Der Fluch der Gleichheit

 

Das Gleichheitsstreben ist das politische Dogma unserer Zeit. Wenn es irgendwo kein rationales Argument mehr für etwas gibt, dann wird sofort die Gleichheit in Anschlag gebracht. Mit ihr lässt sich in Debatten trefflich reüssieren, denn wer gegen die Gleichheit redet, ist ja sicher für Diskriminierung und also ein Böser, oder? So lautet der implizite, aber falsche Schluss in den diversen Debatten. Die "Egalité" ist damit zum Totschlag-Argument in jeder politischen Diskussion verkommen.

 

Um was genau geht es da?

Aber: Was meinen wir denn eigentlich, wenn wir Gleichheit sagen? Es gibt dazu natürlich Rechtsgrundsätze. Die Österreichische Bundesverfassung besagt in Artikel 7, dass alle Staatsbürger vor dem Gesetz gleich sind. Sie legt auch die Gleichstellung von Mann und Frau fest. Darüber hinaus gibt es das voluminöse Gleichbehandlungsgesetz mit insgesamt 64 Paragrafen, die in allen Bereichen des täglichen Lebens die Gleichbehandlung der Geschlechter, der Ethnien, der Religionen, der sexuellen Orientierungen etc. festschreiben.

 

Im Paragrafendschungel

Diese Unzahl an Paragrafen erregt Verdacht. Wenn etwas anscheinend so simples wie die Gleichheit über dutzende Formulierungen definiert und vorgeschrieben werden  muss - kann dann die Gleichheit überhaupt funktionieren? Und ab nun muss man genau hinsehen: Die Herstellung der Gleichheit gelingt nur insoweit, als eine Gleich-Behandlung gesetzlich vorgeschrieben ist, aber keine Gleichheit per se. Das wäre auch faktisch, biologisch und technisch gar nicht möglich und würde theoretisch nur in einem Staat der geklonten und identischen Einheitsmenschen funktionieren.

 

Prokrustes, der erste große Gleichmacher

Der Pferdefuß des Gleichbehandlungsgesetzes ist aber, dass alle Gleichheitsbestrebungen letztlich im Prokrustes-Bett enden.  Die Gleichheit und somit auch die Gleichbehandlung können nur per Zwang und Verordnung hergestellt werden. Zur Verdeutlichung der Problematik hilft ein Blick in die Mythologie: Der Riese Prokrustes war der erste große Gleichmacher der Antike.

 

Gleichheit durch Gewalt

Der Mythos besagt, dass Prokrustes eine Herberge mit  nur einem Bett besaß und die Reisenden von ihm jeweils für dieses Bett "zurechtgemacht" wurden. Den zu großen Leuten schlug er die Füße ab, damit sie ins Bett passten, die zu kleinen Wanderer legte er vor der Nachtruhe auf die Streckbank.

 

Das schlimme Ende der Egalität

Von der weisen Göttin Pallas Athene zur Rede gestellt, rechtfertigte er sich mit dem Hinweis, dass doch alle Menschen gleich seien und er nur die Herstellung der Gleichheit  vollzöge. Schlussendlich wurde Prokrustes vom Helden Theseus erschlagen. Wir sehen: Wenn wir uns im Dogma der Gleichheit bewegen und sie ständig forcieren wollen, sind die Endfolgen also regelhaft schlimm.

 

Vor Gericht sind alle gleich. Oder?

Am besten gelingt die Gleichheit der Bürger vermutlich noch vor dem Strafgesetz. Wer ein Verbrechen begeht, erhält nach dem jeweiligen Paragrafen des Strafgesetzbuches seine darin vorgeschriebene Strafe - ohne Ansehen von Rang und Namen. Aber selbst vor Gericht ist es oft nicht ganz klar, ob etwa die Tötung eines Menschen Mord oder "nur" eine Körperverletzung mit Todesfolge war.

 

Gleichheit nur in der Nation

Annähernd gleiche Bedingungen für Bürger können auch nur innerhalb eines klar definierten Staatsraumes namens Nation eingerichtet werden. Das Staatsvolk muss zu diesem Zweck genau gezählt und bekannt sein. Es ist kontraproduktiv, Fremden dieselben Rechte zuzumessen wie den Staatsbürgern. Bestrebungen, etwa Ausländern das Wahlrecht zu erteilen, sind deswegen absurd. Wer kein Staatsbürger mit allen Pflichten ist, kann auch nicht alle Rechte haben. Uns schon gar keine, die eine Mitbestimmung über das Staatsvolk gewährleisten.

 

Staatliche Anreizsysteme

Ebenso absurd ist es, fremden Staatsangehörigen dieselben Sozialleistungen wie den Inländern angedeihen zu lassen. Da Österreich einer der führenden Sozialstaaten dieser Welt ist, kann die aktuelle Gleichbehandlung von In- und Ausländern nur ins Fiasko führen, weil der Anreiz der Zuwanderung in das eigentlich für die Staatsbürger gedachte Sozialsystem enorm hoch ist und auf Kosten ebendieser für das System bezahlenden Bürger geht. Offene Grenzen befördern diese zerstörerischen Verlockungen nur noch.

 

Neue Wege gehen

Das nicht enden wollende und unkritische, sich wie Mehltau über die Länder legende Gleichheits-Dogma findet natürlich auch in diversen EU-Vorschriften seinen Niederschlag. Aus nationaler Sicht sind diese Gleichbehandlungs-Totalitarismen aber zu hinterfragen und man muss sich endlich ernsthafte Gedanken machen, wie man dem Fluch der Gleichheit wieder entkommen kann. Die Gleichheit hat nämlich noch eine ganz andere, bösartige Seite: Sie ist auch einer der größten Feinde der Freiheit. Doch davon ein anderes Mal.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Kommentare: 5
  • #1

    Fidel (Freitag, 03 März 2017 06:59)

    "Diskriminierung ist ein ebenso unabdingbares gesellschaftliches Recht wie Gleichheit ein politisches ist. Es geht nicht darum, wie die Diskriminierung abgeschafft werden kann, sondern um die Frage, wie man sie auf den Bereich der Gesellschaft, wo sie legitim ist, beschränken kann; wie man verhindern kann, dass sie auf die politische und persönliche Sphäre übergreift, wo sie sich verheerend auswirkt."

