Eine kurze Geschichte von Mann und Frau

Die Frauenrechtskämpferinnen gehen in der Regel von der Prämisse aus, dass die Frau grundsätzlich und a priori vom Mann unterdrückt wird und sie daher ständig gegen diese Opferrolle ankämpfen müsse. Die aktuellen Versatzstücke dieses seit Jahrzehnten nicht enden wollenden Frauenkrieges gegen das männliche Geschlecht sind z.B. der GenderPayGap, die Frauenquote und der Kampf gegen das angeblich noch immer bestehende Patriarchat. Besonders beliebt sind derzeit die Angriffe auf den "mächtigen alten weißen Mann", von dem allerdings niemand so genau weiß, wer das eigentlich sein soll.

 

Der Verweis auf die Geschichte

Gern wird in jeder einschlägigen Debatte um die Frauenrechte der historische Verweis auf die Rolle der Frau in früheren Zeiten gebracht: Das heute absichtlich negativ besetzte traditionelle weibliche Role-Model ist die abgearbeitete vielfache Mutter am Herd, die entweder gerade schwanger ist oder  stillt, je nachdem. Und immer steht die arme Frau unter der Knute des angeblich zu Hause so mächtigen Mannes. Dass das so nicht stimmt und gar nicht stimmen kann, fällt einem bei näherer Betrachtung der historischen Verhältnisse sofort auf. Wie war das denn wirklich mit dem Mann und der Frau im Laufe der früheren Jahrhunderte? 

 

Die geschichtliche Realität war anders als uns es die Kämpferinnen von heute weismachen wollen. Jeder Mann, der Familie und Nachwuchs hatte, stand unter einem enormen Erfolgsdruck, denn er war der singuläre Ernährer.  Und als solcher war er von Anbeginn ständig allen möglichen Gefahren und Bedrohungen ausgesetzt. Der frühgeschichtliche Mann musste die Beute herbeischaffen und seine Frau und die Kinder notfalls mit seinem Leben gegen alle möglichen Feinde beschützen. Dazu gehörten vorzugsweise Raubtiere und Männer von anderen Stämmen oder Sippen. 

 

Und auch in späteren Zeiten war der Mann immer derjenige, der Arbeiten jeder Art verrichten musste, um seine Familie ernähren zu können. Und stets war die Gefahr sein Begleiter. Zu seinen Aufgaben gehörten zunächst die oft langwierige und schwierige Jagd, dann kamen die bäuerlichen Tätigkeiten hinzu, die täglich zehn oder zwölf oder mehr Stunden in Anspruch nahmen. Er musste überdies oft genug das Kriegshandwerk ausüben, das ihn nicht selten das Leben kostete oder ihm Behinderungen einbrachte und er hatte alle möglichen anderen Tätigkeiten und Aufgaben zu erfüllen, die weder dem Dasein eines Paschas entsprachen noch sonst irgendwie bequem waren oder es ihm gar ermöglichten, dauernd seine Frau zu gängeln. Man kann klar sagen: Über die endlosen Zeitläufte der Geschichte war das Männerleben oft extrem gefährlich, immer kämpferisch und permanent so verantwortungs- wie entbehrungsreich. 

 

Die Familie als Fundament

Um längerfristig bestehen zu können, brauchten jeder Mann und jede Frau ein familiäres Fundament. Kein Mann hätte in diesem Setting davon profitiert, die Frauen prinzipiell zu unterdrücken, ganz im Gegenteil. Die Lebensaufteilung zwischen Mann und Frau war über Jahrtausende von der Natur und den Fortpflanzungsergebnissen vorgegeben: Die Frau war zu Hause, sorgte für die Aufzucht und Pflege der Kinder und die Instandhaltung des Haushaltes. Der Mann war dafür den Gefahren und den Anforderungen der Umwelt ausgesetzt, egal ob er ein Jäger und Sammler des Neolithikums war, ein Bauer in der Antike, ein Ritter im Kreuzzug, ein Kaufmann des 19. Jahrhunderts, ein Soldat der kaiserlichen Armee oder ein Angestellter in den 1960er Jahren.

