Kritik der sozialistischen Vernunft

 

Der Sozialismus, den man heute Sozialdemokratie nennt, hieß lange Zeit einfach Sozialismus und die Parteien, die ihm anhingen, nannte man daher lapidar sozialistische Parteien. Das war ehrlich. Und die gemäßigte Linke hatte damit eine Heimat. Diese Heimstatt war zwar nahe dem blutsverwandten Kommunismus angesiedelt, dessen Vertreter sich auch oft Sozialisten nannten, aber aufgrund ihrer unterschiedlichen Methoden traute man den westlichen Sozialisten mehr als ihren grimmigen kommunistischen Brüdern.

 

Revolution versus Evolution

Der Unterschied zwischen den beiden war und ist: Die Kommunisten wollen die permanente Revolution, die Sozialisten "nur" die permanente Evolution der Gesellschaft. Beide wollen auf ihre Weise die ihnen gemeinsamen Ziele der totalen Gleichheit und der vollständigen sogenannten sozialen Gerechtigkeit erreichen. Die Kommunisten wollen zusätzlich noch die Aufhebung des Privateigentums und die Umwandlung desselben in kollektivistischen Besitz.

 

Die Sozialisten wollen immer das Geld der anderen

Dieses linke Ziel der "Expropriation" sehen die Sozialisten nicht ganz so krass. Ihnen reicht die maximale Umverteilung. Dafür brauchen sie fleißige Unternehmer und ehrgeizige Leute, die sich anstrengen und gut verdienen, weil die kann man am besten schröpfen. Im Sozialismus ist das Eigentum also sogar gut - zumindest dann, wenn es Geld ist, das andere erwirtschaftet haben und das man ihnen danach zum Großteil wieder wegnehmen kann. 

 

Die Metamorphose zur Sozialdemokratie

Aber warum wurde aus dem Sozialismus überhaupt die Sozialdemokratie? Nach der 68er Revolution, die zweifellos viel linksintellektuelles  Potenzial in den öffentlichen Raum brachte, geschah eine Änderung des Gesamtklimas.  Durch die Bemühungen des linken Thinktanks "Frankfurter Schule" war den Linken klar geworden, dass der Begriff Sozialismus stark negativ konnotiert ist: Den böse missratenen Verwandten namens National-Sozialismus musste man um jeden Preis verleugnen und sich von ihm klar distanzieren.

 

Rote Mörder sind exkulpiert

Man durfte zwar die internationalen blutroten Brüder und Massenmörder wie Che Guevara, Ho Chi Minh oder Mao Tse Tung feiern, sogar zu ihrem Anhänger werden und ihre Ideen in den Westen transportieren, aber vom eigenen braunen Malum morale musste man sich zumindest im Wording so weit wie nur möglich entfernen. Das gelang, indem man über die erfolgreiche linke Infiltration aller Redaktionen ständig und unermüdlich behaupten ließ, dass immer nur die anderen eine Nähe zu dieser unseligen Ideologie besäßen.

 

Die üble Nachrede haben die Bürgerlichen

Durch die permanente Wiederholung wurde und wird diese bösartige Anschuldigung aber nicht richtiger. Diese anderen, um die es geht, das waren und sind die Patrioten, die Leistungsträger, die Freiheitsliebenden und die Fleißigen. Also im weitesten Sinne die Bürgerlichen und die Rechten im althergebrachten Sinn. Sie wurden und werden von den Linken als die Bösen denunziert, weil das weltliche Heil angeblich nur über die Sozialdemokratie herstellbar ist.

 

Wir sind ja Demokraten

Der Sozialismus hieß also nun Sozialdemokratie und die Sozialisten rieben sich ob dieser Wortschöpfung die Hände: Man erhob sich damit in den edlen Stand der Demokratie-Verfechter und es gelang die Abgrenzung zu den bösen Roten jenseits des Eisernen Vorhangs. Vor allem konnte damit auch die dringend notwendige Distanzierung zum ultrabösen nationalen Sozialismus hergestellt werden. In Österreich geschah die Umbenennung übrigens erst 1991 im Linz. Diese Stadt war nebenbei bemerkt die offizielle "Patenstadt des Führers". Ob der Ort deswegen von der SPÖ zur Umtaufe gewählt wurde, ist nicht überliefert.

