Pizza, Burger, Bundeskanzler

 

Wenn sich ein Bundeskanzler als Pizza-Bote verkleidet und dann mit dem Dienstwagen des Kanzleramtes belegte Italo-Fladen ausliefert und wenn seine Partei am Tag danach auf ihren Werbe-Anzeigen die bürgerliche Mittelschicht als Bouletten im US-Burger darstellt, dann sind wir nicht im Villacher Fasching oder am Mainzer Karneval, sondern mitten im nun auch kulinarisch krisengeplagten Österreich. Unweigerlich fällt einem das Wort Operetten-Staat ein.

 

Lustig ist das alles nicht

Nein, das alles ist kein Spaß. Kein halbwegs patenter Humorist käme auf die absurde Idee, dem Kanzler ein rotes Pizza-Boten-Jäckchen anzuziehen. Es ist auch keine spontan lustige Politiker-Einlage in schwierigen Zeiten. Es ist viel, viel mehr und gleichzeitig auch viel weniger: Der Pizza-Schnitzer des Kanzlers Kern und der misslungene Burger-Vergleich der SPÖ bedeuten den totalen Offenbarungseid einer nur noch jämmerlichen, ja geradezu erbärmlichen "sozialistischen" Regierungspolitik.

 

Kreisky als Pizza-Lieferant?

Stellen Sie sich vor, der legendäre sozialdemokratische Kanzler Bruno Kreisky hätte sich als Pizza-Mann verkleidet. Geht nicht, weil unvorstellbar.  Oder imaginieren Sie einen anderen der einst selbstbewussten und führenden Sozialisten in dieser Rolle: Unmöglich. Es wird ja mit so einer Verkleidung nicht nur der sozialistische Politiker lächerlich gemacht, sondern auch der rechtschaffene Job des Pizza-Verkäufers.

 

Fettnäpfchen stehen überall

Freilich gab es schon vor Kern rote Kanzler, die in diverse Fettnäpfchen traten: Wir erinnern uns an den tolpatschigen Auftritt von Fred Sinowatz und Franz Varnitzky mit der Tänzerin Marlene Charell. 

Oder denken wir an das Gummistiefel-Theater von Kanzler Klima bei der Hochwasserkatastrofe 1997.

 

Gezielt geplante Peinlichkeit

Der Unterschied zum Kernschen Pizza-Schnitzer: Die Hoppalas der anderen waren spontane Inszenierungen und die können auch mal schiefgehen. Die Pizza-Boten-Show des Christian Kern war aber am Schreibtisch geplant und von Beratern entworfen. Das verstärkt die Peinlichkeit der Sache ganz enorm. 

 

Was ist der Sinn?

Fragen über Fragen tauchen nun auf: Was wollte der Kanzler damit bezwecken? Was haben sich seine Spin-Doktoren dabei gedacht? Und, wichtigste Frage, was denkt sich der Wähler? Fühlt sich der Bürger nicht nur noch gepflanzt von einem Kanzler, der zu seinen ÖBB-Zeiten als Massentransporteur von illegalen Migranten fungierte, sich dafür noch feiern ließ und der nun als falscher Pizza-Flitzer diverse Teigwaren durch die Gegend karrt?

 

Ist das überhaupt noch zu fassen, dass der Bundeskanzler der Republik Österreich solche Aktionen liefert? Wie weit ist die Souveränität des Kanzlers damit von der Souveränität des Staates entfernt?

 

Die SPÖ und die Burger

Die Burger-Aktion der SPÖ passt nahtlos dazu. Die Sozialisten assoziieren offenbar Burger mit Bürger und buhlen um den bürgerlichen Mittelstand. Als Metapher ist ihnen nichts besseres eingefallen, als die staatstragende Gesellschaftsschicht in Form des Faschierten im Hamburger darzustellen, das förmlich weggefressen wird - so wie die Mittelschicht von Abgaben und Steuern.

 

Die Roten verraten sich selbst

Das Sujet ist verräterisch: Es zeigt uns die Lust der Sozialisten, sich nicht nur die Rosinen aus dem Kuchen, sondern auch das Fleisch aus dem Burger zu holen. Denn wer hat denn über Jahrzehnte die Steuer- und Abgabenpolitik in Österreich zu verantworten? Und wer hat die fatale Schuldenpolitik der 70er, 80er und 90er Jahre, die heute der Mittelstand unter Blut, Schweiß und Tränen finanzieren muss, zu verantworten? Richtig: Die Roten.

 

Nur noch Chuzpe

Wenn die SPÖ nun daherkommt und vorgibt, sich um den Mittelschicht kümmern zu wollen, dann ist das nur noch eine Chuzpe der übelsten Art: Zuerst stibitzt man sich das Gegrillte aus dem Laberl, dann schreit man "Haltet den Dieb!" und tut danach so, als ob man gemeinsam mit den Geschädigten den Übeltäter zur Rechenschaft ziehen möchte.

 

Diese Pizza wird teuer

Damit vom Burger noch einmal zurück zum Bürger: Dieser wird vorgeführt, weil die Sozialisten glauben, dass der Bürger diese nur noch peinlichen und dummdreisten Inszenierungen nicht durchschaut. Aber die nächste Wahl kommt und dann wird die SPÖ die Rechnung für ihre inhaltsleere Burger- und Pizza-Politik zu bezahlen haben: Sie wird ihr die Kanzlerschaft kosten.

 

 

 

 

Kommentare: 11 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    Walter (Samstag, 22 April 2017 08:54)

    Diese gezielte Aktion hat wahrscheinlich genau die Gedankenebene und Muendigkeit der SPOe Waehler getroffen. War sicher nicht unueberlegt. Zeigt den Rest von Oesterreich wie die SPOe ihre eigenen Waehler einschaetzt.
    Sollte als Warnung dienen.

