You are in such good shape!

 

Uups, er tat es schon wieder - aber tat er es wirklich? Donald Trump hat jedenfalls neuerlich die feministischen Gemüter erregt und die dauerempörten politkorrekten Kommentator(inn)en auf den Plan gerufen. Ein Shitstorm ist nach seiner Paris-Visite durch den Blätterwald gerauscht. Trump hat die Frau des französischen Präsidenten Macron mit einer angeblich sexistischen Bemerkung düpiert - das behaupten zumindest deutsche und österreichische Medien. Französische tun das übrigens kaum - mit gutem Grund und zu Recht, wie wir gleich sehen werden.

 

Ein tadelloses Kompliment

Die künstliche Aufregung der Medien-Moralist(inn)en und der erhobene Zeigefinger der üblichen selbsternannten Lordsiegelbewahrer des Anstands ist völlig fehl am Platz und sogar peinlich. Als Beobachter geniert man sich nicht für Trump, sondern für seine Kritiker. Was der US-Präsident zu Frau Macron sagte, ist nämlich ein tadelloses Kompliment, das grundsätzlich keinen Sexismus beinhaltet, sondern lediglich Wohlgefallen und Respekt ausdrückt.

 

Die Äußerung Trumps lautete: "You know, you`re in such good shape!" - was auf deutsch soviel heißt wie "Sie sind gut in Form". Er fügte noch ein "Beautiful!" hinzu. Auch das ist jedem Gentleman gestattet und eine absolut gebührliche Äußerung einer attraktiven Frau gegenüber.

 

Richtig übersetzen

Das Oxford Dictionary erklärt die Bedeutung der häufig gebrauchten Wendung "To be in good shape" folgendermaßen: "To be in a good physical condition". Von Unanständigkeit also keine Spur. Aus diesen Sätzen sexistische Absichten oder eine Indiskretion ableiten zu wollen, kann nur böswilligen und hasserfüllten Menschen einfallen, die sich hinter der Pharisäer-Maske der Heuchler verstecken und noch dazu wenig Ahnung von der englischen Sprache haben.

 

Die Empörung aus dem Fettnäpfchen

Man darf an den moralisierend-betulichen Medienleuten in Deutschland und Österreich getrost konstatieren, dass ihr Intellekt in keinem "good shape" ist, wenn sie sich nun schon über Bemerkungen des US-Präsidenten echauffieren, die durchaus dem normalen höflichen Umgang entsprechen. Und man darf ihnen ins Stammbuch schreiben: Versucht doch endlich einmal nachzudenken, was euer unablässiges und schäumendes Empörungs-Geschreibsel mit eurer eigenen, schon recht beschädigten Reputation anrichtet.

 

Ausserdem darf man den Moralrichtern empfehlen, vor dem nächsten Verdikt über Trump wenigstens eine Englisch-Stunde zu nehmen, damit sie nicht neuerlich voller Überheblichkeit in das von ihnen ohnehin schon ziemlich ausgelatschte Fettnäpfchen treten.

 

 

 

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Kommentare: 6
  • #1

    Jules Frener (Samstag, 15 Juli 2017 13:15)

    Das passt doch perfekt zur falschen Übersetzung von 'obsolet' im Zusammenhang mit der NATO.

  • #2

    Yeah doch (Samstag, 15 Juli 2017 14:27)

    Hmm, man muss aber nicht unbedingt beruflich schreiben, wenn man mit den rhetorischen Figuren noch nicht so richtig umgehen kann. Nun ja, vielleicht legt ihr nicht so viel Wert auf Professionalität.

    Es handelt sich um das Problem aufgeregt schreibender Wüteriche, die zu viel auf einmal wüten wollen und sich dabei ... verwüten:

    "Konstatieren" = feststellen. Man darf den Genannten also etwas feststellen? Aha. Vielleicht lernt man es ihnen ja auch. :)

    "Ihr Intellekt" sei "in keinem good shape"? In keiner guten Gestalt, in keinem guten Umriss? Ich bin fast sicher, dass der Autor an anderer Stelle auch gern mal gegen Anglizismen wüten würde, und nicht nur gegen verrutschte ...

    "Sich echauffieren" (sich erhitzen, im übertragenen Sinn) ist hier korrekt benutzt, aber es weist mehr auf das Autorengemüt selber hin.

  • #3

    exit (Samstag, 15 Juli 2017 21:14)

    was erwartet man sich von degenerierten afterjournalisten, die massenmörder wie lenin oder mao für volkshelden halten?

  • #4

    Was Trump auszeichnet, ist (Montag, 17 Juli 2017 22:07)

    die Tatsache, dass er, während ihr über ihn im geistigen Unterbelichtungszustand herfällt, seine gesamte (Medien-)Arbeit schon erledigt hat.

  • #5

    @ Yeah doch (Montag, 17 Juli 2017 22:20)

    Umgehen konnten Goethe und Schiller. Aber die sind bei wahren Kennern völlig unbedeutend und werden in deren Büchern kaum erwähnt. Weil sie die Lyrik in keinem Maß mitentwickelt haben, wie dies ein Klopstock, Heine, Benn od. ein Conrad Ferdinand Meyer getan haben.

    Aber Ösischülchen reden halt lieber über einfachen Mist, als dass sie den Schülern Kenntnisse lehrten. Deshalb muss auch alles Geistdämlich vergleichbar von genau denen gemacht werden, die dem Vergleich ausgesetzt waren. Und erschwert wird es auch von genau der Gruppe, die es selbst noch einfach hatte, die sich durchgemogelt hat.

    Das hebt deren Geisteswichserei! – Weil sie nun vor den Neuen, die sich, ohne zu wissen warum und die glauben, es sei bestimmt schon immer so gewesen, auch noch für deren wesentlich schlechtere Leistungen bewundert werden: sie wissen ja nichts darüber, wie es vorher wirklich war.

    Die Brut von denen wird man aber weiter durchschieben; und sei es dadurch, dass man die Ausbildung so abändert, dass man dafür bezahlen muss: Es läuft nun mal alles gegen euch: A. L. L. E. S.!

    Und schuld seid ihr selbst und ganz alleine daran; deine, nein: eure Naivität ist der Grund dafür!

  • #6

    … die dem Vergleich NICHT ausgesetzt waren … (Montag, 17 Juli 2017 22:21)

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