Die falsche Hoffnung

Gerne wird von Politikern, Autoren und Journalisten behauptet, eine der wesentlichen Stärken Europas läge im Liberalismus und im Pluralismus. Selten wird aber dazu gesagt, dass der europäische Liberalismus nur eine verkappte Form von gesellschaftlicher und politischer Beliebigkeit ist, in deren Rahmen jeder alles fordern kann, was ihm gerade so einfällt. Und jede(r) will für diese Forderungen Respekt und Raum haben, denn zumindest die Äußerung von Forderungen aller Art, wenn nicht sogar die bedingungslose Erfüllung derselben, wird heute schon als Grundrecht betrachtet.

 

Ein europäisches Muster

Auch die individuellen Lebensentwürfe und die allgemeinen soziologischen Entwicklungen diverser Gruppen und Interessensvertretungen folgen mehrheitlich diesem Muster - nur die osteuropäischen Staaten sind hier noch anders gestimmt. Die Freiheiten und die Rechte, die der Liberalismus bietet, werden von den westlichen Gesellschaften hemmungslos in Anspruch genommen, aber die Verantwortlichkeiten, welche stets die andere Seite der liberalen Medaille bilden, möchte man gerne dem Staat, der Gesellschaft oder halt irgend jemandem anderen aufbürden und überlassen.

 

Der zur Beliebigkeit verkommene Liberalismus bietet aber trotz oder gerade wegen dieser seiner degenerativen Entwicklung den europäischen Gesellschaften ein sonderbares Hoffnungspotenzial: Man meint in den medial gut vernetzten und sich selbst für modern und liberal haltenden sogenannten Eliten, dass die kulturellen Probleme, die durch die Massenmigration auf unserem Kontinent entstanden sind, in der liberalen Atmosphäre Europas bald verschwinden würden. Anders gesagt: Man hält den grassierenden Pseudo-Liberalismus, der ohne klare Bekenntnisse auskommen will und der sich vor allem durch schöne Phrasen definiert, für so wirkmächtig, dass er am Ende die einzig richtige und allumfassende Weltanschauung darstellen wird. Das ist natürlich ein fataler Irrtum.

 

Andere Denkmuster

Wir wissen, dass ein Großteil der Immigranten dem traditionellen Islam zuzurechnen ist und wir wissen, dass diese Religion ein von den europäischen Denkmustern grundsätzlich verschiedenes Wertesystem vertritt.  Wir wissen daher auch, dass der Islam in letzter Konsequenz mit den europäischen Kulturen nicht kompatibel sein kann und es ist klar, dass genau aus diesem Grund die Segregation der Gesellschaft überall wuchs und weiter fortschreitet. Und doch wird seitens der zahlreichen migrationsfreundlichen Lobbys die Hoffnung ventiliert, dass der muslimische Glauben auf europäischem Boden eine liberale Entwicklung durchmachen und dass es dadurch eines nicht mehr fernen Tages zu einer Art von islamischer Aufklärung kommen wird.

 

Vergebliche Hoffnung

Diese Hoffnung hat aber keinerlei rationalen Hintergrund. Warum sollte gerade aus den überall in Europa existierenden muslimischen Parallelgesellschaften ein "liberaler Islam" entstehen? Eine solche Annahme ist entweder naiv, verfolgt einen sinistren anderen Zweck oder ist einfach dumm. Es ist in den 56 islamischen Ländern dieser Welt bisher nicht gelungen, eine neue, aufgeklärte Form des Islam zu entwickeln und es gibt auch nirgends Tendenzen in diese Richtung - im Gegenteil, wir beobachten in etlichen Regionen sogar eine Art von konservativem Backlash. Wieso also sollte in Europa eine Transformation des orientalischen Glaubens stattfinden und warum sollte sie seitens der Muslime überhaupt gewünscht sein, wo doch gerade im eh so liberalen Europa die Umsetzung der je eigenen Vorstellungen zu den Grundrechten gehört und dementsprechend laut gefordert und allermeist auch gestattet wird?

