Migration schadet

 

In der europäischen Politik beschäftigte man sich die längste Zeit nur mit dem angeblichen Nutzen der Migration: Vor gar nicht allzu langer Zeit hieß es noch, Europa bekomme Menschen geschenkt, neue junge Arbeitskräfte würden die Märkte stärken und Multi-Kulti würde dem alternden und auf dem Weg in die Tristesse befindlichen Kontinent guttun. Die vielen jungen Zuwanderer seien gut geeignet, die demografischen Verzerrungen Europas auszugleichen.

 

Die große Täuschung

Das alles ist fast nirgends passiert. Wir haben Heerscharen von Arbeitslosen (in Deutschland hat jeder zweite Hartz IV-Bezieher Migrationshintergrund) und Leuten, die vom Staat ausgehalten werden müssen, wir haben gestiegene Kriminalitätsraten und wir beobachten zunehmende kulturelle, demokratiepolitische und gesellschaftliche Probleme und Verwerfungen. Angefangen von immer zahlreicheren, von Einheimischen faktisch nicht mehr besiedelten Zonen und No-Go-Areas über die Dauerdebatte zur Verschleierung und die Rolle der unterdrückten orientalischen Frau bis hin zur gestiegenen Gefahr von Anschlägen und Attacken auf offener Strasse und das allgemein gestiegene Unsicherheitsgefühl - der Benefit der Massenmigration ist nicht erkennbar, der Schaden dafür ganz deutlich.

 

Aber wir haben doch so vielen Menschen geholfen!

Der Verweis auf die Hilfe ist das verzweifelte letzte Argument der Politiker und Bürger Europas, die noch immer an der Massenmigration festhalten. Sie wollen sie nun zwar kontrollieren, aber keinesfalls stoppen, weil man politisch nicht den Mut dazu aufbringt und nach wie vor einem falschen, weil letztlich für alle Beteiligten schädlichen Menschlichkeitsfimmel anhängt.

 

Ja, man hat Menschen geholfen - aber nur jenen, die wirklich vor Bomben und Terror flüchten mussten. Im Vergleich zur Unzahl der Wirtschafts- und Sozialmigranten, die in unsere Systeme eingedrungen sind und weiter eindringen, weil sie sich hier Alimentation erhoffen und damit diese Systeme missbrauchen, im Vergleich dazu ist das Ausmaß der Hilfe überschaubar. Die Nachbarstaaten der Krisenregionen (wie etwa Jordanien) haben hier wesentlich mehr geleistet. Die Hilfe in der Region ist auch wesentlich sinnvoller als die durch Kriminelle vermittelte riskante und illegale Reise nach Europa. Aus rationalen und humanen (!) Gründen ist diese Reisetätigkeit besser heute als morgen abzustellen und in weiterer Folge zu verhindern. Die militärischen Möglichkeiten hätten wir.

 

Der Schaden überwiegt

Summarisch ist festzustellen, dass der Schaden durch die Massenmigration bei weitem den Nutzen überwiegt - sowohl für die Zielländer Europas wie auch für die Migranten, die kein Asyl bekommen und mangels Rückführung Monate oder Jahre hierbleiben und in einem Art Zwischenreich ein geduldetes Leben fristen. Was soll aus diesen Hunderttausenden werden, wenn man sie nicht so schnell wie möglich in großer Zahl nach Hause schickt oder dorthin bringt? Parallelgesellschaften haben wir schon und Kulturkonflikte auch. Und Kosten, enorme Kosten, die weiter steigen haben wir auch. Wozu, wenn es nichts bringt? Und vergessen wir nicht: Zahllose von diesen Leuten ohne Bleiberecht tauchen in den Untergrund ab, sodass ein zusätzliches Momentum an Gefährdung und negativer Effekte entsteht.

 

Die einzigen, die für ihre neue Heimat Europa etwas beitragen können, sind gut ausgebildete Einwanderer, die der Sprache und der Schrift mächtig sind oder als anerkannte qualifizierte Asylwerber Arbeit finden und sich schließlich assimilieren. Die Anzahl dieser schon als Glücksfälle zu bezeichnenden Menschen ist im Vergleich allerdings mickrig. Der große Rest der in den letzten zwei Jahren Angekommenen ist ohne echte Perspektive und daher anfällig für Radikalisierungen aller Art. Es hat keinen Sinn, diese Leute hier zu behalten und es ist auch in keiner Weise "menschlich".

 

Und wie ist es mit den Herkunftsländern?

