Viel Plan um nichts

Der Kanzler in Wels (Foto: ORF)
Der Kanzler in Wels (Foto: ORF)

 

Die Erwartungshaltung war groß. Eine Grundsatzrede hätte es werden sollen. Ein umfassender Plan A sollte vorgestellt werden, der seiner Partei und vor allem dem Land den Weg weisen würde. Das hatte der Kanzler vor seiner mit viel Vorschusslorbeeren bedachten Welser Rede vermittelt. Aber es kam ganz anders: Es wurde eine Darstellung der eigenen Person, eine Präsentation von Überschriften und ein Ausweichen vor den großen Problemen unserer Zeit. Das alles wurde dafür aber professionell im Scheinwerferlicht einer Halle mit Live-Publikum, Videowall und durchaus messianischem Gestus präsentiert.

 

PR-Mann, Showmaster, Kanzler

Sarkastisch könnte man sagen: Österreich, Du hast es geschafft - Du hast im Medienzeitalter endlich einen richtigen Medienkanzler. Waren es am Beginn der Kern`schen Kanzlerschaft noch coole Bilder auf der Internet-Foto-Plattform Instagram, die uns einen smarten Typen zeigen sollten, so sind wir jetzt in ein Format eingetaucht, das auch für die nicht so Social-Media affinen Normalbürger verständlich und zugängig ist: Wir sind in der Halle.

 

Motivationstrainer auf Tournee?

Die Hallen gibt es großformatig in Wien als die bekannte "Stadthalle" und in der kleineren bis kleinen Variante findet man sie in jeder Stadt, in jedem Marktflecken und in jeder Gemeinde Österreichs. Eine mediale Übertragungsgmöglichkeit gibt es längst überall. Vielleicht will der Kanzler ja auf Tournee gehen wie all die Motivationstrainer und Wunderheiler, die stets ganze Hallen mit ihren Versprechungen füllen?

 

Die "gute Laune" als politisches Ziel

In den Hallen, da spielt die Musi, da gibts a Hetz. Der Plan A von Kanzler Kern hat daher auch folgerichtig in seinem Titel den Zusatz "...für gute Laune". Dieser Appendix ist mehr als verräterisch: Es geht der mit einer wohltuenden Unterbrechung von sieben Jahren seit 1970 regierenden SPÖ längst nicht mehr um Politik, es geht ihr in Wirklichkeit nur noch um die Herstellung von "guter Laune". Wer gut gelaunt ist, der wählt rot, so ist die Annahme.

 

Gute Politik statt guter Laune

Das Hauptziel der Bevölkerung ist aus Sicht der offenbar völlig abgehobenen Sozialdemokraten also die gute Stimmung der Bürger. Aber - selbst wenn der Bundeskanzler in einer Veranstaltungshalle mit Lightshow und Videowall auftritt, bleibt er der Bundeskanzler und als solcher ist er nicht für die gute Laune Österreichs zuständig, sondern für eine möglichst gute Politik im Sinne der Nation.

 

Bitte schnell den Plan B

Wenn man sich im Nachgang den in Wels präsentierten  Plan A durchliest, wünscht man sich unweigerlich und schnellstens den Plan B herbei. Der von den üblichen Claqueuren und den stets brav applaudierenden linken Medienleuten hochgejazzte Kanzlerplan strotzt nämlich nur so von Worthülsen, Phrasen und Nona-Erklärungen.

 

Linkspopulistische Codes

Zugegeben,  mit ein paar linkspopulistischen Einsprengseln hat der Kanzler die Inhaltsleere seines 140-Seitenpapieres so garniert, dass Sozialisten dazu nicht Nein sagen können. Aber als Zukunftsstrategie taugt der Plan überhaupt nicht. 

 

Die großen Probleme durften nicht in die Halle

Die gravierenden, ja staatsgefährdenden Probleme wie die Massenmigration und die fortschreitende Erosion der EU wurden weder ausreichend thematisiert noch hat der Kanzler dazu grundlegende Lösungsansätzen aufgezeigt. Dafür gab es selbstverständlich linke Propaganda wie das Bekenntnis zur Frauenquote und diverse sozialromantische Ezzes für das Gesundheitssystem.

