Das süße Gift der Gleichheit

 

Die Rede von der Gleichheit der Menschen ist die große Lüge unserer Zeit. Über 200 Jahre sind vergangen, seit Ströme von Blut den Begriff der Gleichheit ins öffentliche Bewusstsein gespült haben: Die Französische Revolution war die Zeitenwende, die uns de facto jene linken Ideologien "geschenkt" hat, in denen die Gleichheit den zentralen Begriff darstellt. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit - so schallte es einst durch die Länder Europas und heute gilt diese widersprüchliche Trias mehr denn je. 

 

Eine Conditio sine qua non?

Süß ist der Klang dieser Begriffe und im ersten Moment sind wir alle geneigt, die Gleichheit der Menschen als die Conditio sine qua non anzunehmen. Wie schön das doch tönt: Die Gleichheit! Die Menschlichkeit! Und gar der Nachsatz: Wir sind alle Geschwister! Wer kann da widerstehen oder widersprechen, wenn er diese Worte hört?

 

Gleichheit und Freiheit gehen nicht zusammen

Und doch ist das Streben nach Gleichheit ein stupender und sogar gefährlicher Unsinn. Dieses Streben erzeugt nämlich immer viel mehr Leid als es uns jemals Nutzen bringen könnte. Und vor allem sind die Gleichheit und die Freiheit zwei letztlich vollkommen unvereinbare Begriffe. Freiheit für alle bei gleichzeitiger Gleichheit aller ist denkunmöglich. Freiheit gibt es nur bei Eigenständigkeit und Selbstverantwortung des je einzigartigen Individuums und Gleichheit kann es allein aus diesem Grunde schon gar nicht wirklich geben.

 

Die Gleichwertigkeit ist es

Zunächst müssen wir klar unterscheiden: Nicht die Gleichheit der Menschen ist die Conditio sine qua non, sondern die Gleich-wertigkeit aller Menschen ist es - bei völliger und gesamthafter Unterschiedlichkeit aller Personen und Völker. Das ist ein tiefgreifender begrifflicher und kategorischer Unterschied und wie alle Unterschiede ist auch dieser eine Grundbedingung des Daseins.

 

Der Unterschied ist Lebensbedingung

Ohne Unterschiede wäre Leben an sich gar nicht möglich. Die gesamte Schöpfungsgeschichte und Evolution ist auf Veränderung und Unterschieden aufgebaut.  Wir müssen daher den ständig falsch gebrauchten Gleichheitsbegriff einer Analyse unterziehen und uns genau ansehen, wer denn da immer so scheinheilig von der Gleichheit redet und welche Motive dahinterstecken.

 

Der Fluch der bösen Tat

Das linksideologische Argument von der Gleichheit der Menschen, mit dem stets auch die Unterscheidung verdammt wird, indem man sie als Diskriminierung denunziert, wirkt wie der Fluch der bösen Tat. Diese zieht immer weitere böse Taten nach sich. Die Rede von der Gleichheit ist ein Gift, das zwar wunderbar süß schmeckt, uns aber von innen zerfrisst, weil es die Gesellschaft zersetzt. Wo Gleichheit werden soll, ist immer der Keim des Neides, der Zwietracht und der Missgunst gesät. 

 

Gleichmacherei ist wider die Natur

Wir können nicht gleich machen, was von Natur aus ungleich ist. Menschen sind so unterschiedlich wie ihre Gesichter und Charaktere es sind. Menschen haben unterschiedliche Begabungen, Wünsche, Kräfte, Ziele und Gefühle. Wer die Menschen in die Gleichheit pressen will, der muss ihnen schon die Mao-Uniform anziehen und ihnen jede Individualität rauben.

 

Uniformen als Instrument

Die Uniform ist überhaupt das einzige Mittel zur scheinbaren und manchmal für gewisse Zwecke auch notwendigen Gleichheit. Eine äußere Gleichheit kann man in Armeen mittels militärischer Uniformen herstellen, aber man muss diese Uniformität sofort wieder brechen, indem man Dienstränge installiert und den höheren Rängen Befehlsgewalten zumisst.

 

Gleichheit nur für Unmündige

Schuluniformen können ebenfalls Gleichheit vermitteln und in der Schulzeit sogar Sinn haben. Allerdings funktioniert das nur bei Kindern und eben nur bis zum Erreichen der erwachsenen Selbstständigkeit. Auch Sträflinge kann man in einfärbige, gleiche Anstaltskleidung stecken. Sie werden aber trotzdem nicht gleich, weder in ihren Verbrechen noch in ihren abgründigen Charakteren.

