Frauen ja, Quote nein

 

Die österreichische Tageszeitung "Der Standard" beschäftigte sich in der Ausgabe vom 5.1.2017 schwerpunktmäßig mit dem Thema "Frauen in der Politik".  Tendenziell ist aus den teilweise recht klagsamen und auch ein wenig vorwurfsvollen Beiträgen herauszulesen, dass die Redakteurinnen eine Frauenquote für sinnvoll erachten und aus ihrer Sicht der Frauenanteil in der Politik, der aktuell insgesamt bei etwa 30% liegt, unbedingt auf 50% anzuheben ist. Nur so könne das Volk wirklich gerecht repräsentiert werden. Eine der Journalistinnen vermeinte sogar, dass zur Zeit die Hälfte der Bevölkerung (nämlich die Frauen) von der politischen Beteiligung überhaupt ausgeschlossen wäre.

 

Ja zu mehr Frauen in der Politik

Grundsätzlich ist es natürlich zu befürworten, dass (mehr) Frauen in die Politik gehen. Aber es ist definitiv abzulehnen, dieses Ziel über eine Quote oder durch andere Zwangsmaßnahmen erreichen zu wollen. Da sehen die Quoten-Verfechterinnen wohl den Wald vor lauter Bäumen nicht: Niemandem hilft es, wenn das Geschlecht als gesetzlich festgelegte Bedingung für die Ausübung eines politischen Amtes etabliert wird und die Vergabe von demokratischen Mandaten danach 50:50 zwischen Männern und Frauen aufgeteilt werden.

 

Das Abbild der Bevölkerung

Will man wirklich die Bevölkerung aliquot in den Landtagen und im Parlament vertreten sehen, dann müsste man einen Schlüssel einführen, der Alter, Beruf, Wohnort, Vermögen, Gesundheitszustand, Wohnstatus usw. repräsentiert und die Mandatsverteilung demgemäß regelt. Das Geschlecht als Hauptfaktor für die politische Repräsentation zu nennen, ist hanebüchen und letztlich nicht zu vertreten, weil einfach zu viele Argumente dagegen sprechen.   

 

Quote ist Sexismus

Geschlechtsbezogene Quoten tragen ein mächtiges sexistisches Momentum in sich. Sie verkörpern also genau das, was die Kämpferinnen für die Frauenrechte immer so vehement bei den Männern verurteilen, aber allzu oft selber leben: Der Feminismus per se ist ja eine rein sexistische Bewegung, deren gesamtes Streben und Trachten nur darauf ausgerichtet ist, das Geschlecht "Frau" gesellschaftlich, politisch und wirtschaftlich zu stärken und alle sogenannten männlichen Bastionen zu erobern. Dem Feminismus geht es nicht um Gleichstellung, sondern um den Angriff auf und Sieg über den Mann.

 

Konstruktive Frauenpolitik geht anders

Quoten schaden den Frauen. Denn jede Quoten-Frau wird immer eine Quoten-Frau bleiben. Über eine Quotenregelung in eine bestimmte Stellung gehievte Frau gerät damit a priori in eine benachteiligte Position. Wenn man nicht aufgrund von Qualifikationen und/oder durch freie Wahlen in ein politisches Amt berufen wird, dann bleibt dieser (nicht einzige) Pferdefuß der Quote auf Dauer bestehen. Die Quote ist also bei objektiver Betrachtung ein Karriere- und Reputationsnachteil für jede Frau. 

 

Quoten beschädigen auch Männer

Dasselbe gilt natürlich auch für Männer: Man stelle sich vor, in sogenannten typischen Frauenberufen würde eine Quote eingeführt und man würde beispielsweise verlangen, dass die Hälfte aller Hebammen männlich sein muss. (Derzeit gibt es übrigens eine einzige männliche Hebamme in Österreich). Die Quoten-Männer würden genauso punziert und gehandicapt bleiben wie die Quoten-Frauen. 

