegenargument ist jenes von der nachhaltig schädlichen Umverteilung, das aus den Leistungsträgern nur mehr die Big Spender macht und letztlich die Menschen korrumpiert, entmündigt und zu Staatsabhängig transformiert. Das kann kein Konservativer auf Dauer tolerieren. Ebenso ist die Zersetzung von Familie und Nation der Beginn vom Untergang jeder Kultur. Auch dieses valide bürgerliche Argument muss viel lauter und klarer gebracht werden.

 

Die Linke vermittelt immer gerne ihre Modernität und ihre angebliche Orientierung am Menschen. Aber auch der Euro-Kommunismus, der Sozialismus und die heute daraus gewordene Sozialdemokratie samt grüner Bewegung sind nur die Feigenblätter in Form eines sogenannten "Marxismus mit menschlichem Antlitz". Lange Jahre haben die westlichen linksintellektuellen Theoretiker mit Stalin und Mao mehr als nur geliebäugelt. Das wird heute gern unter den Tisch gekehrt, weil wir eben im Krypto-Marxismus leben.

 

Freilich hat die Sozialdemokratie als förmlich entmannte und entkernte Form des Marxismus auch etwas Positives erreicht, das muss man fairerweise zugeben. Langfristig aber ist auch die Sozialdemokratie nur den linken Zielen verschrieben und daher zum Scheitern verurteilt. Der genuine Marxismus samt seinen heute ideologisch adaptierten und verkleideten Kindern ist uns sowieso seit jeher seine nachhaltigen und immer nur versprochenen Erfolge schuldig geblieben, weil er letztlich klar totalitäre, zentralistische und gleichmacherische Tendenzen in sich birgt und diese den menschlichen Grundeigenschaften prinzipiell zuwiderlaufen. 

 

Und da muss man ganz ehrlich sein und diese Ehrlichkeit auch von den Linken vehement einfordern: Das Naturrecht, das Archaische, das Urtümliche, ja das Wesenhafte des Menschen ist rechts. Wer also gegen "das Rechte" in seiner originalen Bedeutung kämpft, der bekämpft den Menschen selbst. Jede linke Moral ist demzufolge nur Scheinmoral und in letzter Konsequenz nicht humanistisch, sondern nur ein zynischer Zugang zum Weltgeschehen, der sich erfolg- und folgenreich als Heilslehre tarnt.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Kommentare: 12
  • #1

    Ebis (Samstag, 10 Dezember 2016 08:25)

    Heast oida, des glaubst do hoffantlich söwa ollas ned wosd do schreibst.
    Ich orte Züge einer zunehmenden Paranoia und Wahrnehmungs-
    Verschiebung. Die Welt hat in den letzten Jahrzehnten einen zunehmend rasanteren Rechtsdrall erhalten, sodass man sich schon fragt, was da links noch bekämpft werden soll.
    Natürlich sind viele der von dir aufgezählten Missstände real und auch mutig anzufechten, aber alles was schlecht ist, ist Marxismus??? Und: die plumpe Masche, stereotyp zu behaupten "Die Linken sind schuld!" braucht man wohl nicht extra zu kommentieren, oder?
    Dass durch das herrschende Establishment (fast) alles schwer aus dem Ruder läuft, ist der Minimalkonsens zwischen uns. Du ziehst aber meiner Meinung nach die völlig falschen Schlüsse und radikalisierst dich dabei immer mehr. Ich weiss schon, vieles ist gewollte Provokation, aber Sorgen mache ich mir als "Gutmensch"

  • #2

    IchBinIch (Samstag, 10 Dezember 2016 09:41)

    @Ebis

    Marcus Franz hat 100%ig recht. Wenn du das alles für Wahnvorstellungen hälst, dann solltest du dir mal auf Youtube Vorträge von linke Ideologen/Intellektuellen anhören. Dort wird ja genau das gesagt, was Marcus Franz diagnostiziert. Zum Beispiel wird die traditionelle Familie als "Keimzelle des Faschismus" betrachtet oder der Feminismus als marxistisch angesehen.

