Das Leben ist rechts

 

 

 

Die Linken bezeichnen die Rechten gern als Reaktionäre. Doch das ist zu Ende gedacht sachlich falsch, weil in Wirklichkeit die Reaktionäre auf der linken Seite des politischen Spektrums zu Hause sind. Linke reagieren nur, sie agieren nicht. Warum das so ist, kann man leicht erklären und beweisen: Alles, was "Rechts" ist, war immer schon da. Und alles, was links ist, entwickelte sich lediglich als Reaktion auf das Rechte. Um das im Grundsatz zu verstehen, müssen wir einen Schritt zurücktreten und uns die Entwicklungsgeschichte im Ganzen ansehen.

 

Die Evolution ist rechts

Die gesamte belebte Natur und die Evolution fußen auf rechten Grundprinzipien: Darwins "Survival of the fittest" bedeutet nichts anderes, als dass in der Natur nur derjenige bestehen kann, der sich am besten an die gegebenen Bedingungen anpasst und die Stärke besitzt, selbstständig zu überleben. Das Leistungsprinzip beherrscht alles. Und alles, was die Natur je an Beständigem hervorgebracht hat, musste besser, stärker und passender sein als das, was sich jeweils neu entwickelt hat oder es ging unter. 

 

Der Starke muss siegen und kooperieren

Es zählt in der Natur stets und überall die Dominanz und freilich auch die Kooperationsfähigkeit. Diese Kombination garantiert den nachhaltigen Erfolg einer jeden langfristig überlebenden Art und auch jeder Kultur (davon später). Bei praktisch allen höheren Arten gibt es klare Hierarchien und Strukturierungen - auch hier regieren also rechte Konzepte. Wir finden überall Alpha-Tiere und rangniedrige Rudel- oder Herdenangehörige.

 

Die heute beim Menschen besonders von den Linken geforderte "Gleichheit" ist unter sämtlichen anderen höheren Lebewesen nicht anzutreffen, denn sie ist im natürlichen Lebensprinzip gar nicht enthalten. Sie war auch bei uns Menschen die längste Zeit unserer Geschichte kein spezieller Wert, der eine besondere Beachtung oder gar eine kulturelle Bedeutung erfahren hätte. 

 

Keine Kultur ohne Natur

Damit sind wir auch schon beim nächsten Stichwort angelangt: Bei der Kultur. Die Natur als rein biologisch angelegte Maschinerie kennt keine Kultur. Die Kultur selbst braucht aber die Natur als Vehikel und es ist trivial, festzustellen, dass unbelebte Materie keine Kultur haben kann. Jede Kultur, die blühen und überleben will, muss daher auf die fundamentalen Grundsätze der Evolution und der Natur zurückgreifen. Und diese Grundsätze sind eben schlicht und einfach rechts.

 

Wenn sich bestimmte Kulturen gänzlich vom natürlichen und menschlichen Fundament entheben und neue, moderne Konzepte entwerfen, die sich über die Natur hinwegsetzen wollen, dann mag das vielleicht in spitzfindigen linksintellektuellen Traktaten den Leser anziehen, diese Konzepte können aber in der Realität nicht wirksam und sinnvoll umgesetzt werden. Beispiele für diese letztlich selbstzerstörerischen Ideen kennen wir genug: Seit der Französischen Revolution wurde und wird in vielen Ländern der Welt versucht, die linke Ideologie zur Herrschaft zu bringen. Sowohl die Versuche wie deren Ende waren immer schmerzhaft, opferreich und oft blutig. Der Hauptgrund für das chronische linke Scheitern ist: Die Gleichheitsphilosophie widerspricht in nuce allen Prinzipien der gesamten Natur. 

 

Warum sind dann rechte Bewegungen heute so verfemt oder so schwach?

Die Rechten haben sich durch die Instrumentalisierung der Katastrophe des Dritten Reichs ins Bockshorn jagen lassen, weil die geschickte linke Rhetorik jahrein, jahraus behauptet hat, die Nazis wären Rechte gewesen. Dass das so nicht stimmt und dass die braunen Horden in vielen Belangen einfach verkappte Linke waren, haben zahlreiche Ökonomen und Historiker längst nachgewiesen. Unter diesen Wissenschaftlern sind so große österreichische Namen wie Nobelpreisträger Friedrich August von Hayek, der weltberühmte Nationalökonom Ludwig von Mises und natürlich namhafte deutsche Forscher wie Joachim C. Fest, Götz Aly oder Friedrich Meinecke.

 

Weil die Linken ja nicht dumm sind und mittlerweile längst begriffen haben, dass man nur mit höheren Werten reüssieren kann, haben sie sich philosophische Ersatzreligionen zurechtgelegt. Zuletzt wurde von diesen als altruistische und humanistische Denke daherkommenden Ersatzreligionen jener "Hypermoralismus" ins Leben gerufen, der uns täglich aus den Mainstreammedien und den Statements linker Politiker entgegentrieft und der zur Entstehung einer quasi-kirchlichen linken Community geführt hat. Der vielzitierte Gutmensch ist dort der brave Kirchgänger.

 

Zugute kam den Linken dabei, dass die Rechten nicht nur vielfach schon lange den Mut verloren haben, sich zu ihren natürlichen rechten Haltungen zu bekennen, sondern auch, dass die Säkularisierung breite Breschen in die Weltanschauungen rechts der Mitte geschossen hat.  Dort hat man aufgrund des eigenen Religions-Verlustes andauernd ein schlechtes Gewissen und nicht die Cojones, sich wenigstens als Kulturchrist zu bekennen oder sonstwie zu formulieren, dass man den im Grunde armseligen säkularen linken Materialismus, der ohne Metaphysik auszukommen scheint und nur selbstreferenzielle Begründungen für seine Existenz findet, in die Schranken zu weisen. 

 

Die intellektuelle Redlichkeit fehlt

Dabei könnte, wenn man die Situation ernst nähme und sich die politischen Gegenspieler zur intellektuellen Debatten-Redlichkeit durchrängen, eine so dringend notwendige aktuelle Standortbestimmung zur Bewältigung der heissen Fragen gelingen. Dazu muss man nur zugeben: Das Leben ist zwar grundsätzlich rechts, aber "Rechts" braucht "Links" zwecks Korrektur seiner systemimmanenten möglichen Auswüchse. Und "Links" braucht "Rechts" zur Begründung der eigenen Existenz überhaupt. Anders gesagt: Aktion und Reaktion müssen neu bewertet und dann für die Produktion neuer politischer Herangehensweisen verwendet werden. 

 

 

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Das Gleichheitsprinzip als Kulturzerstörer

Das Einebnen aller Unterschiede war und ist eines der großen Ziele des nach wie vor existierenden europäischen Marxismus. In seiner heutigen Form kommt das marxistische Gedankengut stets gut verkleidet daher, denn kaum jemand bekennt sich öffentlich dazu, ein Marxist zu sein. Man ist heute einfach nur "linksliberal", man steht für ein gemeinsames Europa ohne Grenzen, für soziale Gerechtigkeit und  "Menschlichkeit" auf allen Ebenen, für eine großzügige Migrationspolitik, für Toleranz und alle anderen in den Mainstream-Medien verbreiteten Begriffe und man fühlt sich berufen, den Humanismus stets auf neue erfinden zu müssen. Man demonstriert seinen aus diesem Potpourri entstandenen und mit der linken Weltanschauung verquickten Tugendstolz natürlich auch gerne in der Öffentlichkeit. Besonders gut gelingt das, wenn man linker Politiker, Künstler oder sonst ein Promi ist.

 

Eine Ironie der Geschichte

Die Ironie der Geschichte will es, dass der gleichheitsorientierte Marxismus, der heute vor allem als Kultursozialismus in Erscheinung tritt, in den letzten Jahrzehnten unerwartet und immer stärker regelrechte Schützenhilfe vom Liberalismus bekommen hat. Der Liberalismus hat sich von seiner ursprünglichen Form, die am selbstbestimmten Handeln des Individuums orientiert und eine zutiefst bürgerliche (also rechte) Erscheinung war, immer weiter entfernt und ist zunehmend vom Gleichheitsgedanken dominiert worden. Wo früher persönliche Identität, Individualismus und Mündigkeit waren, da soll heute umfassende Gleichheit herrschen.

 

Die Degeneration der Liberalen

Der Liberalismus ist durch die Dominanz des Gleichheitsgedankens zur Beliebigkeitsphilosophie verkommen, die jeder Haltung, jeder Weltanschauung, jeder Religion und jeder Kultur letztlich dieselbe Wertigkeit zumessen will: Es ist völlig egal, was du bist, die Hauptsache ist, du darfst es sein und du wirst wegen deiner jeweiligen Einstellung keinesfalls irgendwo kritisiert, zurückgewiesen oder gar benachteiligt. Man hat dafür so schöne Slogans wie "Diversity" oder "Einheit durch Vielfalt" entwickelt und vermeinte, mit der Beliebigkeit die Erfüllung jedes humanistischen Gedankenguts gefunden zu haben. Die ehemals auf den bürgerlichen Werten aufbauenden Liberalen sind den Kultursozialisten freudig auf den Leim gegangen, weil sie damit dem schlechten Gewissen, das die linken Gleichheitsprediger ständig bei Andersdenkenden verankern wollen, elegant ausweichen konnten. 

 

Bei den Marxisten haben sich die heute nur nach Beliebigkeit agierenden Liberalen mit ihrer Metamorphose daher schnell die besten Freunde gemacht. Die wendigen Linken haben sofort begriffen, dass sie hier massive "kulturelle" Unterstützung bekommen.  Umgehend wurde der Ausdruck "linksliberal" als neue Kennung erfunden, der Begriff kryptomarxistisch besetzt und mit einem zeitgeistigen Anstrich versehen. Wer etwas auf sich hielt und modernistisch agieren wollte, der nannte sich alsbald linksliberal und tut dies noch heute.

 

Aus Kontrahenten wurden Partner

Liberalismus und Marxismus sind an sich fundamentale Gegensätze. Man konnte die Legierung aus diesen beiden Weltanschauungen nur schaffen, indem eine sich grundlegend veränderte - und das war der Liberalismus, er degenerierte. Erst die Union des Kulturmarxismus mit der degenerierten Form des Liberalismus hat die neuen Ausprägungen und Spielarten des Gleichheitsprinzips ermöglicht: Der gesamte Feminismus, die Gender-Philosophie und die #EheFuerAlle-Bewegung wären heute ohne Unterstützung der seit Jahrzehnten auf einem intellektuellen Irrweg herumtaumelnden neuen Liberalen so nicht möglich gewesen.

 

Man muss die Konsequenzen dieser unseligen und widersprüchlichen Allianz zu Ende denken: Die einen wollen erklärtermaßen die kulturellen, ökonomischen und sozialen Unterschiede global verwischen und am liebsten würden sie einen Einheits-Weltstaat errichten, der unter dem Signum der Gleichheit allen Menschen die gleichen Möglichkeiten bietet. Sie sind der Ansicht, dass man nur so die Rettung der Menschheit im Diesseits einleiten kann. Die anderen wollen unter ständigem Verweis auf die individuellen Rechte des Einzeln jedem sein Glück auf Erden verschaffen und vergessen dabei, dass gleiche Rechte auch gleich Pflichten bedeuten und dass die kulturellen Unterschiede die Umsetzung der bleibigkeitsliberalen Denke a priori verhindern.

 

So geht Kultur nicht

Alles, was Kultur ist, hat Gestalt. Das Gleichheitsprinzip nimmt dieser Gestalt jedoch immer und überall ihr Wesen. Dabei ist es völlig egal, ob die Gleichheit von links gedacht wird oder ob sie aus dem liberalen Weltbild kommt. Die von den Linksliberalen so lange und so gern herbeifantasierte neue Kultur einer rein säkularen und strikt auf Gleichheit basierenden Orientierung des Menschen kann auch nicht in Form eines Multi-Kulti-Denkens umgesetzt werden, in dem man jedem Menschen und jeder Community die jeweiligen Lebensentwürfe und die jeweils eigene Kultur zubilligt und es keinen ordnenden Überbau gibt. Das kann in der Realität nicht funktionieren. 

 

Was dabei herauskommt, haben wir in den letzten Jahren in Europa schmerzhaft erkennen müssen. Die europäische Kultur sucht nun verzweifelt nach ihrer Identität und alle, die erkannt haben, was es geschlagen hat, rufen nach der Leitkultur und nach der Identität. Durch das zu lange angewandte falsche linke Konzept der kulturellen Dekonstruktion im Namen der Gleichheit ist diese Leitkultur aber nur noch vage zu erkennen und es bestehen nicht zuletzt aufgrund der demografischen Situation berechtigte Zweifel, ob eine Reanimation überhaupt noch gelingen kann. 

 

Bisher haben nur jene Nationen und Kulturräume zu einer verstärkten Präsenz gefunden, die ihre eigene Identität betonen und sich klar dazu bekennen. Die Rede ist natürlich von den osteuropäischen Ländern, die wohl aufgrund ihrer mühevollen kommunistisch-marxistischen Vergangenheit  einen besseren Blick auf das haben, was Europa bedeuten kann und soll. 

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Die Zahl gegen das Wort

In der modernen Medizin erleben wir heute einen zunehmenden Verlust der Sprache zugunsten eines dramatischen Zugewinns an Zahlen. Das Wort, welches nicht ohne Grund als biblisch-mythischer Anfang der Welt verstanden wird und als solches eine Grundbedingung des menschlichen Lebens darstellt, dieses Wort ist scheinbar nicht mehr notwendig, um Rahmen und Inhalt medizinischer Handlungen festzulegen. Gesteuert werden die Art und Weise von medizinischen Maßnahmen durch Zahlen: Laborwerte können auf Mikroliter und Nano-Einheiten genau bestimmt, Dichtewerte von Gewebe oder Knochen vom Computer auf Millionstel genau berechnet werden. Alle modernen bildgebenden Verfahren sind ohne die zahlenvermittelte EDV-Technik unmöglich.

 

Alles im und am menschlichen Körper Befindliche kann vermessen, gezählt, gewogen und somit in Zahlen gegossen werden. Und mit diesen Zahlen werden die Behandlungsrichtlinien und Therapie-Empfehlungen vorgegeben. Rechnerische Grenzwerte definieren Gesundheit und Krankheit. Die Sprache, die Wertigkeit der klinischen Symptomatik und die Beschwerden des Patienten treten dadurch in den Hintergrund. Die Medien befördern mit Verve die zahlenmäßigen Vorgaben der Medizin, Ziffern lassen sich griffig und gut transportieren: Sollwerte von Blutdruck oder Cholesterin zum Beispiel sind  heute jedermann ein Begriff.

 

Eine ärztliche Routine-Untersuchung ohne die Erhebung von Laborwerten, EKG, Blutdruck- und Herzfrequenzmessung ist im Grunde gar nicht mehr vorstellbar, denn Arzt und Patient brauchen zumindest ein paar Basis-Zahlen, um überhaupt miteinander reden zu können. Erst die Zahl erlaubt die Sprache. Ohne das scheinbar Exakte der medizinischen Zahl breitet sich bei orthodoxen Medizinern die Sprachlosigkeit aus, denn liegen keine gemessenen Daten vor, ist klassische, naturwissenschaftlich orientierte Schulmedizin nicht möglich. Die durch die Zahl erlaubte medizinische Sprache wird aber tendenziell zu einer Prothesensprache, da sie umso mehr an den klassischen Sprachinhalten verarmt, je mehr Zahlen vorliegen.

 

 Letztlich wird die Sprache durch die Zahlen sogar pervertiert, denn sobald sich das ärztliche Gespräch auf die Wiedergabe von technologisch erhobenen Befunden und Laborwerten reduziert, werden die menschlichen und emotionalen Faktoren der ärztlichen Behandlung asymptotisch gegen Null gehen.  Sprechen heißt in diesem Umfeld dann  nur mehr übersetzen. Die nackten, für sich betrachtet aussagelosen Zahlen eines Laborbefundes etwa werden vom Arzt translatorisch mit Bedeutung versehen und dem Patienten „ausgedeutscht“. Im Grunde spricht auf diese Weise der messende Apparat durch und über den medizinischen Dolmetscher mit dem Patienten.

 

Ein weiteres Kennzeichen der Zahlen-Medizin ist, dass der körperliche Kontakt zwischen Arzt und Patient immer weniger wird, weil der Bildschirm des Arzt-Computers zum zentralen Aktionsfeld geworden ist. Die Körpersprache verschwindet so aus der Medizin. Zuerst müssen alle Daten und Zahlen in den PC eingegeben sein, erst dann ist Medizin möglich. Und ohne den Patienten zu untersuchen respektive zu berühren lässt sich dieser heute mittels moderner, zahlenbasierter Technologien sofort ins Labor, zum Röntgen oder zum Kollegen überweisen. Ein Be-handeln kann sich dabei durchaus auf den Händedruck bei der Begrüßung beschränken, die Medizin wird ohnehin von den messenden Apparaten übernommen. Mit Roboter- und Telemedizin scheint diese Tendenz zur rechnergestützten, technokratischen Behandlung um eine gar noch nicht abzuschätzende Dimension erweitert.

 

Freilich: Rein naturwissenschaftlich betrachtet ist das alles korrekt. Der Mensch wird durch die medizinischen Technologien objektiviert, in seine messbaren Anteile zerlegt und so der konkreten medizinischen Behandlung zugeführt. Der Erfolg wird dementsprechend nur durch die Kontrolle der gemessenen Werte festgestellt, die allgemeine Quantifizierung ist das Dogma der modernen Medizin. Folgerichtig ist heute die exzessiv von Apparaten, Zahlen und Messparametern beherrschte Intensiv-Medizin die  im Wortsinn als intensivste, also wirkungsstärkste Form von Medizin empfundene Fachrichtung. 

 

Im Gegenzug ist die Frage „Wie geht es Ihnen?“ zur Floskel verkommen, deren negative Beantwortung den Arzt in eine peinliche Situation stürzt und sofort weitere Zahlenerhebungen bzw. Untersuchungen notwendig macht. Medizinische Untersuchungen werden heute solange fortgesetzt, bis irgendein messbares und quantifizierbares Ergebnis vorliegt. Wenn alle Zahlen und Messungen dennoch unauffällig sind und der Patient trotzdem leidet, dann wird dieses Leiden als naturwissenschaftlich unerklärlich qualifiziert und dem Patienten empfohlen, es doch mit einer Psychotherapie zu versuchen.

 

Das Wort, an dem der Arzt ohnehin niemals war,  dieses Wort wird solcherart von der Medizin an sprachmächtigere Versorgungseinheiten weitergegeben. Die Human-Medizin gibt aber gerade dadurch ihre humane Grundlage preis und entwertet sich zu einem biologistisch-mechanistischen Instrument. Gegenläufige Trends wie die Betonung der Wichtigkeit von Lebensqualität im Rahmen medizinischer Behandlungen erscheinen nur auf den ersten Blick als solche: Alle sogenannten Quality-of-Life-Messungen laufen letzten Endes wiederum auf Zahlen hinaus, denn sie werden in Scores und Punktewerten wiedergegeben, das heißt gemessen.

 

Der Drang nach der Erhebung möglichst vieler Zahlen in der Medizin ist nicht nur ein Effekt des neuzeitlichen naturwissenschaftlichen Paradigmas, sondern er offenbart auch ein menschliches Grundbedürfnis: Nämlich jenes nach Kontrolle. Nur was der Mensch  messen oder zählen kann, das kann er auch kontrollieren und in der Folge  beeinflussen. Durch die Anhäufung riesiger Datenmengen kann man in jeder Sparte statistische Wahrscheinlichkeiten errechnen und daraus Maßnahmen für oder gegen etwas ableiten. Und natürlich will der Mensch vor allem seine Gesundheit kontrollierbar, messbar und steuerbar machen, er hat ja nur die eine. Die naturwissenschaftliche Herangehensweise an die Erhaltung und Wiederherstellung von Gesundheit hat sich aus diesen Gründen in den westlichen Gesellschaften seit der Aufklärung in breitem Maße durchgesetzt.

 

Gleichzeitig will der Mensch im medizinischen Bereich aber auch und vor allem die Zuwendung, die Ansprache, das Verständnis und die Empathie, kurz, er will Mensch sein und bleiben, wenn er in die medizinische Maschinerie gerät. Neben der  vor allem durch die Zahlen vermittelten rationalen Zugangsweise zur Welt gibt es ja auch eine andere, wirkungsmächtigere und nicht rationale Gegebenheit: Die Rede ist vom Wesen des Menschen per se. Ob man dieses nun als Emotionalität, Seele, Psyche, Bewusstsein, Persönlichkeit oder was auch immer bezeichnet, ist sekundär.

 

 Spürbare Realität ist, dass mit der Ratio alleine und nur mit den Zahlen menschliches Leben im Sinne der conditio humana  nicht möglich ist. Dieses benötigt immer auch den Logos, das Wort. In der Welt sein bedeutet ja letztlich, in irgendeiner Form zur Sprache zu kommen. Das Wort ist das Vehikel zur Kommunikation und zur interpersonellen Auseinandersetzung, es ist gleichermaßen wichtig für die Emotionalität wie für die Intellektualität. Zahlen können Dinge beweisen, Messungen belegen und Untersuchungsergebnisse darstellen, Worte aber können den Patienten trösten, aufheitern, klüger machen, überzeugen und bestärken. Anders ausgedrückt: Die Physik wird durch Zahlen und Formeln erkennbar gemacht, aber die Metaphysik – und diese gehört zum Wesen des Menschlichen ganz zweifellos -  benötigt unabdingbar das Wort.

 

Wenn also die Zahl wichtiger wird als dieses Wort, dann gerät der Mensch in die Bredouille. „Ihre Blut- und Röntgenbefunde sind alle normal, medizinisch haben Sie nichts!“ ist ein oft geäußerter Satz in Ordinationen oder Spitälern. Den unauffälligen Befunden nach mag der Satz schon stimmen, er nützt allerdings dem Betroffenen, der sich krank fühlt, überhaupt nichts. Doch weil dem Paradigma der Zahlen folgend auch die Finanzierung der medizinischen Leistungen ihr Schwergewicht in den messbaren, technologischen Bereichen findet, wird kaum ein Arzt sich die Zeit für ein längeres und mit ziemlicher Sicherheit hilfreiches Gespräch mit diesem Patienten nehmen (können), denn der ebenfalls durch  Zahlen generierte ökonomische Druck zwingt den Arzt dazu, weitere technologische Untersuchungen anzuschließen.

 

Ein bezeichnendes Licht auf diese zahlendominierten Zusammenhänge werfen dazu die Honorarsätze der Krankenkassen: Für die sogenannte erweiterte diagnostisch-therapeutische Aussprache in der Länge von mindestens 15 Minuten erhält der Arzt zur Zeit etwa nur ein Drittel des Honorars dessen, was er für die Durchführung eines EKGs bekommt, das in 3 Minuten erledigt ist. Ein EKG ist messbar und durch Zahlen definiert, ein Gespräch eben nicht.  Allein mit diesem kleinen Beispiel ist der aktuelle Stellenwert  des ärztlichen Gesprächs ausreichend skizziert. Gibt es in der Schulmedizin etwas apparativ zu messen, dann wird das gemacht und auch bezahlt. Gibt es aber etwas zu besprechen, dann ist das, auch wenn es dem Patienten nachweislich hilft, kaum etwas wert und wird daher nicht oder nur selten gemacht. Das heißt, dass aus systemimmanenten Gründen generell ein massiver Trend zu den apparativen und interventionellen Untersuchungen und Therapien besteht, die wiederum das System immer teurer machen. Der Nutzen für den einzelnen Patienten ist jedoch oft marginal bis nicht vorhanden.

 

Unter diesem Paradoxon leidet die moderne Medizin und mit ihr der Patient ganz enorm. War vor 200 Jahren das Zuhören und das Reden in der damals noch dialektischen Arzt-Patienten-Beziehung unabdingbar und die Diagnose wesentlicher Teil des oft wortreichen Gespräches, so haben die Industrialisierung der Medizin und die daraus entstehende Verschiebung der Wertigkeiten zugunsten des Mess- und Zählbaren den Charakter der Medizin grundlegend verändert.

 

Natürlich gibt es eine Menge an Argumentationen, welche die Naturwissenschaft in der Medizin rechtfertigen und niemand möchte ernsthaft auf die Möglichkeiten der modernen Medizin verzichten. Die großen und allseits bekannten medizinischen Erfolge wie die maschinelle Beatmung oder die Entwicklung der Computertomografie sind zweifellos eindrucksvolle technologisch inspirierte Leistungen. Andererseits gibt es jedoch keinen Beweis dafür, dass die auf der technologischen Entwicklung beruhende zahlengesteuerte Medizin per se einen Einfluss auf die heute so hohe Lebenserwartung gehabt hätte. Dies wird von Epidemiologen, Soziologen und Statistikern übereinstimmend auf geänderte sozio-ökonomische Bedingungen,  bessere hygienische Verhältnisse etc. zurückgeführt.

 

  Die technokratische, naturwissenschaftlich untermauerte Medizin hat also ihre höchst fragwürdigen Seiten. Und dennoch gilt: Zahl schlägt Wort, absolut und in jeder Hinsicht. Der medizinische Materialismus und die Befundgläubigkeit sind vorerst jedem metaphysischen Gedanken und jedem ärztlichen Gespräch überlegen, zumindest in der orthodoxen Schulmedizin. Alle Leitfiguren des Gesundheitswesens, auch und vor allem die nicht-ärztlichen, beteuern zwar, dass der Mensch im Mittelpunkt jeder Medizin zu stehen habe. Aber in der Realität steht er dort dem gesamten medizinischen System im Weg, außer er fügt sich den techno- und bürokratischen Gegebenheiten, spricht nicht, meldet keine Bedürfnisse an und verhält sich so, wie es ihm die rechnergesteuerten Apparaturen vorschreiben, er sich also bedingungslos und schweigend der Zahl unterwirft.

 

Die Folge dieses Sieges der Zahl über das Wort ist, dass die Patienten von sich aus immer öfter in alternative und paramedizinische Bereiche abwandern. Wo alleine die nackte und stumme Zahl regiert, fühlt sich der Mensch nicht mehr wohl. Vom Heilmasseur bis zum Homöopathen, vom Handaufleger bis zum Schamanen profitieren ab jetzt alle jene Akteure, welche eine medizinische Versorgung abseits des naturwissenschaftlich Messbaren anbieten, dafür aber Raum für Zuwendung und Gespräch erlauben. Alle, die das Wort an die erste Stelle rücken, sind die Nutznießer der vom Patienten als Versagen empfundenen Sprachlosigkeit der modernen Medizin.

 

Doch was bedeutet dieser Befund für die Schulmedizin? Zunächst einmal ist er erschreckend: Die naturwissenschaftlich orientierte Medizin ist teuer, sie verbessert insgesamt nicht die Lebenserwartung und sie verschreckt die Patienten, weil sie diese a priori in ihre messbaren biologischen Parameter zerlegt. Sie wirkt und agiert ihrem Wesen nach inhuman und sie stellt sich selbst durch ihr materialistisches Dogma „Zahl vor Wort“ als die Medizin des Menschen in Frage.

 

Um die klassische Medizin zu retten, bleibt für die Schulmediziner daher nur die Rückbesinnung auf die alten, traditionellen Werte ihrer Profession: Das ärztliche Ethos, die Achtung vor dem Menschen und die Wertschätzung des Wortes als genuines Instrument der Begegnung zwischen Arzt und Patient. Die allzu lange hochgehaltene rein naturwissenschaftlich orientierte Herangehensweise an den kranken Menschen muss zugunsten einer erst wieder neu zu erlernenden Raumgebung für die metaphysischen Fragen des Daseins verlassen werden.

 

Alltagstauglich formuliert kann das heißen: Der Arzt muss zu seinen Wurzeln zurückkehren, dem Patienten zuhören und mit ihm reden. Und die Zahl muss wieder werden, was sie war: Ein Hilfsmittel für Diagnose und Therapie. Die Wiederaufwertung der ärztlichen Ur-Tugenden schließt auch mit ein, dass die Ärzteschaft in die immer heftiger werdende ökonomische Debatte, deren Ursache ja gerade im Etappensieg der Zahl über das Wort liegt, bestimmend eingreift. Der Mensch soll im Mittelpunkt der Medizin stehen, darüber sind sich ja alle einig. Und das kann er eben nur,  wenn das Wort seine ursprüngliche Bedeutung wiedergewinnt.

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Unfallversicherungsanstalt- wozu?

Die Regierung hat die Absicht, die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) aufzulösen. Das ist ein guter Plan. Wozu brauchen wir eine solche Anstalt nämlich? Was genau leistet sie? Ihre in der Öffentlichkeit wahrgenommene Haupttätigkeit besteht im Betreiben von Unfallspitälern und Rehab-Zentren, die einen sehr guten Ruf haben und gute Arbeit leisten. Deswegen ging nach der Ankündigung der AUVA-Auflösung ein Aufschrei  durch die Medien und die Bevölkerung, weil viele Bürger fürchten, dass die Versorgung nun schlechter würde. Das ist aber definitiv nicht der Fall.

 

Es gibt keine rationalen Gründe

Um die Unfall-Krankenhäuser und Rehab-Zentren aufrechtzuerhalten (was absolut sinnvoll und notwendig ist), benötigen wir keine kostenintensive eigene Versicherungsanstalt, die einen hohen Verwaltungsaufwand generiert und ihre Existenzberechtigung auf das Betreiben der genannten Versorgungseinheiten und auf ihre historische Entwicklung begründet. "Uns gibt es schon seit 1887 und des hama immer schon so gemacht" ist zwar ein typisch österreichisches Argument, aber kein gutes. Man kann die Unfallspitäler und Rehab-Einrichtungen einfach in die Trägerschaft des Bundes überführen (so wie das z.B. bei Universitäts-Kliniken schon lange der Fall ist) und dadurch einen großen Verwaltungsapparat einsparen.

 

Es gibt auch aus medizinischer Sicht kein stichhaltiges Argument für das Betreiben einer eigenen Unfallversicherung, die wiederum eigene Spitäler führt. Mit der gleichen Logik könnte man öffentliche Krebs-Versicherungsanstalten fordern oder Urologie-Versicherungen oder irgendwelche anderen spezialisierten Krankenversicherungen, die jeweils eigene Spezialkliniken führen. Auf die Idee würde man vernünftigerweise gar nicht kommen - warum also soll es eine eigene AUVA mit eigenen Spitälern geben?

 

Die Widerstände sind durchschaubar

Die vielen Proteste, die von diversen Körperschaften und natürlich von der AUVA gegen die Regierungspläne geäußert werden, hinterlassen den Eindruck, dass es vor allem um Postenerhalt und um die Sicherung von jeweils eigenen Pfründen geht. Rationale Argumente sind kaum zu erkennen, denn die unfallchirurgische Versorgung lässt sich trotz oder gerade wegen der Straffung und Einsparung im Verwaltungsbereich sehr gut weiterführen.

 

Kein vernünftiger Mensch wird die Reduktion der medizinischen Leistungen oder Einsparungen in der Rehabilitation anstreben, aber jeder pflichtbewusste Verantwortliche wird danach trachten, unnötige Kosten überall dort zu vermeiden, wo es geht. Das Vorhaben der türkis-blauen Regierung ist daher zu unterstützen.

 

 

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Die Denkfehler der heutigen Christen

Das Ur-Christentum war bekanntlich eine revolutionäre Angelegenheit. Das alleine wäre rein historisch betrachtet noch nichts Außergewöhnliches, denn Revolutionen gab es in der Menschheitsgeschichte zahllose. Die Besonderheit des christlichen und ehedem als so revolutionär empfundenen Glaubens war das Bekenntnis zur Gewaltlosigkeit und seine Ausrichtung auf das Jenseits. Dies stellte eine unerhörte Haltung in der damaligen Welt dar, in der die Gewalt zum Alltag gehörte und das Leben nur im "Hier und Jetzt" zählte.

 

Frieden, Demut und ewiges Leben als "Waffen"

Die Hinwendung zur prinzipiellen Vermeidung von Gewalt, die der religiöse Revolutionär Jesus damals anstieß, und die Verheißung, dass nur dem wahren Christenmenschen das Ewige Leben gehören würde, legten den Keim zum Erfolg des Christentums. Über den Weg des waffenlosen Widerstands gegen jede Verfolgung und durch die ständige Predigt der Liebe und der Demut, die im denkwürdigen Satz "Halte die zweite Wange hin" ihre Verdichtung fand, kam es paradoxerweise zu einer zunehmenden Ermächtigung der Schwachen und Schlechtweggekommenen, weil gerade sie sich durch diese Philosophie am meisten angesprochen fühlten - nicht zuletzt deswegen, weil aus ihrer Not solcherart eine Tugend wurde. Über dieses Paradoxon konnte die christliche Glaubensrevolution ihren Siegeszug vollziehen. Dieser gipfelte schließlich in der Erhebung zur Staatsreligion durch den römischen Kaiser Konstantin.

 

Umkehr der Werte

Die unüberwindbare Stärke des Christentums lag also damals gewissermaßen in der permanenten Betonung der Schwäche und der Widerstandslosigkeit, die durch die zahlreichen Märtyrer und Opfertode der Urchristen ihre unbestreitbare und eminente Authentizität erhielt. Anders gesagt: Die Umkehr der damaligen Werte begründete den Erfolg der frühchristlichen Bewegung. Wären die frühen Nachfolger Christi alle mit dem Schwert durch die Welt gezogen, um ihren Glauben zu verbreiten, wäre das Christentum eine Sekte geblieben, die früher oder später von den Machthabern völlig vernichtet worden wäre.

 

Der Rest der Geschichte darf als bekannt vorausgesetzt werden: Als die Christen nolens volens immer mehr weltlichen Einfluss und damit auch Macht erlangten, traten ihre ursprünglichen Werte und Haltungen in den Hintergrund und die Religion entwickelte ihre dunklen Seiten. Es besteht historisch kein Zweifel daran, dass die europäischen Potentaten über Jahrhunderte hinweg den christlichen Glauben auch als Vehikel für ihren Machtausbau benützten und es ist Teil des Allgemeinwissens, dass sehr viele kirchliche Würdenträger im Gegenzug ihren Segen dazu gaben. Die über 1500 Jahre andauernde christliche Missionierung der Welt von Europa aus war nicht nur einer der wichtigsten evangelikalen Aufträge von Jesus, sondern die Christianisierung ging natürlich auch Hand in Hand mit der Interessenbefriedigung der großen europäischen Herrscher.

 

Keine Kultur ohne Christentum

Weiters besteht aber auch überhaupt kein Zweifel daran, dass die Entwicklung Europas zur Hochkultur ohne die christlichen Fundamente nicht hätte stattfinden können. Von der Spätantike bis zur Aufklärung waren sämtliche abendländische Entwicklungsphasen vom Christentum geprägt und getragen, ja selbst die Aufklärung war letztlich eine Veranstaltung, die ohne Christentum nicht gelungen wäre.

 

Erst die nach der Aufklärung einsetzende Säkularisierung im 19. und 20. Jahrhundert bremste die  Christianisierung. Trotzdem ist das Christentum in Europa und in den beiden Amerikas heute noch immer die vorherrschende Religion. Allerdings ist zu erwarten, dass durch die zweifellos weiter fortschreitende Säkularisierung einerseits und andererseits vor allem durch die zunehmende Islamisierung in Europa eine tiefgreifende Transformation stattfinden wird.

 

Mit gesundem Stolz und gutem Glauben

Vor dem überwältigenden Hintergrund der christlich geprägten europäischen Kultur- und Geistesgeschichte könnte man als Christ natürlich den beginnenden Veränderungen mit gesundem Stolz und grandiosen Argumenten entgegentreten.  Es wäre vor allem die Aufgabe der Amtskirchen, hier die entscheidende Initiative zu ergreifen und starke Impulse zu setzen. Dem stehen allerdings fulminante Denkfehler der heutigen Christen respektive falsche Denkmuster ihrer "Führungskräfte" entgegen: Die Würdenträger der christlichen Amtskirchen tappen intellektuell in ihre eigenen Fallen. Sie sind ganz offensichtlich der Ansicht, sie müssten den genannten Herausforderungen mit denjenigen Haltungen begegnen, die den Ur-Christen in ihren Anfängen  zur Durchsetzung ihres Glaubens verhalfen. Das ist ein gröblicher Irrtum, der fatale Folgen haben wird.

 

Da läuft etwas falsch

Der Anfang des Christentums war wie beschrieben eine gewaltlose geistige Revolution gegen Rom, das mächtigste Regime der Welt, und sie fand im vorderen Orient vor 2000 Jahren statt. Wer glaubt, dass er der komplexen Welt von heute mit den Denkmustern von damals begegnen kann, liegt falsch - noch dazu, wenn er heute gar nicht mehr als Revolutionär wie Jesus auftreten kann, sondern sich zwangsläufig als Vertreter einer arrivierten und mächtigen religiösen Kultur präsentieren muss, die seit Jahrtausenden auf breiten Fundamenten steht und noch immer unverändert überzeugende Konzepte zu bieten hat.

 

Wenn Bischöfe und Caritas-Chefs, Pastorinnen, Domherren und beflissene Theologen unisono mit  gebeugten Häuptern den Chor von der Barmherzigkeit singen und uns täglich in den Medien erklären, wie wichtig die Demut und das aufeinander Zugehen sind und welche enorme Verpflichtungen wir doch im sozialen Umgang mit unseren Nächsten haben, die gerade aus dem Orient zu uns vorgedrungen sind, könnte es einem manchmal den Magen umdrehen. Man muss kein ausgebildeter Theologe und kein Priester und schon gar kein Feind der Kirchen sein, um zu spüren, ja zu wissen: Hier läuft etwas ganz, ganz falsch, so kann Christentum heute nicht funktionieren und das ist auch nicht sein Sinn. 

 

Selbstbewusstsein und Stärke

Wer heute die kulturelle Transformation Europas verhindern will, muss sich auf das besinnen, was das abendländische Europa geleistet hat. Er muss wissen, was dieser Kulturraum für den Europäer darstellt und er muss auch überlegen, was dieses Europa den Ankömmlingen an hier verwurzelten kulturellen bzw. religiösen Inhalten anbieten kann und muss. Das ist ungeheuer viel und kein Europäer muss sich deswegen kleiner geben als er ist, ganz im Gegenteil. Christen müssen keinen Kotau vor den herbeiströmenden Orientalen und ihrer Kultur machen.  Die aufgesetzt-betuliche Barmherzigkeit, die noch immer gar viele von uns als Zierde empfinden, wirkt angesichts der täglich aus den Migrantenmilieus berichteten üblen Vorkommnisse nur noch deplatziert bis schreiend falsch. Barmherzig kann und soll der Einzelne im Einzelfall sein, aber als verordnete Pauschal-Tugend für alle kann sie nicht wirken, sie wird dadurch höchstens zur Karikatur ihrer selbst.

 

Noch immer tragender Teil der Leitkultur

Dem prinzipiell christlich orientierten Europäer (und das sind noch immer die meisten, auch wenn sie nur zu Weihnachten in die Kirche gehen), diesem Europäer und Kultur-Christen stünde es gut an, selbstbewusst seine kulturellen Haltungen zu zeigen und jenen Leuten, die sie nicht annehmen oder gar verändern und bekämpfen wollen, umgehend die Tür zu weisen. Falsche Toleranz, süßliche Demut und kritiklose Barmherzigkeit sind letztlich Zeichen der Feigheit oder, schlimmer noch, sie sind nichts als Heuchelei - und diese ist nachweislich unchristlich und von Jesus Christus persönlich vielfach und heftigst kritisiert worden.

 

Verteidigung ist legitim

Als Christ muss man nicht alles nach dem Prinzip  "die zweite Wange hinhalten" sehen. Man darf sich auch durchaus verteidigen, wenn man angegriffen wird. Das Recht auf Verteidigung betrifft nicht nur die Notwehr an sich, sondern es reicht tief in gesellschaftliche Fragen hinein und es gilt natürlich auch im übertragenen Sinn. Dazu gibt es Literatur vom hochrangigen Kirchenlehrer Thomas von Aquin bis hin zum einflussreichen österreichischen Moraltheologen Karl Hörmann, der in seinem Lexikon der Christlichen Moral ganz klar Stellung zu diesen Fragen nimmt. All das ist den kirchlichen Würdenträgern zweifellos bekannt. Das Motiv, warum sie trotzdem an ihren hier beschriebenen Irrungen festhalten, bleibt daher im Dunklen. 

 

 

 

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Zusammenlegung der Kassen: Ja oder Nein?

Die Gesundheitspolitik Österreichs steht wieder vor der oft schon geäußerten großen Frage, ob man die Krankenkassen zusammenlegen soll oder nicht. Die Befürworter möchten mit der Kassenfusion vor allem Kosten sparen und die teils sehr unterschiedlichen Leistungen vereinheitlichen. Die Gegner fürchten eine totale Verstaatlichung der Medizin und eine Verschlechterung der Versorgung durch Zentralismus.

 

Wir sind in Österreich: Befürworter und Gegner haben typischerweise beide  recht.  Um die Frage besser beleuchten zu können, muss man zunächst wissen, worum es eigentlich geht. Grundsätzlich gibt es in Europa zwei verschiedene Entwürfe, ein öffentliches Gesundheitswesen zu strukturieren: Das Bismarck- und das Beveridge-Sysem.

 

Das Bismarck-System

Der legendäre deutsche Reichskanzler Fürst Bismarck hat 1883 als Antwort auf beginnende soziale Unruhen im nach der industriellen Revolution stark gewachsenen Arbeitersektor die Sozialversicherungen ins Leben gerufen. Deren Wesen ist heute noch genauso wie damals beschaffen: Sie beruhen auf der schon im Mittelalter entstandenen Idee, dass die verschiedenen Zünfte und Gilden ihre Angehörigen im Krankheits- und Armutsfalle selber versorgen können. Dazu mussten sie Kassen bilden, in die alle solidarisch einzahlten.

 

Das Prinzip Solidarität

Das Grundprinzip der Sozialversicherungen ist ähnlich, Bismarck musste es nicht neu erfinden. Die Arbeiter schlossen sich zu Vereinigungen zusammen und bildeten regionale Kassen, in der die damals (aufgrund anderer demographischer Verhältnisse) vielen jungen Erwerbstätigen einzahlten, um den Kranken und den wenigen Alten finanzielle Mittel bereitzustellen. Ebenso wurden die Arbeitgeber in die Pflicht genommen und mussten ihre Beiträge für die Mitarbeiter abliefern. Diese konnten damit ihre Gesundheits- und Pensionskosten abdecken. Ein wichtiges Kennzeichen der Sozialversicherungen war und ist ihre Selbstverwaltung - genau so, wie sie es bei den Gilden und Zünften war.

 

Aufgrund des großen Erfolges in Deutschland wurde das System kurze Zeit später in der Donaumonarchie übernommen. Um die Jahrhundertwende gab es im k.u.k. Österreich übrigens an die 3000 (in Worten: dreitausend)  Krankenkassen, heute sind es nur mehr 19.

 

Die Spitäler blieben draussen

Von der Sozialversicherung unberührt blieb das Spitalswesen bzw. dessen Finanzierung. Auch das hat historische Gründe. Nahezu sämtliche Krankenhäuser wurden über Jahrhunderte von Orden, Kirchen oder privaten Mäzenen geführt und über Spenden finanziert. Öffentliche Krankenhäuser, die heute den Löwenanteil der Gesundheitskosten verschlingen, waren damals so gut wie unbekannt. Das Wiener AKH bildete seit Kaiser Josef II. eine Ausnahme, ebenso die in der Monarchie entstandenen Wiener Spitäler wie Lainz oder das Wilhelminenspital.

 

Intramural vs extramural

Aus diesen Zeiten stammt auch die strikte finanzielle Trennung der ambulanten (extramuralen) Versorgung bei den Ärzten in den Ordinationen und andererseits die über Steuer- und Gemeindemittel bezahlte (intramurale) Spitalsbehandlung. Diese Trennung ist bis heute nicht überwunden und bildet ein zentrales Problem in der öffentlichen Finanzierungsdebatte.

 

Die Sozialversicherungen zahlen für die Spitäler nur gedeckelte Beiträge und haben daher allerhöchstes Interesse daran, möglichst viele Patienten im Spital versorgt zu wissen. Umgekehrt ist es den stets am Limit fahrenden kostenintensiven Krankenhäusern lieber, dass alle Patienten so schnell wie möglich wieder draussen sind. 

 

Das Beveridge-System

Die nordeuropäischen Ländern und England besitzen steuerfinanzierte Gesundheitssysteme. Sie gehen auf den englischen Gesundheitspolitiker und Ökonomen Lord Beveridge zurück, der nach dem Zweiten Weltkrieg (ähnlich wie Bismarck schon 70 Jahre vor ihm) klar sah, dass es für die Arbeiterklasse und die Bedürftigen eine öffentliche Versorgung geben müsse.

 

Sein Zugang war allerdings der staatliche und egalitäre: In den Beveridge-Systemen erfolgt die Mittelaufbringung rein über die Steuern, es erhält im Gegenzug jeder Bürger vom Staat dieselbe Gesundheitsleistung - ohne Ansehen von Beruf, Rang und Namen. Sowohl die Spitäler wie auch die Praxen werden über Steuermittel finanziert und es gibt klare Richtlinien, wer wann wo und warum behandelt werden soll und darf. Die medizinische Versorgung durch Krankenschwestern hat in diesen Systemen einen viel höheren Stellenwert als bei uns.

 

Die Realität sind Mischsysteme

Wenn man so will, haben wir in Österreich durchaus Beveridge-Anteile im System: Die öffentlichen Spitäler werden zum Großteil über Steuern finanziert und die allgemeine Klasse steht dort jedem Menschen offen. Im niedergelassenen Sektor hingegen regiert Fürst Bismarck. Man kann nur zu demjenigen Arzt gehen, der auch einen Vertrag mit der eigenen Kasse hat, ansonsten muss man die Rechnung zunächst privat bezahlen. In Deutschland ist es ähnlich.

 

Was bringt die Kassenfusion?

Die Zusammenlegung der Kassen ist zwar ein gängiges und nun wieder hochpolitisches Thema, aber die wesentliche und bestimmenden Problematik liegt  grundsätzlich woanders und kann durch Kassenfusionen nicht gelöst werden. Doch davon später.

 

Freilich gilt: Es ist zweifellos sinnvoll, die neun österreichischen Gebietskassen zu homogenisieren. Ebenso ist es vermutlich klug, die verschiedenen Beamtenkassen wie die Wiener KFA und andere städtische Krankenkassen zur schon seit Jahrzehnten bundesweit aktiven Beamtenversicherung  (BVA) zu verschmelzen.

 

Die diversen vielen kleinen, über Österreich verstreuten Betriebskassen sollte man der Gebietskasse angliedern. Und die Kasse der Selbstständigen respektive deren Versicherte sind wahrscheinlich am besten dran, wenn sie gemeinsam mit den Bauern in einer Versicherungsanstalt zusammenfinden (SVA). Man hätte dann drei homogene und in ihrer Zusammensetzung jeweils ähnliche Versicherungskörper, die weiterhin selbstverwaltet werden könnten. Freiberufler (wie Ärzte und Anwälte) sollten weiterhin hinaus optieren dürfen, denn sie passen aufgrund ihrer Berufs- und Beitragsstruktur in keine der genannten Körperschaften.

 

Die gesamten Kosten zur Kasse!

Wenn man die Kassenzusammenlegung durchführt, dann muss man es wagen, die Abwicklung der gesamten Gesundheitskosten für den Bürger bei seiner sozialen Krankenversicherung anzusiedeln. Die Krankenkasse muss für die Versorgung beim Arzt  wie auch für die ambulante und stationäre Behandlung im Spital aufkommen.

 

Sobald dies der Fall ist, hört schlagartig das Herumgeschiebe der Patienten von der Ordination in die Ambulanz auf und im Spital wird nur noch das behandelt, was wirklich ins Spital gehört. Spitalsambulanzen dürfen dann nur noch mit Überweisung vom niedergelassenen Arzt aufgesucht werden (Ausnahme Notfälle).

 

Spitäler zusammenlegen

Den größten Brocken in der Gesundheitsfinanzierung stellen die Spitäler dar. Ein Teil dieser Kosten wird durch den enormen Bettenüberschuss, den wir im Europavergleich noch immer haben, verursacht. Wichtiger als die geplante Kassenfusion ist es also, das Spitalswesen zu erneuern und das geht nur, wenn man alle öffentlichen Krankenhäuser in die Trägerschaft und Verantwortung des Bundes überführt.

 

Die Ansiedlung und Ausstattung der Spitäler, die jeweiligen regionalen Versorgungsaufgaben und die daraus abzuleitende Größe der betreffenden Häuser, die organisatorische Zusammenarbeit hinsichtlich Personal, Ausbildung und Einkauf - all das sind Dinge, die man in einer konzertierten und auf die lokoregionären Notwendigkeiten abgestimmten Aktion durchführen und so einen österreichweiten Standard herstellen könnte, auf den sich der Patient verlassen kann.

 

Diese Maßnahme kann nur über den Bund eingeleitet werden, da sie ohne Rücksicht auf die jetzt herrschenden Landesfürstentümer und deren Partikularinteressen in ihren Spitalsverbünden etabliert werden muss. Die Oberhoheit über die öffentlichen Spitäler muss dann beim Gesundheitsministerium liegen und mit klaren Weisungsrechten und Vorgaben ausgestattet sein.

 

Die größten Probleme bleiben aber ungelöst 

Trotz des Reformeifers, der mit schöner Regelmäßigkeit die österreichische Gesundheitspolitik durchzieht, bleiben einige zentrale Fragen ungelöst - auch, weil sie teilweise nur adaptiv und situativ angegangen werden können oder weil sie gar nicht zur Gesundheitspolitik ressortieren.

 

Diese zentralen Fragen heißen:

-Demografie

Wir haben eine steigende Lebenserwartung bei gleichzeitig zu niedriger Geburtenrate und daher mittelfristig zu wenig Nachwuchs, um die Beiträge leisten zu können. Dieses Manko ist nur durch gezielte, kontrollierte und selektive Zuwanderung hochqualifizierter junger Leute zu beheben. Denn selbst wenn jetzt alle Frauen mindestens zwei Kinder bekommen, ist die Generationenlücke nicht mehr zu schließen. Trotzdem sollte der Staat alles tun, um einheimische Familien zu fördern, damit die Lücke nicht stetig größer wird und eine weitere Überalterung und langfristig das Aussterben der Österreicher verhindert werden.

 

-zu niedriges Pensionsalter

Sarkastisch formuliert: Die Österreicher (vor allem die -innen) gehen noch immer zu früh in Pension und leben dann zu lang. Das ist für das Gesundheitssystem höchst kostenintensiv. Die sofortige Angleichung des Pensionsalters bei Mann und Frau und die Erhöhung des Antrittsalters auf 67 Jahre sind unumgänglich.

 

-hohe Arbeitslosigkeit 

Durch chronisch hohe Arbeitslosenzahlen entsteht eine weitere Beitragserosion, denn Arbeitslose können aus naheliegenden Gründen nicht ins System einzahlen. Dies kann wiederum nur durch eine intensive Ankurbelung der Wirtschaft behoben werden: Wir brauchen spürbare Steuersenkungen für Unternehmer. Staatliche Subventionen machen die Sache nur noch schlechter.

 

-Massenmigration

Zahllose Neuzugewanderte, die keine oder nur wenig berufliche Qualifikationen besitzen, haben nie etwas in das System einbezahlt und können auch längerfristig nichts beitragen. Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind schlecht. Die neuen Migranten sind also zum ganz überwiegenden Teil nur Konsumenten im öffentlichen System, werden aber selten zu produktiven Kräften. Ein sofortiger Stopp dieser Art von Zuwanderung ist daher zur Sicherung der Systeme absolut notwendig.

 

-Chronische Krankheiten

Immer mehr in früheren Zeiten rasch tödlich verlaufende Erkrankungen können heute in chronische Krankheiten verwandelt werden (zB viele Karzinom-Arten). Das ist für die Lebenserwartung des Einzelnen sehr schön, weil wir auch die Lebensqualität bessern können, für das System ist es allerdings teuer, weil die Patienten natürlich Dauertherapien brauchen und diese auch bekommen sollen.

 

-Technologiefortschritt

Die Medizin entwickelt sich sehr schnell. Neuerungen sind aber immer auch kostenintensiv und belasten das angespannte System noch weiter. Auch hier müssen wir neue Mittel und Wege finden, eine möglichst faire und leistbare Versorgung zu finden.

 

 

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Zu feig zum Kulturimperialismus?

Die Europäische Zivilisation versteht sich als die am besten entwickelte und humanste der Welt. Mit gutem Grund: Immerhin wurde in Europa nicht nur das Abendland erfunden, in unserem okzidentalen, durch Antike und Christentum geprägten Kulturraum fand auch die Aufklärung statt. Hier wurde der Rechtsstaat in seinen Grundzügen festgelegt und auf dem europäischen Kontinent sind die ältesten Demokratien der Welt zu finden. Wir Europäer kennen Meinungsfreiheit, freie Wahlen, Bürgerrechte, Sozialstaat, innere Sicherheit in den Nationen, Religionsfreiheit und Gleichheit vor dem Gesetz.

 

Die Verpflichtung Europas

Das alles ist uns Europäern seit Jahrzehnten bewusst und unzählige Politiker, Autoren und Journalisten erinnern in Essays und Sonntagsreden stets gerne daran. Oft ist auch die Rede davon, dass diese glückliche Entwicklung, die dem Bürger erst seine volle Entfaltung ermöglicht, auch eine besondere Verpflichtung darstellt: Europa sollte anderen Regionen dieser Welt als leuchtendes Beispiel dienen und tut dies in vieler Hinsicht auch.

 

Mission? Verbreitung?

Sobald wir uns aber aktiv zu diesen vorteilhaften Entwicklungen und Errungenschaften bekennen, verlässt uns der Mut. Keine europäische Demokratie ist in den letzten Jahren je auf die Idee gekommen, die "europäischen Werte" in großem Stil aktiv in die Welt hinaus zu tragen, die Wertigkeit der Werte fällt eher unter die Begriffe Nabelbeschau und Selbstreferenz. Auf diese Art ist eine nachhaltige Verbreitung kaum möglich.

 

Der Begriff der Mission ist sogar für die katholische Kirche, für die sie seit Petrus den fundamentalsten Grundauftrag darstellte, zwischenzeitlich eine Angelegenheit geworden, die zumindest fragwürdig, sicher aber respektlos anderen Kulturen gegenüber und irgendwie als implizit gewalttätig, überheblich und daher als obsolet gilt.

 

Aus Toleranz wurde Feigheit

Damit sind wir bei einem europäischen Grundproblem angelangt: Wer nicht zu seinen Werten steht und diese nach außen nicht vertritt, muss für seine Schwächen Rechtfertigungen suchen. Diese wurden unter dem Decknamen Toleranz und Respekt gefunden. Ursprünglich waren diese Begriffe einmal wichtig und sie bedingen auch die Freiheit des Einzelnen. Aber heute stellen sie keine echte selbstbewusste Haltung mehr dar, sondern sind längst Zeichen einer degenerationsbedingten Feigheit geworden.

 

Zu Ende gedacht sitzen wir mit unserer aktuellen Passivität und Schwäche in einer tödlichen Falle. Wenn wir davon ausgehen, dass Europa den Hort derjenigen Werte darstellt, die für den Menschen die besten Möglichkeiten bieten, sich frei zu entwicklen, dann sind wir nicht nur verpflichtet, dies laut zu sagen, sondern dann haben wir in einem humanistischen Sinne ja auch den unleugbaren Auftrag, möglichst viele Menschen aus ihrer womöglich nicht immer selbst verschuldeten Unmündigkeit und aus ihrer Unfreiheit heraus zu holen. 

 

Wir sind kein Schaukasten

Europa kann nicht nur als Angebot und als Schaukasten existieren, wo man sich ansehen kann, wie Demokratie und Rechtsstaat funktionieren, denn das wäre im Grunde ein Zynismus jenen gegenüber, die nicht die Möglichkeit haben, ihren eigenen Staat in eine echte Demokratie zu verwandeln. Die "Republik" (wortwörtlich die Sache der Bürger) bliebe für Außenstehende solcherart unwirklich wie der Inhalt einer dieser kitschigen Glaskugeln, in denen es innen schneit.

 

Die Schuld, die ewige Schuld

Weil aber Europa durch Jahrhunderte hindurch Kolonialmächte hervorbrachte, die eine imperialistische, expansive und kriegerische Politik samt entsprechenden gewalttätigen Maßnahmen bis tief ins 20. Jahrhundert betrieben und die untrennbar zur Geschichte des Kontinents gehören, trauen wir uns heute nicht einmal mehr, unsere aufgeklärte, wirtschaftliche und soziale Kultur in die Welt hinaus zu exportieren. Europa ist der Riese, der sich von seiner eigenen Geschichte auf alle Zeiten fesseln ließ.

 

Die Mittel zur Freiheit

Auch wenn wir wissen, dass die freie Marktwirtschaft und die Demokratie die besten Garanten für eine vorteilhafte Entwicklung sind, hat Europa aus lauter Scham für seine Vergangenheit keine Techniken entwickelt, diese Strukturen in die Welt zu tragen. Der politisch gelähmte Riese darf nur salbungsvolle Rhetoriken benützen, aber niemals mehr aktiv werden, weil er wie weiland Gulliver gut vertäut am Boden liegt.

 

Die Alternative war fatal

Da man aber wusste, dass man der Welt etwas schuldig ist, kam man dafür im Zentrum des chronischen Schuldbewusstseins, nämlich in Deutschland, auf eine andere, höchst fatale Idee: Weil  Europa aus den genannten Gründen der Kollektivschuld nicht in die weniger weit entwickelte Welt hinausgehen darf, um diese zu europäisieren, soll doch diese Welt, wo wirtschaftliche Missstände und massive politische Probleme und fragwürdige Weltanschauungen herrschen, nach Europa kommen. "Hier werden sie geholfen!" - das ist der sozialromantisch-pseudomoralische und irgendwie auch verzweifelte, fast erbärmliche Ruf der Deutschen, der den Hintergrund der gesamten Migrationskatastrophe der letzten Jahrzehnte bildet.

 

Nur Zerstörung

Wie kontraproduktiv dieser Ansatz ist und welchen zerstörerischen Denkfehler er grundsätzlich beinhaltet, können wir mittlerweile tagtäglich den Nachrichten entnehmen. Das Messer und das Attentat regieren, mitten in Europa. Der Respekt, den man seitens Europa anderen Kulturen entgegenbrachte und noch immer entgegenbringt, weil ja alle Kulturen zwar unterschiedlich, aber bitteschön unbedingt gleichwertig sind, hat mitten in Europa eine Unzahl von Parallel-Gesellschaften entstehen lassen. Und in diesen Sozietäten wüten genau jene Weltanschauungen und Haltungen, die man in Europa als überwunden betrachtete und die grundsätzlich diametral den europäischen Werten gegenüber stehen.

 

Das Dilemma

Unser Kontinent ist nun in der misslichen Lage, den für seine eigenes Überleben immer schon notwendigen Kulturimperialismus, den er nach aussen hin aus lauter Schuldgefühlen, falsch verstandenem Respekt und nicht zuletzt aus riesenhafter Feigheit tunlichst vermeiden wollte, nach innen hin konsequent anwenden zu müssen. Tut er das nicht, ist die Existenz des europäischen Modells beim Teufel und das Abendland mit ihm. 

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Lasst Euch nicht einschüchtern!

Seit dem Beginn der europäischen Migrationskrise gehen die Wogen in der öffentlichen Debatte regelmäßig hoch. Sachliche und juristische Argumente für oder gegen die Migration aus dem Orient und aus Afrika wurden und werden nur allzu oft durch ideologische Statements, moralisierende Urteile und ressentimentgeladene Äußerungen ersetzt.

 

Die Haltung war "menschlich"

Als 2015 die Krise begann, hat sich in der veröffentlichten Meinung von Anfang an eine Haltung etabliert, die sich deutlich und zunächst völlig unkritisch für die Migration, für offene Grenzen, für eine hohe, ja unbegrenzte Aufnahmebereitschaft und für weitestgehende Toleranz den orientalischen und afrikanischen Fremden gegenüber stark machte.

 

Rechtsbrüche werden ignoriert

Diese Sichtweise schloss auch eine Akzeptanz der vielfachen Rechtsverletzungen, die durch die unzähligen illegalen Grenzübertritte entstanden sind, mit ein. Ebenso bestand eine überaus naive Haltung gegenüber signifikanten kulturell und religiös bedingten Unterschieden zwischen der europäischen und der herbeiströmenden orientalisch-nordafrikanischen Bevölkerung.

 

Zweifler werden attackiert

Die Kritiker der Massenmigration und ihrer berechenbaren Folgen waren am Anfang noch in der Minderzahl - zumindest jene, die sich öffentlich äußerten. Jedem, der mit der Völkerwanderung nicht bedingungslos einverstanden war und vielleicht sogar nachfragte, was denn da eigentlich läuft, wurde das offizielle Etikett Unmensch, Rechtsextremer oder Rassist verpasst. Wer dann nach diversen Verbalinjurien der sich in humanitärer und moralischer Überlegenheit wähnenden Opinion-Leader noch immer nicht parierte und nicht schwieg, der wurde der Bestrafung mit der Nazi-Keule unterzogen.

 

Am Anfang stand Desinformation

Freilich: Viele Bürger waren aufgrund einer oft fragwürdigen Berichterstattung damals auch nicht ideal informiert und viele wollten ihrer Hilfsbereitschaft Ausdruck verleihen. So schien das offizielle Klima von Menschlichkeit und Barmherzigkeit geprägt, Kritik war nicht opportun. Vereinfacht gesagt galt vom September 2015 bis tief in das Jahr 2016: Der Migrationskritiker war böse, der Mensch am Bahnhof war gut.

 

Warum das damals so war, ist heute klar. In den ersten Monaten der Krise ist es den Proponenten der Migration mit den Bildern und Berichten aus den orientalischen Kriegsgebieten und mittels der offiziellen politischen Position der meisten EU-Regierungen zweifellos gelungen, den Eindruck zu vermitteln, alle Migranten seien Flüchtlinge. (Ehrlicherweise muss man aber auch zugeben, dass unser aller Wissen zum damaligen Zeitpunkt noch nicht so umfassend war wie heute.)

 

Wir sind besser informiert

Mittlerweile wissen wir es längst besser. Die internationalen Asylstatistiken belegen, dass nur höchstens die Hälfte aller Ankömmlinge Chance auf Asyl hat. Wenn man die Genfer Konvention ganz genau nähme, würde sich der Anteil der in der Konvention definierten Flüchtlinge noch einmal dramatisch reduzieren.  Diejenigen, die kein Bleiberecht haben und auch keines bekommen werden, sind aber noch immer bei uns und natürlich kommen weiterhin welche dazu. Allein in Deutschland zählt man über 500.000 Leute ohne Bleiberecht. Diese Zahlen und die dazugehörigen Fakten sind in der Öffentlichkeit nun aber bekannt und die Mehrheit ist längst gegen weitere Zuwanderung.

