Retten wir die Familie!

 

In der westlichen Welt hat sich ein gigantisches kultursozialistisches Projekt etabliert: Die Zerstörung der klassischen Familie. Freilich ist diese groß angelegte Abschaffung nicht gleich auf den ersten Blick als solche erkennbar, weil sie  langsam vor sich geht und im Kleid des Schönen, Wahren und Guten daherkommt. Außerdem beruft sie sich auf Begründungen, die zunächst legitim wirken.

 

Ist die klassische Familie "nicht mehr zeitgemäß"?

Die gängigsten Begründungen für diese gerne als berechtigt dargestellte Auflösung der traditionellen Familienstrukturen lauten Gleichberechtigung, Selbstverwirklichung und Individualismus. Diese Trias wird als modern und humanistisch angepriesen. Das Kennzeichen aller Hochkulturen, nämlich die klassische monogame und heterosexuell ausgerichtete Ehe, aus der üblicherweise Kinder hervorgehen, bekommt da und dort mittlerweile auch schon das Adjektiv "nicht zeitgemäß" verpasst. Wo immer dieses modernistische Zauberwort "nicht zeitgemäß" auftaucht, ist übrigens Hellhörigkeit gefragt, denn es ist stets der Code für die gewünschte Abschaffung von etwas Traditionellem und Bewährtem.

 

Familie ist heute nicht mehr die klassische Formation Vater-Mutter-Kind(er), sondern Familie ist das, was sich wie eine Familie fühlt und das kann sehr unterschiedlich sein. Die Politik betont stets, dass die jeweils gewählten Lebensformen und die jeweiligen Lebensentwürfe die Angelegenheit der mündigen Bürger seien und dass man niemandem vorschreiben sollte, wie man zu leben habe. Das ist im Prinzip richtig - Politik und Staat sind primär nicht dazu da, das Privatleben der Leute zu regeln.

 

Der Staat muss ein Ordnungsprinzip haben

Allerdings muss in einem Rechtsstaat der Ordnungsrahmen vorgegeben sein. Es muss geklärt sein, wer mit wem wie leben und wie zusammenleben kann und darf. Völlige Freiheit in der Frage des Zusammenlebens kann es gar nicht geben, denn es entstehen dabei immer gegenseitige Verantwortlichkeiten sowie Rechte und Pflichten.  Unter mündigen Erwachsenen kann man diese Fragen grundsätzlich recht einfach klären und es gibt dafür natürlich Rechtsnormen. Diese reichen von der Ehe über die eingetragene Partnerschaft bis hin zur eheähnlichen Lebensgemeinschaft.

 

Achtung, Kinder!

Heikel wird die Situation, sobald Nachwuchs da ist. Bis zum Erreichen der Mündigkeit der Kinder ist die umfassende Verantwortung der Eltern gegeben, diese müssen die Interessen ihrer Kinder wahrnehmen und wahren. Das Familienrecht ist aufgrund der heute üblichen Diversifikation der familiären Strukturen entsprechend kompliziert geworden. Die Rechtslage musste immer ausgefeilter werden, damit sich die Gerichte im Streitfalle auf die verschiedensten, heute vorhandenen Situationen der Eltern und Kinder einstellen konnten.

 

Aber was bedeutet das für Eltern und Kinder? Wenn die Instanzen des Staates sich mehr und mehr in die familiären Belange einmischen müssen, weil sich Eltern trennen und die Scheidungsrate bei fast 50% liegt, so heisst das auch, dass die Eltern zumindest formal weniger Zuständigkeit haben, denn im Hintergrund sind die beamteten Juristen aktiv oder zumindest in der ständigen Warteposition.

 

Die Aushöhlung der Familie

Die Elternschaft wird solcherart im Grunde geschwächt und die Kinder werden zu Nomaden zwischen Vater und Mutter. Dazwischen erschallt ständig der Ruf nach mehr Kinderbetreuungseinrichtungen, die tunlichst öffentlich oder von der öffentlichen Hand finanziert sein sollen. Die Kinder aus getrennten Beziehungen bzw. von Alleinerziehenden werden so zur Manövriermasse in einer Mangelsituation, die einerseits wegen der heute normalen Berufstätigkeit der Frauen und andererseits auch aufgrund der hohen Scheidungs- und Trennungsraten entstanden ist.

 

So berechtigt der Wunsch nach externer Kinderbetreuung auch grundsätzlich ist - es haftet ihm doch auch ein Problem an, das in der klassischen Familie weniger eklatant ist: Wenn Vater und Mutter zusammen mit ihren Kindern wohnen, lässt sich so manches Problem organisatorischer Art leichter und schneller beheben. Auch ist es für die Kinder grundsätzlich besser, beide Elternteile in einem Haushalt zu wissen. Für die meisten Kinder ist "Scheidung" noch immer ein Schreckensding.

