Das "Alles für Alle" ist vorbei

 

In Finnland soll angeblich heuer eine Art von bedingungslosem Grundeinkommen (BGE) eingeführt werden. Kurz vor Weihnachten überschlugen sich viele Medien in Jubelmeldungen, wie toll und wie weit voraus die Skandinavier damit in der sozialen Frage schon wieder wären. Bei genauer Betrachtung stellt sich aber heraus: Die Finnen starten lediglich ein Pilotprojekt, bei dem eine Art finanzieller Sozialhilfe, die deutlich unter dem Existenzminimum liegt, einen Anreiz bieten soll, neben diesem Fixum auch eine Arbeit anzunehmen. Keine Rede also vom Schlaraffen-Land für Arbeitsunwillige. In der Schweiz wurde übrigens 2016 in einer Volksabstimmung das BGE mit großer Mehrheit abgelehnt und ist dort vom Tisch.

 

Illusionen und Traumtänzereien

Das BGE und seine Spielarten sind immer wieder Thema in sozialpolitischen Diskursen. Die Linken träumen vom echten BGE und viele meinen sogar, man müsse es wie so vieles andere als Menschenrecht installieren. Die  Befürworter des BGE übersehen dabei gerne, dass erstens jemand das Geld erwirtschaften muss und dass zweitens mit einem BGE serienweise staatsabhängige und daher manipulierbare Bürger geschaffen werden und keine würdevoll aus der Armut Geretteten.

 

Würdelose Almosenempfänger

Drittens ist daher ein BGE nicht der Menschenwürde dienlich, sondern reduziert diese ganz gewaltig: Abhängig von der Staatsmacht und in der Hand des allmächtigen Geldgebers Vater Staat ist man letztlich in ein unwürdiges Empfängerdasein gepresst und hat zu nehmen, was der Staat oder seine Agenten anbieten.

 

Die Preise steigen

Viertens müsste aus Gerechtigkeitsgründen natürlich jeder Staatsbürger das BGE gleichermaßen erhalten, egal ob superreich oder bitterarm, sonst wird der Grundgedanke des BGE konterkariert. Ein fix zugeteilter Sockelbetrag für alle würde naturgemäß die Preise steigen lassen und binnen kurzer Zeit wäre der Effekt des BGE damit verpufft.

 

Auch rechte Ökonomen denken über das Grundeinkommen nach

Die Linken haben aber die Idee des BGE nicht für sich gepachtet. Es gibt durchaus differenziertere Überlegungen dazu. Milton Friedman entwickelte in den 60ern das Konzept der sogenannten Negativen Einkommenssteuer. Sie stellt im Grunde eine andere Form des Grundeinkommens dar. Die Negativsteuer ist allerdings nicht bedingungslos, weil der Arbeitsanreiz erhalten und Arbeitsannahme verpflichtend bleibt. In Ansätzen gibt es diese Negativsteuer übrigens auch in Österreich.

 

Vermutlich werden die Finnen eher in diese Richtung gehen, denn es sollte bei jedem staatlichen Grundeinkommen der Anreiz zur Arbeit erhalten bleiben. Ein reines BGE, das sich ausnahmslos und unbarmherzig "bedingungslos" nennt, ist nur dazu angetan, die Menschen zu korrumpieren und in eine Nanny-State-Mentalität zu drängen. 

 

Links und Rechts sind gültige Kategorien

Bedingungslose Forderungen nach BGE, Mindestlohn, mehr Gleichheit im Einkommen, Steuererhöhungen und nach anderen finanziellen und sozialen Besserstellungen für alle Menschen sind die Domäne der politischen Linken. Es wird zwar heute vielerorts moniert, man solle die Kategorien "Links" und "Rechts" im politischen Diskurs verlassen, da sie nicht mehr stimmen würden, aber wenn man sich den Kernfragen der Politik und der politischen Moral nähert, ist die Gültigkeit der weltanschaulichen Kategorien ungebrochen.

