Das Leben im Marximum

 

Die linke Ideologie übt noch immer auf viele Leute eine besondere Anziehungskraft aus. Für rational denkende Menschen ist das nicht nachvollziehbar, weil es genug historische, soziologische und ökonomische Beweise gibt, dass linke Ideen auf lange Sicht nicht funktionieren.

 

Was die linke Welt im Innersten zusammenhält

Was ist es aber dann, das "die Linke" für viele Menschen noch immer so verführerisch macht? 100 Jahre nach der Oktoberrevolution und fast 30 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhanges könnte man meinen, dass zumindest die Extremformen des Linken obsolet geworden sein müssten.

 

Die Kommunisten und deren Epigonen sind präsent

Aber selbst das ist nicht der Fall: In Graz zum Beispiel trat die kommunistische Partei bei den Bürgermeisterwahlen an und gewann 20 Prozent. Ein eigentlich ganz unglaubliches Ergebnis im Jahre 2017. Freilich - das Resultat hat offenbar vorwiegend mit der Persönlichkeit der Spitzenkandidatin und ihrem modifizierten Programm zu tun - aber sie ist trotzdem Kommunistin. In Deutschland gibt es "Die Linke" als Spin-off der DDR-Partei SED, sie liegt bei ca. 8%. Die Grünen in Österreich pendeln zwischen 10 und 12%, in Deutschland bei derzeit etwa 8%.

 

Die Dreifaltigkeit der Linken

Sehen wir einmal genauer hin, warum das linke Gedankengut so attraktiv ist und woher es seine Legitimation bezieht. Die Linke tritt in ihrer am weitesten verbreiteten Erscheinungsform eher moderat auf und nennt sich Sozialdemokratie. Sie zielt auf Gleichheit, maximale Umverteilung und soziale Gerechtigkeit ab. Diese Trias ist ihr Motto und dieses Motto eignet sich hervorragend, um mehrere Dinge auf einen Schlag zu erledigen.

 

Gleichheit nivelliert 

Mit dem Streben nach Gleichheit werden zunächst einmal jene pejorisiert, die ehrgeizig sind, etwas erreichen wollen und sich anstrengen. Sie kann man mit dem Ruf nach "Gleichheit!" zur Nivellierung zwingen und die Linken können ihnen mit dem selbstverliehenem Recht auf Herstellung von Gleichheit große Teile des wohlverdienten Einkommens über den Höchststeuersatz abknöpfen.

 

Ohne Mehrleister gibt`s für die Linken kein Geld

Daraus entsteht das linke Paradoxon: Auf der einen Seite muss der, der etwas leistet, bestraft werden. Auf der anderen Seite brauchen die Linken aber die Mehrleister, weil wo sonst sollte denn das Geld herkommen? Diese für die Linken lebensnotwendige Tatsache wird vernebelt, indem man auf die soziale Gerechtigkeit verweist und den Habenden ein schlechtes Gewissen machen will. Wer mehr hat, muss mehr geben, das ist die sinistre Eigenbau-Logik der Linken.

 

Wir sind alle Opfer

Zwangsweise nehmen ist seliger denn freiwillig geben - alles andere ist in der linken Denke sozial nicht gerecht. Der Hinweis, die Leute müssten sich selber anstrengen, um etwas zu erreichen, wird als Infamie denunziert, denn aus linker Sicht ist jeder, der nicht wohlhabend ist, ein Opfer, dem zuallererst etwas zusteht. Und das kann nur die Wiedergutmachung durch die Gesellschaft sein, weil die ist an allem schuld. Wenn man diese Botschaften lange genug und laut genug trommelt, verfehlen sie nicht ihre Wirkung. Die Linken haben aus diesem Grund in den letzten Jahrzehnten landauf, landab die Medien infiltriert und die Redaktionen besetzt, weil getrommelt wird vor allem dort. 

 

Das Szenario der Ungerechtigkeit

Ein wesentliches Momentum der linken Ideologie ist also eine durch das eigens dafür gezimmerte Gedankengebäude gerechtfertigte Lust auf das Geld anderer Leute. Man gestaltet von links ein Szenario der ständigen Ungerechtigkeit und entwickelt aus diesem heraus das Recht auf permanente materielle Zuwendung. 