 

Bevorzugung und Diskriminierung 

Im Übrigen stellt es eine klare Diskriminierung dar, eine Frau einem Mann vorzuziehen, nur weil eine geschlechtsbezogene Quote existiert und diese zu erfüllen ist. Wie kommt ein entsprechend qualifizierter Mann dazu, politisch zweitgereiht zu werden, weil ein krass sexistisches Argument auf einmal in eine Vorschrift gekleidet wird und ihm damit eine Frau vorgezogen wird? Das hat bisher noch kein Quoten-Fan schlüssig erklären können. Es ist sachlich auch nicht zu rechtfertigen, Benachteiligungen durch zwangsweise Bevorteilung anderer hinnehmen zu müssen. Mit Quoten kann man willkürlich Leute von ihren politischen Tätigkeiten abhalten und ganz massiv und nachteilig in die Lebensplanung von Menschen eingreifen.

 

Quoten-Fans wollen Druck, um die Situation zu verbessern

Von den Befürwortern hört man als häufigstes Argument, dass Frauenquoten zumindest kurzfristig notwendig seien, um den politischen Ausgleich zwischen den Geschlechtern zu schaffen, weil das sonst ohne Druck nicht gelingen würde. Für das hehre Ziel "Gleichheit" könne und dürfe man die oben zitierten Benachteiligungen auch in Kauf nehmen. Opfer müssen offenbar sein.

 

Man bekennt sich damit also freimütig zu Maßnahmen, die sonst gerade von jenen, die eine Quote fordern, aufs Schärfste verurteilt werden. Die bösartige Absurdität ihres Ansinnens ist den Quoten-Kämpfern entweder nicht bewusst oder, schlimmer noch, es treiben sie bewusste egoistische und feministische Motive und sie gehen für die Erreichung ihres Zieles über Leichen.  

 

Kein stichhaltiges Argument

Es bleibt im Diskurs über die Quote kein einziges valides und sachliches Argument über, das für eine Frauenquote in der Politik spricht. Auch demokratiepolitisch gibt es keines, das man ins Treffen führen könnte. Wir landen daher am Ende immer bei der Ideologie und eine solche kann man nur ablehnen oder sein eigen nennen.

 

Aber eines ist sicher: Für jede Frau in der Politik ist es bekömmlicher und ehrenvoller, wenn sie über Qualifikation, Persönlichkeit und Leistung in ein politisches Amt gelangt als nur durch die Tatsache, dass sie eine Frau ist. 

 

 

 

 

 

 

 

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Kommentare: 5
  • #1

    n4ttl (Freitag, 06 Januar 2017 10:02)

    Früher habe ich diese Quoten und positive Diskriminierung schwachsinnig gefunden. Mittlerweile betrachte ich es sehr pragmatisch. Wenn ich als Frau einen gratis Vorteil haben kann, ja, warum nicht? Die Idioten sind doch die anderen, die sich freiwillig den rechten Arm hinter den Rücken binden lassen.

    Derlei Diskussionen gibt es sowieso nur mehr maximal 10 Jahre, dann werden wir Frauen (leider) wieder in die hinteren Reihen verwiesen. Die Zeiten ändern sich und wir uns mit ihnen...

  • #2

    helmut-1 (Freitag, 06 Januar 2017 12:45)

    Das ist ein ausgesprochen diskriminierender Beitrag. Ich bin erschrocken und erschüttert darüber.

    O.k., das über die Gleichgeschlechtlichkeit ist ja geregelt. Ob der männliche Bewerber oder die weibliche Bewerberin homosexuell orientiert ist, oder heterosexuell, - darf ja niemanden interessieren. Was ist aber mit den anderen?
    Da gibts Leute, die verfügen über beide Sexualorgane, man nennt sie auch Zwitter.
    Dann gibts Leute, die befinden sich in einem männlichen Körper und sind aber eigentlich Frauen.
    Dasselbe gibts auch umgekehrt.
    Was passiert, wenn eine "Frau" nun diesen Job aufgrund der Quotenregelung bekommt und in Wirklichkeit sie aber über "Untensilien" verfügt, die rein männlich sind? Wird sie dann ihres Dienstes enthoben?
    Wie müßte man das "Würstchen" in diese Ordnung einsortieren, ich meine, diese Dame namens Conchita Wurst? Würde sie der Frauenquote nützen oder schaden?
    Ich denke, wenn man diese Quotenregelung einführt, dann muss man auch in die "Tiefe" gehen. Dann bedarf es einer eingehenden Untersuchung vor dem Einstellungsgespräch über den Amtsarzt, den Psychologen und den Sexualwissenschaftler.