 

Das "Soziale" ist links

In der sozialen Frage geht es nach wie vor um die sogenannte Verteilungsgerechtigkeit und um das, was der Staat den Leistungsträgern wegnehmen soll, damit er es den Ärmeren geben kann. Das betrifft natürlich auch internationale Fragen wie die der Migration und die wirtschaftlichen Unterschiede zwischen den Nationen. Aus linker Sicht besteht eine vom Staat zu vollziehende Verpflichtung der Mehrleistenden und Besserverdienenden, immer größere Teile ihres Einkommens für die sogenannten Schlechtergestellten abzugeben. Freiwilligkeit und individueller Altruismus haben da keinen besonderen Stellenwert.

 

Diese konstruierte Verpflichtung soll auch für die reicheren Staaten dieser Welt gelten: Man ist es den anderen einfach schuldig, ihnen etwas abzugeben. Oder wie im aktuellen Fall der Migrationskrise: Man muss die Armen sogar herbeiholen, um sie zu versorgen - das sei die Menschenpflicht des reichen Westens.

  

Marx im Kopf

Diese sozialpolitische Meinung wurde seit Marxens Zeiten so lange, so laut und offenbar so erfolgreich getrommelt, dass sogar die Konservativen stetig nach Links gedriftet sind und heute diverse Ideen der Linken übernommen haben. Die Bürgerlichen sind in die linkspopulistische Falle getappt und haben nicht mehr die Cojones, konservativ zu bleiben. 

 

Alles für alle!

Linke Forderungen werden stets geschickt formuliert und dann meist anklagend, zumindest aber vorwurfsvoll dargebracht: Linke argumentieren immer, es würden bestimmten Menschengruppen bestimmte Rechte vorenthalten oder es fände irgendwo Diskriminierung statt oder der Gleichheitsgrundsatz würde verletzt oder es würde gar ein Menschenrecht in Frage gestellt. Am Ende jeder linken Denke steht der infantile Generalwunsch nach einem "Alles für alle" - am besten sofort, weil es jedem zusteht, alles zu haben. Die neue Linke bekam deswegen im angloamerikanischen Sprachraum auch schon den vielsagenden Namen "The regressive Left".

 

Ehe für Alle

Ein Paradebeispiel der Agitprop im neulinken Stil ist die Forderung nach der Ehe für alle: Es sei ein Grundrecht aller Menschen, einander zu heiraten, ganz egal, welches Geschlecht man auch habe. Und dieses Recht würde bestimmten Heiratswilligen vorenthalten. Nämlich,  wenn es um die Schließung einer Ehe unter Gleichgeschlechtlichen geht. Die ist nicht erlaubt.

 

Woher man aber die Begründung nimmt, zu sagen, ein uraltes Rechtsinstitut wie die Ehe, die ab ovo und seit jeher nur für Mann und Frau gedacht war, würde auf einmal den gleichgeschlechtlich Liebenden vorenthalten oder die Ehe wäre als ganzes zu Unrecht exklusiv, das wird verschwiegen.

 

Es gibt kein Rechtsfundament

Es ist auch ganz klar, warum hier lieber be- und geklagt als argumentiert wird: Es gibt keine rechtlich haltbare Begründung für den Wunsch nach der Ehe für Alle. Dazu existiert bereits ein einstimmiges(!) Urteil des EGMR vom Sommer 2016: Ein Menschenrecht auf Eheschließung unter Homosexuellen gibt es nicht und dieser Vorbehalt für Mann und Frau stellt auch keine Diskriminierung dar, befanden die Höchstrichter.

 

Die Medien ignorieren solche Fakten

Bezeichnenderweise wurde in den meisten unserer am linken Mainstream orientierten Medien über dieses Urteil des Gerichtshofes für Menschenrechte kaum berichtet. Die Meldung erschien nur als Randnotiz. Man stelle sich vor, das Urteil wäre umgekehrt ausgegangen: Wir hätten wohl bis heute Regenbogenparaden ohne Ende. ( Im DailyFranz findet sich übrigens dazu ein Artikel .)

