Sparen kann tödlich sein

 

Wer heute sagt, Sparen und Kostendämpfung sind grundsätzliche Ziele in der Politik, der liegt meistens richtig. Wer heute aber sagt, dass das Sparen in der Gesundheitspolitik das oberste Ziel sein muss, der hat den Sinn der Medizin nicht verstanden oder ist einfach zu dumm oder zu naiv, die Dinge zu Ende zu denken. Manche unserer Sparmeister sind einfach nur Ärztefeinde und wollen mit dem Spar-Dogma den Ärzten an den Karren fahren. Allesamt merken diese Leute in ihrer Sparwut aber nicht, dass die Reduktion von finanziellen Mitteln immer die Patienten und damit genau jene trifft, für die das System eigentlich geschaffen wurde.

 

Ohne Ökonomie geht`s nicht

Natürlich wissen wir alle, dass ein ökonomischer Zugang die prinzipielle Voraussetzung darstellt, um überhaupt Medizin betreiben zu können. Es gibt nichts gratis und alle Ressourcen dieser Welt sind begrenzt. Das sind uralte und triviale Erkenntnisse und dafür brauchen wir keine Gesundheitsökonomie, denn das weiß schon jedes Kind spätestens ab dem Alter, in dem es Taschengeld bekommt.

 

Wir werden vorgeführt

Trotz dieses Wissens wird uns die Geschichte vom angeblich so dringend notwendigen Sparen in der Gesundheitspolitik tagtäglich erzählt. Das Spar-Dogma wird zur totalen Farce und letztlich zur Pflanzerei des zahlenden Bürgers, wenn einerseits die im Gesundheitswesen verantwortlichen, meist sozialistischen Politiker erklären, es stünde natürlich alles für alle immer und überall zur Verfügung und dann dieselben Politruks im gleichen Atemzug von der Kostendämpfung und der drückenden Geldnot schwadronieren. 

 

Medizin ist mehr

Man kann die Medizin nicht alleine an der Ökonomie messen. Es gibt bei ärztlichen Handlungen immer einen Mehrwert, der in Ziffern nicht messbar ist. Und es gibt immer die individuelle, persönliche Komponente, die sich in Leitlinien und Krankenkassenbestimmungen nicht abbilden lässt, dem einzelnen Patienten aber am wichtigsten ist. Die einzigen, die mit diesen Gegebenheiten im Sinne der Patienten umgehen können, sind die Ärzte und nur die Ärzte. 

 

Die Herrschaft der Zahlen

Eine gute und dem Menschen gerecht werdende Medizin muss daher vom Joch des Spardrucks befreit und der Verantwortlichkeit der Ärzte zurückgegeben werden. Nicht von ungefähr hat der Ärztestand seit jeher extrem hohe ethische Anforderungen. Diese dien(t)en genau dem einen Zweck: Gute Medizin zu betreiben, ohne auf das Börsel schielen zu müssen. Die Medizin hat über die Jahrtausende allein durch diese ethischen Normen funktioniert.  Die Herrschaft der Zahlen und der Ziffern hat sich erst in den letzten Jahrzehnten etabliert.

 

Die "Manager" wollen bestimmen

Heute glaubt man, mit Excel-Tabellen die Qualität von medizinischer Leistung beurteilen und managen zu können und man ist in den Krankenhaus- und Kassen-Direktionen der Ansicht, die Verwalter der Leistungen müssten auch die Gestalter derselben sein. Die Nicht-Ärzte haben sich aufgeschwungen, die Medizin zu bestimmen. Sie wollen bei allen medizinischen Entscheidungen mitreden, aber niemals die medizinische Verantwortung tragen. Wenn man ihm sonst schon nichts lässt - die Verantwortung bleibt immer dem Arzt.