 

Die Stimmung änderte sich sukzessive

Aufgrund der nicht mehr zu verleugnenden Faktenlage begann die oben beschriebene offizielle migrationsfreundliche Haltung zu bröckeln und immer mehr verantwortliche Politiker schlossen sich der Kritik an der europäischen (vor allem von Kanzlerin Merkel betriebenen) Migrationspolitik an. Auch etliche Kommentatoren in den Medien revidierten ihre anfängliche Refguees-Welcome-Euphorie und fingen an, sich den Tatsachen zu stellen und deutlich kritischer zu werden.

 

Das "Rechte" muss bekämpft werden

Gleichzeitig wuchs aber in vielen Redaktionen und Parteizentralen die Angst, die "Rechten" könnten infolge des sich ändernden Meinungsklimas zu stark werden. Und natürlich blieb der xenophile Kern der Migrations-Apologeten von den geschilderten Fakten unbeeindruckt und begann aus taktischen Gründen, die jauchzende Willkommenskultur in eine aggressive, nach innen gewandte Ablehnungskultur zu verändern: Ziel war es ab nun, nicht die Fremden zu offensichtlich willkommen zu heißen, sondern die "Rechten" abzulehnen, zu verdammen und mit allen Mitteln zu bekämpfen.

Packen wir die Keule aus

Dafür liegen in den diversen mit öffentlichen Mitteln geförderten Redaktionsstuben natürlich keine validen und rationalen Argumente bereit, sondern nur die letzten Waffen der Verzweifelten: Die Rede ist von den oben schon erwähnten Nazi-Keulen. Diese sind zwar im wahrsten Sinne des Wortes schon ziemlich abgedroschen, ausgefranst und vielfach brüchig, aber immer noch einsatzfähig.

  

Ab jetzt wird`s schmutzig

Mit dem Einsatz der ungustiösen Nazikeule beginnt stets die dreckige Phase der öffentlichen Debatte: Die medial und politisch aktiven Keulenschwinger versuchen, mit unterstellender "Argumentation" aus dem natürlichem Patriotismus vernünftiger Bürger einen bräunlichen Nationalismus zu konstruieren, sie münzen nahezu jede sachliche Migrationskritik mit unlauterer Rhetorik in rassistisch motivierte Ausländerfeindlichkeit um und sie denunzieren vorsätzlich die politischen Gegner der Massenmigration als Nazi-Wiedergänger, wenn diese mit Provokationen und kantigen Sagern den Diskurs im Sinne der Wahrheitsfindung befeuern wollen. Das Ziel der Meute ist klar: Die Reputation der Kritiker soll mit allen Mitteln angepatzt, noch besser aber zerstört werden. Und am allerbesten wäre natürlich deren Existenzvernichtung.

 

Nazi? Anzeigen, keine Frage

Damit sind wir bei einem zentralen Punkt dieser immer wieder aufkeimenden, öden und ekelhaften Nazi-Debatte: Wer einen anderen als Nazi bezeichnet (und sei es auch in verklausulierter Form), der muss einen Beweis dafür haben, dass der so bezeichnete wirklich einer ist.

 

Der Angeprangerte muss also in irgendeiner Weise als Nazi, also nationalsozialistisch, aufgetreten und sich der Wiederbetätigung schuldig gemacht haben. Der Staatsanwalt muss in so einem Fall von sich aus aktiv werden, so will es das Gesetz. Und wer Kenntnis von nazistischen Tätigkeiten erlangt, muss diese anzeigen. Aber: Jemandem auch nur sublim und ohne vorliegende Straftat und ohne Beweis vorzuwerfen, ein Nazi zu sein, gehört zu den übelsten und widerwärtigsten Verleumdungstechniken in Österreich und auch in Deutschland.

 

Niemand will den NS

Wir sind uns alle einig: Dass der Nationalsozialismus verachtenswert und jede Wiederbetätigung strafrechtlich zu verfolgen ist, darüber herrscht  Konsens und man muss sich von der NS-Ideologie daher nicht dauernd betulich und mit künstlicher Entrüstung distanzieren. Es ist selbstverständlich und in die weltanschauliche DNA aller seriös politisch aktiven Menschen eingeschrieben, dass man als österreichischer oder deutscher Bürger den NS absolut und unwiderruflich ablehnt.

 

Keine Anzeige? Keine Wiederbetätigung!

Wenn also jemand die Nazikeule auspackt, dann müsste er, wenn er seriös wäre, zuerst sein Keulenopfer wegen Wiederbetätigung anzeigen. Das trauen sich aber dann die wenigsten und auch nur in den wenigsten Fällen. Warum das so ist, ist sonnenklar: Weil es üblicherweise eben keinerlei Nazismus bei den Angegriffenen gibt und die Gegenklage auf "Verleumdung" und "Üble Nachrede" mit Sicherheit durchginge. 

 

Verleumdung als Mittel der Debatte

Wir stehen also vor einem grundsätzlichen, chronisch verleumderischen, zumindest aber unterstellenden Gestus, der leider vielen Personen des öffentlichen, medialen und politischen Lebens zu eigen ist: Wenn einem sonst schon nichts einfällt und man mit seinen Argumenten am Ende ist, dann nennt man den politischen Gegner halt einfach einen Nazi oder man dreht zumindest die eigene Rhetorik in diese Richtung.

 

Die Palette ist bunt

Abstufungen gibt es da viele: Vom Zweifel an der demokratischen, menschenfreundlichen Haltung des Gegenübers bis hin zum Vorwurf des Faschismus und Rassismus, vom Verdacht des Rechtsextremismus bis hin zum Nazi-Etikett, die Palette ist breit gefächert.

 

Gerade in der sogenannten Flüchtlingsdebatte sind durch diese inferioren rhetorischen Tricks lange Zeit die Fakten überdeckt und zurückgedrängt worden.  Das hat der Migrationspolitik extrem geschadet und die Glaubwürdigkeit vieler Politiker und Medienleute massiv reduziert. 

 

Die kritischen Wissenden wurden und werden pejorisiert

Man hat zuwenig auf die Experten gehört und man hat Staatsrechtler, Islamologen, Migrationsforscher und sonstige Wissenschafter nur auftreten lassen, wenn sie der ursprünglichen Politik der proaktiven Einwanderungsförderung zugeneigt waren oder man kurz mal eine Feigenblatt benötigte, um die Masse zu beschwichtigen. Die Kritiker wurden ansonsten in der hier beschriebenen Manier abgefertigt. 

 

In Österreich erleben wir trotz (oder besser: wegen) des nun schon 100 Tage zurückliegenden Regierungswechsels, den eine demokratische Mehrheit Mitte-Rechts per ganz normaler Wahlen herbeiführte, ständig neue Höhepunkte der Unseriosität und der tendenziösen Berichterstattung.

 

Wissenschaftliche und journalistische Kritiker der Migration werden in den sich als Qualitätsmedien darstellenden Zeitungen und im öffentlichen Rundfunk weiterhin kaum publiziert. Dabei gäbe es zahlreiche lesenswerte und augenöffnende Schriften, Interviews und Bücher von bekannten Autoren: Bassam Tibi, Paul Wolfssohn, Michael Ley, Imad Karim, Henryk Broder, Ruud Koopmans, Paul Collier - um nur einige zu nennen. Meine Empfehlung: Nicht einschüchtern lassen und selber nachlesen, was diese fundiert argumentierenden Autoren in den letzten Jahren geschrieben haben. 

 

 

 

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Hochgebildet, kinderlos

Sie sind jung und gescheit, sie sind gebildet und voll Tatendrang. Die Rede ist von den frischgebackenen Akademikerinnen, die jedes Jahr von unseren Unis und Fachhochschulen ins Berufsleben drängen. Man darf ihnen von Herzen zu ihren Lernerfolgen gratulieren, aber irgendwie machen einen die jungen Damen auch nachdenklich, wenn sie so frisch und frohgemut von den Universitäten abgehen, den akademischen Titel in der Hand und den Kopf voller beruflicher Pläne.

 

Eigene Kinder? Später!

Ein ganz wesentlicher Punkt ist in diesen ihren Plänen nämlich meistens nur unter "ferner liefen" enthalten: Die eigenen Kinder. Mit Mitte 20 und als Frau Mag., Frau Dr., BA, MA oder was auch immer steht zunächst die Karriere ganz im Vordergrund. Und wer könnte das den Akademikerinnen auch verdenken? Sie haben Zeit und Geld in die eigene Ausbildung investiert und das gesellschaftliche Klima verlangt heute, dass die Frau keinesfalls auf ihre biologisch bestimmte Rolle als Mutter reduziert wird, sondern dass sie zu ihrer eigenen Vervollkommnung und zur sogenannten Selbstverwirklichung auch eine Karriere in der Berufswelt zu schaffen hat. Kinder bekommt man als Akademikerin - wenn überhaupt - erst mit Anfang/Mitte Dreissig und nach mindestens 7 bis 10 Berufsjahren.

 

Die biologischen Realitäten konterkarieren aber die Vorstellungen der jungen Hochschulabsolventinnen, die zum Großteil durchaus einen wenn auch erst später zu erfüllenden Kinderwunsch haben. Die Fertilität der Frauen (übrigens auch jene der Männer) nimmt aber ab dem 35. Lebensjahr signifikant ab - und das leider auch noch recht rasch. Wer zu spät kommt, den bestraft die Biologie: Ein unerfüllter Kinderwunsch mit Ende 30, Anfang 40 bleibt allermeist auch ein solcher - trotz der vielen optimistischen Ankündigungen von  Kinderwunschzentren und Fruchtbarkeitsspezialisten.

 

Akademikerinnen haben die wenigsten Kinder

Es ist also kein Wunder, dass Akademikerinnen unter allen Frauen generell die niedrigsten Geburtenraten aufweisen. Und es ist eben sehr oft gar nicht der heute angeblich weit verbreitete fehlende Kinderwunsch bei den hochgebildeten und karriereorientierten Frauen, sondern es ist einfach ein unglückliches, aber erklärbares Zeitversäumnis, das für die einzelne Frau dann nicht mehr gut zu machen ist. Im Nachhinein können gerade die unerfüllten Kinderwünsche viel persönliches Leid und Versagensgefühle verursachen, die durchaus krankmachenden Charakter haben können und beim Arzt dann zum Thema werden: In der Medizin beobachten wir oft genug Depressionen und verschiedene körperliche Störungen, die auf einen unerfüllten Kinderwunsch zurückzuführen sind. 

 

Über die Nöte wird kaum geredet

Über diese Sorgen und Nöte der unfreiwillig kinderlos gebliebenen, aber beruflich erfolgreichen Frauen erfährt man in der Allgemeinheit üblicherweise recht wenig. In den Hochglanzmagazinen und in  den einschlägigen Reportagen über erfolgreiche Karriere-Frauen aus allen Sparten kommen die Kinder bei den Damen jenseits der Dreissig immer wie selbstverständlich daher und alles ist ganz easy. Die mediale Botschaft lautet: Man möge sich doch als Frau vor dem ersten Kind unbedingt beruflich beweisen und ja nicht zu früh von einem Mann abhängig machen und sich durch ein Kind in seiner Entfaltung einschränken lassen. 

 

Stichwort "Einschränken": Das einzige, was durch diesen gesellschaftliche Druck namens "Zuerst die Karriere, dann die Kinder " wirklich eingeschränkt wird, ist die Anzahl des Nachwuchses. Wenn man die Gründung einer Familie erst ab Mitte 30 einplant, bleibt einfach zu wenig Zeit für mehrere Sprösslinge. Im Regelfall geht sich ein Kind schon noch aus, aber danach wird es eng. Und wenn es nicht gleich klappt, beginnt die Ärzte-Tour: Von der Hormonbehandlung bis zur IVF, alles wird versucht und oft genug bleibt am Ende die ungewollte, trauige Kinderlosigkeit.

 

Die Männer gehören dazu

Natürlich sind auch die Männer hier nicht auszuklammern, denn zu einer gelungenen Elternschaft gehören immer zwei und man kann die zeitgeistigen Strömungen, die uns die flaue und langfristig deletäre Geburtenmisere eingebrockt haben, nicht den Frauen und schon gar nicht den Akademikerinnen alleine anlasten. Freilich haben sich die Frauen durch die Fortschritte in der hormonellen Verhütungstechnik die Hoheit über die Zeugung gesichert und der Feminismus hat hier in Union mit der Pille seine unbestreitbaren, aber höchst zweifelhaften "Erfolge" errungen.

 

Die Männer profitieren natürlich insofern von diesen hier beschriebenen Phänomenen, weil sie sich ebenfalls auf das eigene Fortkommen konzentrieren und der eigene Karriere widmen können. Man argumentiert auch hier gerne mit der elterlichen Verantwortung, die man sich ja nicht schon in jungen Jahren aufhalsen muss und außerdem wird auch von vielen Männern eine frühe Vaterschaft als Einschränkung empfunden. Überdies fällt beim Mann der biologisch bedingte Zeitdruck fast weg. Es sinkt zwar bei den  Männern im Laufe der Zeit ebenfalls die Fertilität, aber sie ist im Regelfall auch im Alter noch vorhanden.

 

Hotel Mama

Man kann auch immer wieder eine gewisse fortpflanzungsbezogene Reifungsverzögerung bei den Millennials (also den heutigen Twens) beobachten: Ein erklecklicher Teil der jungen Damen und Herren fühlt sich einfach zu unreif für Kinder oder einfach nicht bereit dafür. Wenn man aber andererseits mit studierten jungen Leuten spricht, die schon in ihren Zwanzigern (also im Studentenalter) Eltern wurden, berichten die allerwenigsten davon, dass dies einen Einschränkung gewesen sei oder dass sie nicht reif genug gewesen wären oder dass sie die Kinder gar unglücklich gemacht hätten - eher das Gegenteil ist der Fall.

 

Es könnte also gut sein, dass wir in voller Modernität und Inbrunst auf einem Irrweg dahintaumeln, der durch den Feminismus und das Gleichheitsstreben bereitet wurde. Auf diesem Weg verfolgen wir familienpolitische Ziele, die auf den ersten Blick legitim erschienen, aber in Wirklichkeit der Gesellschaft und besonders den Frauen langfristig schaden.

 

Last not least führt diese innere Haltung zu einer aussterbenden Gesellschaft, die ihre größten demografischen Lücken in den intellektuellen Schichten bereits klar erkennbar präsentiert: Die wenigsten Kinder sind statistisch bei den Hochgebildeten zu finden. Wir wissen aber auch, dass Bildung zum Großteil "vererbt" wird. Das heißt, wo gebildete Eltern sind, findet man meistens auch gebildete Kinder. Wenn allerdings niemand mehr da ist, an den man seine Bildung vererben kann, werden die Bildungsniveaus zwangsläufig nach unten gedrückt. Wir werden also nicht nur stetig weniger, wir werden dabei auch noch immer dümmer.

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Remote Control

In letzter Zeit wird viel diskutiert, ob es einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in der jetzigen Form überhaupt noch geben soll. Die Debatte ist über die Thematisierung der sogenannten "Zwangsgebühren", die natürlich keiner gerne bezahlt, in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt worden. Viele fordern jetzt nicht nur eine Abschaffung dieser Gebühren, sondern gleich eine des gesamten öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

 

Die Schweizer sagen ja

Kürzlich fand in der Schweiz eine Volksabstimmung über die Rundfunkgebühren statt und die Eidgenossen entschieden sich für die Beibehaltung der Abgaben. Natürlich kann man den Schweizer Rundfunk RSG nicht 1:1 mit ORF, ARD und ZDF vergleichen. Die Schweizer Rundfunkmacher sind vermutlich wegen der im westlichen Nachbarstaat herrschenden, etwas anderen und bekannt gut funktionierenden demokratischen Strukturen hinsichtlich Objektivität und medialer Korrektheit besser aufgestellt als die anderen deutschsprachigen öffentlichen Sender. (Mediale Korrektheit darf hier nicht mit politischer Korrektheit verwechselt werden - erstere ist zu wünschen, zweitere eher zu verwünschen).

 

Das Gefühl der Fremdsteuerung

Und damit sind wir beim Kern der Sache. Es geht gar nicht so sehr um die knapp 30 Euro pro Monat, die man für den Rundfunk bezahlen muss. Es geht vielmehr um ein tiefsitzendes Gefühl: Nämlich jenes, dass der ORF (so wie die ARD und das ZDF) politisch beeinflusste Medien-Institutionen sind, die zu oft einer tendenziösen und oberlehrerhaften Art der Berichterstattung frönen und so die Meinung der Bürger beeinflussen und steuern und dieselben belehren wollen. Viele Leute haben den Eindruck, dass der Quell der Moral heute nicht mehr in den traditionell dafür zuständigen Institutionen lokalisiert ist, sondern in den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten und dort ganz besonders in denjenigen Redaktionen, die sich um die Berichterstattung, die Politiker-Interviews und die Talk-Shows kümmern. 

 

Die größte Medien-Orgel

Der legendäre ORF-General Gerd Bacher prägte einst den berühmten Ausspruch: "Der ORF ist die größte Medien-Orgel des Landes" - und man weiß, wie mächtig große Orgeln spielen können. Zu Bachers Zeiten stellte den ORF noch kaum jemand in Frage, aber heutzutage ist klar zu definieren, ob und warum man in unserem längst alles durchdringenden Medienzeitalter eine zentral gesteuerte und entgegen aller Beteuerungen immer politisch beeinflusste Medienorgel braucht, die den Bürgern den Moral-Marsch bläst und sie mit bestimmten Themen zudröhnen will. 

 

In der aktuellen Form braucht den ORF aus den oben genannten Gründen der systemimmanenten tendenziösen Strukturen niemand mehr. (Dasselbe gilt vermutlich auch für ARD und ZDF). Der Bürger will weder permanent belehrt noch will er andauernd von den vielen sich als Hypermoralisten gerierenden Reportern und Talkmastern demonstriert bekommen, was gut und was böse ist - und dafür noch Zwangsgebühren bezahlen.

 

Die Wahrheit tut not

Auf der anderen Seite brauchen wir mediale Einrichtungen, die keinen finanziellen Interessen (wie Inseraten, Postenschacher etc) ausgeliefert sind, sondern korrekte und glaubhaft überprüfte Informationen weitergeben. Es muss dafür eine Art "Clearingstelle" entwickelt werden. Ähnliches gibt es beispielsweise in der Medizin schon länger:  Die Informationsflut und die Fülle der medizinischen Studien müssen auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft werden. Das tun etwa die Cochrane-Library  oder das englische NICE-Institute. Für die Medienwelt fehlen diese Institute noch weitestgehend - aber wir brauchen sie dringend. Wir laufen sonst Gefahr, in einer fraktionierten Wirklichkeit zu enden, in der sich die vielen heute existierenden Medien ihre je eigenen und weltanschaulich gefärbten Inhalte zusammenbasteln - Stichwort #FakeNews.

 

Die öffentlich-rechtlichen Institutionen müssen unabhängig und sie dürfen nicht käuflich sein. Sie müssen daher auch ein Ethos besitzen, das fast an jenes von Staatsanwälten oder Ärzten heranreicht. Die geforderte Clearingstelle  muss eine Art "Rechnungshof des Informationswesens" werden. Dafür ist klarerweise eine öffentliche Finanzierung notwendig und diese erfordert wiederum eine komplette Redimensionierung und Umgestaltung des jetzigen riesenhaft aufgeblähten ORF-Apparates.

 

Ein öffentlich-rechtlicher Sender soll nichts weiter tun als die Bürger konkret und korrekt informieren und er muss von jeder politischen Einflussnahme freigemacht werden. Also weg mit dem ORF und her mit einem ORF, der diesen Grundauftrag erfüllen kann.

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Taten und Metaphern

Wenn in Wien ein Afghane, der gar nicht hier sein dürfte, mehrere Menschen mit einem Messer attackiert und teils lebensgefährlich verletzt, dann muss man über die Abschiebung illegaler Migranten natürlich debattieren, schreibt sinngemäß der Standard-Journalist Thomas Mayer auf Twitter. Nicht ohne anzufügen, dass die Rechtslage schwierig sei.

 

Ja eh - aber diese Rechtslage ist nicht vom Himmel gefallen, sondern genau dafür gibt es ein Parlament, das die Gesetzeslage entsprechend verändern kann und ausländische Straftäter wie illegale Migranten sofort ausweisen könnte, wenn es sich dafür im normalen legislativen Ablauf die rechtlichen Grundlagen schafft. Darüber hinaus gehören auch die Botschafter der entsprechenden Herkunftsländer in die Pflicht genommen und regelmäßig ins Außenministerium zitiert: Die betroffenen Staaten müssen ihre Leute umgehend zurück nehmen - und zwar ausnahmslos alle, die kein Bleiberecht haben, Punkt. Andernfalls gibt es Sanktionen. Hier ist man in der neuen Regierung noch viel viel zu scheu, zu zaghaft und zu wenig innovativ. 

 

"Ein Gutteil der Afghanen bleibt"

Ein anderer Standard-Journalist, Hans Rauscher, weithin bekannt für seine ausgeprägte Aversion gegen alles politisch Rechte, stellt in seinem letzten Kommentar  dar, dass er der Meinung ist, ein Gutteil der Afghanen würde so oder so in Österreich bleiben (dzt. sind es etwa 30.000) und man müsse sich halt um eine bessere Eingliederung kümmern. Dass der Mann ein reiner Schreibtischtäter ist, wissen wir. Weil aber noch immer eine in den Medien stark vertretene Minderheit von linksorientierten Österreichern ähnlich denkt wie Rauscher, werden seine Traktate  kritikwürdig. Man könnte sie sonst einfach ignorieren und unter der Kategorie "altlinkes Altmaterial" ad acta legen. Rauscher versäumte es übrigens in seinem Text nicht, die ständig bei solchen Verbrechen eingebrachte angebliche "Psychose" des Täters zu erwähnen.

 

Was haben die beiden Standard-Kommentatoren gemeinsam - außer den Arbeitgeber? Herr Mayer scheint eine Transformation durchgemacht zu haben und näher bei der notwendigen Veränderung der bitterbösen Realität zu sein, Herr Rauscher hingegen möchte halt so gern eine Art linker "Staberl" sein (Sie erinnern sich an den legendären Kronenzeitung-Kommentator), der den Österreichern mit seinen treffenden Anmerkungen weiterhilft - was Rauscher aber aufgrund seiner 68er-Haltung nicht gelingt.

 

Die Leugnung des Wesentlichen

Beide Journalisten blenden leider aus, dass es bei all den Bluttaten, die orientalische Zuwanderer bei uns in Europa verüben, ja auch um ein Sinnbild geht, aus dem man herauslesen kann, was sich unser Kontinent im Namen der Menschlichkeit, der Toleranz und der zum Glück schon verdämmernden Willkommenskultur seit Merkels folgenschwerer Entscheidung im Jahr 2015 selber angetan hat. Die schauerlichen Taten, egal ob sie in Wien, in Hamburg oder Paris passieren, sind die Metaphern für den rollenden Generalangriff auf unsere westliche Kultur. Da braucht man nicht von Einzeltätern reden, Psychosen vorschützen oder von den Ursachen des Terrorismus schwadronieren, da geht es um viel fundamentalere Fragen. 

 

Die Wissenden werden nicht gehört

Namhafte Autoren, Journalisten und Wissenschaftler wie Bassam Tibi, Paul Wolffsohn, Hamed Abdel-Samad, Sabatina James, Michael Ley, Christian Ortner und viele andere haben sich mit diesen Grundfragen längst in sachlicher und objektiver Weise auseinandergesetzt und sind unabhängig voneinander übereinstimmend zu dem Ergebnis gekommen, dass dieser Clash of Cultures mit den aktuellen Maßnahmen nicht zu bewältigen ist. Der weltbekannte Migrationsforscher und Oxford-Professor Paul Collier hat übrigens einmal geschrieben, dass islamische Minderheiten nur bis zu einem Bevölkerungsanteil von etwa 5% integrierbar seien. Jenseits davon beginnen die Probleme, die wir alle schon kennen.

 

Cui bono?

Die große und immer lauter werdende Frage ist, warum sich die sogenannten Qualitätsmedien nicht mit der grundlegenden Thematik beschäftigen oder sie höchstens am Rande streifen. Um nur ein Beispiel zu nennen: Beängstigende Vorkommnisse wie der grassierende Antisemitismus in Frankreich und der darauf folgende Exodus der französischen Juden Richtung Israel werden kaum erwähnt. Dafür wird tagelang und seitenweise über das Rauchverbot debattiert und es werden Sonderbeilagen für den Weltfrauentag verfasst, wo aber das Thema "Unterdrückung der orientalischen Frau" nahezu total ausgespart wird. Wer hat einen Nutzen davon, wenn zweifellos intelligente Medienmenschen sich den wirklich grundsätzlichen, ja existenziellen Themen unserer Zeit nur im Vorbeigehen widmen? 

 

 

 

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Die Nation als Irrtum?

Der Grüne Fraktions-Chef im Deutschen Bundestag, Anton Hofreiter, vertritt die Überzeugung, dass die Fixierung auf Nationalstaaten etwas Irrtümliches sei. Diese Meinung tat er dieser Tage in einem Interview mit der Wochenzeitung Junge Freiheit kund. Als Begründung für seine Zweifel am Nationalstaat meinte Hofreiter, das Identitätsgefühl der Bürger hänge vor allem mit der jeweiligen heimatlichen Region zusammen (in seinem Fall Bayern), aber nicht mit dem Nationalstaat.

 

Nur noch Kopfschütteln

Dass diese Argumentation haarsträubend unlogisch und völlig inkonsistent ist, wird sofort klar: Wer die Region oder das Heimatbundesland für identitätsstiftend hält, kann nicht gleichzeitig gegen die Nation sein. Die Nation als Gemeinschaft von ähnlich denkenden und kulturell geistesverwandten Bürgern gibt erst jenen Rahmen vor, in dem sich überhaupt eine Region oder ein Bundesland fest verorten kann. Würde es keine größere rahmenbildende Nation geben, dann wäre eben das jeweilige Bundesland oder die Heimatregion die entsprechende Nation. Herr Hofreiter säße also, würde er seine fehlgeleitete Fantasie zu Ende denken und dieselbe zur Realität werden, in einem vollständig souveränen Freistaat Bayern fest und wäre seinen Job als Mandatar im Berliner Bundestag los. 

 

Jeder Staat ist Nation

Wie man es dreht oder wendet, man kommt  immer auf die Nation als notwendige Grundstruktur der bürgerlichen und individuellen Existenz zurück. Die kleinste funktionierende Einheit jeder "Nation" ist die Familie und ganz am Anfang steht dabei das von seiner Nation kulturell geprägte Individuum: Der Staatsbürger. Individuen, Familien, Freundeskreise, soziale Gruppen, Interessensverbände, Vereine, Parteien usw. bilden die jeweiligen regionalen Strukturen und aus diesen heraus wachsen die kulturellen, soziologischen und rechtlichen Merkmale, welche die Fundamente der Nation und des Staates bilden.  Diese wirken wieder auf die Regionen zurück und es entsteht dadurch eine nutzbringende Feedback-Schleife, die den Regionen ihre Eigenheiten lässt und die Nation stärkt.

 

Anders gesagt: Es kann entgegen der Meinung des oben zitierten Fraktions-Chefs keinen gültigen Regionsbegriff geben, wenn man gleichzeitig den Begriff der Nation leugnen will oder ihn als Irrtum bezeichnet. Diese Argumentation hält keiner Widerrede stand.

 

"No border" als verdrehte Philosophie

Und doch wird von den stets international und grenzenlos gesinnten Linken die Nation als der Quell allen Übels bezeichnet, denn dort sei das Reaktionäre, Rückwärtsgewandte, Ausgrenzende und Konservative zu Hause. Man fühlt sich als Linker immer ganz modern und aufgeschlossen, wenn man den Nationsbegriff als überkommen und vorgestrig bezeichnet. Dabei braucht man, wie oben zu beweisen war,  nur drei oder vier Sätze, um den tiefsitzenden Irrtum der Linken aufzuklären. Stichwort Ausgrenzen: Natürlich braucht jede Nation und auch jede Region das Pouvoir, ausgrenzen zu dürfen. Es kann keine Nation geben, die Fremden ohne Ansehen von Herkunft und Identität grenzenlos Zutritt gewährt. So eine Haltung zerstört am Ende jede Struktur und mündet ins Chaos.

 

Die Jugend ist verführbar

Speziell junge Leute lassen sich aber durch internationalistische Fantastereien und marxistische Visionen von einer Welt ohne Grenzen vom grundsätzlichen und fundamental notwendigen Nationsbegriff ablenken und sind beispielsweise schnell für ein Europa ohne Nationen zu begeistern. Alle, die für diese Vision sind, können aber nicht erklären, wie man kulturell so verschiedene Völker wie z.B. Spanier und Dänen unter einen Hut bringen soll, ohne vorher ihre Eigenheiten weitestgehend abzuschleifen.

 

Und siehe da, das Hofreiter`sche Modell der Abschaffung der Nationen ist schon wieder an seinen Grenzen angelangt: Will man den Völkern und Regionen ihre Eigenheiten zugestehen (wozu jeder immer ja sagt), so müssen zwangsläufig nationsähnliche Regelungen in den Regionen geschaffen werden. Auf diese Weise würde sich Europa letztlich in einen Flickenteppich unzähliger Kleinstaaten aufsplittern. Tendenzen dazu gibt es ja bereits.

 

Fantasien, nichts als Fantasien

Die Fantasten der Vereinigten Staaten von Europa haben auch noch nie wirklich erklären können, wie sie mit den Außengrenzen ihres Modells Europa umgehen möchten. Selbst wenn alle Staaten der EU fusionierten, verschieben sich eben die Grenzen an die jetzigen Ränder Europas und sind wie bei jeder Nation zu schützen und zu sichern, denn auch ein Moloch wie dieses hoffentlich nie Realität werdende Produkt der linken Weltanschauung muss definiert, bewahrt und begrenzt sein. Was tun mit den Außengrenzen, die schon jetzt so löchrig sind wie der berühmte Schweizer Käse?

 

Da lassen wir doch lieber die Grenzen wie sie sind, stärken die bestehenden Nationen in ihren Identitäten und entwicklen eine "EU 2.0" auf dem Boden des rationalen und nationalen Denkens zu einem starken Verband namens "Europa der Vaterländer."

 

 

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Abtreiben ist sicher und gehört vom Staat bezahlt! Oder wie?

Im gerade angelaufenen Frauenvolksbegehren wird neben diversen, teils verqueren Forderungen auch definitiv verlangt, dass die Abtreibung in allen öffentlichen Spitälern durchgeführt wird und dass die Krankenkassen dafür aufkommen sollen. Dieser Wunsch ist per se absurd, denn Krankenkassen sind dazu da, die Behandlungen von Krankheiten zu finanzieren - und zwar solidarisch über die Kassenbeiträge der Österreicher. Schwangerschaft ist per definitionem keine Krankheit und eine Abtreibung kann aus diesem Grund und auch aus ethischen und vor allem aus juristischen Gründen niemals eine über die Allgemeinheit zu finanzierende Leistung sein. Nicht zuletzt besonders auch deswegen, weil sie im Strafgesetzbuch verboten ist und nur unter gewissen, allgemein bekannten Bedingungen straffrei bleibt. 

 

Netzfund

Die aktuelle Forderung der einschlägig aktiven Frauenlobby veranlasste den Autor dieser Zeilen, die aktuelle medizinische Literatur über die Abtreibung zu durchstöbern.  Und da stößt man beim Sichten der Datenbanken rasch auf eine in Amerika recht bekannte Studie , in der haarsträubende Ergebnisse publiziert wurden: Eine Gruppe von Gynäkologen verglich das Sterbe-Risiko der Frauen bei einer normalen Geburt mit dem Sterbe-Risiko bei einer geplanten Abtreibung und stellte fest, dass eine Abtreibung 14 mal sicherer ist als eine Geburt. Oder umgekehrt betrachtet: Frauen sterben laut dieser Studie an einer normalen Geburt 14 mal häufiger als bei einer Abtreibung. (Die Studie wies übrigens methodische Mängel auf, was den Verdacht erhärtet, dass bei dieser Arbeit verhohlene Interessen dahinter stecken.)

 

So sicher, so gut

Die Herren Kollegen aus den USA schlossen jedenfalls aus ihrer Studie, dass Abtreibung im Vergleich zur Geburt also eine sehr sichere Angelegenheit sei und sie hielten diese für sie offenbar sehr eindrucksvolle Sicherheit in ihrer Conclusio explizit fest (Die Conclusio ist die zentrale Erkenntnis, die in jeder medizinischen Studie getroffen wird). Von einer generellen Empfehlung, im Falle einer Schwangerschaft aus Sicherheitsgründen stets die Abtreibung statt der Geburt anzustreben, sah man in der gegenständlichen Arbeit allerdings ab - vermutlich wäre diese Empfehlung von der zuständigen Ethik-Kommission auch abgelehnt worden.

 

Die Studie wird zitiert

Aber natürlich wird die nämliche Studie immer wieder von Abtreibungsbefürwortern, von Geschäftemachern und von den zugehörigen Lobbys wiedergegeben, weil man gerade in der Medizin ganz grundsätzlich mit dem "Sicherheitsargument" Ängste und Unsicherheiten reduzieren kann. Die höchst fragwürdige Studie eignet sich daher hervorragend, von US- Abtreibungskliniken zitiert  und in manipulativer Art den oft in ihrer Entscheidung unsicheren Schwangeren nahegebracht zu werden.  Auch in Österreich sind die genannten Daten natürlich bekannt und über Google oder den Gynäkologen zu erfahren.

 

Was hat das eine mit dem andern gemein?

Auf den ersten Blick haben die Studie und das Volksbegehren nichts miteinander zu tun - und doch sind sie inhaltlich ganz eng verwoben. Die US-Studie, die als Werbe- und Verharmlosungsinstrument ge- und missbraucht wird, ist aus ethischer Sicht genauso abzulehnen wie der oben beschriebene verquere Wunsch des Volksbegehrens, die Abtreibung einer Kostenübernahme durch die Allgemeinheit zuzuführen.

 

Ein zynischer Megatrend

Sowohl die Aussage der Studie wie auch die Aussagen im Volksbegehren sind dazu da, die Abtreibung in ihrer lebensvernichtenden Bedeutung zu verharmlosen und sie auf die Ebene eines banalen medizinischen Eingriffs zu verschieben, der noch dazu angeblich so angenehm risikoarm ist und welchen doch bitte schön die Bürger solidarisch finanzieren sollen. Überdies wird in der gesamten Debatte ständig versucht, ein "Recht auf Abtreibung" und daraus sogar ein Menschenrecht zu konstruieren. Wir stecken damit mitten in einem zynischen Megatrend, der auch in der EU-Politik längst Fuß gefasst hat und der vor allem von linken Ideologen massiv befördert wird. Die Sonne der westlichen Kultur geht damit wieder ein Stückchen weiter unter.

 

 

 

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Die laute und die stumme Sexualmoral

 

Die #MeToo-Debatte ist zwar schon ziemlich abgegrast, aber eine wichtige Facette derselben blieb bisher fast unerwähnt. Bis jetzt drehten sich sämtliche Argumente, welche die Feministinnen und deren weibliche und männliche Anhänger und Gegenspieler in die Diskussionen einbrachten, um die Rolle der westlichen Frau. Ihr Selbstverständnis und die Wahrnehmung dieses ihres Bildes durch die westlichen Männer standen im Mittelpunkt.

 

Einfach nicht drüber reden?

Genau in demselben Maße, in dem ausufernd über diese Thematik diskutiert wird, schweigen die #MeToo-Damen  über die orientalische Frau und den orientalischen Mann und deren Sexualmoral sowie über deren grundsätzlichen Umgang miteinander. Man blendete solchermaßen einen großen Teil der Bevölkerung samt deren kultureller Gegebenheiten einfach aus. (Damit wir wissen, über welche Dimensionen wir reden: Allein in Österreich gibt es ca. 700.000 Muslime, Tendenz stark steigend. In Deutschland sind es etwa 5 Millionen, auch dort werden es täglich mehr.)

 

Zunächst zum Grundsätzlichen. Die Sexualmoral wird nicht nur durch den ritualisierten Umgang zwischen Mann und Frau, sondern auch sehr stark über die Art und Weise der Kleidung symbolisiert. Westliche Freizügigkeit definiert sich nicht zuletzt auch darin, dass westliche Frauen selbstverständlich heute nahezu alles tragen können, was sie wollen: Vom hochgeschlossenen Kostüm über den Hosenanzug bis zum bauchfreien Top mit Minirock. Wenn es nicht gerade den Anlass konterkariert oder völlig deplatziert wirkt, ist alles erlaubt.

 

Kein Freibrief

Der Kleidungsstil ist ein wesentlicher Punkt der #MeToo-Debatte: Ein offenherziger und erotischer Stil darf von den Frauen gepflegt werden, ohne dass er als Freibrief für die Männer verstanden werden darf. Und wo #MeToo grundsätzlich völlig richtig liegt, ist die Tatsache, dass zwischen vorgesetztem Mann und nachgeordneter Frau definitiv kein Vorrecht des Mannes in der ohnehin gegebenen Machtposition entsteht, diese sexuelle oder sonstwie auszunützen. Sonderfälle, wo die Frauen ihre Reize gezielt einsetzen, um sich am Arbeitsplatz Vorteile zu verschaffen, wird es allerdings immer geben. Auch das wird in der #MeToo-Diskussion gerne verschwiegen.

 

Prinzipiell gilt natürlich: Kein Mann hat das Recht, aufgrund der starken Signale, die ohne Zweifel durch den Kleidungs- und Schminkstil sowie durch andere weibliche Accessoires ausgesandt werden, sich ungefragt und ohne Erlaubnis der betreffenden Frau in bestimmter und eindeutiger Absicht zu nähern. Ohne weibliches OK geht gar nichts. Und man muss es zugeben: Die zwischenmenschlichen Situationen und vor allem die Auslotung der Grenzen erhalten dadurch einen ganz besonderen Reiz, der fester Bestandteil der neuen Sexualmoral geworden ist. Faktum ist: Die Männer buhlen, aber die Frauen wählen aus und geben ihr OK. Oder eben nicht.

 

Es knistert

Freilich entsteht durch diese moderne Freizügigkeit aber auch eine Art permanenter Einladungsatmosphäre, die immer wieder Anlass zu Debatten und Neupositionierungen gibt. Das wegzuleugnen, wäre heuchlerisch. Man kann sich als Frau ja nicht einerseits betont weiblich präsentieren und dann erwarten, dass dies keine Reaktionen bei den Männern hervorruft. Und sind wir ehrlich: Die männlichen Reaktionen sind ja auch gewollt, sie gehören eben zum uralten Spiel zwischen Mann und Frau. Und die westlichen Männer können zum allergrößten Teil damit auch sehr gut umgehen. Übertriebene Empörungen seitens der Feministinnen sind daher meistens fehl am Platz.

 

Die andere Seite bleibt ohne Diskussion

Auf der anderen Seite haben wir in Europa nun Millionen junger Männer, deren Frauenbild kulturell völlig anders geprägt ist. Die orientalische Kultur verlangt von der Frau sittsame Verhüllung bis hin zur Burka. Und sie verlangt in der Öffentlichkeit ein sehr zurückhaltendes und eher stilles Auftreten der Frau. Für Orientalen ist daher jede leichtbekleidete Frau (die nach westlichen Maßstäben völlig normal angezogen ist) eine Herausforderung. Die Frauen der eigene Kultur gelten hingegen als sakrosankt, das klare und unmissverständliche Zeichen dieser Unberührbarkeit ist der offiziell getragene Schleier (die Niqab, der Hijab etc.).

 

Wir finden also auf orientalischer Seite eine völlig andere Sexual- und Kleidungsmoral vor als dies bei uns der Fall ist. Am klarsten treten diese massiven Unterschiede im Sommer in den Bädern zutage: Hier die bis über den Kopf in den Schwimm-Burkini gehüllten muslimischen Frauen, dort die oben ohne laufenden westlichen Frauen im String-Tanga. Das alles findet zur selben Zeit im selben "Kulturraum Europa" statt und sorgt natürlich für unzählige Konflikte bis hin zu Sexualverbrechen.

 

Den #MeToo-Kämpferinnen fehlt der Mut

Die forschen Protagonistinnen der #MeToo-Debatte haben bis jetzt nicht den Mut gefunden, dieses tiefgreifende Problem der aufeinanderprallenden Kulturen ausreichend und profund zu thematisieren. Man weicht dieser zentralen Kulturfrage aus, indem man sich nur auf die westlichen Männer fokussiert und jedem Mann den Charakter eines Harvey Weinstein oder die Attitüden eines Peter Pilz unterstellt.

 

Das ist natürlich wesentlich einfacher als sich mit der Rolle der ebenfalls hier lebenden orientalischen Männer und Frauen zu beschäftigen. Eine seriöse Debatte über die verschiedenen "Sexualmoralen" und dessen, was geht und was nicht, darf in einem Europa, das durch die Migration nachhaltig verändert wird, nicht ganz einfach ausgeblendet werden. Es gibt sichtbare neue Fakten, die einer genauen Betrachtung und vermutlich einer neuen Ordnung bedürfen.  Sonst bleibt die ganze #MeToo-Geschichte eine unglaubwürdige und letztlich peinliche Makulatur, die gerade den westliche Frauen mehr schaden als nützen wird. 

 

 

 

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Die Kirche der Beliebigkeit?

Die katholische Kirche gerät in Gefahr, langsam aber sicher nur mehr als eine reine Wellness-Einrichtung für die Seele wahrgenommen zu werden. Bester Beweis für diese These sind die unzähligen Akklamationen, die der jetzige Papst immer wieder von linker (und oft atheistischer) Seite erfährt. Egal, ob es um seine Kritik am Kapitalismus oder ob es ganz grundsätzlich nur um die sogenannte "unkonventionelle" Art des Pontifex Maximus geht, stets sind diverse Kommentatoren, die sonst nicht einmal wissen, wo ihre Pfarre eigentlich zuhause ist, mit fast schon lobhudelnden Statements zur Stelle. Das ist verdächtig.

 

Eine "gute Presse" ist alles

Man kann sich des Eindrucks, dass die katholische Kirche seit einiger Zeit nur darauf aus ist, eine gute Presse zu haben, kaum noch erwehren. Ihr oberstes Ziel scheint weniger die Mission und die Bewahrung der christlichen Heilslehre zu sein als vielmehr die eigene lobende Erwähnung in den Mainstreammedien. Freilich: Auch die Kirche muss die Medien nutzen, dazu sind sie ja da und es wäre fatal, nicht medial präsent zu sein. Die Frage ist aber, ob auch für die Kirche der zentrale Satz des Medientheroretikers Marshall McLuhan gilt, der da lautet: "The medium is the message!"  - oder sollte eine Kirche nicht doch ungleich mehr auf den Inhalt ihrer Botschaft achten als alle anderen Einrichtungen, die in den Medien zugegen sind?

 

Was auffällt

Dem durchschnittlichen Beobachter fallen heute, wenn er auf die Aktivitäten der Kirche schaut, vor allem folgende Dinge auf: Zunächst ist es die Fokussierung auf den Barmherzigkeits-Begriff, der zur Zeit fast alles beherrscht. Wenn von offizieller katholischer Seite Äußerungen zum dominierenden Thema "Migration" getroffen werden, ist stets der Auftrag zur Barmherzigkeit die vorderste Prämisse. Niemand spricht hingegen vom Missionsauftrag, von der Notwendigkeit der Bekehrung oder ähnlichen zweifellos konfliktgeneigten Begriffen, die aber Kernaufgabe der Kirche sind. Die einzigen hochrangigen Kirchenvertreter, die kritische Worte zum Phänomen "Migration" finden, sind im Osten Europas zu Hause.  Alle anderen Kirchenfürsten schwingen auf der Humanitäts-Welle der Europäischen Union mit - ganz besonders jene in Deutschland. Dort scheint sich in der Kirche überhaupt eine merkwürdige, fast schon servile Haltung gegenüber der Massenmigration breitgemacht und verfestigt zu haben.

 

Um jeden Preis Liebkind sein?

Um die Medien wohlwollend zu stimmen, haben viele geweihte und hochrangige Kirchenvertreter auch keine Scheu mehr, den Katechismus einfach dort zu unterlaufen, wo es ihnen gerade passt bzw. wo es gerade opportun erscheint. Jüngstes Beispiel sind die (wiederum vor allem in Deutschland)  auftauchenden Überlegungen, kirchliche Segnungen für homosexuelle Paare durchzuführen - obwohl die öffentlich gelebte Homosexualität von der Amtskirche definitiv nicht gebilligt wird. Man muss hier klar unterscheiden: Es geht nicht um die homosexuellen Menschen an sich oder um eine Zurücksetzung derselben, denn ihnen ist wegen ihrer Neigung kein Vorwurf zu machen. Was die katholische Kirche aber explizit nicht in Ordnung findet, ist die in Beziehungen ausgelebte Homosexualität. So ist es im Katechismus eindeutig nachzulesen.

 

2000 Jahre Erfahrung reichen?

Nun mögen Befürworter des aktuellen Kurses der Kirche meinen, dass 2000 Jahre Erfahrung durchaus reichen müssten, um die Kirche und ihre Fundamente unbeschadet auch über die hier angesprochene Situation kommen zu lassen. Auf der anderen Seite muss man aber ganz klar feststellen, dass von der Kirche hier demonstrativ ein neuer Weg eingeschlagen wurde, der in vieler Hinsicht nur noch noch beliebig und opportunistisch erscheint. Ernsthafte Katholiken können sich mit dieser an den Zeitgeist angepassten und modernistisch anmutenden Wende nicht anfreunden, es rumort in den konservativen Kreisen schon dementsprechend laut.

 

Ernste Fragen

Jeder, der kritisch über "seine" katholische Kirche nachdenkt, muss einige wirklich schwerwiegende Fragen stellen: Warum widmet sich die katholische Kirche gerade in unseren konturlos gewordenen Zeiten nicht viel mehr ihrer ursprünglichen Aufgabe der Sinngebung? Warum muss der christliche Glauben, der entscheidend und grundsätzlich zur Kultivierung in Europa beigetragen hat, sich ganz ohne Not all den zeitgeistigen Strömungen andienen, die keine wirklichen Fundamente und keine sinnschaffenden Elemente in sich tragen? Und wieso, um Gottes Willen, muss sich die katholische Kirche in diesen Flugsand der überall eindringenden Beliebigkeit begeben?

 

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Schreien im Wald

Kürzlich las ich auf Twitter folgendes Posting: "Das Bedürfnis, ob der gesellschaftlich-politischen Verhältnisse in Deutschland und in Europa schreiend in den Wald zu gehen, ist mittlerweile Alltag. So vieles ist einfach nur noch eine Beleidigung des Intellekts." 

 

Dieser Tweet fasst implizit ziemlich genau all das zusammen, was vernünftige und nicht vom linken Zeitgeist zugewehte, dafür umso nachdenklichere Menschen heute grundsätzlich empfinden. Auf unserem Kontinent ist so vieles aus dem Lot geraten, dass man gar nicht weiß, wo man beginnen soll, wenn man eine Liste dessen erstellen will, was einer intellektuellen Betrachtung, aber auch einer gefühlsmäßigen Wertung nicht mehr standhält. Die natürliche Reaktion auf diese Ratlosigkeit: Man möchte nur noch in den Wald gehen und dort hemmungslos brüllen. Aber bevor wir das tun, versuchen wir dennoch eine Zusammenfassung dessen, was uns zum Schreien bringt.

 

Es geht an die Wurzel

Das Kardinalproblem unserer Zeit wird nicht (nur) durch die Massenmigration und allen damit zusammenhängenden Phänomenen gebildet, sondern wir haben eine viel tiefergehende und die Wurzeln unserer Existenz berührende Thematik zu bearbeiten: Es geht um nicht weniger als um das Selbstverständnis unserer Kultur.

 

Das postmoderne Europa ist vor lauter Toleranz-Trunkenheit, naiver Friedensseligkeit und staatlich verordneter, nahezu totalitärer Güte in eine Gesamtverfassung geraten, die völlig amporh und ohne klare Definition ist. Wenn wir heute von den stets hochgelobten europäischen Werten reden, können die meisten von uns nur noch etwas von Frieden und Gleichheit stammeln und obligatorisch noch den Humanismus hinzufügen - aber sonst? Kaum jemand von den sogenannten Opinion-Leaders bringt dazu einen konturierten Satz heraus.

 

Was ist Europa?

Wenn führende EU-Politiker sagen sollen, wofür Europa heute steht, dann ist nach ein, zwei ohnehin selbstverständlichen Allgemeinplätzen Schluss. Danach kommt nur noch diffuses und humanitaristisches Geschwurbel. Europa ist längst jener Kontinent geworden, auf dem der politische Kautschuk aus jeder Ritze quillt. Die raren Ausnahmen stellen die Politiker des europäischen Ostens dar: Kaum ein anderer aktiver Politiker findet zur Krise Europas so klare Worte wie Viktor Orban.

 

Westlich des ehemaligen Eisernen Vorhangs werden diejenigen, die in den als nationalistisch und "rechts" verfemten wirklich konservativen Bewegungen ihre Heimat haben, vom medialen Mainstream weiterhin verfolgt und denunziert. Die Treiber der politischen Kautschuk-Produktion sitzen noch immer in den Redaktionen der öffentlich-rechtlichen Anstalten und in den "Qualitätsmedien".

 

Was ist Europa nicht?

Wir trauen uns daher auch nicht, klar zu sagen, was Europa nicht ist: Wir sind kein Kontinent für unkontrollierte und unbegrenzte Zuwanderung. Obwohl wir alle wissen, dass sich die EU seit der Grenzöffnung von 2015 auf einer slippery slope befindet und obwohl jedem bewusst ist, dass der Migrationssturm den Kontinent in seinen Grundfesten gefährdet, findet die EU nicht die Kraft (oder vielleicht auch nicht den Willen?), die Außengrenzen zu schließen. Das Bekenntnis dazu gehört zwar mittlerweile zum Lippenbekenntnis aller EU-Granden - aber wer glaubt es noch?

 

Klebrig und schwammig

In der offiziellen EU-Politik wird nach wie vor alles mit dicker "menschlichkeitsorientierter" Pampe zugedeckt und zugeklebt, man trifft sich zu endlosen Gesprächen und bringt dann doch nichts zustande. Währenddessen wird alles wieder ein Stückchen unlösbarer und in Calais schlagen sich die einst auf unseren Bahnhöfen willkommen Geheissenen die Köpfe ein.

 

Vergangenheit statt Zukunft

Und irgendwie hat man den dauerhaften Eindruck, dass es den Politikern aller Couleurs nur recht ist, wenn irgendwelche Gedenktage oder -jahre zu begehen sind, denn mit chronischer Vergangenheitsbewältigung kann man herrlich die Gegenwart verdrängen. 

 

So, jetzt können wir mal kurz in den Wald gehen und schreien. (Und das Kompendium wird demnächst fortgesetzt.)

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Dynastisches Denken: Essenz des Überlebens

Das klassische Herrschaftsdenken bewegt sich seit jeher in familiären und dynastischen Bahnen: Der Nachfolger eines Fürsten, Kaisers oder Königs war und ist meist dessen erstgeborener Sohn oder eine Tochter. Auch moderne Adelshäuser haben noch immer derartige ganz klare Thron- und Erbfolge-Regelungen.

 

In der freien bäuerlichen Welt war und ist es ähnlich: Die Hofübergabe erfolgt üblicherweise an den Ältesten. Wenn dieser nicht will oder nicht kann, kommt das nächste Kind an die Reihe. Ebenso ist es bei vielen erfolgreichen und lange in Familienbesitz befindlichen Wirtschaftsunternehmen gang und gäbe, die Nachfolge innerhalb der Familie zu regeln. Die Weiterführung der Geschäfte geht auf die Kinder und Kindeskinder über.

 

Auch das Gesetz will es so

Letztlich ist auch jedes kodfizierte Erbrecht darauf aufgebaut, dass die Familienmitglieder nach dem Ableben eines Erblassers zu gerechten Teilen das materielle Vermächtnis erhalten. Niemand käme im Regelfall auf die Idee, die Erbmasse bei Vorhandensein von Nachwuchs an irgendjemanden anderen zu vergeben oder sonstwie zur Disposition zu stellen.

 

Trotz der überall lauernden linksideologisch begründeten Gleichheitsdenke und trotz aller Lust des Staates, sich in die privaten Belange der Menschen einzumischen, werden also ganz selbstverständlich und ohne, dass man viel darüber nachdenkt, materiell vorteilhafte Situationen, familienstützende Gegebenheiten und Machtstellungen nach wie vor vererbt.

 

Bei den Linken ist es dasselbe

Die Ironie dabei: Sogar in linken politischen Verbindungen ist es vollkommen üblich, dass es so etwas wie einen "roten Adel" gibt. Paradebeispiel waren die Verhältnisse im ehemaligen Ostblock, die nicht nur auf familiären Beziehungen, sondern vor allem auch auf einer Art Vasallentum beruhten. Wenn z.B. wir die Netzwerke in der österreichischen Sozialdemokratie anschauen, entdecken wir ähnliche Strukturen. Aus Söhnen von Parteisekretären werden Parteisekretäre und aus Geschwistern, Verwandten oder sonstwie einander nahestehenden Leuten entwickeln sich richtige Polit-Clans - mit allen Vorteilen, die solche Clan-Bildungen für deren Mitglieder bieten. Trotzdem wird gerade aus der linken Ecke der Wert der "Gleichheit" täglich laut hinausposaunt.

 

Für Familien überlebenswichtig

Das im weitesten Sinne dynastische Denken scheint also eine essenzielle Notwendigkeit zur Erlangung und Bewahrung von Status, Besitz und Einfluss zu sein. Zweifellos ist dieses Denken auch und vor allem eine Bedingung für den langfristigen Erhalt der Familie, sonst wäre es nicht überall zu finden. Bei ganz normalen Familien mit Kindern ist die Situation letztlich ähnlich: Jeder Vater und jede Mutter möchten grundsätzlich das Beste für ihr eigen Fleisch und Blut, das ist der natürlichste und legitimste Wunsch aller Eltern.Und wenn die Kinder groß sind, dann will man das weiterhin. Man wünscht sich für sie glückliche Verbindungen, die Kinder sollen wieder Kinder haben und sie sollen es auch materiell gut haben.

 

Große Familien geben noch immer eine klare Identität und einen starken Rückhalt. Und generell ist die Familie weiterhin die fundamentale Basis jeder funktionierenden Gesellschaft. Ohne Familien entsteht Vereinzelung, Degeneration und am Ende die Auflösung der Privatgesellschaft. Es kommt nach der Erosion der Familie zu einem weiteren Auswuchern staatlicher Strukturen, die ohnehin schon jetzt weit in unsere familiären Bereiche hineinragen, dort aber eigentlich genuin fremd sind. Viele von uns halten jedoch diese Transformation der Familie für einen Fortschritt. In der linken Logik ist nur die aufgelöste Familie eine gute, denn nur ohne das Joch der Familie kann sich der Einzelne (und vor allem die Einzelne) angeblich selbst verwirklichen. 

 

Die Familie als höchster Wert 

Kulturen, in denen die Familie und die Sippe einen sehr hohen Stellenwert besitzen, wissen das besser als wir ach so Fortgeschrittenen. Deswegen möchten auch alle Immigranten aus Afrika und dem Orient so bald wie möglich ihre Familienmitglieder nachholen. Das stärkt die eigene Präsenz und die Identität - und es stärkt die Ansprüche gegenüber dem Einwanderungsland. Es ist daher kontraproduktiv, zu lockere Regeln für den Familiennachzug von Angehörigen der Asylberechtigten zu erstellen.

 

Familiennachzug mit unabsehbaren Folgen

In Deutschland erreicht die politische Debatte zu diesem Thema gerade ihren Höhepunkt, in Österreich ist aktuell kaum etwas davon zu vernehmen. Das Hauptaugenmerk für die zeitlich befristet bei uns Untergekommenen muss jedenfalls immer auf der frühestmöglichen Remigration liegen. Uns muss klar sein, dass Asyl keine Einwanderung darstellt, sondern eine Hilfsmaßnahme.  Und diese braucht objektiv betrachtet weder  Integration noch Familiennachzug.

 

Es muss auch bedacht werden, dass ein unkritisch erlaubter Familiennachzug immer "dynastische" Folgen haben wird. Gerade, wenn im Zielland die strukturelle Schwäche der Familien zunimmt (was in Europa aufgrund der geringen Geburtenraten der Fall ist), tun sich kinderreiche Immigranten mit dem Aufbau von Clan-Strukturen und dem Import und der Ausbreitung ihrer eigenen Großfamilien grundsätzlich leichter.

 

Man kann diese Entwicklung politisch ablehnen und die wachsende Problematik immer wieder aufzeigen - so wie es etwa der ungarische Premier Viktor Orban tut und auch die neue Bundesregierung in Österreich. Man kann die längst begonnene Veränderung Europas aber auch politisch befürworten, nur sollte man es dann klar sagen und den Bürger nicht immer mit diversen Begriffsvermischungen hinters Licht führen.

 

Die Unterscheidung Flüchtling/Illegaler Migrant/Asylwerber/Asylberechtigter/Abzuschiebender/Legaler Migrant ist eine, die aus taktischen Gründen von den Unterstützern der Massenmigration noch immer nicht korrekt eingehalten wird. Das macht die Schaffung einer klaren und einheitlichen europäischen Migrationspolitik weiterhin enorm schwierig. Und es macht die Orientierung für den Bürger, wohin eigentlich die Reise Europas gehen soll, ebenso kompliziert und verwirrend. Wir müssen uns daher auf unsere eigene Nation und unsere eigenen Familien konzentrieren und die Zukunft selber in die Hand nehmen.

 

 

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Die Gesinnungsethiker im Kolbenreiber

Seit in Österreich angeblich die Nazis die Herrschaft übernommen haben, steht kein Redaktions-Computer mehr still und kein Kommentator tut noch ein Auge zu. Die heldenmütig selbsternannten antifaschistischen Kämpfer, die dann doch nur als Schreibtischtäter daherkommen und in ihren teils staatsfinanzierten "Qualitätsmedien" der Inquisition frönen, wetzen unruhig auf ihren (Durch-)Drehsesseln hin und her und wissen gar nicht, wo sie anfangen sollen. Im eigenen Medium? Auf Twitter? Auf Facebook? Beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk anrufen? Oder beim "Falter", dem offiziellen Kirchenblatt der Linken nachfragen und da wie dort die vielen gleichgesinnten Hypermoralisten zusammentrommeln? Hallo, Armin? Bist du eh da? Und Florian, klenkst du eh noch den Falter?

 

Das lodernde Feuer der Hypermoral

Die Hypermoralisten brennen im atemlosen Dauerkontakt mit ihrer Informantenherde, die schafsgleich die weiten Wiesen der Social Media abgrast. Die medialen Erzbischöfe als Hüter des Hypermoralismus sind mit ihrer Herde dort stets auf der fiebrig-schnüffelnden Suche nach einem besonderen Gustostück, das man nach dem Fund beglückt beblöken kann. Unter all dem Heu findet sich immer noch irgendwo ein abgegriffenes Liederbüchlein, vielleicht gar mit Runenschrift.  Oder man hat überhaupt das größte Glück und trifft auf einen grenzdebilen Zu-Spät-Nazi, der seinen Ideologie-Quargel zum besten geben möchte und den man dann genüsslich vorführen kann.

 

Die Situation ist heiss und wird immer heisser, der Motor der Gesinnungsethiker und also hypermoralistischen Weltanschauungsfanatiker dreht immer höher. Der Kolbenreiber ist nahe. Wer hätte gedacht, dass die längst ausgeleierte Nazi-Keulen-Maschine in der letzten Phase ihrer Nutzung noch solche Drehzahlen und solch eine Hitze entwickeln kann? Wer hätte gedacht, dass sich augenscheinlich normale Leute mit virtuellem Schaum vorm Mund in der Wiener City vor einem Ballsaal zusammenrotten, um gegen Nazis zu demonstrieren, wo gar keine Nazis sind?

 

Ein psychologisches Phänomen

Tiefenpsychologisch ist dieses absurde Empörungsphänomen leicht erklärt: Es geht um einen seelischen Prozess namens  Projektion. Und diese Projektion ist nach Sigmund Freud nichts anderes als "das Verfolgen eigener Wünsche im anderen."  Man wird ja immer von denjenigen Dingen im Anderen am meisten affiziert, deren Anteile man auch in sich trägt. Wer also eine heimliche Sympathie für die Schandtaten der längst toten bösen Recken des Dritten Reiches empfindet, dies aber im Gewissensnotstand nicht zugeben kann, projiziert seinen inwendigen Konflikt nach außen und kehrt seine inneren Wünsche in äussere Ablehnungen um. Der Nutzen dieses Verhaltens ist klar: Man bleibt dadurch immer mit seinen heimlichen Desideraten in Verbindung,

 

Erst die Projektion macht die Aggression

Nach der Projektion beschimpft man dann die anderen als das, was man sich nicht selbst zu sein traut: Eben als Nazis. Dabei ist es völlig unerheblich, ob die anderen wirklich Nazis sind (sie sind es zu 99,7% nicht) oder sonst etwas. Wichtig ist dem überhitzten Gesinnungsethiker, dass er bestimmte Symbole und Codes vorfindet. Die heissen:  Rechts sein, nationale Anliegen pflegen, die deutsche Kultur bevorzugen, eine Affinität zur Armee haben, Waffen für sinnvoll halten, Säbelfechten können, alte Werte pflegen, die traditionelle Familie wertschätzen usw. Reicht doch, oder? Alles Nazi, eh klar.

 

Alle brauchen Rituale

Um sich selbst in dieser oft gar nicht erkannten mangelhaften Situation zurechtzufinden, braucht der gesinnungsethisch heissgelaufene Hypermoralist stets bestimmte Rituale. Eines davon ist die Demonstration. Oder die Lichterkette. Diese Phänomene sind nach dem Soziologen Alexander Grau die Formen der "Heiligen Messe des Hypermoralismus". In der einmal erreichten kollektiven Erregung kann nur durch die mediale Zurschaustellung eines quasi-priesterlichen Hochamts ein "Betroffenheitsabbau" (Alexander Grau)  geschehen und erst nach der Demo kann der überhitzte Gesinnungsethiker seinen festgefressenen Kolben wieder flottmachen. 

 

Sisyphos lässt grüßen

Weil der Hypermoralist aber wesensmäßig zum sisyphosartigen Dasein bestimmt ist und aus diesem ohne Einsicht, ohne einen Gnadenakt  bzw. ohne eine professionelle Intervention nicht herauskommen kann, ist er dazu verdammt, schon am nächsten Tag sein schepperndes Antifa-Mobil neu zu starten und es wiederum so lange zu treten und heißzufahren, bis der unvermeidliche nächste Kolbenreiber per "Heiliger Messe" behoben werden muss.

 

Und so geht das Leben der Hypermoralisten seinen stets vorhersagbaren Gang. Gefangen im Zeitgeist müssen die orthodoxen Gesinnungsethiker ihre gemischte Rolle aus Opfertum, Aktivismus, Empörung, Vorwurfshaltung und der ununterbrochenen gegenseitigen tröstenden Versicherung, ohnehin die Guten zu sein, offenbar bis zum St. Nimmerleinstag weiterspielen.

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Bekennt Euch!