    Die Linken sagen ja selbst genau das, was in dem Artikel steht, nur eben mit viel mehr Gesülze und gekleidet in schönen Worten (auch da liegt die Diagnose richtig)

    Dass diese linksintellektuellen Vorträge Schwachsinn sind, merkt man anhand der Sprache: man versteht sie einfach nicht, welche gespickt mit selbsterfundenen politischen Begriffen und reihenweise Zitaten irgendwelcher Philosophen, die kontextentladen um sich geworfen werden.
    Dabei verstehe ich sehr wohl komplexe Sprache und komplizierte Ausdrücke. Wenn man linke bzw rechte Intellektuelle anhand ihrer Ausdrucksweise vergleicht, dann erkennt man unweigerlich, dass rechte Intellektuelle für "normale Menschen" viel leichter verständlich sind.

    Achja, ein Highlight, welches ich mal in einem linken Vortrag(die ich aber nur selten und in Maßen "genieße") gehört habe ist folgendes(sinngemäß):

    "Rechtsextremismus ist die Übersteigerung bürgerlicher Werte. Daraus folgt, dass es keinen Linksextremismus geben kann, weil dieser auf die Abschaffung bürgerlicher Werte abzielt"

    (Diesen Satz muss man sich auf der Zunge zergehen lassen)

    Und solch eine Logik und korrupte Denkweise zieht sich linken intellektuellen Zirkeln DURCH UND DURCH.

    Wer sich selbst ein Bild machen will, der gehe auf Youtube und finde den linksideologischen Youtubekanal "nocturaltimes". Ja, ich verweise darauf, denn den (ideologischen) Feind muss man kennen (etwas, wozu die Linken nicht fähig sind, da sie PERMANENT ihre Argumentation auf Unterstellungen aufbauen).

  • #3

    michael collins (Samstag, 10 Dezember 2016 10:04)

    Zum linken Kampfposter sage ich nichts, sein Kommentar ist selbstenthüllend.

    Zum Artikel: Sie, geehrter Dr. Franz gebrauchen nicht von ungefähr religiöse Worte.

    Genau das ist alles links Stehende: eine Ersatzreligion.

    Zum Kampflied "die Internationale": eine Zeile heisst:

    VÖLKER, hört die Signale......

    Das ist aber sowas von pfui, denn laut linkem Dogma (Himmel, schon wieder ein religiöses Wort) gibt es keine Völker oder soll sie zumindest nicht geben.

    Die Linken sind ja sowas von folgerichtig :)

  • #4

    Ebis (Samstag, 10 Dezember 2016 10:28)

    Ich sehe keinen Unterschied in der Sprache ideologischer Extremisten, egal welcher Richtung.

  • #5

    Starhemberg1683 (Samstag, 10 Dezember 2016 14:50)

    Völlig richtige Analyse, die Frage ist nur wann gehts dem Ende zu?
    Wie lange müssen wir noch die Apologeten des Unterganges ertragen??
    Kulturmarxist = Globalist = von der Brüssel = Glawuschnig

  • #6

    Sebastian (Samstag, 10 Dezember 2016 19:49)

    Dem linken Poster geht der Arsch auf Grundeis, weil seine Ideologie hier schonungslos enttarnt wurde.
    Es wäre interessant zu wissen, wer diesen sinnbefreiten Linken ihre Willkommenskultur und die Lebensgrundlage finanzieren würde, wenn es keine Leistungsträger mehr gäbe.
    Die NGOs beschimpfen immer und immer wieder die Leistungsträger, obwohl genau sie die jenen sind, die ihre Wahnvorstellungen finanzieren.
    Genderismus, Schwulen-Kult und Industriefeindlichkeit werden keinen Refugee satt machen.

  • #7

    FD Günther Koller (Samstag, 10 Dezember 2016 22:03)

    Leseempfehlung dazu;
    Kreide für den Wolf, Roland Baader

  • #8

    Soso (Sonntag, 11 Dezember 2016 01:43)

    <<ja das Wesenhafte des Menschen ist rechts>>

    Sorry, aber das ist der größte pauschalisierte Bullshit, den ich in den vergangenen Tagen gelesen habe.

    Kein Mensch kommt als Rechter zur Welt. Das wird erst infolge seiner Sozialisation

  • #9

    helmut-1 (Sonntag, 11 Dezember 2016 07:54)

    Ich denke, dass hier mehrere falsche Ansätze im Spiel sind. Das was hier geschrieben ist, das befindet sich auf einem sehr hohen Niveau. Ist mir letztlich egal, ob das Herr Dr. Franz selbst verfaßt oder sich mit diversen Quellen beholfen hat, - das Ergebnis zählt.