 

Befristete Partnerschaften

Üblicherweise ist das gemeinsame Leben mit den Kindern auch das Bedürfnis der Eltern. Die heute schon sehr verbreiteten Lebensabschnittspartnerschaften, die nur auf Zeit angelegt sind, leisten allerdings den familienzerstörenden Bestrebungen Vorschub und stehen einer Elternschaft und einem gemeinsamen Leben mit Kindern eher entgegen. Wenn man von vornherein möglichst wenig Verbindlichkeiten eingehen will und die Verantwortung scheut, wird man seltener Kinder haben, denn diese stellen die größte Verantwortung dar. Der Beweis für diese These ist die extrem niedrige Geburtenrate (derzeit liegt sie bei 1,44 Kinder pro Frau - zu wenig für das Überleben der Bevölkerung).

 

Einzelkämpfer und Patchwork-Strukturen

Am Ende dieser Entwicklung steht einerseits die zunehmende Vereinzelung der Individuen eben durch den Verlust an familiären Strukturen: Alleinerziehende müssen ihre Kinder in die Institutionen verfrachten, berufstätig sein und schauen, wo sie bleiben. Alleinstehende Mütter und Väter haben aus naheliegenden Gründen auch die schlechteren Karten bei der nächsten Partnerwahl. Sie sind alleine und bleiben es oft auch. Derzeit zählen wir in Österreich übrigens etwa 250.000 Alleinerzieher-Haushalte. Etwa 600.000 Kinder leben in diesen Haushalten mit nur einem Elternteil.

 

Andererseits bilden sich durch die gehäuften Trennungen auch immer wieder neue Formen von Familien heran: Die Patchwork-Familien. Diese Beziehungen umfassen dann wahre Geflechte von Müttern, Vätern und Kindern, die ihrem Namen entsprechend oft recht bunt sein können. Wie sich die Patchworks langfristig auf die Zukunft der Kinder auswirken, ist soziologisch noch zu wenig erforscht - es gibt sie einfach erst seit zu kurzer Zeit. In absoluten Zahlen ausgedrückt gibt es über 140.000 Haushalte, die in Patchworks eingebettet sind.

 

Die Jungen wollen Familie

Die vorherrschende Zusammenlebensform bildet noch immer der Paarhaushalt: Ca. 900.000 Paare leben ohne,  etwa 1,1 Millionen Paare leben mit Kindern. Und ca. 1,4 Millionen Österreicher leben alleine in einem Haushalt. Wenn man heute die Wünsche junger Menschen abfragt und dabei eruiert, wie sie leben möchten, antwortet ein erstaunlich hoher Teil der Befragten, dass ein wichtiges Lebensziel die Gründung einer Familie sei. Je nach Studie beträgt dieser Anteil zwischen 60% und 80%.  Als hinderlich auf diesem Weg zur Familie werden finanzielle Gründe genannt und vor allem auch die einschränkenden Situation, die Kinder für junge, karrierewillige Frauen darstellen.  

 

Politische Entscheidungen

Da ist nun doch wieder die Politik gefragt - und auch der Arbeitsmarkt. Schwangerschaft darf kein Grund für Benachteiligung am Arbeitsplatz sein. Im Gegenteil: Wenn eine Firma angestellte Frauen in Karenz hat, sollte sie pro karenzierter Frau steuerliche Erleichterungen bekommen. Und die Politik soll Firmen, die sich zu Netzwerken zusammenschließen, um Kindergärten etc zu gründen, ebenfalls steuerlich begünstigen. Darüber denkt leider offiziell kaum jemand nach.

 

Familie in die Verfassung

Und natürlich gibt es auch ein gesellschaftspolitisch Ziel: Es muss die jahrhundertelang als Kulturträgerin und Keimzelle der Gesellschaft aktive, monogame heterosexuelle Ehe mit Kindern wieder jene Aufwertung erfahren, die ihr zusteht. Daher ist zunächst zu fordern, dass die klassische Familie einen Platz in der Verfassung bekommt und als besonders schützenswertes Gut dort festgeschrieben wird.

 

In vielen Staaten der Welt ist die Familie Teil der Verfassung (z.B. in Deutschland oder Kanada, um nur zwei große Länder zu nennen). In Österreich ist die Familie in der Bundesverfassung nicht erwähnt, obwohl sie in einigen Bundesländern in den jeweiligen Landesverfassungen als besonderes Gut der Gesellschaft gesetzlich verankert ist.  