 

Die große Schummelei

Das aktuelle Beispiel für die Absurdität und leider auch für die fatalen Auswirkungen des Spar-Dogmas sind die vieldiskutierten Wartezeiten auf MR- und CT-Termine. In all diesen Debatten schimmert durch, dass die "bösen Ärzte" an der Misere schuld seien, weil sie zu viele Patienten zuweisen und weil die Röntgenologen irgendwie ihren Auftrag nicht ordentlich erfüllen würden.  Das ist natürlich Unsinn.

 

Die Kassen rationieren

Ausschließlich die Krankenassen entscheiden über die Wartezeiten: Die Kassen deckeln wegen des Spar-Dogmas die Leistungen und schränken daher die Zahl der MR-Untersuchungen massiv ein. Es wird hier eine ganz klare und brutale Rationierung auf dem Rücken der Patienten betrieben - aber die Kassenverantwortlichen geben das nicht zu. Das ist ihnen massiv vorzuwerfen.

 

Gewisse Defizite zahlt man doch gern

Als "Drüberstreuer" kommt noch hinzu, dass mit den Kassenbeiträgen strukturelle Defizite von kasseneigenen Institutionen abgedeckt wird. Nur ein Beispiel: Die Abgänge des im Besitz der Wiener Gebietskrankenkasse befindlichen Hanusch-Krankenhauses werden anstandslos und ohne großes Aufhebens ersetzt. Und jetzt halte man sich fest: Das Defizit beträgt jährlich 100 Millionen Euro. Dafür könnte man jahrelang alle MR- und CT-Untersuchungen in Österreich bezahlen.

 

Die Patienten werden gefährdet

Der Schaden bleibt dem Patienten und die Verantwortung dem Arzt. Folgen Sie mir bitte weiter beim Beispiel MR: Wenn Sie heute mit dem Verdacht auf eine Tumorerkrankung zu Ihrem Arzt gehen, muss dieser Arzt Himmel und Hölle in Bewegung setzen, um einen Termin für Ihr MR zu bekommen. Meist wird er aber auf volle Wartelisten und die Unmöglichkeit einer raschen Terminvergabe stoßen. Sie haben nun die Möglichkeit, privat Ihre Untersuchung zu bezahlen oder auf den Termin in 8 Wochen zu warten - obwohl Sie Ihre Kassenbeiträge bezahlt haben und möglicherweise schwer krank sind.

 

Tod durch Sparen

Wenn Sie viel Pech und wenig Geld haben, kann in den 2 Monaten der Wartezeit Ihr Tumor so weit fortschreiten, dass er unheilbar geworden ist. Die Endfolge: Sie sterben an dieser durch die Sparwut bedingten Rationierung im österreichischen Gesundheitssystem. 

 

Freiheit für die Ärzte

Einen Ausweg aus dem Dilemma gibt es: Die Rationierung muss aufgehoben und die Freiheit der Ärzte wieder hergestellt werden. Nur die diagnostische und therapeutische Freiheit des verantwortlich und sorgsam in Ihrem Sinne agierenden Arztes garantiert eine individuelle und richtige Medizin. Alles andere ist eine zynische Augenauswischerei und unter Umständen wie oben beschrieben sogar tödlich.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Kommentare: 4
  • #1

    asisi1 (Montag, 27 März 2017 09:03)

    da irrt aber der Autor, dass man den ärzten die therapiefreiheit zurück geben sollte. dadurch explodierten, hier in Deutschland, erst die ausgaben. denn die gier war größer als irgendwelche erfolgreichen Therapien. es wurden Bestrahlungen und spritzen, sowie Medikamente, oft zweifelhafter Natur, verordnet.
    ein Beispiel von vielen, sind rückenbeschwerden und Kopfschmerzen und Migräne. diese Krankheiten kann man mit einfachsten mitteln, wie wärme, massagen, Unterwassermassagen und fitnestraining , in den griff bekommen. was wird aber getan, Schmerzmittel bis zur Operationen. damit das einkommen stimmt.
    diese Systeme sind so ausgelegt, dass die anbieter viel geld verdienen und derjenige der beiträge zwangsentrichten muss, dafür minimale Leistungen bekommt.
    der größe problem, das weder Politiker noch Krankenkassen angehen, ist aber der betrug. vor jahren führte eine firma eine Untersuchung des deutschen Gesundheitswesen durch und stellte fest, dass für ca. 25 Milliarden euro betrug vorliegt. es passierte daraufhin gar nichts. es ist leichter die beiträge zu erhöhen!