 

Klare Strukturen

Die Realität war demzufolge lange Zeit vergleichsweise einfach und klar strukturiert. Die Frau musste das Risiko der vielen Geburten tragen und der Mann war im Gegenzug der Gefahr ausgesetzt, bei seinen oben geschilderten männlichen Tätigkeiten verletzt zu werden oder ums Leben zu kommen. Männer starben deswegen sehr oft an unfallbedingten Verletzungen, an Gewalttaten und infolge kriegerischer Handlungen. Eine weitere häufige Todesursache waren Infektionskrankheiten. Frauen starben entweder am KIndbettfieber oder an anderen Infektionen. Letztlich war die kollektive Bilanz für die Frauen aber besser, denn wenn die Frau viele Kinder gebar und der Mann früh umkam, gab es über die Söhne  männlichen Schutz und über die Töchter eine soziale Absicherung, sofern diese Absicherung nicht ohnehin in der Großfamilie erfolgte. Günstig für alle war es jedenfalls, in einer legitimierten Beziehung (= Ehe) zu leben.

 

Diese im Grunde naturrechtlich vorgegebene und sehr dauerhafte Situation fußte vor allem auf der Fortpflanzungsfähigkeit respektive war diese das bestimmende Prinzip des gesamten Lebens. Die angeblich so große Einengung des Frauenlebens ging nicht vom Manne, sondern vom Nachwuchs bzw. von der Natur aus: Die eigene Fruchtbarkeit und die stets große (und aus sozialen und versorgungsbezogenen Gründen notwendig große!) Zahl der Kinder bestimmte die Optionen der Frauen und sie kamen daher selten auf die Idee, in männliche Domänen vorzudringen oder besondere Männer-Tätigkeiten erlernen und ausüben zu wollen.

 

War die Frau mit ihrer natürlichen Rolle eins, bestand ihr hauptsächlicher Daseinszweck aus familiären Aufgaben und allem, was dazugehört. Im Gegenzug bestimmte letztlich die Frau und Mutter, was im familiären und häuslichen Umfeld geschehen sollte. Umgekehrt konnte der Mann weder tun und lassen, was er wollte oder sich einfach so aus der Verantwortung stehlen, denn ein ordentlicher Vater und Ehemann musste in jeder Hinsicht seinen Mann stehen. Die immer gern zitierte Abhängigkeit der Frau vom Mann war also in derjenigen Form, wie sie uns heute dargestellt wird, so nie gegeben, weil es ohne grundsätzliche und auch weitgehend gleichgestellte Kooperation nicht geklappt hätte. In seinen Grundzügen funktionierte dieses Modell bis in die 1960er Jahre des vorigen Jahrtausends.

 

Die Pille ermöglichte die Revolution

Doch dann kam die Pille (übrigens die Erfindung eines Mannes). Binnen kürzester Zeit sind durch diese neue Verhütungsmethode ungeheure gesellschaftliche Umwälzungen in Gang gekommen - die Frau gewann die Kontrolle über die Empfängnis und konnte damit alle gewachsenen gesellschaftlichen Strukturen in Frage stellen und sie letztlich tiefgreifend ändern. Die Büchse der Pandora war geöffnet, die Geburtenraten rasselten in den Keller und die Frauen begannen, sich völlig neu zu orientieren. Weniger Kinder zu haben bzw. den Zeitpunkt der Empfängnis selber zu bestimmen bedeutete, ungeahnte Möglichkeiten in anderen, ursprünglich nur männlich dominierten Bereichen erschließen zu können. Beruf, Karriere und die sogenannte Selbstverwirklichung gerieten in den Fokus des weiblichen Lebensmodells.

 

Aus dieser Situation heraus begann die Frau, in die ureigensten Domänen des Mannes einzudringen und in jedem Bereich ihre Gleichberechtigung zu fordern. Trotz der grundlegend unterschiedlichen Biologie und trotz der nach wie vor bei der Frau verbleibenden natürlichen Bestimmung des Kinderkriegens bemühten sich die Kämpferinnen, jede männliche Bastion zu erobern. Mit mäßigem Erfolg - wie wir heute wissen. Die fleißig geschürte Erwartungshaltung und die hemmungslose Ignoranz der Feministinnen gegenüber den natürlichen Bedingungen waren viel zu groß. Paradoxerweise trifft das nun vor allem jene Frauen am meisten, welche die neuen Optionen ausnützen und für sich, für ihre Familie, für ihre Karriere sowie für die Gesellschaft möglichst viel tun wollen: Nämlich die Mütter. Wer heute Mutter wird und als Mutter arbeiten geht, steckt im Doppeljoch der Familienarbeit und der Lohnarbeit - da kann der männliche Lebenspartner noch so brav mitarbeiten, die Kinder brauchen zumindest in den frühen Jahren die Mama.

