"Flüchtling" - eine falsche Diagnose

In der nach wie vor völlig ungelösten Migrationskrise wird ständig mit dem Begriff "Flüchtling" hantiert und pauschaliert. Besonders in eher links orientierten Medien und von migrationsfreundlichen politischen Gruppierungen und den NGOs wird kaum ein anderes Wort für die Leute benützt, die illegal (oder in seltenen Fällen auch legal) über unsere Grenze kommen.

 

Für die Lösung jedes Problems und jeder Krise ist aber zunächst die richtige Begriffsverwendung essenziell, denn was man nicht korrekt benennt, das kann man auch nicht richtig klären. Der "Flüchtling" als Überbegriff für die aktuellen Grenzüberschreitenden ist unzulänglich und in vieler Hinsicht einfach falsch. Wir müssen hier ein korrektes Wording forcieren und die Dinge endlich überall auch beim Namen nennen. Die Ideologie sollte bei objektivierbaren Begriffen keine Rolle spielen.

 

Denn wer kann aller ein "Flüchtling" sein? Was und wer verbirgt sich rein sprachlich hinter und in diesem Wort? Flüchtlinge können nach dem derzeitigen Verständnis sehr viele sein: politische Flüchtlinge, Heimatvertriebene, Kriegsflüchtlinge, Klimaflüchtlinge, Entflohene, Entwichene, Drückeberger, Deserteure, Fahnenflüchtlinge, Wirtschaftsflüchtlinge usw. 

 

Wir wissen aus den Daten der österreichischen und deutschen Asylbehörden, dass ca. 50% der heute überall als "Flüchtlinge" pauschalierten Ankömmlinge keine solchen sind. Die Hälfte der zur Zeit ankommenden Migranten sind eben nichts anderes als Zuwanderer, die illegal ins Land eindringen. Ihre Beweggründe zur "Flucht" sind vielfältig. Sie kommen aus ökonomischen  Gründen, um etwa in unser überaus wohlwollendes Sozialsystem einzuwandern oder sie kommen, weil Freunde oder Angehörige bereits hier sind und ihnen vermitteln, wie gut man in Europa versorgt wird.

 

Andere  werden gezielt von ihren Familien geschickt, um hier ihre Anker auszuwerfen (das betrifft eine Vielzahl der minderjährigen "Flüchtlinge" ) oder, und das ist nicht zu unterschätzen, sie wollen hier einwandern, um einem religiösen Auftrag Folge zu leisten. Daneben gibt es noch diverse andere Gründe wie etwa Glücksrittertum oder das Wissen, dass man als "Flüchtling" letztlich ja nur gewinnen kann. Sogar wenn man eines Tages wieder zurückgeschickt wird. Was ohnehin nur selten gelingt, auch wenn der Asylbescheid noch so negativ ausfällt.

 

Die hier angeführte Unterscheidung der Ankömmlinge kann natürlich nicht a priori getroffen werden, obwohl der Begriff "Flüchtling" von vornherein für alle Leute, die tausende Kilometer durch friedliche Länder ziehen und nur nach Mitteleuropa wollen, eine irgendwie seltsame und grundsätzlich nicht ganz passende Bezeichnung ist. Mangels neuer gesetzlicher Konstruktionen und mangels geschlossener Grenzen und wegen der noch immer fehlenden entsprechenden Einrichtungen an den EU-Aussengrenzen müssen wir uns aber an die für das aktuelle Problem nicht wirklich geeignete Genfer Konvention halten und die Migranten hier administrieren, bis ihr Status geklärt ist. 

 

Und genau deswegen, weil das Problem für die Gesetzgeber in dieser Form ein neues ist, müssen sich alle, die über die Krise reden und sie lösen wollen, dringend bemühen, die korrekten Begriffe zu verwenden. Man sollte im täglichen Sprachgebrauch und in der politischen Debatte nur noch das Wort "Migrant" einsetzen. Alles andere stört nur den Diskurs, weil es falsch ist und  unnötig die Diskussion emotionalisiert.