Dort überwiegen aus jetziger Sicht ebenfalls die Nachteile der Migration. Diese ist nämlich nur dann gut, wenn sie im eigenen Land stattfindet - und zwar in Richtung der großen Städte. Die hohe Bevölkerungsdichte in den Städten der Dritten Welt führt nachweislich zu wirtschaftlichem Aufschwung. Das sagen uns weltbekannte Migrationsforscher wie der Oxford-Professor Paul Collier. Natürlich muss man Kriegsgebiete ausnehmen, aber wo in Afrika und im Orient ist Krieg ausser in Teilen Syriens und des Iraks? Der Löwenanteil des Migrationsdrucks entsteht nicht aus echter Not, sondern aus dem Gefühl heraus, man könne in Europa ein besseres Leben haben als zu Hause. Dieses Gefühl wird von europäischen Spitzenpolitikern auch noch gefördert. Am besten, man hört mit dieser betulichen und kontraproduktiven Förderung sofort auf und sendet nur noch negative Signale: Nein, hier ist niemand mehr willkommen, sorry.

 

Schädliche Effekte für die Heimat

Was passiert "zu Hause", wenn Millionen Leute ihre Heimat verlassen? Zunächst wird von den europäischen Migrationsprofiteuren behauptet, Auswanderung würde den Druck der Überbevölkerung lindern. Dafür gibt es keinerlei Belege, sagt Paul Collier. Und wenn es einen Bevölkerungsschwund gibt, dann genau in der Gruppe, die man eigentlich am dringendsten in der Heimat braucht, um sein Land aufbauen und entwickeln zu können. Man sollte daher trachten, die Masse der Leute im Land zu lassen, weil man die Herkunftsländer durch großzügige Einladungen und fehlende Hürden strukturell schädigt.

 

Erfolgreiche Migranten schicken Geld in die Heimat

Wir wissen, dass Immigranten, die "es geschafft" und in Europa einen Arbeitsplatz bekommen haben, Geldbeträge nach Hause überweisen, um ihre Familien und Verwandten zu finanzieren. Das hilft den Heimatländern zweifellos und stellte eine Art Entwicklungshilfe dar. Darüber gibt es gute Daten. Gleichzeitig sind diese erfolgreichen Leute aber auch die Hauptursache des Braindrains, der die afrikanischen und orientalischen Länder nachhaltig schädigt, wenn die Zahl der qualifizierten Auswanderer zu groß ist.

 

Daheimbleiben nützt

Durch den Abgang des sogenannten Humankapitals kommt es ab einem gewissen Prozentsatz zu spürbaren Defiziten in den meist ohnehin kleinen Eliten der Herkunftsländer. Ergo: Die Leute sollten zu Hause bleiben. Paul Collier dazu beispielhaft: "Die Türkei hat sich in den letzten 50 Jahren aus der Armut befreit - aber nicht, weil 2 Millionen Türken nach Deutschland gegangen sind, sondern weil 90 Millionen im Land blieben. Das türkische Wirtschaftswunder ist nur durch innertürkische Migration in die großen Städte wie Istanbul entstanden."

 

Wer sich heute also in die Brust wirft und der Massenmigration das Wort redet, hat weder die Fakten studiert noch die Dinge verstanden. Es ist bei der Migration wie bei allem: Die Dosis macht das Gift. 

 

 

 

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Vom Ende der Hilfe

 

Die Geschichte vom Barmherzigen Samariter kennt fast  jeder. Sie wird gerne als das Gleichnis schlechthin benützt, um begreiflich zu machen, was gelebte Nächstenliebe bedeutet. Gerade in unseren Zeiten der ungebremsten Massenmigration hat diese biblische Legende wieder stark an Bedeutung gewonnen, auch und gerade weil sie von christlichen und weltlichen Hilfsorganisationen sehr gerne als Vehikel verwendet wird, um eigene Anliegen und Interessen zu transportieren.

 

Ein Gutmensch ist kein Samariter

Wer ein echter Samariter ist, der macht sich mit seinen Hilfeleistungen und oft schon allein mit dem authentischen Willen zur Hilfe zunächst einmal unangreifbar, weil er etwas Gutes tut oder tun will. Wer allerdings ein falscher Samariter ist und sich selber für seine Hilfe mehr lobt als er wahre Hilfe leistet, zieht sich bald den Zorn der anderen zu. Die meisten Leute haben nämlich ein feines Gespür für die richtigen Helfer und die richtige Hilfe. Die falschen Samariter nennt man deswegen seit längerem "die Gutmenschen" - das sind eben diejenigen, denen man ihre Hilfsbereitschaft nicht wirklich abnimmt, weil sie dieselbe im Tugendstolz vor sich hertragen, um für sich einen guten Leumund zu erzeugen.