 

Wir haben längst genügend Beweise, dass diese herbeigesehnte Aufklärung nicht funktioniert respektive nicht passieren wird. Man denke nur an die aufsehenerregende Studie des Islamologen Ednan Aslan, der nachwies, dass in vielen muslimischen Wiener Kindergärten streng konservative Ansichten die islamische Pädagogik geprägt haben. Oder man sehe sich die zahlreichen Umfragen an, nach denen die europäischen Muslime stets und überall mehrheitlich der Ansicht sind, in Europa sollte die Sharia rechtliche Gültigkeit besitzen. Man kann diese Tendenzen auf dem ganzen Kontinent eindeutig erkennen: Die "islamische Aufklärung" ist eine Chimäre und entspringt nur einem Wunschdenken der Europäer.

 

Es gibt keinen Euro-Islam

Auch hochrangige und bekannte Islamexperten und Autoren wie etwa Hamed Abdel-Samad oder Bassam Tibi haben kaum noch Hoffnung, dass es so etwas wie einen Euro-Islam geben wird. Sie beschreiben in ihren zahlreichen Publikationen seit Jahren die realen und vielfach durch religiösen Fundamentalismus geprägten Zustände in den erwähnten Parallelgesellschaften - und stoßen bei der Politik vielfach nur auf taube Ohren. Und selbst wenn die Politik reagiert, tut sie dies meist nur in effekthaschenden Überschriften oder in Ankündigungen, denn die demografischen und kulturellen Veränderungen schreiten ungehindert fort.  

 

Real hat Europa in seiner diffus-beliebigen und noch immer toleranzbesoffenen, weithin postmodernen und tugendstolzen Mentalität der offensichtlich sehr starken und stets bekenntnisorientierten traditionellen muslimischen Kultur nichts entgegenzusetzen - außer der falschen Hoffnung auf einen "liberalen Islam", der ein Hirngespinst unserer am Hypermoralismus leidenden Politiker und Medienleute bleiben wird. 

 

 

 

 

 

 

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Der wahre Skandal

Man kann den Muslimen nicht vorwerfen, dass sie die kulturelle Ausbreitung versuchen: Der Wille zur Macht ist prinzipiell etwas natürliches und die Eroberung der Welt ist noch dazu im Koran explizit festgeschrieben. Es ist daher objektiv betrachtet kein Skandal, wenn die orientalischen Kulturträger ihre Anschauungen in Europa umsetzen wollen und für dieses Ziel kämpfen.

 

Wir sind selber schuld

Der wahre Skandal an der aktuellen Problematik und am bereits begonnenen "Clash of Cultures" ist, dass die Dynamik des Islams von der europäischen Politik weitgehend ignoriert wurde (und wird) und dass die Ausbreitung der orientalischen Ideologie mit Einladung, Duldung und sogar Unterstützung Europas passiert. Wo kein Widerstand geleistet wird, fallen die Bastionen von ganz allein. Der Riese namens EU ist zu schwach, um eine klare Haltung zu zeigen. Die Schwäche und die Feigheit des tönernen Kolosses wird von seinen Verteidigern gern Liberalismus und Toleranz genannt - aber sie ist doch nichts anderes als eine kraftlose Ängstlichkeit gepaart mit der absurden Idee, man könne eine fremde Kultur an die "europäischen Werte" anpassen, wenn man nur entgegenkommend und freundlich genug ist.

 

Manche trauen sich

Die mutige österreichische Lehrerin Susanne Wiesinger hat dieser Tage ein Buch veröffentlicht, in dem sie die Zustände in den Wiener Schulen und den fortgeschrittenen Kulturwandel in den Lehranstalten beschreibt. Bereits Auszüge aus dem Text reichen, um tief betroffen zu machen und zu wissen, wie weit die Transformation Europas schon fortgeschritten ist: Wiesinger berichtet, dass in den sogenannten Brennpunkt-Schulen die fundamentalistischen und streng konservativen jungen Muslime längst in der absoluten Mehrheit sind - mit allen Folgen.

 

Chronische Versäumnisse

Dass die Zustände in den Schulen sind, wie sie sind, ist der rotgrünen Wiener Stadtregierung aber nicht erst seit dieser denkwürdigen Publikation bekannt, sondern schon viele Jahre. Man hat den Wandel seitens der politischen Verantwortlichen stillschweigend in Kauf genommen und alle Kritiker mundtot gemacht. Der Grund für die schweigende Akzeptanz und die Unterstützung der Übernahme durch den Islam ist klar: Man schielt seitens der Roten und der Grünen auf die neuen Wähler, weil bei den autochthonen Bürgern nichts mehr zu holen ist. Diese sind längst zu den national orientierten und migrationskritischen Parteien übergelaufen.