Jeder von uns weiß im Inneren, was Kultur bedeutet, aber wenn man den Begriff Kultur exakt definieren soll, wird es schwierig, denn die Bandbreite der Beschreibungen ist groß. Google schlägt als Begriffserklärung vor: "Kultur ist die Gesamtheit der geistigen, künstlerischen und wissenschaftlichen Leistungen, die ein Volk oder eine Epoche charakterisieren." Der holländische Kulturwissenschaftler Geert Hofstede fand eine andere und durchaus prägnante Formulierung für die Definition des Kulturbegriffs: "Kultur ist die kollektive Programmierung des Geistes". Man könnte Hofstede weiterdenken und sagen, Kultur ist am Besten im Zeitgeist zu erkennen. 

 

Kultur heißt Entfaltung

Sicher ist: Jede Kultur hat spezifische Merkmale, die ihre Stärken und Schwächen charakterisieren. Jeder von uns ist in einer bestimmten Kultur sozialisiert worden und jeder von uns trägt daher eine kulturelle Prägung in sich. Als Erwachsener wird man nicht umhin können, sich in irgendeiner Weise zu einer Kultur zu bekennen. Es geht gar nicht anders: Erst die Kultur vervollständigt die jeweilige persönliche Identität und nur durch die jeweiligen kulturellen Eigenschaften seines persönlichen "Habitats" kann sich der Mensch entsprechend entfalten. 

 

Die Gefahr der Erosion

In der westlichen Welt hat sich nach dem Zweiten Weltkrieg und ganz besonders nach 1968 eine tiefgreifende Erosion der Kultur und des Kulturbegriffs breitgemacht, die letztlich auch eine substanzielle Gefährdung der Identitäten mit sich bringt. Die Rede ist vom Kulturrelativismus, der aus dem Gleichheitsideal entsprungen ist und in Europa und den USA lange Zeit fröhliche Urständ` feierte. Der Zeitgeist wollte es so: Alle Kulturen dieser Welt waren plötzlich gleich wertvoll und jede Kultur galt für sich genommen als sakrosankt. Keinesfalls durfte man als Bürger des Westens Kritik an anderen Kulturen üben oder diese gar als weniger hochstehend oder unterentwickelt bezeichnen. Und absolut verpönt war es, die Kultur des Westens als den Goldstandard der menschlichen Entwicklung zu betrachten. Für so eine Einstellung wurde flugs ein neues und pejoratives Wort erfunden: Kulturimperialismus.

 

Aus Toleranz wurde Feigheit

Man war zwar hinter vorgehaltener Hand oder in abstrakten Sonntagsreden stets der Meinung, dass die westliche Demokratie und die Errungenschaften des Westens das Ideal für den freien Menschen darstellen, aber selbstverständlich muss der tolerante und ach so großzügige Westmensch den anderen Völkern ihre Kulturen lassen und diese respektieren, auch wenn dort Intoleranz und Unterdrückung herrschen. Diese hehre und angeblich humanistische Denke, die in Wirklichkeit leider nur falsch und feig ist, galt demzufolge auch für jene, die bei uns im Westen in importierten Parallelgesellschaften leben.

 

Multi-Kulti als Irrweg

Der Salat, der daraus entstand, hieß Multi-Kulti und lange Zeit war jeder Zweifel an dieser Mixtur aus zeitgeistigen Gründen offiziell verpönt. Heute wissen wir, dass die bedingungs- und kritiklose Akklamation und die unbegrenzte Aufnahme anderer Kulturen erst genau jene Probleme schuf, die man durch die ausgebreiteten Arme zu verhindern suchte. Multi-Kulti gefällt daher nur mehr den fanatischen Gleichheitsaposteln im linken Spektrum.

 

Dort gibt es nämlich leider noch immer genug Leute, die ein Ineinanderfließen von grundsätzlich inkompatiblen Kulturen für möglich und sogar für erstrebenswert halten. Diese Internationalisten träumen nach wie vor von einer Welt ohne Grenzen, von einem Vereinten Europa ohne Nationen und letztlich vom Weltstaat, in dem die immer schon widersprüchlichen Slogans der Französischen Revolution endlich umgesetzt werden können: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. 

 

Dabei muss jedem rational denkenden Menschen längst klar sein, dass Freiheit und Gleichheit sich diametral widersprechen, ja einander sogar ausschließen. Wer frei sein will, kann nicht gleich sein und wer die Gleichheit will, muss den Menschen die Freiheit nehmen. Und übrigens - warum heisst es überhaupt noch Brüderlichkeit, wo doch heute die Schwestern so gern den Ton angeben möchten? Man sieht: Da drüben auf der linken Seite herrschen Inkonsistenzen und falsche Logik, wohin man auch schaut.

 

Es geht ums Ganze

Zurück zur Kultur. Die Forderung lautet, dass sich gerade jetzt jeder zu seiner Kultur und zu seinem Kulturkreis bekennen muss. Nicht nur innerlich, sondern auch in seinem Verhalten und Auftreten. Die westliche Kultur kann nur überleben, wenn man ihre Inhalte und Grenzen unablässig ganz klar und vernehmbar aufzeigt. Dazu muss man sich immer wieder auf die beiden Grundpfeiler des Westens namens Aufklärung und Christentum besinnen und alle, die bei uns leben wollen, daran messen.

 

Endlose Toleranz und grenzenlose Offenheit, die in Wirklichkeit nur Feigheit und Schwäche sind, dürfen in einer vitalen Kultur keinen Platz haben, denn das ist ihr Untergang. Zivilisation braucht Kultur und jede Kultur braucht ein klares Bekenntnis. Ebenso braucht eine überlebensfähige Kultur feste Regelwerke, die sich nicht den oben genannten falschen Idealen beugen. Daran führt kein Weg vorbei. Einige Regierungen in Europa haben das schon begriffen, andere glauben noch immer, mit pseudohumanistischen Verdrehungen ihre Nationen in eine bessere Zukunft führen zu können. Sie sollten ihren Geist schleunigst umprogrammieren, sonst ist es zu spät.

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Die Tölpelei der moralischen Entrüstung

 

Die Tölpelei der moralischen Entrüstung - so nannte der kristallklar formulierende Philosoph Friedrich Nietzsche schon vor 150 Jahren jenes Phänomen, das wir heute als den "Empörismus" kennen. Unsere zeitgenössische moralinsaure Dauerempörung entspringt bekanntlich der unseligen Politischen Korrektheit und einem grundsätzlich linksideologischen Denken. Die Entrüstungserscheinungen im 19. Jahrhundert waren aber ganz offensichtlich ähnlich gestaltet wie die heutigen.

 

Der einzige Unterschied zu heute bestand wohl nur insofern, als dass der Hypermoralismus damals nahezu ausschließlich von der Religion getriggert wurde und Kennzeichen der "christlichen" Heuchler war, während er in unseren Tagen aus den säkularisierten Ersatzreligionen namens Sozialismus und Modernismus kommt und meist von weltlichen "Würdenträgern" verbreitet wird.  Zum Ausgleich ist er dafür aber um nichts weniger geheuchelt.

 

Der stete Quell der linken Empörung ist versiegt

Lange Zeit waren dezidiert geäußerte Zweifel an der Asylpolitik oder gar offene Widerstände gegen die Massenmigration der Quell der linken Empörung: Wer 2015 nicht jubelnd am Bahnhof stand und dort den arabischen Ankömmlingen Teddybären zuwarf, geriet schnell in den Verdacht, ein Rechtsaußen oder Schlimmeres zu sein. Die Tölpelei der moralischen Entrüstung griff rasend schnell um sich und erfasste den Großteil der Politiker und nahezu sämtliche Kommentatoren in den sogenannten Qualitätsmedien. Die deutschsprachigen staatlichen Rundfunkanstalten waren wegen ihrer personellen und ideologischen Struktur ohnehin immer brav auf Linie. 

 

Nach dem Hype

Mittlerweile ist der Hype abgekühlt, Österreich hat eine Mitte-Rechts-Regierung und die Grundstimmung in der Gesellschaft hat sich stark verändert: Wo Entgrenzung und kritikloses Willkommen waren, sind wieder Vernunft und Hausverstand geworden. Wir wissen nun, dass der Migrationssturm von 2015 fast nur negative Folgen hat und längst sehen wir, dass sogar die eingefleischten Linken mit ihren xenophilen Haltungen zurückrudern und sich neu aufstellen müssen.

 

Wenn der Hypermoralismus und seine Hohepriester aber ein Betätigungsfeld verlieren, dann müssen sie sich zwanghaft ein neues suchen, so will das diese Ersatzreligion - und zwar bedingungslos. Gelingt das nicht, bleibt ihnen nämlich nur das Rumpelstilzchen-Schicksal und das ist schandhaft. Also sucht man fieberhaft nach Empörungsmaterial, an dem der eigene Hypermoralismus wieder Feuer fangen kann - sei das Feuer auch noch so geheuchelt, die Hauptsache ist, es lodert.

 

 #MeToo und das Skifahren

Und siehe da, man wird rasch fündig: Aufgepfropft auf die internationale #MeToo Debatte gibt es in Österreich ein besonders gehaltvolles "Schmankerl" politmedial zu verzehren - nämlich die längst verjährten angeblichen Schandtaten im Umfeld des Ski-Nationalteams aus den 70er Jahren. 

 

Die Proponenten der Ski-Story wussten ganz genau: Ski und Sex und alles dabei irgendwie am Rande des gerade noch Tolerablen oder eben nicht, vielleicht sogar ins Strafrecht ragend - das gibt Material genug für eine Empörungswelle sondergleichen. Den Skisport anzupatzen ist in Österreich ein Sakrileg und so etwas schafft natürlich öffentliches Interesse und große Aufregung vom Neusiedler- bis zum Bodensee. Als man bei den Hypermoralisten sah, dass man mit Ski & Sex seitenweise lachsrosa Blätter füllen kann und alle möglichen Moralisten dazu betroffen nicken und Aufarbeitung fordern, ließ man die finale Bombe platzen und exhumierte im bildlichen Sinne eine der größten österreichischen Skisportlegenden: Toni Sailer.

 

Tote können sich nicht wehren

Man widmet sich jetzt mit Verve einem fragwürdigen Ereignis aus dem Jahre 1974 (also 40 Jahre und einige Verjährungsfristen später), um dem dreifachen Olympiasieger, der seit neun Jahren tot ist, an den Karren zu fahren.  "Die Sache gehört aufgeklärt!" - so fordern die Moralisten in den Inquisitionsmedien. "Sauerei und Skandal, man will ein Idol stürzen!" - so reagieren die anderen, die Normalen, vom Landeshauptmann Tirols bis zur Kronenzeitung. Aber die Empörten wollen natürlich ihre Pseudoreligionsinhalte ausleben, es gibt kein Zurück, diese Fatwa gilt - zumindest bis zur nächsten.

 

Man greift sich nur mehr auf den Kopf

Diese neuerliche Tölpelei der moralischen Entrüstung ist haarsträubend, die Betulichkeit der "Aufklärer" und Dossier-Verfasser unerträglich und das Zelotentum der eifrigen Nachplapperer nur noch peinlich. Die antiken Römer  hatten einen noblen Spruch, wenn es um das Andenken von Verstorbenen ging: Er hieß Nil nisi bene de mortuis. Das heisst soviel wie: Man möge über die Toten nichts sagen und wenn, dann nur Gutes. Aber womöglich haben die Ideologen der Hypermoral wenig Bezug zum Noblen und ihre Halbbildung ist ohne klassische Inhalte?

 

Den linken Eiferern, die wie alle Glaubensfanatiker alles kurz und klein hauen wollen, was ihrer Ersatzreligion im Wege steht, kann man nichts erklären, weil ihre ideologische Weltsicht ihnen Scheuklappen implantiert hat und ihre gutmenschliche Tautologie ihnen scheinbar recht gibt. Man kann ihnen aber empfehlen, im stillen Kämmerlein bei den großen Denkern wie Nietzsche nachzuschlagen. Vielleicht vergessen sie über der luziden und gnadenlos überzeugenden Wortgewalt des Genies ihre beiden Ersatzreligionsgründer Marx und Engels und schaffen es danach, zumindest eine Einsicht in ihr grässlich falsches und tölpelhaftes Tun zu gewinnen.

 

 

 

 

 

 

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#MeToo - die Kampagne der Beschädigung

 

Immer mehr Frauen erkennen, dass die gesamte, ursprünglich von Hollywood ausgehende #MeToo Kampagne vor allem eines bewirkt: Eine nachhaltige Selbstbeschädigung der Frauen. In Österreich war es die Schauspielerin Nina Proll, die als erste den Mut fand, gegen den (pseudo-)feministischen Mainstream aufzutreten und die gravierenden Mängel und die negativen Effekte, welche der Kampagne innewohnen, aufzuzeigen.

 

Weltstars gegen #MeToo

Zuletzt haben trotz des von Hollywood weiter gepushten Hypes etliche weibliche Weltstars wie Catherine Deneuve die #MeToo - Kampagne kritisiert und fundierte Argumente gebracht, warum der Hype letztlich unsinnig, kontraproduktiv und daher schädlich ist. Natürlich bekommt auch Frau Deneuve jetzt ihr Fett weg und wird von den #MeToo - Fanatikerinnen im Gegenzug für ihre mutigen und klaren Worte angegriffen

 

Der Wind dreht sich

Aber der Meinungsschwenk ist unaufhaltsam. In Österreich haben einige gescheite Frauen aus der Plattform www.AdultsForAdults.eu  in der Tageszeitung "Der Standard" einen gut argumentierten Kommentar verfasst, warum die Aktion #MeToo den Frauen weitaus mehr schadet als nützt. Jene Frauen, die wirklich und mit validen Argumenten eine gesellschaftliche Verbesserung für ihre Geschlechtsgenossinnen erreichen wollen, sind auf lange Sich die Gewinner. Letzten Endes wird gegen die Vernunft keine noch so bombastisch aufgezogene und weltweit übertragene Show (wie etwa kürzlich die Golden Globe-Verleihung) etwas ausrichten können - #MeToo wird jämmerlich verebben.  

 

Der Hochglanz wird stumpf

Die diversen Redakteurinnen in den vielen Hochglanz-Magazinen, die der amerikanischen Entertainerin und #MeToo - Päpstin Oprah Winfrey und den federführend spätempörten Hollywood-Aktricen noch immer Jubelartikel über deren "Mut" und Offenheit verfassen, weil sie Dinge zur Sprache bringen, die angeblich vor 20 Jahren passiert sind, wirken mittlerweile etwas altbacken, ja sogar deplatziert und der Hochglanz wird deswegen langsam stumpf. 

 

Peinliche Bilder

Im Übrigen gibt es im Internet zahllose aussagekräftige Bilder, die gerade Frau Winfrey und andere mittlerweile empörte Hollywood-Damen fröhlich lächelnd und in enger Umarmung mit dem als Mega-Sexisten diskreditierten Produzenten Harvey Weinstein zeigen. Das wirkt ziemlich merkwürdig und peinlich angesichts des echauffierten Engagements, welches die Schauspielerinnen nun an den Tag legen.

 

Hausverstand und Anstand

Kluge Frauen werden in aller Ruhe und beständig weiter gegen #MeToo auftreten und Männer, die noch solche sind, werden sich weiterhin nicht als dienstfertige "Feministen" anbiedern, um bei den chronisch empörten Medien-Damen punkten zu können. Im Gegenteil, beide Geschlechter, so sie noch ihre Sinne und ihren Verstand beisammen haben, werden weder bei der dauernden Anpatze der Männer als böse Sexisten noch bei der Neuerschaffung der Frau als armes Opfer mitspielen. 

 

 

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Die Nazi-Keule als letztes "Argument"

Seit in Österreich die Regierungskoalition zwischen ÖVP und FPÖ an der Macht ist, kommen die wackeren antifaschistischen Kämpfer in ihren täglichen Postings und Kolumnen nicht mehr zur Ruhe: Zu vieles, was von der türkisblauen Regierung angedacht wird, ist aus Sicht der dauerentrüsteten  Antifa-Helden immer irgendwie "Nazi".

 

Das kann nur braun sein!

Ob es um die kürzlich diskutierte Ausgangssperre für Asylwerber geht oder um die Auslesung der Handy-Daten von zunächst illegalen Migranten, wenn angesprochen wird, dass deren Unterbringung in Großquartieren am besten wäre oder wenn der Innenminister vorschlägt, man müsse Flüchtlinge konzentriert an einem Ort halten - es ist ganz egal, welche Lösungsideen zum Problembereich Nr. 1 entwickelt werden: Alle diesbezüglichen Gedanken kommen von einer Mitte-Rechts-Koalition mit FPÖ-Beteiligung, also müssen diese Ideen natürlich einen suspekten Hintergrund haben - und der kann nur braun sein.

 

So lautet zumindest die Logik der eifrig schäumenden Kommentatoren in den sogenannten linksliberalen Medien in Österreich und dem Rest Europas. Deren Leser und die Follower in den Social Media machen gehorsam mit und verschiedene Alt-Politiker, die sich offenbar im Unruhezustand statt in der Pension befinden, verbreiten dazu ihre warnenden Botschaften.

 

Sie alle bezeichnen sich selber gerne als "Zivilgesellschaft", die zu Höherem, ja zum Höchsten berufen ist: Die Rettung der Republik vor den braunen Horden steht an und es ist die Aufgabe der Antifaschisten jedweder Provenienz, dies zu bewerkstelligen. Die Nazis müssen weg. Bei all diesen Entrüstungen ist es den sonst immer als Vorzeigedemokraten auftretenden Akteuren der Empörung völlig egal, dass die aktuellen politischen Mehrheiten durch eine demokratische Wahl von etablierten demokratischen Parteien zustande gekommen sind. Sie handeln stur nach dem wirklichkeitsverzerrenden Motto: Na und? Nazi ist Nazi!

 

Begriffsdefinition tut not

Aber - was ist ein Nazi eigentlich? In den Zeiten des Nationalsozialismus wurde der Begriff für diejenigen gebraucht, die "dabei" waren - also Mitglieder oder Sympathisanten der NSDAP. Nach dem Untergang des NS im Jahre 1945 wurde die Partei verboten und die Nazis wurden in langen Prozessen und in Umerziehungslagern wortwörtlich entnazifiziert. Ein echter (ehemaliger) Nazi muss also heute mindestens 90 Jahre alt sein, wenn er zum Ende des Dritten Reichs volljährig war und damals noch schnell Mitglied der NSDAP wurde. Anders gesagt: Die (ehemaligen) Nazis sind heute Greise oder schon tot. Man verwendet somit in den allermeisten Fällen eine völlig unzutreffende Bezeichnung, wenn man Menschen, die damals nicht dabei oder noch gar nicht geboren waren, heute als Nazi bezeichnet.

 

Im Strafrecht angesiedelt

Man gelangt mit dieser falschen Nomenklatur auch in juristisch heikle Gefilde: Die NSDAP gibt es zum Glück nicht mehr und jede deklarierte Sympathie mit der unseligen Ideologie ist strafbar. Wenn heute jemand wirklich ein (Neo-)Nazi im Sinne der Wiederbetätigung ist, dann muss er angezeigt und strafrechtlich verfolgt werden. So will es das Gesetz. Die Wiederbetätigung ist sogar ein Offizialdelikt, das heisst, der Staatsanwalt muss im Verdachtsfall von sich aus tätig werden.

 

Wer also jemanden als "Nazi!" bezeichnet, sollte tunlichst Beweise für Richtigkeit dieser Bezeichnung haben, denn man wird damit einen juristischen Prozess ins Rollen bringen. Um die Dimension zu erfassen: Im Jahre 2016 gab es 213 Anklagen wegen des Delikts "Wiederbetätigung". Insgesamt wurden im gleichen Zeitraum in Österreich ca. 80.000 Strafverfahren abgewickelt. Das Delikt betraf 2016 somit ca. 0,25% aller Anklagen.  Die Schwurgerichte sprachen in 83 Fällen Verurteilungen aus. Ob die 130 Freigesprochenen postwendend die Klage wegen Rufschädigung einbrachten, geht aus der Statistik nicht hervor. 

 

Das letzte Mittel

Klar ist, dass die Nazi-Keule das letzte und offensichtlich auch einzige Argumentationsmittel derjenigen Leute ist, die mit der aktuellen Mitte-Rechts-Politik nicht einverstanden sind. Freilich: Es ist legitim, eine andere Politik zu wollen - nur sollte man dann halt sagen können, welche genau das sein soll und man sollte rationale Argumente dafür finden. Nur "Nazi!" zu schreien ist für die Darstellung einer Alternative ein bisschen zu wenig konsistent.

 

Wie soll man da noch diskutieren?

Die politischen Sachdebatten, die immer wieder von genau jenen eingefordert werden, die ständig die abgedroschene N-Keule schwingen, sind im "Nazi!"-Geschrei nicht möglich. Man wird daher den Verdacht nicht los, dass die aktuelle Inhaltsleere der linken Ideologie und die weitgehend fehlenden klaren Ziele im linken politischen Spektrum mit dem antifaschistischen Gebrüll einfach nur überdeckt werden sollen. Und das ist das eigentlich Erschütternde: Die Linke kann sich heute offenbar nur noch über Negativismen, Protesthaltungen und so überzogene wie künstliche, dafür aber endlos empörte Antifa-Positionen definieren. 

 

 

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Der Gleichheitsgedanke vergiftet uns

Eines der Vorhaben der neuen Regierung lautet, die Familienbeihilfe für Kinder, die im Ausland leben, zu indexieren. Das heißt, die Unterstützung soll an die Kaufkraft an des jeweiligen Landes angepasst werden. Kinder, die in ärmeren EU-Ländern wohnen, erhalten dann weniger Zuschüsse. Jene in reicheren europäischen Ländern aber sogar mehr. Die Erhöhung würde etwa Kinder in der Schweiz, Dänemark oder Norwegen betreffen. Die Idee klingt insgesamt schlüssig und fair, sie war auch in der letzten Gesetzgebungsperiode schon ein Thema.

 

Kritik der Gleichheitsideologen

Die Gleichheitsfanatiker unter den EU-Rechtsgelehrten und die dem unerbittlichen Prinzip der Gleichheit anhängenden Politiker sind allerdings gegen diese neue Regelung, denn sie würde aus deren Sicht gegen die Gleichheit verstoßen. Der Gedankengang dieser Leute ist natürlich eine Pervertierung der Gleichheit.  Eine solche tritt immer auf, wenn man die Gleichheit zum absoluten Dogma erhebt und vor lauter Gleichmacherei auf Vernunft und Hausverstand vergisst.

 

Wenn Zuschüsse im Ausland an die dortigen Verhältnisse angepasst werden, ist dies ein Akt der Fairness und der Adaption an andere Verhältnisse und somit klar dem Gleichbehandlungsprinzip entsprechend. Würde man das nicht tun, erhalten ja die Kinder im Ausland in Relation mehr Geld als die in Österreich lebenden. Auf der jetzigen Lösung zu beharren, ist also absurd. Und eben unfair. Es gäbe dann getreu dem Orwellschen Prinzip, das in seinem Jahrhundertwerk Animal Farm herrschte, eindeutig Gleiche und Gleichere (das wären in dem Fall die Kinder im ärmeren EU-Ausland).

 

Bei der Migration ist es genauso

Ähnlich absurd ist es, wenn Migranten, die als Asylwerber ins Land gekommen sind, schon vor der Entscheidung über ihr Asylrecht der Status eines Österreichers zugeschrieben werden soll und man diese Leute weder in Gemeinschaftsquartieren noch in Großunterkünften unterbringen und dort kontrollieren dürfe, weil das angeblich nicht zumutbar wäre. Und sogar gegen die Menschenrechte verstieße, wie manche Ultralinke monieren. Auch diese verqueren Gedanken entstehen aus dem Gleichheitswahn, der gerade im Asylwesen seine höchst pittoresken Blüten treibt. 

 

Die Faktenlage ist klar: Asylwerber sind weder rechtlich noch im Sinne der Sozialgesetze den Einheimischen gleichgestellt. Wer illegal nach Europa migriert, muss zunächst einmal beweisen, dass es einen gesetzlichen Grund gibt, ihn hier zu behalten. Auch der ständige Ruf nach Integration ist eine Perversion, weil Asyl definitiv keine Einwanderung ist und die Asylberechtigten sobald wie möglich wieder nach Hause zurückkehren sollen. Um in die Integration zu investieren, muss man anderen Bereichen Geld wegnehmen. Das schadet letztlich den echten Einwanderern und natürlich den Einheimischen.

 

Von der Herberge ins 5-Stern-Hotel

Ein Großteil der  Migranten, die aus dem Orient oder Nordafrika zu uns kommen, kennen die europäischen Verhältnisse nur vom Hörensagen und aus den Bildern im Internet. Sie werden erst durch die Erzählungen über das Sozialparadies Europa zur Reise hierher bewegt. Ihre eigenen ökonomischen und sozialen Verhältnisse sind mit den hiesigen überhaupt nicht zu vergleichen und von Gleichbehandlung zu schwadronieren ist in diesem Zusammenhang geradezu haarsträubend. Dort, wo die Leute herkommen, herrschen völlig andere Verhältnisse.

 

Den Migranten aus der Denke der Gleichheit heraus den relativen Luxus der Vollversorgung in Privatquartieren und die Freiheiten eines EU-Bürgers anzubieten, ist also definitiv Unsinn und bewirkt nur eine Zunahme des sogenannten "Pull-Faktors" (also eine Verstärkung des Werbeeffekts in den Herkunftsländern) .

 

Ein guter Umgang gehört zur Zivilisation

Man kann und soll eine gute und menschenwürdige Versorgung in den noch zu schaffenden Großquartieren garantieren, das versteht sich von selbst. Jede darüber hinausgehende Maßnahme ist aber kontraproduktiv. Wer nach dem Verfahren kein Asylrecht bekommt, muss ohnehin zurück, weil er unberechtigt hierher gekommen ist. Und auch jene Ankömmlinge, die Asyl erhalten, müssen so früh wie möglich lernen, dass Österreich kein Nannystate ist, in dem man ohne Gegenleistung  eine unbefristete Vollversorgung erhält.

 

Das ist nur fair und gerecht der eigenen Bevölkerung gegenüber, die immerhin die Gesamtkosten für das Asylwesen trägt und sich mit all den Problemen, die aus der Massenmigration bereits entstanden sieht, auseinandersetzen muss.

 

Und die beste Lösung ist es ohnehin, endlich Asylzonen in Nordafrika zu erreichten, damit die Leute erst gar nicht nach Europa gelangen. Auf diese immer wieder seitens führender EU-Politiker angekündigten Einrichtungen warten wir noch immer.

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Leitkultur: Der gemeinsame Nenner ist verloren

Homogene Gesellschaften haben immer auch homogene kulturelle Strukturen. Die längste Zeit wurden die kulturellen Grundbedingungen Europas zum überwiegenden Teil durch metaphysische (religiöse) und klassisch-philosophische Fundamente gebildet: Das Christentum und die Aufklärung waren die beiden Komponenten, die jene Synthese ergaben, auf die man sich quer durch den Kontinent, ja eigentlich in der gesamten westlichen Welt, mit Erfolg einigen konnte. Die europäischen Nationen und die autochthonen Völker besaßen zwar ihre spezifischen kulturellen Unterschiede, im Kern orientierten sich aber alle an der genannten Synthese.

 

Kulturelle Transformation

Das alles ist durch eine tiefgreifende Umschichtung der Weltanschauungen in den letzten Jahrzehnten anders geworden. Genauer: Seit der sogenannten "68er-Revolution" ist der europäische Konsens kein solcher mehr. Wir bekamen zwar 1989 Osteuropa zurück und konnten den Kommunismus endlich überwinden, aber die politische Orientierung, die uns die 68er hinterlassen haben, ist uns geblieben. 

 

Das konservativ-bürgerlich-nationale Selbstverständnis wurde von den 68ern solange angegriffen, kritisiert und angepatzt, bis ihm ein gewisser Hautgout anhaftete, der zumindest mangelnde Modernität und ein irgendwie rückwärts gewandtes Denken vermittelte. Das Metaphysische ist zugunsten einer säkularen Haltung in den Hintergrund getreten und die klassische Philosophie hat sich durch die Frankfurter Schule in eine moralisch-politische Erziehungsanstalt gewandelt, die nur mehr die linksorientierten Einstellungen guthieß und als Muster für die gesellschaftliche Gestaltung  eben nur diese Haltungen zuließ.

 

Die sogenannten "Rechten" - also die Konservativen, die Bürgerlichen, die Nationalen und die Wirtschaftsliberalen - haben sich diese Ummünzung gefallen lassen, weil die Linken eine spezielle Waffe gegen sie einsetzten (und dies noch immer tun): Die Rede ist von der Nazi-Keule. Traditionelle Werte wie Nation, Brauchtum, Staatsvolk und regionale kulturelle Identität verloren deswegen massiv an Bedeutung. Man fürchtete sich, in den massiv vom Kulturmarxismus der Frankfurter Schule geprägten Medienwelt öffentlich als Brauner gebrandmarkt zu werden.

 

Zusatzfaktoren des Wandels

Aber auch andere Faktoren trugen zum Wandel bei: Das Erfolgsmodell "Familie" erodierte zusehends, da die Frauen durch die Pille die Kontrolle über die Empfängnis erlangten und sich so vom biologischen Los der ständigen Schwangerschaften "befreien" konnten. Die Geburtenraten gingen seither dramatisch zurück und haben sich nun bei einer Rate von 1,4 Kinder pro Frau auf einem stabil niedrigen Wert eingependelt. In der Realität ist dieser Wert langfristig mit einem Aussterben der europäischen Gesellschaften verbunden, da die Erhaltungsrate einer Population etwa 2,1 Kinder pro Frau beträgt. Die ersten Effekte sehen wir bereits: Das Generationsverhältnis beginnt, sich nachhaltig zu verschieben. Wir leben in einer Altengesellschaft, die am Kindermangel leidet.

 

Die kulturelle Transformation wurde von ihren treibenden Propagandisten stets mit wohlklingenden Etiketten versehen und damit erfolgreich verkauft: Begriffe wie die Freiheit des Einzelnen, die Selbstverwirklichung, die Gleichstellung und die Vielfalt sind nur einige der Schlagworte, von denen sich unzählige Leute verblenden ließen.

 

"Einheit durch Vielfalt", so lautet einer der geschmeidigen Schlachtrufe unserer kulturmarxistischen Weltverbesserer. Gerade diese vor allem durch den Genderismus gekennzeichnete Vielfalt, die immer auch Gleichheit bedeuten soll, zeigt uns die monströse Absurdität des 68er-Projektes:  Eine Gesellschaft, in der die Diversity zum zentralen Dogma geworden ist, kann sich in letzter Konsequenz nur noch auflösen und lediglich eine Zweckgemeinschaft zahlloser "Ichs" bilden, die mal diese und mal jene kurzfristig und zufällig gemeinsamen Interessen verfolgen.

 

Wenn diese Individuen ihre jeweilige Selbstverwirklichung suchen sollen, dann müssen deren Interessen ja individuell und daher völlig verschieden sein. Sie werden also ununterbrochen wechseln und andere sein - und das kann nur zum Chaos führen. Wenn diese Gesellschaft dann andererseits auch noch die Gleichheit erreichen will (und das ist ihr futuristisches Credo), so muss sie am Ende nicht das freie Individuum, sondern den geschlechtslosen Einheitsmenschen hervorbringen, der in der Mao-Uniform sein Dasein fristet. Anders ist Gleichheit nicht zu haben.

 

Dieser Widerspruch zwischen Gleichheit und Individuum ist unauflösbar und wir sehen an ihm zweifelsfrei: Der gesamte Kulturmarxismus und die 68er-Denke sind Lügengebäude und Hirngespinst in einem. Diese politische Philosophie stellt nur eine Karotte vor der Nase des sinnsuchenden Menschen dar, kann aber niemals ihre süßen Heilsversprechungen erfüllen.

 

Zeit der Erkenntnis, Zeit der Entscheidung

Doch die Zeit der Erkenntnis ist angebrochen. Die Massenmigration, die ein weiteres und zentrales Ziel der linken Denke darstellt, hat vielen Menschen die Augen geöffnet.  Die Zweifel an den hier geschilderten und  in großen Teilen der Politik und der Medien tief verankerten Positionen der Frankfurter Schule nehmen sichtlich und spürbar zu. Der Ausgang der österreichischen Nationalratswahl und die frisch angelobte Mitte-Rechts-Regierung ist das sichtbare Zeichen dafür.

 

Aber das ist erst der Anfang: Die Rückbesinnung auf die Traditionen und auf die konservativen Haltungen ist voll im Gange und die weltanschauliche Neuausrichtung hat unaufhaltsam begonnen. Allerdings wird eine Rückkehr zu einem gemeinsamen gesellschaftlichen Nenner in Europa sehr schwierig, wenn nicht sogar unmöglich werden.

 

Man wird sich daher überlegen müssen, ob man nicht lieber eine völlige politische Neuordnung des Kontinents anstreben sollte. Hier die Länder, Völker und Nationen, die ihre Stärke aus ihrer Geschichte und ihrer eigenen kulturellen Identität beziehen und dort die Regionen und Gesellschaftsgruppen, die sich dem Kulturmarxismus nicht mehr entziehen können oder wollen und sich schon jetzt auf neue Herren vorbereitet haben.  Das mag wie eine Vision klingen, ist aber womöglich die bessere Variante als eine permanente konfliktgeneigte Situation, die aufgrund der auseinander strebenden Interessen den Kontinent und den Kulturraum Europa in die Dauerkrise stürzen.

 

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Wir Rechten hatten recht. Leider!

Heute sind selbst die naivsten Teddybärenwerfer, die im Rahmen der Willkommenskultur auf den deutschen und österreichischen Bahnhöfen im Herbst 2015 freudig ihre Menschlichkeit demonstriert haben, zu Kritikern der Migrationspolitik geworden und sehr viele ehemalige Verteidiger der offenen Grenzen sind längst der Ansicht, dass damals von den europäischen Regierungen schwere und fatale Fehler begangen wurden.

 

Die Mehrheit lehnt die Merkel-Politik ab

Natürlich wird diese Überzeugung oft nur hinter vorgehaltener Hand und sehr vorsichtig zum Besten gegeben, aber immerhin: Die Mehrheit (zumindest in Österreich) hat begriffen, dass man mit der Merkel-Politik unser Europa in seinen Grundfesten gefährdet hat und dies noch immer tut. Die österreichische Nationalratswahl hat diesen Meinungswechsel bewiesen und einen entsprechenden Regierungsumbau ermöglicht.

 

Der Umschwung erfolgte spät, aber zu Recht: Soeben ist eine neue deutsche Studie erschienen, die beweist, dass gerade vom Milieu der neuen Migranten (man sollte das Wort Flüchtling vermeiden - warum, erkläre ich gleich) - dass also von dieser Gruppe massive kriminelle Energien ausgehen, die eine deutliche Zunahme der Gewalttaten verursachen.

 

Keine rechte Propaganda

Jetzt haben wir endlich Fakten zu einem Phänomen, das bis vor kurzem immer nur als rechte Propaganda bezeichnet wurde. Das Phänomen der freiwillig hereingeholten Ausländer-Kriminalität nennt sich jetzt "Flüchtlingskriminalität", weil bereits am Anfang der Krise das falsche Wording für die Ankömmlinge verwendet wurde: Jeder Migrant wurde zum Flüchtling gemacht und solcherart förmlich für sakrosankt erklärt. Nun haben wir den Salat. Den Flüchtling hat aufgrund der Faktenlage der reale Bedeutungswandel erwischt.

 

Plötzlich sind einst willkommene "Flüchtlinge" nur noch simple Verbrecher und aufgrund der falschen Begrifflichkeitszuordnung werden pauschal alle Fremden, egal, ob wirklich hilfswürdiger Flüchtling oder immer schon illegaler Immigrant in ein schiefes Licht gerückt - ob man will oder nicht. Das geringe Restvertrauen, das viele Bürger den Ankömmlingen noch immer entgegengebracht haben, ist nun endgültig weg. Jeder wird verdächtig.

 

Es gibt kein richtiges Leben im falschen

Wir erkennen: Wenn wir die falschen Begriffe verwenden, schaffen wir auch eine falsche Realität. Und wenn sich Medien und Politik über längere Zeit bemühen, die realen Verhältnisse durch Begriffsverzerrungen und Umdeutungen zu manipulieren, kommt am Ende nichts Gutes dabei heraus, für niemanden. Die einen stehen angesichts der Kriminalstudie da wie begossene Pudel (die Gutmenschen und Manipulatoren), die anderen (die Immigranten) haben kaum noch ein Standing. Wo Altruismus war, ist Misstrauen geworden.

 

Die "Gewinner" sind ausschließlich diejenigen Kritiker, die von Anfang an auf all diese Folgen hingewiesen haben und dafür als Rassisten, Hasser, Nazis, Rechtsextreme usw. bezeichnet wurden. Diejenigen, die das damals den Kritikern nachsagten, ja geradezu nachbrüllten, sind nun gerade dabei, ihrem jetzt  dröhnenden Schweigen irgendeine Sinn zu geben und versuchen sich in Ablenkungsmanövern wie etwa den #Metoo - Debatten oder anderem Unsinn.

 

Das Drama bleibt

Das massive Migrationsproblem bleibt bestehen: Wir habe in einem Anfall einer kausal und motivbezogen noch immer nicht geklärten sogenannten Humanität die Gesetze gebrochen und nicht nur den falschen Leuten geholfen, sondern auch sehr viel falsche Leute dauerhaft ins Land gelassen.

 

Das Bedrohliche dabei sind nicht nur die vielen, denen wir nicht (mehr) vertrauen können. Wir sehen ja erst die Spitze dieses seit 2015 importierten Eisbergs. Was jetzt noch auf uns zukommt, sind die wirklich großen Probleme. Sie heißen: Notwendigkeit der massenhaften Remigration, Ausschaffung aller Kriminellen, verstärkter Grenzschutz, polizeiliche und militärische Abwehr der Illegalen, "Rescue Camps" zur raschen Abwicklung der Asylverfahren usw.

 

Jetzt kommen die hässlichen Bilder

Der jetzige Bundeskanzler Sebastian Kurz hat einmal gesagt, dass man sich nicht "vor den hässlichen Bildern" fürchten dürfe. Er ist jetzt in die Lage gekommen, diese Bilder demnächst nicht nur aushalten und erklären, sondern sie in Bälde auch verantworten zu müssen. Ein nochmaliges Hinauszögern der notwendigen Maßnahmen wird niemand mehr in irgendeiner Weise billigen oder gar rechtfertigen können. Hoffentlich hört die jetzige Regierung nun rechtzeitig auf jene Kritiker, die schon 2015 recht gehabt haben. Die Wahrscheinlichkeit ist groß: Ein erklecklicher Anteil dieser Kritiker ist ja jetzt in verantwortlichen Regierungspositionen.

 

 

 

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Die Sozialdemokratie hat ihren Namen verwirkt

Die Sozialdemokraten hießen nicht immer so. Sie wählten diesen Namen, um nicht mit ihren Cousins, den Sozialisten des Ostens, die in Wirklichkeit totalitäre Kommunisten waren, verwechselt zu werden. In Österreich erfolgte die Umtaufe der SPÖ im Jahre 1981. Vorher waren die Roten auch bei uns einfach nur "Sozialisten". Das hätten sie bleiben sollen, es wäre ehrlicher gewesen. 

 

Demokratie und links: Ein NoGo

Denn mit der Demokratie haben die Sozialdemokraten nicht viel am Hut, das haben die Reaktionen auf die letzte österreichischen Nationalratswahl bewiesen. Seit wir eine Mitte-Rechts-Regierung haben, sind die Roten aus dem Häuschen. Die Oppositionsbank ist offenbar äusserst unbequem. Vor allem, wenn man dort jahrelang nicht gesessen ist. Die Sozialdemokraten können die lupenrein demokratisch über die Bühne gegangene österreichische Wahl und den Regierungswechsel nicht verkraften, denn nach der sozialdemokratischen Weltsicht steht nur den Roten das Recht auf Regierung zu. Diese Meinung kann man natürlich vertreten, sie ist aber nicht demokratisch, sondern eben totalitär - wie Linke in Wirklichkeit sind. Sie sollten dazu stehen. Soviel politische Ehrlichkeit kann man auch von Linken verlangen.

 

Das Rote Europa kreischt

Dasselbe gilt für die anderen Sozialdemokraten in Europa, die Österreich wieder einmal unter Beobachtung stellen wollen und höchstgradig besorgt und irritiert sind, weil bei uns die FPÖ in der Regierung ist. Das sehen die Roten Demokraten in vielen EU-Ländern gar nicht gerne - demokratische Wahl hin oder her. Denn auch für die Internationalsozialisten gilt, dass sie im Grunde eine totalitäre Weltsicht vertreten und alles, was rechts ist, nach der linken Meinung kein Anrecht hat, regieren zu dürfen. Die Moral ist nach deren Meinung links und nur links ist die Demokratie.

 

Weil das natürlich sachlich grundfalsch und definitiv antidemokratisch ist, sollten wir alle, die wir noch mitdenken können und der echten Demokratie verpflichtet sind, darauf drängen, dass die Roten sich wieder als das bezeichnen, was sie sind: Simple Sozialisten mit totalitärem Anspruch. 

 

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Viele Fragen bleiben offen

Nach den Weihnachtsfeiertagen ging der Bericht fast wie eine Jubelmeldung durch die Medien: Im Jahr 2017 seien in Österreich "nur" mehr 19.000 Asylanträge eingebracht worden. Im Jahre 2016 waren es noch über 40.000 Anträge. Die meisten der heurigen Asylwerber kommen aus Syrien (etwa 10.000) und Afghanistan (über 3000). Die Syrer haben  nach wie vor die besten Chancen auf Asyl, 90% von ihnen dürfen bleiben. Von den Afghanen sind es immerhin 50%. 

 

Bitte um Antworten!

Die vom Innenministerium berichteten nüchternen Zahlen lassen einige grundlegende Fragen offen: Wie weisen die 10.000 Syrer nach, dass sie wirklich Syrer sind? Woher kommen die insgesamt 19.000 Migranten, wenn doch die Balkanroute geschlossen ist? Wie und wo gelangen diese abertausenden Asylsucher nach Österreich? Kamen sie über den Brenner, über irgendeine grüne Grenze oder wurden sie vielleicht gar offiziell nach Österreich gebracht und die Bevölkerung hat davon nichts erfahren? 19.000 Asylanten im Jahr heißt doch umgerechnet: Pro Tag überwinden ca. 50 Personen die österreichische Grenze, um hier Asyl zu begehren.

 

Alle diese Menschen waren vorher offensichtlich in anderen EU-Staaten und müssten nach der noch immer gültigen Dublin-Regel umgehend dorthin zurückgebracht werden, wo sie das erste Mal europäischen Boden betreten haben. Das Asylverfahren muss nämlich nach dieser Regel in jenem EU-Land abgewickelt werden, das der Asylwerber zuerst erreicht hat - und zwar innerhalb der ersten 3 Monate nach Ankunft. Warum geschieht das nicht?  Warum werden die aufwendigen und teuren Asylverfahren hier in Österreich geführt?

 

Genf und die Konvention

Man muss in der Asylfrage auch immer wieder auf die zentrale Definition der Genfer Flüchtlingskonvention (GFK) verweisen, die genau festlegt, was unter einem Flüchtling zu verstehen ist. Von den Unterstützern der Massenimmigration wird die GFK ja ständig im Mund geführt, tatsächlich passt sie aber nur auf einen ganz geringen Teil der Migranten. Die GFK besagt im Wortlaut:  Ein „Flüchtling“ ist eine Person, die „aus der begründeten Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Religion, Staatszugehörigkeit, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt oder besitzen würde, und den Schutz dieses Landes nicht in Anspruch nehmen kann oder wegen dieser Befürchtungen nicht in Anspruch nehmen will". 

 

Die GFK schreibt also nichts davon, dass Krieg oder Bürgerkrieg ein akzeptabler Fluchtgrund wäre. Über diese Tatsache schummeln sich fast alle Politiker, Berichterstatter und Asylanwälte noch immer hinweg. Wir müssen uns auch vor Augen halten, dass die meisten der Ankömmlinge weiterhin junge Männer im wehrfähigen Alter sind, die in ihren Heimatregionen den Kämpfen ausweichen - aus welchen Gründen auch immer. Hier in Österreich wird die stetige zahlenmäßige Zunahme der jungen Orientalen und Afrikaner nicht dabei helfen,  die ohnehin schon bestehenden Probleme in und mit dieser sozialen Gruppe zu verringern. Wir wissen aus den Kriminalstatistiken, dass es besonders oft mit den Afghanen und Tschetschenen gefährliche Situationen gibt. Wie gedenken die Verantwortlichen mit dieser Tatsache, die unsere öffentliche Sicherheit berührt, zukünftig umzugehen?

 

Handlungsbedarf

Die neue Regierung ist angetreten, all diese brennenden Fragen zu beantworten und die daraus entstandenen Probleme zu lösen. Es wäre schön, wenn der Bevölkerung nun reiner Wein eingeschenkt würde und die Bürger informiert werden, was hier wirklich läuft.  Vor allem hat der Souverän einen Anspruch darauf, dass die rechtlichen Voraussetzungen endlich eingehalten werden. Der Rückgang von 40.000 Asylanträge im Jahr 2016 auf 19.000 im Jahr 2017 ist also kein Grund zur Freude, sondern er sollte uns zu denken geben und die Regierung erst recht zu klaren Antworten und raschen Handlungen veranlassen.

 

 

 

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Jesus war kein Flüchtlingskind

Politisch linksorientierte Menschen haben es üblicherweise nicht so mit der Kirche und dem Christentum. Wenn aber Kirchenfeste wie Weihnachten Anlass und Möglichkeiten bieten, sie für die eigenen, oft sinistren Zwecke zu instrumentalisieren oder gar den Christen aus demselben Grund die Evangelien erklären zu wollen, dann werden die üblichen Kirchenkritiker, die das restliche Jahr meist Häme gegenüber dem Christentum verbreiten, plötzlich zu Bibelspezialisten und beherrschen scheinbar die Exegese der Heiligen Schrift besser als die Theologen und Priester.

 

Die Familie war nicht auf der Flucht

Alle Jahre wieder wird in diversen Artikeln und Kommentaren der Mythos verbreitet, Jesus wäre ein Flüchtlingskind und seine Geburt in Bethlehem deswegen eine dramatische und gefährliche Angelegenheit gewesen. Das ist aber nach dem offiziellen und in jeder Weihnachtsmesse verlesenen Weihnachtsevangelium von Lukas  definitiv nicht wahr. Maria und Josef waren gemäß dem Evangelisten Lukas auf dem Weg zu einer von Kaiser Augustus angeordneten Volkszählung, die zur Erstellung der Steuerlisten angeordnet worden war. Die Einwohner Judäas mussten deswegen in ihre Geburtsstadt reisen, um sich dort zu melden. Maria und Josef brachen deswegen auf, fanden aber zur Zeit der Niederkunft kein freies Zimmer in den Herbergen und mussten sich mit einem Stall begnügen (was damals kein ungewöhnlicher Platz für Reisende war). Die Geburtsgeschichte aus dem Stall in Bethlehem wird trotzdem fälschlicherweise immer wieder als Flüchtlingsgeschichte dargestellt. 

 

Eine andere Version

Freilich, der Evangelist Matthäus erzählt eine andere Version von Weihnachten bzw. der Zeit danach. Sie gilt allerdings nicht als das klassische Weihnachtsevangelium. Nach den Beschreibungen des Matthäus war der als brutale Schlächter verrufene und in ständiger Angst vor Attentaten lebende König Herodes höchst besorgt, dass laut den kursierenden Informationen ein neuer König der Juden (eben der Messias) geboren werden würde. Als er von Jesu Geburt hörte, schickte er Kundschafter aus, die bei Matthäus als "die Weisen" bezeichnet werden. Nach der Verifizierung der Geburt ordnete Herodes die Tötung aller männlichen Kinder unter zwei Jahren an. Er wollte sichergehen, dass nirgendwo ein Erstgeborener als Messias gefeiert werden könne.

 

Laut Matthäus wurde Josef rechtzeitig von einem Engel gewarnt und er floh danach mit seiner Familie nach Ägypten, um sich dort vor den Häschern des Königs zu verstecken und das Leben des Kindes zu retten. Nach dem Tod des Herodes kehrten Maria und Josef wieder nach Judäa zurück. Das war also keine Flucht, die der heutigen Massenmigration in irgendeiner Weise gleichzustellen ist. Es ging damals um eine ganz konkrete persönliche Bedrohung und nicht um wirtschaftliche, kulturelle oder religiöse Motive. Die Reise von Jesus, Maria und Josef erfolgte auch bloß über die nächste Grenze. Die heutige Massenmigration erstreckt sich hingegen über Kontinente und es migrieren kaum Familien, sondern vor allem junge Männer - aus wie gesagt gänzlich anderen Motiven.

 

Ein Missbrauch des Evangelisten

Die Matthäus-Geschichte wird trotzdem gern von linken Zynikern als "Beweis" dafür missbraucht, dass die Heilige Familie ein typisches Migrantenschicksal durchgemacht hätte und dass daher gerade die Christen das größte Verständnis für Flüchtlinge aller Art haben müssten. Das ist natürlich eine unlautere und anmaßende Argumentationstechnik. Christen sollten auf diese meist als Provokation gemeinten Anwürfe und Falschmeldungen nicht hereinfallen und sie gar nicht ernst nehmen. Apropos: Jeder ernstzunehmende Mensch wird anderen Menschen in echter Not und körperlicher Bedrängnis Hilfe vergönnen und selber etwas dazu beitragen, Notsituationen zu beheben oder zumindest zu lindern. Dazu braucht man keine linken Bibel-Exegeten, die das Evangelium offensichtlich noch weniger verstanden haben oder verstehen wollen als ihren Marx und ihren Engels.

 

Klare Worte sind notwendig

Christen müssen aber stets auch klarstellen: Die Bereitschaft zur Hilfe bedeutet nicht, dass man Migranten aller Art über tausende Kilometer nach Europa kommen lassen oder diese sogar per Jet einfliegen muss, wie dies kürzlich in Italien geschehen ist. Und Nächstenliebe heisst definitiv nicht, dass man kritiklos der Massenmigration das Wort reden und alle aufnehmen muss. Das Gegenteil ist wahr: Verantwortungsvolle Hilfe und ein vernünftiges Bewältigen der Migrationskrise kann nur in den Herkunftsregionen stattfinden. Und am allerwenigsten wird die Lösung der Krise in den von sauertöpfisch-atheistischen Besserwissern und linken Provokateuren besetzen Redaktionsstuben gelingen, aus denen zu Weihnachten regelmäßig süffisante Kommentare an die Öffentlichkeit dringen.

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Ja zum Quartier - aber nicht hier

In Österreich und Deutschland gibt es hunderttausende Migranten, deren Asylantragsverfahren negativ ausgegangen ist. Sie alle haben kein Bleiberecht erhalten und auch keinerlei juristischen Anspruch mehr darauf. Und doch bleiben die meisten dieser Leute unbefristet in unseren Ländern, weil die Rückführungen und Abschiebungen mehr schlecht als recht funktionieren.

 

Die Widerstände sind noch immer groß

Die Gründe für das nahezu totale Versagen des Rechtsstaates bei der Ausweisung der illegalen Migranten sind schnell aufgezählt: Es gibt zu wenig funktionierende Abkommen mit den Herkunftsländern und es gibt teils heftige politische Widerstände vor allem von den NGOs und den migrationsfördernd ausgerichteten Parteien und Politikern. Diese sind gegen rigorosere staatliche Maßnahmen, die eine effiziente Abschiebung ermöglichen würden. Patriotische Politiker hingegen favorisieren sinnvollerweise eine funktionierende Abschiebung. Gesetzestreue Juristen sowieso.

 

Damit wir wissen, von welchen Zahlen wir konkret reden: in Deutschland sind nach aktuellen Zahlen über 500.000 Asylwerber nicht aufenthaltsberechtigt. In Österreich sind es ca. 50.000. Dazu kommen all die anderen, die in den Vorjahren illegal eingewandert sind und deren Anträgen nicht entsprochen wurde. Alle diese Menschen können und dürfen nicht hierbleiben. Das ist durch rechtsstaatliche und rechtskräftige Verfahren festgestellt worden. Aber: Die allermeisten der Abgelehnten reisen nicht ab.

 

Die Versorgung von hunderttausenden Illegalen zusätzlich zu den vielen Hunderttausenden, die aufgrund des positiv ausgegangenen Asylverfahrens ein zumindest passagäres Bleiberecht erhalten haben, wird die Sozialstaaten Deutschland und Österreich an die Leistungsgrenze führen. Die emotionale Grenze der Bürger ist diesbezüglich sowieso schon längst überschritten. 

 

Handeln statt verhandeln

Also, was tun? Wie können wir eine Herbergsuche erfolgreich gestalten? Es gab am Anfang der Migrationskrise die oft kommunizierte Idee, sogenannte "Hot Spots" an den EU-Außengrenzen zu schaffen. Der Zustrom der Migranten hätte dort bewältigt werden sollen. Die  Menschenmassen sollten erst gar nicht nach Europa gelangen. Daraus ist bis heute nicht nur nichts geworden, sondern dieses primär sinnvolle Vorhaben ist vielmehr grandios gescheitert und von Merkel und Co. in den haarsträubenden Türkei-Deal umgewandelt worden. Ebensowenig wurde der x-fach versprochene Schutz der Außengrenzen realisiert.

 

Hots-Spots anders denken

Die Lösung: Man muss den Hot-Spot-Gedanken neu denken und nicht den Zustrom dort abwickeln, sondern die Rückführung. Die abgelehnten Asylwerber sind physisch bei uns und kein abstrakter Migrantenstrom mehr, den es vom grünen Tisch aus mit irgendwelchen Vorschlägen zu lenken gilt. Warum also keine angemieteten und professionell gemanagten EU-Zonen im Maghreb errichten, danach die illegalen und als Asylwerber abgelehnten Migranten dorthin bringen und im Anschluss nach und nach auf ihre Herkunftsländer verteilen?

 

Was spricht dagegen, den nordafrikanischen Ländern Know-how, Personal und räumliche Ressourcen zur Verfügung zu stellen, um die abertausenden aus dem orientalischen und afrikanischen Raum stammenden Leute dort unterzubringen? Der Einwand, das sei logistisch schwierig bis unmöglich, ist nicht gültig: Nach Naturkatastrophen beispielsweise ist es dem Westen immer sehr rasch gelungen, menschenwürdige Übergangsquartiere für hunderttausende Leute in der betroffenen Region aufzubauen und die Versorgung zu gewährleisten. 

 

Günstig und effizient

Eine Maghreb-Lösung ist nach allen Berechnungen auch wesentlich billiger, als die Migranten langfristig in Europa zu versorgen, wo für die Abgelehnten keine Chance auf Integration und auf rechtskonformen Aufenthalt besteht. Es wäre im Übrigen auch wesentlich fairer, den  Ankömmlingen klar zu zeigen, dass es auch zukünftig keine Möglichkeit gibt, bei uns zu bleiben. Und für migrationswillige Menschen in Afrika und im Orient, die noch nicht aufgebrochen sind, wäre es ein deutliches Zeichen, dass man nicht einfach so nach Europa einwandern kann und hier sozialstaatlich versorgt wird.  

 

Überdies muss man die Illegalen auch aus einem weiteren Grund so schnell wie möglich außer Landes bringen: Es besteht die Gefahr, dass viele von ihnen versuchen, in den Untergrund abzutauchen. Wie viele das bis jetzt schon getan haben, ist unklar, die Zahlen dürften aber nach Schätzungen von Experten recht hoch sein. Und es wird mit zunehmenden Migrantenzahlen auch immer leichter, in Europa anonym Unterschlupf zu finden: Eingewanderte Clans und Großfamilien haben längst Netzwerke gebildet, die eine Versorgung für U-Boote anbieten. 

 

Die neue Regierung könnte es

Mit gutem Willen und einer gemeinsamen europäischen Anstrengung könnte man einen oder mehrere der maghrebinischen Staaten für ein großes Rückführungs-Projekt gewinnen. Man muss halt intensiv verhandeln und das landesübliche Bakshish bezahlen. Auch eine einzelne und mutige nationale Regierung kann Vorhaben in diese Richtung entwickeln, wenn ein EU-Konsens nicht möglich ist. Warum sollte Österreich hier nicht eine Vorreiter-Rolle übernehmen? Mit Bundeskanzler Kurz, Vizekanzler Strache, Innenminister Kickl und Außenministerin Kneissel steht nun ein Quartett bereit, das diese Aufgabe bewältigen könnte.

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Frohe Weihnachten!

Allen meinen Lesern und allen, die gerne und konstruktiv auf meiner Blogsite mitdiskutieren und ihre geschätzten Kommentare abgeben, wünsche ich Frohe Festtage!

 

Den hier immer wieder inferior agierenden und natürlich aus Feigheitsgründen stets anonym bleibenden "Dreckschleudern", die zu Recht auch von den ernstzunehmenden Kommentatoren schon kritisiert wurden, wünsche ich, dass sie sich ihrer charakterlichen und intellektuellen Defizite bewusst werden. Weihnachten ist ja auch ein Fest der Besinnung. 

 

Da ich Wert auf einen qualitativ hochstehenden Diskurs lege, wird in Zukunft die Kommentarfunktion von mir strikter gehandhabt. Kommentare können und sollen bitte gerne weiter gepostet werden, eine Freischaltung erfolgt aber erst nach einem inhaltlichen Check. Beschimpfungen und Gehässigkeiten werden ausnahmslos gelöscht. Auch Youtube- und andere Verlinkungen, die ohne erklärenden Text gepostet werden, lösche ich ohne Ausnahme. Das nimmt natürlich ein bisschen Zeit in Anspruch - bitte wundern Sie sich also nicht, wenn Sie etwas zu einem Text posten, aber Ihr Posting erst etwas später erscheint.

 

Ich denke, man muss denjenigen, die in der Anonymität des Netzes nur ihre Destruktivität ausleben möchten, klar und konsequent zeigen, dass hemmungslose Unart und anonym abgesonderte Verbalinjurien nicht zum anständigen Umgang zwischen erwachsenen Menschen gehören. 

 

Die freie Meinung muss überall geäussert werden dürfen, die "freie" Beschimpfung ist aber kein Teil der Meinungsfreiheit.

 

In diesem Sinne,

alles Gute!

Marcus Franz

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Die Summe der Religiosität ist konstant

Menschen glauben immer an irgendetwas oder an irgendwen. Selbst Atheisten und Nihilisten haben letztlich Überzeugungen, die einem Glauben entsprechen. Die Summe der Religiosität ist also konstant, so lautet die These. Sie gilt zunächst für das Individuum, ohne dass die nämliche Summe aber bei allen Individuen das gleiche Maß erreicht. Anders gesagt: Wenn sich ein Individuum von der angestammten Religion verabschiedet, hört das Glauben nicht auf, sondern es werden bloß die Glaubensinhalte ersetzt.

 

Die Individuen machen die Gesellschaft

Am Ende addieren sich diese individuellen Psychologien natürlich zu einer soziologischen Prägung, wenn auch die Regel der religiösen Konstanz wegen der aktuellen demographischen Dynamik nur eingeschränkt zum Vorschein kommt. Klarer erkennbar wird sie, wenn wir auf der einen Seite die wuchtigen Religionsinhalte der neu Hinzugekommenen dazu rechnen und auf der anderen Seite die inbrünstigen Überzeugungen der rein säkular lebenden Menschen, die den klassischen Religionen innerlich fern sind, aber ihre weltliche Orientierung oft mit ungeheurer Verve verteidigen.

 

Die Linken Freigeister, Säkularisierungs-Maniker und Gesellschafts-Chaoten sind ein Beispiel, an dem man den religiösen Charakter der Ersatz-Religionen schön studieren kann:  Blinder Glaube an die linken Werte, Fanatismus, Hass auf Andersgläubige, moralische Überlegenheits-Attitüden, Heils- und Erlösungserwartung aus der eigenen Weltsicht, ordensmäßiger Corps-Geist, Missionseifer usw. - all diese Merkmale sind bei ideologisch übereifrigen Linken eindeutig zu diagnostizieren.

 

Die Bürgerlichen sind leiser

Auf der Rechten Seite bestehen noch viele Rudimente herkömmlicher Religiosität, daher ist der Missionseifer der Rechten in den weltlichen Dingen weitaus weniger ausgeprägt als bei den Linken und ihr moralischer Gestus ist zurückhaltender. Allerdings definiert sich das konservativ-bürgerliche Weltbild über starke traditionelle Inhalte wie die Familie, die Nation, den Eigentumsbegriff usw. Diese wiederum waren und sind die oft geifernd angegriffenen Feindbilder der Linken.

 

Die bürgerlich-rechte Haltung erzeugte eine Situation, welche den stets enthusiasmierten Linken die Möglichkeit gab, eine moralische Schwäche der Rechten gegenüber den linken Religionen zu behaupten. Weil die linken Zeloten das säkulare Moment so in den Vordergrund stellen und ihre Vorstellungen in den letzten Jahrzehnten ohne Unterlass in die Politik und in die Medienlandschaft trommelten, mussten die Rechten sich in eine Warteposition begeben und die schleichende, jetzt aber erkennbar gewordene Verschlechterung der Realität abwarten, um wieder punkten zu können. Es fehlte Rechts nie an Inhalten, aber an der enthusiastischen Ausrichtung als Voraussetzung für Fanatismus, missionarischen Drang, Gruppenidentität, usw.

 

Die Wende nach der Krise

Im Rahmen der Migrationskrise konnten die Linken mit ihrer Inbrunst, die sich in schamlos übertriebener Weise an die Schlagworte Toleranz, Menschlichkeit und Güte krallte, noch einmal den Anschein erwecken, als ob alle, die irgendwie rechts sind, Abkömmlinge aus dem Reich des Bösen und nur die Linken die Guten wären. Die Krise von 2015 hat aber gleichzeitig das Finale nahezu aller linken Werte eröffnet. Es wurde den Bürgern seither immer klarer, dass die linken Religionen in der Lage sind, die Fundamente der Gesellschaft zu erodieren und dass mit ihnen letztlich die Auflösung der Nationen als Endziel des linken Glaubens angestrebt wird. Im Rahmen dieser Erkenntnis orientieren sich nun die Menschen neu und wenden sich in immer größerer Zahl wieder den traditionellen politischen Anschauungen zu.

 

Diese Haltungen sind im Grunde christlich inspiriert und sie haben durch die Aufklärung auch ihre säkulare Verankerung erfahren. Im besten Fall steuern wir also jetzt auf ein weithin sichtbares Revival des Kultur-Christentums zu. Wenn die Kultur-Christen (also all jene, die sich im Kontext eines aufgeklärt-christlichen Kulturklimas am wohlsten fühlen und sich damit identifizieren), wenn also diese Menschen wieder an Zahl und Stärke gewinnen, dann könnte sich nicht nur in Österreich und den osteuropäischen Ländern, sondern in ganz Europa eine neue Art gemäßigter westlicher Religiosität etablieren, die aufgrund der daraus entstehenden Übermacht den enthusiastischen Religionsattitüden sowohl aus dem linken wie auch aus dem orientalisch-afrikanischen Lager die Schärfe, die Angriffslust und somit die Gefährlichkeit nimmt. 

