Die Unredlichen

 

Die politisch-intellektuelle Debatte in den österreichischen Qualitäts-Medien ist in einem erbärmlichen Zustand. Seit durch eine demokratisch erzielte Entscheidung namens Nationalratswahl klar wurde, dass deutlich mehr als die Hälfte der Österreicher die Zukunft unserer Nation politisch rechts der Mitte erleben wollen, sind viele der überwiegend linkslastigen Redakteure und Kommentatoren in den traditionellen Medien förmlich in heller Panik vor dem herandräuenden sogenannten "Rechtsruck".

 

Im Dauer-Alarmismus

Besagte Medienleute agieren kopflos, weil ihnen die rationalen Argumente gegen die kommende Koalition aus Schwarz und Blau längst ausgegangen sind. Es will nicht in die sonst so (sozial-) demokratisch orientierten Köpfe: Die Mehrheit hat in einer Demokratie prinzipiell recht, sonst bräuchten wir ja nicht wählen zu gehen. Das wollen die Damen und Herren aber im aktuellen Fall nicht wirklich anerkennen - und wenn, dann nur per Lippenbekenntnis.

 

Eines der letzten linken Argumente, nämlich dass Österreich im Ausland scheel angesehen würde, falls Sebastian Kurz und HC Strache eine Regierung bilden, zieht nicht mehr: Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass es für die Mehrheit der Bürger egal ist, was das Ausland an Reaktionen abgeben würde. Die Österreicher sind viel selbstsicherer als im Jahr 2000 zu Beginn von SchwarzBlau Eins - und sie wollen Veränderung.

 

Man greift daher als braver und medienaktiver Salon-Linker, der im antifaschistischen Dauer-Alarmismus zu Hause ist, zur letzten Waffe und packt die Nazi-Keulen aus. In irgendeiner Mottenkiste der Redaktion findet man diesen abgenützten Prügel immer.  Damit drischt man dann wahllos auf demokratisch gewählte Politiker ein. 

 

Zahlen, Burschen und Pathos

Statt sich inhaltlich mit den brennenden sachpolitischen Fragen auseinander zu setzen, veranstalten die einschlägig bekannten Redakteure beispielsweise Zählungen und kontrollieren, wie viele Burschenschafter es in den Reihen der FPÖ gibt - als ob es unfassbar und ganz neu wäre, dass bei den Blauen viele Korporierte dabei sind. Nach der Zählung verkaufen sie dem Leser die erhobene Zahl der Burschenschafter als intellektuelles Argument gegen die Regierungsbeteiligung der FPÖ. 

 

Und überall plappern die Mahner in künstlichem Pathos und mit erhobenem Zeigefinger davon, wie groß nun die Verantwortung des zukünftigen Kanzlers Kurz sein werde: Die deutsch-nationale Gefahr von rechts, die immer gerne auch als braun bezeichnet wird, würde unsere Republik im Bestand gefährden und man dürfe daher keinesfalls sogenannte sensible Ministerien (Innen- u. Aussen-Ministerium) mit Burschenschaftern besetzen. 

 

Intellektuelle Unredlichkeit

Warum diese Argumentationslinien unredlich sind, wird nach einem Blick in die Geschichte der Burschenschaften klar: Verschwiegen wird von allen linken Kommentatoren nämlich konsequent, dass die Burschenschaften (und nahezu alle anderen Korporationen, die in Österreich eingetragen sind) im Dritten Reich verboten waren und viele von ihnen außerdem schon über hundert Jahre vor der Machtergreifung des Unsäglichen gegründet wurden. Primäre Ziele der Burschenschaftsbewegungen sind seit damals unter anderem die Bewahrung des deutschsprachigen Kulturraums und die akademische Freiheit.

 

Geistes-, entwicklungsgeschichtlich sowie weltanschaulich haben die Korporationen mit der sozialistischen, rassistischen und auf das deutsche Volk fokussierten Denke des NS nichts zu tun. Die einzige Überschneidung ergibt sich geschichtlich im deutschnationalen Denken - aber das darf man eben nicht mit der braunen Ideologie verwechseln: Der NS war zunächst eine Arbeiterpartei und sie war den Akademikern und Bürgerlichen feindlich gesinnt. Goebbels schrie in seinen Brandreden schon 1927: "Wir sind die neuen Linken!" Das passt zu den akademischen Verbindungen wie die Faust aufs Auge.

 

Natürlich gab es zwischen 1938 und 1945 auch bei den Korporierten eine Reihe von echten Nazis - so wie es sie damals in allen sozialen Gruppierungen, Gesellschaftsschichten und Parteien gab. Die Braunen waren nachweislich überall vertreten. Sogar manche Pfarrer waren Mitglieder der NSDAP. Und man muss immer wieder darauf hinweisen: Viele, teils hochrangige Nazis wanderten nach dem Krieg zur SPÖ und wurden dort mit offenen Armen empfangen, ja sie machten bei den Roten teilweise große Partei-Karrieren. Dass sich die Herren und Damen der heutigen, vorwiegend aus Roten und Grünen bestehenden linken "Antifa"-Gilde mit diesen denkwürdigen Tatsachen besonders kritisch beschäftigen würden, ist aber bisher noch nie aufgefallen. 