 

Die offizielle Politik ist linkspopulistisch

Im westlichen Kontinentaleuropa ist die Regierungspolitik heute tendenziell linkslastig. Sie nennt sich euphemistisch humanitär und am Menschen orientiert, ist aber im Grunde vor allem linkspopulistisch, weil am ständigen Ausbau des staatlich gewährleisteten "Sozialen" gearbeitet wird. Auch wenn "schwarze", einst konservative Fraktionen in einer Koalition vertreten sind (wie in Österreich oder in Deutschland), ist von bürgerlichen und rechten politischen Inhalten wenig zu merken.

 

In Deutschland ist sogar ein politisches Paradoxon zu diagnostizieren: Die letzte sozialdemokratische Regierung fuhr unter Kanzler Schröder einen deutlich "rechteren" Kurs als die jetzige CDU-Kanzlerin. Dafür profitiert Deutschlands Wirtschaft noch heute von den sozialpolitischen Eingriffen Schröders. Allerdings tut Frau Merkel gerade alles, um ihr Land wieder herunterzuwirtschaften. Ihre Haltung ist definitiv links, ihre desaströse Migrationspolitik beweist das.

 

Die Ära der Rechten bricht an

Doch aller linker Populismus wird nichts helfen: Es geht zu Ende mit den Linken. Offene Grenzen, Flüchtlingsrhetorik, BGE, Ehe Für Alle, Menschlichkeitsbeschwörungen und anderer Theaterdonner klingen zwar laut in unseren Ohren, aber die Leute haben genug von diesem endlosen Geschwurbel und den ständigen Ablenkungsmanövern. Die Geschichte vom "Alles für Alle" will und kann kaum noch jemand glauben, der Hausverstand hat mittlerweile gesiegt. Man will weg von den leeren Lehren, die nur versprechen und nichts halten.

 

Die "Menschen draußen", wie die Linken immer so schön sagen, diese Menschen wurden nicht hereingeholt und schon gar nicht gehört. Man holte und holt lieber Fremde ohne Ende anstatt auf die eigenen Leute zu schauen. Das Migrationsdesaster bricht jetzt den alten Volksparteien, egal ob rot oder schwarz, endgültig das inhaltlich schon lange morsche Genick. Und mit ihnen verlieren auch gleich die Grünen ihr letztes Standing.

 

Was aber haben die Rechten zu bieten?

Die Re-Politisierung und damit förmlich die Wiederauferstehung der fundamentalen gesellschaftlichen Werte wird durch die rechte Weltanschauung geschehen. Zur Erinnerung: Rechts ist alles, was bürgerlich, wertkonservativ, wirtschaftsliberal, aufgeklärt und christlich ist. Von Rechts kommt alles, was den Menschen als Individuum und als soziales Wesen erst ausmacht: Die Personalität und die Identität, der Wert der klassischen Familie, der Patriotismus zum Schutz der eigenen Nation, das authentische Heimatgefühl, das gesunde Leistungsprinzip, das wirtschaftliche Denken, der persönliche Altruismus und die Achtsamkeit auf sein Umfeld, die Freiheit des Einzelnen, die Traditionen und die grundsätzlichen Tugenden wie Pflichtbewusstsein, Ehrgefühl und Anstand. Das sind die feststehenden rechten Angebote, die man in Zeiten wie diesen gar nicht mehr abschlagen kann. 

 

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 15
  • #1

    BeGeEh (Dienstag, 03 Januar 2017 10:34)

    Ich kann dem ganzen Text nur vollinhaltlich zustimmen. Früher war ich mal links (ohne es zu wissen), bis ich mich den vielen Gegenargumenten gestellt habe und mir dann auch klar wurde, was links/rechts eigentlich bedeutet und womit das alles zusammen hängt.
    Im Prinzip ist es bei mir darauf hinausgelaufen, dass es einmal "klick" gemacht hat, das war, als ich erkannt habe, was eigentlich hinter der Marktwirtschaft und der Preisbildung steckt: Nämlich ein negativ rückkoppelndes System. (Im Kern ist das ja Allgemeinbildung ->"Angebot und Nachfrage", welche man in der Schule lernt, aber als Linker wird einem diese Erkenntnis aberzogen)
    Dieses Prinzip lässt sich sowohl auf Ökonomie, als auch auf Gesellschaft anwenden und tut man das, bricht das gesamte linke Weltbild in sich zusammen.