    Gehen wir mal meine persönliche Bewertungsskala von 0 – 100 durch (Das ist eine Wertungsskala, keine Altersskala). Derlei Gedankengänge, wie die in diesem Artikel liegen im Bereich von 90+. Ich habe in meinem ach so kurzen Leben die unterschiedlichsten Diskussionen geführt. Mit den unterschiedlichsten Leuten aus den unterschiedlichsten Lagern. Da war von linken Intellektuellen bis zu überzeugten Nationalsozialisten alles dabei, natürlich auch die ganze Bandbreite der Mitte. Nicht jeder verfügt über dieselbe Intelligenz, nicht jeder über ein höheres Maß an Bildung.

    Auch ich als einfacher Mensch vom Bau bin da nicht besonders beschlagen, konnte mir aber im Laufe der Jahre durch Literatur und vor allem durch kontroverse Diskussionen vieles aneignen. Einer der Gründe, warum ich gerne in so manchen Foren diskutiere. Irgendwas bleibt immer hängen, so eine Art Profit für die persönlichen Gehirnwindungen.

    Trotzdem konnte man sich meistens mit Leuten, die gegenteilige Positionen vertreten, unterhalten, und oft auch kontrovers diskutieren. Warum: Meine Gesprächspartner waren in meiner persönlichen Skala alle irgendwo über 50 anzusiedeln.

    Nun komme ich auf den Punkt: Diejengen, die meinen, irgendwelche marxistischen Ideen zu verkörpern, - die wissen doch meistens gar nicht, was Marx überhaupt ist. Diejenigen, die auf der Straße irgendwelche Parolen brüllen und Schaufenster einschlagen, die liegen doch in meiner Skala weit unter 30. Die können 10 x irgendwelche Thesen von sich geben, verstehen werden die das nie, was sie da auswendig gelernt haben. Das ist doch, mit Verlaub, Herr Dr. Franz, Perlen vor die Säue geworfen, wenn Sie mit derartigen Überlegungen wie in Ihrem Artikel auf diesem hohen Niveau die linken Nachplapperer konfrontieren.

    Haben Sie doch Mitleid mit den Leuten, die darauf doch gar nichts Gescheites sagen können. Ist doch dasselbe, wenn man einen Roboter, der auf Quadrate und Rechtecke programmiert ist, mit einem Kreis konfrontiert. Da fliegt höchstens eine Sicherung heraus, aber was Gescheites kann da nicht zustande kommen. Gilt übrigens nicht nur für links–dumm, paßt genauso für rechts-dumm. Wenn ich mich da an einige Diskussionen mit Glatzköpfen erinnere, da fragt man sich wirklich, ob es tatsächlich schon Demenz gibt, der ab dem Alter von 20 Jahren beginnt. Aber die „Spezialisten“ von Schwarzen Block glänzen da in einsamer Qualität.

    Marx, - das Kapital zu lesen, mit seinen ganzen Bänden, - gerade in der Marx-Engels-Ausgabe, - da braucht man einen eigenen Kopf dafür. Hab das partial gemacht, - aber eine schwierige Lektüre. Hitlers „Mein Kampf“ ist da um kein Haar besser. Als ich den gelesen habe, da waren es maximal drei Seiten in einem Stück, - mehr konnte ich davon nicht aufnehmen. Da ist ja schon Nietzsche leichter verständlich.

    Ich zitiere aus Ihrem Beitrag, betreffend der allseits üblichen Nazikeule:
    „Niemand aus dem bürgerlichen Lager hatte den Mut, den linken Moralisten diese längst lächerlich gewordene Waffe aus der Hand zu schlagen.“

    Logisch, kennt man ja. Weil dann jeder sofort als brauner Handlanger gebrandmarkt wird. Bei mir wirds etwas schwieriger, mit meiner Familiengeschichte. Die Lage ist doch die: Die meisten unter uns kennen die Geschichte nicht oder interessieren sich kaum dafür. Deshalb gibt es doch diese Auswüchse, wie wir sie täglich feststellen.

    Ich habe beobachtet, wie klar verständlich eine Frau Wagenknecht argumentiert. Auch andere neben ihr. Genauso manche, die man als rechts verteufelt. Das Interessante: Viele der Argumente sind gleich oder zumindest ähneln sie sich. Man muss sich immer darüber im Klaren sein, - der extreme Marxismus in Form des Nationalkommunismus (Beispiel Nordkorea) unterscheidet sich kaum mehr im Vergleich zum Nationalsozialismus, wie er in den 30 und 40er Jahren ablief, das Meiste ist absolut identisch.