 

Das steht mir zu!

"Ich habe das Recht auf..." ist überhaupt ein Kernsatz der linken Denke. Was man nicht besitzt, kann man sich durch rechtspositivistische Argumentationen irgendwann scheinbar rechtmäßig aneignen. Das Recht auf Ehe für alle, das Recht auf ein Grundeinkommen, das Recht auf Abtreibung usw., all das sind linke Schlagworte, die ständig ventiliert werden, um den Eindruck zu verbreiten, Linke würden in einem dauerhaften Rechts-Manko leben und die Gesellschaft müsste ihre Schuld abbauen, indem sie den Linken alle geforderten Rechte verleiht.

 

Links vermittelt also den Eindruck: Mensch, dir steht mehr zu! Du darfst mehr, du sollst mehr bekommen und das beste an deinen Wünschen ist, die Verantwortung für deren Erfüllung liegt nicht bei Dir, sondern bei der Gesellschaft.

 

Das "Anrecht auf mehr" gilt weltweit

Damit lässt sich auch die aktuelle Massenmigration rechtfertigen. All die Armen aus den fremden Kulturkreisen haben ein Anrecht auf europäische Besitztümer und die Leistungen der europäischen Sozialstaaten, denn im Sinne der Gleichheit und des herbeifantasierten Menschenrechts auf Versorgung sind die reichen Länder natürlich verpflichtet, jeden Migranten, der die Hand aufhält, entsprechend zu unterstützen. "No Border" und "Bleiberecht für alle" sind folgerichtig die typischen Slogans der Hardcore-Linken.

 

Die Linken im Bürgertum

Es gibt auch in den sogenannten besser gestellten gesellschaftlichen Schichten viele Linke. Sie haben andere Motive als jene, deren Antrieb die Lust auf das Geld anderer Leute ist. Dort, im Bobo-Bereich und bei den strukturell staatsfinanzierten Linken, herrscht ein reziproker Altruismus vor, der gerne im Bauchladen zur allgemeinen Begutachtung und zum Ansehensgewinn vor sich hergetragen wird. 

 

Im Bauchladen das Gute

"Seht her, ich bin so gut, weil ich möchte, dass der Staat den Armen gibt. Ich bin gern bereit, dafür Steuern zu bezahlen. Und natürlich müssen wir allen helfen, die zu uns kommen, das ist unsere humanitäre Pflicht!". Mit solchen Botschaften kann man sich schön positionieren und nach der Reputation der Güte heischen. Natürlich ist da immer eine Portion Heuchelei dabei, denn die Steuern zahlt man sowieso und nach Menschlichkeit zu rufen kostet nichts. Und wohnen tut man ja eh im Dachgeschoss oder in der grünen Vorstadt, was soll's. 

 

Die wahren Wünsche werden versteckt

Links sein ist heute eine Komposition aus alten marxistischen Slogans, Neid, Anspruchsdenken, grenzenloser Sozialromantik, Gutmenschentum, Gefallsucht und Heuchelei. Deswegen versuchen die Linken auch permanent, die Moral-Hoheit zu erlangen, denn unter dem Deckmantel der überall verbreiteten linken Moralismen kann man am besten seine wahren Wünsche befriedigen.

 

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Kommentare: 5
  • #1

    Heinrich Elsigan (Mittwoch, 01 März 2017 09:09)

    Zitat:
    Im Bauchladen das Gute
    "Seht her, ich bin so gut, weil ich möchte, dass der Staat den Armen gibt. Ich bin gern bereit, dafür Steuern zu bezahlen."