    Dann erkennt man auch, dass sowas wie das BGE nicht funktionieren kann und fürchterlich scheitern wird, weil es die falschen Anreize auslöst. Auch ist eine Wirtschaft kein statisches System, sondern verändert sich.
    Und der Punkt beim BGE ist ganz einfach:
    Führt man das BGE ein, schafft man automatisch Vorraussetzungen, die dazu führen, dass das BGE nicht ausreicht. (MASSIVER Anstieg der Inflation)

    Aber nicht nur das sehe ich als Problem, ich glaube das BGE würde auch der Gesellschaft bzw sozialen Strukturen schaden, weil es den Menschen in eine Lebensweise hineinstösst, die unerfüllend ist. Viele Menschen würden bei einem (angenommen funktionierenden BGE) nicht mehr arbeiten.
    Es käme zu einer noch stärkeren UNGLEICHVERTEILUNG der Arbeit, denn die Fleissigen werden sich die Arbeit schnappen, um trotz inflationsrelativiertem BGE viel Geld zu haben und die weniger Fleissigen werden mit dem BGE abfinden, versumpern, keine Arbeit, keinen Sinn im Leben haben, depressiv werden, ihren Lebenswillen aufgeben, single bleiben etc.

    Ich glaube ein moderater Arbeitszwang ist sogar gut für die Gesellschaft, weil es auch die weniger Fleissigen ins "kalte Wasser" stösst und so quasi "mitnimmt" in der Gesellschaft.


    Das größte Problem der Linken ist ihr materialistisches Denken, und der damit verbundenen Beschränkung aller Fehlentwicklungen auf "zu wenig Geld". Und das ist einfach falsch, denn viele gesellschaftliche Probleme kann man mit Geld nicht lösen, sondern nur durch "bessere Kultur" (Kultur = kollektives Verhaltensmuster). Man kann die Kultur mit Geld beeinflussen (verbessern/verschlechtern), das kann man aber auch mit Religion, Philosophie, Werten etc

    Die Steuerung der Kultur mit Geld birgt das Problem, dass man ein so überaus komplexes System nicht steuern kann. Setzt man einen Anreiz hier, so entsteht ein Anreiz da usw.

    Ein Beispiel:
    -Alleinerzogen aufgewachsene Kinder bilden tendentiell mehr Defizite in ihrer Persönlichkeit
    -Es gibt viele Alleinerziehende die ja alle soooo arm und völlig unverschuldet geschieden sind
    -der Staat muss helfen
    -der Staat gibt Förderung an Alleinerziehnde
    -Der Anreiz sich scheiden zu lassen steigt

    Und solche komplexeren Zusammenhänge, gibt es millionenfach in unserer Gesellschaft. Diese gilt es zu verstehen, nicht gedankenlos ständig Geld umzuverteilen.

  • #2

    helmut-1 (Dienstag, 03 Januar 2017 11:32)

    Sehr interessant, diese Überlegungen zu BGE.

    Diese Idee des BGE für alle, - auf die bin ich noch gar nicht gekommen. Die Theorie: Jeder, der sich im arbeitsfähigen Alter und nicht in einer Ausbildung befindet, hat Recht auf das BGE. Jeder, der dann arbeitet, hat seinen Profit dadurch, dass er eben etwas macht, was zusätzliche Penunzen in sein Portmonnaie bringt. Interessante Idee.
    Ich frage mich aber, wie das zu finanzieren ist. Irgendjemand muss dann doch dass BGE finanzieren. Evtl. die Konzerne? Die Banken? Wäre ein Weg. Leider bin ich kein Volkswirtschaftler, um das zu beurteilen zu können.

    Die andere Sache ist das Konzept der Rechten. Da krankts meiner Meinung nach an der Transparenz. Was schlüssig dargestellt wurde, das war im letzten Beitrag hier im Forum: die Idee von Europa. Aber alles andere? Negerboxkampf im Tunell. Wenn hier klare Formen artikuliert werden, dann kann das auch andere überzeugen.