    Aber das kann man denen, die da irgendwelche Phrasen vor sich hinschreien, nicht erklären. Helmut Kohl, den ich hier zitiere, aber nicht in den Himmmel hebe, sagte einst über die linken Chaoten:
    „ Die bestreiten alles, nur nicht ihren eigenen Lebensunterhalt.....“

    (Fortsetzung)

  • #10

    helmut-1 (Sonntag, 11 Dezember 2016)

    (Fortsetzung)

    Fazit:
    Ich unterhalte mich gerne auch mit Leuten von links, wenn sie was in der Birne haben. Zum einen wissen die genau, dass man mit diesen von Marx begründeten Strukturen keinen Blumentopf mehr auf den Tisch bringen kann, und zum anderen die Angriffspunkte in Richtung der etablierten Parteien oftmals identisch auch mit anderen Gruppierungen sind, weswegen man die Gemeinsamkeiten suchen muss, um Mehrheiten zur Beendigung des Lobby-Desasters (auch Regierung genannt) zu ermöglichen.

    Das Problem der intellektuellen Linken: Der letzte und vorletzte Nebensatz (das mit den Angriffspunkten und den Gemeinsamkeiten), das legen die Personen, die dort was zu sagen haben, gerne in die unterste Schublade, - weil sie sich zum einen als alleinwissend darstellen wollen und zum anderen nicht gerade mit dem politischen Gegner aus der völlig gegenüberliegenden Ecke dasselbe Vokabular verwenden wollen.

    Ein ähnliches Beispiel gibt es in Schweden. Da gibts alle möglichen Strömungen in der Gesellschaft. Linke, andere Gruppen in der Mitte der Gesellschaft und auch Rechte vertraten traditionsgemäß eine verdeckte und gemäßigte Form des Antisemitismus. Das ist seit Jahrzehnten in Schweden bekannt. Nun färbt sich das politische Bild durch den überproportionalen Zustrom von muslimischen Einwanderern in anderen Tönen. Natürlich haben die Juden in Schweden schwerwiegende Bedenken gegen die zunehmende Zahl der Muslime, zumal die eine oftmals schärfere Form des Antisemitismus pflegen. Die Rechte dort setzt sich aber auch gegen diese Überfremdung zur Wehr und verwendet ähnliche Argumente wie die jüdische Minderheit.

    Ich zitiere aus einem Interview:
    „Das ist natürlich ein weiteres Dilemma, das kommt noch zu den anderen Dilemmata hinzu, und ein Paradox, in dem sich die jüdische Minderheit in Schweden belegt, weil natürlich keiner mit den Rechtspopulisten in einen Topf geworfen werden möchte.“

    Entnommen aus:
    http://sverigesradio.se/sida/artikel.aspx?programid=2108&artikel=5949839

    Ähnlich geht es dem Zentralrat der Juden in Deutschland. Die beschreiten einen derartigen Zick-Zack-Kurs, dass man sich nur mehr wundern kann. Als Beispiel nur drei völlig unterschiedliche links:

    http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-02/josef-schuster-kippa-zentralrat-juden
    oder
    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/anti-islam-buendnis-zentralrat-der-juden-nimmt-muslime-in-schutz/11147386-2.html
    oder
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/zuwanderung-zentralrat-der-juden-warnt-vor-antisemitismus-bei-muslimen-a-750632.html

    Hintergrund ist doch der krampfhaft zu haltende Abstand zu allem, was man als „rechts“ bezeichnen könnte, einschl. AfD, Pegida, usw., obwohl die Interessen oftmals völlig identisch sind.

    Worauf will ich mit meinen ausschweifenden Erklärungen hinaus:
    Diskussionen oder Beiträge in der Form, wie sie in diesem Artikel zelebriert wurden, bleiben einem bestimmten Klientel vorbehalten. Aber sie überbringen keine Botschaft an die einfachen Leute, die zum überwiegenden Teil Marx gar nicht gelesen haben. Der einfache Linke, der das nachplappert, was ihm irgendjemand irgendwann eingetrichtert hat, mit dem kann man darüber gar nicht diskutieren, die kleine und absolut untergeordnete Schicht, die die Thesen von Marx anbeten wie der Muslim den Koran, genauso nicht. Irgendwelche von Rechtsaußen, die irgendwas vor sich herbrüllen, sind da genauso unbedarft, - also wer soll mit diesen Gedanken aus diesem Artikel erreicht werden?