 

Keine Selbstbehalte

Der Kanzler traf beispielsweise die Aussage, dass es im Gesundheitswesen keine Selbstbehalte geben sollte. Solche Sager sind peinlich: Seine "hauseigenen" roten Gebietskassen haben mehr (versteckte) Selbstbehalte als die sogenannten kleinen Kassen (wie BVA oder SVA). Wie der Kanzler zukünftig die ohnehin schwer gefährdete Finanzierungslage der Kassen bessern möchte, hat er uns leider verschwiegen.

 

Nur in der Selbstdarstellung Spitze

In Summe muss man sagen, die Regierungspolitik der SPÖ und vor allem unser Bundeskanzler Christian Kern sind Spitze. Aber leider nur in der Kategorie "Selbstdarsteller-Kino". Inhaltlich ist der gebotene überlange Streifen namens Plan A ziemlich langweilig, aussagearm und ermüdend wie alle anderen sozialistischen Medien-Fabrikate der letzten Jahre. "Viel Plan um nichts" wäre der bessere Titel gewesen.

 

Die Videowall als Ersatz-Realität

Fazit: Die Welser Show samt dem Kanzler-Plan wird die Roten nicht retten. Und Österreich wird weiterhin in einer gefährdeten und exponierten Position bleiben, weil wir jemanden an der Regierungsspitze haben, der sich auf der Videowall so wohl fühlt, dass er nie ins reale Leben treten und dort ordentlich zupacken wird.

 

 

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Kommentare: 4
  • #1

    Walter (Donnerstag, 12 Januar 2017 08:52)

    Heiszluft in roter Farbe. Visuelles Prozac als Denkersatz. Wird sicher einige
    "progressive " staatliche Geldempfaenger ansprechen.

  • #2

    Diederich Heßling (Donnerstag, 12 Januar 2017 10:01)

    Ein Affe wurde losgelassen...

  • #3

    Wilhelm Scheidl (Freitag, 13 Januar 2017 00:12)

    Heute war die ÖVP dran. Sie hat das ganze Theater nicht so pompös aufgezogen, aber inhaltlich war auch nicht viel mehr drin. Jetzt wird immer offensichtlicher, dass die Politik mit ihrer Weisheit am Ende ist.

    Aber Mitterlehner hat heute etwas sehr Wichtiges zum Ausdruck gebracht, nämlich dass die Politik überhaupt keine Arbeitsplätze schaffen kann, ich füge hinzu: wenn man nicht die Schulden noch weiter erhöhen will. Diese Aussage ist die reine Wahrheit und verdient großes Lob, weil die Wahrheit in der Politik nicht nachgefragt wird. Da sind wir als Gesellschaft wirklich gefordert. Wenn wir uns ein A für ein U verkaufen lassen, sind wir auch selber schuld.
    Jedes Volk hat die Politiker, die es verdient. Das Volk kann viel verändern, aber nicht in diesem Parteiensystem.

    Der Gouverneur der Bank of England Montagu Norman hat das so festgehalten: "Durch die Aufspaltung der Wähler in das politische Parteiensystem können wir sie dazu bringen, ihre Energie für Kämpfe aufzubrauchen, die keinerlei Bedeutung". Das heißt im Umkehrschluss, einfach die bedeutenden Probleme gar nicht erst ansprechen bzw. täuschen.


    Dieses System ist aber verdammt clever aufgezogen und würde niemals abgebrochen werden, wenn es dauerhaft möglich wäre. Man kann eine Zeit lang das ganze Volk täuschen, man kann einen Teil des Volkes die ganze Zeit täuschen, aber man kann nicht das ganze Volk die ganze Zeit täuschen.

    .


  • #4

    Markus Eckhart (Montag, 16 Januar 2017 19:09)

    Mir hat bei seinen Auftritt nur noch eines gefehlt, der Spruch , we make Austria great again, ansonsten dachte er wohl ein bisserl auf Trump mäßig zu spielen aber rüber gekommen ist er bei mir wie diese Gesundheitsmatzratzenverkäufer die dich für ein Schnitzel in Hypnose quatschen wollen.