  • #3

    Walter (Dienstag, 03 Januar 2017 14:40)

    Siehe : " Atlas Shrugged " von Ayn Rand. Wenn das melken zuviel wird verdruecken sich die Melk Kuehe. Zuerst nur vereinzelnd - wenn ein kritischer Punkt erreicht ist geht's schneller.

  • #4

    Rudi Roller (Dienstag, 03 Januar 2017 14:44)

    naja... der Autor hat einiges vergessen.
    Sollte mal auf dies Seite stöbern:
    https://www.bandbreitenmodell.de/

  • #5

    Rudi Roller (Dienstag, 03 Januar 2017 14:46)

    Richtig wichtig:
    https://www.economy4mankind.org/de/startseite/

  • #6

    André (Dienstag, 03 Januar 2017 15:37)

    Och D. ist doch angeblich sooo reich. Uns gehts doch wunderbaaar. Oder? Nun schauen wir mal nach GB. Oh, dort gibt es doch tatsächlich eine medizinische Grundversorgung gratis für alle Engländer. Man muss also keine Krankenkasse bezahlen, für Grundversorgung. Und im soo reichen D. geht das nicht? Mhh. Nun schauen wir doch mal nach Norwegen. Dort soll doch tatsächlich die 4 Tage Woche eingeführt werden. Und im sooo reichen Exportüberschuss produzierendem D. geht das nicht? Schauen wir mal in die Schweiz.... Schauen wir doch mal nach FIN. Die probieren es wenigstens. Mal sehen was raus kommt. Klar ist doch, das es in D. ein Sozialsystem gibt das nicht mehr zu der globalisierten Arbeitswelt passt. Und wenn man über die Finanzierbarkeit palavert, dann sollte man sich erst mal mit dem Geldsystem befassen. Auch wurde der Gedanke zum BGE nicht verstanden. Umfragen ergeben eindeutig das 99% nicht mit arbeiten aufhören würden. Es geht einzig allein darum die Grundbedürfnisse, essen, trinken, wohnen damit zu befriedigen. Und übrigens, das BGE gibt es schon in einigen Ländern. Und es funktioniert sehr gut. Aber wenn man sein heimisches Habitat schon nicht mehr verlassen kann und nicht mit offenen Augen durch die Welt gehen kann, dann hat man halt ein Brett vorm Kopf. Ich selber würde mich als rechts bezeichnen, lebe aber selber sozusagen als Ausländer nicht mehr in D.

  • #7

    Georg H (Dienstag, 03 Januar 2017 15:39)

    Das mit dem BGE ist doch einen Gedanken wert.
    Der meiner Meinung nach fundierteste Advokat des BGE ist Götz Werner, der Gründer und Eigentümer der DM-Kette. Er verbreitet diesen Gedanken recht fundiert seit Jahrzehnten
    https://en.wikipedia.org/wiki/Götz_Werner
    Ist es denn nicht schon heute so, dass die, die nicht arbeiten wollen eben nicht arbeiten. Wer verhungert denn bitte bei uns? Es ist nur eine riesige bürokratische Verteilungsmaschinerie für das jetzige System erforderlich. Über das BGE könnte man vom Stipendium, über Arbeitslosengeld, Krankengeld bis zur Pension alles abdecken. Wer vorübergehend mal für 2 Jahre in Pension gehen will, sollte das tun können. Derzeit sind die Menschen halt vom Kapital abhängig. Ich sehe da keinen so grossen Unterschied. Ich finde eher dass der Mensch jetzt schon vom Staat bevormundet und eingesponnen wird. Das BGE würde seine Macht eher schmälern, weil eben "bedingungslos".
    Heute wird der Wert einer Tätigkeit ausschliesslich über die Bezahlung bewertet, dadurch finden viele gesellschaftlich wertvolle Aktivitäten nicht mehr statt, weil die Menschen dafür keine finanzielle Basis haben. Wenn man sich den gewaltigen Sektor der ehrenamtlichen Tätigkeit ansieht (FW Feuerwehren, Rotes Kreuz,..), wird offensichtlich, dass die Menschen eben nicht nur für's Geld arbeiten. Sie brauchen dafür nur eine Basis von der sie überleben können.