 

Familie als Menschenrecht

In der Menschenrechts-Charta von 1948 findet sich im Artikel 16 auch die Erklärung, dass heiratsfähige Männer und Frauen die Freiheit haben müssen, eine Familie zu gründen. (Angesichts des Entstehungsdatums sind damit die Heterosexuellen gemeint). Ebenso ist festgehalten, dass die Staaten deswegen verpflichtet sind, die Familien zu schützen. 

 

Angesichts der zunehmenden Auflösungstendenzen der Familien und eingedenk der wachsenden Vereinzelung der Individuen, die den Bürger schon als Kind immer greifbarer für staatliche Institutionen machen, sind bürgerlich-konservative politische Gruppierungen geradezu verpflichtet, die Wertigkeit der klassischen heteronormativen Familie zu verteidigen und neu zu deklarieren.

 

 

(Zahlen: Österr. Institut für Familienforschung, Universität Wien)

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Kommentare: 12
  • #1

    Meine Meinung (Sonntag, 18 Juni 2017 08:50)

    Aber das Ziel aus dem Hintergrund operierender Mächte ist gerade die Zerspitterung der Familien. Mit Gleichheit und Selbstverwirklichung stiften sie Selbstzerstörung des Friedens an. Viele grosse Institutionen machen da mit gegen konservat. Grundsätze. Es gleicht schon einem Krieg zwischen links oder liberal gegen konservativ. Wer wird diesen Krieg wie gewinnen?

  • #2

    Mehr Strukturförderungsfonds (Industriewegförderungsfonds nenne ich den) (Sonntag, 18 Juni 2017 10:27)

    und es wird die gesamte Gesellschaft zerstört und nicht nur die Familie.

  • #3

    Fördert die Familie: (Sonntag, 18 Juni 2017 13:10)

    https://www.youtube.com/watch?v=zWWZjaWvB_Y
    https://www.youtube.com/watch?v=oL_Ecx_cteI

    Weniger Arbeit, mehr Zusammenhalt.

  • #4

    An: Meine Meinung (Sonntag, 18 Juni 2017 13:25)

    Was bist eigentlich du?
    https://www.politicalcompass.org/test/de
    https://youtu.be/cOQLDCwu1Bc?t=661

  • #5

    N4ttl (Sonntag, 18 Juni 2017 17:52)

    Die Familie ist Keimzelle des Widerstandes gegen staatliche Gewalt. In die Schlafzimmer kann der Staat aktuell nicht eindringen. Deswegen versucht man, diese kleinste Form sozialer Struktur zu zerstören und an ihrer Stelle den wohlmeinenden Staat zu setzen.

    Die Geburtenrate ist nicht zu wenig für das Überleben der Bevölkerung, sondern zu wenig um die aktuelle Bevölkerungsgröße zumindest konstant zu halten. Daher schrumpft aktuell die autochthone Bevölkerung, was prinzipiell kein Problem wäre. Man müsste halt das Pensionsalter anpasssen. Was bei der aktuellen höheren Lebenserwartung auch keine Probleme mit sich bringen sollte. Stattdessen importiert man Männer samt deren Geburtsmaschinen aus der dritten Welt in der Hoffnung, dass diese in Windeseile zu Österreichern werden und unsere Pensionen sichern... Was für einirrsinniger Selbstmord eines Volkes.

  • #6

    Prof. Mag. Meier-Bergfeld M.A. (Montag, 19 Juni 2017 01:37)

    Man lese noch einmal Karl Marxens "Kommunistisches Manifest" von 1848! Expressis verbis ist dort die Vernichtung der "bürgerlichen Familie" gefordert. Und - übrigens - die Globalisierung präzise vorausgesagt. Peter Meier- Bergfeld
    P.S. Was ist von einer Single-Frau zu halten, die aus egoistischer "Selbstverwirklichung" ein Kind "aber ohne Mann" will, den Namen des Vaters nicht nennt, aber dann bis zur Volljährigkeit des Kindes oder bis zum Ende des Studiums (also evtl. 25 oder mehr Jahre) aus öffentlichen, also Steuerzahlermitteln, "alimentiert" wird. Nichts anderes als Betrug, Subventionserschleichung und Diebstahl am Volksvermögen.

  • #7

    Familienfan (Montag, 19 Juni 2017 09:34)

    Ich sehe momentan wenig Hoffnung für die europ. Familie alten Stils.
    Unsere europ. Staatsoberhäupter als Vorbilder? Haben keine Kinder.
    Was will Soros, mit dem sie alle gemeinsame Sache machen? Aufnahme Afrikas in Europa unter allen Umständen. Wer will bei solchen unüberschaubaren Unsicherheiten mit kriegsähnlichen Verhältnissen Familien gründen?
    Was wollen die Liberalen? Eine neue Welt und neue Familienformen.
    Was wollen die Schulen? Kinder dazu bringen nachzudenken, ob heterosexuell die einzige Alternative für sie ist.
    Was will die europ. Frau als Trägerin der Familie alten Stils? Geld verdienen, social media, Urlaub und Selbstverwirklichung.
    Ich meine, wir sind damit bereits in einer neuen Welt.
    Lange kann sie nicht halten, weil die natürliche Basis entschwindet.

