Neu bei den Roten: Die Ministerin der Quoten

 

Die seit einigen Tagen im Amt befindliche neue Gesundheits- und Frauenministerin Pamela Rendi-Wagner gibt derzeit ihre ersten Interviews. Bevor sich die vormalige Sektionschefin öffentlich zu ihren neuen Aufgabenfeldern geäußert hat, waren die Erwartungen recht groß, auch bei politisch Andersdenkenden: Die Ministerin ist Medizinerin, habilitierte Dozentin, Spezialistin für Hygiene und Impfungen und schon lange in der Prävention und Gesundheitsplanung tätig.

 

Röter als die SPÖ

Doch seit ihrer Angelobung und ihren seither getätigten Statements wird es immer klarer: Die Frau Minister möchte sozialistischer sein als ihre Partei, der sie soeben erst beigetreten ist und sie will Dinge forcieren und umsetzen, die zu den klassischen linken Inhalten der SPÖ gezählt werden. 

 

Die falsche Lohnschere

Eine ihrer ersten Ansagen war, dass sie das sogenannte GenderPayGap schließen möchte. Sie verwendete dabei in feministisch-linkspopulistischer Manier kühl lächelnd falsche Zahlen und sprach völlig undifferenziert von einer Lohnschere, die über 20% betrüge. Dass diese fehlerhafte Ziffer nur dazu geeignet ist, das Ressentiment zu bedienen, wurde hier schon besprochen.

 

Frauenquote

Als nunmehr bekennende und parteifolgsame brave Linke mit frauenkämpferischem Anspruch steht die Frau Minister zur Frauenquote. Man hätte Pamela Rendi-Wagner mehr zugetraut, als diese kontraproduktive Maßnahme, die letztlich die Frauen auf Quoten-Tschapperln reduziert,  zu unterstützen.

 

Ministerin der Zwänge?

Quoten sind Zwangsmaßnahmen und jede Frau, die infolge einer Quotenregelung und nicht (nur) aufgrund ihrer Qualifikation etwas wird, hat mit dieser Tatsache für immer zu kämpfen. Viele namhafte und starke Frauen sind daher gegen eine Quote, weil sie die Würde der Frau verletzt. In Deutschland hat sich die Quote jedenfalls nicht bewährt.

 

Zentren-Medizin

Im Gesundheitsbereich ist Rendi-Wagner voll auf Partie-Linie. Sie will gegen den heftigen Widerstand in der Ärzteschaft das verunglückte Modell Primärversorgungszentrum  "auf den Boden bringen", so ihr Originalzitat heute in der Presse am Sonntag. Dass das Gesundheitssystem ohnehin in vieler Hinsicht auf dem Boden liegt, war vielleicht die Ursache für diese misstönende Metapher, die an einen Freud`schen Versprecher erinnert.

 

Zentren  verschlechtern alles für alle

Die PHC-Idee, die jetzt EVZ-Konzept (ErstVersorgunsgZentrum) genannt wird, soll den Arzt auf einen in ein Gesundheitszentrum eingebetteten medizinischen Dienstleister reduzieren, der mit den anderen Gesundheitsberufen auf der berühmt-berüchtigten Augenhöhe arbeiten soll. Mehrere Ärzte sollen dort Dienst machen, ebenso sollen Sozialarbeiter, Krankenpfleger und Physiotherapeuten mitwerken. Jeder mit entsprechendem Mitspracherecht, die Letztverantwortung soll aber beim Arzt liegen.

 

Anonymisierte Medizin

Was auf den ersten Blick als sinnvoll erscheinen mag, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als Bedrohung für die Patienten und als Gefahr für die Freiheit der Ärzte. Die EVZs werden zu anonymen Apparaten, in denen Massenmedizin zum Standard wird. Der Hausarzt wird dadurch zum Verschwinden gebracht, weil durch das geplante Gesetz enormer Druck aufgebaut wird, dass sich die Einzelordinationen zu solchen Zentren zusammenschließen. Zuwendung, Empathie und personalisierte Medizin sind in diesen Einrichtungen kaum mehr möglich.