  • #8

    André (Dienstag, 03 Januar 2017 16:32)

    Ich sehe es genau so wie Georg H. Ein BGE würde die Macht der "Eliten" schmälern, weil man ja so was wie eine Freiheit hätte. Und das wird man nicht zulassen, wenn sozusagen die Peitsche fehlt.

  • #9

    EuroTanic (Dienstag, 03 Januar 2017 18:24)

    Ich bin nicht für und nicht gegen das BGE. Ich bin aber gegen alle Zwangssteuern und für die Freiheit, Freiwilligkeit. Sollen doch die, die dies wollen ein BGE finanzieren, und die die dies nicht wollen nicht.

  • #10

    Ferdinand (Dienstag, 03 Januar 2017 19:10)

    lieber herr doktor franz!
    die "rechten" sind aktuell in der regierung (övp), aber wie wir gesehen haben sind dieses rein an der machterhaltung interessiert und haben sogar einen grünen freimaurer bei der letzten wahl unterstützt. das ist höchster verrat der eigenen werte, der überhaupt möglich ist.
    und die fpö? die eiert auch nur herum, anstatt den finger in die wunder zu drücken (obergrenze, kriminalstatistik, rekordverschuldung, orf usw.).
    die linken schlagen um sich und werden alles daran setzen an der macht zu bleiben. dazu wird man die grüninnen ins boot holen und noch viel mehr streiten als jetzt. die großen verlierer sind wir.
    heute in einem jahr haben wir mindestens 600.000 arbeitslose im land.
    darauf wette ich mit ihnen um eine kiste bier.

  • #11

    Hans Kolpak (Mittwoch, 04 Januar 2017 00:16)

    Die BGE-Jünger postulieren einfach einen Umverteilungsstaat mit weniger Umverteilung - gewissermaßen ein Übergangsmodell und treten damit in eine der marxschen Tretminen, um anschließend engelsgleich auf Wolke 7 weiterzufabulieren.
    Marx & Engels waren Trottel, oder?

    Da stimmt NICHTS und funktioniert auch NICHTS.

    Pro und Kontra Bedingungsloses Grundeinkommen
    http://www.dzig.de/Pro-und-Kontra-Bedingungsloses-Grundeinkommen

  • #12

    enrico (Mittwoch, 04 Januar 2017 21:46)

    [Zitat]
    Von Rechts kommt alles, was den Menschen als Individuum und als soziales Wesen erst ausmacht: Die Personalität und die Identität, der Wert der klassischen Familie, der Patriotismus zum Schutz der eigenen Nation, das authentische Heimatgefühl, das gesunde Leistungsprinzip, das wirtschaftliche Denken, der persönliche Altruismus und die Achtsamkeit auf sein Umfeld, die Freiheit des Einzelnen, die Traditionen und die grundsätzlichen Tugenden wie Pflichtbewusstsein, Ehrgefühl und Anstand. Das sind die feststehenden rechten Angebote, die man in Zeiten wie diesen gar nicht mehr abschlagen kann.  [Zitat Ende]

    Ist die eindimensionalen Klassifizierung “Links” / “Rechts” wirklich dienlich, obwohl sich die Sache, um die es geht, in viele, viele Dimensionen erstreckt ? Denke entgegen der Meinung des Autors, dass diese Kategorien sehr wohl untauglich sind. Besonders der Begriff “Rechts” ist leider zu sehr verseucht und erweckt oft falsche Assoziationen. Halte mich für weder rechts noch links – eher für “konkordisch”. Gut, letztlich ist das aber nicht so wichtig, Hauptsache man versteht sich.