 

Weniger gute Aussichten

Anders gesagt: Das Schicksal der Frau hat sich verschlechtert, wenn sie heute Mutter wird und arbeiten geht. War früher nur die Familie zu managen, so muss eine Frau mit Kindern heute nicht nur die perfekte Mama sein und eine attraktive Ehefrau darstellen, sie muss noch dazu und ganz besonders im Job ihre Kompetenz beweisen. So widersinnig es klingt, aber die Freiheit durch die Pille hat die Frau auf der anderen Seite in eine Art von Hase-und-Igel-Spiel gedrängt, bei der sie immer der Hase ist. Die einzige Möglichkeit, dem Doppeljoch und dem daraus entstehenden Dilemma nachhaltig zu entkommen, ist das Delegieren der Kindererziehung an Institutionen oder der völlige Verzicht auf eigene Kinder. Wenn man so will, ist der finale und fulminante Erfolg der Pille die "Frau ohne Kinder".

 

It`s a man`s world

Will eine Frau in der Männerwelt reüssieren (und die Welt ist eben seit urdenklichen Zeiten eine Männer-Welt), dann kann sie das objektiv betrachtet nur dann unbelastet tun, wenn sie ohne eigenen Nachwuchs bleibt oder höchstens ein einziges Kind hat. Wie viele Frauen diesen Weg wählen, erkennen wir an der großen Anzahl von kinderlosen Frauen und an der dramatisch gesunkenen Geburtenrate: Während 1965 noch ca. 3 Kinder pro Frau geboren wurden, waren es 2015 nur noch 1,49 Kinder./Frau. Man kann die Männer da aber nicht aus der Verantwortung lassen: Die zunehmenden Optionen für die Frauen haben viele Männer verschreckt. Die Zahl derjenigen Herren, die Verantwortung für eine Familie übernehmen wollen, ist ebenfalls deutlich gesunken.

 

Sterben wir aus?

Die magere Geburtenziffer stellt langfristig die Existenz unserer Population in Frage, denn für die konstante Aufrechterhaltung der Bevölkerung braucht man eine Rate von 2,1 Kinder pro Frau.  Wir blicken also dem zwar noch fernen, aber ziemlich sicheren Ende der hiesigen Population entgegen und können die Geburtenlücke nur durch Zuwanderung ausgleichen - aber das ist eine andere Geschichte.

 

Die Politik plagt sich seit Jahrzehnten fast schon verzweifelt mit diesen Fragen herum, denn das unsinnige, weil falsche Dogma von der totalen Gleichheit von Frau und Mann zwingt die jeweils Verantwortlichen in enge Handlungskorridore, die sie nicht verlassen können. Alle möglichen Lobbys geben dort ihren Senf dazu: Die einen schreien nach mehr Kinderbetreuung, die anderen nach verpflichtenden Frauenquoten, die dritten nach der Väterkarenz usw. - aber eine wirkliche Lösung des Dilemmas ist mit dem Einsatz der derzeitigen Mittel nirgends in Sicht. Wenn jemand auch nur zaghaft das traditionelle Familienmodell als Ausweg aus den geschilderten Nöten anspricht, wird er vom Juste Milieu niedergebrüllt und als Chauvinist und Reaktionär verdammt. 

 

Europäische Politiker wie Viktor Orban, die sich trauen, die Dinge beim Namen zu nennen und Lösungsvorschläge dazu präsentieren, werden hierzulande regelmäßig Opfer des medial angefachten und linksfeministisch inspirierten Shitstorms. Dabei denken immer mehr Frauen heute schon durchaus in ähnlichen und konservativen Bahnen, weil der 68-er Gedanke der Feministinnen zu Recht am Verblassen ist. Viele Frauen haben entdeckt, dass das Doppeljoch und der Tausch der Familie gegen ein Angestelltendasein ohne Kinder sich zur B-Variante des Daseins entwickeln kann: Man ist in einem Lohn-Abhängigkeitsverhältnis und am Ende allein, ohne Nachwuchs und ohne Mann.

 

Mutterschaft als erste Alternative

Das alles soll die Optionen und die Entscheidungsmöglichkeiten, die seit der Erfindung der Pille und seit der 68-er Revolution für die Frauen entstanden sind, nicht schmälern und niemand wird das Rad der Zeit ernsthaft zurückdrehen wollen. Aber es ist zweifellos sinnvoll, intensiver darüber nachzudenken, ob die Option "Mutterschaft" nicht doch die beste Variante ist. Und weder die Politik noch die Medien sollten den Frauen permanent einreden, dass Lohnarbeit und Karriere zwingend notwendig für ihr Daseinsglück sind. Die Feministinnen-Ikone Simone de Beauvoir hat in einem berühmten, aber inhaltlich falschen Zitat gesagt: "Zur Frau wird man nicht geboren, zur Frau wird man gemacht." Dem kann man gut und gerne korrigierend entgegenhalten: "Zur Frau wird man geboren und zur Mutter wird man gemacht!"  