    Nein, das ist eben nicht das Gute.
    Früher gaben geliebte Fürsten und reiche Familien Almosen den Armen, im Islam ist das noch für jeden Muslim gefordert.
    Durch Almosen erkannte die Armen die tatsächlich Großzügigen, bei den Bobos gibts genug, die nach Außen diese Maske tragen, aber jeden steueroptimierenden Trick nützen.
    Der Arme kann so nicht mehr unterscheiden, wer die echten Wohltäter sind.
    Sind wir ehrlich, die Zeit wo Mäzenen Künstler sponserten und wohlhabende Adelige sich als geliebte Fürsten positionieren konnten, sind vorbei in Europa.
    In den USA gibt es aufgrund der weniger schröpfenden linken Mentalität, viel mehr gemeinnützige Stiftungen und Selbsthilfegruppen gesponsert bei Freikirchen.

  • #2

    Wilhelm Scheidl (Mittwoch, 01 März 2017 10:14)

    Es werden noch viele Bücher geschrieben werden, wie es möglich war, dass sich die ganze Linksideologie so stark und mit so wenig Widerspruch in die Gesellschaft verankern konnte.

    Klar ist, dass naturgemäß die gesamte Politik an einem aufgeblähten Staatsapparat interessiert ist und nicht an einem Minimalstaat, wie er idealerweise für die optimale Entwicklung einer Gesellschaft eines Landes notwendig wäre. Deshalb kommen wir aus dem ganzen Dilemma nur durch einen Systemwechsel heraus, der eine echte Zäsur in unser aller Leben darstellen wird. Wir werden das ernten, was wir gesät haben. Und nicht immer sind es süße Früchte.

    Jeder rechtschaffene Bürger hat die moralische Verpflichtung, die Wahrheit, wie er sie jeden Tag erkennt, zum Ausdruck zu bringen. Das gilt im besonderen Maße für politisch Tätige und Verantwortliche, wie das auch der Autor dieses Beitrags in hervorragender Weise ständig tut. Denn dieses Thema ist viel zu wichtig, um es zu verschweigen.

    Roland Baader dazu: "Unsere Leben beginnen an dem Tag zu enden, an dem wir über Dinge schweigen, die wichtig sind. Unsere Generation wird eines Tages nicht nur die ätzenden Worte und schlimmen Taten der schlechten Menschen zu bereuen haben, sondern auch das furchtbare Schweigen der guten."

  • #3

    Jan Weidermann (Sonntag, 05 März 2017 16:33)

    Dieser im Ansatz schon sehr einseitig zurechtgebogene Beitrag stützt sich auf die übliche Kritik an der linken Philosophie in einem kapitalistisch strukturiertem System. Mit der einseitigen Denkweise die nicht berücksichtigt, das Gleichheit und Umverteilung die Basis eines anderen neuen Gesellschaftssystem benötigen um ihr volles Potenzial auszuschöpfen zeigt das der Verfasser versucht ein Vakuum in einem Einkaufsnetzt zu erzeugen und dann darüber philosophiert , warum eine Vakuumerzeugung grundsätzlich nicht funktionieren kann.

  • #4

    Mmegerle (Montag, 06 März 2017 15:08)

    Gleichheit wird es nie geben und ein neues sozialistisches Gesellschaftssystem das dauerhaft funktioniert ebenso wenig. Nicht mit und nicht ohne Kapitalimus. Durchweg alle bisherigen Ansätze haben sich als Illusion erwiesen und sind kläglich gescheitert, weil irgendwann fast nur noch Leistungsempfänger aber keine Leistungsträger mehr da waren� und so wird das wieder und wieder sein.

  • #5

    Stefan Wehmeier (Donnerstag, 30 März 2017 10:13)

    Auch wenn sie vorgeblich "ungläubig" sind, wurden die unbelehrbaren Marxisten noch weiter "aus dem Paradies vertrieben" als alle anderen, d. h. sie können sich gar nicht mehr vorstellen, dass Marktwirtschaft und Privatkapitalismus tatsächlich Gegensätze sind und nicht etwa Synonyme. Von den Nachwirkungen der marxistischen Ersatzreligion lebt wiederum die ganze politische Seifenoper, die damit dem religiös verblendeten Volk bis heute erfolgreich einreden konnte, dass wirtschaftliche Freiheit und soziale Gerechtigkeit fundamentale Gegensätze seien...

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2015/09/die-idiotie-vom-unverzichtbaren-zins.html