    Die (angeblichen) Ideale der Französischen Revolution lauten “Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit”. Bemerkenswert ist dabei, dass sich diese einzelnen Ideale gegenseitig ausschließen. Gleichheit beschränkt oft Freiheit, Freiheit verdrängt oft Brüderlichkeit und Brüderlichkeit korrumpiert oft Gleichheit. Nur wenn diese drei Kräfte in einem gesunden, gemeinsamen Sinne wirken, können wir nachhaltig zu den guten (konkordischen) Werten kommen, die oben im Zitat aufgelistet sind. Es fehlt also noch ein übergeordnetes Ideal: Le Concorde Salubre! Die alles in ein wohlklingendes Konzert bringende, gesunde Eintracht:

    Freiheit für das Bildungs- und Kulturleben.
    Gleichheit für das Rechtswesen.
    Brüderlichkeit für das Wirtschaften.

    Nur in dieser “konkordischen” Anordnung kann die gesunde Eintracht entstehen, denn:

    Je mehr Gleichheit in Form von staatlicher Bevormundung und Gleichmacherei ins Kultur- und Bildungswesen kommt, desto mehr wird die freie Entwicklungs- und Erkenntnisfähigkeit der Menschen eingeschränkt.

    Je mehr Brüderlichkeit in Form von Nepotismus in das Rechtswesen kommt, desto willkürlicher wird das Rechtssystem und desto inkompetenter und undisziplinierter deren Organe.

    Je mehr Freiheit in Form von Egoismus ins Wirtschaftsleben kommt, desto mehr kommt es zu gegenseitiger Übervorteilung, die auf Dauer den allgemeinen Wohlstand zerstört. Wohlstand für alle kann es nur geben, wenn die Synergie der Beteiligten funktioniert. Je mehr Konsens in der Wirtschaft herrscht, desto effektiver wird diese Synergie. Die Freiheit in der Wirtschaft darf also nicht als verdrängender Egoismus daher kommen, sondern muss vor allem als Gestaltungs- und Entfaltungsfreiheit aller Beteiligten erscheinen, denn hier fördert Freiheit die gegenseitige Ergänzung. Ähnlich verhält es sich mit der Wirkung von Gleichheit im Wirtschaftsleben: Kommt sie als staatliche Gleichmacherei und Gängelei daher, schadet das der Synergie, kommt sie aber als ordnende Kraft, die Rechts- und Vertragssicherheit garantiert, dann ist sie sehr hilfreich.

    Immer geht es darum, dass Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit ihren jeweiligen, richtigen Platz einnehmen.

    LG, enrico

  • #13

    enrico (Donnerstag, 05 Januar 2017 00:15)

    will nicht aufdringlich werden, aber würde gerne noch folgendes sagen:

    Die Aufgabe der Volkswirtschaft ist die Schaffung von allgemeinem Wohlstand des gesamten Volkes, d.h. dass die Wirtschaft natürlich auch im ausreichenden Maße das Rechtswesen sowie das Kultur- und Bildungswesen ernähren muss. Um das Rechtswesen mit allen seinen Organen (einschl. Polizei u. Landesverteidigung) zu ernähren, kommt man nicht darum herum, dies nur durch Steuern zu finanzieren. Alle anderen Aufgaben sollten aber nur teilweise durch Steuern und hauptsächlich durch Schenkungen finanziert werden. So kann man “den Staat” auf sein Kerngeschäft reduzieren.

    Ein Grundeinkommen ist zunächst nicht falsch, man muss es nur in den richtigen Kontext bringen, es kann also nicht bedingungslos sein. Richtiger wäre es, von einer Freiwilligen-Pauschale zu sprechen. Dafür bedarf es aber auch ausreichender Möglichkeiten, sich freiwillig einzusetzen zu können. Etwas, was heute meist nicht möglich ist, weil es da zu viele administrative Hürden gibt (z.B. den Versicherungsschutz). Bevor diese Hürden nicht beseitigt sind, macht ein Grundeinkommen wenig Sinn. Sind diese einmal beseitigt, wäre eine solche Freiwilligenpauschale am besten durch Schenkungen zu finanzieren.