 

Dabei ist dieser Glaube an neue Wähler kurzsichtig und dumm: Es ist nicht so, dass sich die Linke durch den Islam regenerieren kann. Vielmehr benützt der Islam die linken Parteien als Vehikel, um sich auszubreiten - danach wird er sich von der Linken lösen und sie bekämpfen. Die linke Weltanschauung besitzt nämlich in vieler Hinsicht fundamentale Widersprüche zur orientalischen Kultur. Das haben zu viele linksorientierte Europäer in Folge ihrer gesinnungsethisch eingeschränkten Weltsicht noch nicht kapiert oder sie wollen es nicht kapieren, weil sie sich durch ihr tugendstolzes und migrationsförderndes Verhalten kurzfristig Vorteile erhoffen. 

 

Es geschieht überall

Was in den öffentlichen Schulen bereits geschehen und kaum mehr umkehrbar ist, passiert auch in anderen zentralen Bereichen der europäischen Staaten. Das deutsche Justizsystem etwa ist dafür bekannt, dass die Richter dort gerne einen sogenannten "Strafrabatt" geben, wenn die Täter aus anderen Kulturkreisen stammen. In vielen orientalischen Ländern wird Gewalt gegen Frauen kaum bestraft, sie findet sogar Rechtfertigung im Koran, wenn Vergehen wie Ehebruch vorliegen. Diese "Milde" wurde in verschiedene deutsche Urteile bereits eingepreist und die Nachsicht der Richter sorgt bei unseren nördlichen Nachbarn zu Recht immer wieder für große Aufregung.

 

Klarerweise sollte ja das Gegenteil der Fall sein: Wer sich mit kulturellen Begründungen einer Straftat schuldig macht, sollte nicht mit Milde versorgt, sondern umso härter bestraft werden, weil er ja durch diese seine Tat-Motivation zur Kenntnis bringt, dass ihm die hiesigen Wertestrukturen völlig egal sind. Auch in Österreich sind solche Urteile bekannt, man denke nur an die Gnade, die man gegenüber dem Vergewaltiger im Wiener Dianabad walten ließ.

 

Die Erkenntnis ist da

Die tiefgreifende, ja existenzielle Problematik der europäischen Kultur wird von vielen Autoren (wie etwa Thilo Sarrazin) und von vielen Politikern rechts der Mitte mittlerweile erkannt, sie laufen aber immer noch Gefahr, von den Apologeten des Kulturwandels mit der Nazikeule bedroht und öffentlich verdroschen zu werden. Die gesamte EU ist in dieser Frage tief gespalten und schafft es bis dato nicht, zu einer klaren Positionierung zu gelangen.

 

Der Riss in der Kultur

Es besteht also nicht nur ein "Clash of Civilisations" zwischen der orientalischen und der europäischen Kultur, sondern es gibt auch einen intrakulturellen europäischen Konflikt zwischen der Allianz der Vernünftigen und der riesenhaften Lobby jener, die Migration, Wertewandel und eine nachhaltige Veränderung Europas begrüßen. Letzteren muss man mit aller Klarheit und immer wieder vorwerfen, dass sie in skandalöser Weise gegen die Vernunft, gegen die eigene Kultur und gegen alle wissenschaftlichen und empirischen Erkenntnisse handeln und den temporären Eigennutz über die Zukunft Europas stellen. 

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Sollen Politiker twittern?

In der Tageszeitung Kurier lautete jüngst die Headline: "Die Twitterfalle".  Im  zugehörigen Leitartikel empfahl der Autor allen Ernstes den Politikern, nicht mehr zu twittern - und gab am Schluss seines Textes seinen Twitteraccount an... Anlass für dieses Medien-Thema war der Twitter-Unfall eines Politikers: Der nunmehr fraktionslose österreichische Nationalratsabgeordnete Efgani Dönmez ist vorläufig das letzte Opfer in einer Reihe von politisch tätigen Leuten, denen der zu lockere und zu authentische persönliche Umgang mit den SocialMedia zu einem medial hochstilisierten und im politkorrekten Empörium breitgetretenen "Verhängnis" wurde. Dönmez hatte in einem Tweet am 1.9. auf die Frage, warum die in heiklen politischen Themen (wie dem Islamismus) recht zweifelhaft agierende deutsche Staatssekretärin Chebli so eine Karriere gemacht hat, flapsig geantwortet: "Schau dir mal ihre Knie an, vielleicht findest du da die Antwort ;) "