 

Die Begrenztheit der Welt

Doch zurück zum Hilfe-Begriff an sich. In der Debatte um die Massenmigration und die diversen Fluchtbewegungen wird stets die europäische Verantwortung und die umfassende Pflicht zur Hilfeleistung ins Treffen geführt, auch wenn mittlerweile jedem Samariter klar ist, dass in der gesamten Migrationspolitik ziemlich viel ziemlich schief läuft. Doch eine große Zahl der Verantwortungsträger schummelt sich weiter um den Kern des Problems herum - und der heisst schlicht und einfach Begrenztheit.

 

Grenzen: Ein unumstößliches Faktum

Alles im Leben ist begrenzt: Das Leben selbst, seine gesamten Ressourcen und natürlich auch die Mitteln und Möglichkeiten zur Hilfe. Ebenso ist jeder Lebensraum begrenzt, jede Nation ist es, jedes Sozialsystem ist es und überhaupt jedes Ding an sich. In den meisten Diskussionen um die Massenmigration und deren destruktive Konsequenzen werden aber stets nur die Menschenrechte beschworen und die Hilfspflichten zitiert. Und natürlich wird immer die Humanität als oberstes Handlungsprinzip absolut gesetzt. Christliche NGOs wie die Caritas oder die Diakonie toppen diese Beschwörungen noch mit dem Verweis auf die allumfassende Nächstenliebe.

 

Das ist aber weder zu Ende gedacht noch ist es ehrlich. Selbst wenn wir davon ausgehen, dass nur die Hälfte aller Migranten wirkliche Hilfsbedürftigkeit vorweisen kann und die andern ohnehin sukzessive ausgesiebt und irgendwann abgeschoben werden, bleiben noch immer Millionen von einwandernden Menschen über, die in irgendeiner Weise eine Art Hilfe benötigen.

 

Die Systeme kollabieren

Das kann kein Hilfesystem der Welt auf Dauer verkraften, ohne selber zum Hilflosen zu werden. Hilfe ohne Grenzen ist demzufolge ein schönes Schlagwort, aber es ist einfach nicht wahr und nicht machbar. Überdies kosten auch die Hunderttausenden in Europa abgelehnten, aber bereits anwesenden Einwanderer schon enorme Ressourcen, die letztlich den anderen weggenommen werden müssen - weil alle Ressourcen eben begrenzt sind.

 

Wie macht man es in der Medizin?

Die einzige, grundsätzlich an Ethik und Wissenschaft orientierte Form der Hilfe, nämlich die Medizin, ist da viel ehrlicher und in ihrer Effektivität viel erfolgreicher. Um bei Großunfällen, opferreichen Anschlägen oder Seuchenausbrüchen eine faire Zuteilung von medizinischer Hilfe zu gewährleisten, wurde die Triage entwickelt. Ursprünglich entstand die Triage in Kriegslazaretten: Dort musste nach jeder Schlacht eine große Anzahl von Verwundeten akut versorgt werden. Aufgrund der begrenzten Ressourcen und der Notfallsituation mussten die Ärzte die Verwundeten so schnell wie möglich sichten, untersuchen und rasch Entscheidungen treffen, wer welche Hilfe bekommen sollte.

 

Triage bedeutet, dass derjenige zuerst versorgt wird, der Hilfe offensichtlich am dringendsten benötigt. In der Medizin wurden dafür bestimmte und mittlerweile international gültige Kriterien erstellt. Diese Kriterien schließen aber mit ein, dass manchen auch die Hilfe verwehrt wird, ja sogar verwehrt werden muss - entweder weil der betreffende Patient keine oder nur geringe Hilfe benötigt oder weil er ohnehin todgeweiht ist und ihm im wahrsten Sinne leider nicht mehr zu helfen ist.