 

Der europäische Einheitsstaat ist das Ziel

Die Sozialdemokratie sagt von sich in anmaßender Weise, dass jede Demokratie nur eine soziale sein kann und stellt damit den demokratischen Führungsanspruch. Die sozialistische Internationale hat sich mittlerweile in die Europäische Internationale umgewandelt: Man will von links derzeit nicht mehr den sozialistischen globalen Einheitsstaat, sondern nur noch das einheitliche und grenzenlose Europa.

 

Der Denkfehler 

Dabei wird tunlichst ausgeblendet, dass Demokratien nur mit einem jeweiligen Staatsvolk und nur mit Grenzen funktionieren können, weil klar sein muss, wer dazugehört und wer nicht. Demokratische Abstimmungen können nur mit zählbaren und dem Staat bekannten Bürgern erfolgen. Millionen von anonymen Migranten zerrütten diese Grundbedingung. Ihnen das Wahlrecht zu geben, wie das die Linken wollen, zerrüttet die Staaten aber noch mehr.

 

Gegen die Nation

Alles Nationale wurde aus der Denke der europäischen Sozialdemokraten verbannt. Wo Nationen waren, soll nur noch Folklore herrschen. Grenzen sind aus Sicht der Linken etwas Übles und der Nationalstaat ist ein Hort der "Gefahr von Rechts". Dass vielmehr das Gegenteil wahr ist und die Linken auf fatale Weise Ursache und Wirkung verwechseln, haben die Sozialisten in allen Parteien noch immer nicht verstanden: Gerade, weil die Linken die Grenzen gelockert haben und gerade, weil sie die für das Funktionieren der Demokratie notwendige Nation nicht schützen, sind die Patrioten zunehmend besorgt und möchten die nationalen Verhältnisse stärken.  

 

Andere werden herrschen

Wenn die linken Blender ihre Propaganda weiter betreiben und mit ihrem süßen Gift der grenzenlosen Gleichheit die naiven Sozialromantiker und die idealistischen Träumer auf ihre Seite ziehen und die kühl berechnenden Polit-Profiteure aus Gewinnsucht dabei mitmachen, geschieht nichts Gutes: Die Nationen gehen kaputt und der Herrschaftsanspruch wandert zu Leuten, die definitiv nicht herrschen sollten. Das sagen uns die nur für die eigene Agenda aktiven Roten aber nicht. Entweder, weil sie es nicht wissen oder weil sie es zynisch in Kauf nehmen.

 

Der Philosoph sah es voraus

Vermutlich hatte der große Philosoph Friedrich Nietzsche mit seinem prophetischen Diktum recht, als er meinte: "Sozialismus ist, zu Ende gedacht, die Tyrannei der Dümmsten und der Geringsten, der Oberflächlichen und der Schauspieler."  Dieser Eindruck vertieft sich umso mehr, je genauer man sich die linke Politik ansieht.

 

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Kommentare: 4
  • #1

    Starhemberg1683 (Sonntag, 26 Februar 2017 09:30)

    Sehr geehrter Herr Franz!
    Bravo, Sie haben es völlig richtig erkannt, Sozialismus führt immer in den Untergang!
    Starhemberg1683

  • #2

    N4ttl (Sonntag, 26 Februar 2017 09:36)

    Der sozialistische/linke Gedanke ist ein alter, der in der Menscheitsgeschichte immer wieder heimgesucht hat, er ist älter als die relativ modernen Begriffe "links" und "Sozialismus" -- im Mittelalter wurden quasi-sozialistische Orden wie die Dulciniten als Ketzer verfolgt. Die Popularität des Sozialismus ist leicht erklärt: die Forderung "Freibier für alle" und das schüren von primitiven Neidgefühlen kommt nun einmal besser an als "Jeder muss sich anstrengen und fleissig sein."