 

Zack, wumm, aus

Mehr hat er nicht gebraucht. Der feministisch und linksindoktrinierte digitale Lynchmob ist furios über ihn hergefallen und hat ihn mit Schaum vor dem Mund des Sexismus und der Frauenverachtung geziehen, weil der empfohlene Blick auf die Knie der Staatssekretärin als Hinweis darauf verstanden wurde, dass Frau Chebli durch bestimmte und delikate orale Handlungen ihren Posten erworben hätte. Dönmez hat sich zwar entschuldigt und stets beteuert, dass er seinen Tweet nicht sexistisch gemeint hätte, sondern dass er damit einfach auf die devote Haltung der Politikerin gegenüber verschiedenen, eher fundamental agierenden Muslimverbänden anspielen wollte - allein, es war zu spät, der Vernichtungsfeldzug war begonnen, die geifergefüllten Sprengköpfe waren abgefeuert und die Sache musste zu Ende geführt werden. Zwei Tage später schloss man ihn aus dem Parlamentsklub der ÖVP aus.

 

Welche Politiker wollen wir?

Für die Medien sind solche Ereignisse natürlich ein gefundenes Fressen, sie gieren förmlich danach und sie fühlen sich im Shitstorm, der durch einen sexuell konnotierten Sager ausgelöst wird, am allerwohlsten. Sex sells, auch und vor allem in der Politik. Gleichzeitig betont man aber lauthals, wie wichtig die Moral ist und dass gerade für Politiker die höchsten Moralansprüche zu gelten haben. Ein männlicher Politiker sollte heute am besten ein asexuelles sprechpuppenartiges Wesen sein, das zwar fesch sein muss, aber stets sachlich, freundlich lächelnd, überkorrekt und mit gedrechselten Phrasen ausgestattet ist. Also im besten Fall glatt wie ein Aal und geschmeidig wie ein Fischotter. Oder etwa doch nicht?

 

Dieselben Medienleute, die ständig schulmeisternd den idealen Politiker einfordern und auf jeden hindreschen, der irgendwo einmal etwas Provokantes von sich gibt, jammern im selben Atemzug darüber, wie elend es mit der permanenten Message-Control sei und wie unergiebig Interviews mit rhetorisch perfekt trainierten Politikern wären, denen man keine klare Aussagen entlocken kann, weil sie vor lauter Stehsätzen und Überschriften oft selber gar nicht mehr wissen, wie ihre politischen Inhalte aussehen.

 

Was jetzt?

Na was denn nun, liebe Reporter? Wie hätten wir`s denn gern? Seien wir ehrlich: Wollen wir nicht alle miteinander politisch Tätige, die aus unserer Mitte und aus dem realen Leben kommen und die auch mal was "Falsches", Aneckendes oder politisch Inkorrektes sagen dürfen? Glaubt ihr nicht, dass der authentische Mann, der auf Twitter oder Facebook hin und wieder auch eine Zote abgibt oder einen "Schmäh" platziert, derjenige ist, den die Bürger lieber haben als die lackierten Polit-Automaten, die nur eingelernte Berater-Phrasen wiedergeben?

 

 

Über was schreibt ihr dann?

Und im Übrigen frage ich Euch: Über was oder wen würdet Ihr Euch denn in Euren Medien mokieren, wenn die Politiker nun alle aus lauter Angst vor dem Shitstorm ihr Handy und ihr Tablet weglegen und nur mehr das sagen, was die dauerempörte Medien-Meute samt den linkstotalitären Meinungsträgern gerade noch politisch erlauben wollen? Merkt ihr nicht, wie abgrundtief unsinnig es ist, Politikern eine Twitter- bzw. SM-Karenz zu empfehlen? Der Verdacht liegt nahe: Ihr verbalisiert nur die Angst der institutionalisierten Medien, irgendwann gar nicht mehr wahrgenommen zu werden, weil ohnehin alles über Twitter, Facebook und Whatsapp kommuniziert wird...

 

 

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