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Kommentare: 8
  • #1

    Karina Vogel (Freitag, 08 März 2019 22:49)

    Die Politiker werden nicht nur von Lobbys und Dogmen getrieben. Während früher der Mann das Geld verdiente, die Frau zu Hause blieb und man oft auch noch eine Zugehfrau hatte, die die Frau im Haushalt unterstützte, konnten die Regierungen die Steuern nur so drastisch erhöhen, weil die Frau "sich selbst verwirklichte". Mit dem konservativen Familienmodell hätte das nicht funktioniert. Heute ist es teils nicht mehr möglich, eine Familie zu ernähren, ohne das beide arbeiten gehen. Die Frauen verwirklichen sich hier oft bei Aldi oder beim Bäcker oder als kleine Büroangestellte. An eine Haushaltshilfe ist nicht zu denken. Was ein Fortschritt!

  • #2

    Franz Markus (Samstag, 09 März 2019 12:39)

    Oh weh, in diesem Artikel ist so viel falsch, das tut schon fast weh. Und damit meine ich gar nicht mal den naturalistischen Fehlschluss, der dem ganzen Machwerk zu Grunde liegt.
    Das geht schon los bei der angeblichen Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau. Nun wird die "er jagt, sie sammelt und hütet Kinder"-Aufteilung zwar im Neolithikum vermutet und auch vereinzelt durch archäologische Funde gestützt, zu 100% wissen tun wir es aber nicht. Schon gar nicht in der Absolutheit, wie Sie es hier behaupten. Für sämtliche Gesellschaften diesseits der Eisenzeit ist Ihre "natürliche" Rollenverteilung aber definitiv v.a. eins: Unsinn.
    Bei den alten Griechen und Römern waren Frauen deshalb nicht in der Polis bzw. der Res Publica erwünscht, weil man(n) sie für zu unzuverlässig, zu emotional, zu wankelmütig usw. usf. hielt, nicht weil sie Kinder und Haushalt hüten mussten. Die für politische Betätigung in Frage kommenden Schichten führten solche Arbeiten nämlich ohnehin nicht selbst durch - Männlein wie Weiblein.
    In den Agrargesellschaften des Mittelalters und der Neuzeit war es Frauen i.d.R. überhaupt nicht möglich, nicht auf dem Feld und am Hof mitzuarbeiten. Was glauben Sie denn, Hr. Franz, wer die Höfe bewirtschaftete, wenn der Mann gerade mal wieder auf einem Feldzug war?
    Ähnliches gilt für die mit der Industriellen Revolution entstehende moderne Industriegesellschaft. Das Ideal des Alleinverdieners, dessen Ehefrau zu Hause sitzen und den ganzen Tag nur unbezahlte Arbeit zu verrichten hat, war stets nur für eine Minderheit der gehobenen bürgerlichen Mittelschicht überhaupt zu finanzieren. Im Industrieproletariat war es vollkommen üblich, dass die Frau (und, bis zu den entsprechenden Verboten, auch die Kinder) zum Haushaltseinkommen beitragen mussten. Wenn es gar nicht anders ging, eben durch Heimarbeit. Wirklich flächendeckend, auch in den unteren Schichten, konnte sich das Alleinverdiener-Modell erst nach dem 2. Weltkrieg in Europa durchsetzen.

    Und da wir gerade dabei sind: die Geburtenrate fiel lange, lange vor der Pille. Wurden zur Zeit der Gründung des deutschen Kaiserreichs in Deutschland noch knapp 5 Kinder je Frau geboren, hatte sich der Wert bis ca. 1936 mehr als halbiert, auf 2,3 Kinder/Frau. Das war eine ganze Generation vor Einführung der Pille!

    Allerdings sind Ihre ganzen pseudo-wissenschaftlichen Einlassungen ohnehin überflüssig, denn wir haben es hier mit einem fast schon klassischen naturalistischen Fehlschluss zu tun. Eine philosophische "Falle", vor der schon vor über 100 Jahren gewarnt wurde. Anders gesagt: es reicht nicht, dass Sie (falsche) historische bzw. "natürliche" Begebenheiten herunterrasseln, um damit Ihr Rollenverständnis zu begründen. Denn nur weil etwas in der Natur vorkommt, lässt es sich nicht ethisch begründen (wir verspeisen ja auch nicht unseren krank zur Welt gekommenen Nachwuchs, nur weil Hasen und verschiedene andere Tierarten dies "natürlich" machen). Sie müssten also schon eine andere Begründung dafür finden, warum Sie den Ausschluss einer Hälfte der Bevölkerung von der Sphäre des Politischen für richtig halten.