    Die Spielregeln unseres derzeitigen Wirtschafts- und Finanzwesen sind leider so gestaltet, dass eine konservative Nachhaltigkeit nicht möglich ist. Es ist ein autodissipatives System, das nach einer gewissen Laufzeit, durch den “Matthäuseffekt” nicht mehr in der Lage ist, den Wohlstand für alle Beteiligten aufrecht zu erhalten. Dies ist kein politisch-ideologisches Problem, sondern eines der Logik. In Deutschland zeigt sich der Mätthäus-Effekt z.Z. nicht so sehr, aber nur weil dieses Problem mittels dem Exportüberschuss, bedenkenlos ins Ausland entsorgt wurde. Dieses rücksichtslose Entsorgen, das den Einheimischen zudem alles andere als Vorteile bringt, ist aber nicht nachhaltig und wird das Problem bald verschärft wieder zurückbringen. Tatsächlich wurde durch den ständigen Exportüberschuss ins europäische Umland, das Projekt “Europa” sehr stark beschädigt.
    Aufrichtige Konservative sollten sich dessen bewusst werden. Eine konservative Sichtweise ist keine konservative Sichtweise, wenn man behauptet es wäre nicht zu ändern, dass die Wirtschaft ständig Wachstum benötigt, das wäre in der Tat ein Widerspruch. Eine konservative Wirtschaft wäre eine Wirtschaft, die auch in Lage ist, ohne Wachstum voll funktionsfähig zu bleiben. Aber um diesen Gordischen Knoten lösen zu können, sollte man zuerst einmal mit unkonventioneller Herangehensweise das bestehende Banken- und Finanzwesen untersuchen und verstehen. Da zeigt sich bald, dass letzteres alles andere als mit konservativen Werten kompatibel ist.

    Konservatives Denken ist gut und fördert das Gemeinwohl, es sollte dafür aber auch zu den notwendigen Einsichten führen. Einfaches Weiterwursteln, weil man das ja schon immer so gemacht hat, geht nicht mehr.

    LG, enrico

  • #14

    os2tom (Donnerstag, 05 Januar 2017 11:30)

    Der letzte Absatz bring für mich alles auf den Punkt. Genau diese "Werte" sind es nach dem sich, so glaube ich, die Menschen heute wieder sehnen. Man sucht besonders in Zeiten der Unsicherheit wieder die Geborgenheit und das findet man in den Begriffen "Familie", "Tradition" und "Heimat" - man fühlt sich geborgen unter Gleichen. Man hat den Eindruck dass unsere Politik sich mit Sozialleistungen ihre Wählerschaft gleichsam "kaufen" will, und die Bürger steigen auch darauf ein, "Gottseidank" aber immer weniger. Denn das erkaufen des Wohlwollens der Wählerschaft kommt kalt herüber und das negieren der wahren Wünsche des Volkes vergrößert nur den Abstand zu der derzeit regierenden Politkaste.
    (Seinen Beitrag dazu liefert auch der Staatsfunk, der Themen negierend, verschweigend oder im besten Fall verdreht wiedergebend auftritt um ja nicht seinen linken Lehensherren zu vergrämen.)
    Aber wissen Sie was die "Rechten" wirklich zu bieten haben?
    Die Rechten sind ganz einfach nicht die Linken!
    Es ist völlig egal was sie sind - sie sind ganz einfach nicht "die da". Der gelernte Österreicher weiß schon dass sich nicht viel ändern wird, sollten die Rechten ans Ruder kommen, aber es verschwinden endlich diese selbstgefälligen "Oberlehrergesichter" vom Bildschirm und rutschen hoffentlich in die zweite Medienreihe. Alleine das ist es schon Wert die RotInnen und GrünInnen, zusammen mit den schwarzen Steigbügelhaltern, nicht mehr zu wählen.

  • #15

    Soso (Freitag, 20 Januar 2017 03:20)

    Zitat: "Ich glaube ein moderater Arbeitszwang ist sogar gut für die Gesellschaft, weil es auch die weniger Fleissigen ins "kalte Wasser" stösst und so quasi "mitnimmt" in der Gesellschaft."

    Soso...Zwang! Bürgerliche Faschisten denken in etwa genauso. Was schließe ich wohl daraus??