  • #2

    michaelcollins (Samstag, 22 April 2017 09:35)

    Wenigstens hat Herr Kern einmal in seinem Leben was gearbeitet: als Bote.

  • #3

    Diederich Heßling (Samstag, 22 April 2017 10:09)

    Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie dieser Möchtegern-Politikmanager es schafft, sich immer noch etwas mehr zu demontieren. Was für eine lächerliche, erbärmliche Schießbudenfigur! Er versucht selbst Schulz zu übertreffen.

  • #4

    Nattl (Samstag, 22 April 2017 10:42)

    Bei allem Unverständnis für das Geifern hier: derartige Peinlichkeiten gab es in den letzten Jahrzehnten bei allen Parteien. Sei es ein Haider im Trachtenjopperl beim Singen auf der Alm, seien es Schüssel, Molterer und Gehrer beim gemeinsamen musizieren oder H.C. Strache beim erfolglosen Versuch eines Raps.

    Die Politiker zeigen doch nur, dass ihnen die Ideen ausgehen. Natürlich kann man sich einen Kreisky nicht in so einer Situation vorstellen. Auch keine Magret Thatcher oder einen anderen Politiker, den man zur mittlerweile ausgestorbenen Kategorie der Staatsmänner und Staatsfrauen zählen konnte.

    Die Verwendung von Pizzagate finde ich unangebracht, weil 1. ist es kein Skandal im Sinne Watergate (von dem sich ja das -gate Suffix ableitet) und 2. gehts im echten US-amerikanischen Pizzagate um die Anschuldigungen des Kindesmissbrauchs -- auch dieser Fall ist hier nicht gegeben.

    Somit kann man für diese Woche entwarnung geben. In der Kalenderwoche 16 waren auf der Insel der Seeligen und Hirnlosen Pizza und Palmershöschen die großen Aufreger. Tu Felix Austria...

  • #5

    STRAẞENHAUSER Petra (Samstag, 22 April 2017 14:51)

    Wenn die SPÖ nun daherkommt und vorgibt, sich um den Mittelschicht kümmern zu wollen, dann ist das nur noch eine Chuzpe der übelsten Art: Zuerst stibitzt man sich das Gegrillte aus dem Laberl, dann schreit man "Haltet den Dieb!" und tut danach so, als ob man gemeinsam mit den Geschädigten den Übeltäter zur Rechenschaft ziehen möchte.

    So ist das eben in einer Scheindemokratie: Der stärkere setzt sich durch. Und zwar einfacher als im Aug-um-Aug-Zahn-um-Zahn-Staat. Deswegen haben wir sie ja eingeführt: Die Masse glaubt durch Wahlen etwas zu bewirken, aber die Wahlen sind dafür da, dass sich die Reichen hinter einer Bürokratie verstecken können, sich um wenig kümmern müssen, aber nicht mehr um und gegen jeden möglichen raufen müssen. Nun macht man das ganz einfach: per Gesetz.

    Und in spätestens in dritter Instanz befreit man sich von seinen Verbrechen per weisungsgebundenen Staatsanwälten; spätestens durch einberufene Ministerkonferenz, falls man Politikster [sic!] ist.

    Mann, würden die Eliten einsitzen, hätten wir freie Anwaltschaften und Richter und gäbe es unter diesen Herren und Damen :-) auch tatsächlich Rechtschaffenheit ohne Eigennutz.

    Aber was seit tausenden Jahren niemals der Fall gewesen ist, wird der Fall auch niemals sein. Oder doch? Ja, da fällt mir ein: Der ständige Fall der Völker!

    https://www.youtube.com/watch?v=erspCQU0MPk

  • #6

    . (Samstag, 22 April 2017 15:36)

    https://youtu.be/KYcuLmFUyjE?t=326

  • #7

    Barroso, Latsis … (Samstag, 22 April 2017 16:44)

    https://www.youtube.com/watch?v=0ZfUKwJbxrE&feature=youtu.be&t=118
    https://youtu.be/KYcuLmFUyjE?t=3598

    Alle Eliten sind gleich:
    https://www.youtube.com/watch?v=75QHUxqToIA&feature=youtu.be&t=103

    Ohne Diebstahl kein Reichtum! Sei es ø Lohnraub, der durch einheitliche Tarifverträge zw. Gewerkschaften und Industrievertreter so festgelegt wird, dass der Kleinunternehmer die Löhne noch zahlen kann, aber die Großunternehmer darüber nur lachen können oder mittels tausender anderer oberübler Tricks, die die Großen per Gesetz gegen uninformiert faulbequeme Bürger (siehe: Demokackie, ups, Demokratie!) täglich durchsetzen.

  • #8

    Knast für die im Link aufgeführten Schweine! (Samstag, 22 April 2017 16:47)

    Knast! Knast! Knast!
    Knast! Knast! Knast!

    5 Trilliarden Jahre Knast für diese Euro- und anderen Schweine!

  • #9

    Ich hoffe, (Samstag, 22 April 2017 16:48)

    das war diplomatisch genug?

  • #10

    Die Troika, ein netter Begriff, nicht wahr? (Samstag, 22 April 2017 17:23)

    https://youtu.be/KYcuLmFUyjE?t=4103

  • #11

    So, noch was: (Samstag, 22 April 2017 17:35)

    Einfach nur das Gespräch zw. diesen beiden Herren anhören!

    https://youtu.be/KYcuLmFUyjE?t=4552