  • #3

    Wilhelm Scheidl (Samstag, 09 März 2019 17:04)

    Tatsache ist, dass der Staat kein Interesse an starken Familien hat. Die Kleinkinder sollen möglichst schnell den Familien und vor allem den Müttern entzogen werden, damit die Frauen am besten permanent dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Diese Entwicklung wird der Frauenwelt als großer Erfolg verkauft. In Wahrheit ist sie eine dekadente Erscheinung, die vermutlich mit dem nächsten Crash enden wird, weil sie wider die Natur ist.

  • #4

    Hans-Dieter Brune (Sonntag, 10 März 2019 02:50)

    @Franz Markus: Die Kernaussage von Marcus Franz ist aber richtig, nämlich der Mann war jahrtausendelang der Ernährer und Jäger. Siehe auch die Steinzeitgesellschaften, die es bis vor kurzem noch gab. Bei den Eskimos wurden weibliche Babys manchmal getötet. Aus der politisch korrekten Wikipedia:
    Bei den Netsilik-Inuit im arktischen Kanada war die Tötung neugeborener Mädchen sehr verbreitet. Hintergrund ist, dass männliche Nachkommen durch insbesondere die Jagd zur Sicherung des Überlebens der Familie beitragen konnten. Das lange Stillen (zwei bis drei Jahre) und Aufziehen eines Mädchens galt darum gerade in Zeiten knappen Nahrungsangebotes als Hindernis, da die Mutter nicht so schnell wieder schwanger werden und, so es der Zufall wollte, einen Jungen gebären konnte. Die Entscheidung darüber, ob ein weibliches Neugeborenes aufgezogen wurde, war hauptsächlich abhängig vom aktuellen und zu erwartenden Nahrungsangebot und wurde häufig vom Vater getroffen, aber auch von der Kindsmutter oder den Großeltern. Meist wurden die Kinder, deren Tod man entschieden hatte, in den Schnee gelegt und sie erfroren, sofern nicht eine andere Familie sich des Säuglings annahm. Als Nebeneffekt der Tötung weiblicher Neugeborener blieb das Geschlechterverhältnis relativ ausgeglichen, da viele Männer bei der Jagd umkamen. (https://de.wikipedia.org/wiki/Neonatizid).
    Der Mann war also kaum der Pascha, aber die Frau war und ist oft die bevorzugte Prinzessin und nicht der benachteiligte Mensch. Siehe auch die Anstrengungen der Männer in Technik, Erfindungen, Naturwissenschaften, Mathematik, Firmengründungen. Von den Frauen hat man nie Gleiches verlangt, profitiert haben sie aber schon.

  • #5

    Rauchmelder (Sonntag, 10 März 2019 17:51)

    Interessant (aber nicht überraschend) ist, wie die Feministinnen auf Orban's Mutterförderung reagieren: ablehnend. Dabei bekommen doch die Frauen das Geld, nicht die Männer. Und insbesondere alleinerziehende Frauen haben doch sonst die grössten Finanzprobleme. Aber nein, den Feministinnen ist das alles egal. Es geht offenbar in erster Linie gegen die Mutterschaft - von weissen Frauen, gegen andere sagen sie nichts. Dahinter steckt vermutlich der ewige Anti-Kapitalismus, d.h. die Abschaffung aller realen Werte. Diesmal auf "menschliche" Art.

  • #6

    Demosthenes (Freitag, 15 März 2019 10:07)

    Erst einmal Dank dafür dass hier wohl nicht zensiert wird, so dass 'unangenehme' Kommentare auch stehen bleiben. Solange die Leute halbwegs Diskussionskultur an den Tag legen ist dies zu bevorzugen.