    Etwa der einfache Mann, der sich der politischen Mitte zuordnet? Der von früh bis abends im Hamsterrad steckt und dessen Gedanken sich hauptsächlich darum drehen, wie er seine Familie durchbringt? Oder der Rentner, der sich langsam überlegt, welchen Job er noch nebenbei ausführen kann, um sein Einkommen etwas aufzustocken?

    Das, was aus diesem Artikel herauskommt, ist für Politwissenschaftler, für intellektuelle Politiker, für Polit-Analytiker geeignet. Und wer ist das, in der Zahl gesehen? Es sind doch – ohne jemanden zu verunglimpfen, deutlich unter 10% der Gesamtbevölkerung. Was dann letztlich dazu führt, die politische Diskussion einer bestimmten „Elite“ zuzuordnen, was dem Inhalt des Artikels aber nichts bringt.

    Was wir brauchen, ist die Verwendung deines Vokabulars, wobei man den „Volk aufs Maul schaut“, was als Argument gut zum anstehenden Lutherjahr passt. Wir brauchen Veränderungen, denn so kanns nicht mehr weiter gehen, - das weiß jeder, das fühlt jeder. Aber mit Argumenten, die auch der sprichwörtliche „einfache Mann von der Straße“ versteht. Wenn das ankommt, dann haben wir eine Chance auf eine bessere Zukunft. Aber ohne Nazi-Keule und ohne der neuen SA, die man unter dem Begriff „Schwarzer Block“ kennt.

    (Fortsetzung)

  • #11

    helmut-1 (Sonntag, 11 Dezember 2016 07:59)

    (Fortsetzung und Schluss)

    Letztere werden wieder aus allen Teilen Europas nach Wien strömen, wenn am 3. Februar dort der Akademikerball stattfindet. Leuten ihre Tradition streitig zu machen, dazu mit hirnrissigen Argumenten, das erzeugt allenfalls Konflikte, aber bringt keine Lösung. Manche von denen wissen gar nicht, wie man Marx schreibt. Ganz abgesehen von Binsenweisheiten wie denen, dass historische und auch noch lebende Linke früher Burschenschafter waren (Karl Marx, Viktor Adler, Karl Liebknecht, aber auch der rote Wr. Bürgermeister Häupl). Nun ja, Geschichtswissen war ja bei denen, die auf der Straße Krawall machen, egal, ob links oder rechts, niemals nennenswert vorhanden.

    Wie es so schön heißt: „Wissen ist Macht, - nichts wissen macht auch nichts.“ Der Haken: Wenn ein gewisses Wissen, insbesonders historisches, vorhanden ist, dann kann man auch diskutieren, man kann argumentieren und verstehen, was der andere sagt. Und genau das brauchen wir, die offene Diskussion unter den Leuten, die frei von Aggressionen ist und zum Nachdenken zwingt, und das quer durch alle Schichten der Bevölkerung. Mit einem Vokabular, das jeder versteht, - verstehen muss.

  • #12

    Hilf, Eckehard (Mittwoch, 28 Dezember 2016 16:08)

    Es ist gut, wenn sich Leute mit Geist hier unterhalten. Für einen Umschwung wie 1821 in Griechenland braucht man natürlich einen Anführer, dem die Entschlossenen folgen. Anführer müssen sich jedoch Konzepte auf sittlichem und intellektuellem Niveau erworben haben, sodass sich die Folgen vor den Geführten vertreten lassen. Im Moment sind wir noch am Konzepte schmieden. Warum zitiert niemand aus Goethes Gesprächen, die er mit Eckermann gepflegt hat, oder aus Schillers ästhetischen Briefen? Bei diesen unseren Klassikern stand schon damals zu lesen, was nicht nur unsere Nation weiter gebracht hätte. Alles vor Marx. Aber leider fehlte der Übersetzer, der dem natürlichen Volk die Früchte vom Baum der Erkenntnisse schmackhaft gemacht hätte. Stattdessen wurde die Glocke so laut auswendig gelernt, dass ihrem Erfinder keiner mehr zuhört(e).
    Herzlichst Eckehard