 

Am Ende kontraproduktiv

Die gern als "Links-Intellektuelle" daherkommenden Kommentatoren, die uns täglich ihre redundanten FPÖ-Kritiken liefern und den Wahlgewinner Kurz mit entsprechend ähnlichen Vorwürfen konfrontieren, scheitern durch diese ihre Unredlichkeit im politischen Diskurs völlig - und sie nehmen sich damit letztlich aus dem Spiel, weil sie mit ihren "Argumentationen" nicht mehr ernst zu nehmen sind. Sie tun es aber unbeirrt weiter, bis wirklich jeder Mensch am liebsten schon kopfschüttelnd die Ohren zuklappen und wegschauen würde, wenn er eine dieser ewig gleichen Tiraden hört oder liest. Das permanente Geschrei der selbsternannten  Antifa-Kämpfer wirkt somit am Ende nur noch kontraproduktiv. 

 

 

 

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Kommentare: 6
  • #1

    michaelcollins (Dienstag, 14 November 2017 08:35)

    Als Hobbyhistorikerin kann ich nur bestätigen, dass die Burschenschaften im dritten Reich verboten und verfolgt wurden.
    Was ich geschichtlich ergänzen darf, ist, dass nicht nur nach dem Krieg Nazis zu den Roten gewechselt sind, sondern dass vor dem Krieg sehr sehr viele Sozialdemonkraten zu den Nazis gegangen sind. Das wird immer wieder vergessen bzw verdrängt.
    Dass linke Journalisten geifern ist verständlich, haben sie doch jahrzehntelang die Deutungshoheit innegehabt und fürchten jetzt um ihre Pfründe.
    Ich nehme als Beispiel die Zeitung die Presse.
    Nachdem sie weiter und weiter nach links gerückt ist und bei den Lesermeinungen so gnadenlos zensiert hat, dass nur noch linke bis linksextreme Kommentare stehenblieben, hat man gesehen, dass es eine sehr deutlichen Schwund an Leserkommentaren, auch als dann moderatere durchgingen, gestanden sind.
    Die Leser haben geurteilt und die Presse verlassen.
    Viele sind zur Krone abgewandert, die erstaunlicherweise eine Kehrtwendung gemacht hat und sich sehr kritisch gerade in der Ausländer- und Flüchtlingsfrage positioniert hat.Bei von diesen Gruppen begangenen Verbrechen wurden sogar Namen genannt, was andere Medien verschweigen.

  • #2

    Wer sind die Unredlichen? Die Gegner derer? – (Dienstag, 14 November 2017 11:15)

    https://www.youtube.com/watch?v=cbpq3fbXxgA

  • #3

    Qualitäts-Medien verbreiten (Dienstag, 14 November 2017 11:18)

    https://www.youtube.com/watch?v=_OoRVw_C3Qc

  • #4

    חֲבַקּוּק (Dienstag, 14 November 2017 11:23)

    Na, so was!

  • #5

    Wilhelm Scheidl (Dienstag, 14 November 2017 19:12)

    Wenn das Volk mehrheitlich den Unterschied zwischen "links" und "rechts" erkennen könnte, wäre alles kein Problem. Dem ist aber nicht so. Aufklärung wäre Sache der Medien, vor allem der öffentlich-rechtlichen, die aber leider allesamt ein anderes Interesse haben. Die Leute schreien auch nicht nach Aufklärung und Wahrheit; sie wollen abgelenkt und unterhalten werden. Ein aufgeklärtes Volk liegt nicht im Interesse der Politik. Und die Leitmedien orientieren sich an Quoten bzw. sind sie von der Politik abhängig.

    Die Links-Rechts-Ideologie bringt uns in Wahrheit nicht weiter, da es keine klare Abgrenzung gibt und die Positionen in der Geschichte immer wieder gewechselt wurden, um die Gegenpartei auszustechen.
    Der Real-Sozialismus wird als linke und der National-Sozialismus wird als rechte Ideologie gedeutet. Beide sind sich jedoch in vielen Punkten sehr ähnlich. Beide stellen nicht das Individuum sondern den Staat in den Mittelpunkt ihres Programms. Die Alternative ist ein liberales Programm, das den Staat auf seine Kernkompetenzen beschränkt. So einfach wäre es, wenn man nur wollte.

    Und warum spricht so gut wie niemand von den Politikern diese Wahrheit aus? Das würde nämlich bedeuten, dass die Politik nicht mehr alles dominieren könnte, sondern Macht abgeben müsste. Man stelle sich einmal vor, die Politik würde sich von dem Bildungsbereich zurückziehen und diese dem freien Markt überlassen.

    Schnell würde sich ein breites Bildungsangebot entwickeln und der Staat seine Dominanz als Monopolist verlieren. Und schnell würde sich auch der finanzielle Unterschied (gewaltige Einsparungen) zum derzeitigen staatlichen System zeigen und das steigende Bildungsniveau.

    Der freie Markt ist eine unglaubliche, leider vielfach unterschätzte Wohlstandsmaschinerie (weil nicht verstanden), die im Vergleich zum heutigen auf Kreditwachstum basierten Fiatgeld-System fast paradiesische Zustände hervorrufen würde.





  • #6

    unbedeutend (Dienstag, 14 November 2017 19:38)

    Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_ehemaliger_NSDAP-Mitglieder,_die_nach_Mai_1945_politisch_t%C3%A4tig_waren#.C3.96sterreich)
    listet 17 ehemalige NSDAP-Mitglieder auf, die in Österreich später politisch tätig waren. Davon waren 7 Mitglieder der SPÖ, 6 Mitglieder der FPÖ, 2 Mitglieder der ÖVP und 2 parteilos, aber dem Umfeld der ÖVP zuzurechnen.
    Ich weiß nicht, ob diese Liste vollständig ist. Aber es ist schon interessant zu sehen, wieviele National-Sozialisten es später zu den gewöhnlichen Sozialisten trieb.