    H-D Brune schreibt:
    'Die Kernaussage von Marcus Franz ist aber richtig, nämlich der Mann war jahrtausendelang Ernährer und Jäger. Siehe auch die Steinzeitgesellschaften, die es bis vor kurzem noch gab. Bei Eskimos wurden weibliche Babys manchmal getötet. ' [...]
    - Nicht nur dort natürlich. Mir fielen noch andere Weltgegenden ein, wo solch drastische Massnahmen vorkamen, auch unter nicht-steinzeitlichen Verhältnissen. Ich mag nicht glauben dass solch eine Entscheidung, ein Kind verscheiden zu lassen, irgendeinem Elternteil, und anderen Teilen der Grossfamilie, je leicht fiele. Wenn nicht einmal gemeinsame Anstrengungen ausreichen muss Einiges im argen liegen. Sobald sich die Lage für Gesellschaften verbesserte war dies aber keinesfalls mehr eine Option. Wobei es auch Gegenbspe. bis heute gibt, hin zur totalen Verwahrlosung der Kinder. Sollte nicht verschwiegen werden. Ein Fall aus Frankreich, welcher sich wohl Oktober 2013 zutrug und mich erschütterte: 'Séréna Terrasson', ein kleines Wunder für mich. Für originale Quellen hilft DeepL oder Google Translate.

    'Der Mann war also kaum Pascha, aber die Frau war und ist oft die bevorzugte Prinzessin und nicht der benachteiligte Mensch. Siehe auch die Anstrengungen der Männer in Technik, Erfindungen, Naturwissenschaften, Mathematik, Firmengründungen. Von den Frauen hat man nie Gleiches verlangt, profitiert haben sie aber schon.'
    - Die meisten Männer waren nie 'Pascha', wie ich weiter unten ausführen möchte. Ob Frauen immer 'prinzessinnengleich' angesehen waren sei dahingestellt. Ich verorte diese Entwicklung eher mit dem 18. und ausgehenden 19. Jhdt. einsetzend, und solche Fehlschlüsse können sich beizeiten wieder legen. Sollte von Frauen Gleiches wie von Männern verlangt werden wird sich zeigen wie lange dieser Zustand andauern kann, gegenwärtig geht es uns noch den Umständen entsprechend gut. Wohl möchte ich aber betonen dass Ihre Aufzählung ebenfalls Männern zugute kam, fairerweise. ;-)

    Franz Markus schreibt:
    [...] 'Das geht schon los bei der angeblichen Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau. Nun wird die "er jagt, sie sammelt und hütet Kinder"-Aufteilung zwar im Neolithikum vermutet und vereinzelt durch archäologische Funde gestützt, zu 100% wissen wir es aber nicht. Schon gar nicht in der Absolutheit, wie Sie es behaupten. Für sämtliche Gesellschaften diesseits der Eisenzeit ist Ihre "natürliche" Rollenverteilung aber definitiv v.a. eins: Unsinn.'
    - Und Sie bringen Gegenbeispiele, welche den 'Unsinn' sogar gut widerlegen. Wahrscheinlich ist es Ihnen gar nicht bewußt, aber gut dass Sie es dennoch tun.

    'Bei den alten Griechen und Römern waren Frauen deshalb nicht in Polis bzw. der Res Publica erwünscht, weil man(n) sie für zu unzuverlässig, zu emotional, zu wankelmütig usw. usf. hielt, nicht weil sie Kinder und Haushalt hüten mussten. Die für politische Betätigung in Frage kommenden Schichten führten solche Arbeiten nämlich ohnehin nicht selbst durch - Männlein wie Weiblein.'
    - DIes galt auch für nicht der Polis angehörige, was wahrscheinlich schlimmer war. Jedes 'fremde' Männlein wie Weiblein (Xenos) galt als nicht zuverlässig genug, um am politischen Geschehen der Gemeinschaft teilzuhaben. Partikularinteressen von Minoritäten über die der Majoritäten zu stellen war unerwünscht. Ein extremeres Bsp. (von mehereren!) war Sparta mit seiner Klassenaufteilung der Gesellschaft, interessanterweise mit Frauen (bestimmter Klasse) in den politischen Prozess sehr wohl eingebunden, wie scheint. Aus gutem Grunde, Sie erwähnen dies selbst später noch...
    - Im antiken Rom wie auch bei den Griechen hatte der Vater, in Nachfolge der Sohn, die allergrösste Verantwortung. Von ihm hing das Fortkommen der Familie, manchmal auch der Verwandtschaft ab. Er kümmerte sich um die alten Eltern (auch Schwiegereltern), um Geschwister, eigenen und adoptierten Nachwuchs - Zusatzaufgaben als Verpflichtung. Was unmöglich nicht-arbeitsteilig funktionieren konnte, Frauen waren auch hier immer involviert (die Ehefrau, auch Schwester, Mutter, Tante u.s.f.). Dies zu negieren schiebt Helleninnen und Romaninnen ab ins 'Heimchen am Herd'-Cliché, das heute so gerne von progressiven Leuten bemüht wird.

