GenderPayGap: Dichtung und Wahrheit

 

Der "Internationale Frauentag" dräut heran.  Was liegt da für die üblichen Stimmungsmacher näher, als zu diesem Anlass wieder einmal den berühmt-berüchtigten GenderPayGap durch alle Instanzen zu schleifen? Und natürlich geschieht das auch heuer wieder mit falsch dargestellten Zahlen, hemmungslos ideologisch verformten Unterfütterungen und medialen Verzerrungen.

 

Einen Gap gibt es

Worum es geht: Nach den diversen Statistiken besteht ein in allen Branchen nachweisbarer Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen. Er beträgt je nach Berechnung zwischen 3,5 und 11 Prozent. Das ist jener nachweisliche GenderPayGap, über den man nicht nur sprechen kann, sondern sogar sprechen muss. Er ist nämlich nicht erklärbar und daher zu erforschen. Wer seriös bleiben will, darf sich nur auf diese Zahl und diese Frage beschränken.

 

Die Sachlichkeit fehlt

Doch eine Sachdebatte dazu gibt es leider nicht. In den Medien geistern Zahlen von angeblichen 20 % und mehr herum. Aufgeregte und vorwurfsvolle Statements von Frauenrechtlerinnen sind dabei stets inbegriffen. Die inhaltlich falschen Schlagzeilen und die ideologisch gefärbten Inputs impfen dem naturgemäß nicht sachkundigen Publikum ständig ein, dass auf dem Arbeitsmarkt eine himmelschreiende Ungerechtigkeit herrschen würde und die Frauen krass benachteiligt wären.

 

Das ist zwar wie angeführt ein beweisbarer Unsinn, wird aber von den Feministinnen und anderen irrational argumentierenden Leuten gerne aufgenommen und weiter verbreitet.

 

Wenden wir uns also zumindest im DailyFranz den Fakten zu:

Tatsache ist, dass in Österreich nur solche Kollektivverträge existieren und gültig sind, die völlig frei von frauendiskriminierenden Inhalten sind. Alles andere wäre nämlich gesetzwidrig und im Sinne des Geichheitsgrundsatzes einklagbar.

 

Tatsache ist, dass im öffentlichen Dienst Mann und Frau exakt gleich viel verdienen und es dort laut Statistik überhaupt kein GenderPayGap gibt. Beamte unterliegen einem einheitlichen und neutralen Besoldungsschema.

 

Und Tatsache ist, dass bei einem so hohen Gehaltsunterschied, wie er gern von bestimmten Leuten behauptet wird, kein einziges Unternehmen auch nur einen einzigen Mann beschäftigen würde. Da würden nur noch die Frauen die Jobs bekommen.  Einfach, weil Frauen als Arbeitskräfte dann so billig wären. Aber niemand kennt einen solchen Betrieb - weil es ihn nicht gibt und weil es den behaupteten exzessiven Gap nicht gibt.

 

Das große Gap ist ein Märchen

Allein diese Fakten beweisen neben den oben genannten Statistiken, dass der angeblich so schwerst diskriminierende, riesenhafte GenderPayGap ein Märchen ist, das von vielen Frauenpolitikerinnen und tendenziös berichtenden Medien-Damen vor allem zur eigenen Daseinsrechtfertigung und zum Anheizen des Geschlechterkampfs verbreitet wird.

 

Seriös bleiben wäre klüger

Sinnvoller wäre es, all die Schauermärchen-Tanten (und die einzelnen Onkels) würden sich unaufgeregt auf die realen und recht schmalen 3,5% Unterschied konzentrieren und hier nach den Ursachen suchen. Und dann in aller Ruhe die Kausalitäten aufzeigen, damit man sie verbessern kann und jede(r) für die gleiche Arbeit den gleichen Lohn bekommt, egal welches Geschlecht er/sie hat.

 

Achtung, Gefahr

Keinesfalls darf diese Ursachenforschung aber darin münden, dass das weibliche Geschlecht danach bevorzugt und die Männer benachteiligt werden - wie das zum Beispiel schon längst bei Bewerbungen für viele leitende Positionen der Fall ist: Bei gleicher Qualifikation wird dort zur Steigerung des Frauenanteils explizit die jeweilige Frau bevorzugt. Und der Mann also diskriminiert. Das ist durch Sonderregelungen Realität geworden, obwohl wir ein Verfassungsgesetz und  ein Gleichbehandlungsgesetz haben, die beide die Diskrimierung aufgrund des Geschlechts klar verbieten.   