  • #8

    Martin H. (Montag, 19 Juni 2017 11:27)

    Da die derzeitige familienrechtliche Lage die Gründung einer Familie für den leistungswilligen Mann zum russischen Roulette macht, wird die Geburtenrate auch in Zukunft weiter sinken. Dies ist nicht weiter schlimm, aber die Pyramidenspielsysteme wie Sozial- und Krankenversicherungen müssen schnell verschwinden und durch tragfähigere Systeme ersetzt werden.
    Da die Väterentsorgung der Alleinverziehenden ungebremst weitergeht, darf man sich über die Gegenreaktionen der Männer in Form von Bewegungen wie MGTOW auch nicht wundern.
    Aber keine Angst, das wird schon wieder:-)

  • #9

    Lieber Prof. Mag. Meier-Bergfeld M.A., (Montag, 19 Juni 2017 21:15)

    es gibt kein Volksbvermögen, wenn es nicht umverteilt wird. Deshalb sind diese Motzereien allesamt nur von volkswirtschaftlichen Aufwieglern an der Tagesordnung, die 1 % ausmachen dürften; alle anderen haben einfach keinen Tau, 0 Ahnung sozusagen, wie das so ist mit dem Geld und dem sogenannten Volksvermögen, das die Reichen immer erhalten und immer schon erhalten haben. Die arbeiten nämlich, auch wenn sie am Markt konkurrieren sollten, täglich im Hintergrund zusammen, während ihr dumme Arbeiter und Pseudostudierte, die tatsächlich glauben überm Arbeiterflegel zu stehen, gegeneinander die schlimmste Selbstzerstörung mittels eurer Dummheit täglich zum Lebensinhalt hochstilisiert.

  • #10

    Na, (Montag, 19 Juni 2017 21:26)

    konservativer Scheinrebell, bist heute wieder fleißig?

  • #11

    Heimatkind (Dienstag, 20 Juni 2017 08:57)

    Die Familie als Keimzelle - genau deshalb ist der Islam so erfolgreich. Die Gastarbeiter der 70er und 80er Jahre wären in ihrer Menge niemals ins Gewicht für Österreich/Europa gefallen. Es waren die Familien und die Vermehrung, welche ihn so stabilisiert haben in Europa. Genderwahn und Homolobby taten ihr Übriges. Ich bin davon überzeugt, dass schärfere Ausländergesetze nur ein kleiner Teil zum Umbruch beitragen können. Es muss eines ganz schnell und ganz klar passieren, dass "wir" endlich wieder Familien gründen und zwar stabile und große. Egal ob Fachverkäuferin oder Anwältin, alle Frauen müssen ihre Mutterinstinkte wieder in ihr Leben einkalkulieren, vor allem von gutausgebildeten Frauen, egal ob in der Arbeiter- oder Akademikerschicht. Die Kinder von sozialschwachen Schichten sind zwar auch nötig für Hilfsarbeiterjobs, (und können natürlich auch weiter aufsteigen) etc.; aber diese sind eben nicht für den Erhalt der eurpäischen Errungenschaften notwendig. Kinderreichtum galt früher als schick, heute assoziiert man damit die Unterschicht. Die Medien trugen einen großen Teil dazu bei. Egal ob in Filmen oder "Reality TV", die erfolgreiche Karrierefrau hat 1-2 Kinder (wenn überhaupt), aber es gibt unzählige Dokus über Großfamilien, welche alle im bildungsschwachen Teil der Gesellschaft angesiedelt sind.

    Selbst etwas ändern, nicht nur auf Umbruch in der Politik warten, denn auch wenn sich Gesetze verschärfen, wird sich die Demografie nicht verändern, wenn wir nur warten.

    - wertkonservativ, 25, w.

  • #12

    Martin H. (Mittwoch, 21 Juni 2017 10:39)

    @Heimatkind,
    die Familien der Gastarbeiter sind nur deshalb so groß, weil sie vom österreichischen Staat sehr großzügig alimentiert wurden und werden. Würde die Kinderbeihilfe durch einen Steuerfreibetrag pro Kind ersetzt werden, wären die Familien der Gastarbeiter nicht so groß.
    Wenn man mehr autochthone Kinder möchte, muß der Gesetzgeber das Familienrecht ohne Rücksicht auf die Meinung der Emanzen ändern. Derzeit werden Väter nach der Scheidung zum Zahlesel degradiert und das schreckt ab.