 

Beispiel DDR

Genau dieses Konzept, das da jetzt bei uns kommen soll, gab es in der DDR: Es hieß dort "Poliklinik". Mehrere Ärzte mussten sich mit Krankenschwestern jeweils zu einem kleinen Zentrum zusammenschließen. Die Einzelpraxen verschwanden nahezu gänzlich. 1980 gab es in der DDR bei 16 Millionen Einwohnern über 500 solcher Polikliniken. Als die DDR zerbrach, schossen als Reaktion die Einzel- und Privatpraxen wie wild aus dem Boden, die wirtschaftlich desolaten restlichen Polikliniken wurde von Betriebsgesellschaften übernommen. Österreich will nun offenbar denselben Weg gehen. Bezeichnend, dass Grüne und Rote das DDR-Modell auf ihrer Agenda ganz oben haben.

 

Roter Zynismus

Ebenfalls bezeichnend für die roten und grünen Proponenten der Zentren-Medizin ist, dass es dafür öffentliche Förderungen geben und die im Zentrum tätigen Ärzte mit höheren Fall-Honoraren geködert werden sollen. So wird der Bereich der Kassen-Ordinationen ausgehungert. Und das beste ist: Nach ersten Berechnungen wird die Zentren-Medizin deutlich teurer kommen als das bisherige System. Aber nach der Umstellungsphase würde alles effizienter, so ließ die Wiener Gesundheitsstadträtin Wehsely vor ihrem Abgang noch verlauten. (Honni soit qui mal y pense...)

 

100 Tage Frist

Freilich muss der neuen Ressort-Chefin gegenüber Fairness gelten und man muss der Ministerin die üblichen 100 Tage Frist geben. Möglicherweise gilt ja auch hier: Hunde, die bellen, beissen ja dann doch nicht. Und das Gesundheitsministerium ist eines, das ohnehin wenig Umsetzungskompetenzen besitzt. Da aber gerade wegen des bereits ausformulierten Gesetzesentwurfs zu den EVZ die Zeit drängt, müssen wir als Ärzte, die unseren Patienten gegenüber verantwortlich sind,  der ministeriellen Kollegin bei allem Respekt schon jetzt auf den Zahn fühlen.

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Kommentare: 4
  • #1

    Wilhelm Scheidl (Sonntag, 12 März 2017 18:08)

    "Partie-Linie" ist echt gut, würde auch auf Mr. Kern passen. Ist das ein Freud'scher Verschreiber?

  • #2

    helmut-1 (Montag, 13 März 2017 05:46)