    Dabei ist der Sozialismus in sich total inkonsistent und widerspricht sich. Z.B. fördert man alternative Lebensweisen und freie Liebe und hofiert gleichzeitig dem radikalkonservativen Islam der Geschlechtertrennung will. Da fordert man die massive Umverteilung von oben nach unten und hat andererseits ein extremes Naheverhältnis zu Großkapital und Konzernen. Der deutsche Sozialwissenschaftler Manfred Kleine-Hartlage erklärt in seinem Buch "Warum ich kein Linker mehr bin" die Intelligenz vieler Linker damit, dass sie ständig gefordert sind, diese Widersprüche zu argumentieren und zu einem kohärenten Bild zusammenzufassen.

    Die einzige Konstante im Sozialismus ist die Liebe zum Geld anderer Leute. Konrad Adenauer sagte: "Alles was die Sozialisten vom Geld verstehen ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen." Und es wird dem kolumbianischen Drogenboss Pablo Escobar nachgesagt, dass er meinte: "Es gibt nichts, das der Sozialist mehr liebt als das Geld".

    Die Farbe, in der ein Linker sich kleidet und wie er sich nennt ist nebensächlich. In einem Staat wie Österreich sind im Parlament fast ausschließlich linke Parteien vertreten. Bis auf das Team Stronach, dam der Autor dieses Blogs auch einst angehörte und das in permanenter Selbstauflösung besteht sind quasi alle Parteien im linken, sozialistischen Spektrum vertreten. Besonders die Tatsache, dass die Blauen bis auf Patriotismus und Bevorzugung der autochthonen Bevölkerung ein durchaus linkes Parteiprogramm haben, lässt die Linken der anderen Parteien Feuer spucken vor Zorn.

    Deswegen wird der Sozialismus/Progressivismus nie überwunden werden. Er ist ein Bestandteil der menschlichen Natur. Und so lange er sich die Waage hält mit dem Konservatismus, scheint ja mehr oder minder alles in Ordnung zu sein. Nur wenn Dinge ins extrem kippen, werden sie fürchterlich.

  • #3

    Wilhelm Scheidl (Sonntag, 26 Februar 2017 19:52)

    Großartiger Beitrag von Dr. Marcus Franz und auch von N4ttl.

    Wir haben tatsächlich nur linke Parteien, weil es der sozialistischen Internationalen mit Hilfe ihrer Medien gelungen ist, das Gift des Sozialismus so zu versprühen, dass es die Menschen nicht merken. Wenn man sich nämlich nicht eingehend mit dieser Thematik beschäftigt, ist sie nicht zu verstehen. Und die meisten Menschen sind bequem und wollen gar nicht verstehen.

    Warum ist aber der Sozialismus so leicht zu verkaufen?

    Der US-Kongress-Abgeordnete Ron Paul hat darauf eine Antwort:
    "... Der Sozialismus labt sich an der menschlichen Schwäche etwas ohne Gegenleistung bekommen zu wollen. Man verdient eine Schulausbildung, sagen die Sozialisten den jungen Menschen, also geben wir sie euch kostenlos... Bin ich also überrascht, dass es den Anschein macht, dass so viele junge Leute auf die verlockenden Lügen des Sozialismus hereinfallen? Nein, ich glaube nicht wirklich, dass sie darauf hereinfallen. Sie sind von einem System frustriert, von dem ihnen erzählt wird, es sei Kapitalismus ..."

    Leider sind es nicht nur die jungen Leute, die den Sozialismus und somit deren verheerenden Folgen nicht verstehen. Es sind sicher über 90 % der Bevölkerung, die weder die Gefahren des Sozialismus erkennt noch verstehen kann, wie das Pendant zu ihm, der Kapitalismus funktioniert.

    Es liegt also an uns Wissenden wegen der besonderen Wichtigkeit immer wieder Aufklärungsarbeit zu leisten, egal ob sie nun zu Erfolg führt oder nicht.

  • #4

    Soso (Sonntag, 26 Februar 2017 23:33)

    Zitat: "Die Kommunisten wollen zusätzlich noch die Aufhebung des Privateigentums und die Umwandlung desselben in kollektivistischen Besitz."

    Nur die Aufhebung des Privateigentums an *Produltionsmitteln* ist damit gemeint. Aber ich glaube, diese Desinformation ist Ihre volle Absicht!