Medical Monday

Heute geht es wieder um die Gesundheits-Vorsorge. Die täglich gestellte Frage dazu lautet: Was ist wirklich sinnvoll? Welche Untersuchungen soll ein Mensch machen, der keine oder nur banale Beschwerden hat und sich nicht krank fühlt, aber trotzdem (oder gerade deswegen) etwas für seine Gesundheit tun will?

 

Aus Sicht des Internisten ist das recht gut zu beantworten. Die Krankheitshäufigkeit steigt mit dem Alter stetig an und man kann eine ungefähre Grenze, ab der eine breitere Vorsorge-Untersuchung als diejenige, welche von den Sozialversicherungen ohnehin angeboten und finanziert wird, etwa ab dem 45. Lebensjahr ansetzen.

 

Was ist also sinnvoll:

  • Die Vorsorge-Coloskopie (beste Krebs-Verhütung)
  • Eine komplette Labor-Untersuchung (bei Männern mit PSA-Wert), um etwa symptomlose, aber unter Umständen gefährliche Blutarmut oder Nierenstörungen etc. festzustellen
  • Ruhe-EKG (zur Feststellung unerkannter Rhythmusstörungen)
  • Belastungs-EKG (die beste, weil einfachste Methode zur Feststellung einer noch unsymptomatischen Verstopfung von Herzkranzgefäßen. Weiters ideal zur Überprüfung von Blutdruckentgleisungen während der Belastung )
  • Ultraschall des Herzens und der Halsgefäße (zur Diagnose von Gefäßwandveränderungen, die manchmal Schlaganfälle auch bei sonst völlig gesunden Menschen verursachen können)
  • Ultraschall des Bauches (zur einfachen und schnellen Überprüfung von Galle, Leber und Nieren)

Wenn diese Untersuchungen nichts Besonderes ergeben, hat man die recht hohe Gewissheit, keiner speziellen Risikogruppe für Herz-, Gefäß oder Krebserkrankungen anzugehören. Natürlich muss man den Check auch auf die jeweils persönliche Vorgeschichte abstimmen, aber grundsätzlich hat sich das Programm sehr bewährt.

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    helmut-1 (Montag, 12 Dezember 2016 18:05)

    Kann ja nicht umhin, auch da wieder meinen Senf dazu zu geben:

    "Die Krankheitshäufigkeit steigt mit dem Alter stetig an...."

    Ja, wenn sich der Mensch unvernünftig verhält und an seinem Körper - wissentlich oder unwissentlich - Raubbau betreibt. Dann machts irgendwann mal "knacks" und die Sache ist gegessen.

    Jeder hat die Möglichkeit, sich zu informieren, was Sache ist. Die Möglichkeiten, grade übers Internet sind mannigfaltiger den je. Natürlich braucht man dann einen Fachmann, der aus der Fülle der Informationen, wo auch viel Humbug verbreitet wird, das Wesentliche und vor allem das spezifisch Zutreffende für denjenigen heraussucht, um den es geht.

    Immer noch gilt die Grundregel:
    Kein Mensch muss jemals krank sein. Man kann in ein hohes Alter kommen, ohne jemals krank gewesen zu sein. Die Krankheit ist der Hilfeschrei des Körpers, wenn wir etwas falsch machen.

    Das Problem: Wer läßt sich als vollkommen Gesunder, so wie ich, präventiv und vor allem informativ jährlich ein großes Blutbild mit Urin und PSA machen? Die Allerwenigsten. Ich schon. Daher sehe ich bereits im ersten Ansatz, wann ich wieder den Schnaps herunterschrauben muss, oder auch mit dem Schweinefleisch sparsamer umgehen soll.

    Keine Information, was man zu tun und zu lassen hat, Unwissenheit, Dummheit und oftmals Ignoranz betreff der ersten kleinen Anzeichen, - denn keine Katastrophe kommt aus heiterem Himmel, - sie kündigt sich mit leisen Warnsignalen an - , das sind die Voraussetzungen für die beginnende Katastrophe.

    Und dann passiert genau das, was Herr Dr. Franz angesprochen hat: so ab 45 beginnts dann langsam, zu qualmen. Aber dieser "Normalzustand" ist nur für diejenigen "normal", die das selbst provozieren.

    Da sich aber dieses seltsame Verhalten, was die persönliche Gesundheit angeht, sehr weit verbreitet hat, ist es diesem Klientel dringend zu empfehlen, den Rat des Internisten anzunehmen, - wenn sie noch halbwegs was von ihrer Rente haben wollen.

    Soll mir keiner erzählen, dass irgendein gesundheitliches Problem rein genetisch bedingt ist. Alles, was dem Menschen widerfährt, teilt sich in zwei Hälften, exakt 50:50. Die eine Hälfte ist genetisch bedingt, die andere Hälfte von der Umwelt, der Lebensweise und der Form, wie man damit umgeht. Das ist schon seit Darwin und Mendel so.

    Wenn einer die genetische Veranlagung z.B. zum Prostatakrebs hat, dann hat er sie. Was er draus macht, ist eine andere Sache. Wenn er diese Hypothek ignoriert und vieles dann falsch macht (sich z.B. auf kalte Betonflächen setzt, usw.) dann kriegt er das wesentlich wahrscheinlicher als im Vergleich zu einem, der eben diese genetische Belastung nicht hat. So einfach ist das.

    Als 9-jähriger hat man bei mir bei einem EKG festgestellt, dass ich einen unvollständigen Rechtsschenkelblock am Herzen habe. Klar, genetisch bedingt. Mein Vater ist an Herzversagen gestorben.

    Ich weiß das, und der Arzt sagte mir damals schon, was ich zu tun und zu lassen habe. Ich habe mir das gemerkt, und ich richte mich danach. Klar werde ich auch irgendeinmal - genetisch bedingt - wegen der Pumpe den Löffel abgeben. Aber mit Sicherheit nicht in dem Alter wie mein Vater, der eben alles ignoriert hat, was er tun und lassen sollte.
    So einfach ist das.