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Kommentare: 4
  • #1

    wbeier (Samstag, 05 November 2016 11:04)

    Sie kritisieren zu Recht den ebenso falschen wie inflationär gebrauchten Begriff des „Flüchtlings“. Was dabei nicht zur Erörterung kommt, ist der Umstand, dass die Verwendung dieser Bezeichnung keineswegs einer Schlamperei, irgendeinem Lassez-faire geschuldet ist, sondern gezielt und bewusst verwendet wird.
    „Flüchtling“ ist ein gezielt in die Köpfe der Menschen gepflanztes Mem und genau die Steuerung der menschlichen Wahrnehmung durch Meme ist eine genau kalkulierte Methode der neueren Psychologie und Soziologie.
    Beispiel: Wenn beim Schließen der Augen und dem Begriff „Flüchtling“ der tote Junge Alan Kurdi am Strand von Bodrum vor ihrem geistigen Auge erscheint, dann wurde in diesem Beispiel punktgenau ein nachhaltiges Mem in ihren Kopf implementiert. Das sind alles keine Zufälle sondern perfide Absichten!

  • #2

    Hans Kolpak (Samstag, 05 November 2016 12:44)

    Entlassene Gefängnisinsassen gehören auch zur Gruppe der Zuwanderer. Zu viele junge Männer bedeuten Krieg - immer und überall.

    Einwanderung junger Männer nach Europa
    Jetzt wird es unheimlich: 2015 kamen überwiegend junge Männer nach Europa, 2016 findet überwiegend der Familiennachzug statt. So werden aus zwei Millionen Einwanderer über Nacht acht Millionen, denn in Deutschland werden nachts täglich tausende eingeflogen, weil die ganzen Touristenmaschinen auf diese Art endlich wieder ausgelastet sind. Aufgrund vieler Kriegshandlungen sind nämlich die Urlaubsbuchungen in Griechenland und Türkei, im Nahen Osten und in Nordafrika zusammengebrochen.

    Diese Menschen bilden sozialen Sprengstoff und werden gleichzeitig zu über 90 Prozent von deutschen Leistungsträgern = Steuerzahlern alimentiert, weil sie weder qualifiziert noch willens sind, für ihren Lebensunterhalt angestellt oder selbstständig zu arbeiten. Oder ist der Handel mit ungesetzlichen Drogen, Waffen oder Prostitution gar erwünscht? Ich habe Zweifel. Mein Artikel vom 23. Januar 2016 spricht für sich: Bürgerkrieg: Alterspyramide und soziales Gefüge.

    Und die folgende Anekdote spricht Bände, oder? Die Bandbreite kulturellen Niveaus in Afrika ist extrem groß.

    7. Juni 2011 | Serge Boret Bokwango, Mitglied der Ständigen Vertretung des Kongo bei den Vereinten Nationen in Genf (UNOG):

    “Jene Afrikaner, die ich jetzt in Italien sehe, sind der Abschaum und Müll Afrikas. Sie verkaufen alles und jeden und prostituieren sich. Diese Leute, die als Krämer an den Stränden auftreten und in den Straßen der Städte herumlungern, sind in keiner Weise repräsentativ für die Afrikaner in Afrika, die für den Wiederaufbau und die Entwicklung ihrer Heimatländer kämpfen.

    Angesichts dieser Tatsache frage ich mich, warum Italien und andere europäische Länder sowie die arabischen Staaten es zulassen und tolerieren, dass solche Personen sich auf ihrem nationalen Territorium aufhalten.

    Ich empfinde ein starkes Gefühl von Wut und Scham gegenüber diesen afrikanischen Immigranten, die sich wie Ratten aufführen, welche die europäischen Städte befallen.

    Ich empfinde aber auch Scham und Wut gegenüber den afrikanischen Regierungen, die den Massenexodus ihres Abfalls nach Europa auch noch unterstützen.”

    http://www.dzig.de/Zu-viele-junge-Maenner-bedeuten-Krieg-immer-und-ueberall

  • #3

    Diederich Heßling (Samstag, 05 November 2016 13:48)

    Serge Boret Bokwango, Mitglied der Ständigen Vertretung des Kongo bei den Vereinten Nationen in Genf ist nichts hinzuzufügen.
    Europa (mit Ausnahme einiger kluger osteuropäischer Staaten) wird unter dem Jubel der Bevölkerung mit dem Abschaum aller möglichen Länder überschwemmt. 90 % der schlitzsuchenden Männer sind überflüssiges Humankapital (Dritt- und weitergeborene männliche Wesen) in deren Herkunftsländern und werden gerade in Europa entsorgt.
    Und alles zu Lasten und auf Kosten der arbeitenden Einheimischen.
    Wie man dieses Pack bezeichnet ist eher akademischer Natur.

