Unfallversicherungsanstalt- wozu?

Die Regierung hat die Absicht, die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) aufzulösen. Das ist ein guter Plan. Wozu brauchen wir eine solche Anstalt nämlich? Was genau leistet sie? Ihre in der Öffentlichkeit wahrgenommene Haupttätigkeit besteht im Betreiben von Unfallspitälern und Rehab-Zentren, die einen sehr guten Ruf haben und gute Arbeit leisten. Deswegen ging nach der Ankündigung der AUVA-Auflösung ein Aufschrei  durch die Medien und die Bevölkerung, weil viele Bürger fürchten, dass die Versorgung nun schlechter würde. Das ist aber definitiv nicht der Fall.

 

Es gibt keine rationalen Gründe

Um die Unfall-Krankenhäuser und Rehab-Zentren aufrechtzuerhalten (was absolut sinnvoll und notwendig ist), benötigen wir keine kostenintensive eigene Versicherungsanstalt, die einen hohen Verwaltungsaufwand generiert und ihre Existenzberechtigung auf das Betreiben der genannten Versorgungseinheiten und auf ihre historische Entwicklung begründet. "Uns gibt es schon seit 1887 und des hama immer schon so gemacht" ist zwar ein typisch österreichisches Argument, aber kein gutes. Man kann die Unfallspitäler und Rehab-Einrichtungen einfach in die Trägerschaft des Bundes überführen (so wie das z.B. bei Universitäts-Kliniken schon lange der Fall ist) und dadurch einen großen Verwaltungsapparat einsparen.

 

Es gibt auch aus medizinischer Sicht kein stichhaltiges Argument für das Betreiben einer eigenen Unfallversicherung, die wiederum eigene Spitäler führt. Mit der gleichen Logik könnte man öffentliche Krebs-Versicherungsanstalten fordern oder Urologie-Versicherungen oder irgendwelche anderen spezialisierten Krankenversicherungen, die jeweils eigene Spezialkliniken führen. Auf die Idee würde man vernünftigerweise gar nicht kommen - warum also soll es eine eigene AUVA mit eigenen Spitälern geben?

 

Die Widerstände sind durchschaubar

Die vielen Proteste, die von diversen Körperschaften und natürlich von der AUVA gegen die Regierungspläne geäußert werden, hinterlassen den Eindruck, dass es vor allem um Postenerhalt und um die Sicherung von jeweils eigenen Pfründen geht. Rationale Argumente sind kaum zu erkennen, denn die unfallchirurgische Versorgung lässt sich trotz oder gerade wegen der Straffung und Einsparung im Verwaltungsbereich sehr gut weiterführen.

 

Kein vernünftiger Mensch wird die Reduktion der medizinischen Leistungen oder Einsparungen in der Rehabilitation anstreben, aber jeder pflichtbewusste Verantwortliche wird danach trachten, unnötige Kosten überall dort zu vermeiden, wo es geht. Das Vorhaben der türkis-blauen Regierung ist daher zu unterstützen.

 

 

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Kommentare: 15
  • #1

    Peter (Freitag, 06 April 2018 18:03)

    Ita est !

  • #2

    Wahr? (Freitag, 06 April 2018 22:35)

    https://kontrast.at/hartinger-klein-will-unfallversicherung-aufloesen/

  • #3

    … und dadurch einen großen Verwaltungsapparat einsparen … (Freitag, 06 April 2018 22:41)

    Und was machst du mit den Leuten, die dort frei gesetzt werden. Bezahlst du denen dann ein Leben lang Urlaub oder lässt du sie in Hartz IV fallen?

    Ihr habt sie doch alle nicht mehr ganz oder einfach etwas an der Waffel!

  • #4

    Na, Franz, siehste, die rote Brut (Samstag, 07 April 2018 00:01)

    hat den Link hier her sofort gelöscht. Heißt: In deren Augen schreiben sie die Wahrheit und du bist dumm. Die rote Brut: tssstssssszz!