 

Triage ist der einzig richtige Weg

Obwohl die Fakten und Bedingungen der Triage beim ersten Lesen fast unmenschlich klingen, ist sie bei ausgedehnten Notfällen doch die einzig richtige und deswegen von allen Ärzten kompromisslos anerkannte Handlungsweise. Jede andere Methode würde zahlreiche Menschenleben kosten, weil ein "Alles für Alle" definitiv unmöglich ist. Wir müssen uns ganz einfach bewusst sein: Es gibt immer auch ein Ende der Hilfe. Die Triage in abgemilderter Form wird übrigens in vielen Gesundheitssystemen der Welt in den Spitalsambulanzen eingesetzt, um die Patientenströme besser steuern zu können. Auch dort ist es möglich, dass Patienten wegen der Ressourcenbegrenzung oder wegen der Ungefährlichkeit ihrer Probleme keine Behandlung bekommen und weggeschickt werden.

 

Im Geiste der Ethik

Aus dieser bewährten medizinischen Sichtweise der Triage heraus kann man ethisch fundierte Handlungsanleitungen für die Migrationskrise gewinnen: Wir dürfen nicht nur "Nein!" sagen, wir müssen es sogar, weil es nicht nur um die Hilfsbedürftigen geht, sondern um die Belastbarkeit und die Funktionstüchtigkeit der Sozialsysteme Europas. Von der kulturellen Problematik ganz zu schweigen. Es darf keine unkontrollierte Migration ohne Grenzen geben, das zerstört am Ende alles. Die Hilfsstrukturen wurden nur für jene geschaffen, die wirklich Hilfe brauchen und sie sind limitiert.

 

Die Pflicht zum Nein-Sagen

Die Helfenden und Hilfswilligen haben daher nicht nur das Recht, sondern sogar die Pflicht zu einer Art von Triage - und zwar nicht erst in Italien oder Mitteleuropa über bürokratische Asylansuchen und aufwendige Verfahren, sondern schon in den Herkunftsländern. So wie Ärzte bei einem Großunfall kühlen Kopf bewahren und gemäß den Leitlinien ad hoc klare Entscheidungen treffen müssen, so müssen die Verantwortlichen alles daran setzen, die Migrationsströme schon in ihrer Entstehung zu stoppen, wenn die Ressourcen am Ende und die Belastbarkeit der Ziel-Nationen ausgereizt sind.  Und zumindest Letzteres ist längst der Fall.

 

 

 

 

 

 

 

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Ist vorsätzliche Kinderlosigkeit amoralisch?

 

"Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde." So lautet der weithin bekannte Kategorische Imperativ eines der einflussreichsten Philosophen der Neuzeit: Immanuel Kant. Der Satz stellt nicht nur im moralphilosophischen Denken Kants das grundlegende Prinzip der Ethik dar, sondern hat eine allgemein anerkannte Gültigkeit. Versuchen wir nun, entlang dieses Prinzips die Titelfrage zu klären: Inwieweit ist die selbst getroffene Entscheidung, keine Kinder in die Welt zu setzen, mit dem Kategorischen Imperativ vereinbar? Und kann man ihn auf diese spezielle Frage überhaupt anwenden?

 

Im ersten Moment ist alles einfach

Die Antwort scheint zunächst klar: Würde Kinderlosigkeit zu einem "allgemeinen Gesetz" erklärt, käme es innerhalb von absehbarer Zeit zu einem Versorgungsnotstand in jeder Hinsicht. In einer alternden Gesellschaft ohne Nachwuchs würde zunächst die Wirtschaftsleistung sinken und danach die medizinische und vor allem die pflegerische Versorgung zusammenbrechen, weil altersbedingt bald niemand mehr in der Lage wäre, körperliche Arbeiten durchzuführen. Von der Herstellung von Lebensmitteln, von der allgemeinen Produktion, vom Handwerk und vom Bauwesen etc ganz zu schweigen.

 

Dantes Inferno

Ein allgemeines Handeln eines jeden Menschen nach der Maxime "Freiwillige Kinderlosigkeit" würde also unweigerlich in den Untergang der Gesellschaft münden - und das noch dazu in einem dem Dante`schen Inferno ähnlichen Szenario. Anders gesagt: Bevor eine kinderlose Gesellschaft endgültig ausstirbt, würde noch unermessliches Leid herrschen. Die Maxime "Freiwillig kinderlos" ist daher theoretisch betrachtet nach den Kant`schen Kriterien wider die Moral gerichtet, weil sie nach einer Latenzzeit nur noch Schaden verursachen würde.