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Die Nation ist Bedingung

 

Der Begriff "Nation" bezeichnet laut Wikipedia eine größere Gruppe von Menschen, denen gemeinsame Merkmale wie Sprache, Abstammung, Traditionen, Sitten und Bräuche zugeschrieben werden. Er kommt vom lateinischen Wort "Natio", ursprünglich für Volk, Sippschaft, Menschenschlag, Gattung und Schar gebraucht. 

 

Daneben gibt es noch eine Reihe weiterer Zugänge zum Begriff der Nation: Man kann dieselbe aus völkerrechtlicher, kultur- und staatsphilosophischer Sicht definieren oder von einem soziologischen und politikwissenschaftlichen Aspekt her betrachten. Und man wird je nach Sichtweise unterschiedliche Wertungen über die Wichtigkeit und den Inhalt des Begriffes treffen. Niemand wird aber die Nation an sich mit haltbaren Begründungen wegdiskutieren oder als überkommen bezeichnen können, denn die Idee der Nation ist wesenhafter Teil jedes höheren individuellen, kulturellen, wirtschaftlichen, politischen und sozialen Daseins.

 

Die "Nation" ist auch ein Gefühl

Im landläufigen Verständnis wird die "Nation" meist als Synthese der völkerrechtlichen und der kulturwissenschaftlichen Definition gesehen. Der Staat und die Nation sind für die meisten Bürger grundsätzlich eins. Der Begriff "Nation" ist freilich immer auch emotional aufgeladen und er ist sehr eng mit dem Begriff der "Heimat" verwandt. Für die große Mehrzahl der Menschen ist die Zugehörigkeit zu einer Nation im eingangs erwähnten Sinne ein Grundanliegen und ein begehrtes wie bewährtes Recht, das durch juristische Besonderheiten wie die Staatsbürgerschaft definiert und durch starke Symbole wie etwa Flaggen und Wappen unterstützt wird.

 

Einrichtungen und Dinge, denen das Wort "National-" vorangestellt wird, sind daher tief im Bewusstsein verankert und haben einen besonderen Stellenwert: Der Nationalrat, die Nationalhymne, die Nationalteams, die Nationalparks usw. Die Nation gibt uns Rechte, aber sie verpflichtet uns auch zu etwas. Man ist Bürger und geniesst den Schutz und die Freiheit, die der nationale Rahmen bietet. Man muss die Nation aber auch verteidigen und man kann als Fremder nicht einfach so daher kommen und sagen, so, hier bin ich, hier möchte ich bleiben.  

 

Der Nationalbegriff  ist mächtig, traditionsbehaftet, rechtstheoretisch wie historisch gut untermauert und kulturell wie bevölkerungsmäßig im Selbstverständnis der Staatsbürger präsent, egal ob wir das in Österreich überprüfen oder sonstwo auf der Welt. Die Nation ist zur Identitätsbildung und zur Festlegung des jeweiligen rechtsstaatlichen Rahmens notwendig und überhaupt nicht wegzudenken.

 

In jeder Hinsicht Grenzen

Eine Nation braucht überdies klare Grenzen, sowohl begriffsmäßig wie auch geografisch. Würde man den Begriff samt seiner Grenzen auflösen, wäre die Souveränität des jeweiligen Volkes bzw. Staates sofort beim Teufel und jemand anderer würde sie übernehmen. Die Entrechtung der Nationen und der Völker wäre die Folge. Ein vereintes Europa ohne Nationen wäre demzufolge die Perversion des Staatenbundes namens EU und gleichzeitig sein Untergang. 

 

Trotzdem gibt es einflussreiche Leute, die gegen den Nationsbegriff an sich agieren, ihn in der öffentlichen Debatte schlechtreden wollen und die Auflösung der Nationen als Fernziel auf ihrer Agenda haben. Für diese destruktiven Gedanken wurde in letzter Zeit der Euphemismus "supranational" entwickelt. Dieses Wort wird sehr gerne von linksideologisch ausgerichteten Menschen verwendet. Den Linken war es ideengeschichtlich immer schon ein Anliegen, die Nationen zu zerstören und als Endziel ein sozialistisch gelenktes Weltreich zu gestalten. Zur Täuschung der Massen spricht man dabei auch gerne von "Regionen", die man in einem fusionierten Europa statt der Nationen gerne behalten möchte - wohl wissend, dass es keine juristischen Grundlagen und keine identitätsstiftenden Sicherheiten für solche Regionen gibt.  

 

 

Europa der Nationen

Es wird Österreich guttun, dass sich nun eine rechtskonservative und national orientierte Regierung gebildet hat, die allein mit ihrem Dasein dem Trugbild der Sozialistischen Internationale eine profunde Absage erteilt. Man kann sich nämlich auch zu einem einigen Europa bekennen, ohne die eigene Nation in irgendeiner Weise in Frage zu stellen. Und man kann Europäer sein und sich trotzdem mit ganzem Herzen zu seinem Vaterland bekennen. Für jeden vernünftig argumentierenden Menschen, der sich nicht von der unheilbringenden Sozialromantik der Linksideologen anstecken lässt, ist es völlig klar, dass die EU eine Verbindung von Nationen bleiben muss und niemals in einem Einheitsstaat enden darf.

 

 

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Die Sache mit dem Demo-Recht

 

Das Recht auf Versammlungsfreiheit (das sogenannte „Demonstrationsrecht“) ist ein klassisches und einstmals hart erkämpftes Bürgerrecht. Heute wird dieses Recht aber allzu oft von verschiedenen Interessensgruppen in einer fragwürdigen Weise ausgeübt, manchmal sogar missbraucht. Das Demonstrationsrecht ist solcherart nicht mehr nur dazu da, Interessenskundgebungen und Demos zu ermöglichen, sondern es ist aufgrund seiner Überbeanspruchung leider auch dazu geeignet, viele Bürger nachhaltig zu verärgern.

 

Die Gesetzeslage ist simpel

Grundsätzlich ist die Organisation einer Demo recht einfach und die Themenwahl ist völlig frei. Wer in Österreich für oder gegen etwas demonstrieren will, muss dies nur spätestens 24 Stunden vor dem geplanten Ereignis bei der Polizei melden. Sollte das betreffende Anliegen nicht gegen die Gesetze verstoßen, wird die beabsichtigte Demo bzw. der geplante Event anstandslos bewilligt – inklusive eventuell notwendiger Straßensperren.

 

Warum immer die Innenstadt?

Das beliebteste Kundgebungsareal Österreichs ist der erste Wiener Gemeindebezirk (die „Innenstadt“). Dementsprechend oft finden dort diverse Demos und Events statt. Und ebenso oft kommt es infolge dieser Ereignisse in der City zu mitunter ausgedehnten Verkehrsbehinderungen mit umfangreichen Staus, in welchen Tausende meist verärgerte Autofahrer festsitzen. Auch die an der betreffenden Demo nicht interessierten Fußgänger, die anliegenden Geschäftsleute, deren Kunden, die Touristen und natürlich die Anrainer müssen immer wieder den Demos weichen und Behinderungen in Kauf nehmen

Meistens sind diese vielen zwangsweise in ihrer Bewegungsfreiheit beeinträchtigten Bürger zahlenmäßig  den Demonstranten um ein Vielfaches überlegen, sie müssen sich aber trotzdem der jeweiligen gerade durch die Strassen ziehenden demonstrierenden oder feiernden Minderheit beugen. Oft genug wird nämlich wegen einer Handvoll Demonstranten oder ein paar tausend Parade-Teilnehmern gleich der Ring oder eine andere große innerstädtische Durchzugsstrasse gesperrt. Die an konsistenten Aussagen sehr armen, dafür an Getöse umso reicheren und heute sehr modernen Straßen-Festivals wie  die Street- oder die Love-Parade sind rechtlich betrachtet übrigens ebenfalls angemeldete Demonstrationen.

 

Bürgerrecht gegen Bürgerärger

Unzählige Bürger nehmen diese wiederkehrende undemokratische Bevorzugung von Minderheiten auf Kosten der Mehrheit  zähneknirschend und machtlos zur Kenntnis. Wo sollte man sich auch beschweren, wenn alles den Buchstaben des Versammlungsgesetzes entspricht? Was kann man gegen die durch die gesperrten  Strassen marschierenden, meist doch nur irgendein marginales Anliegen hegenden Demonstranten schon unternehmen? Noch dazu, wenn diese Leute durch die ebenfalls von den Demonstrationen nicht übermäßig begeisterte Polizei geschützt werden müssen? Man könnte höchstens eine Demonstration gegen zu viele Demonstrationen anmelden...

 

Es gibt Alternativen

Im Ernst: Es ist die Frage zu stellen, warum unbeteiligten Bürgern regelmäßig Ärger und Ungemach zugefügt werden muss,  wenn andere Bürger ihr Versammlungsrecht ausüben. Warum muss jede Demo in der City stattfinden? Und wieso werden die Interessen der dort verkehrenden und lebenden Bürger immer wieder missachtet? Man könnte Demo-freie Zonen schaffen oder auch spezielle Areale festlegen, die für Demonstrationen zur Verfügung stehen.

Man kann auch Zeiten festlegen, zu denen Demos in der City grundsätzlich nicht genehmigt werden. Die Demonstrationen könnten auch in geeignete Areale wie etwa auf die Donauinsel oder in den Wiener Prater verlegt werden. Platz ist dort mehr als genug und die Erreichbarkeit ist ausgezeichnet. Auch könnte man den sowieso von den Bürgern finanzierten öffentlich-rechtlichen ORF verpflichten, von jeder Donauinsel-Demo einen Bericht zu senden. Somit wäre auch jene öffentliche und mediale Aufmerksamkeit gewährleistet, welche die diversen Demonstranten und Straßenparty-Gäste für sich so gerne in Anspruch nehmen.

 

In der jetzigen Form nur negativ

Der Nutzen einer vielleicht in ihrem Anliegen durchaus berechtigten Demo ist überschaubar, wenn dadurch unzählige Leute verärgert werden. Das ist eigentlich schade und konterkariert die ursprüngliche Intention der gesetzlich garantierten Versammlungsfreiheit. Durch Kundgebungen, die den täglichen Routine-Ablauf einer Stadt und die Sphären der Unbeteiligten empfindlich stören, wird zwar nachhaltig Aufmerksamkeit erregt, aber viel mehr noch das Ärgernis  der an der Veranstaltung  nicht interessierten Bürger.

Zurück bleibt eine negative Konnotation mit dem betreffenden Event. Zumal ja nicht nur die Teilnehmer an diesen Ereignissen, sondern auch und vor allem die nicht teilnehmende Mehrheit für die Kosten derselben aufkommen muss: Die nach jeder Demo notwendige Straßenreinigung, die Bereitschaft der Rettungsdienste und die vielen Überstunden der Polizei gibt es nämlich sicher nicht gratis.

 

 

 

 

 

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Der national-konservative Umschwung ist da

Politische Trends können sehr lange wirken und über Jahrzehnte die Gesellschaft nachhaltig verändern. Aber irgendwann kommt immer eine Wende. Wir erleben gerade, wie die einst sehr einflussreiche 68er-Bewegung und die von ihr seit damals maßgeblich geprägten linken Parteien in ihrem gesellschaftlichen Anspruch inhaltlich langsam verebben und der national-konservative Backlash immer stärker wird. Anders gesagt: Die Zeit der Linken neigt sich nach 50 Jahren dem Ende zu. Alles, was von links noch kommt, sind Rückzugsgefechte und Scharmützel, mit denen die Linken noch schnell ein paar Bojen im Strom der Geschichte verankern wollen. 

 

Das linke Finale

Ein typisches Symptom für den linken Showdown war in Österreich die kürzlich erfolgte und politisch motivierte Verfassungsgerichtshof-Entscheidung zugunsten der #EheFuerAlle  - sie kam ganz ohne echte juristische Begründung und ohne wirkliche Notwendigkeit. Mit dem Richterspruch sollte offensichtlich noch eine letzte Duftmarke in der zu Ende gehenden linksideologischen Ära gesetzt werden. Andere agonale Symptome finden sich in den linkslastigen Zeitungen, wo sich die Kommentatoren täglich in ihren hechelnden Warnungen vor einer rechten Regierung förmlich schon überschlagen.

 

Werfen wir einen Blick auf den Decursus morbi und sehen wir uns den Krankheitsverlauf des Marxismus und all seiner Spielarten und Epigonen an. Erstaunlicherweise haben die europäischen Linken den Fall des sozialistischen Ost-Imperiums und die Öffnung des Eisernen Vorhangs zunächst ganz gut überstanden, obwohl man 1989 glaubte, "das Ende der Geschichte" sei da, wie Francis Fukuyama damals schrieb. Alle waren nach dem Mauerfall der Ansicht, der Kapitalismus hätte für immer gesiegt. Im Rahmen der in den Folgejahren aufgetretenen kapitalistischen Krisen, die vor allem durch die wahnwitzige Schuldenmacherei und die Auswüchse des Finanzkapitalismus verursacht wurden, haben die Linken aber Morgenluft gewittert und einen "Dritten Weg" gesucht. Nach anfänglichen Erfolgen endete dieser Weg so wie alles, was auch nur irgendwie mit Marxismus zu tun hat, in einer Sackgasse. 

 

Der Trend geht nach rechts

Die europäischen Linken kamen nach dem Misserfolg des Dritten Wegs nicht mehr so richtig in die Gänge und nun scheinen sie mit ihrem Latein überhaupt am Ende zu sein. Alles, was den Linken heute bleibt, ist Hypermoralismus, Genderismus, Feminismus und die Gleichstellung von allem mit allem um jeden Preis.  Für die zahlreichen daraus entstehenden, argumentativ nicht lösbaren Notstände haben die Linken dann noch die schon sehr abgenützte und zerfledderte Nazikeule in der Schublade.

 

Nach den Ländern des ehemaligen Ostblocks, die sich nahezu sämtlich und mit Erfolg der national-konservativen Politik verschrieben haben, ist es nun auch bei uns soweit - die Wende ist da. Österreich ist geprägt von einer Mehrheit rechts der Mitte. Für die anderen gilt: Abgewählt, abgestraft, ja sogar aus dem Parlament geflogen - so könnte man in Österreich den Status der Sozialisten und der Grünen zusammenfassen.

 

Ein Wecker namens "Massenmigration"

Brandbeschleuniger der tiefen linken Sinnkrise war der Migrationsstrom, der 2015 Österreich, Deutschland und viele andere europäische Länder aus der Bahn warf und die Linken gar nicht gut aussehen ließ. Und das, obwohl die Hauptverursacherin des Desasters eine angeblich konservative Kanzlerin war. Die Bürger bemerkten im Rahmen der Migrationskrise, dass ohne nationale Werte, ohne echte konservativ-bürgerliche Politik und ohne klassische rechte Orientierung im wahrsten Sinne des Wortes kein Staat zu machen ist. Linke Fantastereien wie ein grenzenloses  "Vereinigtes Europa", kritiklose Toleranz gegenüber anderen Kulturen oder die Wünsche nach einem einheitlichen europäischen Sozialsystem  werden nun dorthin verwiesen, wo sie herkamen: Ins Reich der linken Fantasien und Sozialromanzen.

 

Wir wollen kein Masseneinwanderungsland sein

Die Unzahl von sehr oft illegalen und immer kulturfremden Migranten, die das wirtschaftliche, sozialstaatliche und kulturelle Österreich in vieler Hinsicht nachteilig verändern und letztlich die Nation in ihrem Selbstverständnis und Charakter gefährden, haben die allzu lange im sozialistisch geprägten Wohlfahrtsstaat dahinlebenden Bürger endlich aufgeweckt. Österreich will für die Herbeiströmenden kein völlig offenes und kritiklos aufnehmendes Einwanderungsland sein - und schon gar nicht eines, das vor allem für den Orient und Afrika zuständig sein soll.

 

Im Gegenteil: Österreich wird in Zukunft eine starke Nation sein, die ein fester Bestandteil Europas ist, aber gleichzeitig werden wir unsere Grenzen selber schützen. Wir werden die illegale Migration auf null drücken und uns die Einwanderer selber aussuchen. Und unsere Nation wird sich politisch zweifellos mehr an den östlichen EU-Nachbarn orientieren als das bisher der Fall war.

 

Linke Kommentatoren beschwören bei diesen rechten politischen Ausblicken sofort das Herandräuen einer illiberalen Demokratie und warnen unentwegt vor der Politik von Viktor Orban und Co. Nüchtern betrachtet sind solche "Warnungen" aber das beste Zeichen dafür, dass Österreich auf dem richtigen Weg in eine sichere, den Bürger als freies Individuum und das Staatsvolk als Ganzes stärkende und nutzbringende nationalkonservative Zukunft ist. 

 

 

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Die Familie muss in die Verfassung!

Der österreichische Verfassungsgerichtshof (VfGH) hat am 5.12. 2017 befunden, dass die #EheFuerAlle eingeführt werden soll und der Nationalrat entsprechende Gesetzesänderungen vornehmen muss. Der Spruch wurde hier bereits einer Kritik unterzogen.  Auch wenn allerorten so getan wird, als ob die Entscheidung des VfGH absolut und sakrosankt wäre, ist dem nicht wirklich so. Der VfGH ist kein absolutistisch herrschendes Gremium, das über dem Nationalrat thront und dort einen Monarchie-Ersatz bildet, sondern lediglich eine Regierungsinstitution, die Gesetze bei Bedarf auf ihre Verfassungstauglichkeit prüft und verbindliche Empfehlungen an das Parlament abgibt.

 

Der Nationalrat muss sich nun um den VfGH-Spruch kümmern. Durch eine Zweidrittelmehrheit ("Verfassungsmehrheit") im Parlament kann aber die Verfassung geändert werden und natürlich auch das Ehegesetz. Ebenso ist dies durch eine Volksabstimmung machbar. Für die zukünftige Mitte-Rechts-Regierung aus ÖVP und FPÖ gibt es also Möglichkeiten, die klassische Ehe und die traditionelle Familie gesetzlich und verfassungsmäßig zu schützen und aufzuwerten.

 

Die Jagd auf Vater-Mutter-Kinder

Zunächst muss man des gesellschaftspolitische Umfeld sichten. Die Vater-Mutter-Kind(er)-Familie als Keimzelle der Gesellschaft ist in der westlichen Welt zu einer Art Zielscheibe geworden, sie wurde im Rahmen eines gigantischen kultursozialistischen Projekts zur schrittweisen Abschaffung freigegeben. Freilich ist dieses groß angelegte Projekt nicht gleich auf den ersten Blick als solches erkennbar, weil es  langsam vor sich geht und im Kleid des Modernen, Schönen, Wahren und Guten daherkommt. Außerdem berufen sich die Proponenten der Familienabschaffung auf Begründungen, die zunächst legitim wirken.

 

Ist die klassische Familie "nicht mehr zeitgemäß"?

Die gängigsten Begründungen für diese gerne als berechtigt dargestellte Auflösung der traditionellen Familienstrukturen lauten Gleichberechtigung, Selbstverwirklichung und Individualismus. Diese Trias wird als modern und humanistisch angepriesen. Das Kennzeichen aller Hochkulturen, nämlich die klassische monogame und heterosexuell ausgerichtete Ehe, aus der üblicherweise Kinder hervorgehen, bekommt da und dort mittlerweile auch schon das Adjektiv "nicht mehr zeitgemäß" verpasst. Wo immer dieses modernistische Zauberwort "nicht zeitgemäß" auftaucht, ist übrigens Hellhörigkeit gefragt, denn es ist stets der Code für die gewünschte Abschaffung von etwas Traditionellem und Bewährtem.

 

Familie soll heute nicht mehr nur die klassische Formation Vater-Mutter-Kind(er) sein, sondern Familie ist das, was sich wie eine Familie fühlt und das kann sehr unterschiedlich sein. Die Politik betont stets, dass die jeweils gewählten Lebensformen und die jeweiligen Lebensentwürfe die Angelegenheit der mündigen Bürger seien und dass man niemandem vorschreiben sollte, wie man zu leben habe. Das ist im Prinzip richtig - Politik und Staat sind primär nicht dazu da, das Privatleben der Leute zu regeln.

 

Der Staat muss ein Ordnungsprinzip haben

Allerdings muss in einem Rechtsstaat der Ordnungsrahmen vorgegeben sein. Es muss geklärt sein, wer mit wem wie leben und wie zusammenleben kann und darf. Völlige Freiheit in der Frage des Zusammenlebens kann es gar nicht geben, denn es entstehen dabei immer gegenseitige Verantwortlichkeiten sowie Rechte und Pflichten.  Unter mündigen Erwachsenen kann man diese Fragen grundsätzlich recht einfach klären und es gibt dafür natürlich Rechtsnormen. Diese reichen von der Ehe über die eingetragene Partnerschaft bis hin zur eheähnlichen Lebensgemeinschaft.

 

Achtung, Kinder!

Heikel wird die Situation, sobald Nachwuchs da ist. Bis zum Erreichen der Mündigkeit der Kinder ist die umfassende Verantwortung der Eltern gegeben, diese müssen die Interessen ihrer Kinder wahrnehmen und wahren. Das Familienrecht ist aufgrund der heute üblichen Diversifikation der familiären Strukturen entsprechend kompliziert geworden. Die Rechtslage musste immer ausgefeilter werden, damit sich die Gerichte im Streitfalle auf die verschiedensten, heute vorhandenen Situationen der Eltern und Kinder einstellen konnten.

 

Aber was bedeutet das für Eltern und Kinder? Wenn die Instanzen des Staates sich mehr und mehr in die familiären Belange einmischen müssen, weil sich Eltern trennen und die Scheidungsrate bei 50% liegt, so heisst das auch, dass die Eltern zumindest formal weniger Zuständigkeit haben, denn im Hintergrund sind die beamteten Juristen aktiv oder zumindest in der ständigen Warteposition.

 

Die Aushöhlung der Familie

Die Elternschaft wird solcherart im Grunde geschwächt und die Kinder werden zu Nomaden zwischen Vater und Mutter. Dazwischen erschallt ständig der Ruf nach mehr Kinderbetreuungseinrichtungen, die tunlichst öffentlich oder von der öffentlichen Hand finanziert sein sollen. Die Kinder aus getrennten Beziehungen bzw. von Alleinerziehenden werden so zur Manövriermasse in einer Mangelsituation, die einerseits wegen der heute normalen Berufstätigkeit der Frauen und andererseits auch aufgrund der hohen Scheidungs- und Trennungsraten entstanden ist.

 

So berechtigt der Wunsch nach externer Kinderbetreuung auch grundsätzlich ist - es haftet ihm doch auch ein Problem an, das in der klassischen Familie weniger eklatant ist: Wenn Vater und Mutter zusammen mit ihren Kindern wohnen, lässt sich so manches Problem organisatorischer Art leichter und schneller beheben. Auch ist es für die Kinder grundsätzlich besser, beide Elternteile in einem Haushalt zu wissen. Und für die meisten Kinder ist "Scheidung" noch immer ein Schreckensding.

 

Befristete Partnerschaften

Üblicherweise ist das gemeinsame Leben mit den Kindern auch das Bedürfnis der Eltern. Die heute schon sehr verbreiteten Lebensabschnittspartnerschaften, die nur auf Zeit angelegt sind, leisten allerdings den familienzerstörenden Bestrebungen Vorschub und stehen einer Elternschaft und einem gemeinsamen Leben mit Kindern eher entgegen. Wenn man von vornherein möglichst wenig Verbindlichkeiten eingehen will und die Verantwortung scheut, wird man seltener Kinder haben, denn diese stellen die größte Verantwortung dar. Der Beweis für diese These ist die extrem niedrige Geburtenrate (derzeit liegt sie bei 1,44 Kinder pro Frau - zu wenig für das Überleben der Bevölkerung).

 

Einzelkämpfer und Patchwork-Strukturen

Am Ende dieser Entwicklung steht einerseits die zunehmende Vereinzelung der Individuen eben durch den Verlust an familiären Strukturen: Alleinerziehende müssen ihre Kinder in die Institutionen verfrachten, berufstätig sein und schauen, wo sie bleiben. Alleinstehende Mütter und Väter haben aus naheliegenden Gründen auch die schlechteren Karten bei der nächsten Partnerwahl. Sie sind alleine und bleiben es oft auch. Derzeit zählen wir in Österreich übrigens etwa 250.000 Alleinerzieher-Haushalte. Etwa 600.000 Kinder leben in diesen Haushalten mit nur einem Elternteil.

 

Andererseits bilden sich durch die gehäuften Trennungen auch immer wieder neue Formen von Familien heran: Die Patchwork-Familien. Diese Beziehungen umfassen dann wahre Geflechte von Müttern, Vätern und Kindern, die ihrem Namen entsprechend oft recht bunt sein können. Wie sich die Patchworks langfristig auf die Zukunft der Kinder auswirken, ist soziologisch noch zu wenig erforscht - es gibt sie einfach erst seit zu kurzer Zeit. In absoluten Zahlen ausgedrückt gibt es über 140.000 Haushalte, die in Patchworks eingebettet sind.

 

Die Jungen wollen Familie

Die vorherrschende Zusammenlebensform bildet noch immer der Paarhaushalt: Ca. 900.000 Paare leben ohne,  etwa 1,1 Millionen Paare leben mit Kindern. Und ca. 1,4 Millionen Österreicher leben alleine in einem Haushalt. Wenn man heute die Wünsche junger Menschen abfragt und dabei eruiert, wie sie leben möchten, antwortet ein erstaunlich hoher Teil der Befragten, dass ein wichtiges Lebensziel die Gründung einer Familie sei. Je nach Studie beträgt dieser Anteil zwischen 60% und 80%.  Als hinderlich auf diesem Weg zur Familie werden finanzielle Gründe genannt und vor allem auch die einschränkenden Situation, die Kinder für junge, karrierewillige Frauen darstellen.  

 

Politische Entscheidungen

Da ist nun doch wieder die Politik gefragt - und auch der Arbeitsmarkt. Schwangerschaft darf kein Grund für Benachteiligung am Arbeitsplatz sein. Im Gegenteil: Wenn eine Firma angestellte Frauen in Karenz hat, sollte sie pro karenzierter Frau steuerliche Erleichterungen bekommen. Und die Politik soll Firmen, die sich zu Netzwerken zusammenschließen, um Kindergärten etc zu gründen, ebenfalls steuerlich begünstigen. Darüber denkt leider offiziell (noch?) kaum jemand nach.

 

Familie in die Verfassung

Und natürlich gibt es auch ein außerordentlich wichtiges gesellschaftspolitisch Ziel: Es muss die jahrhundertelang als Kulturträgerin und Keimzelle der Gesellschaft aktive, monogame heterosexuelle Ehe mit Kindern wieder jene Aufwertung erfahren, die ihr zusteht. Daher ist zunächst zu fordern, dass die klassische Familie einen Platz in der Verfassung bekommt und als besonders schützenswertes Gut dort festgeschrieben wird.

 

In vielen Staaten der Welt ist die Familie Teil der Verfassung (z.B. in Deutschland oder Kanada, um nur zwei große Länder zu nennen). In Österreich ist die Familie in der Bundesverfassung nicht erwähnt, obwohl sie in einigen Bundesländern in den jeweiligen Landesverfassungen als besonderes Gut der Gesellschaft gesetzlich verankert ist.  Der Autor dieser Zeilen hat in seiner Zeit als Nationalratsabgeordneter gemeinsam mit der FPÖ einen entsprechenden Gesetzesantrag eingebracht, der die Aufnahme der Vater-Mutter-Kind(er)-Familie als besonders schützenswerte Einrichtung in die österreichische Verfassung fordert. 

  

Angesichts der zunehmenden Auflösungstendenzen der Familien und eingedenk der wachsenden Vereinzelung der Individuen, die den Bürger schon als Kind immer greifbarer für staatliche Institutionen machen, sind bürgerliche-konservative und rechtsliberale politische Parteien geradezu verpflichtet, die Wertigkeit der klassischen heteronormativen Familie zu verteidigen und neu zu deklarieren. Vor allem angesichts des aktuellen Spruchs des VfGH erscheint es umso wichtiger, die klassische Familie sobald wie möglich in der Verfassung besonders zu schützen.

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Polarisieren: Ja, Bitte!

Jede Synthese entsteht aus These und Antithese. Die Schaffung von Synthesen kann ein durchaus anstrengender, harter und manchmal sogar schmerzvoller Prozess sein. Das gilt nicht nur für die Wissenschaft und die Philosophie, sondern auch für das Zusammenleben der Menschen. Dieses funktioniert nach dem gleichen Prinzip: Verschiedene Haltungen und Weltsichten ergeben unterschiedliche Gesellschaftsstrukturen. Wenn Gesellschaften und Weltanschauungen in Kontakt mit anderen treten, ergeben sich zwangsläufig polarisierende Situationen, aus den in irgendeiner Weise Synthesen entstehen (müssen).

 

Die Trias in der Politik

Der Grundsatz These-Antithese-Synthese gilt demzufolge auch  und vor allem für die Politik. Wir nennen die politische Synthese auch Kompromiss oder Interessenausgleich. Ihm muss immer ein Diskurs, ein Konflikt, eine Debatte und in manchen Situationen leider auch ein Krieg vorausgehen. Krieg ist ja nach Clausewitz "die Fortsetzung von Politik mit anderen Mitteln".  

 

Wenn eine Gesellschaft den Kompromiss zum primären Ziel erklärt und dieses Ziel für wichtiger hält als jede Debatte und jeden Konflikt, wird es früher oder später problematisch. Wenn die betreffende Gesellschaft in ihrer Prämisse der Konfrontationsvermeidung sogar so weit geht, Konflikte um jeden Preis vermeiden zu wollen, dann begibt sich diese Gesellschaft in eine automatisch und wesenhaft schwache, letztlich unterlegene Position. Die veröffentlichte Meinung wird in diesen Sozietäten solcherart zu einer erstickend-schwülen Echokammer, in der nur mehr von Toleranz, Friedfertigkeit, Verständnis, Geduld, Erdulden, Aushalten, Abfinden und anderen Sekundärtugenden die Rede ist.

 

Die Spätfolgen der Revolution

In Europa - und vor allem in Deutschland - erleben wir genau diese Situation. Die mittlerweile völlig degenerierten zentralen Begriffe aus der Französischen Revolution namens Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit beherrschen noch immer die politische Denke in den kontinentaleuropäischen Demokratien.  Sie haben die europäischen Gesellschaften durchdrungen wie eine diffus infiltrierende Erkrankung und richten überall ihren nicht wieder gut zu machenden Schaden an.

 

Fast alles, was je unter der ständigen Nennung der drei Slogans, die von den Sozialisten noch um die Soziale Gerechtigkeit erweitert wurden, in Europa an Demokratisierung und oft nur vermeintlichem Fortschritt entstanden ist, fällt den Europäern nun auf den Kopf. Besonders diejenigen Regierungen, in denen linke Parteien beteiligt sind, werden zu Gefangenen ihrer eigenen Vorgaben.

 

Sozialistendämmerung

Die Sozialisten hat es dabei besonders arg erwischt. Die Krise der Sozialdemokratie ist allseits bekannt. Ihre einzige Chance, politisch längerfristig zu überleben, läge nur in einer Forcierung einer national orientierten Politik. Aber national und sozialistisch - das geht zum Glück nie wieder.

 

Linke müssen also heute dem Internationalismus frönen und getreu dieser Haltung die Migration fördern und die Vereinigten Staaten von Europa anstreben. Der deutsche Sozialisten-Chef Martin Schulz hat das kürzlich exemplarisch vorexerziert. Das Nationale müssen die Sozialisten aus Gründen der eigenen Vergangenheitsbewältigung bekämpfen, wo immer sie es sehen. Weil die überwiegende Mehrzahl der Bürger diese Haltung aber nicht (mehr) teilt, stehen die Sozialisten am offenen Grab ihrer eigenen Ideologie. Das macht sie frustriert und wütend. 

 

Diese Wut kann man als linker Politiker natürlich nicht offen zeigen, also muss man die Andersmeinenden mit den schwülstigen und längst überkommenen Formeln der Gleichheitsphilosophie bedrängen und versuchen, sie damit mundtot zu machen. Das ist nicht nur in den erklärt linken Fraktionen der Fall, sondern das tun die "Sozialisten in allen Parteien. " (F.A. Hayek). Die moralisierenden Beschwörungen, dass man dem nationalen Denken heute keinen Platz mehr geben darf, ziehen sich quer durch fast alle Lager. Damit werden in Bausch und Bogen gleich alle pejorisiert, die es für sinnvoll erachten, ein "Europa der Nationen" zu bewahren. 

 

Denkverbote nützen keinem

Die Denk- und vor allem die Meinungsäußerungsverbote schaden dem politischen Klima enorm. In Österreich ist die Situation durch die deutliche Mehrheit, welche die Mitte-Rechts-Parteien bei der letzten Nationalratswahlen eingefahren haben, besser geworden. Man muss jetzt nicht mehr dreimal nachdenken, ob man "etwas überhaupt noch sagen darf" - wiewohl es noch immer angebracht ist, sich die freie Meinung gut zu überlegen. Vor allem, wenn man in abhängigen Positionen tätig ist. Die Denunzianten lauern überall.

 

Dasselbe betrifft natürlich die Sichtweisen zum europäischen Problem Nr. 1: Die Rede ist von der Massenmigration und den damit verbundenen enormen kulturellen und wirtschaftlichen Problemen, die wir uns durch dieses Phänomen aufhalsen. Wenn alle Haltungen zur Masseneinwanderung, die nicht prinzipiell pro Migration lauten, von vornherein vom  linksorientierten politmedialen Komplex verdammt werden, kann keine sinnvolle Synthese aus den vorhandenen Anschauungen und den sachlichen Notwendigkeiten entstehen.  

 

Der freie Diskurs versus Totalitarismus

Eine fortschrittliche Gesellschaft sollte also alles daran setzen, die Meinungsvielfalt zu fördern und allem, was gesagt wird, ohne Vorverurteilung zunächst einmal genug Raum geben, um es dann diskutieren zu können. Wenn im Namen der Linksmoral ein beengendes und am Ende bedrohliches, aber immer als gerecht, tolerant und gleichheitsfördernd daherkommendes offizielles Meinungsklima gepflegt wird, so bleibt dieses letzten Endes doch nur das, was es ist: Ein Totalitarismus im neuen Gewand. 

 

 

 

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Auf die Couch!

Eine zentrale Botschaft der linken Ideologie ist die von der Gleichheit der Menschen. Dass die Umsetzung dieses theoretischen Konzepts nie funktioniert hat und niemals funktionieren kann, wurde in groß angelegten und so katastrophal wie opferreich verlaufenen Feldversuchen seit der Oktoberrevolution 1917 bewiesen. Jede Umsetzung der linken Ideen endet unweigerlich auf Orwells Animal Farm, auf der die Schweine schließlich gleicher sind als alle anderen und die Herrschaft übernehmen. 

 

Und Prokrustes lauert

Schlimmer noch: Am Ende des Gleichheitsdenkens wartet der antike Bösewicht und Wegelagerer Prokrustes, der den Menschen auflauert und alle gleich machen will. Der Mythos besagt, dass der Riese Prokrustes allen Wanderern ein Bett anbietet. Wer aber zu klein ist dafür, wird solange gestreckt und zurecht gehämmert, bis er passt. Wer ihm zu groß für seine Liegestatt erscheint, dem werden die Gliedmaßen abgeschnitten. Der böse Riese steht sinnbildlich für die blutigen Konsequenzen des Gleichheitsdenkens. Jeder muss unter Prokrustes´ Gleichheitswahn leiden, keiner kommt ungeschoren davon.

 

Trotzdem versuchen auch heute noch weltanschaulich verirrte Menschen, andere mit der Idee von der Gleichheit einzulullen und zu verführen. Die Gleichheitsphilosophie hat es in kodifizierter Form nach den großen Revolutionen der Neuzeit  in viele Verfassungen dieser Welt geschafft. Im Laufe der Zeit zeigte die scheinbar humanistische Ideologie aber ihr wahres Gesicht.  Sie springt uns heute täglich als Diskriminierungsverbot, als Xenophilie, als politische Korrektheit und als Gleichstellungsmanie von allem und jedem an und erschwert uns das Leben.

 

Der Denkfehler der Linken

Der gefährlich Irrtum der linken Gleichheits-Proponenten liegt in ihrer Übersprungshandlung von der prinzipiellen Gleich-Wertigkeit der Menschen zur vermeintlichen Gleichheit derselben. Was gleichwertig ist, muss nicht gleich sein. Die Gleichheit in modernen Demokratien kann nur ein Rahmen sein, der die Gleichbehandlung der Staatsbürger vor dem Gesetz meint, aber niemals eine bis in die letzten Lebensrealitäten hineingetriebene Philosophie des Prokrustes. Es kann nicht gutgehen, wenn kulturelle und biologische Unterschiede negiert und durch Gesetze und Regulative ausgebügelt werden sollen. Und es kann nicht funktionieren, wenn in jedem Bereich Nivellierungen stattfinden, weil diese immer nach unten weisen müssen. Die Gleichheitspolitik muss zwangsläufig die Schlechtesten bevorzugen und die Besten benachteiligen - und am Ende landen trotzdem beide im Prokrustes-Bett. 

 

Defizite in der Entwicklung?

Warum können und wollen die linken Ideologen in Politik und Medien das nicht begreifen? Warum gibt es noch immer so viele Linke, die ihre Philosophie in fanatischem und pseudoreligiösem Eifer umsetzen wollen? Es gibt nur zwei Möglichkeiten der Erklärung: Entweder, diese Menschen leiden unter naivitätsbedingten Verkennungen dessen, was Realität ist - oder sie bezwecken wie Orwell`s Schweine mit ihrem Tun etwas letztlich Böses. 

 

Beiden kann geholfen werden. Da beiden Erklärungen psychopathologische Ursachen zugrunde liegen, würde allen weltanschaulich linksaußen angesiedelten Menschen ein Ausflug auf Freuds Couch guttun. Die Reflexionen über das eigene Handeln und Tun und das Nachdenken über die Gründe und Konsequenzen desselben kann Erkenntnis schaffen und damit Besserung erbringen.

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Irrtum für alle

 

Der Österreichische Verfassungsgerichtshof (VfGH) hat mit Erkenntnis vom 5.12.2017 die Ehe zwischen Mann und Frau als gleichheitswidrig bezeichnet und verlangt nun vom Gesetzgeber, dass bis Ende 2018 eine Reparatur des Ehegesetzes durchgeführt wird:  Die sogenannte #EheFuerAlle soll ab 2019 eingeführt werden. Dazu muss man wissen, dass die Ehe seit 1812 im Allgemeinem Bürgerlichen Gesetzbuch (ABGB) geregelt ist und vom VfGH daher jetzt in die beständigste und älteste Rechtsmaterie Österreichs eingegriffen wird.

 

Jubel bei der Lobby

Von der Homosexuellen-Lobby, die sich aus ca. 2 % der Bürger rekrutiert, wird der VfGH-Spruch  in den Medien laut als epochales Ereignis gefeiert, von den meisten anderen Österreichern wird das Ergebnis ignoriert oder für unsinnig befunden. Natürlich gibt es auch Heteros, die der Entscheidung der Richter Positives abgewinnen können und sie für richtig halten, weil eben angeblich der Gleichheit zum Durchbruch verholfen und eine angebliche Diskriminierung aus der Welt geschafft wird. 

 

Dem ist aber nicht so. Die VfGH-Richter irren und bauen ihren Spruch auf falschen Voraussetzungen auf. Ein entscheidender Satz in der Begründung des VfGH lautet: "Die Trennung in zwei Rechtsinstitute (Ehe und Eingetragene Partnerschaft als legalisierte Verbindung von Menschen, Anm.) bringt zum Ausdruck, dass Menschen mit gleichgeschlechtlicher Orientierung nicht gleich den Personen mit verschiedengeschlechtlicher Orintierung sind." Ja eben!

 

Die Ehe ist wesenhaft ungleich

Denn das ist genau der Punkt: Homosexualität ist nun einmal etwas anderes als Heterosexualität und Männer und Frauen sind biologisch sowieso wesenhaft verschieden. Ebenso ist die Verbindung zwischen den beiden unterschiedlichen Geschlechtern etwas, das man nicht gleichmachen kann. Die Ehe ist in jeder Hinsicht ein einzigartiges und unvergleichbares Rechtsinstitut zwischen Mann und Frau. Sie stellt ein Kulturgut dar, das den prinzipiellen Baustein der Gesellschaft und des Staates bildet. Die Ehe als singuläre und unvergleichliche Einrichtung, die grundsätzlich zur Schaffung und Sicherung von Familien mit Kindern dient, nun auf eine Ebene mit homosexuellen Partnerschaften zu stellen, ist ein fundamentaler Irrtum der Richter oder ein von diesen gewollter tiefgehender Eingriff in die Gesellschaftspolitik.

 

Es gibt eine Nationalratsentscheidung

Das österreichische Parlament hat erst im Sommer 2017 gegen die #EheFuerAlle gestimmt und damit bewiesen, dass der Nationalrat konsistente Gesellschaftspolitik machen kann. Die VfGH-Richter wollen nun auf Basis des sogenannten Gleichheitsgrundsatzes diese Entscheidung aushebeln. Das ist besonders bedenklich, weil der VfGH kein weiteres Rechtsmittel zulässt, sondern wie eine ex cathedra geäußerte Papst-Entscheiung absolute Gültigkeit besitzt. Es gibt bei VfGH-Sprüchen keine Möglichkeit der Berufung oder eines weiteren Instanzenzugs.

 

Der VfGH hat in Österreich somit eine absolutistische Macht. Und wenn die Richter irren, dann bleibt ihr Urteil trotzdem aufrecht. Das ist ein demokratiepolitisches Problem, das gesondert betrachtet werden muss. Soll in der säkularen Demokratie eine Institution fast gottgleiche Macht besitzen und sich keiner produktiven Kritik und keiner Korrektur stellen müssen?

 

VfGH mit Geschworenen

Am klügsten wäre es, die Funktionsweise des VfGH zu verändern. Die Richter dort sollten nur eine beratende Stellung im Entscheidungsprozess haben, aber die Entscheidung selber sollte von Volksvertretern gefällt werden - ähnlich wie bei einem Schwurgericht, wo letztlich die Geschworenen das Urteil festlegen. Das wäre im Sinne der direkten Demokratie und würde den Entscheidungen des VfGH eine demokratische Legitimation verschaffen.

 

Doch zurück zum Irrtum der #EheFuerAlle. Naive Menschen fragen: Warum sollen denn die Homosexuellen nicht heiraten, sie tun doch keinem was damit. Das ist einer der Irrtümer in der Debatte. Natürlich tun die Homosexuellen den Heteros nichts, darum geht es ja auch gar nicht. Die zukünftige Situation tut aber der Ehe als solcher etwas.

 

Es geht um den Wert und das Wesen der Ehe, nicht um das Standing der Homosexuellen in der Gesellschaft, das muss immer wieder betont werden. Die Antworten, warum die #EheFuerAlle auf die Gesellschaft toxisch wirkt, wurde an anderer Stelle schon gegeben. Das genuine Wesen der Ehe kann auch durch alle Richtersprüche dieser Welt nicht verändert werden. Die #EheFuerAlle bleibt demzufolge eine Karikatur der klassischen Ehe.

 

Die Ehe ist kein Menschenrecht

Es gab diesbezüglich übrigens auch schon eine klare Entscheidung des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR): Es ist dort einstimmig beschlossen worden, dass der Ausschluss von Homosexuellen von der bürgerlichen Ehe nicht gegen die Menschenrechte verstößt - also auch nicht gegen das Prinzip, dass vor dem Gesetz jeder Mensch gleich ist. Dieses Urteil haben die österreichischen VfGH-Richter einfach ignoriert und übergangen.

 

Wurde politisch entschieden?

Der Verdacht liegt nahe, dass angesichts der kommenden Mitte-Rechts-Regierung der VfGH die Causa noch schnell im linksideologischen Sinne erledigen und damit politisch agieren wollte. Das wirft - bei allem Respekt vor den hochrangigen Juristen im Talar - kein gutes Licht auf die Institution Verfassungsgerichtshof. Darüber sollte der Nationalrat eingehend nachdenken und bei der nun notwendigen Novellierung des ABGB gründliche Überlegungen anstellen.

 

Am besten wäre es, diese zentrale Frage in einer Volksabstimmung entscheiden zu lassen. Es geht bei der #EheFuerAlle ganz massiv um Gesellschaftspolitik und um den Wert des Begriffs Ehe. Die österreichischen Bürger müssen daher aufgerufen werden, in direkter Abstimmung die Zukunft der Ehe festzulegen. 

 

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Auf dem Weg zur Mördergesellschaft

 

Der Zynismus der EU ist nicht mehr zu überbieten: Der Menschenrechts(!)-Beauftragte des Europarats, Nils Mulznieks, fordert allen Ernstes, dass das "Recht auf Empfängnisverhütung und Abtreibung" in allen Ländern Europas gewährleistet sein muss und er ortet diesbezüglich Mankos vor allem in den katholisch geprägten Ländern.

 

Unfassbar

Dazu muss man kurz innehalten und die unfassbare Forderung dieses aus öffentlichen Mitteln bezahlten Herrn konkret übersetzen: Ein EU-Offizieller, der zur Wahrung der Menschenrechte eingesetzt ist, möchte ein europaweites Recht installiert wissen, das die Tötung von menschlichem Leben legalisiert.

 

Leider ist der zitierte Menschenrechtsbeauftragte nicht allein. In der EU gibt es schon länger Trends, die eine völlige Freigabe der Abtreibung forcieren. 2015 wurden im sogenannten Tarabella-Bericht Forderungen geäußert, die inhaltlich jenen des Herrn Mulznieks entsprechen: 441 EU-Abgeordnete stimmten damals für den Bericht, nur 205 dagegen. Wo Abtreibung ist, soll Menschenrecht werden.

 

Zynisch und absurd

Aus ethischer Sicht ist die Forderung, aus dem Zugang zur Abtreibung ein Menschenrecht zu kreieren, allerdings nicht nur zynisch, sondern auch völlig absurd. Wenn die aktive Tötung menschlichen Lebens als Menschenrecht aufgefasst wird, wie kann dann überhaupt noch irgendein anderes Menschenrecht existieren? Wie kann man angesichts dieser offiziellen und ganz klar die Humanität pervertierenden Wünsche noch davon reden, dass es ein Recht auf Leben gibt, wenn man dieses Recht den schwächsten Menschen, nämlich den Ungeborenen, wegnehmen will?

 

Wie degeneriert und verdreht eine große Zahl von politisch aktiven Menschen hier argumentiert, erkennt man auch an dem Titel, unter welchem diese Diskussion stets daherkommt. Da wird ständig vom freien Zugang zur "Reproduktiven Medizin" schwadroniert und von den angeblich noch immer eingeschränkten Rechten der Frauen auf die sexuelle Freiheit. Man verpackt das herbeigewünschte Menschenrecht auf Abtreibung in einen Forderungskatalog, der den freien Zugang zur Verhütung (Pille etc.) und  eine breit ausgerollte Sexualaufklärung beinhaltet, damit man keine zu große Angriffsfläche bietet. Offenbar wissen die Damen und Herren im Innersten genau, wie zynisch ihr Anliegen ist.

 

Auf dem Weg zur Mördergesellschaft

Die EU-Offiziellen vermeiden es abseits der Hardcore-Feministinnen-Kreise tunlichst, die alleinige Forderung nach dem "Menschenrecht auf Abtreibung" klar und deutlich zu äußern. Das macht die Sache nicht nur zynisch und absurd, sondern auch noch perfide. Zu Ende gedacht soll hier einer Mördergesellschaft das Wort geredet werden, in der nach ideologischer Willkür beliebig und euphemistisch darüber entschieden wird, welches Leben zur Tötung freigegeben wird und welches Leben ein Recht auf dasselbe bekommen soll.

 

 

Freilich, man wird die Abtreibung weder verbieten noch abschaffen können, so realistisch muss man sein. Jedes Totalverbot führt zur Entstehung eines  illegalen "Abtreibungsmarktes". Aber man kann darüber nachdenken, wie man die Abtreibungen in größtmöglicher Zahl verhindern könnte, statt Menschenrechte einzufordern, die niemals solche werden können, ohne die Gesellschaft im Kern zu zerstören. 

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"Frauen erobern" verboten

 

Ein neues viktorianisches Zeitalter ist angebrochen: Das Verhältnis zwischen Mann und Frau soll  umdefiniert werden und die Doppelmoral einer neuen und am besten von den Medien streng kontrollierten Zwischenmenschlichkeit soll die Öffentlichkeit durchdringen. Man sagt ja, Geschichte wiederholt sich - und man sagt, das zweite Mal immer als Farce. Die Neuauflage des Viktorianismus, die wir jetzt erleben, ist eine solche Farce.

 

Politisch korrekte Empörung

#MeToo beherrscht die veröffentlichte Meinung und die stets politkorrekten männlichen(?) und weiblichen Opinionleader in den öffentlich-rechtlichen Medien samt der immer gegen die Männerwelt anschreibenden einschlägig bekannten Redakteurinnen sowie die ewig selben Feministinnen bejubeln derzeit diejenigen Frauen, die bestimmte Geschichten und "Gschichteln" aus grauer Vorzeit zum Besten geben. Immer vorausgesetzt, in diesen antiken Stories werden irgendwelche bösen Männer angegriffen, die sich einst angeblich machoartig und anlassig verhalten haben. Beweise gibt es kaum, Namen werden selten genannt. Hauptsache, man alteriert sich als Frau und Opfer über einen Griff ans Knie vor 30 Jahren.

 

Chef bedrängt Sekretärin: Ein NoGo

Notabene: Wir reden hier nicht von kriminellen Handlungen, sondern eben von "Gschichteln" und Geschichten. Und wir sind uns alle einig, dass die sexuell konnotierte Ausnützung von bestehenden Macht- und Abhängigkeitsverhältnissen z.B. am Arbeitsplatz widerlich ist und geächtet werden soll. Wir reden hier aber umso mehr von einem Trend, der im Kern richtige Ansätze haben mag, jedoch durch den derzeitigen, stark feministisch beeinflussten Empörungs-Hype namens #MeToo weitreichende Auswirkungen auf das Verhältnis zwischen Mann und Frau haben soll.

 

Männer sind Männer

Gerade, weil der Mann als solcher ja üblicherweise kein Täter, sondern eben "nur" ein normaler Mann ist, wirkt die nun schon chronisch gewordene mediale Aufregung deplatziert und vermittelt gleichzeitig falsche Eindrücke über die Interaktionen zwischen Mann und Frau. Ein Mann muss buhlen und um die Frauen kämpfen, alles andere ist widernatürlich. Und die Frau soll sich erobern lassen oder eben nicht. Sie hat im normalen Alltag unter regulären Bedingungen stets die Wahl. Aufgrund der biologischen Gegebenheiten ist jeder Mann grundsätzlich dazu geschaffen, in den archetypischen Situationen der Annäherung an das weibliche Geschlecht den aktiven Part zu übernehmen. Umgekehrt wirkt eine aktive Annäherung immer ein wenig irritierend und meist unpassend. 

 

Das soll jetzt offenbar anders werden. Zwar wird über #MeToo oft und vielerorten gewitzelt und paradoxerweise ist gerade dieses so bierernst und entrüstet aufgekochte Medienthema im Alltag ein Anlass für durchaus heitere Debatten zwischen Männern und Frauen. Aber natürlich steckt hinter dem Trend auch ein Ziel. Und das heisst Abschaffung möglichst vieler männlicher Eigenschaften, Einebnung der Unterschiede zwischen Mann und Frau und Gleichstellung um jeden Preis.

 

Nerviges Getue mit Folgen

Obwohl den meisten normalen Frauen das #MeToo-Getue zunehmend auf die Nerven geht und sie sich kopfschüttelnd von den Outings prominenter und weniger prominenter Damen abwenden, sickert das Thema doch in die Gemüter ein. Dort entfaltet es dann seine gewünschten Effekte. Das Grundvertrauen und das schweigende Einverständnis über die Rollen zwischen Mann und Frau und die gegebenen Verhaltensmuster werden erodiert. Die Frau soll ab nun dem Mann grundsätzlich misstrauen und jeder Mann ist von jetzt an a priori ein gefährlicher Macho. Jeder Flirt läuft Gefahr, zur schändlichen Untat zu entarten und man soll sich als Mann daher gefälligst zurückhalten, gegenüber den Frauen devot sein und sich am besten stets passiv verhalten. 

 

Die Gegenthese zu 1968

Am Ende dieser frappierenden Entwicklung steht nur 50 Jahre nach der von den Linken ausgerufenen Sexuellen Revolution zur Befreiung der Frau deren klare, aber absurde Antithese: Es soll - ebenfalls von den Linken ausgehend -  die völlige Desexualisierung der Welt hergestellt werden. Alles, was irgendwie prickelt zwischen den Geschlechtern, muss der Verbannung anheimfallen. Die Öffentlichkeit und die Arbeitsplätze sollen emotionslos und gendergerecht standardisiert sein und am besten ist, man lässt sich völlig triebfrei machen. Hormongefälle und Anziehungskraft müssen ausgemerzt und planiert werden. Flirten am Arbeitsplatz? Na soweit kommt es noch! Charmantes Einladen auf einen Kaffee? Verboten! Hinweg mit all dem subversiven zwischenmenschlichen Zeug! Der Mann muss endlich neutralisiert werden.

 

Die Stärke von Kulturen ergibt sich immer auch aus ihrem Umgang mit der Sexualität. Und wenn eine Kultur über die natürlichen Eigenschaften von Mann und Frau in einer solch haarsträubenden Art und Weise verfügen will und sie sukzessive der Degeneration überantwortet, dann gute Nacht, Westen.

 

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Ärztedämmerung

 

Noch nie war der Druck auf die Ärzteschaft so groß wie heute. Hatten die Ärzte früher die noble Pflicht und meist auch die persönliche Berufung, Krankheiten zu erkennen und zu behandeln, so haben sie heute enorm gewachsene und vielfach überbordende und überfordernde bürokratische, ökonomische und juristische Rahmenbedingungen zu erfüllen. Der Arztberuf als solcher steht vor einem Paradigmenwechsel.

 

Die Krake Ökonomie

Ökonomische Vorgaben dringen immer mehr in sämtliche medizinischen Überlegungen und Handlungen vor. Die Ökonomie engt den Spielraum der Ärzte trotz oder gerade wegen der drastisch zunehmenden medizinischen Optionen massiv ein und erfordert in allen Bereichen die Bildung von Begrenzungen, die euphemistisch Leit- und Richtlinien genannt werden. Die diagnostische und therapeutische Vielfalt, die uns die moderne Medizin mittlerweile bietet, wird durch die faktischen Zwänge der knappen Ressourcen förmlich konterkariert.

 

Die EBM als Werkzeug

Als Schlagwort für die überall sich ausbreitende Ökonomisierung dient die sogenannte Evidence-Based-Medicine (EBM), nach der die Gesundheitsökonomen glauben, die stets "richtige" Medizin bestimmen und vorgeben zu können. Nur was durch große Studien untermauert ist, findet Eingang in die EBM. Statistisch abgesicherte Ergebnisse werden dadurch zu einem Dogma, das für alle gilt, aber dummerweise im Einzelfall auch völlig falsch sein kann. Um nicht missverstanden zu werden: Natürlich ist die Wissenschaft absolut notwendig und aus der Schulmedizin nicht wegzudenken, aber die Ergebnisse von Studien müssen immer fallbezogen von erfahrenen Ärzten interpretiert und an das jeweilig zu behandelnde Individuum angepasst werden. Medizinische Maßnahmen werden durch die EBM aber verallgemeinert, verdinglicht und vom persönlichen Verhältnis zwischen Arzt und Patient auf eine abstrakte, dafür aber umso besser von außen kontrollierbare Ebene verschoben.

 

Ärzte im Dilemma

Das Diktat der Ökonomie widerspricht dem Arztsein zwar nicht grundsätzlich, weil jeder gute Arzt immer auch ökonomisch denkt, aber der neue Absolutismus der Wirtschaftlichkeit erfordert auch jede Menge neue Kompetenzen von den Ärzten: Der ideale Arzt von heute muss betriebs- und volkswirtschaftlich zugleich denken, buchhalterische Eigenschaften und perfekte EDV-Kenntnisse haben, versiert im bürokratischen und peniblen Erfassen von Daten sein und natürlich vor allem die Expertise in seinem medizinischen Bereich besitzen.  Er muss weiters die höchsten ethischen Grundnormen erfüllen und am Ende für alle diese Tätigkeiten zu 100% verantwortlich sein.

 

Dieses dicke und inhomogene Verantwortungs-Bündel, das da den Ärzten aufgebürdet wurde, ist in Wirklichkeit mit der ärztlichen Kernkompetenz namens Diagnostik und Therapie kaum zu vereinbaren. Gerade diese beiden genuin ärztlichen Tätigkeiten brauchen vor allem eines: Zuwendung zum Patienten und Zeit, Zeit und nochmals Zeit. Und Zeit ist Geld. Weil dem System aber das Geld lieber ist als die Zeit, muss letztere ständig in ersteres umgewandelt werden.

 

Der Roboter kommt

Was am Ende dieser ununterbrochenen und fortschreitenden Metamorphose stehen wird, ist klar: Der automatisierte, EDV-gesteuerte Robo-Doc. Am ökonomisch günstigsten ist die totale Digitalisierung der Medizin und die Schaffung eines medizinisch tätigen, aber elektronisch funktionierenden Computerwesens - gewissermaßen ein Medicus ex machina. Computer- und Roboterassistierte Operationen, wie wir sie beispielsweise in der Urologie schon länger kennen, haben prächtige Erfolge, sie (ver-)führen uns aber in fast schon unheimliche Sphären, die ihr enormes Frust- und Gefahrenpotenzial noch verbergen.

 

Keine Science Fiction

Die totale Computerisierung der Medizin ist keine Vision aus einem Hollywood-Sci-Fi-Thriller, sondern in Ansätzen bereits Realität. Wir kennen zum Beispiel die sogenannten Virtual Care Rooms, die in Schweden schon installiert wurden. In diesen Räumen kann der Patient seine Beschwerden in einen PC eingeben und je nach Schwere des Problems wird der Kranke dann mit Anweisungen aus dem Computer versorgt oder auch telemedizinisch mit einem echten Arzt in der fernen Zentrale verbunden. Manche Politiker und Gesundheitsökonomen sind allen Ernstes davon überzeugt, dass solche Apparaturen den klassischen Arzt zumindest teilweise ersetzen können.

 

Wie geht das weiter?

Die nächste Stufe sind vermutlich Medic-Drive-Ins, wo man zum medizinischen Rat aus dem Computer auch sein Gesundheits-Smoothie samt einer standardisierten Ernährungsberatung bequem durch das Autofenster bestellen kann. Perfekt ist die IT-Versorgung aber erst dann, wenn der Patient von zuhause aus alles online regeln kann und über das Internet gesteuerte medizinische Heimroboter die Tätigkeit des Hausarztes übernehmen: Von der Blutabnahme bis zur Infusion, von der Rezeptur bis zur Inkontinenzversorgung samt dazugehöriger pflegerischer Maßnahmen. Der Robodoc kann ja gleichzeitig auch Pfleger sein, warum nicht? Das vereinfacht die Sache und macht sie billiger.

 

Der Arzt als Sündenbock

Natürlich wird es ganz ohne Menschen nicht gehen. Irgendwer muss ja auf der anderen Seite der Technik sitzen, die medizinische Steuerung und vor allem die Verantwortung übernehmen. Es muss einen Menschen, einen Arzt aus Fleisch und Blut geben, der  im Falle von gesundheitsschädigenden oder gar tödlichen Fehlern, die auch und vor allem in vollautomatischen standardisierten Programmen vorkommen können, vor Gericht gestellt werden kann.

 

Man wird sich also in diesem dystopen Szenario ein paar "Ärzte" halten müssen, die womöglich nie einen Patienten sehen, aber im worst case ins Gefängnis wandern. Der archaische Mechanismus von Schuld und Sühne muss aufrecht erhalten bleiben. Und einen Roboter kann man schlecht in die Zelle stecken. Wäre ja auch unwirtschaftlich. Der Robo-Doc soll lieber im Virtual Care Room 24/7 zur Verfügung stehen.

 

Gehen Sie also zum Arzt, solange er noch ein Mensch aus Fleisch und Blut ist und solange er Sie noch direkt und persönlich  behandelt. Lassen Sie sich beraten, wie man als Patient der totalen Apparate- und Überwachungsmedizin entkommen kann. Schauen Sie dem Arzt aber beim ersten Kontakt tief in die Augen. Sollten Sie dort ein rötliches, irgendwie technisch wirkendes Glimmen bemerken und Ihnen der Kollege merkwürdig vorkommt, könnte es sich schon um einen Prototypen der neuen Mediziner-Generation handeln. Man weiß ja nie. 

 

 

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Die Zerstörung der Familie (Teil 2)

 

Zum kürzlich hier publizierten Text über die zeitgeistig getriggerte Zerstörung der Familie sind noch ein paar weitere Anmerkungen nötig - und zwar aus Sicht der Frauen. Die Anregungen dazu kamen von einer langjährigen ehemaligen Abgeordneten der ÖVP, die sich intensiv mit Frauen- und Familienfragen beschäftigt.

 

Fast alle Frauen wollen Kinder

Die nämliche Abgeordnete a.D. sagte mir, sie hätte in ihrem ganzen Leben weder in den Frauennetzwerken, in denen sie tätig ist, noch im Alltag eine Frau kennen gelernt, die erklärtermaßen keine Kinder gewollt hätte (mit einer einzigen Ausnahme) - und das in 30 Jahren des immer wieder aktiven Nachfragens. Sie auch zahlreiche Männer dazu befragt - und da waren erstaunlicherweise erklecklich viele dabei, die explizit keine Kinder wollten. Die jahrelange Umfrage ging also eindeutig zuungunsten der Männer aus.  Aber: Wovor fürchten sich die Männer heute? Vor der Verantwortung der Vaterschaft? Vor eventuellen finanziellen Belastungen - etwa im Fall einer Scheidung? Vor der Belastung, die eine Familie neben dem Gewinn von Freude und Lebenssinn ebenfalls mit sich bringt?  Viele Fragen, die in der allgemeinen Aufregung, die durch die Gleichstellungsdebatte oft verursacht werden, leicht untergehen. 

 

Der Beruf kann warten

Des weiteren erzählte mir die ÖVP-Politikerin, dass nach ihren Erfahrungen alle Frauen mit Kinderwunsch von sich aus bereit waren (und sind), beruflich für die eigenen Kinder zurückzustecken und Abstriche bei ihren Karriereplänen zu machen. Diese Aussage sollte den linken Frauenpolitikerinnen, die stets die Teilzeit und die angebliche strukturelle Benachteiligung der Frau kritisieren, zu denken geben: Der Wunsch zur Teilzeit geht meist (und zu Recht) von den Frauen aus und nicht vom bösen männerdominierten System. Warum zu Recht: Besonders in den frühen Jahren ist es nachweislich für die Kinder besser, wenn sich die Mütter um sie kümmern statt anderer Bezugspersonen.

 

Übrigens seien laut der ehemaligen Abgeordneten auch einzelne Männer bereit gewesen, für die Kinder diverse Karriere-Einschränkungen in Kauf zu nehmen. Das Thema bleibt jedenfalls komplex, weil jede Beziehung/Elternschaft anders ist und man die Art des Umganges mit dem Nachwuchs nicht staatlich vorschrieben sollte. Vermutlich ist es so, dass man mit einer besseren Verteilung der Betreuungspflichten den berufstätigen Frauen unter die Arme greifen könnte. Andererseits sollte eine ideologiegesteuerte (feministische) Politik den Frauen nicht vorspiegeln, dass die Karriere mehr wert sei als die Familie und die Kinder.