 

Ein Paradoxon wird sichtbar

Eine uniforme Arbeitskleidung mag da und dort ebenso ihre Vorteile haben. Aber der Vorarbeiter trägt immer irgendein Kennzeichen, damit man klar sieht, wer die Verantwortung und das Sagen hat - also ungleich ist. Wir erkennen hier ein Paradoxon der sozialen Gleichheit: Sie funktioniert nur für Unmündige (Schüler) oder in Hierarchien wie Armeen oder Arbeitstrupps.

 

Gleichheit schafft Verblödung

Von einer grundsätzlichen Gleichheit der Menschen auszugehen schadet jeder Gesellschaft bis ins Mark. Man wird Hässliche nicht schön machen können und Dumme werden durch alle Gleichheitsrufe dieser Welt nicht klug. Das funktioniert nur durch Tricks (wie z.B. Schönheits-OPs) oder mit einer ständigen Nivellierung nach unten: Wenn man die Bildung dauernd erleichtert und verwässert, sodass auch endlich die Dummen die Lehrer verstehen, erreicht man scheinbare Gleichheit. Das ist aber für jede Gesellschaft ein Nachteil, weil es damit langfristig zur Verblödung aller kommt. 

 

Gleichheit ist Raub

Wer materielle Gleichheit herstellen will, muss den Habenden nehmen und den Habenichtsen geben. Dies geht nur durch Zwangsmaßnahmen, die durch Kunstgriffe und Euphemismen "gerechtfertigt" werden: Man nennt diese dann Umverteilung und Steuergerechtigkeit. Das Geld anderer Leute ist immer das Ziel aller Gleichheitskämpfer. Der heilige Thomas von Aquin nannte Steuern schon vor fast tausend Jahren einen "legalisierten Raub".

 

Das schwächste Glied der Kette

Gleichheit wirkt wie eine Kette: Sie ist so stark wie ihr schwächstes Glied und wenn diese Kette nicht reissen soll, dann darf man sie nicht belasten. Die Gleichheit der Menschen wird somit zur reinen rhetorischen Zierde und zur Makulatur, die sich die übelwollenden Gleichheitsprofiteure wie eine Feder an den Hut stecken. Wer aber sind eigentlich diese Nutznießer des kontraproduktiven Gleichheitsstrebens?

 

Animal Farm

George Orwell gab in seinem legendären Werk "Animal Farm" die klarste Antwort auf diese Frage: Es sind die Schweine, die von der Gleichheitsphilosophie profitieren. Die schlauen Rüsseltiere erkennen, dass man in einer Umgebung, in der alle nach Gleichheit lechzen, durchaus gleicher sein kann als alle anderen. Und man kann sich mit ein bisschen Geschick jede Menge Vorteile herausschlagen und sogar die Herrschaft erringen, man braucht nur das richtige Wording: All animals are equal. But some animals are more equal than others. 

 

Wachsam sein und denken

Wo immer wir also das Wort "Gleichheit" hören und wann immer die Leute von ihr schwärmen - denken wir sicherheitshalber an Orwell und erinnern wir uns daran, was er zu diesem Thema geschrieben hat: Wer Gleichheit will, ist meistens doch nur ein Schwein.  

 

 

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Kommentare: 4
  • #1

    FD Günther Koller (Mittwoch, 18 Januar 2017 06:35)

    Heute kann man sich dem Eindruck nicht verwehren:
    Viele haben Orwells 1984 und Animal Farm als Anleitung, denn als Warnung verstanden.

  • #2

    Churchill (Mittwoch, 18 Januar 2017 10:44)

    Das beste Beispiel für die Richtigkeit der Thesen von Dr.Franz sind die politischen Karrieren der deutschen Grünen( Anarchos) . Sie strebten nach den Fleischtöpfen hochdotierter Beamten- d.h. Ministergehälter und - Pensionen. Nicht auf dem Weg harter Arbeit: mehrheitlich Studiumsabbrecher oder intellektuelle Hilfsarbeiter. Und die Linken Ideologien waren nur der Zug, der sie dorthin transportieren sollte. Wie sagte Thomas Mann:" Die Menschheit schreit nach Verlogenheit."

  • #3

    Wilhelm Scheidl (Mittwoch, 18 Januar 2017 21:40)

    Wieder ein großartiger Beitrag von Ihnen, Herr Dr. Franz, weiter so!

    J.W. Goethe hatte es auch erkannt:

    "Gleich zu sein unter Gleichen, das lässt sich schwer erreichen: Du müsstest ohne Verdrießen wie der Schlechteste zu sein dich entschließen."

  • #4

    Soso (Freitag, 20 Januar 2017 03:04)

    Zitat: "Freiheit für alle bei gleichzeitiger Gleichheit aller ist denkunmöglich"

    Oh, da beherrscht wohl jemand die philosophische Kunst des dialektischen Denkens nicht.
    (These - Antithese -> Synthese)