    "Gabs auch in der DDR".
    Anmerkung:
    Gibts hier in Rumänien immer noch.
    Aber wie sieht das aus:
    Man wird auf Krankenschein (Plastikkarte) behandelt. Wenn man irgendwas hat, - erstmal zum Hausarzt und einen Überweisungschein holen. Da muss man sehen, welchen Hausarzt man hat. Hat man dort einen Termin vereinbart, dann gehts ja noch, dann ist man in 2 - 3 Stunden davon. Es sei denn, man kennt den Hausarzt gut, und sagt, man braucht nur eine Überweisung für dort oder dorthin. Viele Allgemeinmediziner arbeiten auch an anderen Stellen, - es kann also passieren, dass man bis zum nächsten Tag warten muss, bis man dort vorstellig werden kann. Ohne Termin dauerts mindestens einen halben Tag. Hausärzte sind übrigens auch in der Poliklinik vorhanden.
    Der Hausarzt überweist zum Facharzt, der auch in der Poliklinik ist. Jetzt muss man sehen, wann der Facharzt Sprechzeiten hat und sich einen Termin geben lassen. Das kann eine Woche dauern.
    Dann kalkuliert man wieder einen Vormittag an Wartezeit mit ein, um dann untersucht und evtl. zum Röntgen geschickt zu werden, - auch in der Poliklinik vorhanden. Wieder Termin geben lassen.
    Usw.usw.usw. - bis ich da an eine Diagnose und an einen Therapievorschlag komme, gehen meist zwei Wochen ins Land. Medikamente müssen sowieso in der Apotheke cash bezahlt werden, - Ausnahme Kinder und Jugendliche, die Rentner bekommen auf vereinzelte Präparate Preissenkungen.
    Ist es das, was dann auch in Österreich am Ende der Straße steht?
    Ich hatte kürzlich eine heftige Virose in den Atemwegen. Obwohl ich die staatliche KV habe (ist Pflicht) kürze ich das Ganze ab, lasse mir einen Termin direkt beim Lungen-Facharzt geben, bei einer privaten "Poliklinik". Die gibts mittlerweile immer mehr in Rumänien.
    Krieg noch am selben Tag, allerdings als Letzter, weil ich kurzfristig (grad am Freitag) reingekommen bin, einen Termin, werde untersucht, einen Stock tiefer geschickt, zum Röntgen, - mit dem Bild wieder einen Stock höher, - Diagnose besprechen, Therapie besprechen, Rezept ausstellen und ein schönes Wochenende wünschen.
    Zeitaufwand: 2 Stunden einschl. Wartezeit.
    Kostenfaktor: 13 € (umgerechnet) für die Untersuchung (= Pauschale)
    27 € (umgerechnet) für die Röntgenaufnahme
    Zusammen 40 €.

    O.k., ich kann mir das erlauben, - ein Bauarbeiter muss in RO dafür einen Tag lang arbeiten.
    Medikamente (die man ohnehin selbst bezahlen muss): ca. 65 € (einschl. Mundsprays, Antibiotika usw.)
    Jetzt will ich nicht auf die Problematik in RO eingehen, - ich wollte nur aufzeigen, wie das in der Realität dort aussieht, wo es diese Polikliniken gibt.

  • #3

    doc.west (Montag, 13 März 2017 19:55)

    bundeskanzler kern und ministerin reni-wagner wollen eine frauenquote.
    welche intelligente frau möchte ins parlament, nur weil sie statt eines schwanzes eine vagina hat?
    ich unterstütze eine 50% - quotenregelung erst dann, wenn es
    - am bau gleich viele frauen wie männer gibt
    - ebenso an den hochöfen
    - bei der kämpfenden truppe beim bundesheer
    - bei studenten an der techn. universität in den fächern mathematik, chemie, physik und maschinenbau
    - bei dachdeckern, schlossern und installateuren
    - bei schilehrern und zuhältern
    - bei truckern und asphaltierern
    - bei der müllabfuhr und der kanalbrigade
    - bei piloten und kampftauchern
    - bei weinbauern und jägern
    - bei schwulen und lesben
    - bei tennis – und golflehrern
    - bei professuren und studenten in genderstudies
    - bei hebammen und nutten
    - bei matrosen und lagerarbeitern
    - bei reitern in der spanischen hofreitschule und bei zahnärztlichen assistenten/innen

    und

    - bei blödinnen und blöden, sprich politikern.



  • #4

    Hansi der Brasilianer (Mittwoch, 15 März 2017 23:42)

    Fairness ist gegenüber den Gerechten unbedingt einzuhalten. Aber auch gegenüber Betrügern?

    Im alten Testament steht - Aug um Aug ... Zahn um ...
    Das hat freilich den Gaunern nicht gefallen - daher mussten die Deppen "auch noch die andere Wange " hinhalten. Und manche sind wirklich so deppert.

    Zentren, Quoten, Verbote und alle Bevormundungen passen irgendwie nicht in das Märchen des "freien Menschen".
    Ja kann ich jetzt sagen was och will in einer Demokratie? Bin ich frei? oder werde ich verarscht - und habe diese ganzen Freiheiten nur solange sie sich mit "Goverment" decken.
    Dann bin ich ein Sklave.

    Wieso spricht das niemand KLAR aus?