  • #2

    Georg H (Montag, 27 März 2017 11:13)

    Ich denke die Ärzte können nur dann sinnvoll, sparsam und effizient mit den Resourcen umgehen, wenn es keine frei Arztwahl gibt. Also Gebietsschutz, wie bei den Briefträgern oder Rauchfangkehrern (Postboten oder Schornsteinfegern für unsere bundesdeutschen Leser), das ist sehr unpopulär und politisch kaum durchsetzbar. Mit der freien Arztwahl bleibt die Medizin ein Selbstbedienungsladen für Patienten, dem jedes Regulativ fehlt, denn die Allgemeinheit zahlt für die Leistungen, ob diese nun sinnvoll sein mögen oder nicht. So lange die Patienten sich im Internet oder im Freundeskreis über medizinische Leistungen informieren, diese beim Arzt einfordern können und ohne Selbstbehalt bezahlt bekommen, wird man Rationierung brauchen. Wenn ein Arzt meint dass bei Rückenschmerzen Gymnastik hilfreicher sei als ein MRT, geht der Patient eben zu einem anderen Arzt, der das MRT verordnet. In der Regel haben diese Untersuchungen keinen nachvollziehbaren Nutzen für die Patienten, daher werden sie in England (wo es keine frei Arztwahl gibt) bei unkomplizierten Rückenschmerzen auch nicht verordnet, bei uns aber in großer Zahl. Ich konnte bis heute weder Hinweise finden, dass die Briten mehr oder länger Kreuzweh haben oder eine geringere Lebenserwartung als die Österreicher oder die Deutschen, obwohl sie nur halb so viele MRT Geräte/Einwohner haben. Man muss auch hinterfragen wie die Briten mit 2,95 Krankenhausbetten pro 1000 Einwohner die selbe Lebenserwartung erreichen, wie die Österreicher mit 7,65 oder die Deutschen mit 8,27! Auch gehen die Briten nur 5 mal im Jahr zum Arzt, die Österreicher 6,8 mal und die Deutschen 10! mal und haben exakt die selbe Lebenserwartung. (Statist.com)
    Ich bin kein Volkswirt, aber es erscheint mir offensichtlich, dass ein Markt entweder völlig reguliert sein muss, wie Im Vereinigten Königreich oder ganz frei, wie in der Privatmedizin. Ein Hybrid mit Selbstbedienung durch den Patienten und Bezahlung durch die Allgemeinheit muss aus dem Ruder laufen und wird immer Rationierung brauchen, wenn wir nicht unser gesamtes BIP in diesen Sektor pumpen wollen.

  • #3

    Wilhelm Scheidl (Montag, 27 März 2017 21:44)

    Überall dort, wo ein System mit Zwangsbeiträgen finanziert wird, also ein Monopol besteht, ist die logische Folge Verschwendung. Sie ist also systeminhärent. Die Lösung wäre einfach, wenn die Politik nicht auf Macht aufgebaut wäre. Politik wiederum wäre ohne Macht zahnlos.

    Daraus ergibt sich Folgendes: Politik muss Macht ausüben, hat sich aber bestenfalls auf ihre Kernbereiche zu beschränken, also Schutz des Privateigentums und Sicherung der Staatsgrenzen. Alle anderen Bereiche sind dem Markt und damit dem gesunden Wettbewerb zu überlassen. Die systeminhärente Folge ist Wirtschaftswachstum mit Selbstkorrekturen.

    Weil jedoch die Politik beherrschenden Machthaber seit eh und je kein Interesse an einem Ideal- also an einem Minimalstaat haben, ist er kaum umsetzbar. Dennoch haben alle Wissenden im Sinne der Gerechtigkeit die moralische Verpflichtung, alles zu tun, um das Volk aufzuklären und die Vision Privatrechtsgesellschaft umzusetzen.