 

Interessant war auch diese Aussage: Als unverheiratete junge Frau fürchte man die Mutterschaft, weil sie einen finanziell unversorgt lässt. Die junge Mutter müsste entweder voll arbeiten oder Sozialhilfe beantragen, auch wenn das Kind Unterhalt bekommt, aber der Vater sich sonst nicht kümmert und nichts beisteuert. Dafür gäbe es natürlich eine einfache Lösung: Die Mädels sollen schleunigst heiraten. Aber Spaß beiseite - die erwähnte Befürchtung der jungen Frauen ist sicher ein Mitgrund für den Trend zur späten und langfristig geplanten Mutterschaft. Die Frauen wollen ihre Ausbildung abschließen, danach finanziell auf eigenen Beinen stehen und sich nicht in jungen Jahren wegen eines früh bekommenen Kindes einschränken lassen. Das ist nachvollziehbar. 

 

Früh gefreit, nie bereut

Allerdings gibt es reihenweise Gegenbeispiele, die uns zeigen, dass Frauen, die z.B. als Twen während des Studiums ein Kind bekamen, durchaus gelungene Berufskarrieren und Familien zusammengebracht haben. Für Frauen, die früher ins Erwerbsleben einsteigen, gilt das sowieso. Nach den Daten des Instituts für Familienforschung bekommen die Akademikerinnen am spätesten die Kinder, die Frauen mit "nur" Pflichtschulabschluss sind dagegen am frühesten dran. Sie haben im Schnitt auch wesentlich mehr Nachwuchs als die Frau Doktor und die Frau Magister.

 

Der Bildungsgrad nimmt ab

Der eklatante biologische Nachwuchsmangel bei den Akademikerinnen führt zu einer noch relativ wenig beachteten soziologischen Realität: Bildungsferne Schichten vermehren sich intensiver als die Hochgebildeten. Nach allen verfügbaren Daten haben die Kinder weniger gebildeter Mütter auch eine geringere Wahrscheinlichkeit, selber in die höhere Bildung einzusteigen und damit gesellschaftlich aufzusteigen. Das heißt mit anderen Worten: Das allgemeine Bildungsniveau wird  unweigerlich sinken - und das allein schon aufgrund der exzessiv niedrigen Geburtenrate bei Akademikerinnen. Von der allgemeinen Erosion der Bildungssysteme ist hier noch gar nicht die Rede.

 

Komplexe Entwicklungen

Die Auflösung der traditionellen Familienstrukturen hat also viel mehr Auswirkungen auf die Entwicklung der Gesellschaft als dies etwa die Feministinnen erkennen können (oder wollen). Aber noch ein anderer Punkt ist eminent wichtig. Wenn die Frauen trotz ihrer Bereitschaft, sich beruflich zugunsten eigener Kinder zurück zu nehmen, vor einer Familiengründung ihre Ausbildung beenden möchten und einen Job haben wollen, läuft generell etwas falsch - und es hat offensichtlich auch viel mehr mit den Männern ohne Kinderwunsch zu tun als dies der erste Eindruck vermittelt - siehe oben. Und da sind wir noch gar nicht bei dem Punkt angelangt, dass das Durchschnittseinkommen eines Mannes heute gar nicht mehr ausreicht, eine Familie zu erhalten. Doch davon ein andermal.

 

 

 

 

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Heimat, reloaded

 

Der Begriff Heimat ist wieder in den Mittelpunkt gerückt. Träumte man noch vor wenigen Jahren von grenzenloser Globalisierung, vom Global Village und der Internationalisierung von allem und jedem, ist man nun draufgekommen, dass die Heimat bei weitem nicht so schlecht ist wie es ihr Ruf lange Zeit war.

 

Der üble Ruf

Vor bald 100 Jahren entstand im nach dem Zerfall der Monarchie sehr klein und in seinem Selbstverständnis unsicher gewordenen Österreich ein großes Bedürfnis nach Heimat und Sicherheit, das sich unter anderem auch in der Gründung der Heimwehr niederschlug. In den 30er Jahren bemächtigten sich die braunen Horden des Begriffes Heimat und verpassten ihm ein rassistisches Image. Nach der Katastrophe des Dritten Reichs erfuhr die Heimat in zahllosen Heimat-Filmen und im Wiederaufbau eine positive Neuaufladung - aber nur, um von den 68ern und den danach in großer Zahl auftretenden Vergangenheitsbewältigern und allen anderen linken Progressiven in einem selbstgestrickten und medial bis heute gerne verbreiteten Moralismus wieder verdammt zu werden.  

 

Man traute sich lange Zeit nur in Trachten- und Schützenvereinen, von der Heimat zu reden. Dieselbe gar zu loben, war über Jahrzehnte höchstens im Sport oder bei großen offiziellen Anläsen erlaubt - etwa, wenn man die naturgemäß heimatbezogene Bundeshymne mitsang. Ansonsten klang "Heimat" irgendwie verdächtig und die Modernisten schauten einen gleich misstrauisch an, wenn man von der Heimat sprach.

 

Unbeirrt von diesem konstruierten Verdacht, der ausschließlich den Zweck hatte, die bürgerlich-rechte Weltanschauung politisch zu diffamieren, blieben nur mutige, beständige und bodenständige Charaktere. Auch in konservativen Kreisen bemühte man sich aus lauter Angst, als "ewiggestrig" zu gelten sehr oft, die Heimat nur noch als Folklore erscheinen zu lassen. Klare Bekenntnisse zur deutschsprachigen Kultur, zur jahrtausendealten und prägenden eigenen Geschichte und zur Wichtigkeit des Heimatbegriffs wurden gern vermieden. Rechts-Intellektuelle, die den Mut hatten, sich positiv zu einem autochthonen Kulturbegriff und zur Heimat zu äußern, wurden stets von der linken Medien-Schickeria niedergemacht oder gleich mit der Nazi-Keule traktiert.

 

Heimat, reloaded

Das alles ist nun anders. Das Volk hat genug vom endlos oktroyierten anti-heimatlichen Getue und es wendet sich vom öffentlichen Lechzen nach grenzenloser Internationalität immer mehr ab. Die Massenmigration hat jene natürlichen und gesunden Selbstschutz-Reflexe aktiviert, die zum Heimatbegriff dazugehören und die für ein Bestehen der eigenen Kultur und der eigenen Nation notwendig sind. 

 

Aber was hat es nun mit dieser "Heimat" auf sich? Warum ist der Begriff so emotional besetzt und warum  wollen ihn die Linken unbedingt für obsolet erklären? Die Erklärung, warum die "Heimat" so eine essenzielle Wichtigkeit besitzt, findet man in einer medizinischen Analogie:  Die Heimat und ihre rechtlichen Erscheinungsformen namens Nationen und Länder bilden eine Art Immunsystem. Die Grenzen der Nationen sind die sichtbaren Erkennungszonen, an denen Freund und Feind unterschieden werden.

 

Das Fremde und das Eigene

Die jeweiligen Kulturräume bieten den dort lebenden Menschen den Platz, um ihre Identität und Charakteristik zu entwickeln und zu entfalten. Ein Kulturraum kann aus historischen Gründen durchaus über Staatsgrenzen hinausgehen (wie etwa zwischen Österreich und Deutschland oder Südtirol), aber er wird immer eine sehr ausgeprägte Homogenität besitzen. Ein Angehöriger einer fremden Kultur, der in Bayern oder in der Schweiz erkennbar fremd ist, wird aus ähnlichen Gründen auch in Wien oder in Bozen als fremd betrachtet werden. Es ist daher absolut gerechtfertigt, von einer deutschen oder zumindest deutschsprachigen Kultur zu reden.

 

Die Natur, die Nation und den Kulturraum verbindet das immunologische Kriterium, dass alles Fremde als fremd erkannt wird. Das ist sowohl für einen Organismus wie auch für einen Staat respektive eine Kultur überlebenswichtig. Ohne diese Fähigkeit stirbt der Organismus und genauso geht es der Kultur. Das heisst nicht, dass alles Fremde immer auch ein Feind ist, sondern es geht genau um die Unterscheidungskompetenz, beides zu erkennen. Immunsysteme, Nationen und Kulturen müssen fähig sein, möglichst rasch und eindeutig herauszufinden, was ihnen nützt, was ihnen egal sein kann und was ihnen schadet oder sie sogar vital bedroht.  

 

Die hochkomplexen Immunsysteme haben für diese Zwecke die Abwehrzellen und die Antikörper entwickelt. Die Nationen und Kulturen stellen aus denselben Gründen Legislative, Judikatur und Exekutive bereit. Der innere und äußere Schutz der Heimat ist letztlich genauso wichtig wie der immunologische Schutz des Individuums. Es gibt daher keine Kultur und keinen Staat auf der Welt, die nicht irgendeine Form von Abwehrkraft ihr eigen nennen. Ähnlich entwickelte Kulturen und Staaten können in diesen Fragen auch durchaus kooperieren. Die EU versucht dies, hat aber bis jetzt keine geeignete Immunantwort entwicklen können. Die Organismen (Staaten) müssen also auf eigene Faust ihr Schicksal meistern.

 

Heimat ist ein Auftrag

Der Begriff "Heimat" vermittelt nicht nur ein gewissermaßen archaisch bedingtes, angenehmes und vertrautes Gefühl, sondern die Heimat beinhaltet immer auch einen Auftrag zur geradezu essenziell notwendigen Existenzsicherung ihrer selbst. Das führt uns zur zweiten, oben gestellten Frage: Warum wollen Linke die Heimat demontieren? Was ist der Beweggrund, einer "No Border"-Philosophie anzuhängen und die Verschmelzung der Nationen und Kulturen anzustreben, wenn eigene Heimat und Kultur doch die Seins-Bedingungen des Individuums und des Volkes sind? 

 

Die Antwort ist simpel: Das entwurzelte und in einer marxistisch inspirierten Einheitskultur frei flottierende Individuum ist für die staatlichen Apparate und Machthaber am besten steuerbar. Der zynisch "frei" genannte, aber einfach nur völlig bindungslose Mensch im anonymen Großkollektiv ist das Endprodukt eines linken Alptraums, der manchen Menschen noch immer als das Paradies auf Erden erscheint. 

 

 

 

 

 

 

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Die Zerstörung der bürgerlichen Familie

Die existenziellen Bedrohungen für die klassische Familie sind heute so groß wie nie zuvor. Das grandiose, sinnstiftende und schöpferische Konzept „Bürgerliche Familie“ steht an der Kippe. Die allseits forcierte Berufstätigkeit der Frau, ihre vor allem durch die Pille erreichte Hoheit über die Empfängnis und die immer häufiger zu beobachtenden Auflösungserscheinungen der früher durch zweifellos eherne Regeln gesicherten Ehe sowie die exzessiv niedrige Geburtenrate fördern die Vereinzelung und die absichtlich nur kurzfristig eingegangene Bindungen.

 

Geänderte Rollen

Die Männer haben durch diese Phänomene weniger Verantwortung zu übernehmen und weniger Pflichten in der Beziehung. Der "Alleinverdiener" und Familienerhalter ist längst ein Auslaufmodell geworden. Dadurch hat ein sich gegenseitig verstärkender Feedback-Mechanismus eingesetzt, der die Erosion der Familie vorantreibt: Die Frauen brauchen keine Männer mehr und die Männer sehen sich immer weniger an ihre archaischen und gesellschaftlich vorgesehenen Verpflichtungen gebunden. Für wen sollte man als Mann auch die Verantwortung übernehmen, wenn keine Kinder da sind und die Frau ihr Geld verdient? 

 

Man nennt den Single heute neudeutsch SINK (single income no kids) und die modernen kinderlosen Familienersatzprodukte heißen DINK (double income no kids)  oder etwas sperrig „Lebensabschnittspartnerschaften“. Singles bleiben immer öfter welche und die DINK-Situation verlässt man recht rasch, wenn es einmal nicht mehr passt.

 

Diese gesellschaftlichen Änderungen, die von Linksideologen und Staatsgläubigen zynischerweise im Namen der persönlichen Freiheit favorisiert werden, sind nicht die einzigen Fallstricke auf dem Weg zu einem geglückten Familienleben. Das von Karl Marx erklärte Ziel, dass die bürgerliche Familie zerstört werden müsse, schimmert politisch immer wieder durch. Die ungehemmte Lust des Staates, die Kinder möglichst früh zu annektieren, die Feministinnen, die diesem Ansinnen fleißig in die Hände spielen, die Sachzwänge der berufstätigen Frauen und das zunehmend hohe Alter der Erstgebärenden schaffen Voraussetzungen, die für die klassische und traditionelle Mehrkind-Familie längst kein ideales Biotop mehr darstellen.

 

Späte Mutterschaft - keine wirklich gute Idee

Je später die Frauen ihre Kinder bekommen, desto geringer wird nämlich ihre Chance auf mehrfache Mutterschaft. Ab 35 sinkt die Fertilität rapide und engt die biologischen Optionen massiv ein. Das durchschnittliche Alter der Erstgebärenden liegt heute bei knapp 30 Jahren, jeder kann sich da leicht ausrechnen, dass ab 30 eine kinderreiche Großfamilie rein zeitlich und fertilitätsbedingt nur mehr ganz schwierig zu gründen ist. Auch das Alter des Mannes spielt eine Rolle, denn die Samenqualität nimmt ebenfalls stetig ab.

 

Fruchtbarkeitsmediziner lobpreisen zwar die verschiedenen Methoden, die uns heute zur biotechnologisch unterstützten Schwangerschaft verhelfen können, die Erfolgsraten sind aber in Wirklichkeit sehr bescheiden. Die In-vitro-fertilisation (IVF) führt nur in ca. 20% der Fälle zum gewünschten Erfolg. Andres gesagt: 80% der Frauen, die IVF versuchen, bleiben kinderlos. Das ist oft mit einem enormen Frustrationspotenzial auch für die verhinderten Väter verbunden und trägt daher nicht dazu bei, den Status der Familie per se wirklich zu verbessern.

 

Die Geburtenrate bestimmt die Demografie

Die niedrigen Geburtenraten haben nicht nur auf die grundsätzliche Struktur der Familie eine  massive Auswirkung, sondern auch auf die Gesellschaft als Ganzes. Wir befinden uns längst in einer Transformationsphase, weil durch die Änderung der Demografie die gesamte Generationenverteilung nahezu unumkehrbar verändert wird. Selbst eine sofortige Verdoppelung der aktuellen Geburtenrate von 1,4 Kinder pro Frau auf die Werte der 60er Jahre (damals lag sie bei 2,7 Kinder pro Frau) könnte den bereits entstandenen Defekt in der Bevölkerungspyramide nicht mehr schließen.

 

Nicht nur die Linken, auch die Defätisten und Phlegmatiker unter uns behaupten dazu gerne: Na dann ist es doch eh schon egal, soll eben jeder so leben wie er will und wir holen uns die fehlenden Jungen ganz einfach aus dem Orient und aus Afrika – dort gibt es sowieso zu viele davon. Der zweite Teil dieser Aussage ist formal richtig: Die orientalischen und afrikanischen Nationen haben mit dem sogenannten „Youth Bulge“ zu kämpfen.  Das bedeutet, dass sie in Relation zur Gesamtbevölkerung zu viele junge Erwachsene und Kinder haben und dass aufgrund der unterentwickelten ökonomischen Strukturen deren Perspektiven kaum als rosig zu bezeichnen sind.

 

Gegen das eigene Wesen

Trotzdem ist die fatalistische Aussage „Lassen wir sie nur kommen“  im Grunde gegen unsere eigene Bevölkerung, gegen unsere kulturellen Traditionen und letztlich gegen das Wesen Europas gerichtet.  Der Massenimport fremder Kulturinhalte muss zwangsläufig zu sozialen und kulturellen Spannungen führen. Er ist daher grundsätzlich abzulehnen und mit demografischen Argumenten keinesfalls zu rechtfertigen.

 

Die von Europa geförderte unkritische Massenmigration ist, wenn man sie inhaltlich zu Ende denkt, auch gegen die Länder des Orients und Afrikas gerichtet: Ein Europa, das noch immer paternalistisch und gönnerhaft die Abwanderung von Millionen junger Orientalen und Afrikaner unterstützt, wirkt nicht nur auf die eigenen Kulturen zerstörerisch, sondern natürlich auch auf die Länder, deren junge Männer in Scharen aufbrechen um ins Gelobte Land Europa zu gelangen. Die jungen Herren sollten lieber im eigenen Land die zwar spärlichen, aber vorhandenen Chancen ergreifen und ihre Heimat aufbauen.

 

Was hat das aber jetzt mit der traditionellen westlichen Familie zu tun? Sehr viel sogar. Die Einwanderung von großen Zahlen an Männern verschiebt sukzessive das mathematische Verhältnis von Mann und Frau. Das hat gravierende Auswirkungen auf den „Heiratsmarkt“ und schafft im Laufe der Zeit neue gesellschaftliche Segregationen, die wir bisher nicht kannten. Einen Geschlechterüberschuss gab es in der Geschichte immer nur bei den Frauen: Die Kriege erzeugten durch die Gefallenen regelmäßig eine zahlenmäßige Reduktion in der männlichen Bevölkerung.

 

Männerüberschuss und Aggression

Die Gesellschaften vertrugen diesen wiederkehrenden kriegsbedingten Frauenüberschuss offenbar erstaunlich gut: Über soziale Spannungen, die von alleinstehenden Frauen ausgingen, wird nichts berichtet. Männerüberschüsse hingegen produzieren gesellschaftliche Instabilitäten, weil vor allem junge alleinstehende Männer zu höheren Aggressionspotenzialen neigen. Darüber gibt es interessantes Datenmaterial. Auch die Kriminalitätsraten steigen in Sozietäten mit Männerüberschuss. Faktum ist: Viele dieser Single-Männer werden ganz einfach aus zahlenmäßigen Gründen allein bleiben müssen und keine Partnerin finden.

 

Das erhöht den Druck auf alle Betroffenen. Frauen sehen sich aber nicht nur einem erhöhten Verbrechensrisiko ausgesetzt, sondern sie haben bei einem stetig wachsenden Männerüberschuss mittelfristig auch die größere Auswahl an potenziellen neuen Partnern. Das destabilisiert grundsätzlich die ohnehin schon recht volatilen familiären  Beziehungsstrukturen. Es gibt somit eine nicht leugbare Wahrscheinlichkeit, dass die Massenmigration, wenn sie weiter in diesem Maße anhält, auch die familiären Gegebenheiten respektive die traditionelle europäische Familie gewaltig verändern wird.

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Rassismus 2.0

 

Der klassische Rassismus ist laut Duden eine ideologisch geprägte Lehre, deren Inhalte besagen, dass bestimmte Menschengruppen und Völker aufgrund von biologischen Merkmalen anderen Populationen in ihrer kulturellen Leistungsfähigkeit über- oder unterlegen sind. Soziologen und Kulturwissenschaftler orten die Ursprünge des Rassismus bereits in der Antike und manche Forscher schreiben seine Entstehung und Verbreitung den jeweiligen intellektuellen Vordenkern ihrer Zeit zu (wie etwa der deutsche Professor Wulf D. Hund in seinem neuen Buch).

 

Dieselben Muster

Die Denkmuster des Rassismus, die in früheren Zeiten Ausbeutung, Verfolgung, Unterdrückung bis hin zur Vernichtung von verschiedenen Ethnien und Kulturen ermöglichten und die diese Untaten nicht nur rechtfertigten, sondern sogar für gut und richtig erklärten, haben sich "weiter"-entwickelt. Heute gibt es gewissermaßen einen Rassismus 2.0, der sich längst von der Ächtung diverser biologischer Merkmale entfernt und in eine Abwertung und Herabwürdigung bestimmter (politischer) Haltungen verwandelt hat. 

 

Die Vertreter des Rassismus 2.0  sind paradoxerweise die selbsternannten Anti-Rassisten, die heute auf ganzer Linie gegen den biologistisch begründeten Rassismus vorgehen und vor allem im linken Lager zu finden sind. Unter dem Deckmantel der Gleichheitsphilosophie und des Humanismus versuchen linksorientierte Hardliner ständig, allen Andersdenkenden den Mund zu verbieten oder zumindest deren Einstellungen für verwerflich zu erklären.

 

Die orthodoxen Linken tun dies unter Verwendung derselben kodifizierten Raster, die früher von den Bio-Rassisten verwendet wurden. Sie haben diese Muster nur umgemünzt und von der biologistischen auf die politische und moralische Ebene verlegt. Dort fällen sie ihre Urteile:  Der politisch Andersdenkende gilt als schlecht, intellektuell und charakterlich minderwertig, genuin böse, moralisch letztklassig oder ist sonstwie mit ganz schrecklichen Übeln behaftet und natürlich völlig unbelehrbar und nicht zu bekehren.  Am besten ist es daher, ihn zunächst öffentlich und persönlich anzugreifen, an den Pranger zu stellen und ihm dann seine Meinung und seine Weltanschauung zu verbieten, weil diese für destruktiv und gefährlich erklärt wird. 

 

Opferkult

Um den Rassismus 2.0 zu legitimieren, muss man sich als Vertreter desselben natürlich gegen jede Kritik immunisieren. Das gelingt am besten, wenn man sich als Opfer darstellt und dann aus der Opferrolle heraus die neo-rassistischen Angriffe aufbaut. Für die eigene Viktimisierung bieten sich jede Menge Optionen an: Man ist Frau/Feministin, Schwuler, sozial Benachteiligter, Migrant oder was auch immer - Hauptsache, man kann in der Rolle des Schwachen und Schlechtweggekommenen glänzen und dem Gegenüber dafür empört die Schuld geben.

 

Ein beliebtes Zielobjekt des politisch transformierten linken Rassismus 2.0 ist derzeit der "mächtige, alte weisse Mann". Weil es ausschließlich um Weiße geht, ist sogar ein Schuss klassischer Bio-Rassismus dabei. Alles, was dieser weiße Mann von sich gibt oder tut, wird automatisch und ohne Differenzierung im weitesten Sinne als Hassrede oder als rechte Machtdemonstration denunziert. Man ist heute schon verdächtig, wenn man eine helle Hautfarbe hat, ein Mann über 50 und erfolgreich ist. Aus linker Sicht muss sich diese Gruppe von Männern von vornherein immer für alles entschuldigen, denn für sie gilt die pauschale Schuldvermutung. 

 

Feministische Männer

Weil dieses Objekt der übelwollenden linken Phantasien vor allem von den Feministinnen als Ziel Nr. 1 auserkoren wurde, finden wir unter den angesprochenen weißen Männern recht viele, die zum Feminismus übergelaufen sind und dort ihr erbärmliches Dasein fristen. Sie sind feig und wollen ihr Leben nicht als Zielscheibe von Furien und Erinnyen verbringen. Einige dieser "Männer" sind natürlich auch nur Heuchler, die glauben, dass sie mit einer vorgetäuschten unterwürfigen Haltung das Wohlwollen der "modernen" Frauen erlangen können. Für beide Sorten Mann gilt, dass für sie das Prinzip Männlichkeit in Frage zu stellen ist: Es gibt eigentlich kaum etwas, das lächerlicher und erbarmungswürdiger ist als ein "männlicher" Feminist.

 

Natürlich wird der gewendete Rassismus, der als Gleichheitsdenken getarnt wird,  auch in allen anderen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens eingesetzt. Die Kulturkritik etwa läuft heute sofort Gefahr, als Bio-Rassismus verteufelt zu werden, wenn sie ernsthaft wird. Kritische Fragen, die den Islam oder die Migration betreffen, können und dürfen jederzeit als "rassistisch" und "fremdenfeindlich" missinterpretiert werden, ja sie sollen das sogar. Sachlich ist das natürlich völlig unsinnig und absurd, weil eine multinationale Religion und Kultur ja niemals an einer Rasse festzumachen ist, sondern bestimmten geistigen Haltungen entspricht. 

 

Die Nachfahren Rousseaus

Die einzig edle und legitime "Rasse" ist heute daher nur mehr diejenige, die aus lauter linksideologisch gefestigten und durch den Modernismus geläuterten Menschen besteht. Wer dazu gehören will, muss seinen Rousseau gelesen haben und seinen Marx, er soll Adorno und Horkheimer kennen und er muss vorgeben, zumindest ein bisschen nach den Ideen dieser Autoren zu leben. Am besten gelingt das natürlich den Salon-Linken, die sich in einem ganz speziellen Zynismus nach außen hin als altruistische Linke gerieren, aber in Wirklichkeit nur auf ihre eigenen Vorteile bedacht sind.

 

Die Vertreter des Rassismus 2.0 halten sich jedenfalls für die neuen und moralisch unangreifbaren Übermenschen und für die intellektuelle Herrenrasse - ohne das natürlich jemals zuzugeben. Und, noch schlimmer, vielen von ihnen ist diese ihre dubiose Haltung nicht einmal bewusst, weil sie vor lauter Moralisieren und Empören keine Zeit zur Selbstreflexion finden. Die Vertreter des Rassismus 2.0 wollen bestimmen, was gut und schlecht ist und sie möchten festlegen, wie der Mensch politisch zu sein und wie er zu leben hat. Und sie erteilen sich selbst die Befugnis, alles, was ihnen nicht passt, in Grund und Boden zu verdammen.

 

Obwohl die beschriebene Version des linken Weltbilds vom gesunden Menschenverstand schon längst ad acta gelegt wurde, beherrscht es noch immer große Teile der veröffentlichten Meinung und der Medienszene. Dort haben Marxens Jünger und Rousseaus Verehrer zum letzten Gefecht geblasen - sie wissen um ihre Existenzbedrohung. Es ist daher davon auszugehen, dass es vor dem Aus dieser Spielart der linken Ideologie noch zu heftigen neo-rassistischen Angriffen auf alles und jeden kommen wird, der nicht irgendwie im Chor der Mainstream-Medien mitsingt. 

 

 

 

 

 

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Die Evolution frisst ihre Enkelkinder

Eine Revolution ist die meist gewaltsame oder zumindest sehr rasch vollzogene politische Umwälzung. Wenn eine Revolution gelingt, herrschen binnen kurzer Zeit definitiv andere Verhältnisse. Regelmäßig gibt es aber während und nach der Revolution zahlreiche Opfer und die Revolutionäre werden oft selbst zu solchen, wenn sich die Ereignisse überstürzen und die Machtverhältnisse instabil bleiben. Das Bonmot dazu lautet: "Die Revolution frisst ihre Kinder" (Pierre Vergniaud, 1792) . 

 

Ähnlichkeiten zur Biologie

Bei der politischen Evolution hingegen entwickeln sich die Dinge wesentlich langsamer - aber ebenfalls längst nicht immer zum Besten der Beteiligten und Betroffenen. Es ist ähnlich wie bei der biologischen Evolution: Die Devise heisst da wie dort Survival of the fittest. Überleben können politisch nur diejenigen Haltungen und Anschauungen, die langfristig am besten passen und mit denen man die anfallenden Herausforderungen am ehesten bewältigt.

 

In der Natur beobachten wir, wie Arten kommen und gehen. Nur wenige von ihnen bringen die Fitness mit, über lange Zeiträume bestehen zu können. Sie schaffen das nur, wenn sie ein im wahrsten Sinne des Wortes konservatives Rüstzeug besitzen, mit dem sie sich erhalten können. In der Politik ist es genauso: Neue Anschauungen kommen und gehen. Und nur das Konservative bleibt.

 

Zeitenwechsel

Wir stehen aus evolutionären Gründen heute unmittelbar vor dem Untergang der linken Weltanschauung. War es in Europa über Jahrzehnte en vogue und zum guten Ton gehörend, dass die "Intelligentsija" auch in den bürgerlichen Parteien zumindest irgendwie links angehaucht daherkommen musste, so ist das Ende dieser Haltung nun schon spürbar. Die vielen Aktivitäten, die uns aus den diversen linken Lagern noch entgegen schäumen, sind nur der Beweis für die beginnende Agonie der linken Epoche. Mit der Linken geht es zu Ende. Anders gesagt: Die politische Evolution frisst ihre Enkelkinder. Die erste Garnitur der Enkel von Marx und Lenin wurde 1989 verzehrt: Damals implodierte die Extremform der Linken, der Kommunismus.

 

Die Ironie des Schicksals will es, dass nun die gemäßigte Linke gerade an ihren eigenen und größten Errungenschaften scheitert. Nehmen wir als anschaulichstes Beispiel den Sozial- und Wohlfahrtsstaat westlicher Prägung her: Ein solcher kann nur funktionieren, wenn er klar begrenzt und abgeschlossen ist und wenn jeder Bürger darauf vertrauen kann, dass er gewisse Exklusivrechte durch die Erfüllung seiner Beitrags- und sonstigen Bürgerpflichten erwirbt. Im Sozialstaat ist für Pension, Krankenversorgung, Arbeitslosenversicherung usw. gesorgt. Das kann aber eben nur in geschlossenen und kontrollierten Systemen funktionieren. Werden die Grenzen des Systems vulgo des Staates geöffnet, ist sein Ende programmiert. Niemand kann in offenen Systemen für irgendetwas garantieren, es ist bald vorbei mit der Wohlfahrt.

 

Friedmans Diktum

Der weltbekannte Ökonom und Nobelpreisträger Milton Friedman hat das in einem prägnanten Satz zusammengefasst: "Man kann einen Wohlfahrtsstaat haben oder man kann offene Grenzen haben. Aber man kann niemals beides zugleich haben." Jede Art von Migration muss daher genau überwacht, eingeschränkt und kontingentiert werden, da der Zustrom von den nicht ins Gefüge passenden und sozialstaatsinkompatiblen Immigranten fatal endet.

 

In Europa ist man nun in dieser sozialistischen Sackgasse angelangt. Verzweifelt versuchen die europhilen Sozialdemokraten und sämtliche anderen Sozialisten wie die Rest-Grünen und diverse "Liberale", den sozialen Superstaat Europa als die einzige Überlebensmöglichkeit der EU darzustellen. Sie ignorieren dabei, dass dieser Superstaat ja erst recht wieder definierte Grenzen bräuchte und  ein geschlossenes System sein müsste, sonst kann er nicht einmal in der Theorie funktionieren.

 

Die Linken, die heute aus moralischen Gründen nur noch sozialistisch-international agieren können, weil sich die Kombination national und sozialistisch aus naheliegenden Gründen auf ewige Zeiten verbietet, steuern wie die Lemminge auf ihr Ende zu: Es gibt kein Entrinnen aus der trotzkistischen und destruktiven Vision der Internationalen, aber nur eine Minderheit der Bürger will ein grenzenloses Europa ohne Nationalstaaten. Die Vision hat sachlich und demokratisch betrachtet keine Chance auf Umsetzung. Einige kluge Köpfe haben das offenbar beim letzten EU-Sozialgipfel in Göteborg durchschaut und daher lediglich ein paar vage Formulierungen ohne verbindliche Inhalte zu Papier gebracht. Eine Sozial-Union wird und kann es nicht geben.

 

Wien ist anders

Im rotgrünen Wien, einer Stadt, die Marx, Lenin und Stalin übrigens persönlich kannten, wird dafür dieser Tage noch ein Hochfest der spätsozialistischen Migrationspolitik gefeiert. Das "Fest" ist aber keine soziale Tat, sondern ein letztes verzweifeltes Investment in eventuelle zukünftige Wähler: Das Sozialgeld (die Mindestsicherung)  soll ohne Wenn und Aber allen nach Wien strömenden und einkommenslosen Menschen sofort beim Eintreffen zugesprochen werden. Der Schuldenberg von Wien beträgt ja ohnehin erst 7 Milliarden Euro. Da kommt es wohl auf ein paar -zigtausend Zuwanderer, die von den Wienern erhalten werden sollen, nicht mehr an. Das rotgrüne Wien pflegt den sozialistischen Zynismus, der gepaart mit hilflosem Ausgeliefertsein an die eigene Ideologie zur breitflächigen Zerstörung des Sozialsystems wird. Was nicht mehr finanziert werden kann, das muss zugrunde gehen. Wien braucht offenbar wirklich das Morbide.

 

Der letzte Akt

Doch zurück zum Wesenhaften des Sozialismus: Alles, was einst progressiv, humanistisch, fortschrittlich und nahezu befreiungstheologisch links war, weist jetzt in die Richtung der Endzeit, weil der Sozialismus der Natur des Menschen widerspricht und weil es ganz pragmatisch gesehen nicht möglich ist, die linke Utopie Realität werden zu lassen. Die gemäßigten Linken haben zwar in Mittel- und Westeuropa versucht, dem sozialistischen Sturm seine Schärfe zu nehmen, sind aber letztlich genauso gescheitert wie ihre gnadenlosen roten Brüder im Osten. Die Sozialisten wollten die gesellschaftliche Umwälzung durch eine Evolution statt durch eine Revolution herbeiführen - und nun werden sie zum Dank dafür überall abgewählt. Der Vorhang fällt, das Spiel ist aus. 

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Im linken Irrgarten

 

Die Beharrlichkeit der linken Ideologen in Politik, Medien und Kunst ist erstaunlich.  Obwohl sich die denkenden Bürger (zumindest in Österreich) bereits mehrheitlich vom linken Irrweg auf die rechten Pfade begeben haben, werden die postmarxistischen Rattenfänger nicht müde, mit ihren abgenützten Schalmeien weiterhin das süßlich klingende Lied von der besseren Welt zu blasen.

 

Alles ohne Grenzen

Nach wie vor versuchen linksgesinnte Meinungsträger und -macher, das Volk zu überzeugen, dass nur die linke Weltanschauung die allein selig machende sei: Dazu gehören das grenzenlos vereinte Europa ohne Nationen, die überall wirksame Gleichheitsphilosophie bis zum letzen Binnen-I, die permissive Haltung gegenüber der Massenmigration, die fast schon erbarmungslose Toleranz für alle(s), der habituelle Opfer- und Schuldgestus, die völlige Beliebigkeit der Haltungen, der schäumende Feminismus, die Schwächung der Männer usw. - alle diese Dinge (und nur sie!) werden nach Ansicht der Marx-Epigonen den Menschen eines Tages endgültig befreien können.

 

Verschwurbelt, aber gefährlich

Stichwort Kunst: Unter den beharrenden linken Kräften finden sich viele illustre Namen, die in der Kunst und in der Literatur zu Recht ihre Plätze erobert haben. Politisch finden die Künstler und Literaten aber einfach nicht aus ihrem linksideologischen Irrgarten hinaus. Zuletzt fiel etwa der bekannte  Autor und Alt-Trotzkist Robert Menasse anlässlich der Verleihung des Deutschen Buchpreises mit sehr merkwürdigen politischen Äußerungen auf. Über seine die Zukunft Europas betreffenden Einheitsstaat-Ideen braucht man nicht weiter nachzudenken, sie sind, was sie sind: Absurd und daher auch destruktiv - und sie halten keinem logischen Argument stand. 

 

Freilich sind solche Gedanken durchaus gefährlich, denn die trotzkistische Denke ist häufig auch bei politisch Aktiven anzutreffen - also bei den Verantwortungsträgern. Wenn diese Gedankenwelt immer wieder durch Stimmen aus Kunst und Literatur bestärkt wird, entsteht bei diesen Leuten förmlich der Eindruck einer höheren Legitimation. Das ist natürlich auch gewollt. Man braucht die künstlerisch gestützte Selbstaffirmation, denn sonst existiert keine weitere Legitimation für die Linken.  Die eigene Haltung wird in Folge durch moralische Zuschreibungen gefestigt: Man erklärt "das Linke"  zur einzig humanen Ideologie, lädt dieselbe mit Menschlichkeits-Phrasen auf und wähnt sich am Ende im totalen Recht.

 

Der Osten ist die Zukunft

Zum Glück gibt es in der tendenziell und absurderweise stetig nach links driftenden EU schon länger starken Gegenwind von Rechts:  Durch das neue Selbstbewusstsein der Osteuropäer sind beachtliche national orientierte Kräfte präsent, die eine Realisierung der altlinken Wünsche verhindern. Die Bürger der ehemaligen Ostblockstaaten wissen genau, was die linke Ideologie anrichtet und sie agieren dementsprechend klug. Das wird ihnen natürlich im Gegenzug von den Linken als antiliberal, reaktionär und fremdenfeindlich ausgelegt. In einer perfiden Taktik wird das, was angesichts der gegenwärtig großen europäischen Probleme politisch genau richtig ist, als schlecht für die Menschen bezeichnet.

 

Der Schriftsteller und Slawismus-Experte Martin Pollack schlägt in dieselbe linke Kerbe, wenn er in einem Standard-Gastkommentar moniert, die Erosion der Demokratie würde von rechten osteuropäischen Politikern ausgehen. Seiner Ansicht nach würden besonders in Polen und in den anderen Visegrad-Staaten massive illiberale Tendenzen der Zivilgesellschaft langsam den Garaus machen. (Dazu muss man wissen, dass der Terminus Zivilgesellschaft vor bald 100 Jahren vom italienischen marxistischen Ideologen Antonio Gramsci erfunden wurde.)  Nach Pollacks Meinung kommt aus dem Osten nichts Gutes, wenn es um demokratiepolitische Fragen geht. Redet man aber mit Ungarn, Polen oder Tschechen, so sind sie in überwiegender Zahl der Ansicht, ihre politischen Vertreter haben völlig recht und wir im ehemaligen Westen wären nicht ganz richtig im Kopf, was etwa die Migrationspolitik betrifft. 

 

Hauptberuf: Links

Stichwort Kommentar im Standard: In der nämlichen Redaktion sitzt der gewichtige Hohepriester der linken Meinungsmache. Ex cathedra wirft dort Hans Rauscher auf der Titelseite seine "Einser-Kastln" ins Leservolk und legt auf der Kommentar-Seite oft noch nach. Schreiben kann er, das muss man ihm lassen, aber er schreibt halt letztlich meistens das Falsche, weil er nach seinen immer wieder durchaus treffenden Darstellungen von Sachverhalten regelhaft die falschen Schlüsse zieht.

 

Mit seiner letzten Kolumne hat sich Rauscher nun selbst überrundet: Er beschreibt richtigerweise die "Ausländerfrage" als das dringlichste Thema der Wiener Politik - aber nur, um dann den Teufel mit dem Beelzebub austreiben zu wollen, indem er den Kampf gegen Rechts als die vordringlichste Aufgabe der Wiener SPÖ sieht. Also jener Partei, die in der "Ausländerfrage" gemeinsam mit den Grünen auf ganzer Linie seit Jahrzehnten und auf Kosten der Wiener totalversagt hat. Medizinisch betrachtet ist so eine Conclusio ein schwerer und lebensbedrohlicher Kunstfehler. Richtig wäre es, den Rücktritt der gesamten Wiener Linken zu fordern, damit nach Neuwahlen endlich eine Mitte-Rechts-Regierung die Malaise reparieren kann.

 

Irreführung der Bevölkerung

Die Linken betreiben mit ihren Argumentationslinien nicht nur Geschichts- und Gegenwartsklitterung, sondern sie versuchen auch immer wieder, ihre intellektuell unredlichen politischen Umdeutungen zu platzieren. Und sie verwechseln Ursache mit Wirkung: Die aktuelle gesellschaftspolitische Entwicklung ist keine gelenkte Aktion von "Rechts", sondern sie ist eine natürliche Reaktion auf zuviel "Links". Statt innezuhalten und diese notwendige Gegenbewegung zu akzeptieren, kommen Linke ständig mit more of the same daher. Sie agieren dabei wie Feuerwehrleute, die Brandsätze ins schon lodernde Hochhaus schmeissen, weil sie den Spruch, dass man Feuer am besten mit Feuer bekämpft, falsch verstanden haben.

 

Die große Chance

Wir stehen in Europa kurz davor, das linken Zeitalter endlich zum Abschluss bringen zu können und damit dem Kontinent eine neues, kantiges und definiertes Profil zu verpassen. Die Bürger könnten endlich aus dem Labyrinth herausfinden, das ihnen die 68er hinterlassen haben und durch das sie die alten und neuen Linken weiterhin treiben wollen. Aufgabe jedes logisch denkenden Mensch ist es, immer wieder und wieder auf die Tricks der Rattenfänger hinzuweisen, ihre Fehler aufzuzeigen und ihre Ideologie zu bekämpfen, wo immer man sie findet.

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Mitten im Kulturkampf

 

Die europäische Kulturfrage ist das zentrale Thema und der logische Endpunkt jeder sinnvollen Denkarbeit zur Massenmigration und deren Folgen. Die Frage ist einfach und klar zu formulieren: Wer wird im Rahmen der anhaltenden demografischen Transformation die kulturelle und gesellschaftliche Führung in Europa übernehmen? Die Antwort wird zwangsläufig in ein Entweder/Oder münden, denn es kann immer nur eine Leitkultur geben. Freilich sind auch Verschmelzungen von Kulturen möglich, aber das ist keine Frage von rasch abgehaltenen Integrationskursen, scheinheiligen Debatten oder politkorrekten Statements, sondern eine von Jahrhunderten. Oder eine von Eroberungskriegen.

 

Es geht um Stärke und Schwäche

Bei der Zuspitzung der Kulturfrage ist gar nicht so sehr nur die schiere Zahl der Immigranten maßgeblich, sondern vor allem auch die jeweilige kulturelle Stärke bzw. Schwäche der infiltrierten Gesellschaft und natürlich jene der jeweiligen Eindringlinge. Je diversifizierter die Zielgesellschaft ist, desto leichter fällt es weltanschaulich homogen strukturierten Ankömmlingen, ihre eigene Kultur dort zu etablieren.

 

Eine Gesellschaft wie die kontinentaleuropäische, die ununterbrochen an der Formulierung ihrer eigenen Werte und an deren verbindlicher Umsetzung scheitert und die andauernd liberal mit beliebig verwechselt, löst sich immer mehr in ihre Einzelteile auf. Die einzigen Werte, die das offizielle und politisch korrekte Europa zulässt, heissen Diversity und Equality. Diese diffusen und inhaltsarmen, aber dafür so wohlklingenden Begriffe verführen die Bürger dazu, sich in einem Irrgarten an Beliebigkeiten wieder zu finden, wo jede x-beliebige Lobby ihre Gier nach Präsenz als Menschenrecht darstellt und Gleichheit, wenn nicht sogar Hoheit will. Diese diversifizierte Gesellschaft bietet letztlich die idealen Angriffsflächen für jede homogene und von Eroberungsgeist getragene fremde Kultur.

 

Das Gesetz des Handelns

Die Realität zeigt es uns deutlich und sogar ehemals euphorische Links-Politiker geben es mittlerweile zu: Die Multi-Kulti-Philosophie der sich aufgeklärt und auch lange Zeit insgeheim überlegen fühlenden, weil so toleranten Europäer ist an der Realität der No-Go-Areas und an den täglich lauter werdenden, aber in sich logischen Ansprüchen der Fremden längst zerschellt. Die verantwortlichen Politiker stellen sich zwar noch hin und plappern von Menschenrechten, Hilfspflichten und gemeinsamen Lösungen, die man angeblich nur durch gemeinsame Integrationsanstrengungen schaffen könne, aber im Grunde wissen alle Bescheid: Ohne klare und kompromisslose Ansage und vor allem ohne sichtbare und wirksame Taten ist im wahrsten Sinne des Wortes kein europäischer Staat mehr zu machen.

 

The Clash of Cultures ist voll im Gange. Die über 20 Jahre alte Prophezeiung Samuel Huntingtons erfüllt sich - und zwar genau jetzt. Die andere Vorhersage, nämlich die Frohbotschaft von Francis Fukuyama, der nach dem Fall des Eisernen Vorhangs das Ende der Geschichte und den Sieg des Kapitalismus verkündete, ist hingegen leider verhallt. Wir stehen jetzt an einer Zeitenwende, mag das auch noch so pathetisch klingen. Aber noch haben wir die Wahl: Konfrontation und Behauptung oder Aufgabe und Unterwerfung.

 

Mut zur Wertung

Wer Kultur sagt, muss Wertung wollen. Und wer seine eigene Kultur schätzt, der muss zu ihr stehen und sagen: Sie ist die meine und die beste, ich will sie verteidigen. Im gigantischen Irrtum der politischen Korrektheit und der unkontrollierten Toleranztrunkenheit hat man leider auf sich selber vergessen, weil man allzu lange den gönnerhaft-schuldbewussten Europäer gegeben hat, der ja soviel wieder gut machen muss. Und neuerlich hat sich damit beweisen, dass "gut gemeint" immer das Gegenteil von Gut ist. Anders gesagt: Erst die falsch gelebte und pseudomoralisch aufgeladene Güte hat uns in die jetzige Misere geführt.

 

Bange Fragen

Nun steht der vielgescholten "weiße europäische Mann" plötzlich vor der Tatsache, harte Entscheidungen treffen und Fragen beantworten zu müssen, die er längst überwunden glaubte.  Er muss Ja oder Nein sagen und dann danach handeln. Aber bange Fragen quälen ihn: Wird er noch kämpfen können? Darf er denn das als kultivierter Europäer überhaupt? Oder ist seine Kultiviertheit ohnehin nur noch Degeneration, die er in Konsumismus und Pseudo-Debatten schönfärbt? Kann dieser weiße Mann noch ein Patriot und Verfechter seiner Kultur sein?

 

Ist der Europäer nicht vielmehr nur noch ein postdemokratischer und feminisierter Schlappschwanz, der sich dümmlich grinsend seine Zukunft von anderen diktieren lassen muss und bei Regenbogenparaden sein kleines Glück findet? Wird er in dieser Verfasstheit noch den Mut aufbringen, im Namen seiner Kultur zu werten, was richtig und was falsch ist? Und die bangste Frage, die über allen anderen schwebt: Wird er dieses ganze üble Spiel überhaupt noch gewinnen können? 

 

Die Chance lebt

Noch ist die Chance intakt. Die Osteuropäer zeigen uns seit einiger Zeit, wie wir sie nützen können. Gerade Österreich hat allen historisch belegbaren Grund, nicht ständig nach Berlin, Rom und Paris zu schielen, sondern seinen Blick nach Prag und Budapest zu richten. Dort wird die Zukunft Europas gemacht. Und man kann dabei sein - oder eben nicht.

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Die Unredlichen

 

Die politisch-intellektuelle Debatte in den österreichischen Qualitäts-Medien ist in einem erbärmlichen Zustand. Seit durch eine demokratisch erzielte Entscheidung namens Nationalratswahl klar wurde, dass deutlich mehr als die Hälfte der Österreicher die Zukunft unserer Nation politisch rechts der Mitte erleben wollen, sind viele der überwiegend linkslastigen Redakteure und Kommentatoren in den traditionellen Medien förmlich in heller Panik vor dem herandräuenden sogenannten "Rechtsruck".

 

Im Dauer-Alarmismus

Besagte Medienleute agieren kopflos, weil ihnen die rationalen Argumente gegen die kommende Koalition aus Schwarz und Blau längst ausgegangen sind. Es will nicht in die sonst so (sozial-) demokratisch orientierten Köpfe: Die Mehrheit hat in einer Demokratie prinzipiell recht, sonst bräuchten wir ja nicht wählen zu gehen. Das wollen die Damen und Herren aber im aktuellen Fall nicht wirklich anerkennen - und wenn, dann nur per Lippenbekenntnis.

 

Eines der letzten linken Argumente, nämlich dass Österreich im Ausland scheel angesehen würde, falls Sebastian Kurz und HC Strache eine Regierung bilden, zieht nicht mehr: Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass es für die Mehrheit der Bürger egal ist, was das Ausland an Reaktionen abgeben würde. Die Österreicher sind viel selbstsicherer als im Jahr 2000 zu Beginn von SchwarzBlau Eins - und sie wollen Veränderung.

 

Man greift daher als braver und medienaktiver Salon-Linker, der im antifaschistischen Dauer-Alarmismus zu Hause ist, zur letzten Waffe und packt die Nazi-Keulen aus. In irgendeiner Mottenkiste der Redaktion findet man diesen abgenützten Prügel immer.  Damit drischt man dann wahllos auf demokratisch gewählte Politiker ein. 

 

Zahlen, Burschen und Pathos

Statt sich inhaltlich mit den brennenden sachpolitischen Fragen auseinander zu setzen, veranstalten die einschlägig bekannten Redakteure beispielsweise Zählungen und kontrollieren, wie viele Burschenschafter es in den Reihen der FPÖ gibt - als ob es unfassbar und ganz neu wäre, dass bei den Blauen viele Korporierte dabei sind. Nach der Zählung verkaufen sie dem Leser die erhobene Zahl der Burschenschafter als intellektuelles Argument gegen die Regierungsbeteiligung der FPÖ. 

 

Und überall plappern die Mahner in künstlichem Pathos und mit erhobenem Zeigefinger davon, wie groß nun die Verantwortung des zukünftigen Kanzlers Kurz sein werde: Die deutsch-nationale Gefahr von rechts, die immer gerne auch als braun bezeichnet wird, würde unsere Republik im Bestand gefährden und man dürfe daher keinesfalls sogenannte sensible Ministerien (Innen- u. Aussen-Ministerium) mit Burschenschaftern besetzen. 

 

Intellektuelle Unredlichkeit

Warum diese Argumentationslinien unredlich sind, wird nach einem Blick in die Geschichte der Burschenschaften klar: Verschwiegen wird von allen linken Kommentatoren nämlich konsequent, dass die Burschenschaften (und nahezu alle anderen Korporationen, die in Österreich eingetragen sind) im Dritten Reich verboten waren und viele von ihnen außerdem schon über hundert Jahre vor der Machtergreifung des Unsäglichen gegründet wurden. Primäre Ziele der Burschenschaftsbewegungen sind seit damals unter anderem die Bewahrung des deutschsprachigen Kulturraums und die akademische Freiheit.

 

Geistes-, entwicklungsgeschichtlich sowie weltanschaulich haben die Korporationen mit der sozialistischen, rassistischen und auf das deutsche Volk fokussierten Denke des NS nichts zu tun. Die einzige Überschneidung ergibt sich geschichtlich im deutschnationalen Denken - aber das darf man eben nicht mit der braunen Ideologie verwechseln: Der NS war zunächst eine Arbeiterpartei und sie war den Akademikern und Bürgerlichen feindlich gesinnt. Goebbels schrie in seinen Brandreden schon 1927: "Wir sind die neuen Linken!" Das passt zu den akademischen Verbindungen wie die Faust aufs Auge.

 

Natürlich gab es zwischen 1938 und 1945 auch bei den Korporierten eine Reihe von echten Nazis - so wie es sie damals in allen sozialen Gruppierungen, Gesellschaftsschichten und Parteien gab. Die Braunen waren nachweislich überall vertreten. Sogar manche Pfarrer waren Mitglieder der NSDAP. Und man muss immer wieder darauf hinweisen: Viele, teils hochrangige Nazis wanderten nach dem Krieg zur SPÖ und wurden dort mit offenen Armen empfangen, ja sie machten bei den Roten teilweise große Partei-Karrieren. Dass sich die Herren und Damen der heutigen, vorwiegend aus Roten und Grünen bestehenden linken "Antifa"-Gilde mit diesen denkwürdigen Tatsachen besonders kritisch beschäftigen würden, ist aber bisher noch nie aufgefallen. 

 

Am Ende kontraproduktiv

Die gern als "Links-Intellektuelle" daherkommenden Kommentatoren, die uns täglich ihre redundanten FPÖ-Kritiken liefern und den Wahlgewinner Kurz mit entsprechend ähnlichen Vorwürfen konfrontieren, scheitern durch diese ihre Unredlichkeit im politischen Diskurs völlig - und sie nehmen sich damit letztlich aus dem Spiel, weil sie mit ihren "Argumentationen" nicht mehr ernst zu nehmen sind. Sie tun es aber unbeirrt weiter, bis wirklich jeder Mensch am liebsten schon kopfschüttelnd die Ohren zuklappen und wegschauen würde, wenn er eine dieser ewig gleichen Tiraden hört oder liest. Das permanente Geschrei der selbsternannten  Antifa-Kämpfer wirkt somit am Ende nur noch kontraproduktiv. 

 

 

 

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Der, die, das - und dann?

 

Deutschland wurde in diesem Jahr zum Weltmittelpunkt aller Geschlechter- und Ehe-Fragen. Unser nördlicher Nachbar, von uns auch gern Großer Bruder genannt, bekam heuer im Sommer vom Gesetzgeber die "Ehe für alle" verordnet. Als Draufgabe hat das Deutsche Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe dieser Tage entschieden, dass der Bundestag bis Ende 2018 die gesetzlichen Grundlagen für die Zulassung eines sogenannten "Dritten Geschlechts" neben Mann und Frau schaffen muss.

 

Der Mann, die Frau und das Inter

Dieses dritte Geschlecht soll zukünftig "Inter" oder „Divers“ heißen. Der Hintergrund der bereits jetzt heftig umstrittenen Entscheidung: Ein deutscher intersexueller Mensch hat Klage erhoben, weil er sich durch die aktuelle Gesetzeslage in seinen Persönlichkeitsrechten eingeschränkt sieht. Die beiden Geschlechter "Mann" und "Frau" würden seine Grundrechte insofern einengen, als er sich weder als das eine noch als das andere fühle, argumentierte der zukünftige Inter. Das Verfassungsgericht hat dieser Klage stattgegeben.

 

Biologische Grundlagen und politische Konsequenzen

Dazu sind einige Anmerkungen aus biologisch-medizinischer wie auch politischer Sicht nötig. Zunächst ist es wichtig, dass die Intersexualität nicht mit der Transsexualität verwechselt wird. Erstere ist chromosomal bedingt, letztere durch die geschlechtsspezifischen Wünsche und Vorstellungen der jeweiligen Person. 

 

Biologisch betrachtet wird der Mensch durch die Geschlechts-Chromosomen X und Y zu Mann oder Frau. Hat ein Mensch beide X-Chromosomen, ist er eine Frau (XX). Besitzt er die Kombination XY, dann ist er ein Mann. Darüber hinaus gibt es angeborene Aberrationen im Chromosomen-Satz mit überzähligen oder fehlenden X-Chromosomen bzw. gestörten Y-Chromosomenbildungen. Die bekanntesten dieser medizinisch definierten Erscheinungsbilder sind das Klinfelter-, das Turner- und das Swyer-Syndrom. 

 

Weder noch

Richtigerweise muss man sagen, dass Menschen mit diesen Syndromen aus medizinischer und genetischer Sicht weder Männer noch Frauen sind. Die Richter haben in ihrem Spruch offensichtlich auf diese natürliche Gegebenheit abgestellt und vermeint, dass man einen Menschen, der weder Mann noch Frau ist, nicht dazu zwingen könne, sich zu einem dieser Geschlechter zu bekennen.

 

So weit, so schlecht. Der nur auf den ersten Blick nachvollziehbare richterliche Entscheid zieht nämlich einen ganzen Rattenschwanz von weiteren Fragen und mit Sicherheit auch weitere Klagen nach sich. Die Verfassungsrichter haben sich auf eine "Slippery Slope" begeben und mit ihrem Spruch die Fundamente der soziokulturellen Ordnung zur Disposition gestellt. Mit ständig neuen Verschlimmbesserungen der Geschlechterfrage ist deshalb zu rechnen.

 

Nach der Biologie kommt die Soziologie

Mit welcher Begründung wird man nun Transsexuelle vom Wechsel der geschlechtlichen Identität und von einer eventuell gewünschten unkomplizierten und raschen Änderung im Personenstandsregister ausschließen? Im Sinne der Grundrechte und Gleichbehandlung ist dies in Deutschland ab jetzt in Wirklichkeit unmöglich geworden.

 

Gesetzt den Fall, ein transsexueller Mensch fühlt sich heute als Frau, ist aber chromosomal ein Mann und leidet unter dieser Situation so sehr, dass er medizinische Behandlung (Antidepressiva, Hormone, Operationen etc.) braucht und schon vor jeglicher Behandlung unbedingt als Mann registriert sein möchte.

 

Wie kann ihm der Gesetzgeber die einfache Änderung des Eintrags verweigern,  wenn er dies dem zukünftigen biologischen "Inter" aber gestattet? Und wie kann der Gesetzgeber eine neuerliche Änderung des Eintrags verbieten, falls der transsexuelle Mensch nach ein paar Jahren doch wieder ein Mann sein will? Derzeit müssen Transsexuelle für eine Änderung im Personenstandregister relativ aufwendige juristische Verfahren durchlaufen - angesichts der Entscheidung aus Karlsruhe wird das aber jetzt zur Zumutung und zur Diskriminierung.

 

Und Conchita lächelt

Diese Fragen klingen noch hypothetisch, sind aber der Klärung zuzuführen, weil diese Dinge regelhaft einen immer stärkeren Spin bekommen und die hinreichend bekannten Lobbys daran arbeiten, die menschliche Geschlechtlichkeit bis zur Unkenntlichkeit zu diversifizieren. Es sei daran erinnert, dass es zur Zeit etwa 60 Möglichkeiten gibt, sein soziales Geschlecht zu definieren. Und das Ziel der einschlägig agierenden Lobbys ist es, einerseits maximale sexuelle Vielfalt herzustellen, aber andererseits die totale Gleichheit zu fordern. Die Gallionsfigur dieser widersprüchlichen Philosophie kommt aus Österreich: Es ist Conchita Wurst. Am Ende soll alles egal, also wurscht sein.

 

Die Richter im Dilemma

Vom Politischen zurück zum Juristischen: Warum sollte man zukünftig eine x-beliebige Auswahl des sozialen Geschlechts (vulgo Gender) und ein breiter gefächertes Personenstandsregister verbieten, wenn man man es dem chromosomal nicht exakt Zuordenbaren gestattet, seine eigene Definition zu bekommen? Die subjektive Situation ist ja für alle, die sich nicht eindeutig als Mann oder Frau fühlen oder die Rolle wechseln wollen, immer dieselbe: Man fühlt sich in seinen Grundrechten eingeengt, weil man die eng gehaltene geschlechtliche Definition vom Gesetzgeber zwangsweise verordnet bekommt.

 

Die deutschen Verfassungsjuristen rudern in Wirklichkeit in einem Dilemma herum. Sie werden weiterhin ständig neue Regulierungen und Gesetze veranlassen müssen, um all die Leute, die sich in ihren geschlechtsbezogenen Grundrechten verletzt fühlen, zu beruhigen und zu befriedigen. Und es werden immer neue Facetten einer subjektiv gefühlten Diskriminierung auftauchen, die dann irgendjemand klagen will.

 

Die Einführung des  "Dritten Geschlechts" ist wie fast alles, was in den letzten Jahren in Deutschland passiert ist, eine fortgesetzte Kapitulation vor der eigenen dunklen Geschichte des Dritten Reichs. Deutschland will als späte Antwort auf seine Historie alles besonders gut machen - und bestätigt damit in haarsträubender Weise immer wieder den alten Spruch: "Gut gemeint ist das Gegenteil von gut".

 

 

 

 

 

 

 

 

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Eine Bilanz und eine Aussicht

 

Dieser Tage hat sich der neugewählte österreichische Nationalrat konstituiert. Deswegen gibt es heute von mir als nunmehriger Abgeordneter a. D. einige auf Politik, Parlamentarismus und Medien bezogene grundsätzliche Anmerkungen.

 

Anstand, Moral und Gerechtigkeit

Die drei Begriffe sind zusammengenommen fast schon zu pathetisch, aber letzten Endes geht es in der Politik auch und vor allem darum. Allerdings beobachten wir immer wieder die Anmaßung, dass sich weltanschauliche Gruppierungen im Alleinbesitz von Moral, Anstand und Gerechtigkeit wähnen. 

 

Das politische und mediale Moralisieren hat exzessive Ausmaße angenommen. Medien und Linksparteien haben sich in den letzten Jahren regelmäßig überboten, die moralischen Taktgeber der Nation sein zu wollen. Und dabei wurden Andersmeinende stets an den Pranger gestellt und im wahrsten Sinne des Wortes verfolgt.

 

Man kann das so deuten: Je größer die politische und mediale Verfolgungswut ist, desto wichtiger ist das verfolgte Anliegen. Der "Empörismus" beweist regelhaft die Berechtigung und sogar die Richtigkeit dessen, worüber sich die selbsternannten Moralisierer echauffieren. Die Richtigkeit, Angemessenheit und Wünschbarkeit einer Thematik wird aber definitiv nicht von der Intensität ihrer Feinde  bestimmt, sondern sie unterliegt dem demokratischen Prozess - der ist schon definitionsgemäß offen und muss es auch sein, sonst hätte er ja gar keinen Sinn. Der "Empörismus" ist demzufolge der harmlosere Cousin des Faschismus und gehört damit zur Familie der Gesinnungsterroristen.

 

Diese Erkenntnis werden vermutlich jetzt auch die in die Wüste geschickten Obermoralisierer der Nation, nämlich die aus dem Parlament gewählten Grünen, gewinnen. Ob die Erleuchtung auch in unseren ständig die Deutungshoheit beanspruchenden sogenannten Qualitätsmedien Platz greift, bleibt abzuwarten. Sie huldigen samt dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk einer gemäßigten, dafür umso gefährlicheren Form des "Empörismus": Manipulative Erzähltechniken und tendenziöse Berichterstattung prägen das Bild der deutschsprachigen Medienlandschaft. 

 

Wozu Parteien, wozu Abgeordnete?

Eine oberste parlamentarische Wahlregel: Die Parteien stehen für die Grundsätze, die Abgeordneten für die Ausdeutung. Die Grundsätze sollen daher den Wählern gehörig vermittelt werden. Die Ausdeutung derselben im Gesetzgebungsweg kann aber niemals per Wahl und im Detail vorweggenommen werden. Es bedarf also verständiger Mandatare, die vom Vertrauen der Wähler „leben“ und den angesprochenen Grundsätzen Geltung verschaffen, indem sie versuchen, diese in Gesetze zu gießen. Das ist der Alltag in der repräsentativen Demokratie.

 

Prinzipiell spricht das nicht gegen die allgemein gewünschte Ausweitung der direkten Demokratie, aber man wird sicher nicht jede Gesetzesmaterie zur Volksabstimmung bringen können. das wäre auch unsinnig. In der Realität wird es bei Plebisziten vor allem um gesellschaftspolitische Grundfragen (wie z.B. die "Ehe für alle" etc.) gehen.

 

Was man aus dem legislativen Alltag darüber hinaus eventuell noch lernen könnte

Gesellschaftliche Evolutionen und Umbrüche bis hin zu Revolutionen kündigen sich oft anders an als mit dem Geschrei, den Alarmglocken und all dem Lärm, der sich selbst für die Neuerung und die große Errungenschaft hält, aber doch nur ein Symptom von gesellschaftliches Grundleiden ist.

 

Mehrerlei von dieser Qualität scheint unterwegs zu sein, heraufzudämmern und sogar schon zu wirken. Sind die großen herandräuenden Transformationen nicht identisch mit dem leidigen Immigrationsgeschehen, mit den rabiaten Libertinage-Gewittern der Gleichstellungsfantasten und all den unversöhnlichen, fast schon geifernden Positionsbestimmungen, aus denen stets der mediale Kannibalismus entsteht?  Wir beobachten das alles täglich und viele von uns bekämpfen es,  aber was motiviert all diese letztlich zerstörerischen Ideologien? Das ist die eigentliche Frage und ihr muss nachgegangen werden.