 

Ganz so einfach ist es doch nicht

In der gelebten Realität ist die Sachlage allerdings etwas komplexer als im Gedankenexperiment. Es gibt zum Beispiel freiwillig Kinderlose, die ihr Leben gänzlich altruistischen Handlungen widmen - wie das etwa die in der Krankenpflege tätigen Nonnen tun. Und es gibt viele Leute ohne Kinder, die ihre Energien freiwillig in soziale Tätigkeiten investieren und sehr nützliche Dinge für andere tun. Diese Dienstleistungen könnten sie mit eigenen Kindern aus naheliegenden Gründen (Zeitmangel etc.) nicht durchführen. Durch altruistisches Handeln ist das theoretische Manko hinsichtlich des Kategorischen Imperativs ausgleichbar, weil der Altruismus für die Überlebensfähigkeit einer Gesellschaft ebenso notwendig ist wie der Nachwuchs.

 

Nur Selbstverwirklichung - geht gar nicht

Andererseits gibt es Leute, die aus Gründen ihres Individualismus und der heute vielgepriesenen "Selbstverwirklichung" ganz klar Nein zu eigenen Kindern sagen - einfach, weil sie sich nicht einschränken lassen und egozentriert leben möchten. Diese Lebensentscheidung samt Begründung erscheint nach den Kant´schen Maßstäben fragwürdig. Für jeden Menschen, der auf der Welt ist, haben sich Eltern oder ein Elternteil "einschränken lassen" müssen und für alle jetzigen Kinder, die eines Tages die Lasten der Gesellschaft zu schultern haben, lassen sich ebenfalls irgendwo gerade Eltern einschränken.  

 

Was ist mit der Fairness?

Egozentrische kinderlose Individualisten müssen sich demzufolge die Frage nach ihrer sozialen Fairness gefallen lassen. Immerhin ist es nicht nur eine persönliche Entscheidung, sondern auch eine soziale Notwendigkeit, dass es Kinder gibt: Aus Kindern werden Erwachsene, die für andere Verantwortung übernehmen, für andere da sind und für andere etwas leisten. Und auch heute völlig selbstständige kinderlose Egozentriker können zu Pflegefällen werden, die von anderen Menschen zu versorgen sind. Glück gehabt, wenn andere Menschen Kinder bekommen haben - damit jemand da ist, der diese Arbeit macht.

 

Pflicht zum Altruismus?

Leitet sich also aus einer selbst gewählten Kinderlosigkeit die Pflicht zum Altruismus ab? Auf jeden Fall - und sei es nur indirekt, nämlich abgaben- und steuerbezogen in Form von Besserstellungen für Familien mit Kindern. Leute mit Kindern müssen zumindest spürbare Steuervorteile gegenüber Kinderlosen haben. Das ist der altruistische Minimalkonsens, dem Kinderlose ohnehin oft zustimmen.

 

Niemand soll gezwungen werden

Klar ist: Vorsätzlich Kinderlose kann und soll man weder zwingen, ihre Meinung bzw. ihren Vorsatz zu ändern noch soll man sie verpflichten, altruistische Handlungen oder eine Familiengründung zu ihrem Anliegen zu machen. Das wäre lächerlich. Die eigenverantwortliche Entscheidung zur Familie muss individuell getroffen werden und nicht per "moralbasierter" Verordnung. Ebenso sollte der angesprochene Altruismus echt sein und nicht im Gesetzbuch definiert werden.

 

Zwang hat hier nichts verloren, weil er die Mündigkeit und die Selbstverantwortung limitiert. Aber man muss in unserer zeitgeistig verblendeten Gesellschaft, die auf familiäre Strukturen immer weniger Wert legt und in der die Geburtenrate aus mehreren Gründen bei weitem zu gering ist, die inhärente gesellschaftliche Notwendigkeit des Kinderkriegens immer wieder zur Sprache bringen.

 

Der Zeitgeist weht in diesen Fragen sehr kräftig und er verbläst gerade viel Kluges, das einen langen kulturellen Bestand hatte. Das "Recht auf ein selbstgestaltetes Leben" wird durch diesen Zeitgeist oft in ein Recht auf absolute Egomanie umgemünzt.

 

Kant muss mitreden

Man darf daher auch und gerade in der Frage der freiwilligen Kinderlosigkeit mit dem Kant´schen Imperativ operieren, ja man muss das geradezu tun. Aber Obacht: Es geht dabei nicht um das Fällen von Moral-Urteilen oder um moralinsaures Bewerten von Lebensentscheidungen, sondern um das Spannen einer Richtschnur für das individuelle Handeln, aus dem ja durch die regelhaft stattfindenden Trendsetzungen immer ein gesellschaftliches wird. 

 

 

 

 

 

 

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