  • #2

    michael collins (Freitag, 03 März 2017 08:01)

    Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

    So haben wir es gelernt und so war es bis vor einigen Jahren so ungefähr richtig.

    Aber nun sehen wir mit Erstaunen, ohnmächtiger Wut und Zorn, je nach Temperament, dass dem nicht so ist.

    Es gibt da die Gruppe der Mohammedaner, die eben nicht gleich behandelt werden, sie erhalten das, was Systemkritiker nennen, den Migrantenbonus.

    Für Verbrechen werden ihnen ihr kultureller Hintergrund als mildernd angerechnet, ja in Deutschland, um nur ein besonders krasses Beispiel zu nennen, wird ein mohammedanischer Vergewaltiger eines sechsjährigen Kindes mit milden eineinhalb Jahren BEDINGT, beinahe hätte ich geschrieben belohnt, "bestraft".

    In Ö wird ein bekannter Kinderschänder nicht eingesperrt, weil er angeblich unter Platzangst leidet. So geschehen in Wr. Neustadt.

    Ergebnis: der Kinderschänder hat sofort weitergemacht.

    Wie es dann weitergegangen ist habe ich nicht mehr in den Medien lesen können. Schändet er weiter ? Dann sollte er aufpassen, kein mohammedanisches Kind zu schänden, denn seinem Clan wäre dann seine angebliche Angst vor der Zelle mehr als egal, in seinem engen Grab kann er sich dann fürchten.

    A propos Gleichheit, wenn wir alle gleich sein sollen, dann steht mir als Gleicher auch der Mercedes der Vasilakou zu oder etwa nicht ?Ganz abgesehen von ihrem Abgeordnetengehalt, steht mir doch auch zu oder da wird sie gaaaaaaanz plötzlich nichts von Gleichheit wissen :) ?

  • #3

    Diederich Heßling (Freitag, 03 März 2017 09:46)

    Alle Menschen sind gleich. Nur einige sind etwas gleicher...und die gehören nach Sibirien. Auf Nimmerwiederseh'n. Massenmörder sind auch gleich...aber wir möchten sie doch nicht als Nachbarn.

  • #4

    Wilhelm Scheidl (Freitag, 03 März 2017 17:36)

    Es ist der böse Kapitalismus, so redet man uns ein, der zu der Ungleichheit führt, die dann die Politik wieder auszugleichen hat. Und die Leute glauben das, nicht weil sie dumm sind, sondern weil sie an die Allmacht des Staates glauben und nicht verstehen können oder wollen, wie Kapitalismus funktioniert.

    Genau da hat der Alternativ-Politiker anzusetzen und alles zu tun, um der Wahrheit zum Durchbruch zu verhelfen. Kapitalismus richtig verstanden ist eine Wachstumsmaschinerie sondergleichen. Das Vermitteln dieser Erkenntnis ist eine echte Herausforderung, wäre aber der einzig richtige Weg und Grundvoraussetzung für dauerhaften Frieden und wachsenden Wohlstand.

  • #5

    GlobalVoter (Sonntag, 05 März 2017 15:08)

    Die Gleichheit wird in der "sogenannten" Demokratie zum Dogma! Die Bürger werden zur Stimm Abgabe angeleitet, deren Umsetzung des erteilten politischen "Blankoschecks" sie, dann, tatsächlich, 4x Jahre lang nicht wiedersehen! Keinem Kommentator fällt auf: "One Man, One Vote" ist = Kommunismus, pur. Aus dem Manifest der Gleichmacherei!
    Dieses weitere Dogma dient nur den wahren "Sozialisten" Chefpromotoren des "deficit-spending = der Staats- + Privatverschuldung, den Bankstern, die , schlicht und einfach, von den Zinsen, Zinseszinsen leben und Macht generieren aus Geld, dass es NIE gegeben hat. Wie praktisch.
    Marx war ein Agent der Dominanz und hatte den Auftrag die Linken intellektuell zu beschäftigen, wie auch der Sozialismus und die sogenannte Demokratie, dazu gehört das "Perpetuum Mobile" der Macht, das FIAT Money System zu vertuschen!
    Die Linken würden niemals zugeben, wie heuchlerisch und menschenunwürdig ihre Subventionitis ist (Harz IV ! ).Nützliche Idioten!
    Gleicheit der Menschen gibt es nur in Qualität, wenn sie denn umgesetzt und verstanden würde, sonst sind wir Alle unterschiedlich. Keiner kann erklären, warum die Gehälter, eigentlich, differieren!?
    Das Gleichheitsprinzip, in der Schuldgelddiktatur bezieht sich nur auf "die Kohle: " Time is Money". Welcher Schachsinn, dem der Konsumfreak folgt!
    Die Gaus´sche Verteilungskurve ist Fakt. Die Mehrheit wird, wunderbar leicht, durch das TV/MSM dominiert. Durch all der obigen Dogmen wird der Bürger ausgehebelt. Er sitzt, nirgends!, mehr am Tisch! 0,01% gegen 99,99
    Glaub keiner, dass die Freiheit und Selbstbestimmung, für lau, uter Tür geschoben wird! Der Bürger muss sie sich verdienen.
    Ohne Qualitätskriterien wird nichts laufen!