 

Darf ein Parlament so tief schürfen? Soll es? Nicht alle Tage, freilich, das wäre zu viel verlangt. Aber auch nicht nie, denn das wäre wiederum zu wenig.  Wenn dieser Anspruch an die Klärung der Grundsatzfragen übersehen wird und sogar noch rechtstechnisch verbrämt und gar nicht selten auch ausgetrickst wird, ist der Parlamentarismus bestenfalls ein übler Opportunismus zur Stimmenmaximierung, die nur der Erhaltung von Apparatschikposten dient. 

 

Im weniger günstigen Fall entsteht daraus der Verlust der  Orientierungsfunktion des "Hohen Hauses". Es wird dann an der gesellschaftlichen Wirklichkeit mit legistischem Kleinkram vorbei disponiert und es könnte der sinnvolle Parlamentarismus sogar an der immer zugrunde liegenden gesellschaftlichen „Tektonik“ final scheitern.

 

Das Parlament als Philosophicum

Kann und soll man als Parlament diese gesellschaftliche „Tektonik“ beeinflussen, steuern oder gar beherrschen? Sicher dann nicht, wenn man sie nicht kennt, oder nicht zur Kenntnis nimmt. Und sicher nicht so, dass man sie zwar kennt, aber eben daher vermeint, dass es nur die eine und eben diese Grund-Tendenz gäbe. Der wahre parlamentarische Prozess wäre dann jener, der in Wahrnehmung, Kenntnis und bestmöglichem Verständnis der „Tektonik“ sie für die Gesetzgebung des Tages vorwegnimmt, beim Namen nennt (!) und dort wirksam werden lässt. Das klingt kompliziert, ist aber die Grundlage jedes denkenden politischen Seins, das sich nicht dauernd mit der eigenen Futtertrog-Versorgung beschäftigt.

 

Und was lässt sich von jener „Tektonik“ auf jeden Fall vorweg sagen? Sie ist nicht nur ein einziger Pfeil im gesellschaftlichen Kräfteparallelogramm.  Und der gesellschaftliche Landvermesser kann folgende Phänomene erkennen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

 

Werte-Nihilismus

Wenn man ehrlich ist, dann ist dieser Nihilismus, der aus dem allseits zu beobachtenden Gleichheitsstreben entsteht, nichts als ein Ausfluss existentieller Verzweiflung. Aber kann man darüber streng genommen überhaupt reden? In einem säkularisierten Staat wohl nur schwer, denn eine Werte-Erzeugung aus sich selbst heraus ist bekanntlich unmöglich.

 

Werte-Relativismus 

Der Relativismus ist ein weniger heftig ausgeprägtes Phänomen als der Nihilismus. Er lässt die Werte gelten, wie sie eben gelebt, gepredigt oder sonst wie etabliert werden. Aber er relativiert sie, schreibt sie der Verantwortung des Einzelnen zu und traut sich nicht, klare Urteile zu treffen. Und wenn, dann im oben genannten "Empörismus", der immer nur die je eigene Ratlosigkeit und den Mangel an schlüssigen Argumenten verbirgt.

 

Der Relativismus ist in Wirklichkeit die heute häufig angetroffene "liberale Grundeinstellung", die doch nur eine am Ende destruktive Beliebigkeit ist. Warum: Der Relativismus hat ein Problem mit der notwendigen Begründung und Verankerung in einem Grundwert und ist deswegen eine Fata Morgana, die bei näherer Betrachtung völlig verschwindet.

 

Unbedingte Fortschritts-Doktrin 

Diese Maxime wird regelmäßig mit dem Wegräumen von geltenden Regeln, Sitten, Anstand u dgl. assoziiert. Aber: Was wirklicher Fortschritt ist, das ist immer die Frage. Schauen wir auf die (Menschheits-)Geschichte, sie zeigt es uns ohnehin - und ein einziges Beispiel reicht schon: Die Oktoberrevolution, die derzeit genau 100 Jahre her ist. Was hat sie den Menschen gebracht?

 

Es ist also sicher nicht so, dass jede bestehende Ordnung, jedes Tabu, jede Beschränkung und jedes Bewahren gesellschaftlicher Gegebenheiten ein Rückschritt ist. Es gilt immer, eine vernünftige Wahl zwischen Fortschritt und Bewahren zu treffen. Und diese Wahl nennt sich Kultur.

 

Genderismus, absoluter Individualismus usw.

Soweit nicht sowieso von den obigen Kategorien abgedeckt, spielen die Verfechter dieser -ismen immer die Biologie-Karte und bestreiten gleichzeitig die natürlichen Voraussetzungen des Menschen - wie etwa das biologische Geschlecht. Die gleiche Argumentation kommt aber eigentlich auch den Gegnern zu, und damit reduziert sich wiederum alles auf die Debatte über den Fortschritt und die Wahl zwischen dem Guten und dem Bösen.

 

Urbanismus, Zivilgesellschaftlichkeit, Elitarismus 

Diese Schlagworte verfolgen uns seit einiger Zeit. Ein paar Leute werden sie durchaus  moralisch und ehrlich meinen, aber grosso modo sind sie nichts anderes als eine medial multiplizierte Wichtigtuerei, die sich in der Sonne der eigenen Abgehobenheit wohlig räkelt. Der Gebrauch dieser Slogans ist also eigentlich gar keine andere „Tektonik“ als das allgegenwärtige Geltungs-, Privilegierungs- und Gewinnstreben.

 

Und daher nochmals, und in aller deutlichen Abgrenzung: Die Kultur entsteht durch Auswahl und jede Wahl, nicht nur die politische Wahl, ist Kultur und Bekenntnis. Anders gesagt: Was die Evolution dem Leben ist, das muss die Wahl und die Wertung dem menschlichen Intellekt sein. Der Mut zur Abgrenzung und zum Bewahren des Eigenen bestimmt den Standort und den Stellenwert der Kultur.

 

Und damit sind wir beim Konservativismus, der gerade bei der einhellig als hochstehend bezeichneten westlichen Kultur wieder seine Lebenskraft finden muss, denn sonst gewinnen die degenerativen, im Kleid des Fortschritts daherkommenden Erscheinungen und die fremden Kräfte die Oberhand. Was das für uns bedeutet, muss nicht näher ausgeführt werden. 

 

 

 

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Der, die, das - und dann?

Deutschland wurde in diesem Jahr zum Weltmittelpunkt aller Geschlechter- und Ehe-Fragen. Unser nördlicher Nachbar, von uns auch gern Großer Bruder genannt, bekam heuer im Sommer vom Gesetzgeber die "Ehe für alle" verordnet. Als Draufgabe hat das Deutsche Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe soeben entschieden, dass der Bundestag bis Ende 2018 die gesetzlichen Grundlagen für die Zulassung eines sogenannten "Dritten Geschlechts" neben Mann und Frau schaffen muss.

 

Der Mann, die Frau und das Inter

Dieses dritte Geschlecht soll zukünftig "Inter" heissen. Der Hintergrund der bereits jetzt heftig umstrittenen Entscheidung: Ein deutscher intersexueller Mensch hat Klage erhoben, weil er sich in seinen Persönlichkeitsrechten eingeschränkt sieht. Die beiden Geschlechter "Mann" und "Frau" würden seine Grundrechte insofern einengen, als er sich weder als das eine noch als das andere fühle, argumentierte der zukünftige Inter. Das Verfassungsgericht hat dieser Klage stattgegeben.

 

Biologische Grundlagen und politische Konsequenzen

Dazu sind einige Anmerkungen aus biologisch-medizinischer wie politischer Sicht nötig. Zunächst ist es wichtig, dass die Intersexualität nicht mit der Transsexualität verwechselt wird. Erstere ist chromosomal bedingt, zweitere durch die geschlechtsspezifischen Wünsche der jeweiligen Person. 

 

Biologisch betrachtet wird der Mensch durch die Geschlechts-Chromosomen X und Y zu Mann oder Frau. Hat ein Mensch beide X-Chromosomen, ist er eine Frau (XX). Besitzt er die Kombination XY, dann ist er ein Mann. Darüber hinaus gibt es angeborene Aberrationen im Chromosomen-Satz mit überzähligen oder fehlenden X-Chromosomen bzw. gestörten Y-Chromosomenbildungen. Die bekanntesten dieser medizinisch definierten Erscheinungsbilder sind das Klinfelter-, das Turner- und das Swyer-Syndrom. 

 

Weder noch

Richtigerweise muss man sagen, dass Menschen mit diesen Syndromen aus medizinischer und genetischer Sicht weder Männer noch Frauen sind. Die Richter haben in ihrem Spruch offensichtlich auf diese natürliche Gegebenheit abgestellt und vermeint, dass man einen Menschen, der weder Mann noch Frau ist, nicht dazu zwingen könne, sich zu einem dieser Geschlechter zu bekennen.

 

So weit, so schlecht. Der nur auf den ersten Blick nachvollziehbare richterliche Entscheid zieht nämlich einen ganzen Rattenschwanz von weiteren Fragen und mit Sicherheit auch weitere Klagen nach sich. Die Verfassungsrichter haben sich auf eine "Slippery Slope" begeben und mit ihrem Spruch die Fundamente der soziokulturellen Ordnung zur Disposition gestellt. Mit ständig neuen Verschlimmbesserungen der Geschlechterfrage ist deshalb zu rechnen.

 

Nach der Biologie kommt die Soziologie

Mit welcher Begründung wird man nun Transsexuelle vom Wechsel der geschlechtlichen Identität und von einer eventuell gewünschten unkomplizierten und raschen Änderung im Personenstandsregister ausschließen? Im Sinne der Grundrechte und Gleichbehandlung ist dies in Deutschland ab jetzt in Wirklichkeit unmöglich geworden.

 

Gesetzt den Fall, ein transsexueller Mensch fühlt sich heute als Frau, ist aber chromosomal ein Mann und leidet unter dieser Situation so sehr, dass er medizinische Behandlung (Antidepressiva, Hormone, Operationen etc.) braucht und schon vor jeglicher Behandlung unbedingt als Mann registriert sein möchte. Wie kann ihm der Gesetzgeber die einfache Änderung des Eintrags verweigern,  wenn er dies dem zukünftigen biologischen "Inter" gestattet? Und wie kann der Gesetzgeber eine neuerliche Änderung des Eintrags verbieten, falls der transsexuelle Mensch nach ein paar Jahren doch wieder ein Mann sein will? Derzeit müssen Transsexuelle für eine Änderung im Personenstandregister relativ aufwendige juristische Verfahren durchlaufen - angesichts der Entscheidung aus Karlsruhe wird das jetzt zur Zumutung und zur Diskriminierung.

 

Und Conchita lächelt

Diese Fragen klingen noch hypothetisch, sind aber der Klärung zuzuführen, weil diese Dinge regelhaft einen immer stärkeren Spin bekommen und die hinreichend bekannten Lobbys daran arbeiten, die menschliche Geschlechtlichkeit bis zur Unkenntlichkeit zu diversifizieren. Es sei daran erinnert, dass es zur Zeit etwa 60 Möglichkeiten gibt, sein soziales Geschlecht zu definieren. Und das Ziel der einschlägig agierenden Lobbys ist es, einerseits maximale sexuelle Vielfalt herzustellen, aber andererseits die totale Gleichheit zu fordern. Die Gallionsfigur dieser widersprüchlichen Philosophie kommt aus Österreich: Es ist Conchita Wurst. Am Ende soll alles egal, also wurscht sein.

 

Die Richter im Dilemma

Vom Politischen zurück zum Juristischen: Warum sollte man zukünftig eine x-beliebige Auswahl des sozialen Geschlechts (vulgo Gender) und ein breiter gefächertes Personenstandsregister verbieten, wenn man man es dem chromosomal nicht exakt Zuordenbaren gestattet, seine eigene Definition zu bekommen? Die subjektive Situation ist ja für alle, die sich nicht eindeutig als Mann oder Frau fühlen oder die Rolle wechseln wollen, immer dieselbe: Man fühlt sich in seinen Grundrechten eingeengt, weil man die eng gehaltene geschlechtliche Definition vom Gesetzgeber zwangsweise verordnet bekommt.

 

Die deutschen Verfassungsjuristen rudern in Wirklichkeit in einem Dilemma herum. Sie werden weiterhin ständig neue Regulierungen und Gesetze veranlassen müssen, um all die Leute, die sich subjektiv in ihren geschlechtsbezogenen Grundrechten verletzt fühlen, zu beruhigen und zu befriedigen. Und es werden immer neue Facetten der Diskriminierung auftauchen. 

 

Die Einführung des  "Dritten Geschlechts" ist wie fast alles, was in den letzten Jahren in Deutschland passiert ist, eine fortgesetzte Kapitulation vor der eigenen dunklen Geschichte des Dritten Reichs. Deutschland will als späte Antwort auf seine Historie alles besonders gut machen - und bestätigt damit in haarsträubender Weise immer wieder den alten Spruch: "Gut gemeint ist das Gegenteil von gut".

 

 

 

 

 

 

 

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Ohne Familien geht die Kultur zugrunde

Die Familie ist die Keimzelle jeder gesunden und traditionellen Gesellschaft. Wo es keine Familien gibt, kann keine kulturstarke Gesellschaft mehr existieren. Und wenn die Familien erst zerstört und in ihre Einzelteile zerbrochen sind, können die äußeren Gewalten - also die des Staates - auf den Einzelnen zugreifen, weil das natürliche soziale Gefüge, das jede Familie im Regelfall darstellt, zerbröselt ist.

 

Der Sozialstaat als "Retter"

Dieser Zugriff von außen heisst im offiziellen Sprachgebrauch natürlich nicht Staatsgewalt, sondern euphemistisch "Sozialstaat": Unter diesem Begriff wird heute all das subsumiert, was historisch die Aufgabe der Familien war. Das beinhaltete das Kinderkriegen, die Babybetreuung und Kindererziehung,  die Haushaltsführung und die soziale Umsorgung und Betreuung der älteren Familienmitglieder bis hin zu deren Pflege. 

 

Weil die Familienzerstörung schon sehr weit fortgeschritten ist, haben wir gar nicht mehr den genauen Blick dafür und glauben, das müsse so sein. Wir halten vieles sogar für einen Fortschritt.  Institutionen wie Pflegeheime und Ganztagsbetreuungen schon für die ganz kleinen Kinder sind Alltag und haben längst ihren fixen und gar nicht mehr wegzudenkenden Platz in der Gesellschaft. Und natürlich brauchen wir diese Einrichtungen auch.

 

Argumentiert wird deren wachsende Notwendigkeit nicht nur mit der Demografie und der Zunahme der älteren Bevölkerung, sondern meist auch mit der neuen Rolle der Frau. War es früher die vornehmliche Aufgabe der Frauen, die unterstützenden, betreuenden und pflegend-hegenden Maßnahmen in der Familie zu leisten, so herrscht heute der Trend, diese unbedingt aus der Familie auszulagern, weil die Frau immer mehr ins allgemeine Arbeitsleben integriert werden soll. (Übrigens wird immer noch ein Großteil der Altenbetreuung durch Frauen zu Hause erledigt, aber der Staat will hier eingreifen.) 

 

Die Befreiung der Frau

Mann nennt diesen gesellschaftlichen Transformationsprozess gerne auch "Befreiung der Frau", merkt aber gar nicht, dass die Frau vom familiären Umfeld, wo sie angeblich stets unterdrückt und ausgebeutet wurde,  in die Knochenmühle der Arbeitswelt gewechselt hat und dort neuen, oft brutalen Abhängigkeiten ausgeliefert ist. Dass der Schritt von der Hausarbeit zur Lohnarbeit wirklich ein befreiender war, ist zu daher zu bezweifeln. 

 

Die Feministinnen erklären uns deswegen immer, dass der Befreiungsprozess der Frau erst dann abgeschlossen sein wird, wenn eine absolute Gleichstellung von Mann und Frau erreicht ist. Sie sagen allerdings nie dazu, dass diese Gleichheit aufgrund der anatomischen und biologischen Gegebenheiten ja gar nicht möglich ist - außer, man strebt ein allgemeines Dasein als Neutrum an.  Die einzige fundamentale Annäherung an die Gleichheit der Geschlechter kann nur erfolgen, wenn die Frau das Kinderkriegen aufgibt. Und das passiert in zunehmendem Maße, die extrem niedrigen Geburtenraten beweisen es.

 

Trotzki war ein heller Kopf

Die frühen Marxisten haben im Sinne ihrer am Staat orientierten Doktrin glasklar die Notwendigkeit erkannt, die Familie zerstören zu müssen: Leo Trotzki beschäftigte sich mit dem Zerfall der klassische Familie und hatte diesen auch als Ziel formuliert. An die Stelle der Vater-Mutter-Kinder-Familie sollte das Leben im Kollektiv treten und alle Haushaltsaufgaben, Erziehungsmaßnahmen usw. sollten in kommunistischen (also staatlichen) Einrichtungen erfolgen. Die Kommunisten wollten so die Integration von Mann und Frau in die staatlich vorgegebenen Arbeitsabläufe gewährleisten.

 

Der Kommunismus sowjetischer Prägung ist zu Recht zugrunde gegangen. Die Gründe dafür kennen wir alle. Was in der westlichen Welt von ihm geblieben ist, nennt man heute Kulturmarxismus. Dieser Spin-off der trotzkistisch-marxistischen Gedankenwelt ist mittlerweile eine eigene Ideologie geworden und hat weiterhin die Auflösung der Familie und die Gleichstellung von allem mit allem im Sinne. Die Agenten des Kulturmarxismus findet man in der Politik (und zwar in allen Parteien, auch in den bürgerlichen!) und man findet sie natürlich in den Mainstreammedien.

 

Die Hypes kommen vom Kulturmarxismus

All die Phänomene, die mit schöner Regelmäßigkeit öffentlich gehypt werden, sind eindeutige Effekte des Kulturmarxismus: Die mit Druck geforderte absolute Gleichstellung der Frauen, die mit jakobinischem Eifer entwickelten diversen Anti-Diskriminierungsgesetze, die mit pseudomoralischer Inbrunst ausgerollten Anti-Hatespeech-Kampagnen zur Eindämmung der Meinungsfreiheit, die seitens zentralistisch denkender Politiker stets geforderte Einebnung und Leugnung aller Unterschiede zwischen den Völkern und Kulturen, das Streben nach dem Einheitsstaat Europa, die offenen Staatsgrenzen, die Förderung der Homosexuellenbewegungen, die Einführung der "EheFuerAlle", die völlige Freigabe der Abtreibung unter dem zynischen Titel "Reproduktive Rechte der Frau" usw. 

 

Ein Treppenwitz der Geschichte

Die schicksalshafte Ironie bei all diesen so gut gemeinten, aber umso destruktiveren kulturmarxistischen Zielen ist, dass sie nicht nur die Vereinzelung und Isolierung der Individuen bewirken und der Staat damit besseren Zugriff auf den Bürger hat, sondern dass sie auch massiv den konzernkapitalistischen Interessen in die Hände spielen. Die Oligopole und Mega-Konzerne brauchen Arbeitskräfte und Konsumenten, das ist ihr höchstes Interesse.

 

Wenn es den Kulturmarxisten gelingt, die Segregation der Gesellschaft  weiter voran zu bringen, die Frauen im größten Täuschungsmanöver der Geschichte aus den angestammten Mütter- und Familienpositionen unter der Vorspiegelung der "Befreiung" heraus zu locken und ihnen ihre Lebenserfüllung als kinderlose Berufstätige schmackhaft zu machen, dann befriedigt diese Abart des Marxismus nicht nur sich selbst, sondern vor allem auch das ewig hungrige Kapital: Am Ende dieser Entwicklungen steht nämlich der rein konsumorientierte, vom Sozialstaat wie vom Arbeitgeber gleichermaßen abhängige Einzel- und Einheitsmensch, der in einer erbärmlichen Abkapselung lebt und Mündigkeit wie Freiheit gegen die totale Obsorge des kapitalistisch-kulturmarxistischen, gönnerhaften und allmächtigen Großen Bruders eingetauscht hat. 

 

Untergang und Aufstieg

Solcherart geht die westliche Kultur zugrunde. Dieser Niedergang bringt noch eine weitere Ironie mit sich: Die Degeneration des Westens und die Zerstörung der traditionellen Familie als Träger der kulturellen Identitäten bereiten den Boden für die Übernahme Europas durch eine fremde Kultur, in der Familie und Sippe eine zentrale und mächtige Rolle spielen. Die Rede ist vom Islam. Die degenerierten und weitgehend kinderlosen Europäer werden in dieser speziellen "Brave New World" natürlich weiter existieren: Die neuen Herren brauchen sie als sogenannte "Dhimmis" (geduldete Fremdarbeiter), weil irgendjemand muss die anfallenden Arbeiten ja erledigen. Und das werden die europäischen Männer und Frauen tun, wenn sie nicht heute und gleich dem Kulturmarxismus abschwören.

 

 

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Die Abschaffung der Frau

 

Es geht beim jetzt auch bei uns voll losgebrochenen Anti-Sexismus-Tsunami namens #MeToo gar nicht (nur) um eine Attacke gegen Männer, die sich angeblich oder auch wirklich ungebührlich und zudringlich benehmen, sondern es geht dabei im Grunde vielmehr um die Abschaffung der Frau. Nach der Vorstellung von diversen bekannten US-Schauspielerinnen, nach dem Willen der ewig empörten Feministinnen und den Meinungen der vielen, brav den Aussagen der Erstgenannten hinterherschreibenden Redakteurinnen soll sich "Frau" den Mann einfach nicht mehr gefallen lassen. Und das geht am besten, wenn sie selber eine Metamorphose durchläuft.

 

Der Ausbruch

Die Frau möge sich jetzt bitte endlich aus ihrer archaischen Rolle als Umworbene, Begehrte und Ersehnte herausbewegen und jegliche Avancen und Annäherungsversuche eines Mannes als klagbaren Affront werten.  Jeder von einem Mann getätigte Körperkontakt muss ab sofort auf seine juristische Konsequenzen geprüft werden, denn die Frau soll nicht länger das zunächst von der Natur geschaffene und danach von der Kultur weiterentwickelte schwache Geschlecht darstellen, das der gesellschaftlich passive Adressat aller männlichen Interessen ist.

 

Ob bei der Verwandlung der Frau alle weiblichen Attribute, welche die Attraktivität von Frauen steigern sollen und signalhafte Wirkung haben (wie Figur, Bewegungsmuster, Schminke, Frisur, Kleidung, High Heels usw.) ebenfalls abgeschafft werden, ist noch nicht ganz klar, die Metamorphose beginnt ja erst. 

 

Die Frau muss nach dem Willen jener Frauen, die ständig für die anderen Frauen denken und sprechen, ohne sie je gefragt zu haben, diese Frau soll also heute die ihr über Jahrtausende kulturell angestammte Rolle endgültig neu definieren. Dafür ist es zunächst Bedingung, die Männer in Schach zu halten und deren Verhaltensweisen pauschal als üblen Machismus zu denunzieren. Diese Meinungsbildung gelingt natürlich am besten in den Medien.

 

Die lächerlichen Feministen

Erstaunlicherweise haben die zum Kampf blasenden feministischen Bataillone auch männliche Mitstreiter gefunden: In den Social Media und auf den Kommentarseiten verschiedener, sich für progressiv haltender Zeitungen tummeln sich willfährige "Männer", die den Frauen in ihren neuen Ansprüchen gerecht werden wollen und eunuchenhafte Darstellungen ihres eigenen, ehemals starken Geschlechts entwerfen. Öffentliche, am eigenen Leib durchgeführte virtuelle Entmannungen sind in manchen Medien nicht mehr die lächerlich-peinliche und skurrile Ausnahme, sondern schon haarsträubender Alltag.

 

Die Instrumentalisierung und Knebelung des Mannes durch die Frau läuft - und die meisten Männer schauen dem Treiben (noch?) konsterniert zu. Indem die Frauen sich zuerst auf die wirklich unguten Typen (wie Vorgesetzte, die ständig zudringlich werden) konzentrieren, vermitteln sie sublim die Botschaft an alle Männer: "Nehmt euch in Acht, in jedem von Euch steckt ein Harvey Weinstein - und ob eine intim werdende Situation uns als Frauen passt oder nicht, das entscheiden wir nicht sofort, sondern immer erst später, oft viel später. Damit haben wir Euch in der Hand, ihr Männer."

 

Doch das Ziel ist die Frau selber: Über diese dauernd getrommelte Botschaft an das Feindbild Mann soll sich die Rolle der Frau nachhaltig ändern. Was eine lange kulturelle Entwicklung genoss, soll nun von Hollywood  aus mit Furor und möglichst rasch zu einer neuen Dimension gelangen. Die Vorzüge und Vorteile des bisherigen Daseins als Frau brauchen hier nicht geschildert zu werden, die sind allseits bekannt - und man muss auch nicht die Regulative des traditionellen Werbens und Hofmachens anführen, auch die sind Allgemeinwissen. Aber diese Dinge sollen bald Geschichte sein, denn die neue Frau will etwas ganz anderes.

 

Die dritte Welle

Getreu der feministischen Irrlehre, die sich in den letzten Jahren als "Third-Wave-Feminism" neu etablierte, wird nun versucht, die Grenzen der Geschlechter und vor allem deren fundamentale Definitionen niederzureissen. Alles soll gleich und jegliche Herrschaft soll abgeschafft werden. Dazu gehört, dass regelhaft auch die Einbeziehung von Rassismus- und Homosexuellen-Debatten erfolgt, denn im Bereich der Ethnizität und der geschlechtlichen Orientierungen soll ebenfalls grenzenlose Gleichheit hergestellt werden. Das gehört alles zusammen und ist das Paket, das uns als die "Brave New World" schmackhaft gemacht werden soll.

 

Die abwertende und verächtliche Bezeichnung "mächtige, alte weiße Männer" ist dafür in die Debatte eingeführt worden: Damit sind alle gemeint, die in irgendeiner Weise traditionell denken oder konservative Vorstellungen von Frauen, Müttern und Familien haben. Auch Politiker, die an gewachsenen Begriffen wie "Nation" festhalten, werden in denselben Topf geworfen, denn das hängt aus Sicht der Feministinnen alles zusammen und muss weg.

 

Man will diese Meinungen und Haltungen ausgrenzen, weil modern und gut ist nur das postmoderne Frauenbild, das es nun umzusetzen gilt. Sind erst einmal alle alten weißen Männer zum Verstummen gebracht, kann sich die neue Amazone ihrer rücksichts- und grenzenlosen Selbstverwirklichung widmen.

 

Am Ende kommt es anders

Allerdings ist das alles noch graue Theorie und höchstens in den Hochglanz-Magazinen und Talk-Shows Realität. Die Frauen, die nicht so denken wie die fragwürdigen Weinstein-Opfer und deren laute Anhängerschaft, bilden bei weitem die Mehrheit. Man hört noch relativ wenig von ihnen, weil sie aus dem Kopfschütteln über ihre Geschlechtsgenossinnen nicht herauskommen. Sie werden aber stärker auftreten und die degenerativen Entwicklungen, die zur Abschaffung der Frau führen sollen, mit Sicherheit zum Stillstand bringen. Mutige Frauen wie die Schauspielerin Nina Proll oder die deutsche Autorin Birgit Kelle haben hier die Vorkämpferinnen-Rolle bereits übernommen. 

 

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Im Land der U-Boote

In Österreich sind bereits über 12.000 abgelehnte Asylwerber verschwunden und offenbar erfolgreich irgendwo untergetaucht. Niemand weiß, wo diese Leute sind und niemand weiß, wer sie wirklich sind, denn die allermeisten dieser "Flüchtlinge" kamen ohne Papiere zu uns. Kein Mensch kann uns sagen, was sie hier bei uns in ihrer Zukunft als U-Boote anstellen wollen und werden. Wir können es nur vermuten: Es wird nichts Gutes sein. Allein die schiere Zahl von über 12.000 ist erschreckend. Die steirische Stadt Bruck an der Mur hat in etwa dieselbe Einwohnerzahl. Anders gesagt: Eine ganze Stadt ist im österreichischen Untergrund verschwunden. (Die Brucker mögen mir bitte den Zahlenvergleich verzeihen.)

 

Weitergereist - aber wie?

Asylexperten meinen, die meisten Illegalen seien weitergereist. Die Frage ist nur: Wohin? Und wie reisen eigentlich 12.000 Illegale ohne Papiere und ohne legales Einkommen? Wer finanziert ihr Weiterkommen? Woher nehmen sie das Geld, wenn sie es nicht erbetteln, stehlen oder über Drogengeschäfte oder sonstige Verbrechen lukrieren? Wie kommen sie in diesen großen Zahlen unauffällig und unerkannt über die Grenzen? Könnte es nicht viel eher sein, dass viele dieser Illegalen längst Unterschlupf in den auch schon bei uns etablierten Orientalen-Clans gefunden haben? Alle diese Fragen stehen derzeit nicht wirklich im Fokus des öffentlichen Interesses, weil sich ganz Österreich mit der Koalitionsbildung und vor allem mit diversen, intensiv aufbereiteten Ablenkungs-Themen wie etwa dem Hype um prominente sexuelle Belästiger beschäftigt.

 

Die Hoffnung lebt

Vermutlich hoffen auch viele Bürger, dass die schwarzblaue Koalition es dann schon richten wird. Ein gewisser Sättigungsgrad an der unsäglichen Migrations-Misere ist natürlich ebenfalls schon erreicht. Man beobachtet zwar mit wachsendem Unbehagen und Misstrauen all die vielen neuen Fremden auf unseren Strassen, Plätzen und Parks, aber es fehlt vielen Bürgern schon der Glaube, dass diese wichtigste Problematik unseres Landes jemals noch gelöst werden wird. Viele haben bereits resigniert, viele hoffen nur noch im Stillen.

 

Aber: Wir dürfen keinesfalls aufhören, unsere Rechte als Staatsbürger einzufordern - das sind wir uns und unseren Kindern schuldig. Unsere Bürgerpflichten wie das Steuerzahlen erfüllen wir und wir bringen zähneknirschend die Milliarden für die Migration auf - es ist also höchste Zeit, dass wir wieder mehr auf unsere Rechte schauen.

 

Die Rechte der Bürger auf Schutz

Eines dieser Rechte heisst, dass dem Österreicher der Schutz der Behörden zusteht. Auch wenn wir noch keine neue Regierung haben, so gibt es doch die Exekutive in Form des Polizeiapparates. Dessen Aufgabe ist es, genau solche Probleme wie das massenhafte Untertauchen zu verhindern bzw. diese Frage nachhaltig zu lösen. Und es gibt natürlich weiterhin den Innenminister, der die oberste Verantwortung für die Sicherheit der Österreicher trägt.

 

Der Polizei ist nichts vorzuwerfen, die Beamten sind in großer Zahl mit den Problemen, die uns die ungebetenen fremden Gäste bescheren, konfrontiert und versuchen überall, diese zu bewältigen. Unsere Polizisten leiden aber unter Personal- und Ressourcenmangel und sie haben zu wenig juristische Möglichkeiten beim Aufspüren dieser Abertausenden Illegalen. 

 

Das Staatsversagen 2015

Die Ursache der Überflutung mit U-Booten ist klar: Der Staat hat seit Beginn der Krise im Jahr 2015 in seinen Aufgaben schwerstens versagt: Es gab (und gibt!) keine Grenzsicherung, es wurde nicht ausreichend darauf geachtet, die Personalien der massenweise hereinströmenden Migranten festzustellen, es erfolgten kaum Perlustrierungen und Einvernahmen und niemand wurde an der Grenze abgewiesen, selbst verdächtige Personen nicht. Jeder, der daherkam, galt automatisch als armer Flüchtling. Man hat damals im Menschlichkeitswahn den eigenen Rechtsstaat ad absurdum geführt. Vom Bundespräsidenten abwärts wurde quer durch die ganze Nation die Humanität und der Wille zum Helfen zur obersten Maxime erklärt. Und jetzt haben wir den Salat.

 

Es kamen Attentäter

Dass gerade über unsere südliche Grenze nachweislich Terror-Attentäter eingereist sind, muss uns zu denken geben. Wenn 12.000 Illegale in Österreich oder sonstwo im Untergrund leben, müssen wir uns ernsthaft fragen: Welche sinistren Ziele und Motive haben diese Leute? Müssen wir angesichts des Bedrohungspotenzials, das alle europäischen Behörden längst einhellig zugeben, nicht alles daran setzen, die Illegalen ausfindig zu machen? Es gibt nur eine rationale Schlussfolgerung angesichts der geschilderten Misere: Die U-Boot-Suche und die Rückführung aller Illegalen muss sofort die höchste Priorität bekommen, ganz egal, ob wir schon eine neue Regierung haben oder nicht. 

 

 

 

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Kultur und Sexualität

 

Die Kraft der Sexualität ist neben dem Selbsterhaltungstrieb einer der stärksten Einflussfaktoren für das menschliche Verhalten. Kein Wunder, geht es dabei doch um das Wichtigste überhaupt: Nämlich um die Weitergabe des Lebens und den Fortbestand der Generationen.

 

Im Tierreich ist die Sexualität allein den unbewussten Instinkten und den biologischen Zwängen unterworfen. Nach Geoffrey Miller, einem weltbekannten Evolutionsbiologen, besteht eines der Grundprinzipien der Sexualität aus dem simplen Satz: Männer buhlen, Frauen wählen. Im gesamten Säugetierreich funktioniert dieses Prinzip mehr oder weniger ähnlich: Die Männchen kämpfen um die Weibchen und nur der Alpha-Mann kommt zum Zug - weil er vom Weibchen ausgewählt wird. Die Weibchen müssen bei ihrer Wahl genau aufpassen, denn sie haben das größte "Risiko" beim Investment in die Zukunft: Sie tragen den Nachwuchs aus und müssen ihn dann aufziehen und pflegen. Daher werden nur die jeweils besten Männchen ausgewählt, weil sie der Garant für den genetisch besten Nachwuchs sind. 

 

Vom Tier zum Menschen

Bei uns Menschen ist das anders. Der Mensch als das "noch nicht festgestellte Tier" (Nietzsche) hebt sich seit der Erkenntnis seines Ichs und seit der Entwicklung der Scham von den anderen Säugetieren grundlegend ab: Der Mensch weiß, dass er ein sexuelles Wesen ist und er weiß, dass er diese Kraft und diesen Trieb besitzt. Sein Verhalten rund um die Sexualität ist im Laufe der Evolution deswegen in vielen Belangen ganz anders geworden als bei seinen biologischen Klassengenossen, den Säugetieren. Auch die ganzjährige Empfängnisbereitschaft der Frau und der sogenannte verdeckte Eisprung hatten bei der Entwicklung der menschlichen Sexualität und dem Umgang mit ihr einen ganz entscheidenden Einfluss. 

 

Jede Kraft kann aber auch zerstörerisch wirken und jeder Trieb kann zur Gefahr für andere werden. Alle höheren Kulturen waren und sind daher immer bestrebt, die Sexualität entsprechend einzuhegen und sie durch Rituale, Tabus und festgesetzte Mechanismen zu ordnen und zu kontrollieren. Zunächst geschah das in praktisch allen erforschten Kulturen durch Maßnahmen, welche die sexuelle Treue und die Überwachung der Frau zum Ziel hatten. Es ging immer darum, die Vaterschaft möglichst sicher zu gestalten. Der Mann musste maximale Gewissheit haben, der wirkliche Erzeuger seines Nachwuchses zu sein: Das Patriarchat war geboren. Das in der Steinzeit vermutlich häufig vorkommende Matriarchat konnte sich nicht bewähren, weil es ganz offensichtlich nicht die Stärke der patriarchalen Kulturen aufbrachte.

 

Die Ehe als erfolgreichste Einrichtung

Vor allem aus ökonomischen und sicherheitsbezogenen Gründen hat sich fast überall die monogame Zweierbeziehung als gesellschaftlich akzeptiertes "Best Practice Modell" durchgesetzt. In dieser Konstellation war und ist der Nachwuchs am besten zuordenbar und die Familie wirtschaftlich am leichtesten zu versorgen. Es waren und sind die Kulturen, in denen die heterosexuelle Monogamie das prägende Kennzeichen der Gesellschaft darstellt, auch politisch, ökonomisch und kulturell weltweit am erfolgreichsten. Die heterosexuelle Ehe stellt daher nachweislich jene Konstruktion dar, von der die Menschen am meisten profitieren.

 

Außereheliche sexuelle Aktivitäten "(Ehebruch") und Liebschaften bedeuteten immer große Gefahr für den Bestand der Ehe und Familie, sie standen sogar oftmals unter Strafe. Paradoxerweise wirkte das "älteste Gewerbe der Welt" stützend für die Ehe, denn wenn ein Mann seinem Trieb folgt und außereheliche Abenteuer anstrebt, ist das am gefahrlosesten im Freudenhaus möglich. Dort drohen keinerlei Konsequenzen. 

 

Die Sicherheit und ihr Preis

Für die Frauen war die Sexualität die längste Zeit an die Sicherheit einer Ehe gebunden, da durch die schon erwähnte ganzjährige Empfängnisbereitschaft immer die Möglichkeit besteht, schwanger zu werden. Das Risiko einer außerehelichen intimen Bekanntschaft war daher entsprechend groß. Trotzdem gab und gibt es natürlich auch bei den verheirateten Frauen Befruchtungen, die nicht vom Ehemann stammen. Wir wissen aus breit angelegten gerichtsmedizinischen Studien, dass bei ca. 10 % der ehelichen Kinder der vermeintliche Vater gar nicht der wirkliche ist.

 

Aufgrund der geschilderten biologischen und sozialen Gegebenheiten entwickelte sich überall auf der Welt eine je nach Kultur mehr oder weniger strenge Sexualmoral, die meistens von den jeweiligen Religionsbeauftragten überwacht wurde. Neben den ökonomischen Sachzwängen war die Moral eine weitere Hürde, welche die Urkraft namens Sexualität zähmen sollte. Das alles hat über Jahrtausende funktioniert - bis die Sexuelle Revolution in der westlichen Welt sämtliche kulturellen Fundamente der Sexualität über den Haufen warf.

 

Die Pille der Pandora

Die Frau als das Wesen mit dem höchsten Einsatz im ewigen Spiel der sexuellen Kräfte bekam durch die Pille plötzlich ein mächtiges Instrument in die Hand: Sie wurde mit einem Schlag die Herrin über die Empfängnis. Diese plötzlich erlangte und enorme Macht der Empfängnisverhütung war das wesentliche Momentum, die Gleichstellung der Frau voranzutreiben. Politisch wurden die Frauen dabei von allen Linksideologen dieser Welt massiv unterstützt.

 

Die linken Technokraten haben immer schon gewusst, dass die Frau ein grundlegendes Manko besitzt, das es auszumerzen gilt: Die Schwangerschaft ist neben der Familie der schlimmste Feind jeder linken Ideologie. Deswegen sind Linke auch stets für die Abtreibung, für die totale Empfängnisverhütung und für den Zwang, dass auch die Männer alle häuslichen Funktionen (Kinder versorgen, Kochen etc) übernehmen sollen. Die Linken wollen Gleichheit und das geht nur über die drastische Verringerung der Geburtenrate und über eine strikte Kontrolle der Empfängnis.

 

Weg mit dem Uterus

Zu Ende gedacht geht es bei der absoluten Kontrolle über die Empfängnis auch um eine Entsexualisierung der Frau: Die besten Dienerinnen der Linken sind kinderlose Frauen ohne Uterus. Ist diese wortwörtliche Neutralisierung der Frau einmal gewährleistet, kann man die Frauen problemlos in den Arbeitsprozess eingliedern, sie dort zu steuerbaren und abhängigen Wesen machen und damit die stärkste Kraft von rechts, nämlich die Familie, sukzessive zerstören. Die linke Ideologie spielt mit der so geschaffenen Bereitstellung von neuen Arbeitnehmern dem Kapitalismus auf eine paradoxe und haarsträubende Art in die Hände - und die Frau verliert einen fundamentalen Teil ihres Wesens.

 

Absurditäten inbegriffen

Die Sexuelle Revolution trieb in den 60er und 70er Jahren des vorigen Jahrtausends pittoreske Blüten. Man versuchte die sogenannte freie Liebe, verwarf höhnisch das altgediente Konzept Ehe, fand sich in Kommunen und Wohngemeinschaften zusammen, die im Grunde nur Swinger-Clubs waren und versuchte von allen Seiten, die angeblich verstaubte und repressive bürgerliche Sexualmoral zu zerstören. Eine Zweierbeziehung zu führen oder gar verheiratet zu sein, galt damals in progressiven Kreisen als total reaktionär. "Wer zweimal mit derselben pennt, gehört schon zum Establishment" - so lautete der Sinnspruch der 68er-Revoluzzer.

 

Ein tektonisches Ereignis

Diese wie ein Erdbeben durch die westlichen Gesellschaften laufenden Veränderungen wirken bis heute nach. Das Pendel hat zwar ein Stück zurückgeschlagen und das Kommunen-Unwesen, die grenzenlose freie Liebe und die Ächtung der Ehe werden nur noch von rettungslosen Ultralinken favorisiert. (Man will die Ehe ja nun sogar "für alle"). Eine gravierende Erosion der soziokulturellen bzw. sexuellen Tabus, der gesellschaftlichen Mechanismen und vor allem eine Schwächung des Prinzips "Ehe und Familie" ist aber geblieben. Die westliche Kultur hat ihren großen Sprung nach vorne (so er denn einer war) noch nicht wirklich vollendet, denn es gibt keine neuen Strukturen, die gesellschaftssichernd, sinngebend und klar wirksam wären.

 

Die Transformation läuft

Was wir erleben, ist eine durch die geänderte Sexualität bedingte Transformation der gesamten abendländischen Gesellschaft. Wir beobachten eine Segregation der sozialen Gruppen und ein überall sichtbares Auseinanderfallen von Familien, das längst zu einer dramatischen Vereinzelung geführt hat. Wir sehen eine ständige und gar nicht mehr verheimlichte Pornographisierung der Sexualität, die im Internet ihre Höhepunkte abfeiert. Wenn die Sexualität ihres fortpflanzungsbezogenen Sinns beraubt wird und die Geschlechtlichkeit a priori nur mehr eine Spassfunktion des Körpers zu sein hat, ist der Porno-Effekt immanent, wenn nicht sogar gewünscht. Wer aber unter die mittlerweile dauergeile Oberfläche schaut, sieht immer mehr frustrierte und einsame Menschen, die in so einer Gesellschaft eigentlich nicht leben möchten, weil das wirklich Soziale, nämlich die familiären Bindungen zwischen den Generationen, abhanden kommen.

 

Männer buhlen...

Paradoxerweise schob sich durch die Kontrolle über die Empfängnis das eigentlich nur bei Säugetieren etablierte Miller`sche Prinzip "Männer buhlen, Frauen wählen" beim Menschen in den Vordergrund. Heute entscheiden die Frauen, mit wem sie wann intim werden und wann und ob sie Kinder bekommen. Und gar nicht selten lautet die Entscheidung "Nein zum Kind" und nein zur fixen Beziehung. Man ist als junge Frau offenbar nur allzu oft geneigt, den Trugbildern der Linken auf den Leim zu gehen und die Trias "Karriere, spätes/gar kein Kind, Unabhängigkeit" zu glauben. Der Frust kommt ja erst mit 40 oder 50. Die Männer dürfen inzwischen nach dem Hase-Igel-Prinzip ihre Runden drehen, bittend buhlen und auf Erhörung hoffen. Dabei müssen sie aber stets gewahr sein, wegen "sexueller Belästigung" eine vor den Latz geknallt zu bekommen. 

 

Die zerstörerische Kraft des Feminismus

Der Feminismus hat bei dieser negativen Entwicklung ganze Arbeit geleistet. Feministinnen haben immer vorgegeben, für die Rechte der Frau zu kämpfen und in den frühen Jahren war das sogar noch authentisch. Mittlerweile hat sich dieser Kampf aber längst in einen Dauersturm gegen die Familie und gegen das Geschlecht "Mann" verwandelt. Der Feminismus ist heute zur permanenten Bestrebung entartet, die Unterschiede zwischen den Geschlechtern einzuebnen und schließlich aufzuheben.

 

Genau aus diesem Grund wurde das Gendern eingeführt und genau aus diesem Grund will man heute in der Gesellschaft Dutzenden (selbstgewählten) Geschlechtern ihren Platz geben. "Das Geschlecht ist ein soziales Konstrukt" sagte die Ikone der Feministinnen, Judith Butler. Also kann man es sozial verändern - aber bitte ohne Männer. Die sind nämlich grundsätzlich aggressiv, böse, sexistisch und überhaupt. Besser ist es, sich seine Geschlechterrolle z.B. bei Facebook auszuwählen, dort gibt es ein Potpourri von 60 Möglichkeiten und der Mann ist nur eine (unwichtige) davon. 

 

Der Mann von heute steht unter feministischen Dauerfeuer und hat ständigen Rechtfertigungsbedarf, den ihm die dauerempörten und schäumenden Sufragetten der Mainstream-Medien abpressen. Die Medien-Kampagne #MeToo beweist beispielhaft, wie aus einem berechtigten Anliegen (man will nicht sexuell belästigt werden) ein Furor gegen die gesamten männlichen Handlungsweisen konstruiert wird: Politiker müssen zurücktreten, weil sie vor Jahrzehnten einer Frau aufs Knie gegriffen haben. Hollywood-Produzenten werden vom Shitstorm verblasen, weil die vielzitierte Bewerbungs-Couch, auf die sich diverse Starlets vermutlich sehr oft sehr freiwillig gesetzt haben,  plötzlich zum Ort der sexuellen Belästigung geworden sind. Nur komisch, dass dieses "plötzlich" viele Jahre her ist und bis zur aktuellen Kampagne keine der mittlerweile Millionen verdienenden Damen etwas dabei gefunden hat, mit dem namhaften Produzenten näher befreundet gewesen zu sein.

 

Im Labyrinth gefangen

Vollends absurd wird der soziokulturelle Irrgarten, in dem sich die Sexualität heute befindet, wenn hiesigen Qualitätszeitungen, in denen Feministinnen ihre harschen Kritiken absondern, Werbe-Folder von Dessous-Firmen beigelegt werden, wo spärlich bekleidete Mädels die neuesten und verführerischsten Slips und Bras präsentieren. In den Hochglanz-Magazinen dasselbe Spiel: Im Editorial schäumen die Chefredakteurinnen gegen den Sexismus und die böse Männerwelt, im Blattinneren jagt dafür eine sexuell konnotierte Werbeanzeige die andere. Sex sells - und Geld stinkt nicht, da ist auch den hauptberuflichen Frauenkämpferinnen ihr Anliegen plötzlich wurscht. 

 

Die früheren Ratgeber der Gesellschaft wie Philosophen, verdiente Autoritäten, Altvordere und Kirchenleute stehen heute ratlos im Labyrinth der sexualpolitischen Korrektheit, in dem ein virtueller Kampf der Geschlechter in Form einer nie enden wollenden Medien-Show abgehalten wird. Und sie wissen nicht mehr weiter.

 

Finale furioso?

Auf der einen Seite dröhnt uns die Hypersexualisierung und Pornografisierung von allem und jeden entgegen, auf der anderen Seite kreischt die weibliche Empörungsmafia, die stets von ein paar erbärmlichen männlichen Feministen unterstützt wird, eine neue Prüderie herbei, die am liebsten den geschlechts- und trieblosen Einheitsmenschen heranzüchten möchte. Der neue Typus soll lieb dreinschauen, nur ja kein viriler Mann sein, er darf aber auch keine Gebärmutter besitzen. Das neue Wesen muss dem Konsum frönen, darf nicht nachdenken und soll fleissig im Mainstream surfen, um auf den Social Media gegen die Diskriminierung aufzutreten. Mit anderen Worten: Die Kultur und die Sexualität kommen auf diese Weise gleichermaßen und gleichzeitig zu ihrem unverdienten, aber umso lauteren Ende.

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Kultur und Hegemonie

 

Europa ist überzeugt, im Laufe der Jahrhunderte ein Bukett der bestmöglichen Werte und damit auch der bestmöglichen Kultur entwickelt zu haben: Demokratie, Wirtschaftsliberalismus und Sozialstaat, Wissenschaft und Medizin, Rechtsstaat und Justizwesen, Toleranz, Freiheit der Kunst und Religionsfreiheit  prägen den Duktus des europäischen Denkens.

 

Europa zur Disposition

Dieses gesamte Gedankengebäude steht aber nun zur Disposition, weil die Überzeugung, dass wir auf unserem Kontinent die besten Voraussetzungen für ein gutes Leben der Bürger geschaffen haben, nicht mit der nötigen Verve betont und schon gar nicht verteidigt wird. Über Sonntagsansprachen geht das Bekenntnis zu den Fundamenten Europas nicht hinaus. Unsere Stärke, die der europäische Liberalismus vermeintlich darstellt, wird nun unsere größte Schwäche, weil dieser Liberalismus längst in ein Beliebigkeitsdenken transformiert wurde, das jeder auch noch so kulturfeindlichen Bewegung unter dem Deckmäntelchen der Freiheit und Toleranz hier ihren Raum gibt.

 

Kultur muss herrschen

Jede Kultur muss danach trachten, die Hegemonie zu gewinnen und zu behalten, sonst wird sie irgendwann von einer anderen Kultur assimiliert oder überrannt. Die Massenmigration der letzten Jahrzehnte, die vor allem aus dem Orient und aus Afrika Millionen von Menschen nach Europa brachte, stellt den Kontinent nun vor die finale Bewährungsprobe.  Mit der Massenmigration ist nicht nur die jeglicher Kontrolle entglittene Situation seit 2015 gemeint, sondern man muss in diesen Begriff auch die riesigen afrikanischen und asiatischen Einwanderungsbewegungen und die daraus folgenden Bevölkerungsentwicklungen in England und Frankreich miteinschließen, die dort nach der Aufgabe der Kolonien seit den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts stattgefunden haben. Ebenso gehört die langjährige Gastarbeiter-Immigration aus Kleinasien dazu, die mittlerweile die Demografie und Kulturlandschaft Deutschlands und Österreichs nachhaltig verändert hat.  

 

Der Druck steigt

Die europäische Kultur mit ihren regionalen Spielarten, die in Form der jeweiligen Nationen repräsentiert werden, steht unter Druck: Weil die Nationen ihrerseits wieder unter dem bürokratischen und politischen Druck eines kranken Riesen namens EU stehen, der noch immer mächtig genug ist, seine Vasallen in ihrer Handlungsfähigkeit einzuschränken, erodiert die aus vielen Strömungen zusammengesetzte kulturelle Identität Europas zusehends. Längst haben eine ganze Reihe von verantwortlichen Politikern erkannt, dass mit der gegenseitigen und dauerhaften Lähmung in Brüssel im wahrsten Sinne des Wortes kein Staat zu machen ist und scheren im Sinne ihres Volkes und zum Nutzen ihrer eigenen Nationen aus.

 

Zeit zu handeln

Die Nationen als oberste Rechtsträger und Erhalter der europäischen Kultur müssen handeln, es ist höchste Zeit dafür geworden. Am klarsten kommunizieren diese Notwendigkeit die ehemaligen Länder des Warschauer Paktes, die noch immer das Schreckgespenst des kulturzerstörenden Kommunismus in Erinnerung haben: Genau deswegen spüren sie die Gefährdung ihrer wiederentwickelten Identität viel stärker als der Westen. Die Visegrad-Gruppe ist ihre politische Ausdrucksform geworden. Die Visegrad-Staaten sind keine kleine und irgendwie skurrile politische Verbindung, als die sie oft dargestellt werden, sondern ein ernst zu nehmender "Player": 65 Millionen Europäer wohnen in den Mitgliedsstaaten Tschechei, Slowakei, Polen und Ungarn. (Die Tschechei gehört übrigens derzeit zu den am meisten prosperierenden EU-Staaten.) Die Visegrad-Nationen  bekennen sich zu ihrer kulturellen Identität, sie wollen die Hegemonie im eigenen Land und sie tun alles dafür, dieselbe zu behalten - auch gegenüber Brüssel. 

 

Hegemonie - wie geht das?

Was muss man aber als Nation überhaupt tun, um die kulturelle Vorherrschaft der Mehrheit im Lande zu behalten? Im Grunde sind es banale und logische Aktivitäten: Zunächst muss man seine Grenze schützen und genau schauen, wer ins Land will. Im weiteren kann es nur für passagäre Gäste, die nicht Bürger des besuchten Landes sind und dies auch nicht werden wollen, die Möglichkeit geben, ihre eigenen kulturellen und religiösen Anschauungen zu leben. Jeder, der sich aus welchen Gründen auch immer längerfristig auf dem kulturellen Territorium eines europäischen Staates befindet, muss sich bedingungslos den rechtlichen, kulturellen und sozialen Gegebenheiten anpassen. Dafür ist nicht die sogenannte Integration, sondern nur die Assimilation der geeignete Weg.

 

Ein gelungenes Beispiel für eine erfolgreiche und problemlos verlaufene kulturelle Assimilation bieten eine Vielzahl arabischer und persischer Ärzte, die in den 60er und 70er Jahren aufgrund eines hier herrschenden Ärztemangels nach Österreich gekommen sind. Sie sind angesehene Mitglieder der Gesellschaft geworden, die sich im Laufe ihres Lebens weder verleugnen noch "unterwerfen" mussten. Die Ärzte haben einfach die hiesigen Gepflogenheiten angenommen, ohne ihre Identitäten zu verlieren.

 

Die politisch immer so betulich verkündete Integration der Massen geht andererseits fast immer schief, denn es kommt dabei regelhaft zur Ausbildung von Parallelgesellschaften. Wir beobachten diese brodelnde Symptomatik der gescheiterten Integration nun schon überall in Europa. Hier ist ein nationales und internationales Umdenken in Richtung Assimilation, aber auch und vor allem in Richtung Remigration der Unwilligen absolut nötig.

 

Wer sich nicht anpasst, muss gehen

Wer seine importierte Weltanschauung, die nicht nach Europa und nicht in unsere Nationen passt, trotzdem hier leben will, der kann und darf keinen dauerhaften Platz bekommen. Jede Kultur, die nicht europäisch ist, gehört eben nicht zu Europa. Sie ist daher nicht geeignet, die Idee "Europa" zu stärken.  Deswegen ist es so wichtig, all die Zigtausenden Migranten auf österreichischem Boden, die kein Bleiberecht haben, so rasch wie möglich in ihre Herkunftsländer zurück zu bringen. Und ebenso wichtig ist es, diese Leute in Zukunft erst gar nicht mehr hierher kommen zu lassen. Das Ziel muss heissen: Zero Migration aus den afrikanischen und orientalischen Ländern. Beide Aufgaben wurden von der EU und den Mitgliedsstaaten (bis auf die Ausnahme der Visegrad-Länder) weitestgehend missachtet. Auch die vielgerühmte Schließung der Balkanroute hat keine langfristige Sicherung der Situation erbracht und war nur eine Zwischenlösung.

 

Wer seine Kultur behalten will, braucht Grenzen

Kulturen können nur durch Abgrenzung überleben - sowohl im geografischen, politischen wie auch übertragenen Sinne. Abgrenzung heisst aber nicht Abschottung, denn natürlich muss es Austausch geben - aber nur kontrolliert und dosiert. Was es nicht geben darf, ist ein mit euphemistischen Floskeln behübschtes dauerhaftes Versagen des Rechtsstaates und ein feiges, vorauseilendes Zuwillensein  jeglichem Eindringling gegenüber, der sich auf Menschenrechte oder Humanität beruft und oft doch nur sinistre Absichten hat.

 

Jede Kultur darf und muss sich verteidigen, sonst ist es bald vorbei mit ihr. Das kann man gar nicht oft genug betonen. Und jeder, der Kinder hat und jeder, der ein Verantwortungsgefühl für die Zukunft besitzt, ist verpflichtet, nach diesen Prämissen zu handeln: Wer ein kulturstarkes, würdiges und lebenswertes Europa will, das diesen Namen noch verdient, darf nicht von Vereinigungsfantasien und einem gemeinsamen Staat Europa schwadronieren, sondern muss alles tun, um seine Grenzen, seine je eigene Nation und seine eigene Kultur zu stärken. Weil die kulturelle Kraft Europas nur aus seinen Nationen kommen kann und nicht aus Brüssel.

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Was darf Mann noch?

 

 

In Amerika hat der Filmmogul Harvey Weinstein offenbar über Jahrzehnte versucht, seine Position als (möglicher) Arbeitgeber gegenüber Frauen auszunützen und diese sexuell belästigt. Diverse Schauspielerinnen sind jetzt an die Öffentlichkeit gegangen, haben die Vorkommnisse berichtet und aus diesen Outings ist daraufhin eine nahezu weltweite Kampagne namens #MeToo geworden. Sie soll es Frauen erleichtern, persönliche Erlebnisse ähnlicher Art publik zu machen.

 

Als Vorgesetzter ein NoGo

Es ist keine Frage, dass das Ausnützen eines Abhängigkeitsverhältnisses, wie das der Filmproduzent augenscheinlich tat, erbärmlich und ekelhaft ist. So etwas kann keine Rechtfertigung bekommen. Und natürlich ist dieses Verhalten auch kein Einzelfall, sondern das kommt in allen Branchen und überall auf der Welt vor. (Wir haben derzeit einen ähnlichen Fall in Österreich: Ein mittlerweile fristlos gekündigter Chefredakteur einer renommierten Zeitung hat angeblich in Weinstein-Attitüde einer Frau und Nachgeordneten Arbeit gegen Intimitäten angeboten).

 

Ein Festmahl für Feministinnen

Das Thema ist natürlich ein gefundenes Fressen für Feministinnen aller Art. Sogar die immer irgendwie merkwürdigen männlichen Frauenkämpfer haben sich draufgesetzt und spielen die Empörten im Konzert des vielstimmigen weiblichen Aufschreis.  Der Feminismus, der bis vor kurzem nur noch zwischen Opfergehabe, Selbstmitleid und furienhaften Auftritten oszillierte und bereits ein völlig degeneriertes, geradezu scheintotes Mauerblümchendasein fristete, hat mit #MeToo endlich wieder eine Thema gefunden, um seine eigene Reanimation zu probieren.

 

Der Stellvertreterkrieg

Die kämpferischen Damen haben es zwar nicht geschafft, beim alles überschattenden Thema der letzten Jahre Position zu beziehen und die zu uns importierte orientalische Kultur, in der die Frauen zu Millionen unterdrückt werden, in einer entsprechenden Kampagne anzugreifen, aber dafür hat jetzt Hollywood endlich einen Anlass geliefert, die westliche Männerwelt einer feministischen Generalkritik zu unterziehen. Ist ja auch einfacher, weil sich der schon lange domestizierte westliche Mann offensichtlich jederzeit wie ein Tanzbär vorführen lässt, wenn aus Hollywood von den dort stets streitlustigen weiblichen Stars ein angriffiges oder viktimisierendes Thema vorgegeben wird.

 

Was darf Mann noch?

Die Weinstein-Affäre hat nicht nur ihre zweifellos ungustiöse Seite, sondern sie wirft ja auch durch die breite Lancierung via #MeToo-Kampagne viele Fragen nach dem grundsätzlichen Umgang zwischen Mann und Frau auf. Speziell in der Arbeitswelt, aber auch im ganzen sozialen zwischengeschlechtlichen Verhältnis steht nun die Frage im Raum: Was darf Mann noch? Wo verläuft die Grenze zwischen Belästigung und Flirt? Einfache Alltagsgeschichten werden zum Problem: Wie mache ich mir heutzutage korrekterweise ein Rendezvous aus – vor allem, wenn es mit einer Arbeitskollegin stattfinden soll? Ist es ratsam, dabei gleich Betriebsrat und Anwalt mitzunehmen?

 

Fundamentale Fragezeichen

Es geht auch um ganz grundsätzliche Fragen: Darf ein Mann heute noch eine Frau „erobern“ oder braucht er für zwischenmenschliche Annäherungen die schriftliche Einverständniserklärung der hofierten Dame? Oder wird ihm so ein Ansuchen überhaupt gleich zum Verhängnis? Ist es vielleicht für Männer am sichersten und besten, zölibatär zu leben oder in die Homosexualität zu wechseln?

 

Das männliche Dilemma

Der Mann scheint nun in einer Double-Bind-Situation gefangen zu sein, in der er nur mehr verlieren kann. Riskiert er eine Annäherung ans weibliche Geschlecht, hat er mit juristischen Schwierigkeiten zu rechnen. Riskiert er nichts, bleibt er „unbeweibt“ und muss sein Dasein als Junggeselle fristen oder sich eben dem eigenen Geschlecht hingeben. Wobei - auch da könnte ja die Frage der Belästigung auftauchen. Die unerwünschte homosexuelle Zudringlichkeit zwischen Männern ist ein Themenbereich, der noch ziemlich unerforscht ist, aber er wird sicher in der nächsten Zeit seine Aktivisten finden. Das neue „Opfer Mann“ muss sich erst sein Betätigungsfeld suchen, den Linken wird da schon noch was einfallen.

 

Aber nun wieder zurück zur Frage zwischen Mann und Frau: Was ist eigentlich mit den Frauen, die am Arbeitsplatz versuchen, ihr Frausein ohne Hemmungen ausnützen, um „nach oben“ zu kommen? Jeder involvierte Mann ist ab nun ein möglicher Täter und man weiß nicht mehr, wie ein Flirt ausgeht oder wie eine charmante Bemerkung aufgefasst wird: Am Ende könnte ein Richter darüber urteilen müssen.

 

Rufmord inbegriffen

Was ist mit jenen Situationen, wo Männer ungerechtfertigt wegen Belästigung angezeigt werden und einen massiven Reputationsschaden erleiden - auch wenn sie freigesprochen werden oder die Anzeige niedergeschlagen wird? In Österreich werden etwa 1300 Anzeigen pro Jahr wegen sexueller Belästigung erstattet, aber nur knapp ein Drittel davon gelangt vor Gericht. Der Rest kommt ad acta. Es bleibt die Tatsache, dass man als Mann wegen einer unguten Geschichte, die offenbar gar nicht stattgefunden hat, angezeigt wurde. Mit allen negativen Folgen und Auswirkungen.

 

Absurd und kontraproduktiv

Wenn man näher über das offiziell gewünschte politisch korrekte Verhältnis zwischen Mann und Frau eingehender nachdenkt, ist es leicht, die Absurdität der Situation zu erkennen. Die Feministinnen wollen eine völlig neue und definitiv desexualisierte, zumindest aber testosteronfreie Sexualmoral etablieren. Alles, was Mann tut, ist ja männlich und daher potenziell immer gefährlich und womöglich im Grunde sogar kriminell. Und wenn es noch nicht kriminell ist, dann wollen die Damen es zumindest gesellschaftlich ächten. Die linken Opportunisten, die eigentlich Männer sind, tun dabei fleißig mit, es könnten ja ein paar Krümel abfallen. Vielleicht kann man als "Feminist" doch noch in die Gunst einer Frau gelangen?