 

Gleich und gleicher

Letztlich wird man den Verdacht nicht los, dass all die emanzipatorisch inflammierten Damen mit ihren wilden Übertreibungen und ihren Feldzügen gegen den GenderPayGap in Wirklichkeit eine aus Orwells Animal Farm bekannte Situation anstreben: Mann und Frau sollen gleich sein. Aber die Frau ist am Ende auf alle Fälle gleicher.

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Kommentare: 4
  • #1

    michael collins (Montag, 06 März 2017 09:58)

    Sehr geehrter Herr Dr. Franz

    Sie haben nicht unrecht, aber bei zwei Dingen tatsächlich unrecht:

    Es ist richtig, das Beamtenschema macht keine Geschlechtsunterschiede in der Bezahlung, doch wahr ist, Männer werden schneller befördert.

    Und: wo ein sehr großer Überhang an Beschäftigten, nämlich Frauen, wie z.B. die Pflegeberufe, wo so gut wie nur Frauen tätig sind, ist die Besoldung hundsmieserabel schlecht.

    Man braucht sich nur vergleichsweise Deutschland oder die Schweiz anschauen, wo die Löhne deutlich höher sind.

    Ich kann es beurteilen, war ich doch jahrzehntelang als Pflegeperson tätig.

    Und: wo es geht, erhalten männliche PFlegepersonen gerne Posten wie Stationspfleger, Oberpfleger.

  • #2

    Diederich Heßling (Montag, 06 März 2017 10:11)

    „Frauen gehören nicht ins Sinfonieorchester, sondern an den Herd."
    Heribert Ritter von Karajan, Peking 1978

  • #3

    Daniel B. (Montag, 06 März 2017 13:37)

    Reden wir einmal über Lohnsteuergerechtigkeit!
    Bezüglich..."Insgesamt einbehaltene Lohnsteuer"
    Männer verdienen im Durchschnitt nur 59% mehr Brutto zahlen aber in Durchschnitt 81% mehr an Lohnsteuern!

    Zahlen von 2015:
    Steuerpflichtige Männer: 3.386.525
    Bruttobezüge Männer: 112.004,7 Mio Euro
    Bruttorbezüge pro Mann: 33.073,64 Euro

    Lohnsteuerzahlende Männer: 2.808.837
    Einbehaltene Lohnsteuer Männer: 19.803,6 Mio Euro
    Einbehaltene Lohnsteuer pro Mann: 7.050,46 Euro


    Steuerpflichtige Frauen: 3.380.140
    Bruttobezüge Frauen: 70.510,8 Mio Euro
    Bruttobezüge pro Frau: 20.860,32 Euro

    Lohnsteuerzahlende Frauen: 2.186.178
    Einbehaltene Lohnsteuer Frauen: 8.480,3 Mio Euro
    Einbehaltene Lohnsteuer pro Frau: 3879,05 Euro

    http://statistik.at/wcm/idc/idcplg?IdcService=GET_PDF_FILE&RevisionSelectionMethod=LatestReleased&dDocName=021854

    http://statistik.at/web_de/statistiken/wirtschaft/oeffentliche_finanzen_und_steuern/steuerstatistiken/lohnsteuerstatistik/index.html

  • #4

    Daniel B. (Montag, 06 März 2017 13:58)

    NAchtrag Lohsteuer---Bruttobezüge

    Bei Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen verdienen Männer im Durchschnitt nur 56% mehr Bruttobezug!
    Zahlen von 2015:
    Steuerpflichtige Männer: 2.314.806
    Bruttobezüge Männer: 84.977,157 Mio Euro
    Bruttobezüge pro Mann: 36.710,27 Euro


    Steuerpflichtige Frauen: 2.046.857
    Bruttobezüge Frauen: 48.142,836 Mio Euro
    Bruttobezüge pro Frau: 23.520,37 Euro

    Man beachte auch die Bruttobezüge aus welcher wirtschaftlichen Tätigkeit Diese generiert werden!
    http://statistik.at/wcm/idc/idcplg?IdcService=GET_PDF_FILE&RevisionSelectionMethod=LatestReleased&dDocName=021853