  • #4

    helmut-1 (Samstag, 05 November 2016 14:17)

    Eine klare Aussage. Ohne wenn und aber, - da braucht man nichts veränder oder hinzufügen.

    Das Einzige, wo ich so meine Probleme habe, ist die Grammatik. Was ist es nun: Ein Migrant, ein Immigrant oder ein Emigrant?

    Der Duden sagt zu dem Wort "Migrant", dass es nicht klar definiert ist. Nun, gehen wir zu den Wurzeln. Das bedeutet das lateinische Wort "mirgrare". Das wird mit folgenden Worten übersetzt:

    - auswandern
    - wandern
    - sterben
    - verändern
    - transportieren
    - verletzen
    - übersiedeln

    (entnommen aus http://www.frag-caesar.de/lateinwoerterbuch/migrare-uebersetzung-1.html).

    Denke, dass das Wort "übersiedeln" am besten zutrifft. Stellt sich die Frage, wie. Wenn jemand ins Land hereinkommt, dann denke ich, dass der Begriff "Immigrant" angebracht ist, denn er kommt ja "herein". Um umgekehrten Fall, wenn ich die Leute bezeichnen will, die mittlerweile Deutschland oder Österreich wg. der Immigranten verlassen, dann wäre das Wort "Emigrant" richtig, - denn derjenige geht ja "hinaus".

    Denke also, dass der Begriff "Immigrant" der richtige ist, wobei man noch, wenn man es genau nehmen will, das Adjektiv "illegal" davorsetzt. Der legale Immigrant ist derjenige, der aus beruflichen oder sonstigen Gründen einen Visa-Antrag beim zuständigen Konsulat in seinem Heimatland stellt.

    Ein legaler Asylant ist derjenige, der dasselbe in seinem Heimatland tut. Ein illegaler Asylant ist derjenige, der die Schlepper bezahlt und dann irgendwo in Europa einen Asylantrag stellt. Bei der Prüfung seiner Verhältnisse wird sich aber meist herausstellen, dass er ein illegaler Immigrant ist.

    Wie schon die Vorkommentare erklären, ist das Ganze kein Lapsus, sondern eine gewollte Strategie. Wichtig ist, dass die Teddybärenwerfer das nicht raffen.

    Dieses falsch angewandte Vokabular ist aber - interessanterweise - keine deutsche oder österreichische Erfindung. Anscheinend wurde das von der EU verordnet. Beispielsweise stößt das auch in Rumänien auf Kritik. Das Problem ist, dass wir hier in Rumänien einen deutschstämmigen Präsidenten haben, der ein absolut höriger Merkel-Fan ist. Das Schlimme ist, ich kenne den Mann auch persönlich und kann mich nicht so äußern, wie ich es gerne möchte. Dazu kommt, dass es oftmals Sachzwänge gibt, die einen Präsidenten keine Entscheidungsmöglichkeit mehr belassen, - aus den unterschiedlichsten Gründen. Deshalb will ich mich nicht äußern, bevor ich nicht interne Details kenne.

    Tatsache aber ist, dass genau dieser Punkt, den Herr Dr. Franz angesprochen hat, auf vielen Internet-Seiten im Ausland hinterfragt wird. Beispiel RO:
    http://www.unhcr-centraleurope.org/ro/stiri/2015/refugiat-sau-migrant-cum-este-corect-punctul-nostru-de-vedere.html

    Nur den letzten Abschlusssatz daraus möchte ich übersetzen:

    "Alegerea corectă cuvintelor într-adevăr contează"

    Zu deutsch:
    "Die korrekte Auswahl der Worte ist für die Wahrheitsfindung von Bedeutung."

    Ähnliche Vorgänge gibt es in allen anderen europäischen Ländern, wie z.B. in Italien, Spanien und auch Frankreich.

    Wie heißt es so schön in einem uralten Lied:

    "Einst wird es wieder helle in aller Brüder Sinn ... "

    Ich denke, dass wir damit die Kräfte in der EU meinen, die an einem echten Europa interessiert sind.