  • #7

    Demosthenes (Freitag, 15 März 2019 10:09)

    - Und jetzt? Es übernimmt der Staat (die Steuerzahler) Finanzierung von Unterhalt für Mütter, noch, das war es auch schon. Wie die Frau Kinder alleine durchbringt, was aus ihnen werden wird? Nicht gravierend, die Problemchen lösen sich schon. Männer und Frauen müssen heute nicht miteinander auskommen, zusammenleben, nicht einmal mehr heiraten, wozu auch. In meinen Augen nicht unbedingt das bessere Konzept, aber eben modern. Familie wird im übrigen 'vorgelebt', heutige Einzelkinder sind viel weniger gewillt eigenen Nachwuchs zu haben. Die Auswirkungen werden auch in Österreich bereits wahrgenommen. So ward es bestellt, so wird es gegessen:
    web.archive.org/web/20181121103933/http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/muetter-geben-beziehungsfaehigkeit-an-kinder-weiter-a-1238894.html
    web.archive.org/web/20140419134246/http://medienportal.univie.ac.at/uniview/forschung/detailansicht/artikel/familienforschung-einzelkinder-bleiben-oefter-kinderlos/
    - Nebenbei bemerkt hatten Männer kaum (bestenfalls im Promillebereich der Bevölkerung) in Antike und Mittelalter überhaupt etwas zu melden, ganz zu schweigen von 'Bestimmungsrecht'. Damit sollte man anfangen: Politik war meist (teures) 'Hobby' weniger Privilegierter aus oberen Schichten. Veränderungen kamen nur wenn sie erzwungen wurden. Klingt bekannt? Falls jemand "mächtige alte weiße Männer" finden wollte, bitte dort.

    'In Agrargesellschaften des Mittelalters und der Neuzeit war es Frauen i.d.R. überhaupt nicht möglich, nicht auf Feld und Hof mitzuarbeiten. Was glauben Sie, wer die Höfe bewirtschaftete, wenn der Mann gerade mal wieder auf einem Feldzug war?'
    - Hier formulieren Sie selbst den wichtigsten Grund, die 'Ausnahme der Regel' par excellence. 'Krieg' in vorindustrieller Zeit war auch kein 24/7/365-Unternehmen. Ich möchte mich vorab entschuldigen, wenn manches nun ein wenig zynisch klingt, die Umstände sind für mich nicht anders darzustellen.
    - Wenn 'Menschenmaterial' requiriert wurde (s.a. 'Soldatenhandel', wie treffend) blieben zu Alte, Junge, Frauen zurück, mussten kooperativ übernehmen was sonst jugendliche und erwachsene Männer vollbrachten. Dass dies strapaziös war und riskant, weil die Arbeitsteilung wegfiel, sollte deutlich sein. Keineswegs ein leichteres Schicksal als die Männer hatten, die zumindest Monate dem Heim fernblieben. Bis ins 20. Jhdt. starben die auch nicht oft auf dem Schlachtfeld sondern 'in der Etappe', an Begleiterscheinungen des Krieges wie Krankheit und Entbehrungen. Diese 'Ausfälle', und deren Bedeutung für Hinterbliebene, werden nicht oft wahrgenommen. Von Verkrüppelung derer die überlebten (psychisch wie physisch) lieber gar nicht anzufangen. Sie hatten halt weiter zu 'funktionieren'. Wäre ja noch schöner...
    - Manche Männer 'blieben im Krieg', wie das schön pathetisch ausgedrückt wird, andere mussten sich gar verdingen. Gutes Bsp. ist Peter Hagendorf, ein Söldner. Zwar später (europäische Neuzeit), jedoch hatte sich nicht soviel über Jhdte. verändert. Eine der wenigen Quellen die dem 'kleinen Mann' in jener Extremsituation das Wort gibt. Sehr empfehlenswert. Wieso er dies 'Handwerk' wählte ist nicht mehr bekannt. Scheint aber, er hat am Ende den Weg zurück ins Leben gefunden gehabt, mit viel Leid verbunden, aber wenigstens. Bitte mit Xenophons 'Anabasis' vergleichen, entfernt ähnliche Situation der Antike. Zusätzlich möchte ich 'Trosserinnen, Rolle von Frauen in Söldnerheeren der frühen Neuzeit' von Feichtner erwähnen. Konzise und lehrreich. Die Rolle der Frau als Begleiterin des Mannes wurde von denjenigen die es wussten nicht gering eingeschätzt, nie. Wir scheinen dies heute zu vergessen. Eine Neuwertung (Überbewertung?) kann auch daneben gehen, dies wird sich künftig zeigen. Es ist nicht alles 'Barbie-Prinzessin' oder 'Comic-Superheldin' in der 'Villa Kunterbunt', die sich Leben nennt. War für Männer nicht anders, immer schon.