  • #5

    @ Na, Franz, siehste, die rote Brut (Samstag, 07 April 2018 14:56)

    Dann stellen wir ihn denen hat noch eimal rein.

  • #6

    hermann gasteier (Samstag, 07 April 2018 22:30)

    Absolut richtig weil intellektuell redlich argumentiert. Alle Proteste gegen die Abschaffung der AUVA entbehren jeglicher vernünftig-sachlichen Begründung.

  • #7

    Herbert Kaser (Sonntag, 08 April 2018 17:48)

    Ohne AUVA endet jeder Arbeitsunfall vor Gericht. Ist das billiger? Ist das weniger Verwaltungsaufwand? Ohne AUVA wäre ich mit 20 nach einem Unfall auf dem Weg von der Arbeit nach Hause zum Rollstuhlfahrer geworden.

  • #8

    angela (Montag, 09 April 2018 18:12)

    sehe ich auch so

  • #9

    Ihr wollt denen doch das Auskommen nicht kürzen? (Montag, 09 April 2018 21:38)

    https://www.auva.at/portal27/auvaportal/content?contentid=10007.671168&viewmode=content

  • #10

    christine (Dienstag, 10 April 2018 15:17)

    Eines macht mich nachdenklich in der Debatte. Wie werden Menschen nach Freizeitunfällen und wenn sie sich nicht im Arbeitsprozess befinden behandelt und betreut. Schlechter? Bei der Debatte hat man das Gefühl nur die AUVA macht Behandlung und Reha richtig gut.

  • #11

    Erdö Roblok (Dienstag, 10 April 2018 17:32)

    Doch wir brauchen sie. Aber organisiert, wie die Schweizer SUVA (Schweizerische Unfallversicherungsanstalt). Neben der Krankenversicherung ist die SUVA eine obligatorische Einrichtung mit eigenen Beiträgen. Die durch Unfall Invaliden erhalten eine, dem Verdienst angemessene Rente, nach dem Grad des noch erzielbaren Verdienstes. Nachschauen bitte unter suva.ch

  • #12

    Neu und alt: die Gegenmeinung: (Donnerstag, 12 April 2018 13:01)

    https://kontrast.at/auva-aufloesung/
    https://kontrast.at/hartinger-klein-will-unfallversicherung-aufloesen/

  • #13

    Neu und alt: die Gegenmeinung (Donnerstag, 12 April 2018 13:02)

    Bitte, dies zu kommentieren!

  • #14

    Hans Reuter (Dienstag, 17 April 2018 16:23)

    Das sich auf dem Gebiet abseits der Schulmedizin eine Reihe von Scharlatanen herumtreiben ist gewiss. Denken wir aber auch einmal an die Worte Jesu, der seinen Jüngern sagte, werdet Heiler. Wo sind denn hier die Nachfolger? Haben die Kirchen dieses Feld nicht vollständig der Pharmaindustrie überlassen. In Grossbritannien gehören Geistheiler zum Klinikalltag, bei uns ist dies die absolute Ausnahme.

  • #15

    Hans Reuter (Dienstag, 17 April 2018 16:40)

    Möchte noch ergänzen, dass das ärztliche Gespräch zunächst das wichtigste Behandlungsmittel ist. Die alten Hausärzte, welche noch über die Familienumstände des Patienten informiert waren, konnten hier erstaunliches bewirken. Ich selbst komme aus dem Bereich der Psychotherapie. Viele Patienten kamen erst nach einem Zeitraum von etwa sieben Jahre zu uns, und hatten einen riesigen Aufwand an Untersuchungen hinter, manche Untersuchungen mehrfach, mit vielleicht einigen Minimalbefunden, auf welche man sich dann stürzte. Zum Ausdruck bringen möchte ich damit nur, dass das wichtigste Element menschlicher Gesundheit, das seelische Wohlbefinden des Menschen ist, welches im Alltag der Medizin viel zu kurz kommt und den Aerzten schlecht vergütet wird.