    Man will ja korrekt sein. Wie heißt das heute? "Political correctness". Also, - liebe Grüne und sonstige Heilsbringer, - konzentriert Euch darauf, ganz korrekte Gesetze zu machen.

    Mein persönlicher Kommentar:
    Was würde Asterix dazu sagen?
    Antwort: "Die spinnen, die Römer"

  • #3

    Franz Köchl (Freitag, 06 Januar 2017 13:56)

    Wie kann die Frauenquote eigentlich in folgenden Branchen funktionieren: z.B Baugewerbe (1 Sack Zement wiegt 50 kg, ein Pfosten nicht viel weniger) , Automechaniker - alleine Radmutternwechsel erfordert schon eine Kraft, die Frauen meistens einfach nicht haben - einfach genetisch bedingt

  • #4

    helmut-1 (Freitag, 06 Januar 2017 20:38)

    Franz Köchl :
    Ich kann Sie beruhigen:
    Weder als Arbeitgeber noch als Lehrherr habe ich jemals Frauen in unserer Branche (Garten- und Landschaftsbau) beschäftigt. Einmal hatte ich eine Praktikantin, - so 6 Wochen lang, weil sie mich andauernd gebettelt hat und weil das auch so ein richtiges Mannweib war. Untersetzt, stämmig, und aus grobem Holz geschnitzt. Das war eine Ausnahme.

    Man kann mir 10 x sagen, dass ich nun frauenfeindlich bin, - ich seh das anders. Unser Beruf ist trotz aller maschinellen Technisierung mit Heben von schweren Gegenständen verbunden. Egal, ob das ein Zementsack, ein schwerer Solitärbaum mit Ballen oder ein Granitfindling ist. Es wäre in meinen Augen entweder unverantwortlich, dafür Frauen zu beschäftigen, die einfach biologisch dafür nicht gebaut sind und nach einer gewissen Zeit ihre Gebärmutter dann wegwerfen könnten, oder aber die Arbeitnehmer in zwei Lohnklassen einzuteilen, weil die einen das nicht machen können, was die andern eben machen. Dann würden die Frauen wieder weniger verdienen, weil ich für gewisse Tätigkeiten einen Mann dazustellen muss.

    In einer Zeit, wo viele junge Mädels, wenn sie ihre Periode bekommen, schon Schwindelanfälle verzeichnen, muss man akzeptieren, dass die Zeit, wo robuste Frauen auf dem Feld noch im 9. Monat schwer gearbeitet haben, manchmal unter einem schattigen Baum ihr Kind geboren haben, das sie dort selbst abgenabelt haben, um dann aufzustehen und weiterzuarbeiten, - dass diese Zeiten seit langem vorbei sind.

    Für mich existiert nicht nur der Schutz der Frau, sondern auch der Respekt vor der Frau, was aber auch beinhaltet, dass ich einer Frau keine Tätigkeiten zumute, die sie biologisch ohne späteren Schaden nicht leisten kann.
    Wenn das irgendeine linksgrüne Tussi nicht verstehen will, dann kann sie gerne zu uns mal einen Tag auf die Baustelle kommen. Ich garantiere ihr, dass sie noch am selben Abend als "geheilt" entlassen wird.

  • #5

    michael collins (Samstag, 07 Januar 2017 07:30)

    Die Genderisten werden aufschreien. Wo bleiben die Quoten für die, wieviel Geschlechter gibt es laut deren Ideologie schon? 60 ! :)