 

Das banale Ziel hinter betulichen Kampagnen wie #MeToo ist: Der Mann soll solange verschreckt, angeschwärzt und letztlich kriminalisiert werden, bis endlich Ruhe herrscht und nur noch die Frau bestimmt, was Mann darf, was nicht - und vor allem, was er muss. Dass am Ende dieser von Linken und Feminist(inne)n forcierten Entwicklung ein geschlechts- und farbloses Wesen und nur noch die Karikatur einen Mannes stehen kann, ist den Masterminds der völlig aus dem Ruder gelaufenen kämpferischen Abteilung der Frauenbewegung klar, nur die Mitläufer(innen) haben es noch nicht durchschaut.

 

Der Zynismus von Frauen gegenüber Frauen

Im Namen der Gleichstellung und des Schutzes der Frau müssen diese Masterminds den Frauen und Männern vorgeben, was in Ordnung ist und was nicht. Frauen sollen das bitte nicht individuell selber entscheiden, das übernehmen lieber die Vordenkerinnen. Damit verhalten sich diese aber unglaublich zynisch, weil sie auf diese Weise der einzelnen Frau ihr Recht und ihre Kompetenz absprechen, ihre Situation selber in die Hand zu nehmen. Seltsamerweise hört man von den Kampftruppen der Frauenbewegung daher immer nur, was nicht OK ist zwischen Mann und Frau, niemals aber liest man etwas darüber, was denn eigentlich im Umgang miteinander normal ist und dem traditionellen Anstand und Hausverstand entspricht.

 

Die Medien-Damen sind natürlich dabei

Die politkorrekten und in der Frauenfrage stets hochaktiven Redakteurinnen in allen Medien haben längst in diesen Chor der Belästigten und Tonangebenden eingestimmt und lassen keine andere Meinung zu - nicht einmal eine von Frauen: Die österreichische Schauspielerin Nina Proll hat den Mut gehabt, die #MeToo Kampagne in Frage zu stellen und an sich triviale Wahrheiten in die Debatte zu bringen, die ohnehin jede normale Frau (und auch jeder normale Mann) so sieht. Mehr hat sie nicht gebraucht.  Sie erntete dafür von ihren an der Front kämpfenden Geschlechtsgenossinnen einen Shitstorm der Extraklasse. Am harmlosesten waren noch Kommentare wie: Frau Proll möge doch ihre Haltung bitte überdenken, sie habe noch nicht verstanden, worum es eigentlich geht.

 

Fazit: Wer nicht mitsingt bei #MeToo und all den Kampagnen, die da noch kommen werden, ist halt dumm oder ein hirnloses Weibchen – oder er ist eben ein unbelehrbarer Sexist und Mann. Und das kann sich keine vernünftige Frau und kein vernünftiger Mann mehr gefallen lassen.

 

 

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Warum Rechts gewinnen muss

 

Die politischen Kategorien Rechts und Links werden erst seit der Französischen Revolution so bezeichnet: Die Namensgebung bezieht sich auf die Sitzordnung in der postrevolutionären Pariser Nationalversammlung von 1789. Links saßen die Revolutionäre und Progressiven, rechts die konservativen Bürger.

 

Rechts und links seit eh und je

Aber natürlich gab es rechts- und linksdenkende Menschen schon lange vorher. Politische Weltanschauungen haben seit Anbeginn allen politischen Denkens die Eigenschaft, nach links oder nach rechts zu tendieren. Die vielgepriesene Mitte ist nur der Kompromiss aus linken und rechten  Überzeugungen. Eine Politik der Mitte kann deswegen niemals das erste Ziel von Politik sein, weil sie dann völlig diffus wäre und ohne klare Standpunkte auskommen müsste.

 

Es zahlt sich daher aus, das Linke und das Rechte näher zu betrachten, weil dabei ziemlich rasch ein essenzieller Unterschied in der Entwicklungsgeschichte der beiden Weltanschauungen auffällt und man dadurch erkennt, dass nur das Rechte ein langfristiges Überleben von Kultur und Nation garantieren kann.

 

Die Natur ist rechts

Alles, was man heute unter dem Begriff Links subsummiert, war und ist immer nur eine Reaktion auf das Rechte. Der Grund dafür ist ganz einfach: Die Natur kennt ausschließlich Grundmechanismen, die "rechts" sind. Die Erkenntnis von Charles Darwin, dass es in der Biologie letztlich um das "Survival of the fittest" geht, ist eine auf den Punkt gebrachte Beschreibung der grundsätzlich immer gültigen und für das gesamte Dasein notwendigen Entwicklungs- und Lebensbedingung namens Evolution.

 

Weiterentwicklung und Evolution gelingen nur dann, wenn alle Wesen und alle Arten in Konkurrenz zueinander treten und um die Vorherrschaft kämpfen. Es geht dabei immer um das Bessersein und um die bessere Angepasstheit an die jeweilige Umwelt. Zugleich geht es immer auch um Fressen und Gefressenwerden. Wer nicht mitkommt oder schwächer ist, stirbt aus oder wird vertilgt. Das ist das natürliche Prinzip, das noch völlig ohne Moral und Ethik monolithisch für sich selbst steht und an dem keine Kritik möglich ist, weil diese aus naheliegenden Gründen sinnlos wäre.

 

Über diese Conditio sine qua non und aus ihr heraus haben sich nach dem Hervortreten des Homo sapiens im Laufe vieler Jahrtausende die Kulturen und die ethisch-politischen Gedankengebäude entwickelt. Die Kruste der Kulturen ist jedoch eine dünne geblieben, wie Sigmund Freud richtig angemerkt hat: Im Unterbau geht es innerhalb jeder Kultur und noch mehr zwischen den einzelnen Kulturen weiterhin um das "rechte" Prinzip der Natur. Zu diesem gehört nicht  nur das zitierte Fressen und Gefressen werden, sondern immer auch der Kampf und die Flucht. Als dritte grundlegende Variante der natürlichen Existenz gibt es noch die Kooperation. Sie stellt immer dann eine Lebensvariante und Option dar, wenn der Stärkere von der Kooperation mehr profitieren kann als vom Sieg über den anderen oder wenn er im Kampf einen zu hohen Einsatz riskieren müsste.

 

Die Reaktionären sind die Linken

Die linke Ideologie ist nichts weiter als eine Reaktion auf diese fundamentalen und zeitlos gültigen Lebensgesetze. Links sein ist keine originäre politische Philosophie oder ein moralisch irgendwie besonders fundiertes Gedankengebäude (wie uns das die Linken dauernd weismachen wollen), sondern Links ist nur ein Versuch, die vorgegebenen Ungleichheiten und das natürliche Recht des Stärkeren abzuschwächen. Die Masse der schlecht Weggekommenen kann nur Stärke gewinnen, wenn sie möglichst einheitlich und konformistisch auftritt und damit die Mächtigen unter Druck setzt.

 

Das Linke strebt deswegen immer nach Gleichheit, nach Aufhebung aller Grenzen und Gegensätze und am Ende nach Verschmelzung der Individuen im Kollektiv. Dass dabei immer auch eine gewalttätige Nivellierung nach unten stattfindet, nimmt das Linke in Kauf. "Sozialismus ist zu Ende gedacht die Tyrannei der Dümmsten und der Geringsten" - so nannte Nietzsche treffend den linken Prozess, wenn er in seine Finalphase tritt.

 

Natürliche Prinzipien

Die rechte Weltanschauung hingegen baut auf den geschilderten natürlichen Prinzipien auf und hat damit den unschlagbaren Vorteil, dem Leben und dem Individuum genuin näher zu sein und ihm mehr zu nützen als dies die Linken je vermögen. Während die Linken ständig versuchen, die naturgegebenen Voraussetzungen des Lebens und damit auch jene der gewachsenen Kulturen auszuhebeln und zu umschiffen, widmen sich die Rechten der Einzelperson, der Familie, der individuellen Eigenarten und der je eigenen Kultur.

 

Die Stärke jeder Kultur rekrutiert sich im innersten immer aus dem einmütigen Bekenntnis zur eigenen Identität und aus dem ebenfalls von Nietzsche genial freigelegten Willen zur Macht, der zur Suprematie führen muss. Alle Kulturen, die a priori zur Kooperation und zum Ausgleich mit anderen Kulturen streben, können langfristig nicht bestehen, denn sie gehen regelhaft unter oder werden besiegt. Die einzige sinnvolle Kooperationsmöglichkeit friedfertiger Hochkulturen, die stets und zwangsläufig in Konkurrenz mit anderen stehen, ist der Handel. Wirtschaftliche Aktivitäten sind grundsätzlich der kooperative Ausgang aus der bipolaren Situation "Kampf oder Flucht". In einer stabilen Handelsbeziehung bleiben die Kulturen zunächst erhalten und werden tunlichst danach trachten, jeden Krieg zu vermeiden. 

 

Die Massenmigration wirkt kulturzerstörend

Eine Sonderform des antagonistischen, aber gleichzeitig kooperativen Zusammenspiels von Kulturen stellt die Migration dar. Kulturen benötigen immer auch Einflüsse von außen, weil eine strikte Abschottung die Degeneration befördert. Dabei ist es aber wie in der Medizin: Die Dosis macht das Gift. Klassische Einwanderungsländer haben deswegen ganz klare Regeln und begrenzen den Zustrom von Fremden mit teils drastischen Maßnahmen. Hier tritt ebenfalls das "rechte Prinzip" klar zutage.

 

Die permissive europäische Einwanderungspolitik ist eine späte und linksideologisch induzierte Reaktion auf den jahrhundertlang dauernden Kolonialismus, der von Europa ausging. Der frühere Imperialismus wurde inhaltlich gewendet und in einen letztlich autoaggressiven Import fremder Kulturen umgewandelt. Statt Columbus und Magellan auszuschicken, hat man sich entschlossen, Achmed und Ali nach Europa zu holen. Das wäre an sich noch kein Problem, wenn die kulturellen "Dosierungsvorschriften" eingehalten worden wären. Die Akzeptanz orientalisch-afrikanischer Kulturen im eigenen Land gelingt nach übereinstimmender Meinung von hochrangigen Migrationsforschern wie Paul Collier oder Ruud Koopmans bis zu einem Anteil von maximal 5% der autochthonen Bevölkerung. Wird der Migrantenanteil aus diesen Kulturen aber größer, beginnen sofort und unweigerlich Probleme, die exorbitante Ausmaße erreichen können.

 

Europa am Scheideweg

Alle Kulturen haben demzufolge  grundsätzlich die Wahl: Sie können sich guten Gewissens in ihrer anerkannten Rechtsform als Nation durchsetzen und sich gegenüber anderen behaupten. Das gilt natürlich auch nach innen hin. Die Nation ist von ihren Bürgern und Gästen absolut zu respektieren. Um diese Ziel zu erreichen, müssen die Kulturnationen nur die oben geschilderten natürlichen Lebensprinzipien einhalten und die naturgegebenen rechten Regeln wieder in Erinnerung rufen.

 

Oder sie verfallen in den linken Reaktionsmodus, propagieren eine servile Weltoffenheit, die nur dem Kulturmarxismus in die Hände spielt, proklamieren die längst umgemünzte, nur noch scheinheilige Humanität und die niemals enden wollende Xenophilie -  und geben sich damit selber auf. 

 

 

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Die Rückkehr des Antifaschistischen Karnevals

 

Wenn man bestimmte nationale und internationale Medien konsumiert, gewinnt man einen gar schrecklichen Eindruck: Österreich ist wieder ein Nazi-Land, vor dem sich die Welt fürchten muss. Bei uns sind nämlich laut diesen Medien die braunen Horden zuhause, die jetzt auch noch die Mehrheit im Parlament stellen. Und weil ein Führer heutzutage nicht mehr reicht, haben wir Österreicher gleich zwei  davon zu bieten. Der eine, ob seiner vielzitierten strahlenden Jugend vom deutschen (angeblich lustigen) Magazin "Titanic" schon als Baby-Hitler bezeichnet, gilt als brandgefährlich, weil er mit seinem Team die Republik umbauen möchte und sich dabei, oh Schreck, nicht bei den Linken anbiedert.

 

Beim "Falter" flattern die Nerven

Die linke Antifaschistentruppe des stets selbstgerecht, moralisierend und aburteilend daherkommenden Wiener Druckwerks "Falter" erkannte sofort, dass hier ein "Neofeschist" (sic!) am Werk ist und brachte eine dementsprechende Titelstory. Fesch, jung und rechts der Mitte, das muss ein übler Fescho-Fascho-Nazi-Brauner sein. Da hilft dem so dargestellten Parteiführer Sebastian Kurz das schönste Türkis nichts, die wackeren linken Widerstandskämpfer erkennen einen Braunen immer und überall.  Die Redaktions-Guerilleros, die aufgrund ihrer späten Geburt niemals im echten Widerstand waren, verstehen zwar vom echten Kämpfen nix, weil die meisten von ihnen auch nicht einmal das Militär kennen lernten. Aber Profis, die im harten Training am Schreibtisch und in den Antifa-Demos ausgebildet wurden, kann man nicht täuschen. 

 

Vom anderen hat man es immer schon gewusst

H.C. Strache, der andere Parteiführer, ist sowieso seit seinen vor Jahrzehnten im Teenageralter absolvierten Wehrsportübungen einschlägig bekannt und unter Dauerbeobachtung. Da nützt es gar nichts, dass Strache kompromisslos alle Leute aus seiner Partei entfernte, die mit braunem Gedankengut sympathisierten. Es zählt auch nicht, dass die FPÖ eine Reihe von jüdischen Mitgliedern hat und seit Jahren intensiv den Kontakt mit Israel sucht - im Gegenteil, solche Bemühungen werden von den linken Agitatoren stets lächerlich gemacht.

 

Aus der Sicht der "Antifa" und diverser anderer linker Sondereinheiten, die in alle Ewigkeit über Österreich wachen müssen, um das Land vor einer neuerlichen Nazi-Barbarei zu beschützen, gibt es keinen Zweifel an der suspekten Gesinnung aller Blauen. Und jetzt ist eben die braune Wiederauferstehung im Gange, das bemerkten sogar die ferne New York Times und der englische Guardian: Beide hatten sie den Ausgang der österreichischen Wahlen sofort mit dem Wiedererstarken des Nazismus assoziiert.

 

Wie ist das mit dem Verbotsgesetz?

Merkwürdig ist nur, dass niemand der inkriminierten Personen aufgrund des strengen NS-Wiederbetätigungsgesetz angezeigt wurde. Sind die Wahlgewinner also doch keine Nazis? Warum wagte niemand den Gang zur Behörde, wenn da doch angeblich Nazis am bösen Werk sind? Und wieso kübelt man pausenlos nur Dreck in die eigene Medienlandschaft anstatt rechtliche Konsequenzen anzustreben?

 

Die Antwort ist klar: Weil es juristisch keinen Grund für eine Anzeige gibt und die politjournalistischen Superstars, die von empört bis entrüstet und besorgt ihre antifaschistischen Hirngespinste absondern, ganz andere Interessen verfolgen. Es drängt sich der Verdacht auf, dass diese üblen und bösartigen Attacken den Zweck des Rufmordes und der Anpatze erfüllen, weil den linken Redakteuren von Hans Rauscher über Armin Thurnher bis Florian Klenk aus lauter Frust nach der linksgrünen Wahlniederlage wieder einmal die Argumente ausgehen. Dass hier ein demokratisch erzieltes Wahlergebnis vorliegt, ist den Westentaschen-Guevaras sowieso herzlich egal.

 

Der entrüstete Maulheld aus Deutschland

Den Vogel schoss übrigens keiner unserer Linksmoralisten ab, sondern der Deutsche Heribert Prantl. Der Mann, der sich offensichtlich als eine Potenzierung von Rauscher, Klenk, Thurnher und Konsorten versteht, ist immerhin innenpolitischer Chefredakteur der renommierten Süddeutschen Zeitung. Er stellte eine Videobotschaft  ins Netz, in der er vor der faschistischen Gefahr aus Österreich so "eindringlich" warnte, dass es einem als Österreicher fast übel wird. Seine Tirade strotzt nur so vor lauter Unsinn, sie ist betulich-pseudointellektuell und letztlich verspritzt Prantl nur linksideologische Galle.

 

Peinlich, falsch und unerträglich

Peinlicher geht das nun alles wirklich nicht mehr.  Wir wissen, dass der Nationalsozialismus eine mörderische Ideologie war, die massiv von sozialistischen, rassistischen und nationalistischen Zügen geprägt war. Man kann den NS daher nicht als rechte Ideologie bezeichnen, dafür war er in seinen Fundamenten viel zu links und man kann ihn demzufolge schon gar nicht den Bürgerlichen und den Konservativen zuordnen.

 

Erbärmlicher Journalismus

Den bürgerlichen Patrioten in der Politik und den prioritär an Österreich orientierten Politikern das Etikett "Nazi" umzuhängen, gehört zu den widerlichsten und erbärmlichsten journalistischen und politischen "Argumentationen", die es gibt. Wer das tut, hat weder die Ideengeschichte noch die Historie studiert oder ist naiv genug, um sich von perfid agierenden linken Ummünzern indoktrinieren zu lassen.

 

Oder (und das ist die mieseste Variante) die Betreffenden wollen ganz einfach nur bestimmten Personen massiv schaden und schmutzige politische Zwecke erfüllen. Nicht umsonst bezeichnet man diese Art der "Argumente" ja auch als Nazikeule. Diese alte und schon recht zerfledderte Waffe der Post-68er-Generation feiert jetzt, nach dem Wahlerfolg des Mitte-Rechts-Blocks, trotz ihrer Abnützung ganz offensichtlich noch ein letztes Mal fröhliche Urständ. 

 

Plädoyer für das Vergessen

Jedem halbwegs aufmerksamen Beobachter dieses bunten Treibens fällt sofort der Philosoph Rudolf Burger ein, der schon 2001 in seinem berühmtem Essay über die "Irrtümer der Gedenkpolitik" ein Plädoyer für das Vergessen hielt. Burger argumentierte konsistent und unwiderlegbar, warum man Schluss machen sollte mit der ewigen Vergangenheitsbewältigung und der daraus gebastelten Nazi-Keule. Und er war der erste, der die einschlägige Empörungskultur als "Antifaschistischen Karneval" bezeichnete. Die Frage ist nur, wie oft die Damen und Herren Antifa-Kämpfer noch diese Umzüge veranstalten wollen, bevor sie endlich selber erkennen, wie peinlich, lächerlich und unerträglich falsch diese Art des Faschings geworden ist.

 

 

 

 

 

 

 

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Die Gleichheit gehört abgeschafft

 

Mit kaum einem anderen Wort wird in der Politik soviel Schindluder getrieben wie mit der Gleichheit. Der Begriff sollte daher ersatzlos aus der politischen Debatte gestrichen werden. Die Gleichheit ist ein sogenanntes Weaselword: So ein Wort klingt im politischen Kontext stets gut und ist überall einsetzbar, aber letztlich ist der Begriff nicht exakt definiert und daher nicht konsistent. Diese Unschärfe erzeugt regelmäßig falsche Vorstellungen und Täuschungs-, ja sogar Missbrauchspotenziale. Denn was genau soll sie eigentlich sein, diese vielzitierte Gleichheit der Menschen, die vor allem die linksorientierten Politiker wie einen Heiligen Gral vor sich hertragen? 

 

Gleichheit gibt es nirgends im Leben

In der Natur gibt es keine Gleichheit. Nicht einmal eineiige Zwillinge sind gleich. Und in den vielen Kulturen dieser Welt herrscht ebenfalls alles andere als Gleichheit. Eine annähernd perfekte Gleichheit gibt es nur in der Industrie, wenn Produkte per Computerprogramm identisch gefertigt werden.  Trotzdem oder gerade deswegen hat der Begriff seit der Amerikanischen bzw. Französischen Revolution eine ungeheure politische Attraktivität erlangt. Gleichheit ist eine Polit-Romanze, von der man ständig träumt, die einen aber immer wieder enttäuscht.

 

Was meinen wir überhaupt mit Gleichheit?

Das Problem mit der Gleichheit ist, dass der wolkige Begriff für alle möglichen politischen Prämissen herhalten muss. Von der in den demokratischen Verfassungen verankerten Gleichheit vor dem Gesetz bis hin zur menschenrechtlich garantierten Gleichheit der Herkunft und der Abstammung deckt das Wort eine Fülle von Bedeutungen ab, die sich manchmal sogar widersprechen können.

 

Die Seriosität intellektueller und politischer Debatten kann aber nur aufrecht erhalten werden, wenn die Begriffe klar definiert sind. Das gilt für die Gleichheit am allermeisten. Man muss sie daher in ihre Einzelbedeutungen zerlegen, ansonsten wird jeder politische Impetus an und mit ihr zerschellen.

 

Die Formen der Gleichheit

Gleichheit im politischen Sinne kann nur Gleichwertigkeit der Menschen und Gleichberechtigung der Staatsbürger bedeuten. Paradoxerweise impliziert diese notwendige Form der staatsbürgerlichen Gleichheit bereits eine Ungleichheit: Wer als Fremder ins Land kommt, kann nicht gleichberechtigt, muss aber als Mensch gleichwertig sein und ist es auch. Damit ist ein Spannungsfeld eröffnet, um das sich die linksideologisch denkenden Leute immer gerne herum schummeln: Würde man den Fremden als ein dem Staatsbürger gleichberechtigtes Individuum betrachten, wäre der Staatsbegriff in der Sekunde null und nichtig. (Krypto-)Trotzkisten streben dies an, indem sie als Fernziel den Weltstaat im Auge haben.  "No border, no nation" ist der folgerichtige Schlachtruf dieser linken Staats- und Nations-Zerstörer. Dass solche Ideen im besten Fall sozialromantische Naivitäten, im schlechtesten Fall aber anarchistische Motive mit Orwell`schen Hintergedanken sind, braucht man nicht näher zu erörtern. 

 

Die Gleichstellung  als weitere Teilbedeutung der Gleichheit ist ebenfalls inhaltlich problematisch. Jemanden mit einem anderen gleichzustellen erfordert ein aktives Eingreifen von einem Dritten. Im Regelfall ist dieser Dritte der Gesetzgeber. Die gesetzliche Gleichstellung von Mann und Frau ist das Paradebeispiel dieses Problemfalls innerhalb der Gleichheitsphilosophie. Die Gleichstellung scheitert permanent und immer wieder an der unterschiedlichen Biologie von Mann und Frau.

 

Sozialingenieure und Feminist(inn)en arbeiten deswegen ohne Unterlass an der Einebnung des Geschlechterunterschieds. Trickreiche Vordenkerinnen der absoluten Gleichstellung von Mann und Frau verbreiten deswegen die Ansicht, dass das Geschlecht nur ein soziales Konstrukt sei. Über diesen Kniff kommt man dem Ziel näher, denn sozialpolitisch kann man nun dort intervenieren, wo vorher die Biologie unüberwindliche Schranken aufstellte.

 

Frauenquoten und Väterkarenz, Auslagerung der Schwangerschaft an Leihmütter, flächendeckende Kinderbetreuungseinrichtungen und völlige Freigabe der Abtreibung sollen den Frauen vorerst die "Last der Mutterschaft" und damit ihren erdrückenden Nachteil in der Arbeitswelt nehmen, bis endlich die medizintechnische Möglichkeit der extrauterinen Menschenzucht im Labor die Serienreife erlangt.

 

Bis dahin werkt man mittels ständig neuer Gesetze an der künstlich herbeigeführten Gleichstellung von Menschen, die von Natur aus ungleich sind. Wie absurd diese oft mit Furor betriebene Gleichstellungspolitik eigentlich ist, merkt man an den gesetzlich festgeschriebenen Bevorzugungen von Frauen, wenn es zum Beispiel um Stellenausschreibungen geht: Bei gleicher Qualifikation soll stets der weiblichen Bewerberin der Vorzug gegeben werden. Man will also ein vermeintliches, nur subjektiv empfundenes Unrecht durch ein legistisch erzeugtes ersetzen und diskriminiert im Namen der Gleichheit ganz offiziell die Männer. Dass sich die Männer nicht ausreichend gegen diesen Zynismus wehren (können), ist eine eigene Betrachtung wert.

 

Hingegen kann der demokratische Staat bei einer anderen Spielart der Gleichheit durchaus noch nachbessern: Die Chancengleichheit der Bürger ist trotz des jahrzehntelang herrschenden Sozialismus noch lange nicht Realität. Und das ist der eigentlicher Offenbarungseid der Linken: Sie haben in andere Bereiche investiert und damit Leute, die Optionen bräuchten, im Stich gelassen. Hätte man nämlich die Finanzmittel und die Energie, die man etwa für das Gendern aufwendet, in die Verbesserung der Chancengleichheit für Kinder und Jugendliche gesteckt, wäre womöglich die Analphabetenrate nicht so hoch und die Bildungsmisere nicht so krass.

 

Aber wollen Sozialisten überhaupt gebildete Bürger? Oder ist ihnen eine dumpfe Masse von Menschen, denen man immer nur platt die Gleichheit und die soziale Gerechtigkeit verspricht, nicht im Grunde viel lieber als denkende Individuen, die einen kritischen Geist entwickeln? Vermutlich ist das so. Und damit kommen wir wieder zu Orwell und seiner Animal Farm: Wir sind alle gleich, doch manche sind gleicher. Und die sind immer die Schweine. 

 

 

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Im Absolutismus der Gleichheit

 

Eine kürzlich veröffentlichte Analyse des offiziellen Statistik-Instituts der EU (Eurostat) hat sich mit der Gleichstellung von Mann und Frau beschäftigt und, Oh weh, die Datensammler haben herausgefunden, dass diese Gleichstellung nicht wirklich existiert. Das hat natürlich sofort die in Medien und Politik breit vertretenen weiblichen und männlichen Feminismus-Anhänger auf den Plan gerufen: Da muss etwas geschehen! Die Politik muss eingreifen! So tönte es unisono durch den Medienwald.

 

Österreich, das Chauvi-Land?

Gerade Österreich hat nämlich in den Vergleichsdaten nicht besonders "gut" abgeschnitten - wobei "gut" hier eine Frage der Sichtweise ist. Ideologisch orthodoxe Gleichmacher hätten zweifellos am liebsten, dass Mann und Frau überall 50:50 vertreten sind, überall dasselbe machen, dasselbe können und überhaupt eiförmig gleich sind. Geht ja, möchte man meinen: Sogar im Kreissaal ist heute der Mann stets anwesend, auch wenn trotzdem noch immer die Frau die Kinder bekommt. 

 

Wo bitte ist die Wissenschaft?

Jeder darf seine Weltanschauung haben. Aber die gegenständliche Analyse wirft eine Reihe von spannenden Fragen auf. Zunächst diejenige nach der wissenschaftlichen Belastbarkeit der Daten. Im Eurostat-Bericht ist nirgends vermerkt, wie die gegenständlichen Zahlen erhoben wurden. Wer hat zum Beispiel wo, wann und wie gemessen, wie lange die österreichischen Männer beim Sport waren und die Frauen in der Küche? Laut Report sind 83% der Damen regelmäßig beim Kochen und Putzen, während dies nur 28% der Männer tun. Wie kam man auf diese Daten? Hat man die Leute nach ihrer Einschätzung befragt, waren beamtete EU-Vermessungsspezialisten vor Ort am Werk oder gar Online-Kameras in den Wohnungen installiert? Objektiv betrachtet ist so ein Report keine valide Statistik, sondern höchstens eine Umfrage. Und was man von Umfragen halten kann, wissen wir zur Genüge.

 

Es geht nur um Ideologie

Der Verdacht liegt nahe, dass mit diesem Report über "wissenschaftlich" verbrämte Botschaften ganz intensiv Gender- und Gleichstellungspolitik betrieben werden soll, um die absolutistischen Gleichheitsgelüste der einschlägig bekannten EU-Agitatoren zu befriedigen. Der Bericht eignet sich ganz hervorragend, in den üblichen Empörungs-Debatten die konservativen Denker und die eher traditionell orientierten Bürger ins reaktionäre Winkerl zu stellen und trotzig mit erhobenem Zeigefinger auf diese durch die bösen Chauvinisten verursachten Ungleichgewichte zwischen Mann und Frau zu verweisen.

 

Blöd nur, dass ausschließlich Zahlen erhoben wurden und keine Motivforschung stattfand. Nirgends steht, was die Frauen wirklich wollen. Und es ist auch nicht herauszufinden, wie die Motivlage der Männer aussieht. Und schon gar nirgends ist festgehalten, wie die Paare ihre Beziehungen leben wollen. Es ist bei diesem Bericht ähnlich wie mit der ständig kritisierten, weil überaus hohen Teilzeit-Beschäftigungsquote der Frau: Linke Politiker und -innen regen sich ohne Unterlass darüber auf, aber keiner befragt die betroffenen Frauen, wie sie ihr eigenes Leben gestalten möchten. Hauptsache, es gibt Einmischung, Empörung, Besserwisserei und Männer-Bashing seitens der Politik und der Mainstream-Medien. Wohin diese dümmlich-monomane Politik führt, haben gerade die österreichischen Grünen bitter erfahren müssen, als sie per Votum förmlich aus dem Parlament gejagt wurden.

 

Politik: Raus aus dem Privaten!

Aus objektiver und demokratiepolitischer Sicht ist klar zu sagen, dass sich die Politik aus den privaten Lebenswelten erwachsener Männer und Frauen tunlichst heraushalten sollen. Mündige Menschen brauchen keine von einem EU-Institut fabrizierten Strichmanderl-Analysen im Volksschul-Design, um ihr Leben eigenständig und gleichberechtigt zu gestalten. In funktionierenden Beziehungen können sich Erwachsene ganz gut selber ausmachen, ob und wann der Mann joggen geht und ob die Frau die Kinder niederlegt oder umgekehrt.

 

Es ist geradezu lachhaft und peinlich, wenn die betulichen Frauenschützer in allen Fraktionen den europäischen Männern ihre Rolle im Haushalt erklären wollen, während draussen in der Realität eine archaische orientalische Kultur rasend schnell heranwächst und bald ohnehin die gesamte Gleichmacherei per Demografie ad absurdum führen wird. Man sollte diese unsinnigen Post-68er-Kämpfe daher aufgeben und sich der Wirklichkeit widmen.

 

Mehr Mut, meine Damen!

Der Kulturkampf um die Standortbestimmung von Mann und Frau wird längst nicht mehr innerhalb der westlich-europäischen Zivilisation geführt, sondern an deren kulturellen Grenzen. Aber dort trauen sich die wackeren Feminismus-Fighter nicht hin, da könnte es nämlich wirklich gefährlich werden, wenn man Farbe bekennen und seine Positionen verteidigen will. Lieber erklärt man in belanglosen Talkshows und in noch belangloseren Zeitungskommentaren dem autochthonen Mann den Absolutismus der Gleichheit und blendet das Hässliche da draussen einfach aus.

 

 

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Auch Verfassungsrichter könnten irren

 

Der Europäische Menschenrechtsgerichtshof (EGMR) hat am 9. Juni 2016 endgültig eine Klage abgewiesen, in der zwei homosexuelle Franzosen die Ehe als diskriminierende Einrichtung bezeichnet haben, weil sie nur für die gesetzliche Verbindung von Mann und Frau vorgesehen ist. Die beiden wollten erreichen, dass die Ehe im Sinne der Gleichheit und der Menschenrechte für alle zugänglich sein sollte. (Casus: Chapin et Charpentier c. France, Urteil Nr 40183/07). Der EGMR sagte einstimmig Nein zu diesem Anliegen der Franzosen. Die Richter sahen keine Diskriminierung, denn die Ehe ist ihrem Grunde nach nur für Mann und Frau gedacht, so lautete die logische und auch für Nicht-Juristen leicht nachvollziehbare Begründung.

 

Und täglich grüßt die Homo-Lobby

Anders gesagt: Es gibt zu dieser schon oft und sehr häufig auch intellektuell unredlich diskutierten Angelegenheit namens "Ehe für alle" eine profunde Judikatur des hoch angesehen EGMR. Trotzdem fühlte sich in Österreich ein lesbisches Paar berufen, beim Verfassungsgerichtshof  eine Beschwerde wegen Diskriminierung einzureichen: Die beiden Damen leben in Eingetragener Partnerschaft und haben vor einiger Zeit in Wien die Zulassung zur Eheschließung beantragt. Dieser Antrag wurde vom Magistrat der Stadt Wien und in der Folge vom Verwaltungsgericht Wien mit dem Hinweis auf Paragraf 44 ABGB abgelehnt.

 

Der Marsch durch die Institutionen

Das Paar wandte sich daraufhin an das Höchstgericht, weil es in der Ablehnung nicht nur eine Diskriminierung für sich selber sieht, sondern auch für sein Kind, zumal dieses bislang als "unehelich" gelte und daher gesellschaftlich benachteiligt sei - so lautet die hanebüchene Begründung. Warum die beiden Damen das Kind für ihr Anliegen vorschieben, muss noch genauer beleuchtet werden: Wenn "uneheliche" Kinder wirklich benachteiligt sind, dann müssten ja logischerweise alle heterosexuellen Eltern unehelicher Kinder danach trachten, sofort die Ehe einzugehen, damit ihre Kinder eben nicht im Nachteil sind. Ob sich der VfGH mit diesem Aspekt auch beschäftigen wird? Zu Ende gedacht müsste das im Sinne des gefährdeten Kindeswohls ja zur Heiratspflicht für alle Eltern führen. Denn erst dann sind alle Kinder gleich - zumindest, wenn man der Logik der Lesbierinnen folgt. 

 

Man merkt die Absicht und ist verstimmt

Zurück zur "Ehe für alle". Nichts anderes als der Wunsch zur Etablierung derselben steckt hinter der Beschwerde des Wiener Paares. In Deutschland wurde die "Ehe für alle", die rational betrachtet nur eine verquere Paraphrase auf das einzigartige und wesenhaft nicht erweiterbare Institut "Ehe" darstellt, im Sommer politisch abgestimmt und die Mehrheit der Bundestagsabgeordneten war dafür. In Deutschland dürfen daher seit 1.10. Männer Männer und Frauen Frauen heiraten. Die Implikationen dieser im Freudentaumel der oktroyierten Gleichheit getroffenen Entscheidung sind noch gar nicht abzusehen. Die schlaue Kanzlerin Merkel, die selber die betreffende Abstimmung angezettelt hatte, stimmte übrigens dagegen. Und, notabene: Die Einführung der "Ehe für alle" war eine demokratische Entscheidung, da war kein Verfassungsrichter involviert.

 

Österreich sagte Nein

Im österreichischen Parlament wurde vor dem Sommer ein ähnlicher Antrag, der von den bei der letzten Nationalratswahl politisch verblichenen "Grünen" gemeinsam mit den NEOS eingebracht wurde, mit klarer Mehrheit abgelehnt. Sogar eine erkleckliche Anzahl von Sozialisten stimmte damals dagegen. Eine ganze Reihe von Abgeordneten hat sich also ihren gesunden Menschenverstand bewahrt. Offenbar wird daher nun von den üblichen Lobbyisten versucht, über die juridische Seite einen neuen Anlauf zu nehmen, um die linksideologisch ständig gepushte  "Ehe für alle" in die österreichische Gesellschaft einzuführen. Die Verfassungsrichter sollen jetzt schaffen, was die Ultra-Linken im Parlament nicht zusammengebracht haben.

 

Ist das noch Demokratie?

Da stellt sich nun doch eine essenzielle demokratiepolitische Frage: Warum wollen österreichische Homo-Aktivisten nicht nur den Spruch des EGMR (siehe oben) aushebeln und umgehen, sondern auch außerparlamentarisch über eine der höchsten juristischen Instanzen diverse weltanschauliche Inhalte in die Bevölkerung einschleusen? Das Anliegen kommt wie immer unter dem Deckmäntelchen der "Gleichheit" und der "Anti-Diskriminierung" daher, stellt letztlich aber doch nur einen Teil der kulturmarxistische Agenda dar. Sollen da über die Hintertür demokratische Entscheidungen des Parlaments umgangen werden?

 

Richter, lasst Euch nicht verführen!

Man kann nur hoffen, dass sich die Höchstrichter nicht vom süßen Gesang der ständig von gleichberechtigter Liebe, Akzeptanz und Gleichstellung säuselnder Lobbyisten einlullen lassen, einem Irrtum aufsitzen und auf einmal etwas gleichmachen wollen, was niemals gleich sein kann: Die Ehe ist ein unikales Institut und kann wegen ihres Wesens nur für die Verbindung von Mann und Frau gelten. Wenn die Spitzenjuristen objektiv und rational an die nämliche Beschwerde der beiden Wienerinnen herangehen, brauchen sie ja letztlich nur den Spruch der EGMR-Kollegen auf Österreich umlegen - und schon ist die Causa geschlossen und die Debatte beendet.

 

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Was darf Satire?

 

Der österreichische Wahlgewinner und Aussenminister Sebastian Kurz wurde vom deutschen Satire-Magazin Titanic als "Baby-Hitler, den man nun endlich töten darf", bezeichnet. Die Zeitschrift erkennt im Sieg von Kurz die Möglichkeit einer Art Zeitreise, mittels derer man Hitler als Kind (das nämlich er, Kurz, sei) umbringen könnte. Am Tag nach der Wahl  stellte Titanic eine entsprechende mit Fadenkreuz versehene Fotomontage online (siehe Bild oben).

 

Jenseits des Humors

Der Anstand und der Hausverstand sagt einem jeden halbwegs zivilisierten Menschen, dass hier eine Grenze überschritten wurde, die auch von der Satire als Gattung nicht verlassen werden darf. Der große deutsche Satiriker Kurt Tucholsky meinte zwar einmal, dass der Satire alles erlaubt ist, aber auch in seinem damaligen Artikel war keine Rede davon, dass Mordaufrufe in diesem "alles" enthalten sind. Das liegt vermutlich daran, weil Tucholsky in einer Zeit lebte, die von der beginnenden braunen Gewalt geprägt war. Heutige Titanic-Schreiberlinge wissen offenbar über die neuere deutsche Geschichte nicht wirklich Bescheid, sonst würden sie solche "Stories" und Bilder wie das von "Baby-Hitler Kurz" wohl nicht bringen.

 

Was ist Satire überhaupt genau?

Satire wird in der offiziellen Definition des Duden so erklärt: Sie ist eine "Kunstgattung, die Personen und Zustände durch Übertreibung, Spott und Ironie der Lächerlichkeit preisgibt und mit scharfem Witz geißelt". Von (wenn  auch noch so "witzig" gemeinten) Mordaufrufen und Tötungsempfehlungen steht dort genauso wenig wie bei Tucholsky.

 

Deutschlands "Satiriker" im Fettnapf

Im Jahre 2016 hatte Deutschland die letzte große Satire-Krise: Der Moderator Jan Böhmermann hatte in einer "Schmähkritik" den türkischen Staatschef Erdogan der Sodomie und verschiedener anderer ungustiöser Praktiken geziehen und wurde daraufhin von Erdogan geklagt. Die Klage und die Schmähschrift fanden damals großen Widerhall in allen Medien und landauf, landab wurde diskutiert, ob politische Satire Grenzen haben soll oder nicht. Gewaltaufrufe waren aber auch damals nicht das Thema. Und man mag den Beitrag von Böhmermann als entbehrlich oder köstlich empfingen, als derb oder gelungen, er bewegte sich immerhin im Rahmen der oben genannten Satire-Definition.

 

Eine neue "Qualität"

Der jetzige Titanic-Artikel über Sebastian Kurz hat aber eine ganz andere Qualität: Hier wurde die zur Satire gehörige Schmähung und der scharfe, unflätige Witz durch eine implizite körperliche Drohung ersetzt und trotzdem als eine "Satire" verkauft. Die deutschen Journalisten haben damit ihre geschützte Werkstätte verlassen und sich in juristisch gefährliche Gewässer manövriert. Die Behörden sind bereits an der Sache dran, das Magazin wurde bereits angezeigt. 

 

Schauen wir aber noch einmal zum Präzedenzfall  Böhmermann. Der bekannte deutsche Literaturwissenschaftler Stefan Neuhaus hat damals eine Analyse verfasst, worum es bei einer Satire grundsätzlich geht. Er schrieb 2016 in seinem Artikel: "Zum Übertreibungsgestus der Satire gehört bereits seit Kurt Tucholsky, dass sie, mit einem juristischen Begriff gesagt, Personen der Zeitgeschichte der Lächerlichkeit preisgibt, lustvoll und ohne Rücksicht auf Tabus.

 

Wichtig ist festzuhalten: Die Herabsetzung bezieht sich nicht auf die Person, sondern auf das, wofür sie steht. Die reale Person wird zur literarischen Figur, zur Repräsentantin des ‚Schlechten‘. Zugleich wird die Herabsetzung mindestens doppelt als Literatur, also als Kunst markiert, denn die Satire wird sichtbar durch den Tabubruch einerseits und die Komik, mit der dieser Tabubruch geschieht, andererseits.

 

Allerdings kann man Satire nur dann verstehen, wenn man in der Lage ist, die Rahmungen, die die Satire als Satire markieren, zu erkennen und die Komik des Tabubruchs wahrzunehmen.

Wer diese beiden basalen Zuordnungsvoraussetzungen nicht kennt, kann Satire nicht ‚lesen‘ und wird gegen sie opponieren – dies ist allerdings eine gewollte Provokation. Denn die Satire wird, insbesondere als politische Satire, immer auch getragen von der aufklärerischen und postaufklärerischen Absicht, zur Freiheit erziehen zu wollen."

Die inkriminierte Titanic-Story passt nicht in diese Rahmungen. Damit ist klar, dass die auf Sebastian Kurz gemünzte "Satire", in der er als ein zu tötender Baby-Hitler dargestellt wird, definitiv keine Satire ist, sondern - ja was eigentlich? Ein strafbares Delikt? Eine eindeutige Morddrohung? Oder ist die Geschichte einfach nur ein unsäglicher verbaler Mist, der dem sichtlich schwer erkrankten linken deutschen Humor entsprungen ist? Jedenfalls kann man für diesen weit jenseits der Peinlichkeit angehäuften journalistischen Dreck nicht einmal mehr Verachtung aufbringen. Und das will angesichts einer generell erbärmlich gewordenen Qualität der heutigen Satire wirklich etwas heissen. 

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Böse Zweiklassenmedizin?

 

Der Begriff "Zweiklassenmedizin" ist eine Ikone der Linken und stets geeignet, Ressentiments beim Bürger hervorzurufen und dieselben durch diverse Versprechungen auch zu befriedigen. Aber was ist das eigentlich genau, diese Zweiklassenmedizin? Die klassenkämpferischen Kritiker geben mit dem Begriff implizit zu verstehen, dass Privatversicherte und Privatzahler in der Medizin die besseren Leistungen bekämen und sich die schnelleren Termine erkaufen könnten.

 

Faktencheck

Wie sehen die Fakten aus: In Österreich haben bereits fast 2 Millionen Bürger eine Sonderklasse-Versicherung und der Trend zum Wahlarzt (als zur privat bezahlten Behandlung in der Ordination) ist ungebrochen. Auf diese Weise kommt zustande, dass die Privatversicherten und Wahlarztpatienten das öffentliche System nicht nur entlasten, sondern sogar querfinanzieren und doppelt unterstützen: Die Privatversicherten sind ja auch in ihrer jeweiligen Sozialversicherung Zwangsmitglieder und müssen dort ihre Beiträge zahlen. Sie nehmen aber keinen Kassenarzt, sondern einen Wahlarzt in Anspruch und zahlen die Leistungen privat, erhalten aber von ihrer Kasse nur 80% des Kassenhonorars zurück. Das heisst, sie ersparen der Kasse 20% des Honorars für den Vertragsarzt.

 

Vieles wird privat finanziert

Das führt neben anderen Effekten (wie Selbstbehalten und Rezeptgebühr) dazu, dass insgesamt 25% des gesamten österreichischen Gesundheitsbudgets durch private Aufwendungen finanziert werden. Ohne additive private Zuzahlungen der immer wieder scheel betrachteten sogenannten Besserverdiener würde das System also ein Viertel seiner Finanzkraft einbüßen und de facto unfinanzierbar werden.

 

Nachweisliche Tatsache ist jedenfalls, dass Privatzahler das solidarische Krankensystem durch ihre Beiträge zweifach absichern: "Besserverdiener" zahlen ohnehin bis zu zehnmal soviel Pflichtversicherungsbeiträge wie die Leute mit wenig Einkommen und sie leisten sich auch noch eine Privatversicherung, die zum Teil wiederum den Einkommensschwachen zugute kommt, weil ja eben die erwähnten Arztleistungen und öffentliche Krankenhäuser durch Privatversicherungen mitfinanziert werden.

 

Ein Dankeschön wäre fällig

Angesichts dieser Tatsachen sollten Privatpatienten von der Politik und von den Systemverantwortlichen hofiert und nicht immer unterschwellig als irgendwie unfair agierende Bürger dargestellt werden. Auch in den öffentlichen und gemeinnützigen Spitälern ist der Privatzahler-Effekt enorm. Die ehemalige Wiener Gesundheitsstadträtin Wehsely hat das schon vor Jahren erkannt. Sie wollte den Sonderklasse-Anteil in den Wiener Gemeindespitälern immer verdoppeln, das war ihr erklärtes Ziel. Als deklarierte Linke hat die sozialistische Stadträtin sofort erkannt, wo das Geld zu holen ist. Ausserdem gilt: Private gemeinnützige Spitäler (wie etwa die Ordenskrankenhäuser) könnten ohne Privatpatienten gar nicht überleben.

 

Die Klassenkämpfer in der Privatbehandlung

Seltsamerweise sind gerade jene, die sich am meisten über die sogenannte Zweiklassenmedizin echauffieren, sowieso fast immer Privatpatienten. Leuchtendes Beispiel der linken Doppelmoral war einst der ehemalige sozialistische Bundeskanzler Viktor Klima, der sich mit einer Lungenentzündung nicht in ein Wiener Gemeindespital, sondern in eine Privatklinik verfrachten ließ. Viel mehr muss man über die oft fragwürdige charakterliche Situation von Sozialisten gar nicht mehr wissen.

 

Mehrklassenmedizin

Signifikante Unterschiede in der Behandlungsbewilligung und in der Honorierung der medizinischen Leistungen finden wir bei den verschiedenen Pflichtversicherungen. Die Gebietskasse schafft für ihre Zwangsversicherten andere Voraussetzungen als etwa die Beamtenversicherung oder die Kasse der Selbstständigen. Die Honorare sind bei diesen sogenannten kleinen Kassen höher als bei der Gebietskasse, die Leistungspaletten ist bei den Kassen recht unterschiedlich und die Einschränkungen bei den Gebietskassen höher als bei den kleinen Kassen. Dieses Faktum ist selten in der öffentlichen Kritik, denn dann müsste sich die Klassenkämpfer ja selber bei der Nase nehmen.

 

Großrisiken sind abgedeckt

Tatsache ist aber auch, dass für jene Patienten, die sich keine Privatversicherung leisten können oder wollen, kein Grund zur Angst besteht: In Österreich erhält jeder Kranke noch immer das, was er braucht. Besonders bei schweren Erkrankungen funktioniert unser System sehr gut, hier fällt niemand durch den Rost und jeder bekommt im worst case die medizinische Versorgung, die notwendig ist. Es besteht also insgesamt absolut kein Anlass, die Privatmedizin schlecht zu reden und Ressentiments zu schüren.

 

 

 

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Die "Phobie" als neue Keule

 

Jahrelang hat man als Linker ausschließlich mit der Nazi- und der Rassisten-Keule um sich geschlagen, wenn einem eine Argumentation oder eine Aussage von Rechts nicht gepasst hat - auch wenn diese noch so richtig gewesen ist. Mit der Allzweck-Waffe haben die Linken wahllos versucht, alles Rechte niederzuprügeln und zum Schweigen zu bringen. Das ist nicht zuletzt deswegen sehr oft geglückt, weil es die Linken im Rahmen der 68er Revolution durch die Begriffswendungen und Ummünzungen der Frankfurter Schule erstaunlicherweise geschafft haben, den Nationalsozialismus als rechte Ideologie darzustellen - was er nicht ist, das besagt ja schon sein Name.

 

Die Keule nützt sich ab

In den letzten Jahren hat man im linken Spektrum bemerkt, dass die nämliche Keule schon ziemlich abgenützt ist und oft sogar nur noch lächerlich wirkt. Überdies dürften auch die fleißigsten Keulenschwinger langsam draufgekommen sein, dass man mit der Zuschreibung "Nazi" zunächst und vor allem nur mehr Tote meinen kann, weil es ja kaum noch lebende Menschen gibt, die wirklich der NSDAP angehörten. Und last not least bedeutet der inflationäre Gebrauch des Wortes "Nazi" auch eine Missachtung der Opfer der tödlichen braunen Ideologie. Diesen üblen Nebeneffekt der Keulendrescherei haben gar nicht wenige  endlich begriffen.

 

Aber was nun?

Das Erkennen dieser Tatsachen trieb die linken Agitatoren in den offensichtlichen Argumentationsnotstand. Wie rechtfertigt man jetzt den Wunsch nach der totalen Legalisierung der Abtreibung und wie die Ehe für alle?  Wie bewerkstelligt man die Etablierung des Genderismus und wie setzt man die manischen linken Gleichheitsfantasien um? Wie begründet und verteidigt man den Abbau von Grenzen, die Massenmigration sowie die diversen antinationalen Bemühungen, wenn man keine rationalen Argumente dafür hat? Wie verurteilt man patriotische Vorstellungen, wenn man die Rechten nur noch mit Bauchweh als "Nazis" bezeichnen kann?

 

Ganz einfach: Man konstruiert eine neue Keule und hält sich die alte in petto. Ein bisschen hindreschen geht ja mit dem Wort "Nazi!" immer noch, weil die Medien der linken Politik dabei fleißig helfen: Kein Tag vergeht ohne Medien-Beitrag über die Schandtaten im Dritten Reich und kein Tag ohne moralisierend-mahnendes Kommentar irgendeines Schreibtischtäters, der im Namen der Deutungshoheit und des Erinnerungs- und Schuldkultes daherkommt. 

 

Die Zuschreibung einer Phobie als Waffe

Aber die neue Keule der Linken  ist die "Phobie". Mit dem Begriff "Phobie" bezeichnet man in der Medizin grundsätzlich eine Angststörung. Die Diagnose wäre also eigentlich Ärzten vorbehalten, aber weil die Linken ja noch nie Grenzen und Respekt kannten, diagnostiziert man als linker Kurpfuscher und chronischer Kompetenz-Überschreiter die Phobie bei seinen Gegnern munter drauf los, wann immer es einem passt. Und das ist vor allem dann der Fall,  wenn die Debatte heikel, die linken Argumente schwach und die Aussagen der rechten Gegner kantig, rational und präzise werden.  Die Zuschreibung einer Phobie wird als Totschlagargument und Abwertung des Gegenübers benützt.

 

Die Dreifaltigkeit der Phobie

Wir kennen mittlerweile drei Gattungen  dieser Wunderwaffen: Die Xeno-, die Islamo- und die Homo-Phobie. Der Vorwurf der Xenophobie ist seit Jahren ein probates Mittel, um Kritiker der Immigration aus orientalischen und afrikanischen Ländern als Angsthasen hinzustellen. Sobald diese Phobie einmal als Vorwurf ausgesprochen wird, lehnt sich der Linke selbstgerecht zurück und belächelt seinen Kontrahenten. Man versucht über das Anbringen einer letztlich psychiatrischen Diagnose, sich selbst zu überhöhen und das Gegenüber abzuwerten. Eine sachliche Debatte ist damit nicht mehr aufrecht zu erhalten.

 

Ähnlich ist es mit der Islamophobie. Wer den politischen Islam und den Islamismus kritisch betrachtet, wird von seinen westlichen Apologeten ebenfalls sofort bezichtigt, unter einer Angststörung zu leiden und daher irrationale Sichtweisen zu besitzen. Diese Verächtlichmachung der Kritiker soll dazu führen, die linken Unterstützer des Kulturimports als liberale, tolerante und moderne Menschen erscheinen zu lassen und die anderen als verklemmte Kleinbürger, deren Ressentiments aus Ängsten entstehen. 

 

Und schließlich gibt es noch die Homophobie. Sie ist schon als Begriff ein Unsinn, denn in der wörtlichen Übersetzung heisst Homophobie "Männerangst". Trotzdem wird das Wort fleißig als Keule eingesetzt. Wer heute die Homosexualität nicht als eigentlich bewundernswerte und fast schon hippe Form der Sexualität empfinden mag, leidet aus Sicht der Linken unter einer dumpfen Angst vor ihr - und ist nach deren Meinung in Wirklichkeit selber ein verkappter Schwuler. Und wer die "Ehe für alle" mit logischen und nicht überwindbaren Begründungen prinzipiell ablehnt, fällt natürlich ebenfalls in diese Kategorie.

 

Alles psychiatrische Fälle?

Man sagt nach dem Gebrauch dieser Keulen dann noch gern "rechte Spinner" zu den Konservativen und Patrioten. Damit schließt sich der Kreis aus psychiatrischen Diagnosen, die man als Linker seinen vernünftigen und am Ende deswegen auch überlegenen rechten Gegnern anhängt. Die Keule hilft ja nur, um kurzfristig aus dem quälenden Notstand der rationalen Argumentelosigkeit herauszukommen, der im linken Lager herrscht.

 

Die Linken wissen natürlich um ihr nahendes Ende, deswegen ist linke "Politik" in den letzten Jahren einerseits so predigerhaft und übertrieben "humanistisch" und andererseits so aggressiv und skrupellos geworden. Vor dem Exitus herrscht die Agonie, also der Todeskampf. Und da schlagen viele noch wild um sich, bevor sie sich endlich in ihr Schicksal fügen.

 

 

 

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Wähle weise!

 

Auch wenn es im Wahlkampf nicht so aussieht: Bei den Nationalratswahlen wird der Nationalrat gewählt und nicht die einzelnen Spitzenkandidaten der Parteien. Am kommenden Sonntag geht es darum, wie das Parlament als gesetzgebende Körperschaft für die nächsten 5 Jahre zusammengesetzt sein wird und welche Mehrheiten möglich sein werden. Diese Mehrheiten bestimmen dann die nationale und internationale Politik Österreichs.

 

Das Wesentliche bei einer Nationalratswahl ist also die Frage, welche Partei bzw. wahlwerbende Liste die Interessen der Nation nach innen und nach aussen am besten vertreten kann. Und die Nation, das ist nicht (nur) ein Gebilde auf der Landkarte und ein Begriff aus der Staatslehre, sondern das sind zunächst und vor allem wir Österreicher.

 

Die Entscheidung, wo man sein Kreuzerl macht, muss also letztlich von nationalen Bestandsinteressen geprägt sein, sonst könnte man sich die National(!)-ratswahlen ja ersparen und jeweils Abstimmungen über die einzelnen, die Bürger betreffenden Themengebiete abhalten. Sehen wir uns an, welche der antretenden Listen und Parteien für Österreich als Nation die besten Positionen vertritt.

 

Die SPÖ

Zur Sozialdemokratie in Österreich fällte einem eigentlich nichts mehr ein. Sie hat sich erledigt. Ob es die SPÖ eines Tages schaffen kann, aus ihrer Versumpfung wieder herauszukommen, weiss niemand. Eine Stimme für die Roten ist bei dieser Wahl jedenfalls eine verlorene Stimme, weil die SPÖ, so wie sie aktuell beisammen ist, Österreich als Nation nicht nützen kann.

 

Die ÖVP

Die Schwarzen haben einen neuen Messias, der die auseinanderstrebenden Kräfte in der Volkspartei überdeckt wie eine Sichtschutzfolie: Die Bünde halten still, weil Kurzens Popularität es will. Aber nach der Wahl wird es unweigerlich zu einer weiteren Verstärkung der zentrifugalen Dynamik kommen. Echte Konservative und Wirtschaftsliberale sehen zudem ihre Heimat vielfach nicht mehr in der ÖVP, weil die alten Grundsätze dort zu einem Gutteil erodiert sind. Hinzu kommt noch, dass trotz mehrfacher EU-kritischer und patriotischer Bekenntnisse in der ÖVP eine viel zu sehr nach Brüssel orientierte Grundhaltung dominiert, die Österreich als Nation nicht stärkt. Zur Migrationsfrage nimmt man bei den Schwarzen nach einer langen Phase der Schockstarre und hilflosen Mittäterschaft nun eine kritische und aktive Position ein, die aber erst recht beweist, was in und von der ÖVP alles versäumt wurde.

 

Die FPÖ

Die Freiheitlichen haben zur drängendsten Problematik der letzten Jahrzehnte die klarste und glaubwürdigste Haltung: Die Massenimmigration und der drohende Kulturwandel sowie sämtliche durch die Völkerwanderung bedingten Probleme wurden schon in den früheren Jahren, aber besonders seit dem Ausbruch der Migrationskrise 2015 von den Blauen eindeutig diagnostiziert und kritisiert. Die chronischen Anfeindungen von links bestätigen das nur. Sosehr alle anderen Parteien im Wahlkampf nun den Heimat-Begriff für sich reklamieren (sogar der altmarxistisch-grüne Bundespräsident entdeckte ihn in seiner Wahlwerbung, wir erinnern uns), so sehr also dieser notwendige, konservative und traditionelle Begriff auch zitiert wird, so bleibt er doch am authentischsten, wenn Vertreter der FPÖ über Heimat und Nation referieren. 

 

Die NEOS

Dem Neos-Chef Matthias Strolz kann man eine gewisse Überzeugungskraft nicht absprechen. Er erinnert mit seinen hochenergischen Auftritten zwar manchmal an die legendären und unermüdlichen Gurkenhobel-Verkäufer vor dem ebenso legendären Kaufhaus Herzmansky auf der Wiener Mariahilferstraße, aber Strolz wirkt stets authentisch und echt. Sein Programm hingegen, das überzeugt uns in der Frage der Nation gar nicht. Man findet zwar einige richtige wirtschaftsliberale Ansagen im Neos-Konzept, aber es ist kaum an Österreich, dafür fast ausschließlich an der EU orientiert. Die Neos-Gefolgsleute träumen explizit von einer "Republik Europa". Dass dieses Bekenntnis die Selbstaufgabe unserer Nation bedeutet, ist klar. Also heisst der logische Schluss: Diese Partie ist nicht wählbar bei einer National(!)-Ratswahl.

 

Die Grünen

Das grüne Wahl-Potpourri strotzt vor gleichheitsfanatischer und geradezu trotzkistischer Programmatik, weil es gegen die nationalen Grenzen gerichtet ist und die Zuwanderung nicht ausreichend kritisch betrachtet wird. Im grünen Mittelpunkt steht das Bekenntnis zur "Ehe für alle" und es regieren natürlich diverse Gender-Fantasien. Der von der Großen Vorsitzenden Ulrike Lunacek mehrfach geäußerte Wunsch nach einem "Staat Europa", in dem alle Menschen in Gleichheit und in einer durch die bösen wirtschaftlichen Leistungsträger finanzierten sozialen Unterstützung leben sollen, beweist zur Genüge, dass Grünwählen bei einer National(!)-Ratswahl keine Option ist.

 

Liste Pilz

Nach anfänglich durchaus überzeugenden, weil das Rechts-Links-Schema verlassenden Ansagen des selbsternannten Chef-Aufdeckers der Nation geriet die Liste des Peter Pilz nun doch zu einer Protestgruppe alternder Linker. Als Aufputz nahm sich der von der grünen Ex-Kollegin Alev Korun implizit als Uga-Uga-Mann bezeichnete Abgeordnete zwar junge Männer und Frauen dazu, aber man wird den Eindruck nicht los, dass es der Liste Peter Pilz im Grunde vor allem um eines geht: Um Peter Pilz. Und dieses Ziel nützt der Nation insgesamt recht wenig. Da hilft auch sein soeben publiziertes Buch "Heimat Österreich" nichts. Sein historisches Verdienst könnte es aber sein, dass er die Grünen aus wahlarithmetischen Gründen aus dem Nationalrat wirft.

 

FLÖ

Die Freie Liste Österreich ist jene des Salzburger Ex-FPÖ-Mitglieds Karl Schnell. Auf dieser Liste finden sich etliche persönlich glaubwürdige und patriotisch denkende Kandidaten. Allerdings konzentriert sich die Bekanntheit der Liste vorwiegend auf Salzburg und nach allen bisherigen Prognosen ist ein Einzug in den Nationalrat eher unwahrscheinlich. Die FLÖ wird daher kaum etwas für die Nation tun können.

 

Düringers Liste Gilt

Die Liste des Kabarettisten Roland Düringer stellt keine großen Ansprüche und hat kein echtes Programm. Sie ist in erster Linie als Proteststimmensammlung zu verstehen. Es bringt für die Nation Österreich nichts, ein Kreuzerl bei "Gilt" zu machen.

 

Andere

Neben den hier besprochenen Gruppierungen gibt es noch eine Reihe anderer Wahlwerber wie etwa die "Weißen" oder die Christenpartei, die zweifellos glaubwürdige Anliegen vertreten. Mangels Reichweite und wegen der deswegen kaum zu schaffenden 4%-Hürde für den Einzug in den Nationalrat ist deren Einflussmöglichkeit auf die nationale Politik aber derzeit nicht gegeben.

 

Resümmee

Bei nationalen Wahlen müssen die Identität, die Sicherheit und überhaupt die langfristige Lebensfähigkeit der Nation im Fokus stehen. Das ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit und doch wird diese triviale Wahrheit so oft missachtet. Die rein konzernorientierten Globalisten und die International-Sozialisten wollen uns immer weismachen, dass "mehr Europa" die Lösung aller nationalen Fragen und Probleme wäre. More of the same war aber noch nie ein probates Mittel, um krisenhafte Situationen zu bewältigen.

 

Die Krise Europas kann nur gelöst werden, wenn die einzelnen Nationen in ihrem Stellenwert gestärkt werden. Wenn die EU überleben will, muss sie eine Vereinigung von starken und eigenständigen Vaterländern sein und kein Superstaat mit Vasallen-Gebieten anstelle von Nationen. Wir brauchen daher eine Politik, die unsere nationale Souveränität ausbaut und wir brauchen wieder Grenzen, die diesen Namen auch verdienen. Es ist zu hoffen, dass sich das Wählerverhalten an diesen Prämissen orientiert.

 

 

 

 

 

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Im Zentrum des Drecks

 

"Dieses ständige betuliche Disputieren über dirty campaigning/Silberstein ist Ablenkung von den vitalen politischen Themen", schrieb der österreichische Kabarettist Joesi Prokopetz dieser Tage auf Twitter und meinte es nicht kabarettistisch, sondern ernst. Ich gab ihm zunächst recht. Aber die mittlerweile wohl jedem Österreicher bekannte und überaus schmutzige Kampagnen-Geschichte der SPÖ (und vermutlich anderer Beteiligter) ist keine, die nur die politische Oberfläche verdreckt und verdeckt. Sie hat nämlich einen Tiefgang, der eine weitergehende Befundung verlangt.

 

Die Causa weist über sich hinaus

Diese Geschichte ist viel, viel mehr als nur ein Dirty Campaigning: Sie ist die Essenz dessen, wofür die österreichische Politik heute steht und wer und was sie bestimmt. Daher ist die Causa ein vitales politisches Thema unseres Staates und wir müssen uns diesem Thema in der Meta-Ebene ganz intensiv widmen. Wenn wir die pathophysiologischen Mechanismen der zum Kreaturentheater verkommenen Politik nicht kennen, dann können wir diese hässliche Farce auch nicht beenden. Und das wollen wir doch, oder? Wir wollen eine saubere, verlässliche, ehrliche und authentische Politik, die demokratische Standfestigkeit besitzt und die den Bürger bestmöglich vertritt.