  • #4

    Lothar Schalkowski (Donnerstag, 30 März 2017 06:27)

    "Die Schöpfung hat keine Ärzte vorgesehen, weil die Natur sich selbst helfen kann. "
    Peter C Gøtzsche (Arzt, Medizinforscher, Autor)

    Es gibt immer noch Menschen, die einen unerschütterlichen Glauben in die Schulmedizin haben. Sie glauben auch ihrem Arzt, dass er alles tut, um sie wieder gesund zu machen. Und das sind nicht nur einige, sondern die überwältigende Mehrheit.

    "Der Wettbewerb zwingt zur Erschließung neuer Märkte. Das Ziel muss die Umwandlung aller Gesunden in Kranke sein, also in Menschen, die sich möglichst lebenslang sowohl chemisch-physikalisch als auch psychisch für von Experten therapeutisch, rehabilitativ und präventiv manipulierungsbedürftig halten, um „gesund leben“ zu können. Das gelingt im Bereich der körperlichen Erkrankungen schon recht gut, im Bereich der psychischen Störungen aber noch besser, zumal es keinen Mangel an Theorien gibt, nach denen fast alle Menschen nicht gesund sind. "
    Nachzulesen hier: (http://www.aerzteblatt.de/archiv/32976/Gesundheitssystem-In-der-Fortschrittsfalle)

    Hüte sich jeder, die Praxis eines Arztes zu betreten. Der Doc wird solange suchen, bis er was gefunden hat, um sein Geldsäckel zu füllen und Sie in das Heer der chronisch Kranken zu rekrutieren. Vertrauen Sie Ihrem Körper, der intelligenter ist, als alle Ärzte der Welt, und tun Sie ihm den Gefallen, ihn nicht mehr mit degenierter und vergifteter Nahrung und Getränken zu quälen. Vergessen Sie Ihren Geist und die Psyche nicht. Entscheiden Sie glücklich zu sein, dann sind Sie auch gesund. Wenn das nicht gleich gelingt, arbeiten Sie daran und trennen Sie sich von Allem, was sie belastet. Dazu brauchen Sie keinen Psychiater; der gehört zur selben Kaste der schädlichen Weißkittel, auch wenn er in Zivil daherkommt.

    Medienberichten zufolge sterben allein in deutschen Krankenhäusern 50 000 Menschen jährlich durch Ärzte- und Pflegefehler. "Laut einer neuen, im British Medical Journal (BMJ) veröffentlichten Studie, töten heute Ärztefehler schätzungsweise 250 000 Amerikaner im Jahr – das bedeutet seit Dr. Starfields Schätzungen einen Zuwachs von jährlich 25 000 Todesfällen.
    Ärztliche Behandlungsfehler sind also nach wie vor die dritthäufigste Todesursache, gleich nach Herzerkrankungen und Krebs. Diese Zahlen sind vielleicht sogar weit untertrieben, da Sterbefälle zu Hause oder in Pflegeheimen nicht eingeschlossen sind.
    Dr. Joseph Mercola"

    Ich habe seit 2006 keine Arztpraxis mehr betreten und seit ca. 30 Jahren keine Medikamente mehr geschluckt, obwohl ich 2006 eine Diagnose "Diabetes 2" bekommen habe. Heute bin ich 75 Jahre alt, topfit und muss mich mit Essen und Trinken nicht einschränken. Wer weiß, wo ich heute wäre, wenn ich den furchtbaren Prophezeiungen des Arztes geglaubt hätte und mich weiteren Untersuchungen und den anschließenden Therapien unterzogen hätte. Alles ist heilbar ohne Arzt, sogar nur ohne Arzt, denn für den Schulmediziner gibt es immer noch unheilbare Krankheiten. Welch ein Armutszeugnis. Wenn Sie mehr erfahren möchten, besuchen Sie meine Webseite wo-brennts.com und lesen Sie meine Schriften.