  • #8

    Demosthenes (Freitag, 15 März 2019 10:10)

    'Ähnliches gilt für die mit der Industriellen Revolution entstehende moderne Industriegesellschaft. Das Ideal des Alleinverdieners, dessen Ehefrau zu Hause sitzen und den ganzen Tag nur unbezahlte Arbeit zu verrichten hat, war stets nur für eine Minderheit der gehobenen bürgerlichen Mittelschicht überhaupt zu finanzieren. Im Industrieproletariat war es vollkommen üblich, dass die Frau (und, bis zu den entsprechenden Verboten, auch die Kinder) zum Haushaltseinkommen beitragen mussten. Wenn es gar nicht anders ging, eben durch Heimarbeit. Wirklich flächendeckend, auch in den unteren Schichten, konnte sich das Alleinverdiener-Modell erst nach dem 2. Weltkrieg in Europa durchsetzen.'
    - Hier muss ich Ihnen zustimmen, fürchte jedoch Sie vergessen darüber die handwerkliche Heimarbeit, welche wichtiger Zuverdienst für die weit überwiegende Landbevölkerung war. Gerade weil sie die fortschreitende Industrialisierung erwähnten, hoffe ich doch Ihnen sind die Auswüchse dieser auf die Menschen in der früheren Zeit bewusst. Das 'Proletariat' war lange nur in Minderzahl, für den ruralen Raum waren die Umstellungsprozesse weitaus drastischer. Bis heute finden wir immer noch Abwanderung Junger, damit Verödung von Landstrichen, in manchen Teilen der Welt vonstatten gehen.

    'Und da wir gerade dabei sind: die Geburtenrate fiel lange vor der Pille. Wurden *zur Zeit der Gründung des deutschen Kaiserreichs* in Deutschland noch knapp 5 Kinder je Frau geboren, hatte sich der Wert bis ca. 1936 mehr als halbiert, auf 2,3 Kinder/Frau. Das war eine ganze Generation vor Einführung der Pille!' [...]
    - Ad *; dies war in den 1870ern, sagen wir mitte des Jhdts., also ca. 1850, in Ordnung?? Das gerade ab dieser Zeit bis 1900 auf dem Gebiet der Medizin vieles erreicht wurde, will ich gar nicht gross herausstellen, nur stichwortartig zwei Personen (damit mir keine Einseitigkeit vorgetragen wird): Semmelweiss, hat entscheidend zum Rückgang der Müttersterblichkeit beigetragen; Nightingale, hat mit professionalisierterer Pflegeausbildung (auch Heimpflege!) Gesundheitsfürsorge verbessert. Beide haben auf ihre Weise mehr für heutige Gesellschaften getan als uns bewusst. Wikipedia bietet die 'Kategorie:Mediziner_(19._Jahrhundert)' um sich über damalige Leistungen zu informieren.

    - Zur Lebensrealität, bestes Bsp. hier Familien der Oberschichten. Nicht einmal diese (obwohl mit besseren Voraussetzungen) waren bis ins 19. Jhdt. vor hoher Säuglings- und Kindersterblichkeit gefeit. Heute finden in Publikationen sich Ausdrücke wie 'hatten n Kinder, von denen (n-x) das Erwachsenenalter erreichten', in persönlichen Schilderungen (Tagebücher u.a.) klingt das keineswegs so nüchtern. Ich finde es aber abwegig dieses Faktum als Argument 'wider die Pille' in Stellung zu bringen, es handelt sich um schlimme Schicksalsschläge die die Menschen zu ertragen hatten. Sobald eine weiterentwickelte Gesellschaft es sich leisten konnte, verringerte sich die Geburtenrate signifikant, allerdings nicht in allen Teilen gleichermassen. Frauen aus 'gutbürgerlichem Hause' konnten oft mit deutlich weniger Geschwistern aufwachsen. Gerade unter ihnen brachten manche die Emanzipation voran, ob sie je auch nur Lebensrealitäten der meisten anderen Frauen ihrer Zeit geteilt haben lasse ich zu überlegen Ihnen anheim gestellt.