 

Silberstein ist nur ein Symptom

Der Herr Silberstein ist nur ein Geschäftemacher mit zweifelhaftem Charakter, vielleicht sogar in manchen Belangen kriminell. Aber seine Geschäfte konnte er nur machen, wenn er jemanden fand, der sie ihm abkaufte oder sie mit ihm durchführte. Und diese Geschäftspartner hat er in der österreichischen Polit-Suhle gefunden. Nicht nur bei der inhaltlich und strukturell völlig abgehalfterten SPÖ, nein, auch bei den selbsternannten Saubermännern und -Frauen der NEOS war er tätig und es gibt Hinweise auf Verbindungen zum Neu-ÖVPler und Ex-Grünen Efgani Dönmez.

 

Möglicherweise hat Silberstein auch noch viele andere politisch Aktive kontaktiert und "beraten". Seine Agentur hat seit Jahren überall ihre Netze ausgelegt, um dummdreiste, ehrgeizige oder verzweifelte Polit-Kunden zu fangen, die in ihrer unstillbaren Gier nach Macht und Polit-Jobs so dämlich waren, mit Leuten wie ihm in Geschäftsverbindungen zu treten. Vermutlich wird da noch einiges an die Oberfläche kommen.

 

Es geht zu den Wurzeln

Und genau deswegen ist das Thema politisch so vital: Es gibt verantwortliche Leute in allen Parteien, die nichts dabei finden, sich der Methode "Silberstein" zu bedienen. Natürlich ist es nicht neu, dass Politik in vielen Bereichen ein sehr dreckiges Geschäft und bis in die Wurzeln verrottet sein kann. Doch heute hat diese Verkommenheit eine neue Qualität erreicht: Hat man früher ranghohe politische Gegner etwa mit dem Wissen um deren amouröse Abenteuer ein bisserl erpresst oder Insiderwissen über deren allzu günstige Immobilien in der Hand gehabt, so versucht man heute lieber nur mehr den Rufmord. Das ist effizienter und geht schneller, man hat die neuen Medien dazu als bestgeeignete Waffen und man hat Profis, die den Mordauftrag im Rahmen einer Berater-Tätigkeit erledigen. Und weil bestellter Rufmord ein hässliches Geschäft ist, wird er natürlich gut bezahlt.

 

Ausserdem wirkt Anpatze immer: Aliquid semper haeret, das wusste man schon im alten Rom. Was soviel heisst wie "Irgendwas bleibt immer picken". Klagen und Richtigstellungen, ja sogar Verurteilungen der Rufmörder haben höchstens schadenbegrenzende Wirkung. Politischer Dreck hat auch ohne jede Wahrheit die größte Klebekraft und nistet sich in der Erinnerung der Bürger ein.

 

Den Auftrag gibt der Volksvertreter

Nun sind aber die Auftraggeber der Reputations-Killer auch die gewählten Volksvertreter oder zumindest stammen sie aus deren Umfeld. Da macht sich dann plötzlich ein ganz spezieller Hautgout breit: Gewählte Volksvertreter engagieren einen Profi-Rufmörder, um einen anderen gewählten oder noch zu wählenden Volksvertreter medienwirksam auszuschalten. Man erschiesst also seine Gegner heute nicht mehr, sondern man mordet nur mehr ihren Ruf. So geht Politik vulgo Wahlkampf im Jahre 2017. 

 

Es wäre redundant, hier all die Fakten und Verdachtsmomente anzuführen, die in der Causa Silberstein den politischen Raum füllen, das kann man alles in jeder Zeitung nachlesen. Wichtig ist, nicht aus den Augen zu verlieren, dass mit teils hohen politischen Ämtern betraute Leute versucht haben, sich auf unlauteren Wegen Vorteile zu verschaffen und dafür Summen in einer Höhe bezahlt wurden, von denen der Bürger und Steuerzahler, der ohnehin diese Amtsträger schon finanziert, nur träumen kann. Natürlich gilt auch hier immer die Unschuldsvermutung, die stets eine Unmutsverschuldung ist. Und natürlich haben die obersten Verantwortlichen wie immer in solchen Fällen von nichts gewusst.

 

Die treibenden Kräfte sind bösartig

Die Muster sind aber eindeutig und klar: Wir haben es mit eiskalter Skrupellosigkeit zu tun, mit stupender Chuzpe und mit kaltblütiger Machtspielerei. Auch die Dummheit ist immer mit dabei. Und selbstverständlich die Gier. Der Finanzier und Dulder dieser üblen Kräfte ist wie gesagt das Volk, das diese von den erwähnten negativen Eigenschaften besessenen Typen demnächst auch noch wählen soll.

 

Dank des Auffliegens der Causa Silberstein wird eine Verderbtheit und Verkommenheit sichtbar, die an das Ende des Römischen Reichs erinnert: Dekadenz, Selbstsucht, Ignoranz, Degeneration und die Überwindung jeglichen Anstandes bei gleichzeitigem und völligem Mangel an Einsicht in die Schwere der eigenen politischen Untaten. 

 

Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen

Und das ist der Punkt, warum der Kabarettist Joesi Prokopetz nicht recht hat: Die Causa Silberstein und die Beschäftigung mit ihr ist keine Ablenkung von den vitalen Problemen, sondern sie ist der Wald, den wir vor lauter Bäumen nicht mehr sehen: Das wirkliche Problem ist das herrschende maligne Prinzip, das einen Herrn Silberstein erst ermöglicht hat.

 

Die bangen Fragen vor der bevorstehenden Nationalratswahl lauten nun: Wie sollen die zur Wahl stehenden Leute, die im Zentrum des Drecks das Sagen haben und das maligne Prinzip leben, jemals das Vertrauen der Wähler (zurück-)gewinnen? Glaubt ihnen noch irgendein Bürger irgendein Statement? Oder haben die Wähler eh schon immer gewusst, welche üblen Kräfte in der Politik wirken und geben den Politikern deswegen immer so schlechte Noten, was Ansehen und Reputation betrifft?

 

Der zerrüttete Staat

Wie soll eine Nation in der Europa- und Migrationskrise, welche zweifellos die größte Herausforderung seit 1945 darstellt, endlich wieder ihre Souveränität, ihre Rechtsstaatlichkeit und ihren Anstand zurückgewinnen, wenn die derzeit führenden Politiker nichts dabei finden, gedungene Rufmörder als Wahlhelfer einzusetzen - statt klare politische Vorhaben und den Willen zur Umsetzung zu präsentieren? Was ist diesen Leuten, denen die Macht ja nur verliehen wird und die sie trotzdem als ihr persönliches Recht betrachten und missbrauchen, unser Land, unser Staat und unser Volk überhaupt wert? Und was ist den Herrschaften, die da eine neue und perfide Form der Ochlokratie eingeführt haben, noch alles zuzutrauen? 

 

 

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Vom Ende der Hilfe

 

Die Geschichte vom Barmherzigen Samariter kennt fast  jeder. Sie wird gerne als das Gleichnis schlechthin benützt, um begreiflich zu machen, was gelebte Nächstenliebe bedeutet. Gerade in unseren Zeiten der ungebremsten Massenmigration hat diese biblische Legende wieder stark an Bedeutung gewonnen, auch und gerade weil sie von christlichen und weltlichen Hilfsorganisationen sehr gerne als Vehikel verwendet wird, um eigene Anliegen und Interessen zu transportieren.

 

Ein Gutmensch ist kein Samariter

Wer ein echter Samariter ist, der macht sich mit seinen Hilfeleistungen und oft schon allein mit dem authentischen Willen zur Hilfe zunächst einmal unangreifbar, weil er etwas Gutes tut oder tun will. Wer allerdings ein falscher Samariter ist und sich selber für seine Hilfe mehr lobt als er wahre Hilfe leistet, zieht sich bald den Zorn der anderen zu. Die meisten Leute haben nämlich ein feines Gespür für die richtigen Helfer und die richtige Hilfe. Die falschen Samariter nennt man deswegen seit längerem "die Gutmenschen" - das sind eben diejenigen, denen man ihre Hilfsbereitschaft nicht wirklich abnimmt, weil sie dieselbe im Tugendstolz vor sich hertragen, um für sich einen guten Leumund zu erzeugen.

 

Die Begrenztheit der Welt

Doch zurück zum Hilfe-Begriff an sich. In der Debatte um die Massenmigration und die diversen Fluchtbewegungen wird stets die europäische Verantwortung und die umfassende Pflicht zur Hilfeleistung ins Treffen geführt, auch wenn mittlerweile jedem Samariter klar ist, dass in der gesamten Migrationspolitik ziemlich viel ziemlich schief läuft. Doch eine große Zahl der Verantwortungsträger schummelt sich weiter um den Kern des Problems herum - und der heisst schlicht und einfach Begrenztheit.

 

Grenzen: Ein unumstößliches Faktum

Alles im Leben ist begrenzt: Das Leben selbst, seine gesamten Ressourcen und natürlich auch die Mitteln und Möglichkeiten zur Hilfe. Ebenso ist jeder Lebensraum begrenzt, jede Nation ist es, jedes Sozialsystem ist es und überhaupt jedes Ding an sich. In den meisten Diskussionen um die Massenmigration und deren destruktive Konsequenzen werden aber stets nur die Menschenrechte beschworen und die Hilfspflichten zitiert. Und natürlich wird immer die Humanität als oberstes Handlungsprinzip absolut gesetzt. Christliche NGOs wie die Caritas oder die Diakonie toppen diese Beschwörungen noch mit dem Verweis auf die allumfassende Nächstenliebe.

 

Das ist aber weder zu Ende gedacht noch ist es ehrlich. Selbst wenn wir davon ausgehen, dass nur die Hälfte aller Migranten wirkliche Hilfsbedürftigkeit vorweisen kann und die andern ohnehin sukzessive ausgesiebt und irgendwann abgeschoben werden, bleiben noch immer Millionen von einwandernden Menschen über, die in irgendeiner Weise eine Art Hilfe benötigen.

 

Die Systeme kollabieren

Das kann kein Hilfesystem der Welt auf Dauer verkraften, ohne selber zum Hilflosen zu werden. Hilfe ohne Grenzen ist demzufolge ein schönes Schlagwort, aber es ist einfach nicht wahr und nicht machbar. Überdies kosten auch die Hunderttausenden in Europa abgelehnten, aber bereits anwesenden Einwanderer schon enorme Ressourcen, die letztlich den anderen weggenommen werden müssen - weil alle Ressourcen eben begrenzt sind.

 

Wie macht man es in der Medizin?

Die einzige, grundsätzlich an Ethik und Wissenschaft orientierte Form der Hilfe, nämlich die Medizin, ist da viel ehrlicher und in ihrer Effektivität viel erfolgreicher. Um bei Großunfällen, opferreichen Anschlägen oder Seuchenausbrüchen eine faire Zuteilung von medizinischer Hilfe zu gewährleisten, wurde die Triage entwickelt. Ursprünglich entstand die Triage in Kriegslazaretten: Dort musste nach jeder Schlacht eine große Anzahl von Verwundeten akut versorgt werden. Aufgrund der begrenzten Ressourcen und der Notfallsituation mussten die Ärzte die Verwundeten so schnell wie möglich sichten, untersuchen und rasch Entscheidungen treffen, wer welche Hilfe bekommen sollte.

 

Triage bedeutet, dass derjenige zuerst versorgt wird, der Hilfe offensichtlich am dringendsten benötigt. In der Medizin wurden dafür bestimmte und mittlerweile international gültige Kriterien erstellt. Diese Kriterien schließen aber mit ein, dass manchen auch die Hilfe verwehrt wird, ja sogar verwehrt werden muss - entweder weil der betreffende Patient keine oder nur geringe Hilfe benötigt oder weil er ohnehin todgeweiht ist und ihm im wahrsten Sinne leider nicht mehr zu helfen ist.

 

Triage ist der einzig richtige Weg

Obwohl die Fakten und Bedingungen der Triage beim ersten Lesen fast unmenschlich klingen, ist sie bei ausgedehnten Notfällen doch die einzig richtige und deswegen von allen Ärzten kompromisslos anerkannte Handlungsweise. Jede andere Methode würde zahlreiche Menschenleben kosten, weil ein "Alles für Alle" definitiv unmöglich ist. Wir müssen uns ganz einfach bewusst sein: Es gibt immer auch ein Ende der Hilfe. Die Triage in abgemilderter Form wird übrigens in vielen Gesundheitssystemen der Welt in den Spitalsambulanzen eingesetzt, um die Patientenströme besser steuern zu können. Auch dort ist es möglich, dass Patienten wegen der Ressourcenbegrenzung oder wegen der Ungefährlichkeit ihrer Probleme keine Behandlung bekommen und weggeschickt werden.

 

Im Geiste der Ethik

Aus dieser bewährten medizinischen Sichtweise der Triage heraus kann man ethisch fundierte Handlungsanleitungen für die Migrationskrise gewinnen: Wir dürfen nicht nur "Nein!" sagen, wir müssen es sogar, weil es nicht nur um die Hilfsbedürftigen geht, sondern um die Belastbarkeit und die Funktionstüchtigkeit der Sozialsysteme Europas. Von der kulturellen Problematik ganz zu schweigen. Es darf keine unkontrollierte Migration ohne Grenzen geben, das zerstört am Ende alles. Die Hilfsstrukturen wurden nur für jene geschaffen, die wirklich Hilfe brauchen und sie sind limitiert.

 

Die Pflicht zum Nein-Sagen

Die Helfenden und Hilfswilligen haben daher nicht nur das Recht, sondern sogar die Pflicht zu einer Art von Triage - und zwar nicht erst in Italien oder Mitteleuropa über bürokratische Asylansuchen und aufwendige Verfahren, sondern schon in den Herkunftsländern. So wie Ärzte bei einem Großunfall kühlen Kopf bewahren und gemäß den Leitlinien ad hoc klare Entscheidungen treffen müssen, so müssen die Verantwortlichen alles daran setzen, die Migrationsströme schon in ihrer Entstehung zu stoppen, wenn die Ressourcen am Ende und die Belastbarkeit der Ziel-Nationen ausgereizt sind.  Und zumindest Letzteres ist längst der Fall.

 

 

 

 

 

 

 

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Kinderlos und neunmalklug

 

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat am Rande des G20-Gipfels gemeint, die Frauen in Afrika bekämen zu viele Kinder und das sei ein zivilisatorisches Problem des Kontinents. Ein Marshallplan oder ähnliches würde deswegen in Afrika gar nicht funktionieren.

 

Freilich gibt es Probleme

Die Demografie Afrikas erzeugt tatsächlich Probleme, weil dort sehr viele Junge recht wenigen Alten gegenüberstehen und die Wirtschaftskraft der meisten Länder eher schwach bis sehr schwach ist. Der "Youth Bulge" - also die Masse der Jungen - schafft dort insofern eine Notlage, als längst nicht jeder Junge Arbeit findet und daher viele an Migration denken. Was Afrika allerdings nicht braucht, sind Ratschläge eines selbst kinderlosen Präsidenten, der anderen Leuten in anderen Ländern offenbar vorschrieben will, ob sie keines, 2 oder 7 Kinder bekommen dürfen.

 

Übrigens: Viele afrikanische Staaten wie z.B. Äthiopien möchten ihren Status aus eigener Kraft verbessern. Sie wollen keine Zurufe aus Europa und keine "gut gemeinten" Ratschläge. Und sie wollen auch nicht, dass ihre Jungen scharenweise emigrieren. Diese Länder sollte man strukturell unterstützen statt über ihren Kinderreichtum zu philosophieren und zu urteilen.

 

Europa stirbt aus

Souveräner wäre es daher, der Franzose würde sich um die traurige Geburtenrate des autochthonen Europas Sorgen machen statt anderen, kinderreichen Kontinenten neunmalkluge Empfehlungen zu geben. Europa stirbt nämlich aus - auch Frankreichs angestammte Bevölkerung. Die einzigen, die dort kräftig für Nachwuchs sorgen, sind die Immigranten: In Paris und Umgebung sind 75% der Neugeborenen die Kinder von Afrikanern und Orientalen oder zumindest ein Elternteil ist Afrikaner oder Orientale. Der Herr Präsident muss also gar nicht in die Ferne schweifen, er darf gern in seinem Land nachsehen und darüber nachdenken, wie er die internen Herausforderungen löst.

 

Der Migrationsdruck ist hoch

Viele Kommentatoren fassten die Äußerung Macrons  aber als richtig auf und betonten die Sorgen, welche durch den Migrationsdruck in Afrika entstünden. Ja, das ist korrekt, denn nach seriösen Schätzungen möchten etwa 70 - 100 Millionen Afrikaner nach Europa emigrieren. Das ist zweifellos eine massive Bedrohung unserer sozialen Systeme. Eines haben die Besorgten aber vergessen: Die 100 Millionen sind schon längst geboren und am Leben, viele von ihnen sind auch schon am Weg.

 

Durch Geburtenrate "Null" wäre nichts gewonnen

Auch wenn die Geburtenraten jetzt auf null gestellt würde, kommen daher trotzdem Abermillionen Leute nach Europa, weil die schon lang diskutierten Probleme wie die offene Mittelmeerroute und der "NGO-Wahnsinn" (zit. Minister Kurz) noch nicht gelöst wurden. Über Geburtenraten in Afrika zu fabulieren ist Schritt zwei, der erste Schritt muss die Schließung aller Zugangsrouten nach Europa sein.

 

Du sollst nicht urteilen

Herr Macron sollte sich also samt seiner Marine (nein, nicht Marine Le Pen, sondern die auf dem Meer ist gemeint) und samt den anderen kinderlosen Staatenlenkern Europas um die aktuellen Herausforderungen kümmern statt neunmalklug über die familiären Verhältnisse in anderen Ländern zu urteilen und unverhohlen einer Bevölkerungsreduktion das Wort zu reden.  Er läuft sonst nämlich Gefahr, einem Nietzsche-Zitat gerecht zu werden. Der Philosoph sagte einmal: "Es gibt nichts Lächerlicheres als einen Politiker ohne Kinder." Dem ist nichts hinzu zu fügen.

 

 

 

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Wo sind die Konservativen?

 

Europa, wir haben ein Problem: Wo sind deine Konservativen?  Die Grundtendenzen des europäischen Denkens weisen immer mehr nach links und der Konservatismus in den ehemals bürgerlichen Parteien ist nur noch rudimentär vorhanden. Längst sind viele echte Konservative von ihren Stammparteien abgefallen, haben sich von der Politik abgewandt oder finden sich in den sogenannten rechtspopulistischen Gruppierungen wieder, die heute wesentlich klarere konservative Positionen vertreten als die traditionellen und alt gewordenen Parteien rechts der Mitte.

 

Weg mit den Nationen?

Die Diktion des offiziellen Europas ist eine, die von anti-nationalen, familien- und leistungsfeindlichen, kollektivistischen und zentralistischen Phantasien geprägt ist. In der Philosophie der Brüsseler Politik ist die Grenze der Staaten und die Identität der Nationen etwas, das eines Tages überwunden werden muss. Geht man diesem speziellen supranationalen Denken auf den Grund, gelangt man rasch in ein trotzkistisch beeinflusstes Weltbild und erkennt Ideen, die aus der Sozialistischen Internationale stammen. Konservative Positionen muss man darin naturgemäß mit der Lupe suchen.

 

Die Rechten werden Links

Paradoxerweise haben die konservativen Parteien im Europa-Parlament derzeit die Mehrheit - das hat aber nicht verhindert, dass die genannte weltanschauliche Transformation nach links weiterhin ungebremst stattfindet. Im Gegenteil: Die ehemaligen Konservativen wollen heute die besseren Linken sein. Darin liegt eine Riesengefahr: Die EU darf nicht in eine „Union der sozialistischen europäischen Republiken“ übergeführt werden, denn das würde Europa letztlich zerstören, weil es seine wesenhaften Komponenten, nämlich die Nationen und deren Keimzellen namens Familien, am Ende völlig auflöst.

 

Pseudo-Modernismus

Grundlegend ähnlich ist es mit der individuellen konservativen Haltung. Viele der einstigen Bürgerlichen ergehen sich heute in einem kritiklosen pro-europäischen und pseudomodernen Verhalten, sprechen phrasenhaft von Weltoffenheit und offener Gesellschaft und wissen letztlich gar nicht, wovon sie da überhaupt fabulieren und was sie mit ihren modernistischen Stellungnahmen anrichten. 

 

Die falsche Richtung

Eine klare, fördernde und eindeutige Haltung zur Nation, zur Familie, zum Wirtschaftsliberalismus und zur je eigenen Kultur lassen die „Konservativen 2.0“ gar nicht mehr zu - und das, obwohl diese Haltung ihr grundlegendes Wesen darstellen sollte. Es scheint sogar, dass sie Angst davor bekommen haben, sich zu den alten konservativen Werten zu bekennen. Lieber ernennt jede bürgerliche Partie Gender-Beauftragte, unterstützt irgendwelche kontraproduktiven Frauenquoten, spielt beim Multi-Kulti-Theater mit und distanziert sich immer mehr von christlich-abendländischen Positionen, weil die modernen Proponenten des Bürgertums der irrigen Meinung sind, dass nur die Modernisierung, die Säkularisierung und letztlich die absolute Laizität die Rettung des Abendlandes garantieren könnten.

 

Rechts - na und?

Das alles sind sozialistische Infiltrationen, denen sich die "fortschrittlichen" Bürgerlichen nur allzu gerne beugen, weil sie Angst haben, als Reaktionäre oder gar als "rechts" genannt zu werden.  In gewisser Weise sind diese Ängste erbärmlich, weil das echte Bürgertum seit jeher rechts, patriotisch, Traditions- und kulturbewusst und wirtschaftsliberal gewesen ist. Erst die Nachkriegs-Sozialisten und speziell die 68er haben es durch eine perfide Begriffsumdeutung geschafft, dem Adjektiv "rechts" eine bräunliche Färbung zu geben, um von ihrer eigenen ideengeschichtlichen Verwandtschaft mit den Nazis abzulenken. 

 

Mut zum Konservatismus

Faktum ist: Alle diese hier aufgezählten Erscheinungen stellen eine breit angelegte Degeneration des ursprünglichen Konservatismus dar. Dazu muss ein echter Konservativer natürlich laut „Nein!“ sagen und diesen Verfall entsprechend bekämpfen. Wer heute noch den Mumm hat, zum Konservatismus zu stehen, der findet viel fruchtbaren Boden, um den traditionellen bürgerlichen Begriffen wie Familie, Nation, Kultur und Leistungsprinzip zu neuer Blüte zu verhelfen. Man muss sich nur trauen!

 

 

 

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Der Zynismus namens "Recht auf ein Kind"

 

"Die soziale Wirklichkeit der Familienmodelle verändert sich, und unser Recht muss mit diesem Veränderungsprozess Schritt halten, wenn seine Gestaltungskraft nicht leiden soll“, sagte kürzlich der umstrittene deutsche Justizminister Maas. Und meinte damit, dass das Abstammungsrecht in Deutschland grundlegend verändert werden soll, weil die Herkunft der Kinder heute verschiedenartige Hintergründe haben kann.

 

Durch die neuen Möglichkeiten wie In-vitro-Fertilisation  mit Fremdsamen, Eizellenspende bis hin zur Embryo-Spende und Leihmutterschaft sind neben der klassischen Adoption neue Wege entstanden, Kinder zu bekommen. Vielerorts werden diese teils (noch) nicht erlaubten Methoden freudig begrüsst, weil sie Kinderlosen mit Kinderwunsch Befriedigung verschaffen können.

 

Das Recht auf ein Kind gibt es nicht

Gerne wird auch das real gar nicht existierende "Recht auf ein Kind" ins Treffen geführt, wenn es darum geht, neue Optionen für Unfruchtbare zu eröffnen. Da eine eigene und weltweit tätige Fortpflanzungsindustrie mit riesenhaften Umsätzen die Wünsche und vermeintlichen Rechte von Kinderlosen erfüllen möchte, gibt es auch entsprechende Lobbies, die sich für technologische Entwicklungen und rechtliche Änderungen stark machen.

 

Das "Recht auf ein Kind" wird so über die Medien und die Ethik-Räte, diverse Arbeitsgruppen und Homosexuellen-Initiativen, verschiedene Interessensverbände und politische Parteien immer mehr gestärkt, obwohl es de facto gar nicht existiert. Man hat keinerlei Skrupel, die Sehnsüchte der Kinderwunschgeplagten über die rechtlichen Belange der zukünftigen Kinder zu stellen. Was das Kind möchte, ist zunächst egal.

 

Her mit dem Baby!

Man mutet dem über die Technologie herbeigewünschten und herbeigezeugten oder in eine Homo-Beziehung hinein adoptierten Kind einfach zu, was die präsumptiven Eltern für sich in Anspruch nehmen wollen. Das Kindeswohl ist sekundär und wird damit völlig pervertiert: Her mit dem Baby! Das ist die Devise. Der Wunsch zählt und dann das Ergebnis. Was das Desiderat (immerhin ein Mensch!) möchte, das klären wir später.

 

Und man nimmt, wenn es gar nicht anders geht, auch eine Reise ins benachbarte Ausland in Kauf, besorgt sich einen Fremd-Embryo und transferiert ihn in eine willige und recht gut bezahlte ausgeborgte (Gebär-) Mutter. In Österreich und Deutschland sind diese Extremformen der Embryonen-Akquise verboten bzw. ein rechtlicher Grauraum. Es existieren deswegen informelle Netzwerke, die solche Reisen ins Ausland und Eingriffe ebendort organisieren. Das Internet macht es möglich.

 

Problematische Situationen

Demzufolge gibt es auch schon Kinder, die nach solchen Eingriffen geboren wurden. Nun soll nicht bezweifelt werden, dass Eltern von fremd- oder im Labor gezeugten Babies genauso liebevoll mit ihrem gekauften Nachwuchs umgehen wie "normale" Eltern mit ihren natürlichen. Aber es drohen rechtliche und ethische Fallstricke, in denen sich die Eltern und die (auf welche Weise auch immer gezeugten und geborenen) Kinder unweigerlich verheddern - sobald nämlich die Kinder erwachsen sind.

 

Jedes Kind hat das verbriefte Recht, seine genetische Herkunft zu kennen. Wenn diese Kenntnis einmal erlangt ist, könnte es für den Nachwuchs aber schwierig werden - es ist nicht immer leicht, die vorgeburtlichen Realitäten zu verdauen. Um diese Klippe zu umschiffen, wird immer gerne argumentiert, dass die angeblich besonders liebevolle elterliche Beziehung die Wunschkinder ihre biologische Abstammung vergessen macht.  Das mag alles stimmen, es bleibt jedoch immer ein schaler Nachgeschmack, den man auch durch Regenbogen-Rhetorik nicht wegbringt.

 

Elternwunsch vor Kindeswohl

Grundsätzlich ist es bei all diesen Umwegen, ein Kind zu bekommen, so, dass der Elternwunsch über das Schicksal der Kinder gehoben wird und das Kindeswohl nicht die höchste Priorität erhält - das muss man immer wieder betonen. Das Kind wird zum Substrat eines Anspruchs- und Wunschdenkens gemacht und es wird zu einem Objekt der Sehnsucht stilisiert. Damit wird das Kind in den Status eines Konsumartikels gebracht, dessen Einkauf das höchste Ziel vieler Frustrierter darstellt. In der heutigen "Hier und Jetzt"-Gesellschaft können solche Wünsche sehr mächtig werden. Unfruchtbare fühlen sich gleich einmal diskriminiert und es wird ihnen von verschiedenste Seiten eingetrichtert, es gäbe so etwas wie "das Recht auf ein Kind".

 

Ein Zynismus der Extraklasse

Diese Situation ist, zu Ende gedacht, hochproblematisch, vielfach absurd und immer zynisch. Wenn man nämlich weiß, dass es "Zentren für reproduktive Medizin" gibt, wo auf der einen Seite die Unfruchtbaren sitzen und auf Rat und Tat warten und auf der anderen Seite die ungewollt Schwangeren, die zur Abtreibung kommen, dann wird es endgültig grotesk. Die tägliche Realität sieht dort so aus: Im Raum A berät der Arzt die unglücklichen Kinderwunsch- und Sehnsuchtsgeplagten und führt eine IVF durch, im Raum B beendet er daraufhin die ungewollte Schwangerschaft einer - wenn auch aus anderen Gründen - genauso unglücklichen Frau. 

 

Das Recht auf Alles

Das Wohl und die Rechte des Kindes sind in beiden Fällen Angelegenheiten, die nicht wirklich interessieren und kein Thema sind. Was zählt, ist im Raum A das virtuelle "Recht auf ein Kind" und im Raum B das genauso heftig empfundene, aber ebenfalls nicht existierende  "Recht auf Abtreibung". Beide Phänomene sind Ergebnisse einer gesellschaftlichen Entwicklung, die uns das Gefühl angezüchtet hat, der Mensch hätte Ansprüche und Rechte auf alles und jedes Mögliche und Machbare. Ob diese Verwerfungen der gesellschaftlichen Entwicklung zuträglich sind, darf bezweifelt werden.

 

 

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Eine wahrhaft Nietzscheanische Wende

 

Die Massenmigration, der daraus folgende Import fremder Weltanschauungen, die danach zu erwartenden Kulturumbrüche, die bereits laufende rapide Degeneration westlicher Wertehaltungen, die immer stärkere Segregation der Gesellschaften, die fortschreitende Erosion der Familie – der Philosoph Friedrich Nietzsche hätte seine helle Freude. Denn wir erleben zur Zeit nichts Geringeres als seine prognostizierte „Umwertung aller Werte“. 

 

Das Abendland im Wanken

Alles, was Europa und das Abendland ausgemacht hat, gerät nicht nur ins Wanken, sondern beginnt da und dort bereits zu stürzen. Unter dem Deckmantel des Liberalismus und des Individualismus regiert eine alles relativierende Beliebigkeit, die längst auch schon Einzug bis tief in die konservativen politischen Lager gehalten hat. Mit fliegenden Fahnen gehen ganze Tausendschaften von ehemals bewahrenden Kräften in die Lager des „Neuen“ über, ohne zu wissen, was sie dort eigentlich erwartet und was das eigentlich sein soll, dieses „Neue“. Rechte Zweifler im Theater des Neuen sitzen erste Reihe fußfrei, raunen sich ihre Bedenken zu und warten darauf, dass wie im Märchen "Des Kaisers neue Kleider" endlich ein Kind auf dieses Neue zeigt und schreit: Das Neue ist ja nackt!!

 

Der Macronismus als Vehikel

Die internationale politische Symbolfigur für das „Neue“ ist der französische Präsident Macron. Obwohl oder gerade weil er politisch eigentlich ein Leichtgewicht und weltanschaulich kaum festzumachen ist, stellt Macron  die fleischgewordenen Sehnsüchte vieler Enttäuschter und vieler Suchender dar, die sich nicht (mehr) die Mühe machen wollen, in die Tiefe zu gehen oder die zu lau und zu schwach sind, klare Haltungen einzunehmen. Macrons Bewegung ist einfach nur in Bewegung, "en Marche". Das scheint  seinen vielen Anhängern schon völlig zu reichen – Hauptsache, es tut sich was und man kann dafür offiziell durchaus  fanatisch Partei ergreifen. Wichtig ist, dass man immer brav  in den scheinbar harmlosen Gefilden des Mainstreams bleibt. 

 

Qualtinger, schau oba

„Wir wissen zwar nicht wohin, dafür sind wir aber schneller dort“ - den Spruch des legendären österreichischen Satirikers Helmut Qualtinger könnte man dazu zitieren. Der Macronismus vermittelt Aufbruch, signalisiert  Bewegung und hat doch keinen Inhalt und kein anderes Ziel als das Hier und Jetzt „zeitgemäß“ zu frisieren. Keine Rede von konkreten grundlegenden Maßnahmen, die aktuellen Bedrohungen des Abendlandes fundamental zu bekämpfen. Es geht nur um schnelle und medial verträgliche Wunschbefriedigungen und Oberflächenglättungen. Insofern passt diese politische Entwicklung zur grassierenden Event-Kultur des 3. Jahrtausends und Macron findet folgerichtig überall in Europa, natürlich auch in Österreich, seine braven Kopisten und Nachahmungstäter.

 

Ballast abwerfen als Fehlentscheidung

Hinter diesem um sich greifenden Macronismus verstärken sich aber die tektonischen gesellschaftlichen Verschiebungen und die dadurch entstehenden Wellen werden größer, ein Sturm braut sich zusammen. Man wirft angesichts des Seeganges in zahlreichen Staaten des Westens die stabilisierenden Ballast-Steine der Nationen über Bord und hat offenbar keine Ahnung davon, was es für Schiffe auf hoher See bedeutet, wenn man sich ohne nachzudenken dieser Gewichte entledigt. Im Gegenteil, man tut lachend das Falsche: Je mehr das Schiff schlingert, desto schneller schmeißen unsere ahnungslosen Matrosen die wertvollen Steine ins Meer. Man will ja nicht untergehen - und tut doch fröhlich alles, damit es dazu kommt.

 

Die Kapitäne als Karikaturen

Aber wenn die Kapitäne nur auf der Brücke stehen und sich dort in ihrer goldbetressten Gala-Uniform ohne Unterlass von den Passagieren fotografieren lassen statt sich um Kurs, Ziel und Maschinenraum zu kümmern, dann tun die Leute im Bauch des Schiffes ja oft das Verkehrte. Den Kapitänen ist das letztlich aber egal, weil die neuen See-Gesetze ja besagen, dass alle auf den Schiffen völlig gleich und gleichberechtigt sind und daher jeder an Bord tun und lassen darf, was er gerade will. Und Kapitäne werden heute im Ernstfall ohnehin sofort gerettet. Es ist schon lange keine Rede mehr davon, dass sie als letzter von Bord gehen. 

 

So bietet man aber den schon auf ihren Gefechtsstationen befindlichen fremden U-Booten und den Zerstörern, die von allen Seiten auf die einst recht stolze Flotte „Europa“ zusteuern, kampflos die Breitseiten. Ja manche öffnen sogar noch die Luken, winken die  Angreifer herbei und laden sie zum Entern ein.

 

Im Inneren die Meuterei

Das Schlimmste dabei: Man achtet mittlerweile schon gar nicht mehr auf die Meuterer, die im Inneren der Schiffe ihre sinistren Pläne wälzen.  Regebogenbunt entwerfen sie dort ihre gefährlichen Konzepte und fuchteln mit ihren Manifesten vom neuen Europa des Einheitsmenschen den anderen vor der Nase herum. Aber wen stört das schon? Das sind doch die Leute, die für Abwechslung und Bewegung sorgen! Seid lieb zu diesen Spaßmachern, sie meinen es doch nur ernst. Und die anderen, die da draussen übers Meer herbeikommen, die bereichern uns, das müssen wir den üblen rechten Kulturpessimisten wieder mal klarmachen. Dann wird das schon. Wir sind ja die guten Menschen.

 

Der letzte Mensch blinzelt

Und überhaupt: Was soll denn schon passieren, wenn wir alle brav die Menschenrechte achten und gemäß Nietzsches „letztem Menschen“  ein Lüstchen für den Tag und eines für die Nacht kultivieren? Und was schert es uns, wenn am Bug unseres Schiffes eben dieser letzte Mensch träge in die Gischt des Untergangs blinzelt? 

 

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Warum wir gegen die "Ehe für alle" sind

 

Die Idee der "Ehe für Alle" wird immer wieder politisch propagiert und von ihren Anhängern als moderne, ja sogar notwendige Entwicklung gepriesen. Aus rationaler Sicht sind aber sämtliche Argumente, die jemals für diese Umwandlung der Ehe in Anschlag gebracht wurden und werden, definitiv falsch und daher abzulehnen. Die einzige zulässige Begründung ist die ideologische: Man kann natürlich der Ansicht sein, dass man die Ehe anders gestalten will - weil man das eben aus weltanschaulicher Sicht so möchte. Aber es gibt keinen einzigen objektivierbaren Grund für diese fundamentale Veränderung. Warum das so ist, kann man plausibel erklären.

 

Begriffsbestimmung

Zunächst geht es um die Begrifflichkeit des Wortes "Ehe". Die monogame Ehe ist von ihrem Wesen und Sinn her als die offizielle und legalisierte Verbindung von Mann und Frau konzipiert und in den allermeisten höher stehenden Zivilisationen eine jahrtausendealte Einrichtung. Sie ist in ihrer Bedeutung einzigartig und sie stellt aus guten Gründen ein unikales Privileg dar, das weder mit einer anderen zwischenmenschlichen Beziehung zu vergleichen noch gleichzusetzen ist.

 

Zu dieser besonderen Verbindung gehört nämlich auch die natürliche Zeugung und die Aufzucht von Kindern. Dieser spezielle Zweck der Fortpflanzung und das den Eltern überantwortete Kindeswohl sind nicht nur Teil der Einzigartigkeit der Ehe und der Familie, sondern sie bilden gemeinsam mit der unterschiedlichen Geschlechtlichkeit der Eheleute den Charakter der ehelichen Verbindung und der Familie, die daraus entsteht. Die Institution Ehe ist dadurch eine der am längsten und tiefsten verankerten Strukturen der Gesellschaft.

 

Das Volk ist gefragt

Jede politisch betriebene Änderung des Ehe-Begriffs stellt eine unerhörte Kompetenzüberschreitung dar, weil weder eine verfassungsmäßige noch sonst irgendeine Ermächtigung zu finden ist, diesen seit unvordenklichen Zeiten bestehenden und unbestrittenen Begriffsinhalt des zentralen Konzeptes "Ehe" einfach abzuändern oder nach Willkür zu erweitern. Konsequenterweise müssten also jene, die den Begriffs- und Bedeutungswandel wollen,  eine Volksabstimmung anstreben: Denn es war und ist das Volk, das die zentralen Begriffsinhalte seiner Sprache findet und vorgibt.

 

Die Scheinargumente

Weil die #EheFuerAlle - Lobbyisten aber wissen, dass die Vox populi nicht so leicht zu steuern und zu überzeugen ist, finden wir in der wiederkehrenden Debatte keine weltanschaulichen Bekenntnisse, sondern nur eine Ansammlung von Argumenten, die zwar keine sind, dafür aber stets auf die Liebe, das Rechtsempfinden und auf die vermeintliche Diskriminierung abzielen. Das scheint die Leute müde zu machen, schafft da und dort schlechtes Gewissen und schwächt die berechtigten Widerstände. Diese falschen und trotzdem ständig wiederholten Begründungen lauten wie folgt:

 

1. "Es geht doch um Liebe - warum soll man Liebenden die Ehe verwehren?"

Dieses wohlklingende Scheinargument ist deswegen falsch, weil es nicht um die Verwehrung von Liebe und Zusammenleben geht, sondern um den Bestand eines uralten und wie beschrieben einzigartigen Rechtsinstituts zwischen Mann und Frau, das auch auf Ausschließlichkeit beruht. Erwachsene können lieben, wen und wie sie wollen, aber sie können mit der Liebe nicht die Ehe umdeuten oder für sich beanspruchen, wenn sie die Voraussetzungen nicht erfüllen. Und für andere Formen des Zusammenlebens gibt es zivilrechtliche Möglichkeiten wie etwa die Eingetragene Partnerschaft oder den Abschluss von privaten Verträgen zur gegenseitigen Obsorge etc.

 

2. "Den Homosexuellen wird ein Recht vorenthalten"

Diese Begründung ist genauso falsch wie die erstgenannte. Es gab für Homosexuelle nie ein Recht auf Ehe, deswegen wird ihnen auch kein Recht vorenthalten. Die Lobby moniert zwar allerorten ein "Recht auf Ehe", dieses Recht ist aber mangels seines Vorhandenseins weder anwend- noch  begründbar. Überdies kennen wir im Gesetz trotz der oft getätigten Behauptung auch kein explizites "Eheverbot", weil die Festschreibung dieses Verbots aus Sicht des Gesetzgebers wegen der natürlichen Gegebenheiten der Ehe nie notwendig war.  Es gibt das Eherecht, das die Ehe als die Verbindung zwischen Mann und Frau definiert.

 

Zur Untermauerung der rechtlichen Voraussetzungen gab es im Jahre 2016 auch eine einstimmige Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR), die besagt, dass die ausschließliche Existenz der heterosexuellen Ehe (ohne Möglichkeit der gleichgeschlechtlichen Heirat) die Menschenrechte von Homosexuellen nicht einschränkt. 

 

3. "Es wird den Heteros durch die Ehe für Alle doch nichts weggenommen"

Auch diese Behauptung ist objektiv falsch. Wenn das einzigartige und rein rational begründete Privileg der Ehe zwischen Mann und Frau auf "alle" ausgedehnt wird, so verliert dieses Privileg seine Bedeutung und wird nivelliert. Das hat zur Folge, dass der Begriff und die Bedeutung der Ehe sukzessive aufgelöst und schließlich der totalen Willkür und Beliebigkeit Tür und Tor geöffnet werden.

 

4. "Wenn die Ehe nicht für alle offen steht, so ist das eine Diskriminierung von Homosexuellen"

Als Beweis für die Unrichtigkeit dieses ebenfalls oft benützten Scheinarguments sei nochmals auf das oben zitierte EGMR-Urteil verwiesen.

 

"Für alle" heißt für alle

In der Diskussion wird gerne ausgespart, dass eine "Öffnung" der Ehe einen ganzen Rattenschwanz an neuen grundsätzlichen juristischen Fragestellungen nach sich zieht. Mit welcher haltbaren Begründung sollte man dann Leuten, die eine Vielehe eingehen wollen, dieselbe verwehren, wenn man die Einzigartigkeit der Ehe einmal zerstört hat? Wie soll man Wünschen nach einer Verwandten-Ehe oder einer Kinder-Ehe begegnen, sobald die Ehe nivelliert und "für alle" da ist?

 

Verfassungsrichter würden enorme Schwierigkeiten haben, wenn diese anderen, öffentlich noch kaum diskutierten Eheformen eingeklagt werden. Gerade die Viel- und die Kinder-Ehe sind Problemstellungen, die aufgrund des migrationsbedingten Kulturwandels den Juristen bereits jetzt Kopfzerbrechen machen. Welche andere Verhinderungsmöglichkeit als ein willkürliches und daher juristisch nicht haltbares Ehe-Verbot hätte man nach der Einführung einer "Ehe für alle"? Die Antwort ist ganz einfach: Keine!

 

Wer intellektuell redlich argumentiert, wird daher immer zu demselben Schluss kommen: Nur die Ehe ist die Ehe und als solche ist sie einzigartig und sie muss unverändert genau das bleiben, was sie ist. Anders gesagt: Die "Ehe für alle" kann es aus rationalen Gründen gar nicht geben.

 

Das österreichische Parlament hat  am 29.6.2017 im Lichte dieser Begründungen zu Recht mehrheitlich entschieden, den von den Fraktionen der SPÖ und der NEOS eingebrachten Antrag zur "Ehe für alle" abzulehnen. Österreich ist damit auf dem rechten Weg geblieben.

 

 

 

 

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Große Töne - keine Pläne

 

Kein Zweifel, der Wahlkampf hat begonnen. Wir hören und lesen derzeit von fast allen politischen Parteien und deren führenden Vertretern mehr oder weniger laute Ansagen zu den Themen, die Österreich bewegen: Mittelmeer-Route, Lösung der Migrationskrise, Auffanglager, Entbürokratisierung der Wirtschaft und des Staates, Steuererleichterung, Europa-Reform, Gesundheitsreform usw.

 

Die Mittelmeer-Route

Die Schließung bzw. die Überwachung dieser für die Immigranten oft tödlichen und für  die Europäer auf lange Sicht zerstörerischen Einwanderungsstrasse sollte das prioritäre Ziel aller EU-Länder sein. Allein die Grenzschutz-Agentur Frontex hat 100 Schiffe, 25 Helikopter und 20 Flugzeuge zur Verfügung. Richtig eingesetzt und mit den entsprechenden Ressourcen und Befehlen ausgestattet wäre diese Truppe also ausreichend in der Lage, große Teile des Meeresabschnittes vor Italien zu kontrollieren. Gemeinsam mit der italienischen und in Kooperation mit der spanischen Marine und der NATO müsste sogar eine fast lückenlose Schließung machbar sein. Doch es geschieht in diese Richtung außer großspuriger Ankündigungspolitik: Nichts.

 

Was dafür täglich geschieht und jeden Bürger völlig absurd anmutet, ist die taxibootartige "Rettung" der illegalen Migranten in den besagten Gewässern durch die Schiffe der diversen NGOs. Abertausende Illegale werden jede Woche von diese selbsternannten und durch Spenden- wie Steuermittel(!) finanzierten "Retter" nach Italien gebracht, während die militärischen Institutionen sich passiv verhalten, schweigen und abwarten. Es gibt keinen Einsatzbefehl, die Routen zu schließen. Dass diese Situation auf die größten Kriminellen des dritten Jahrtausends, nämlich die Schlepper, wie ein Schlaraffenland wirkt, ist klar.

 

Auffanglager

Immer wieder reden unsere thematisch dafür zuständigen Regierungsmitglieder von den Auffangzonen in den Maghreb-Ländern und Afrika. Aber hat es jemals konkrete Pläne der österreichischen Regierung oder der EU-Verantwortlichen gegeben, in Ägypten, Tunesien, Algerien oder Marokko solche Zonen zu finanzieren und zu managen? Hat man wenigstens mit den Botschaftern der Länder "Tacheles" geredet und Angebote gemacht? Nein, auch hier geschah bisher nichts - ausser wiederholten, machmal sogar entrüsteten Ansagen.

 

Wir fahren in diese Länder zwar auf Urlaub und unterhalten Handelsbeziehungen mit ihnen, aber die tapferen Menschenrechts-Verteidiger hemmen die Schaffung von Migrationszentren ebendort. Eines der Hauptargumente lautet, das wäre den Migranten nicht zumutbar. Fragt sich nur, warum dann die gefährliche Überfahrt im Schlauchboot zumutbar ist? Und wieso sollte es nicht möglich sein, Zonen zu errichten, die von internationalen Truppen und NGOs organisiert und geschützt sowie von der EU finanziert werden? (Was immer noch um ein x-faches billiger ist als die endlose Versorgung der Sozialmigranten in Europa).

 

Was keiner versteht: Nach jedem Erdbeben irgendwo in der Welt gelingt es, oft Hunderttausende Menschen rasch mit einem Dach über dem Kopf, mit Nahrung und Medizin zu versorgen. Auch Sicherheitskräfte kann man schnell bereitstellen. Aber so ein Auffang-Projekt soll nicht möglich sein? Das ist doch alles völlig unglaubwürdig und man muss sich fragen, wessen Interessen da bedient werden, wenn diese Zonen nicht und nicht kommen, obwohl die Ideen dazu schon seit Jahren kursieren.

 

Österreichs Wirtschaft

Entlastung des Mittelstandes, Belohnung der Fleißigen, Entbürokratisierung, Förderung der Selbstständigen - kommt Ihnen das bekannt vor? Der vorletzte ÖVP-Vorsitzende Spindelegger sprach von der "Entfesselung der Wirtschaft" - Sie erinnern sich? Aber was ist bisher geschehen? Wir bekamen die unsägliche Registrierkasse und eine Steuerreform, die der Einzelne fast nicht spürt. Dieselbe Partei, die ständig von der Förderung des Mittelstandes spricht, ist seit Jahrzehnten an der Regierung und hat für die KMUs (die Klein- und Mittelbetriebe) in diesen Jahrzehnten nichts zustande gebracht.

 

Oja, etwas wurde erreicht: Die KMUs sind mehrheitlich restlos enttäuscht von "ihrer" Partei. Das eigene Versagen wird natürlich der SPÖ in die Schuhe geschoben, man braucht einen externen Sündenbock - aber: nicht geschafft hat ihre Ziele, richtig, die ÖVP. 

 

Der neue Superstar der ÖVP, Aussenminister Sebastian Kurz, hat wie alle seine Vorgänger diese nicht erreichten Ziele neu formuliert und er will, man höre und stauen, entbürokratisieren, eine neue Steuerreform und sonst auch alles ganz super neu machen. Nur - wie will er das erreichen, wenn im Hintergrund dieselben Apparate werken, die schon bisher nur ihre eigene Beharrlichkeit gepflegt, aber nichts Innovatives erreicht haben? Indem Kurz ein paar Köpfe und ein paar Abgeordnete austauscht, dieselben durch junge Hungrige ersetzt, sich aber keine erfahrenen Experten holt, ist kein neuer Staat zu machen. Und die inhaltlichen Konzepte - nun ja, über die gibt es vom neuen ÖVP-Chef bisher kaum etwas zu hören. Kurz lebt (noch) vom Balkanrouten-Bonus.

 

Familienpolitik ist Kanzlersache

Im anderen Regierungslager dasselbe in Rot: Kanzler Kern hat Anfang des Jahres den reformatorischen "Plan A" vorgelegt. Die 140 Seiten geduldiges Papier wurden nach der damaligen pompösen Präsentation in Showmaster-Manier nun wohl schon in die Rundablagen des Kanzleramts entsorgt.

 

Unlängst hat Kanzler Kern auf Family-Videos umgestellt. Das ist auch die einzige Möglichkeit, sich vom schwarzen Noch-Partner abzuheben: Konkurrent Kurz hat noch keine Kinder, der amtierende Kanzler Kern kann hier punkten und so die SPÖ zur "Familienpartei" stilisieren. Das muss die ÖVP jetzt verdauen: Der rote Kanzler als emotionaler Papa und gelernter Family-Man schnappt den Schwarzen ihr ureigenstes Thema weg  und die schwarze Frau Familienminister kann nicht kontern, weil ihr Chef aufgrund seiner relativen Jugend noch keine Papa-Qualitäten demonstrieren kann.

 

Die Nachhaltigkeit dieses geschickt eingesetzten Kern'schen Papa-Bonus darf man nicht unterschätzen. Da wird ihm nur die übertriebene Regenbogen-Lobhudelei und die Anbiederung an die LGBTI-Community schaden, das ist den Leuten schon zu viel.

 

Gesundheit

Die charmante und kluge Frauen- und Gesundheitsministerin Rendi-Wagner muss leider ihre Rolle als Parteisoldatin ausüben. Die Kompetenzlosigkeit des Gesundheitsministeriums ist so groß, dass beinahe jedes andere Regierungsmitglied und jeder Landeshauptmann bei der Gesundheit mitmischen kann.  Rendi-Wagner kann daher nur abgedroschene Phrasen zur Frauenpolitik ("Gender-Pay-Gap") von sich geben und zur Gesundheitsversorgung den "Menschen draussen" nur versprechen, dass die neue Primärversorgung das Gelbe vom Ei wird, obwohl noch nicht einmal klar ist, wer diese Eier legen soll.

 

Das Gesetz ist einfach zu diffus und für die Akteure unbrauchbar.  Zuletzt kam die Ministerin auch mit Ansagen zur Zusammenlegung der Kassen. Darüber kann sie gefahrlos reden, weil die Kassen ohnehin selbstverwaltet sind und nur der Sozialminister ein wenig Einfluss auf diese hat. Um bei den Kassen etwas zu bewegen, sind immer Verfassungsmehrheiten (Zweidrittel-Mehrheit) notwendig - und die wird es vor Ende des Jahres nicht mehr geben.

 

Das ist alles?

Was bleibt, sind große Töne ohne Pläne. Wir können uns auf einen zähen Wahlkampf einstellen, der seitens Rot und Schwarz notgedrungen nur Slogans, aber keine klaren Ansagen bieten wird. Die großen Fragen werden vorerst ungelöst bleiben und in die nächste Legislaturperiode verschoben.

 

Das heisst andererseits aber auch, dass jede Bewegung, die jetzt mit guten Lösungsvorschlägen und einem authentischen, national orientierten und auf die Probleme der österreichischen Familien fokussierten Programm kommt, dem messianischen Nimbus von Sebastian Kurz ordentliche Dämpfer verpassen und dem Kanzler ein paar Themen wegnehmen wird. 

 

Nationales Denken ist gefragt

Die Stärkung der österreichischen Nation und der Familie, die Neugestaltung des Gesundheitssystems, die Sicherheit der Heimat, die Besserstellung der Fleißigen und vor allem auch konkrete liberale Ideen zur Belebung der heimischen Wirtschaft sind die Themen, die den Österreicher interessieren.

 

Der DailyFranz wird sich in den nächsten Wochen daher nicht nur wie gewohnt sehr kritisch zum politischen Ist-Zustand präsentieren, sondern vor allem neue Vorschläge für Österreich aus der Sicht eines klar denkenden und bekennenden Konservativen bringen.

 

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Das Leben beginnt mit der Zeugung

 

"Der Europäische Gerichtshof hat im Jahre 2014 definiert, was einen Embryo ausmacht: Als Embryo gilt alles, was ein Mensch werden kann. So lautet das rechtsgültige Gutachten, das der Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofs (EuGH), Cruz Villalón, zur Definition des Embryonen-Begriffs (Rechtssache C-364/13)  vorgelegt hat.

 

Nach der fundierten Einschätzung von Villalón kann eine Eizelle, die ohne Befruchtung zur Weiterentwicklung angeregt worden ist und nicht fähig ist, sich zu einem Menschen zu entwickeln, nicht als menschlicher Embryo angesehen werden. Eine Eizelle hingegen, die befruchtet wurde, so dass aus ihr ein Mensch heranwachsen kann, sei hingegen als menschlicher Embryo anzusehen.

 

Bei dem Wort Embryo denken viele an ein Baby im Mutterleib, an Ultraschallbilder eines schon gut erkennbaren, ungeborenen Menschen mit Händen, Füßen und einem Gesicht. In diesem Zustand ist aus einer befruchteten Eizelle bereits ein Fötus geworden, seine inneren Organe sind ausgebildet.

 

Ein Embryo – (ein aus dem Altgriechischen stammender Begriff, der  so viel wie keimen, sprossen oder hervorsprießen bedeutet) – entsteht jedoch schon zu dem Zeitpunkt, wenn aus einer befruchteten Eizelle durch Zellteilung die Entwicklung zum Organismus beginnt . Das geschieht bereits wenige Minuten nach der Verschmelzung von Samen- und Eizelle.

 

Der Zeitraum zwischen der Befruchtung und der Einnistung der Eizelle in die Gebärmutter war vor dem EuGH-Gutachten eine rechtliche Grauzone, die es zu beheben galt. Aus diesem Grund wurde es erforderlich, dass die Eizelle bereits ab dem Zeitpunkt der Befruchtung denselben Schutz erfährt wie der Embryo ab der Nidation.

 

Um den Missbrauch und den lapidaren Umgang in den Labors mit eingefrorenen, befruchteten Eizellen zu vermeiden, muss daher gesetzlich festgelegt werden, dass der Mensch bereits ab der Verschmelzung von Spermium und Eizelle auch als solcher definiert ist."

 

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Dieser (hier leicht gekürzte) Text wurde von mir und weiteren Abgeordnetenkollegen am 21.6.2017 als Gesetzesantrag im Gesundheitsausschuss des österreichischen Nationalrats eingebracht. Der Antrag wurde mit den Stimmen der ÖVP(!), der SPÖ und der Grünen sowie der Neos abgelehnt.

 

Der Antrag wird im nächsten Plenum des österreichischen Nationalrats (am 28. und 29.6. 2017) diskutiert und zur finalen Abstimmung gelangen.

 

Wir dürfen gespannt sein, welche Relativierungen des Lebensbegriffs die christliche(!) Volkspartei und die Linken (SPÖ, Neos und Grüne) zur Anhörung bringen werden, um dem grassierenden zeitgeistigen Beliebigkeitsdenken zu einer scheinbaren Berechtigung zu verhelfen. Der Beginn des Lebens ist mit dem EuGH-Gutachten klar festgelegt, er ist nun nicht mehr nur biologisch, sondern auch rechtlich eindeutig definiert.

 

Jede andere Definition als die hier gebrachte ist willkürlich und beliebig und somit weder ethisch noch wissenschaftlich noch rechtlich begründbar.

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Ja zur Elite!

 

Meine Rede (im Originallaut) vom 19.6.2017 zur Sondersitzung im österreichischen Nationalrat

Thema Bildungsreform

 

"Frau Präsident! Geschätzte Regierungsmitglieder! Hohes Haus! Was wir mit allen Mitteln verhindern müssen und was heute nur am Rande gestreift worden ist, das ist die Gesamtschule. 

 

Die Gesamtschule ist das Symbol für Einförmigkeit und für Gleichmacherei. Und ich glaube, unser Bestreben als verantwortliche Politiker in diesem Land muss dahin gehen, dass wir diese Ansätze zur Gesamtschule im Keim ersticken. Im Gegenteil, wir müssen nicht nur die Gesamtschule vom Tisch bringen, sondern wir müssen viel mehr Wert darauf legen, dass Auswahl, Leistung und entsprechende Kriterien dazu wieder Eingang in die Gesellschaft finden und zu den höchsten Werten in Österreich werden.

 

Wir haben den Elitebegriff in den letzten Jahren eigentlich mehr oder weniger verlassen. Niemand traut sich zu sagen: Wir wollen Elite.

Meine Damen und Herren, wir brauchen Elite! Wenn wir Österreich voranbringen wollen, dann brauchen wir ausgewählte Elite. Elite kann nur entstehen, wenn wir gute Schulen haben, wenn wir Schulen haben, die die Begabten fördern und nicht alle nivellieren und über einen Kamm scheren, wenn wir nicht alle in Schulen hineinpressen, in denen der gleiche Lehrplan für alle gültig ist und sich die Gescheiteren den Dümmeren beugen müssen. (Beifall bei FPÖ und Team Stronach.)

 

Elite auch öffentlich fördern

Nichts gegen Dümmere – es kann nicht jeder einen IQ von 140 haben –, die müssen wir genauso betreuen, denen müssen wir auch durch die Institutionen helfen, das ist überhaupt keine Frage. Aber wir müssen die Begabten fördern, und das kann man durchaus im öffentlichen Bereich tun. Wir haben in Wien ein Beispiel dafür: die Karl-Popper-Schule. Im roten Wien haben wir eine Schule, aus der öffentlichen Hand finanziert, die Eliten fördert. Also bitte, das ist der beste Beweis dafür, dass das durchaus auch die öffentliche Hand machen kann.

Wir können hier nicht immer Privatschulen-Bashing betreiben und damit auch die Leute bashen, die ihre Kinder berechtigterweise in Privatschulen geben, weil es im öffentlichen Bereich nicht mehr geht, vor allem auch aus migrationstechnischen Gründen. Diese Bürger müssen noch extra dafür zahlen, dass aus ihren Kindern etwas wird.

 

Bekenntnis zum Elite-Begriff

Im Gegenteil, wir müssen uns wieder zu einem Elitebegriff bekennen. Es darf und soll Elite geben in Österreich, Elite durch Leistung, das ist etwas Positives, das ist etwas Gutes, das gehört gefördert. Und dazu sollten wir uns als Politiker bekennen, die wir auch ausgewählt sind. Elite heißt nichts anderes als auswählen. Wir brauchen Eliteschulen. Wir brauchen Elite in der Jugend. Wir brauchen junge Leute, die vorangehen und sagen: Ich übernehme Verantwortung. Ich habe etwas gelernt, ich bin gern Österreicher, und ich mache etwas für Österreich, weil ich etwas Gutes gelernt habe. – Das wird in einem Gesamtschulmodell, wo alle gleich sind, sicher nicht gelingen. (Beifall bei FPÖ und Team Stronach.)

 

Auch Nicht-Maturanten können Elite werden

Wir sollen uns auch auf Leute konzentrieren, die nicht unbedingt in die höhere Bildung gehen und die nicht maturiert haben. Es gibt Elite genug in Berufen, die wenig mit geistiger Bildung zu tun haben oder die von Menschen ausgeübt werden, die ihre Schulbildung mit 15 Jahren beendet und nicht studiert haben, nicht maturiert haben.

Es gibt Elitehandwerker, es gibt super Facharbeiter. Es gibt Leute, die bekennen sich auch ohne hohe oder höhere Bildung zur Elite. Diese Leute, diese Bürger müssen wir in Österreich unterstützen. Wer etwas lernen will, wer etwas lernen kann, der soll das tun und der soll nicht eine Nivellierung vorfinden, die ihm die Hände bindet und den Geist zurückdrängt. Dazu müssen wir uns in der Politik bekennen.

Das heißt aber nicht, dass die Schwächeren auf der Strecke bleiben müssen, sondern denen kann man helfen. Aber wir müssen denen, die etwas tun wollen, etwas leisten wollen, etwas erreichen wollen, alle Möglichkeiten öffnen und sie maximal unterstützen. Das ist mein Credo für Österreich. 

Danke schön." (Beifall bei FPÖ und Team Stronach.)

 

Auf Video: 

http://tvthek.orf.at/profile/Nationalrat/13886251/NR-Plenarsitzung-mit-Dringlicher-Anfrage-von-NEOS/13934490/Marcus-Franz-Fraktionslos/14072676 

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Was ist heute "Nation"?

 

Der Begriff Nation ist einerseits etwas, ohne den Staaten und Staatsbürger rechtlich nicht existieren können, andererseits dient er heute oft dazu, die Bürger, die sich explizit zur eigenen Nation bekennen, unter einen bestimmten Generalverdacht zu stellen. Dabei ist begrifflich alles ziemlich klar und die Nation ist zunächst wertfrei zu definieren. Schlägt man bei Wikipedia nach, erhält man folgende Definition, die ähnlich auch im Duden zu finden ist:

 

Nation, um 1400 ins Deutsche übernommen, (von lat. Natio, „Volk, Sippschaft, Menschenschlag, Gattung, Klasse, Schar“) bezeichnet größere Gruppen oder Kollektive von Menschen, denen gemeinsame Merkmale wie Sprache, Tradition, Sippe oder Abstammung zugeschrieben werden.

 

Eine klare Definition

Damit hat man eine recht nüchterne und sachliche Beschreibung dessen, um was es geht. Dass man diese Inhalte mit einer Bewertung auflädt, ist nur folgerichtig und liegt in der Natur der Sache. Die Nation ist allein aus ihrer Definition heraus mit der Identität ihrer Bürger verbunden und sie bildet ihre Heimat und ihren Lebens- und Bewegungsraum.  Diese ihre Identität ist immer auch mit Emotion und Charakter verbunden, anders geht es gar nicht. Und Emotion, Eigenarten und Charakter wiederum sind die Quellen von Symbolik und Eigendefinition. Damit schließt sich der Kreis.

 

Die Erweiterung der Familie

Die Nation ist, wenn man so will, die Erweiterung der eigenen Familie. Bei der eigenen Familie können und sollen durchaus Fremde hinzukommen - etwa durch Heirat oder Adoption. Diese zunächst Fremden werden aber von der Familie oder einzelnen Personen der Familie genau ausgewählt und anderen Fremden definitiv vorgezogen. Die Eingliederung der jeweils Fremden erfolgt in festgelegten Ritualen (z.B. Heirat und Hochzeit), die auch definierte juristische Grundlagen haben. 

 

Die Staatsbürger haben Vorrechte

Damit ist auch klar, dass die Nation die primäre Aufgabe hat, die eigenen Bürger förmlich als Familienmitglieder zu betrachten, die gegenüber Fremden zu bevorzugen sind. Dafür gibt es den Begriff des "Staatsbürgers". Dieser hat im eigenen Land im Vergleich zu Staatsfremden ganz eindeutige und fe